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Toni der Hüttenwirt 102 – Heimatroman: Eine Lektion im Lehrfach Liebe

Toni der Hüttenwirt 102 – Heimatroman: Eine Lektion im Lehrfach Liebe

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Toni der Hüttenwirt 102 – Heimatroman: Eine Lektion im Lehrfach Liebe

Länge:
120 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
Jul 19, 2016
ISBN:
9783740904784
Format:
Buch

Beschreibung

Diese Bergroman-Serie stillt die Sehnsucht des modernen Stadtbewohners nach einer Welt voller Liebe und Gefühle, nach Heimat und natürlichem Leben in einer verzaubernden Gebirgswelt.Toni, der Hüttenwirt liebt es ursprünglich. In Anna hat er seine große Liebe gefunden. Für ihn verzichtete Anna auf eine Karriere als Bänkerin im weit entfernten Hamburg. Jetzt managt sie an seiner Seite die Berghütte.

Anna lehnte sich an den Kleiderschrank im Schlafzimmer. Sie beobachtete Toni, wie dieser versuchte, ihr Geburtstagsgeschenk aufzuhängen. Er hatte ihr einen Stich des Hamburger Hauptbahnhofes geschenkt. Annas Onkel hatte ihn für Toni gekauft und per Express nach Waldkogel geschickt zu Tonis Eltern. "Etwas höher noch …, mehr links ..., nein, jetzt nach rechts …, noch etwas nach unten", kommandierte Anna. Toni schlug den Nagel ein.
Herausgeber:
Freigegeben:
Jul 19, 2016
ISBN:
9783740904784
Format:
Buch

Über den Autor


Ähnlich wie Toni der Hüttenwirt 102 – Heimatroman

Titel in dieser Serie (202)

Buchvorschau

Toni der Hüttenwirt 102 – Heimatroman - Friederike von Buchner

Toni der Hüttenwirt –102–

Eine Lektion im Lehrfach Liebe

Roman von Friederike von Buchner

Anna lehnte sich an den Kleiderschrank im Schlafzimmer. Sie beobachtete Toni, wie dieser versuchte, ihr Geburtstagsgeschenk aufzuhängen. Er hatte ihr einen Stich des Hamburger Hauptbahnhofes geschenkt. Annas Onkel hatte ihn für Toni gekauft und per Express nach Waldkogel geschickt zu Tonis Eltern.

»Etwas höher noch …, mehr links ..., nein, jetzt nach rechts …, noch etwas nach unten«, kommandierte Anna.

Toni schlug den Nagel ein.

»So, des haben wir! Soll ich den Stich aufhängen, oder willst du es machen?«, fragte Toni.

»Du!«

Toni nahm vorsichtig den gerahmten Stich vom Bett und hängte ihn an die Wand.

Er stellte sich neben Anna und legte den Arm um ihre Schultern.

Anna lehnte sich an Toni. Sie hob den Kopf und schaute ihm zärtlich in die Augen. Sie umarmten und küss­ten sich.

»Danke, für das schöne Geburtstagsgeschenk, Toni! Du hast mir damit wirklich eine große Freude gemacht.«

»Des freut mich, Anna! Mei, es war net so leicht, ein Geschenk für dich zu finden. Du bist eben so bescheiden und äußerst nie Wünsche.«

Anna lachte und gab Toni einen Kuss.

»Toni, was soll ich mir wünschen? Ich habe hier alles, was ich mir wünschen könnte. Da bist du, mein lieber Mann. Auf unserer Berghütte sind wir jeden Tag zusammen. Das ist mehr, als viele andere Frauen haben, deren Männer gehen morgens zur Arbeit und kommen oft erst spät am Abend zurück. Wir dagegen stehen gemeinsam auf und sind den ganzen Tag zusammen, bis wir uns abends schlafen legen. Wir haben hier alles, was wir brauchen, ein schönes Heim, an einem der herrlichsten Flecken auf Erden. Wir haben die Bichler Kinder adoptiert und der gute alte Alois ist auch bei uns wie ein Großvater. Was soll ich mehr wollen?«

Toni gab ihr einen Kuss.

