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111 Orte in Leverkusen, die man gesehen haben muss: Reiseführer

111 Orte in Leverkusen, die man gesehen haben muss: Reiseführer

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111 Orte in Leverkusen, die man gesehen haben muss: Reiseführer

Länge:
573 Seiten
2 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
Jul 1, 2016
ISBN:
9783960410560
Format:
Buch

Beschreibung

Immer dasselbe Kreuz: Autobahn, Brücke, Chemie, Fußball: 'Kannst du einen nicht verknusen, schicke ihn nach Leverkusen.' Dieses Buch ist der Pillenknick für LEV-Ignoranten: Es öffnet die Tür für einen liebevollen Blick um die Ecke – auf gerettete, fast schon verschwundene und abseitige Winkel einer Stadt, deren Reiz im Spannungsfeld zwischen Industrie, Kultur und Landschaft zu suchen ist. Leverkusen wurde stets neu erfunden, und doch stößt man auf Schritt und Tritt auf Orte, an denen die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Diese Spurensuche in der Farbenstadt erzählt davon – und von den Menschen, die die Orte lebendig machen.
Herausgeber:
Freigegeben:
Jul 1, 2016
ISBN:
9783960410560
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

111 Orte in Leverkusen, die man gesehen haben muss - Markus Danner

111 Orte in Leverkusen, die man gesehen haben muss

Markus Danner und Johannes Seibt

emons: Verlag

Impressum

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

© Emons Verlag GmbH // 2016

Alle Rechte vorbehalten

Texte: Markus Danner

© der Fotografien: Johannes Seibt

© Covermotiv: cookelma/Depositphotos.com

Gestaltung: Emons Verlag

Kartenbasisinformationen aus Openstreetmap, © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL

ISBN 978-3-96041-056-0

E-Book der gleichnamigen Originalausgabe erschienen im Emons Verlag

Unser Newsletter informiert Sie regelmäßig über Neues von emons:

Kostenlos bestellen unter www.emons-verlag.de

Inhalt

Vorwort

1_Der Agam-Saal |

Es kommt auf den Standpunkt an

2_Die Alte Ruhlach |

An der Bahn zwischen Stadt und Land

3_Die Bäckerei Kohlenbach |

Ehrliche Brötchen

4_Der Bahnhof Wiesdorf |

Willkommen auf dem Mond

5_Der Bahnstadt-Wasserturm |

Brause- oder Wannenbad?

6_Der Bayer-Löwe |

Ich will Chemiker werden

7_Der Bayer-Weinkeller |

Preziosen, Bestseller und Paradiesvögel

8_Die Beamtensiedlung |

Leicht verrückt

9_Die Berufsschulen |

Lernkomplex

10_Der Binnester Hof |

Schlebuschs Keimzelle

11_Auf dem Blauen Berg |

Evangelische Kirche im Rheinland

12_Die Brutstation |

Lachse in Leverkusen

13_Die Bullenwiese |

Svenja, Dieter und Sissi

14_Das Bürgermeisteramt |

Leverkusen, deine Rathäuser!

