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Die chinesische Medizin kennt keine orthopädischen Krankheiten: Ideen und Lösungsansätze für Patienten und ihre Behandler

Die chinesische Medizin kennt keine orthopädischen Krankheiten: Ideen und Lösungsansätze für Patienten und ihre Behandler

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Die chinesische Medizin kennt keine orthopädischen Krankheiten: Ideen und Lösungsansätze für Patienten und ihre Behandler

Bewertungen:
5/5 (1 Bewertung)
Länge:
355 Seiten
3 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
Jul 21, 2016
ISBN:
9783738680492
Format:
Buch

Beschreibung

Ideen und Lösungsansätze für Patienten und ihre Behandelnden
Millionen leiden ständig unter orthopädischen Krankheitsbildern und werden mit Schmerzmitteln und/oder Entzündungshemmern behandelt, operiert und evtl. mit Gelenksprothesen versorgt. Nicht selten enden diese Krankheiten in Berufsunfähigkeit.
Das Konzept Radloff und die alte chinesische Medizin sehen bei diesen Erkrankungen gänzlich andere Ursachen. Wir betrachten diese nämlich häufig als Folge von internistischen Störungen. Die in diesem Buch aufgestellten Hypothesen und deren Erläuterungen, erklären Ihnen, wie und warum es zu den verschiedenen Schmerzgeschehnissen kommt.
Das vom Autor entwickelte Behandlungskonzept erweist sich immer wieder als erstaunlich wirkungsvoll.
Die angeführten Überlegungen sollten, nicht nur von Dauerpatienten, zumindest in die Ursachenforschung und dementsprechend auch in die Behandlung mit einbezogen werden.
Wir hoffen möglichst vielen Schmerzpatienten und ihren Behandelnden wertvolle Hinweise liefern zu können.
Herausgeber:
Freigegeben:
Jul 21, 2016
ISBN:
9783738680492
Format:
Buch

Über den Autor

Der Autor war über 50 Jahre als Physiotherapeut und Masseur tätig. Während der letzten 30 Jahre als Dozent für Themen der alten chinesischen Medizin in der Schweiz. Er ist Begründer Akupunktur-Massage nach Radloff, der Ohr-Reflexzonen-Kontrolle und der Energetisch-Statischen-Behandlung. Bis zu kurz vor seinem Tod, am 25.März 2014, war Klaus Radloff in der eigenen Praxis in der Dominikanischen Republik und als Dozent am Lehrinstitut Radloff in der Schweiz tätig.


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Buchvorschau

Die chinesische Medizin kennt keine orthopädischen Krankheiten - Klaus Radloff

Zur 4. Auflage

Klaus Radloff ist leider am 25. März 2014 verstorben. Unermüdlich forschte und arbeitete Klaus bis kurz vor seinem Tod an und mit der von ihm entwickelten Methode. Ich hoffe mit dieser leicht überarbeiteten 4. Auflage seines letzten Buches möglichst viele Leserinnen und Leser mit seinem Werk in Berührung zu bringen.

Sein Wunsch und Antrieb war einzig und allein, den Menschen mit Beschwerden eine Therapie anbieten zu können, die komplementär zur Schulmedizin wirksame Behandlungsmöglichkeiten bietet. Schön wäre es, wenn irgendwann das Konzept Radloff ganz selbstverständlich zusammen mit schulmedizinischen Möglichkeiten genutzt und angewandt würde. Dass Schulmediziner die Methode kennen und deren eindrucksvolle Wirkungen akzeptieren.

Ich hoffe sehr, dass Sie, werte Lesende, in diesem Buch Anregungen und Lösungsansätze für Ihre persönlichen Beschwerden finden können.

Klaus Radloffs zweite grosse Leidenschaft war es, Therapeuten von seiner Methode zu überzeugen und sie auszubilden. Vielleicht finden auch Therapeuten anderer Methoden in diesem Buch die eine oder andere Anregung für ihre Arbeit. Falls Ihr Interesse für eine Ausbildung in dieser Methode geweckt wird, bietet Ihnen unsere Homepage www.radloff.ch weitere Informationen zur Methode und zur Ausbildung.

In grosser Dankbarkeit an Klaus Radloff für diese wunderbare Methode.

Peter Jeker

Ausbildungsleiter Lehrinstitut Radloff

Inhalt

Vorwort

Einleitung – oder: Die Welt ist nicht so. Sie ist ganz anders!

Krawatte – die westliche Medizin

2.1. Westliche Medizin und Spezialisierung

2.2. Schäden durch Medikamente

2.2.1. Check-up und Vorsorgeuntersuchungen

2.3. Patientenkarriere – orthopädisch

2.3.1. Weitere orthopädische Karrieren

2.4. Orthopädie: Therapie ohne Diagnose

Traditionell Chinesische Medizin (TCM)

