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111 Orte im Heilbronner Land, die man gesehen haben muss: Reiseführer

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111 Orte im Heilbronner Land, die man gesehen haben muss: Reiseführer

Länge:
560 Seiten
2 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
8. Juli 2016
ISBN:
9783960410522
Format:
Buch

Beschreibung

Das Heilbronner Land kann sich nicht entscheiden, ob es zum Kraichgau oder zum Unterland gehört, ob es eher dem Schwäbischen oder Fränkischen zugetan ist. Auch die Frage 'Stadt oder Land' ist irgendwie unentschieden: Spektakuläre Landschaften wie aus dem Modellbaukasten, aber auch spannende Industrieregionen sind typisch für die Gegend. Sicher ist: Das Heilbronner Land ist eine unterschätzte Region. Entdecken Sie 111 skurrile, vergessene und außergewöhnliche Orte im Heilbronner Land – und lassen Sie sich von den Geschichten überraschen, die hinter manch einem vermeintlich alltäglichen Ort stecken.
Herausgeber:
Freigegeben:
8. Juli 2016
ISBN:
9783960410522
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

111 Orte im Heilbronner Land, die man gesehen haben muss - Françoise Hauser

111 Orte im Heilbronner Land, die man gesehen haben muss

Françoise Hauser

emons: Verlag

Impressum

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

© Emons Verlag GmbH // 2016

Alle Rechte vorbehalten

Texte: Françoise Hauser

© der Fotografien: Françoise Hauser, außer

Kap. 5, 15, 22, 86, 102: Susanne Häberle

© Covermotiv: shutterstock.com/LePanda

Gestaltung: Emons Verlag

Kartenbasisinformationen aus Openstreetmap, © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL

ISBN 978-3-96041-052-2

E-Book der gleichnamigen Originalausgabe erschienen im Emons Verlag

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Kostenlos bestellen unter www.emons-verlag.de

Inhalt

Vorwort

1_Der Obstautomat | Bad Friedrichshall-Heuchlingen

Technik im Nirgendwo

2_Das Gradierwerk | Bad Rappenau

Leise rieselt die Sole

3_Das Solebad | Bad Rappenau

Einfach mal treiben lassen

4_Das Schloss Fürfeld | Bad Rappenau-Fürfeld

Der Stoff, aus dem die Träume sind

5_Das Fünf-Mühlen-Tal | Bad Rappenau-Zimmerhof

Urwald im Heilbronner Land

6_Das Anna-Blume-Café | Bad Wimpfen

Historisch rumsitzen

7_Der Blaue Turm | Bad Wimpfen

Steile Karriere

8_Der blutende Jesus | Bad Wimpfen

Sakrales Ikea

9_Die Kaiserpfalz | Bad Wimpfen

Wo Barbarossa weilte

10_Das Spital | Bad Wimpfen

Eine uralte Idee

11_Der Neckar-Enz-Zusammenfluss | Besigheim

An die Kette gelegt

12_Der Museumsbunker Ro1 | Bietigheim-Bissingen

Als wäre es gestern gewesen

13_Die Untere Enz | Bietigheim-Bissingen

Immer der Stille nach

14_Das Arzney-Museum | Bönnigheim

Auf die Krankheit trink ich einen!

15_Das Nachgeburtsmuseum | Bönnigheim

Über einen unbekannten Brauch

16_Die St.-Cyriakus-Kirche | Bönnigheim

Das medizinische Wunder von Bönnigheim

17_Das Schnapsmuseum | Bönnigheim

Hochprozentig gut

18_Das Henry-Miller-Haus | Brackenheim

Doch nicht so pfui

19_Das Soldan-Wappen | Brackenheim

Spuren des ersten Deutsch-Türken

20_Das Theodor-Heuss-Museum | Brackenheim

Kennt den noch einer?

21_Das Hörnle | Brackenheim-Dürrenzimmern

Immer den Überblick behalten

22_Die Burg Neipperg | Brackenheim-Neipperg

Das Mittelalter lebt

23_St. Wendel zum Stein | Dörzbach

Die am Felsen klebt

24_Die Alte Synagoge | Eppingen

Der Laden bleibt zu!

25_Die Alte Universität | Eppingen

Pest-Studien

26_Die Chartaque | Eppingen

Die deutsch-französische Bredouille

27_Der Grenzsteinpfad | Eppingen

Bis an die Grenze gehen

28_Der Jägersee | Eppingen

Wald zum Anfassen

29_Die Raußmühle | Eppingen

Kuriositätenkabinett oder Museum?