15_Der Campingplatz |

Urlaub bei Freunden

16_Die Campusbrücke |

Jetzt wächst wieder zusammen, was zusammengehört

17_De Caspers Hüser |

Die kleinste Arbeitersiedlung

18_Das CD-Realgymnasium |

Fählers Meisterwerk

19_Der Dampfbahn-Verein |

Sehr britisch abgedampft

20_Die Derr-Siedlung |

Ertrotztes Idyll

21_Dhünnkilometer 11,1 |

An der Stadtgrenze

22_Die Diepentaler Talsperre |

Zeitweise ausgelaufen

23_Die Doktorsburg |

Haus der älteren Bürger

24_Die Dynamit-Nobel-Verwaltung |

Lohn der Angst

25_Der ehemalige Güterbahnhof |

Blühende Landschaften

26_Das Ehrenmal |

Last des Krieges

27_Die Eisenbahner-Wohnhäuser |

Bevorzugte Lage

28_Der Elefantenbrunnen |

Das Tier vom Gaul

29_Die Erbbegräbnisstätte |

Im Finsterwald

30_Das Erholungshaus |

Kultur am Ende der Welt

31_Das EUMUCO-Logo |

Der Mann mit dem Hammer

32_Der Feierabendbrunnen |

Nach der Schicht Akkordeon

33_Die Feuerwehr Bürrig |

Ich will Feuerwehrmann werden

34_Das Feuerwehrgerätehaus |

Wohnen und Arbeiten

35_Das Fischerhaus |

Urlaub in Hitdorf

36_Das Forsthaus |

Unfall, sechs Kilometer Stau

37_Das Freibad |

Ausgekrault – Schwimmen in der Sportstadt

38_Der Friedenberger Hof |

Ritter, Schießsport und Fahnenschwenken

39_Die Friedenskirche |

Turm mit Verspätung

40_Die Friedhofskapelle |

Groß und Klein

41_Die Fritz-Jacobi-Anlage |

Die Kaderschmiede

42_Das Gemeindehaus |

Von der City in die Stadt

43_Das Gemeindezentrum |

Unter Preis verkauft

44_Die Gezelinkapelle |

Wallfahrtsort für Tausende

45_Grund |

Hinter dem Tunnel ins Tal

46_Die Hafenstraße |

Jede Menge Hölzchen

47_Die Hammersammlung |

Bär und Schafe

48_Das Haus Dorff |

Tabak aus Hitdorf

49_Der Hemmelrather Hof |

Ein gewisses inneres Engagement

50_Die Herz-Jesu-Kirche |

Das Werk Gottes

51_Die Himmelsleiter |

Flanieren an der Wupper

52_Die Hitdorfer Fähre |

Fünf Minuten Sixties

53_Der Imkerverein |

Die Bayer-Bienen

54_Der Japanische Garten |

Quercus frainetto, Ungarische Eiche

55_Der Kai |

Heimatlied

56_Der Kaiserplatz |

Den Lindwurm überlebt

57_Die Kamellebud |

Traditions-Trinkhalle

58_Kaplöner 200 |

Die Rekord-Brieftaube

59_Das Kesselhaus |

Energie für die Bahnstadt

60_Die Kiesgrube |

Ein Vogelparadies

61_Der Kleingärtnerverein |

Genua, Manfort, Rotterdam

62_Die Kleinstsiedlung |

Schöner Wohnen in der Schachtel

63_Die Krautfabrik |

Kraut für die Welt

64_Das Kriegerehrenheim |

Späte Ehre

65_Die KRONOS-Teststation |

Weißer als weiß

66_Kump |

Cinemascope

67_Der Künstlerbunker |

Entrüstetes Stadtmöbel

68_Die Landwirtschaftsschule |

Der klügste Bauer hat die besten Kartoffeln

69_Das Ledigenheim |

Züchtiger Wohnen

70_Der Lindenhof |

Längst nicht ausgetanzt

71_Das Mall-Parkhaus |

Galaxy

72_Marias Haus |

Die Schleiferin

73_Der Mühlengraben |

An der Wupperinsel

74_Das Obstgut Morsbroich |

Alkmene und Goldparmäne

75_Der Obstweg |

Achtung, frei laufende Hühner!

