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Brennender Stein: oder Reisen durch die Zeit

Brennender Stein: oder Reisen durch die Zeit

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Brennender Stein: oder Reisen durch die Zeit

Länge:
130 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
Jan 20, 2009
ISBN:
9783944198484
Format:
Buch

Beschreibung

Als die Externsteine zu brennen beginnen, scheint die Welt in einem surrealen Traum zu versinken. Die Naturgesetze haben keine Bedeutung mehr. Wer sind die geheimnisvollen Fremden? Was wollen die gespenstischen Mumien erreichen? War die Vergangenheit fantastischer als die Gegenwart? Was bringt die Zukunft?
Herausgeber:
Freigegeben:
Jan 20, 2009
ISBN:
9783944198484
Format:
Buch

Über den Autor


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Brennender Stein - Walter-Jörg Langbein

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Brennender Stein

Das pechschwarze Dunkel der Nacht verwandelte sich für Sekunden in ein hässliches, schmutziges Grau. Daraus wurde ein fahles Braun und plötzlich glühendes, grelles, brennendes Rot. Die Externsteine brannten. Das heißt: sie glühten von innen heraus, Sekunden lang, und begannen plötzlich zu beben, zu vibrieren und sich wie drei gigantische Schlangen zu winden. Dann erstarrte die gespenstische Szene wieder. Pechschwarz war die Nacht, die sich über das Geschehen senkte. Ein Mensch fiel in die Knie, stützte sich mit zitternder Hand ab. Und fiel. Der eiskalte Schnee verursachte Schmerz auf der Hand des alten Mannes. „Die Externsteine brennen! stammelte er nur vor sich hin. „Die Externsteine brennen!

Externsteine

Mühsam rappelte er sich hoch und wischte sich mit der nassen Hand über das Gesicht. Dann trat er in das kleine Wächterhäuschen zurück. Er legte die Hand flach auf die polierte Metallplatte am Sensor und stellte so die direkte Funkverbindung mit der Polizeistation Extertal her. „Na, Hansen! hörte er die mürrische Stimme des diensttuenden Polizeibeamten. „Sind wieder ein paar Rüpel an den Externsteinen, wie? Wächter Hansen schüttelte den Kopf und ließ sich auf den stählernen Sessel fallen. „Nein, die Externsteine brennen."

Einen Augenblick lang trat Stille ein. Nicht, dass der Polizeibeamte irgendwie erschrocken oder gar beeindruckt gewesen wäre. Das Schweigen war peinlich. Doch bevor der Polizist etwas von „Wohl besoffen!" sagen konnte, nahm Heinrich Hansen die Hand von der Metallplatte am Sensor und unterbrach die Leitung. Sein Wächterhäuschen war nur leicht beleuchtet, durch die Notlampe am Schreibtisch. Doch plötzlich war es hell wie der lichte Tag. Auch dieses seltsame Beben war wieder da, nur diesmal viel stärker. Heinrich Hansen zitterte, knickte in die Knie und spürte, wie ihm der Schweiß auf der Stirn stand. Wieder ein Herzinfarkt?

Er griff in die linke obere Jackettasche und entnahm das kleine Döschen mit dem lebensrettenden Spray, das er zitternd zum Munde führte. Er biss den Deckel ab und sog das dünnflüssige Medikament ein. Sein Herzschlag beruhigte sich, die Schwäche schwand, und Hansen erhob sich wieder.

Er ging an die große Glasscheibe und starrte nach draußen. Tief holte er Luft und wusste: die Erde bebte wirklich. Hansen konnte den Blick nicht von den Externsteinen wenden. Als brannten sie von innen heraus, erstrahlten diese Türme aus Stein und jenes schmale, für die Touristen erbaute, hohe Besichtigungstürmchen mit den beiden Plattformen. Das Vibrieren nahm zu, und das Glühen verstärkte sich, wurde immer greller, glühend-rot und schließlich weiß. Dann roch es nach verbrannter Erde. Und Leere machte sich breit, wo noch kurz zuvor die Externsteine gestanden hatten.

Zur gleichen Zeit: England. Stonehenge. Die „Hängenden Steine. Erbaut bevor die Pyramiden errichtet wurden in Ägypten. Zu welchem Zweck? Niemand hat das je geklärt! Stonehenge brannte. Das heißt: die gigantischen Steinquader glühten auf, als seien sie aus durchsichtigem Kunststoff, als befinde sich in ihrem Inneren eine starke Lichtquelle. Die Leuchtstärke nahm zu, bis ins Unerträgliche, wurde so grell, dass das Licht mühelos die dicken Vorhänge im nahegelegenen Wächterhäuschen durchdrang. „Was zu viel ist, ist zu viel! brummte Selma Sanders ärgerlich und suchte nach ihren Gummistiefeln, die irgendwo an der Tür zum Garten stehen mussten. Sie ergriff noch die Taschenlampe und hastete aus dem Haus.

„Jeder soll Silvester feiern, wie er Lust hat! grollte sie. „Aber hier im Heiligtum von Stonehenge ein Feuerwerk abhalten... das geht nun doch zu weit. Selma Sanders war natürlich getaufte Christin. Doch vor dem Jahrtausende alten Monument hatte sie einen gehörigen Respekt. Und mehr als respektlos war es, inmitten des Steinzirkels ein Feuerwerk abzuhalten. Auch wenn es Silvester war. Selma erstarrte vor der Tür des Wärterhäuschens und ließ die Taschenlampe fallen. Die Monolithen von Stonehenge brannten, wie von innen heraus, glühten rötlich auf, vibrierten, als seien sie aus Wackelpudding, das Licht wurde weiß. Dann machte sich der Gestank breit. Wo just noch das Monument von Stonehenge gestanden hatte, gähnte schwarze Leere. Selma Sanders riss die Augen auf, versuchte, die pechschwarze Nacht zu durchdringen. „Mein Gott", stammelte sie.