30_Die Höhengaststätte | Eppingen-Leinburg

Rätsel mit Aussicht

31_Das Kocher-Wehr | Forchtenberg-Ernsbach

Aufrecht bis zum Horizont

32_Die Zabergäubahn | Güglingen

Gleise ins Nichts

33_Die alte Bahntrasse | Heilbronn

Wo Eidechsen mit Gold aufgewogen werden

34_Der Alte Friedhof | Heilbronn

Gassi gehen zwischen Gräbern

35_Die Armsündersteige | Heilbronn

Nur rauf, nie mehr runter

36_Der Cäcilienbrunnen | Heilbronn

Alles fließt

37_Das Drachenschwanzhaus | Heilbronn

Die aufgeräumte Rotlichtmeile

38_Die Drolerien | Heilbronn

Blasphemie am Gotteshaus

39_Die Fabrikanten-Villa | Heilbronn

Standesgemäß wohnen

40_Das Fleischhaus | Heilbronn

Geschichte am Tisch

41_Das G.-F.-Rund-Gelände | Heilbronn

Die vergessene Toreinfahrt

42_Das Grabmal Sperling | Heilbronn

Wo die Namenlosen liegen

43_Der Jagdhundefriedhof | Heilbronn

Wo die ewigen Jagdgründe liegen

44_Die Kaffeerösterei Hagen | Heilbronn

Der Duft macht's

45_Das Kaiser-Otto-Gebäude | Heilbronn

Kampf mit harten Bandagen

46_Das Käthchen | Heilbronn

Wo eine Statue Aufruhr stiftet

47_Der Kiosk am Pfühlpark | Heilbronn

Heilbronner Allerlei

48_Die Kletterarena | Heilbronn

Aufsteiger unter sich

49_Die Knorr-Fabrik | Heilbronn

Erfolg in Würfeln

50_Die Knorr-Häuser | Heilbronn

Luxus mit Mief

51_Das Köpfertal | Heilbronn

Willkommen im Urwald

52_Das KZ-Mahnmal | Heilbronn

Fast vergessen

53_Das Lapidarium | Heilbronn

Das Labyrinth der Schätze

54_Der Lerchenbergtunnel | Heilbronn

Die vergessene Röhre

55_Die Lösswand | Heilbronn

Kommt ein Boden geflogen

56_Das Maria-Theresia-Denkmal | Heilbronn

Als Heilbronn einmal Wien war

57_Der Meylestein | Heilbronn

Mit kernigem Gruß

58_Das Moosbrugger-Haus | Heilbronn

Der fast vergessene Sohn

59_Das öffentliche Bücherregal | Heilbronn

Bücher für alle

60_Die Pauluskirche | Heilbronn

So göttlich hässlich

61_Das Pumpwerk Widmannstal | Heilbronn

Das verschwundene Genie

62_Die Rathausuhr | Heilbronn

Wem die Stunde trötet

63_Das römische Kastell | Heilbronn

Scheiß auf die Geschichte

64_Die Satelliten | Heilbronn

Immer mit der Sonne

65_Der Schilfsandsteinbruch | Heilbronn

Architektonische Kinderstube

66_Das Schwarzwaldhaus | Heilbronn

Willkommen im Schwarzwald

67_Der Seifen-Reinhardt | Heilbronn

Im Reinheits-Labyrinth

68_Die Sigilgaita-Büste | Heilbronn

Ein italienisches Gesicht

69_Das Theaterschiff | Heilbronn

Heilbronner Kultur-Pioniere

70_Das Tscherning'sche Haus | Heilbronn

Schrebergarten für Feine

71_Die Villa Alfred Knorr | Heilbronn

Vor Bezug verstorben

72_Die Villa Hagenmayer | Heilbronn

Konspiratives Heilbronn

73_Die Waldheide | Heilbronn

Als Heilbronn Weltgeschichte schrieb

74_Der Wartberg | Heilbronn

Ein Besuch auf dem Hausberg

75_Der Wilhelmsbau | Heilbronn

Ein Zug nach Nirgendwo

76_Der Wilhelmskanal | Heilbronn

Ein Monopol wird umgraben

77_Die Frankenbacher Fratzen | Heilbronn-Frankenbach

Das Grauen in Stein

78_Der Hipfelhof | Heilbronn-Frankenbach

Hipfel-wo?