»Mei, Anna, mir geht es genauso! Weißt, ich habe immer davon geträumt, Hüttenwirt auf der Berghütte zu werden. Aber, dass es so ein schönes Leben sein wird, mit einem außergewöhnlichen Madl an meiner Seite, das ich so liebe ...«

»Und das dich liebt!«, warf Anna ein.

»Richtig, das mich so liebt und meine Träume zu seinen macht, des hab’ ich mir net vorstellen können. Wenn mir jemand gesagt hätte, dass ich mich eines Tages in eine junge hübsche Bankerin verliebe und die aus Liebe zu mir ihren Beruf, ihre großartige Karriere aufgibt, mei, den hätte ich für verrückt erklärt. Des kommt mir alles immer noch wie ein Wunder vor.«

»Mir auch, Toni! Da ist eben das große Wunder der Liebe!«, seufzte Anna glücklich aus tiefstem Herzen. »Ich konnte mir so ein Leben nicht vorstellen. Ja, ich wusste nicht einmal, dass es so ein Leben gibt. Und jetzt ist es wirklich das Paradies auf Erden. Toni, liebster Toni, ich bin wirklich restlos glücklich!«

»Das freut mich! Manchmal denke ich, dass es viel Arbeit ist und ich dir zu viel aufbürde.«

»Toni, was redest du für einen Schmarrn? Ich will dir mal etwas sagen. Erstens, kann ich etwas einwenden, wenn es mir zu viel wird. Dann teilen wir uns die Arbeit anders ein. Zweitens, habe ich in Hamburg in der Bank viel mehr gearbeitet, das war wirklicher Stress. Hier empfinde ich die Arbeit als etwas sehr Schönes, etwas, was mir tief in meinem Inneren ein warmes Gefühl der Zufriedenheit gibt. So etwas kannte ich in Hamburg nicht. Meine Aufgabe und mein Leben hier füllen mich aus, und ich bin restlos glücklich. Für nichts auf der Welt möchte ich tauschen!«

»Ich will auch nicht tauschen!«

Sie küssten sich wieder.

»So, nach diesem romantischen Rückblick sollten wir wieder an die Arbeit gehen!«

»Ja, aber heute ist es etwas ruhiger. Ich denke, des wird auch bis zum Abend so bleiben.«

»Damit meinst du, dass der trübe Himmel noch andauert?«

»Ja, Anna! Aber Regen muss es auch geben. Alle wollen immer Sonnenschein haben – immer! Aber wo soll dann das Grundwasser herkommen? Dann würden die Quellen versiegen und die schönen Gebirgsbäche austrocknen, und Almen mit saftigem Gras würde es auch nimmer geben.«

Toni lachte.

»Als ich die Tage bei den Eltern unten im Dorf war, da lief bei der Mutter in der Küche der Fernseher. Es kam gerade die Wettervorhersage. Was haben die einen Schmarrn geredet, weil es jetzt einige Tage ein bissel feucht werden würde! Ich dachte bei mir, sind die denn alle deppert? Der Wettermoderator hat sich bei den Zuschauern für die Vorhersage des leichten Regenwetters indirekt entschuldigt. So ein Spinner!«

Anna lachte.