76_Der Oderwald-Hof |

Rubinette und Berlepsch

77_Der Pattscheider Bahnhof |

Die Uhr tickt

78_Paulinchen |

Ein Denkmal für eine Magd

79_Das Pfarramt Schlebusch |

Sieh um dich

80_Pförtner 1 |

Mutti mit dem Henkelmann

81_Das Pförtnerhäuschen |

Erholende Zuflucht

82_Der Raiffeisenmarkt |

Einkaufsparadies

83_Die Reuschenberger Mühle |

Kein Museum

84_Der Rosa Bunker |

Bunte Stadtmöbel können Sehgewohnheiten beeinträchtigen

85_Das rote Kreuz |

Glaubenszeichen am Ortsrand

86_Die Roten Räder |

Der Club der Pendler

87_Die Ruhlach |

Bestimmtes Idyll

88_Salophen 22 |

Kleine Lok, großes Kreuz

89_Das Sängerheim |

Männerchor Germania auf großer Fahrt

90_Die Sankt-Stephanus-Schule |

Der Bilderbuchbrunnen

91_Die Schiffsbrücke |

Recht und Freiheit … und Einigkeit

92_Schlebuschrath |

Selige Kamerunschafe

93_Schönes und Nützliches |

Ein Himmel voller Leuchten

94_Der Skulpturenpark |

Nackt und wild

95_Die Stadtgrenzschänke |

Über die Grenze gepinkelt

96_Die Stadtrundfahrt |

Todsicher Kaffee und Kuchen

97_Das Verwaltungsgebäude |

Der letzte Wurf

98_Die Villa Rhodius |

Sommersitz in Schlebusch

99_Die Villa Römer |

Trag` nichts hinein, trag` nichts hinaus

100_Der Von-Diergardt-See |

Leverkusens Riviera

101_W1 |

Das Hochhaus

102_Das Waldhaus Römer |

Es gibt wieder Tee

103_Der Wasserturm-Winzling |

Genossenschaftlich versorgt

104_Die Wehranlage |

Insel in der Dhünn

105_Das Werksparkhaus |

Deck 5: der beste Blick aufs Bayer-Kreuz

106_Das Widerstandsdenkmal |

Bleibende Erinnerung

107_Die Wupperbrücke |

Mit herabfallenden Schmutzpartikeln ist zu rechnen

108_Der Wuppermann-Pavillon |

Ausgestempelt

109_Die Zaungastbank |

Tackling oder Tiebreak?

110_Das Zentral Antiquariat |

Hund unter Philosophie

111_Die Zylindersiedlung |

Von der Wiege bis zur Bahre

Bildteil

Übersichtskarten

Vorwort

»In unserer Stadt, da gibt es viel zu sehn!« Wenn die schwarz-rote Bayer-04-Leverkusen-Wand zu dieser Strophenzeile der Stadionhymne kommt, starrt der Gästeblock ratlos in die Arena und sucht den Sitzplatz, von dem aus man den Kölner Dom sehen kann.

Die Leverkusener Stadtgeschichte nach dem Zweiten Weltkrieg erzählt von so viel Abriss, wie es Zukunft kaum geben kann. Während dieses Buch entstand, ist noch eine Handvoll Orte von der Liste der 111 verschwunden – darunter der Einmannbunker auf dem Gelände eines Manforter Baumarkts. Wer Gegensätze mag und sucht, kann in Leverkusen aber noch immer auf engem Raum einen herrlichen Bogen von vergeigten Baumoden über tatsächliche Visionen zu historischen Preziosen, Industriekultur und ländlicher Ruhe spannen.

Die Süddeutsche Zeitung textete einmal: »Wenn man Hamburg sagt, denkt man an Elbluft und steifen Hanseatengeist. Wenn man Köln sagt, riecht man etwas Katholisches, wenn man Leverkusen sagt, denkt man an Tiefgaragen, die über der Erde Stadtmitte heißen.« Wer mit solchen Erwartungen hierherkommt, könnte jedoch erstaunt feststellen: »Och, hier isses aber grün« ‒ und erntet vor Ort vom Echt-Leverkusener vermutlich nur ein genervtes Augenrollen.

Die hier vorgestellten Orte können, müssen aber nicht schön sein. Der ÖPNV bringt den Leser hin und heißt nicht nur auf Leverkusener Stadtgebiet offiziell Wupsi – das ist die liebevolle wie offizielle Abkürzung für den Kraftverkehr Wupper-Sieg.

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1_Der Agam-Saal

Es kommt auf den Standpunkt an

Architekt Ulrich von Altenstadt hatte sich sein Kulturzentrum in Leverkusen, das Forum, noch deutlich größer vorgestellt und hätte hier gerne ein Museum sowie die Stadtbibliothek untergebracht. Dabei markiert sein dynamisches, aus sechseckigen Grundformen emporwachsendes Bauwerk zwischen Bahntrasse und Stadtautobahn seit 1969 auch so sehr eindrucksvoll einen zentralen gesellschaftlichen Treffpunkt für Musik, Theater und Weiterbildung. Von Altenstadts Hallenbad an der Bismarckstraße mit seiner kühnen Dachkonstruktion war sieben Jahre zuvor fertiggestellt, hat es aber nur bis in die Mitte der 1990er Jahre geschafft ‒ das Forum wird bleiben, es steht unter Schutz.

