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Coaching: Kurzgeschichten und Lebensweisheiten

Coaching: Kurzgeschichten und Lebensweisheiten

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Coaching: Kurzgeschichten und Lebensweisheiten

Länge:
217 Seiten
2 Stunden
Freigegeben:
Jul 27, 2011
ISBN:
9783863321017
Format:
Buch

Beschreibung

Coaching, Kurzgeschichten zum Schmunzeln

Entspannt und prima informiert - so zeigen sich die Geschichten und Abhandlungen in dieser lesenswerten Anthologie mit 24 Autoren.
Coaching ist in – Zeitgenossen lassen sich damit in ihrem Beruf helfen, zu besseren Menschen machen und ihre Kindern in Mathe und Deutsch auf die Sprünge helfen; schnöde Nachhilfe war gestern. Zeit also für ein Buch, das sich mit diesem Phänomen befasst.
Es finden sich darin eine Menge Geschichten zum Thema. So schreibt Dieter Stiewie in der Geschichte „Willensstärke“, wie ein Personaltrainer für die persönliche Willensstärke seiner Klienten selbst raucht und säuft wie ein Loch. Und Martina Bethe-Hartwig beschäftigt sich in „Der Auftrag“, wie sich ein Auftragskiller für seinen ersten bestellten Mord positiv motivieren lässt von einem erfahrenen Kollegen. Auch das ist eine Art von Coaching – und für den armen Killer eine ziemlich wichtige.
Was aber beachtlich ist: Die Geschichten sind facettenreich und bei weitem nicht nur Beispiele erfolgreichen Coachens. Ganz im Gegenteil, da geht es ganz schön zur Sache, und vieles in die Hose. Das ist amüsant und lädt zum Schmunzeln ein; und es zeigt: Coachen hat seine Berechtigung, aber bierernst sollte man es nicht nehmen. Denn jedes Training ist nur so gut, wie die Menschen, die es abhalten; und diejenigen, die es genießen.
Etwas im Gegensatz zu den Geschichten stehen die Abhandlungen über die Kraft der Affirmation und all die anderen Weisheiten positiven Denkens. Motto: Wer sagt, ich kann nicht, will nicht. Das sind die Essenzen erfolgreichen Coachens und in dieser Dichte recht hilfreich. Als Kompendium und Mantra gleichermaßen.
So stehen aber die beiden Teile etwas unverbunden nebeneinander, und manche Leser mögen verunsichert sein: Sind die Geschichten nun die literarische Brechung allzu ernster Theorie? Um die Theorie nicht allzu dröge werden zu lassen und dem Leser zu signalisieren: Theorie ist eines, das Leben etwas anderes? Oder: Dein Leben ist hoffnungslos, aber nicht ernst? Oder hat Verlegerin Karin Schweitzer einfach den Kräften freies Spiel gelassen – und entstanden ist eben diese höchst widersprüchliche, aber auch höchst reizvolle Mischung?
Die Verunsicherung sollte nicht allzu ernst genommen werden. Der Leser darf sich intensiv mit dem Wissens- und Trainingsteil befassen und ihn befolgen. Wenn er dazwischen liest, was alles beim Coaching schief gehen kann und wie turbulent das Leben doch ist, dann ist das tatsächlich wunderbar auflockernd. Denn niemand würde ein Buch über Coaching aushalten, das im Anwendungsteil das geballte Wissen transportiert und im literarischen Teil noch einmal den „spirituellen Realismus“ wirken lässt und dem Leser erzählt, wie toll das Coaching im Leben wirkt und welche grandiosen Erfolge es erringt.
Spätestens, wenn sich der Leser in seinem eigenen Leben und dem in seinem Bekanntenkreis umschaut, wird er merken, dass dem nicht so ist.
Von daher ist das Buch ehrlich; und lesbar ist es auch. Es lässt die Leser nachdenklich zurück – und mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Und so sollte es sein.
Freigegeben:
Jul 27, 2011
ISBN:
9783863321017
Format:
Buch

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Martina Bethe-Hartwig

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Susanne Czuba Konrad

Torsten Geistreiter-Fink

Ursula Schmidt-Spreer

Ursula Schulz-Debor

Tipps und Zitate:

zusammengestellt von Karin Schweitzer

„Erfahrung ist nicht, was einem Menschen widerfährt,
sondern vielmehr, was er daraus macht."
Aldous Huxley

Coaching

Karin Schweitzer

„Coaching? - Was ist das? Brauch ich nicht! Ich komm schon klar, habe alles über Weiterentwicklung gelesen!"