»Toni, rege dich nicht auf!«

»Ich rege mich net auf. Mich wundert nur manchmal die Dummheit der Menschen. Weißt, früher, da waren die Leut’ zufriedener, denke ich oft. Sie nahmen an, wie es kam, das Wetter genauso wie die Höhen und Tiefen des Lebens. Heute wollen sie nur noch Höhen. Sie wollen immer höher hinauf. Alles muss noch größer, noch schöner, noch prächtiger und noch teurer und moderner sein. Diese Höhenflieger gehen mir manchmal gewaltig auf die Nerven.«

»Sie werden es noch lernen, Toni. Jeder Mensch muss seine Erfahrungen machen. Die meisten lernen aus Erfahrungen. Andere sind wie Ikarus, der immer höher hinaus wollte und schließlich der Sonne zu nahe kam. Das nahm dann ein böses Ende. Religion, Geschichte, Legenden und Mythen geben den Menschen viele Beispiele dafür, was gut und richtig ist und was nicht so gut ist. Aber jeder Mensch muss für sich selbst entscheiden. In Hamburg habe ich als Bankerin meistens nur mit Menschen zu tun gehabt, für die nur das Geld zählte. Sie wollten nur mehr und immer mehr. ›Sie waren hinter dem Geld her, wie der Teufel hinter einer armen Seele‹, so sagt der Volksmund. Sie waren nie, niemals zufrieden. Sie waren süchtig nach Geld wie ein Suchtkranker. Sie waren auf der Suche nach vollkommener Zufriedenheit und dachten, sie stellte sich ein, wenn sie noch mehr Geld haben.

Toni, ich sage dir, sie haben die Zufriedenheit nicht gefunden. Aber es war ihr Leben. Ich mache meinen ehemaligen Kunden keinen Vorwurf. Ich verurteile sie nicht. Jemanden für seinen Lebensentwurf und seine Lebensziele zu verurteilen, dazu hat kein anderer Mensch ein Recht. Ich sage dir aber, aus heutiger Sicht habe ich Mitleid mit ihnen. Sie werden das schöne Gefühl, das wir beide in unseren Herzen spüren, nie erleben. Es sind bedauernswerte Geschöpfe. Weißt du, jeder braucht ein Einkommen, keiner sollte hungern oder frieren.

Doch jeder sollte eine Balance finden zwischen dem, was notwendig ist, um sein Leben zu bestreiten, dem, was möglich ist und dem, was die Lebensqualität verringert, wenn man genau hinschaut.«

Anna streichelte Toni die Wange.

»Toni, du und ich, wir können daran wenig ändern. Was du und ich tun können, das tun wir. Wir bieten hier auf der Berghütte eine Idylle.«

Anna lächelte Toni an.

»Toni, die Anzahl der Hüttengäste steigt stetig an. Das heißt, dass immer mehr Menschen die alten Werte suchen. Auch wenn sie in ihrem täglichen Leben immer weniger die alten Werte leben können, um so mehr genießen sie den Aufenthalt bei uns auf der Berghütte.«

»Ja, so ist es! Deshalb habe ich auch darauf bestanden, dass die Berghütte nicht modernisiert wird und dass es keine Straße herauf gibt und nicht ständig elektrischen Strom aus der Steckdose. Weißt, Anna, ich denke, für viele ist die Berghütte ein wirklicher Zufluchtsort. Hier können sie Kraft schöpfen.«

»Ja, so ist es! Und die Erinnerung an den Aufenthalt bei uns in den Bergen, der gibt ihnen ein tröstliches Polster für den Alltag, wenn sie wieder daheim sind. Sie füllen hier ihr Herz mit Freude und Kraft an.«

Sie gingen hinaus. Anna schaute in der Küche nach dem Hefeteig. Sie wollte Apfelkuchen backen. Toni ging hinter die Berghütte und hackte Holz.

*

Burgl war draußen auf der Terrasse. Sie räkelte sich auf der Sonnenliege und las einen Roman. Es war ein alter Roman, der in den Bergen spielte. Burgl genoss es. Der Leidenschaft, Kitschromane zu lesen, wie ihr Lebenspartner Jochen diese Literatur bezeichnete, frönte sie nur, wenn er nicht da war. Burgl, die seit Jahren in Berlin lebte und als freie Grafikerin arbeitete, litt unter Heimweh.

Sie war in Waldkogel geboren und dort aufgewachsen. Ihr Vater arbeitete in Kirchwalden. Mit sechzehn Jahren war sie mit ihren Eltern

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