Auf der Suche nach dem Herz des Hauses ist der »kleine Saal« ein richtiger Fundort. Der Planer forderte für diesen Raum in seinem sonst unbunten Tempel lebendige, starke Farben, eine plastische Wandgestaltung und anständige Akustik. Der Entwurf des israelischen Künstlers Yaacov Agam erhielt den Zuschlag. Sein kinetisches Konzept für den kleinen Saal sollte die Idee des Architekten überzeichnen. Durch Aluminiumprofile wuchs die Wandfläche auf 700 Quadratmeter an. 354 Farbnuancen wurden gemischt. 18 Kilometer Klebeband mussten zur Trennung der kolorierten Flächen verarbeitet werden. Es entstand ein begehbares, vitales Kunstwerk, das den Besucher völlig umfasst und mit jedem Platzwechsel permanente Veränderung und Bewegung suggeriert. Je nach Standort fällt der Blick auf Texturen, die beim Durchschreiten des Raumes von Schwarz-Weiß zu Farbigkeit changieren. Einfach bunt ist hier nichts.

Info

Adresse Am Büchelter Hof 9, 51373 Leverkusen-Wiesdorf | wupsi Linien 201, 203, 204, 208, 210, 211, 220, 221, 233, 250, 251, 255, Haltestelle Rathaus Galerie | Öffnungszeiten bei Veranstaltungen, informieren Sie sich bitte auf der Webseite der KulturStadtLev www.kulturstadtlev.de | Tipp Hinter dem Forum führt eine kleine Brücke über die Dhünn, die einen atmosphärisch dichten Blick im Quadrat der Verkehrsschneisen sowie Hotelkomplex und Forum bietet.

Konzentration bei Veranstaltungen sei hier unmöglich, der Raum sei irritierend, viel zu unruhig – Kritik anlässlich der Authentifizierung nahm Agam 1970 gelassen mit einem geduldigen Lächeln unter seinem Walrossbart. Schließlich bestimmt allein die Qualität der Darbietung, ob ein Versinken in der 3-D-Wand eine Alternative ist.

In der Nähe

Die Doktorsburg (0.27 km)

Das Mall-Parkhaus (0.28 km)

Der Elefantenbrunnen (0.29 km)

Die Stadtrundfahrt (0.31 km)

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2_Die Alte Ruhlach

An der Bahn zwischen Stadt und Land

zurück

Hinter der Rundung des Gebäudes an der Elsbachstraße, gegenüber der Einmündung zum Imbacher Weg, befand sich vor langer Zeit zur Freude der Nachbarschaft ein Kaufmannsladen mit dem schönen Namen »Mangel«. Von dort geht es hinab, vorbei an der Privatauffahrt zum Gartenbaubetrieb Schweflinghaus, durch den kleinen Tunnel. Direkt hinter der Unterführung biegt rechts, parallel zur Bahnlinie, ein Feldweg ab. Bald passiert er eine Kleingartensiedlung, knickt dann nach links ab und führt leicht ansteigend zu einem entzückenden Hexenhäuschen. Hier schlägt das Herz der Alten Ruhlach. Der grüne Ziehbrunnen vor den Zwillingstüren des umrankten Fachwerkidylls ist bis heute funktionstüchtig.

Außer Betrieb ist inzwischen leider der Bahnübergang am Ende des Abzweigs. Jahrzehntelang konnte hier beim nächsten Stellwerk mittels einer Fernsprechanlage das Öffnen der Schranken angefordert werden. Der Weg zu einer Brücke über eine weitere Bahnlinie und auf die aussichtsreichen Höhen bei Imbach führt von hier heute nur noch über einen Umweg entlang der Wupper. Zurück am Hauptweg empfiehlt sich ein Abstecher in die Felder bis zum östlichen Ufer der Wupper, wo der Blick auf das städtische Opladen frei wird. Flussabwärts stechen die Türme der evangelischen Bielertkirche und Sankt Remigius in den Himmel. Dem Ufer folgend, stößt der bei Hundefreunden äußerst beliebte Pfad nach einer Weile bei den Bäumen auf einen Abzweig. Hier geht es links über den Weg zwischen den Kleingärten zurück in die Elsbachstraße.