79_Das Motocross-Gelände | Heilbronn-Frankenbach

Wo die Motoren heulen

80_Die Annalinde | Heilbronn-Kirchhausen

Wo der Glaube kopflos macht

81_Die Marien von Kirchhausen | Heilbronn-Kirchhausen

Im Heiligen Land

82_Der jüdische Friedhof | Heilbronn-Sontheim

Spaziergang zur jüdischen Geschichte

83_Der Solestandanzeiger | Heilbronn-Taschenwald/Leingarten

O sole mio

84_Die Hällische Straße | Heilbronn/Weinsberg

Doppelt hält besser

85_Die Hessigheimer Felsengärten | Hessigheim

Auf dem Weg nach ganz oben

86_Die Burg Jagsthausen | Jagsthausen

Bei Berlichingens zu Hause

87_Der wachsende Bach | Krautheim

Ziemlich am Arsch

88_Der Landgraben | Leingarten

Am schwäbischen Limes

89_Der Trimm-dich-Pfad | Leingarten

Mit Schwung in die 70er

90_Die Grotte von Lourdes | Massenbachhausen

Fast wie in Frankreich

91_Das Herzog-Magnus-Denkmal | Neckarsulm-Obereisesheim

Abgelegen, aber für immer

92_Die St.-Gangolf-Kapelle | Neudenau

Die Rosskur

93_Das Wasserschloss | Neuenstadt-Stein am Kocher

Die wehrhafte Schöne

94_Der Prellstein | Nordheim

Ein Stein des Anstoßes

95_Die Waldensergemeinde | Nordheim-Nordhausen

Nordheim à la française

96_Der Breitenauer See | Obersulm

Das Heilbronner Meer

97_Der Weiße Steinbruch | Pfaffenhofen

Wo einst die Saurier tobten

98_Das Kibannele | Sachsenheim-Ochsenbach

Die Einsame im See

99_Die Abtei Schöntal | Schöntal

Unterwegs mit dem Rätselkönig

100_Die Kunstautomaten | Schwäbisch Hall

Lass die Puppen tanzen!

101_Der Friedwald | Schwaigern

Wild ruhen

102_Der Hexenturm | Schwaigern

Wo es mit dem Teufel zugeht

103_Das Schloss Massenbach | Schwaigern-Massenbach

Das Relikt

104_Die Speierlinge | Schwaigern-Stetten

Aus anderem Holz geschnitzt

105_Der Mineralbrunnen | Talheim

Ausgebadet

106_Die Staatsdomäne | Talheim

Im Riesling-Knast

107_Das Talheimer Massengrab | Talheim

Der Steinzeit-Krimi

108_Das Koppenbrünnele | Untergruppenbach-Obergruppenbach

Der Brunnen am Ende der Welt

109_Die Leonhardskirche | Weinsberg-Gellmersbach

Explosives Geläut

110_Die Mammutbäume | Wüstenrot

Wo die Bäume in den Himmel wachsen

111_Die Ehmetsklinge | Zaberfeld

Das Bad im Kühlwasser

Bildteil

Übersichtskarten

Vorwort

Am besten, ich gestehe es gleich: Ich bin gar keine echte Heilbronnerin, sondern vor sieben Jahren aus Frankfurt zugezogen. Eine Tatsache, die erstaunlich viele Heilbronner mit den Worten: »Aus Frankfurt? Na, das ist ja echt ein Abstieg« kommentierten. Das konnte einen Neuling schon nervös machen ‒ ist es denn wirklich so schlimm und langweilig hier? Grund genug, mich mit dieser Stadt ausführlich zu beschäftigen. Dass es dann gleich ein ganzes Buch wurde, war zu Anfang nicht abzusehen. Doch das Heilbronner Land ist voller Überraschungen und spannender Geschichten: Woher stammen die seltsamen verdrahteten Anzeigetafeln mitten im Wald von Kirchhausen? Wieso trägt das Haus am Rathenauplatz auf dem Dach einen Drachenschwanz ‒ ist es denn überhaupt einer? Warum war der Wilhelmskanal den Württembergern über 400 Jahre ein Dorn im Auge? Wer sind eigentlich die Waldenser aus Nordhausen, und wieso ist der Heilbronner Jagdhundefriedhof auf keiner Karte eingezeichnet? Manche nahezu unbekannten Orte, wie der wachsende Bach von Krautheim, haben sogar Weltklasse-Format, andere wiederum haben deutsche Geschichte geschrieben, wie die Waldheide im Osten Heilbronns. Mit jeder Entdeckung kamen neue Anregungen und Hinweise auf skurrile Geschichten und vergessene Attraktionen. Bis heute wundert es mich, dass das opulente Kloster Schöntal selbst an heiteren Tagen nur einige wenige Besucher zählt.

