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Wie weiter mit Karl Marx?

Wie weiter mit Karl Marx?

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Wie weiter mit Karl Marx?

Länge:
43 Seiten
27 Minuten
Freigegeben:
Jun 15, 2016
ISBN:
9783868546941
Format:
Buch

Beschreibung

Unter der Fragestellung "Wie weiter mit …?" werden die Werke von acht der wichtigsten Geistes- und Gesellschaftswissenschaftler des 19. und 20. Jahrhunderts neu und wieder gelesen. Können, sollen oder müssen wir deren Blick auf soziale Fragen und Probleme heute noch teilen?

Karl Marx ist heute der weltweit am meisten gelesene Klassiker. Die neuerliche Hinwendung zu Marx zeugt von einem Bedarf an einer gewissen Radikalität in der Gesellschaftstheorie. Sein Name steht für eine Rekonstruktion der Gesellschaftstheorie, die Gesellschaft politisch denken kann – also auf Begriffe von Subjektivität, Kollektivität und Transformation nicht verzichten will, wenn es um das Begreifen der Gesellschaftsform geht, in der wir leben und unter der viele leiden.

"Wie weiter also mit Marx?" In dieser Frage stecken allerdings weitere Fragen: Welcher Marx ist gemeint? Gibt es einen Marx jenseits des Marxismus? Und vor allem: Welches Versprechen ist mit dem Namen von Marx verbunden?
Freigegeben:
Jun 15, 2016
ISBN:
9783868546941
Format:
Buch

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Wie weiter mit Karl Marx? - Heinz Bude

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Im Jahre 1942 veröffentlichte der damals 32 Jahre alte Paul Sweezy in den USA ein Buch mit dem Titel »Theorie der kapitalistischen Entwicklung«, in dem er die gesamte Geschichte der sich auf Marx berufenden Debatten über die Bewegungsgesetze des Kapitalismus resümierte. Er bezog sich auf Lenins »Die Entwicklung des Kapitalismus in Russland« (1896–1899), auf Kautskys Überlegungen zur »Agrarfrage« (1899), beschrieb die Entwicklung, die mit Rudolf Hilferdings bedeutendem Werk über das »Finanzkapital« (1910), Rosa Luxemburgs Analyse »Die Akkumulation des Kapitals« (1913), und Nikolai Bucharins Abhandlung »Imperialismus und Weltwirtschaft« (1915) gekennzeichnet werden konnte, und ordnete die Arbeiten von Fritz Sternberg »Der Imperialismus« (1926), von Henryk Grossmann »Das Akkumulations- und Zusammenbruchsgesetz des kapitalistischen Systems« (1929) und Otto Bauer »Zwischen zwei Weltkriegen?« (1936) ein, die allesamt das Rätsel der als Imperialismus bezeichneten Stufe der kapitalistischen Entwicklung zu entschlüsseln trachteten.

Das dann 1970 in der Intellektualisierungsphase der Studentenbewegung bei Suhrkamp in deutscher Übersetzung erschienene Buch¹ ist nicht nur wegen seiner mustergültigen Klarheit zu rühmen, es handelt sich bei dieser unter dem Eindruck des New Deals in den USA geschriebenen Rekonstruktion um die wohl erste aus dem marxistischen Lager kommende Absetzung von der Marxschen Krisenauffassung, derzufolge Disproportinalitäts- und Unterkonsumptionskrisen im Rahmen der kapitalistischen Wirtschaftsweise unüberwindlich seien. Sweezy gestand der von Keynes begründeten Strategie antizyklischer Staatseingriffe eine mögliche Wirksamkeit für die Sicherung der inneren Stabilität der kapitalistischen Entwicklung zu und überantwortete die Auflösung und Überwindung des Kapitalismus einer externen Determinante: nämlich der größeren ökonomischen Durchsetzungskraft der Sowjetunion und der Länder, von denen man erwarten konnte, dass sie bei Kriegsende dem leuchtenden sowjetischen Beispiel folgen würden. Deren »Überzeugungskraft« könnte für Sweezy sogar einen friedlichen Übergang zum Sozialismus in den USA möglich machen.

Mit dieser Auffassung, dass der Kapitalismus nicht an seinen endemischen Widersprüchen, sondern an der Überzeugungskraft einer sozialistischen Alternative zugrunde gehen würde, bezeichnete »Die Theorie der kapitalistischen Entwicklung«, so Perry Anderson in seiner nach wie vor lesenswerten Schrift aus der Mitte der 1970er Jahre »Über den westlichen Marxismus«,² das Ende eines intellektuellen Zeitalters.

Heute können wir das Ende dieses Endes konstatieren. Was Sweezy 1942 vor Augen stand, war einerseits die Etablierung der Sowjetunion als großer weltpolitischer Alternative zu den USA, was sich am Ende des Zweiten Weltkriegs bewahrheitete, und andererseits die Entwicklung des reinen besitzindividualistischen zu einem wohlfahrtsstaatlichen, auf garantiertem Sozialeigentum sich gründenden Kapitalismus. Schweden, Deutschland, aber im Grunde die

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