Info

Adresse Elsbachstraße/Imbacher Weg, 51379 Leverkusen-Opladen | wupsi Linie 223, Haltestelle Imbacher Weg | Tipp Am Ende des asphaltierten Weges, der an der Elsbachstraße gegenüber dem Abzweig der Straße Imbacher Weg liegt, befindet sich ein Einstieg in den Panoramaradweg »Balkantrasse«.

Die Eisenbahnbrücke über dem Fachwerkhäuschen, von der aus ein erhabenerer Blick über die Alte Ruhlach und den Zugverkehr zwischen Opladen und Leichlingen ausgeht, ist alternativ auch über den Imbacher Weg erreichbar ‒ die Strecke ist nicht weniger reizvoll als die Route durchs Tal. Hinter der Kuppe führt der erste Wirtschaftsweg an einem Gehöft scharf links durch die Felder hinab.

In der Nähe

Die Wupperbrücke (0.33 km)

Das Waldhaus Römer (0.46 km)

Die Ruhlach (0.63 km)

Der Friedenberger Hof (0.65 km)

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3_Die Bäckerei Kohlenbach

Ehrliche Brötchen

zurück

»Weltmeisterbrötchen? Gibt’s bei mir nicht«, konstatiert Bäcker Bruno Kohlenbach, während seine Frau Gisela »Flammende Herzen« in der Auslage drapiert. Die gibt es schon länger als die Tanzenden Fontänen des Altenberger Märchenparks aus dem Jahre 1956.

Das Traditionsgebäck hat vermutlich Kohlenbachs Großvater erfunden. Damit dürfte es älter sein als die Einrichtung des Ladens, die aus den 1930er Jahren weitgehend erhalten geblieben ist. Gemütlich ist es in der Stube mit ihren Holzfächern, Schubläden und den Regalen mit Glasschiebefenstern – kein nerviger »Erdbeer-Wuppi«, kein aufdringlicher »Sommer-Fanblock«.

Info

Adresse Rüttersweg 6, 51371 Leverkusen-Bürrig | wupsi Linien 203, 211, Haltestelle Rüttersweg | Öffnungszeiten Mo–Fr 5.30–18.30 Uhr, Sa 8–13 Uhr, So 8–12 Uhr | Tipp Das Leverkusener Wahrzeichen, der große Wasserturmtrichter, befindet sich in rund 700 Metern Entfernung in der Olof-Palme-Straße.

Schweizer, Graubrot, Sauerteigbrot und normale Brötchen wirken beruhigend bodenständig. Dreimal am Tag setzt Bruno Kohlenbach den Sauerteig aus eigener Herstellung neu an – so wie es die alten Ägypter erfunden haben.

Der Laden mit der freundlichen Markise erinnert an das dörfliche Bürrig in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg. Bis zu dessen Ende befand sich dort ein Fuhrgeschäft. Wo heute die Mehlsäcke stehen, lagerte früher das Heu. In der Backstube war der Stall für die Pferde, die Karren mit Sprengstoff und Munition zur Eisenbahn zogen. 1928 zog Kohlenbachs Großvater Caspar in den heute blassgrün verputzten Bau und eröffnete mit seiner Frau, die aus einer Bäckerfamilie in Bergisch Gladbach stammte, den Betrieb. An der Wand hinter der Ladentheke hängt eine Fotografie von 1936: An dem Lieferwagen mit Firmenschriftzug hatte Großvater Caspar nicht lange Freude, da Nationalsozialisten meinten, das Fahrzeug besser gebrauchen zu können.

Die Zeiten überdauert hat das Ziegelhäuschen neben der Bäckerei, in dem noch ein verblasstes Schild mit der Aufschrift »Rödel« hängt. Bis Anfang der 1970er Jahre war dort ein Tabak- und Zeitschriftenladen untergebracht, in dem sich Klein-Bruno zu Schulzeiten mit Comics eindeckte.

In der Nähe

Die Feuerwehr Bürrig (0.22 km)

Das Bürgermeisteramt (0.69 km)

Das Kriegerehrenheim (0.96 km)

Die Reuschenberger Mühle (1.14 km)

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4_Der Bahnhof Wiesdorf

Willkommen auf dem Mond

zurück

Am Wiesdorfer Bahnhof strandeten einst zahllose Ankömmlinge, um gleich festzustellen, hier auf gar keinen Fall bleiben zu wollen – für viele

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