Das waren meine Worte, als mich eine Freundin zu einem Coachingseminar enrollen (so sehr begeistern, dass man einen Kurs belegt) wollte. Sie hatte das für sich entdeckt. Und im Laufe von zwei Jahren hat sie sich unglaublich zu ihrem Vorteil verändert und weiterentwickelt. Ich entschloss mich, auch ein Seminar zu buchen. Es wurde als Das Training bezeichnet. Das war das Beste, was ich in den letzten Jahren getan habe. Ich hatte so viele Aha-Erlebnisse, konnte so viele Blockaden auflösen und bin in meiner Entwicklung einen großen Schritt nach vorn gegangen. Und ich gehe immer weiter, es ist wie bei einer Zwiebel: hat man die oberste Schicht entfernt, so kommt man an die nächste Schicht.

Statt ein Seminar zu besuchen, lesen viele Menschen lieber Bücher (ich gehörte auch dazu) über alles Mögliche, um sich Wissen anzueignen, Wege aus einer Misere herauszufinden, andere Standpunkte einzunehmen, sich zu entspannen und, und, und ...

Stell‘ dir vor, du liest ein Buch über das Skifahren. Im Text ist alles genau erklärt, wie du dich bewegen musst, welchen Schwung du ausführen sollst, wie eine Kurve gefahren werden kann. Kurz und gut: jetzt weißt du alles über das Skifahren. Dann stehst du mit deinen Skiern auf dem Berg, siehst die Abfahrt, willst hinunter fahren. Kannst du das jetzt?

Und so ist das auch, wenn wir meinen, nur durch Lesen werden wir uns weiterentwickeln. Wir müssen es spüren, wir müssen die Erfahrung machen und das bietet ein Seminar. Sicher gibt es auch da schwarze Schafe. Doch im Großen und Ganzen, von meiner Warte aus gesehen, ist es empfehlenswert, ein Seminar zu besuchen, wenn wir wirklich etwas in unserem Leben ändern wollen. Das TUN ist wichtig. Änderungen erfolgen nur durch Übung mit dem Neuen.

Und ich machte weiter und entdeckte eine ganz neue Welt für mich. Ich wollte andere Menschen unterstützen, sich ebenfalls weiterzuentwickeln und absolvierte zuerst eine Ausbildung zum Zielcoach und dann Entstrickung und Aufstellung.

Es macht mir immer sehr viel Freude, Menschen auf die Sprünge zu helfen.

Und nun lassen wir uns überraschen, von Geschichten, die vom Leben erzählen oder uns nur unterhalten wollen und zwischendrin erzähle ich ein wenig vom Leben und von Weiterentwicklung und wie man seine Ziele erreichen kann.

Ein schwieriger Fall

Sabine Jacob

„Selbstbewusstsein kann man lernen! So wie einen Rodeo-Bullen zu reiten, wie sie auf Jahrmärkten stehen: anfangs wird man durchgeschüttelt, kann sich kaum halten, ist hilflos dem wilden Zucken des Bullen ausgeliefert. Aber auf Dauer sitzt man immer fester im Sattel!" Phil hakte seine Daumen in die Gürtelschlaufen seiner Jeans und schaute in die Runde. Die Teilnehmer waren so verschieden wie Cornflakes in einer Schale Milch. Einige waren knackig und hatten einen gewissen Biss, während andere weich und ohne jede Kontur waren. Es überraschte ihn immer wieder, wie sich das Auftreten der Teilnehmer während seiner Seminare veränderte. Im Laufe weniger Stunden mauserten sich die meisten von einer Big-Mac-Frikadelle zum Thanksgiving–Truthahn. Doch dann blieb sein Blick an Knurtchen hängen. Phil spürte einen kleinen Stich. Knurtchen hatte an allen Kursen teilgenommen, die Phil in den vergangenen Jahren gegeben hatte. Und nicht nur das: Phil und Knurtchen wohnten sogar zusammen! Doch bei Knurtchen schienen im Hinblick auf ein selbstbewusstes Auftreten Hopfen und Malz verloren zu sein. Schon oft hatte sich Phil gefragt, ob es vielleicht die große Nähe war, die die Erfolge sabotierte. Der Antwort darauf war er jedes Mal ausgewichen.