Die Arbeit an diesem Buch hat großen Spaß gemacht: Ich bin durch Weinberge gejoggt, durch Gestrüpp gekrochen, mit dem Auto über unwegsame Waldwege geholpert, habe zum ersten Mal im Leben Stand-up-Paddling ausprobiert und natürlich eine Menge wunderbarer Landschaften gesehen.

Eines möchte ich den Heilbronnern deshalb schon auf der ersten Seite mitgeben: Nein, Heilbronn war kein Abstieg. Vielleicht kann sie dieses Buch davon überzeugen?

Bad Friedrichshall-Heuchlingen

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1_Der Obstautomat

Technik im Nirgendwo

Die Bad Friedrichshaller haben nicht nur gesundes Wasser, das ihnen das »Bad« vor dem Namen einbrachte, sondern seit Juli 2015 auch keine Ausrede mehr, sich ungesund zu ernähren. Seither sorgt der Obstautomat dafür, dass sie jederzeit zum Apfel greifen können. Rund um die Uhr und an jedem Tag der Woche. Der Name des ungewöhnlichen Ortes lautet daher auch »Fruchtgenuss 365«. Die Idee ist nicht neu, wohl aber die moderne Umsetzung. Das Pilotprojekt des Obstversuchsguts der Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau Weinsberg baut auf modernste Technik: Der Verkaufsraum ist natürlich klimatisiert, es gibt ausreichend Parkplätze vor der Tür, und nachts ist alles angenehm beleuchtet – nicht dass es dem Kunden am Ende noch unheimlich wird, wenn er um drei in der Früh dringend Obst kaufen möchte. Skurril ist: Das kleine Gebäude steht mitten im Nirgendwo an der Pforte der Versuchsanstalt.

Alles in allem ist der Obstautomat ein echter Fall von Science- Fiction: Die Auswahl erfolgt über einen Touchbildschirm, nach dem Bezahlen öffnen sich die ausgesuchten Fächer – in Deutschland einmalig! Vielleicht liegt die große Innovationsfreude einfach daran, dass das Obstversuchsgut als Forschungsinstitution dem Zeitgeist immer ein wenig voraus sein muss? Auf der 34 Hektar großen Fläche werden seit 1950 Kernobst, Beeren, Steinobst und Schalenobst angebaut – und irgendwo muss das Zeug ja hin ... Also gibt es nun rund ums Jahr die 104 Fächer mit handlichen Portionen. Äpfel und Birnen, Honig und frische Säfte, dazu kommen, je nach Saison, noch allerhand Beeren, Pfirsiche, Pflaumen und was eben in der Jahreszeit so wächst. Vor allem Berufstätige wissen das Angebot zu schätzen, nach Büroschluss ist daher Rushhour am Obstautomaten.

Info

Adresse Obstgut Heuchlingen 2, 74177 Bad Friedrichshall, Tel. 07136/926920 | Anfahrt B27 bis Jagstfeld, über die L1096 aus Jagstfeld kommend in die Heuchlinger Straße, dann am Ende der Straße links der Beschilderung »Staatliches Obstversuchsgut Heuchlingen« folgen, am Schloss rechts abbiegen | Tipp Heuchlingen hat nicht nur ein Versuchsgut, sondern auch ein wunderschönes altes Schloss, das man automatisch auf dem Weg passiert.

Kurzum, Sätze wie: »Sie hatten an der Tanke nur noch ...« hört man hier kaum noch, denn den gesunden Kram gibt es jetzt ja immer. Wohl bekomms!

In der Nähe

Die Kaiserpfalz (5.08 km)

Der Blaue Turm (5.15 km)

Der blutende Jesus (5.21 km)

Das Spital (5.26 km)

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Bad Rappenau

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2_Das Gradierwerk

Leise rieselt die Sole

zurück

Ein kühler Lufthauch, der Geruch von Meer. Nur das Rauschen der Wellen fehlt. Stattdessen leises Vogelgezwitscher, hier und da das Scharren der metallenen Liegestühle. Logisch: Die Erholungssuchenden am Gradierwerk sind ja schließlich nicht zum Baden, sondern zum Inhalieren hier. Dazu blicken sie alle erst einmal auf eine Wand. Die 8 mal 30 Meter hohe Mauer erweist sich auf den zweiten Blick jedoch als Reisigturm, genauer gesagt sind hier 5.500 Büschel Schlehenreisig aufeinandergestapelt und werden von oben mit Sole berieselt. Die so mit Salz-Aerosolen angereicherte Luft befeuchtet nicht nur die Atemwege und tut vor allem Asthmatikern gut, sie bindet in der näheren Umgebung auch Pollen und andere Allergene.