Zur gleichen Zeit: Steintempel von Malta, genannt das Hypogäum. Drei Stockwerke in den massiven Fels getrieben. Vor gut und gern 6500 Jahren. Das Nationalmonument war nicht mehr. Ein gähnendes Loch war, wo sonst Tausende von Touristen staunend die Kunstfertigkeit der Altvorderen bestaunten. Doch niemand sah das Hypogäum verbrennen. Niemand sah den Stein erglühen und innerhalb von Sekundenbruchteilen verbrennen, in Nichts zerfallen. Schuld daran war Libyens Staatschef, der in jener Nacht einen neuen Freundschaftspakt mit Malta schloss. Wer dem Staatsakt in der neu errichteten Nationalhalle „Frieden ewiglich" nicht direkt beiwohnte, der verfolgte das Geschehen von nationaler Bedeutung von zu Hause am Bildschirm.

Hypogäum, Malta

„Und so, übersetzte der TV-Dolmetscher flink die getragenen Worte des libyschen Staatsmannes, „so wollen wir, mein heiliges Vaterland Libyen und mein heiliges Volk stets und ständig zum Schutze dieses heiligen Landes Malta zur Verfügung stehen. Eine Kunstpause folgte. „Und so, wie dieses neue Jahr beginnt, so wollen wir unsere Freundschaft neu beginnen. Auf dass sie Jahrtausende überbrücken möge. Willkommen 1994! Willkommen!" Applaus brandete auf in der Festhalle. Und die Menschen zu Hause lagen sich in den Armen, küssten sich und wünschten sich ein gesundes neues Jahr 1994. Glocken dröhnten und begrüßten das Neue Jahr.

Gleichzeitig starb ein Tempel aus uralter Zeit: der gigantische Rundbau von Abu Simbel. Auch diese steinerne Anlage verbrannte und ließ nur einen dumpfen Geruch von verbrannter Erde zurück. Doch nicht nur das Neue Jahr kam. Ein fremdes Raumschiff näherte sich der Erde.

Die Fremden

„Und Sie haben das nicht weitergegeben? schrie Oberinspektor Mattek. „Sie haben das nicht weitergegeben? Karl Mansfeld schüttelte den Kopf. „Ich hab' die Meldung von dem Externstein-Wachmann ins Protokoll diktiert. Bitte, das Band liegt vor. Mehr habe ich nicht unternommen."

„Nicht unternommen? brüllte Oberinspektor Mattek und musste seinem Untergebenen schließlich insgeheim zustimmen. Auch er hätte die Meldung „Die Externsteine brennen für die Ausgeburt eines betrunkenen Hirns gehalten. Zudem war ja Silvester gewesen. Da soll es sogar vorkommen, dass das Wachpersonal einen hebt. Und Hansen war ja keineswegs Beamter, sondern nur Wachmann einer privaten Schutzgesellschaft.

Trotzdem schrie Oberinspektor Mattek den Polizeibeamten Mansfeld an: „Nichts unternommen? In diesem Augenblick klingelte das Telefon. Oberinspektor Mattek griff nach dem Hörer. „Du sollst mich doch nicht im Dienst... Seine Stimme klang noch eine Spur schroffer, ärgerlicher. „Du spinnst ja!" Unsanft legte er den Hörer auf. Schaltete aber trotzdem den großflächigen Bildschirm ein.

„...und wie Stonehenge, so geschah es auch auf der Osterinsel. Sehen Sie selbst, überzeugen Sie sich selbst. Sehen Sie selbst. Das heißt... sehen Sie nicht! Grell blendete in der unteren Ecke das Signum für den Sender auf „ARF. Dann sah der Zuschauer nichts. Das heißt: verbrannte Erde. Schmutz, Dreck und Staub. Die Kamera gewann Abstand, stieg rasch in die Höhe, es wurde wohl von einem Hubschrauber aus gefilmt.

„Hier gab es einmal, das heißt noch gestern… eines der größten Rätsel der Welt: die Riesen aus Stein. Aber sie sind nicht mehr. Ein Film wurde eingeblendet. Man sah seltsame Gestalten aus Stein, teilweise über zwanzig Meter hoch, bis zur Brust im Erdreich steckend. Mit ausdruckslosen Augen starrten diese Kolosse in die Kamera. „Diese Riesen sind verschwunden. Und will man der abergläubischen Bevölkerung der Osterinsel glauben, dann sind die Riesen aus Stein verbrannt. Als ob Stein so leicht… Oberinspektor Mattek schlug mit der Faust auf den Schreibtisch. „Verbrannt, verbrannt! Wenn ich das schon höre!"

Steinriesen, Osterinsel

Das fremde Raumschiff näherte sich der Erde, die wie ein blauer Edelstein auf dunklem Samt aussah. Das Bild änderte sich. Rasch kam die Erde näher, Details wurden deutlich, Wolkenfetzen sichtbar über dem Meer. Jetzt sah das Bild fast etwas unappetitlich

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