Auch jetzt war Knurtchen aufmerksam und saugte jedes Wort wie ein Schwamm auf, das Phil in die Runde warf. Knurtchen hatte - wie immer - seine Füße um die Stuhlbeine gewickelt und die Hände unter seine Schenkel geschoben, als wolle er sie davon abhalten, ein Eigenleben zu entwickeln. Den Kopf vorgestreckt, nickte er zu allem, was Phil sagte. „Für heute gebe ich euch Folgendes mit: sobald ihr merkt, dass euch negative Ich-Sätze beschleichen, sagt ihr in Gedanken: Ich liebe und akzeptiere mich so, wie ich bin. Wir sehen uns dann morgen früh."

Phil fuhr sein Laptop und den Beamer herunter.

„Komm, Knurtchen, wir gehen noch zu Starbucks, einen Kaffee trinken, bevor wir nach Hause gehen. Du bestellst! Keine Widerrede. Das ist ein gutes Training."

Knurtchen sah ihn zweifelnd an: „Denkst du, ich bin schon so weit? Weißt du noch beim letzten Mal? Als der Kaffee den armen, weißen Pudel verbrüht hat, als er mir runtergefallen ist? Und dann im Biergarten, die Brezel, die sich in der Haarspange der rothaarigen alten Frau verfangen hat. Man, war die sauer! Ich wollte doch bloß die Brezel herausnehmen, und konnte doch nicht ahnen, dass sie ein Toupet trägt!"

Beim Gedanken an die hochnotpeinliche Situation färbten sich Knurtchens Wangen rot.

„Hattest halt ein bisschen Pech!, meinte Phil schulterzuckend. „Das kann schließlich jedem passieren.

„Ja, schon. Aber mittlerweile bin ich zweiunddreißig, und immer noch so ungeschickt. Ich wollte, ich wäre ein wenig wie du. So souverän und ..., er rieb sich mit dem Zeigefinger den Nasenrücken, während er nachdachte, „so sicher. Ich bin froh, dass ich dich habe.

Ja, dachte Phil, da hast du recht. Obwohl die USA sein großer Traum war, hatte er mit Rücksicht auf Knurtchen sogar ein Angebot aus New York abgesagt. Rasch schob er diesen Gedanken wieder weg.

„Also, stellte Knurtchen fest und stellte seinen linken Fuß auf den rechten, „du willst, dass ich bestelle. Eine Cola für dich und ich … ach ja, einen Cappuccino. Fängt ja beides mit C an, kann ich mir gut merken. Nervös lächelnd fuhr er sich mit dem Handrücken über die Stirn. „Also, dann geh ich mal und hol die Getränke."

Er schaute über die Schulter zurück: „Bin gleich wieder da!"

Winkend hob er die Hand und schlug dabei unter das Tablett eines vorübereilenden Kellners. Das Tablett flog in hohem Bogen auf Phil zu, der sich gerade noch ducken konnte. Trotzdem ergossen sich Bier und Rotwein über sein kariertes Hemd.

„Oh, Mensch! Phillipp, ist alles in Ordnung? Knurtchen drehte sich auf dem Absatz um und prallte gegen einen Rollstuhl, der mitsamt dem Insassen fast umfiel. Während der Rollstuhlfahrer überrascht nach Luft schnappte, fing Knurtchen den Rollstuhl geistesgegenwärtig auf. Resigniert sah er zu Phillip. „Ich hab´s wieder versemmelt, nicht?