Dass es ausgerechnet Schlehe sein muss, liegt an der Widerstandsfähigkeit des Strauches, der wenig anfällig für Schimmel ist. Rund alle 20 Jahre müssen die Zweige dennoch erneuert werden. Zwischendrin tut es eine Reinigung mit dem Hochdruckreiniger: Während auf der Südseite vor allem dicke Salzkrusten lagern, machen der Nordseite Algen zu schaffen.

Info

Adresse Salinenpark, 74906 Bad Rappenau | ÖPNV circa 20 Minuten Fußweg ab Bahnhof | Anfahrt A6 bis Bad Rappenau, dann der Beschilderung Salinenpark folgen. Parkmöglichkeiten gibt es auf dem Parkplatz Weinbrennerstraße und Rosentrittstraße. | Öffnungszeiten ganzjährig rund um die Uhr | Tipp Das Restaurant Fine Dine im Kurpark, Fritz-Hagner-Promenade 2, bietet gehobene Küche (www.finedine-badrappenau.de/restaurant.html).

Die Idee eines Freiluft-Inhalatoriums ist in Bad Rappenau nicht neu: Schon 1912 ließ die Vulpius-Klinik ein Gradierwerk aufstellen, das bis in die 1930er Jahre leise vor sich hin rieselte. Ursprünglich ging es bei der Erfindung des Gradierwerks jedoch gar nicht um gesundheitliche Aspekte, sondern schlicht darum, Kosten zu sparen. Das Sieden der Salzsole erforderte viel Brennmaterial, durch die Berieselung im Gradierwerk ließ sich die Sole jedoch durch Verdunstung vorher »gradieren«, also erhöhen. Eine Geldfrage war es auch, die die Stadt lange zögern ließ, das Gradierwerk im Rahmen der Landesgartenschau 2008 überhaupt zu bauen – immerhin fast 14.000 Euro Kosten verursacht es pro Jahr ‒ es ist sogar im Winter geöffnet! Wer im Sommer keinen der Liegestühle ergattert, kann es also in der kalten Jahreszeit versuchen.

In der Nähe

Das Solebad (0.39 km)

Das Fünf-Mühlen-Tal (2.87 km)

Das Anna-Blume-Café (3.47 km)

Der blutende Jesus (3.49 km)

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Bad Rappenau

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3_Das Solebad

Einfach mal treiben lassen

zurück

Architektonisch ist sie erst einmal nicht so berauschend: Die oft erstaunlich leere Wellnessanlage mit dem 1970er-Jahre-Flair der Schwarzmeer-Erholungsheime für rumänische Parteikader scheint keine hippe Angelegenheit. Doch schade wäre es, sich vom ersten Eindruck in die Flucht schlagen zu lassen. Denn das Rappsodie, so der Eigenname, ist definitiv eine echte Sehenswürdigkeit. Oder eher noch: etwas, das man fühlen muss. Erstaunlich viele Heilbronner kennen den Namen – und waren doch nie drinnen. Vielleicht liegt es einfach daran, dass das Kurstädtchen Bad Rappenau eine echte Seniorenstadt zu sein scheint? Oder Einheimische automatisch davon ausgehen, man müsse eine Kur absolvieren, um hier zu baden? Gesund ist es allemal, denn die Sole sprudelt hier gleich in mehreren Becken. Mit 30 bis 34 Grad sind sie alle auf Badewannen-Temperatur gehalten – große Kraftakte braucht man für den Abend nach dem Bad daher nicht mehr planen. Um den Gesundheitseffekt noch ein wenig zu boosten, werden den verschiedenen Becken Mineralien zugefügt: Ein Magnesium-Bad blubbert gegen den Stress, während das Lithium-Bad für gute Laune sorgen und das Selen-Zink-Bad das Immunsystem stärken und den Stoffwechsel fördern soll. Weil einfach nur Planschen auf Dauer langweilig wird, gibt es noch allerhand Extras: ein Dampfbad, eine Saunaanlage, Massagestrahler, Boden-Blubber und eine betörend entspannende Kreis-Strömung, in der man fast schon meditativ die Runde drehen kann. Ruhig ist es in der Therme übrigens auch – ein wichtiges Argument für alle, die

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