***

„Diese Aufgaben müssen wir noch wiederholen, erklärte Knurtchen, „damit du die Prüfung bestehen kannst. Wir wollen doch beide, dass du das Zertifikat erhältst. Seit zwei Jahren übst du so fleißig! Nun streng dich zum Endspurt nochmal an! So unsicher Knurtchen im täglichen Leben war, so sicher war er doch, wenn er Phil auf seine Prüfungen vorbereitete. Auf diesem Terrain konnte er wieder wettmachen, was er im Alltag anrichtete. „Los, komm schon, Phillipp! Nenn mir die Grundlagen der Experimentalmethodik. Du kennst sie! Ich weiß es!"

Phil stöhnte auf. Seit Wochen ging es nun schon so, Abend für Abend. Es war ja richtig, schließlich hatte er am Freitag seine praktische Abschlussprüfung für das Zertifikat zum Master of Personal-Coaching, mit dem er international agieren konnte. Jetzt hieß es, die Zähne zusammenzubeißen. Bis Freitag waren es nur noch zwei Tage, noch zwei Abende zum Lernen. Er schloss die Augen, holte tief Luft und sagte: „Erstens haben wir die Basis aus Gesprächsführung und Konfliktlenkung, zweitens …"

***

Knurtchen drückte gerade die zweite Weißbrotscheibe zum Toasten herunter, als das Telefon läutete. Er nahm ab. „Hey, Phillip? Du bist doch auf dem Weg zur Prüfung?"

„Knurtchen, reg dich jetzt bitte nicht auf. Phils Stimme klang verwaschen. „Ich bin im Krankenhaus. Als ich von meiner Harley stieg, bin ich in einen offenen Gullischacht gestürzt. Dabei habe ich mir ein Bein und wahrscheinlich mehrere Rippen gebrochen. Die Feuerwehr hat mich geborgen; sie haben in der Nähe einen Keller leergepumpt. Deshalb war auch der Gulli offen.

Knurtchen hörte ihn stöhnen. „Man wird mich gleich operieren; das Beruhigungsmittel habe ich bereits bekommen. Mach dir aber bitte keine Sorgen. Ich ruf dich an, sobald ich kann."

Dann war das Gespräch unterbrochen.

Den Hörer in der Hand, verharrte Knurtchen bewegungslos. Seine Gedanken rasten und Panik breitete sich langsam, aber sicher in seinem Brustkorb aus wie ein Schleimpilz. Ein Unfall! Die Prüfung! Gleichzeitig mit dem gerösteten Weißbrot schoss ein Gedanke in ihm hoch.

***

Bei der praktischen Prüfung, die heute anstand, waren nur die Prüfer und die Testperson, Frau Schubert, anwesend. Knurtchen atmete tief aus, so wie er es in Phils Seminaren gelernt hatte. Dann richtete er sich zu voller Größe auf und sagte zum Prüfungsausschuss: „Guten Morgen. Mein Name ist Phillipp Rösner."

Zu seiner eigenen Verwunderung stellte er fest, dass er sich plötzlich wirklich so fühlte wie Phillip. Keine Spur von Aufregung, er hatte den Stoff wirklich gelernt und würde diese Prüfung meistern. Er hakte den Daumen der linken Hand in die Gürtelschlaufe, ging zu Frau Schubert und hielt ihr die rechte Hand hin, so wie Phillip es getan haben würde. Frau Schubert war unscheinbar, aber durchaus hübsch. Unsicher erwiderte sie seinen Händedruck. Fast nervöser als er flackerte ihr Blick kurz zu ihm herauf, um sich dann wieder auf einen interessanten Punkt auf dem Fußboden zu heften. Das Ziel der Prüfung war, einer Testperson, in diesem Fall Frau Schubert, anhand unterschiedlicher Methoden zu einem größeren Selbstbewusstsein zu verhelfen.

„Frau Schubert, ich danke Ihnen, dass Sie sich zur Verfügung stellen."

„Aber das ist doch selbstverständlich", stammelte sie und eine sachte Röte breitete sich über ihre Wangen aus. Die Prüfung verlief für Knurtchen wie im Traum. Als hätte er nie etwas anderes gemacht, führte er Frau Schubert sicher durch die verschiedenen Aufgabenstellungen.

Nachher war er so entspannt wie selten zuvor. Noch bevor er die Bestätigung durch die Kommission erhielt, sagte ihm sein Gefühl, dass er die Prüfung mit Bravour gemeistert hatte. Frau Schubert war ein Goldstück, soviel stand fest. Er hatte das Gefühl, sie bereits sehr gut zu kennen.

In Hochstimmung fragte er sie daher: „Frau Schubert, würden Sie so nett sein und mit mir in den Biergarten gehen? Wir könnten uns noch über die Prüfung unterhalten und …"

Plötzlich wurde ihm klar, was er da wagte. Noch niemals hatte er eine Frau angesprochen oder sogar eingeladen! Sicher würde sie ihn auslachen! Sein Mund war plötzlich knochentrocken, als ihm klar wurde, dass er ja nicht Phillipp war, sondern Knurtchen. Zu seiner Überraschung war sie es, die puterrot anlief: „Schrecklich gerne. Ich bin noch nie eingeladen worden!"

Knurtchen rieselte vor Wonne eine Gänsehaut über den

Rücken.

Auf dem Weg zum Biergarten verfing sich ihr Absatz im Pflaster, doch er fing sie geschickt auf und bot ihr seinen Arm. Er fühlte sich großartig. Bei Wurstsalat und Schorle erzählte er ihr, weshalb er an der Prüfung teilgenommen hatte. Als er an die Stelle mit Phillips Unfall kam, starrte sie ihn plötzlich an.

Er stockte. „Ja, erklärte er zögerlich, „ich weiß, dass es eigentlich Betrug ist. Bedauernd und um Verständnis heischend hob er die Schultern. „Aber ich musste es für ihn tun!"

Als sie ihn weiterhin anstarrte, ihr Kopf sich puterrot verfärbte und ihre Augen aus den Höhlen quollen, wurde ihm plötzlich klar, dass sie nicht empört war, sondern ihm gar nicht zuhörte. Während sie ihn weiter anstarrte, legte sie sich die Hände um den Hals und würgte. Sie hatte sich verschluckt! Knurtchen sprang auf, warf dabei den Tisch um und riss sie vom Stuhl hoch. Er stellte sich hinter sie, drückte seine gefalteten Hände auf ihr Brustbein und presste ihr ruckartig den Brustkob zusammen. Ein rosa Klumpen Wurstsalat flog aus ihrem Mund, während sie rasselnd nach Luft rang. Erschrocken und ungläubig starrten sie sich an. Dann nahm er sie in den Arm und hielt sie fest, während die verblühende Wildrosenhecke ihren Duft verströmte. Dankbar sah sie zu ihm auf: „Wir sollten uns duzen. Nennen Sie mich doch Silvia!"

Und zum ersten Mal stellte Knurtchen sich mit seinem richtigen Vornamen vor: „Gerne, Silvia. Ich bin Kurt."

***

Die Hochzeitsgesellschaft hatte sich bereits bei herrlichem Sonnenschein vor der Kirche versammelt, als das Brautpaar eintraf. Kurt hielt seine Braut Silvia fest an der Hand, als wolle er sie nie mehr loslassen, und sie lehnte ihren Kopf an seine Schulter. „Wo Mutter bloß bleibt?", fragte Kurt.

Phil, sein Trauzeuge, wies mit einer Krücke zur Straße. „Da kommt sie, hübsch wie immer."

Den Kirchenpfad entlang kam eine Dame mit eiligen Schritten und einem großen blauen Hut. Kurt breitete die Arme aus: „Mama, wie schön, dass du hier bist."

Sie erwiderte die Umarmung: „Ach, Knurtchen, äh- entschuldige, Kurt. Mein Flugzeug hatte etwas Verspätung wegen einer Wolke aus Vulkanasche, hat man sowas schon gehört! Aber jetzt bin ich ja hier. Ach, mein

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