3.1. Die Geschichte der TCM

3.2. Die alte, originale chinesische Medizin

Wärme und Kälte in der Selbstbehandlung

4.1. Erste Schritte in Theorie und Praxis

4.1.1. Akut – chronisch und chronisch – entzündlich

4.1.2. Wärme und Kälte – praktisch

4.1.3. Eine Patientengeschichte

4.1.4. Rheumacremes und wärmende Pflaster

4.1.5. Energiebremse Öle und Fette

4.1.6. Energieflussbeschleuniger

4.1.7. Kupferarmbänder

4.2. Gymnastik

4.2.1. Der Frühsport

4.2.2. Gymnastik bei Schmerzzuständen

4.2.3. Der Stachel im Gelenkweg

4.2.4. Gymnastik bei Beschwerden der Wirbelsäule

4.2.5. Gymnastik gegen «schlechte Haltung»

4.2.6. Das kurze Bein

4.2.7. Die tatsächliche Beinlängendifferenz

4.2.8. Die Absatzerhöhung

Das Leitbahnsystem oder: Massage logisch

5.1. Akupunkturnadeln oder Massage?

5.2. Energieverlagerung von oben (Yang) nach unten (Yin)

5.3. Energieverlagerung von hinten (Yang) nach vorn (Yin)

5.4. Energieverlagerung von links (Yang) nach rechts (Yin)

5.5. Kontrollmöglichkeiten

5.6. Indikationen und Kontraindikationen

Von Rhythmen und Oppositionen

6.1. Der Energiekreislauf

6.2. Der Tagesrhythmus der Energie

6.3. Die Opposition zwischen «Hand und Fuß»

6.4. Die Opposition zwischen Ellbogen und Knie

6.5. Die Opposition zwischen Schulter und Hüfte

6.6. Die Opposition zwischen Brust und Kopf

6.6.1. Die praktische Nutzung bei Erregungszuständen

6.7. Die Strecken dazwischen

6.8. Kopfschmerzen und Migräne

6.9. Die Oppositionsregel und die Halswirbelsäule

6.10. Das Schleudertrauma

6.11. Schultergelenksentzündungen

6.12. Warum sind diese Zusammenhänge nicht bekannt?

6.13. Selbsthilfe bei Schulter-, Nacken- und Kopfschmerzen

6.14. Die Bindegewebsmassage und das Schulter-Nackengebiet

Orthopädische Erkrankungen der Armgelenke

7.1. Tennisellbogen

7.1.1. Tennisellbogen: Ursache Lunge und Dickdarm

7.1.2. Energetische Versorgung des Tennisellbogens

7.1.3. Nichtorthopädische Dickdarmerkrankungen

7.2. Schmerzen im Daumen: Der «Skidaumen»

7.3. Der Golferellbogen

7.4. Das Karpaltunnel-Syndrom

7.5. Letzte Meldung: Der Mausarm

Krankheiten der Wirbelsäule

8.1. Die «Landschaft Rücken» chinesisch und westlich

Orthopädische Erkrankungen bei Blasen- sowie Unterleibserkrankungen

9.1. Das erweiterte Versorgungsgebiet der Blase

9.2. Kniegelenksbeschwerden

9.3. Wadenkrämpfe

9.4. Fersensporn

9.5. Entzündlicher Knick-, Spreiz- und Senkfuß

9.5.1. Die ärztliche Sicht der Dinge

9.6. Hallux Valgus

9.7. Selbsthilfe

Orthopädische Krankheitsbilder des Dickdarms

10.1. Lumbalgien

10.1.1. Ein charakteristischer Behandlungsbericht

10.2. Protrusionen und Bandscheibenvorfälle

10.3. Schmerzhafte Beckenkämme

10.4. Hüftgelenks- und Kniegelenksbeschwerden

10.5. Fehlbildungen der Hüftgelenke

10.6. Cellulitis

10.7. Ursachen für Störungen des Dickdarms

10.7.1. Stuhlverstopfung – Obstipation

10.7.2. Hüftbeschwerden nach Hüftprothese

10.7.3. Zervikaler Bandscheibenvorfall: Auslöser Obstipation

10.7.4. Schrecken des Chiropraktikers

10.7.5. Einlaufsüchtig

10.7.6. Opiumhaltige und codeinhaltige Schmerzmittel

10.7.7. Ernährungsfehler, Rohkost und Salat

10.7.8. Ernährungsfehler, Milchprodukte

10.7.9. Osteoporose

10.7.10. Ernährungsfehler – Vollkornprodukte – Ballaststofe

10.7.11. Weitere mögliche Ernährungsfehler

10.7.12. Die Anleitung zur «Reiskur»

Orthopädische Krankheitsbilder der Niere

11.1. Der «Nieren-Bandscheibenvorfall» lumbal 3–4

11.2. Hüftabnutzung – Coxarthrose

11.3. Kniearthrose

11.4. Diagnostische Hinweise

11.5. Ein einfacher Urintest

Der Oberbauch und orthopädische Krankheiten

12.1. Die erkrankte Gallenblase

12.2. Die gestörte Bauchspeicheldrüse

12.3. Der gereizte Magen

12.4. Zwerchfellhernien

Die orthopädischen Krankheitsbilder der Lunge

13.1. Anatomie einer «Wunderheilung»

13.2. Atemgifte

13.3. Atemgift Tabakrauch

13.4. Krieg der Sterne gegen Raucher

Parasitäre Krankheiten mit orthopädischen Auswirkungen

14.1. Infektions- sowie parasitäre Erkrankungen und Eisenpräparate

Besondere Krankheitsbilder

15.1. Fibromyalgie

15.1.1. Die «amtliche» Auffassung der Fibromyalgie

15.1.2. Fibromyalgie und Hyperaktivitätssyndrom

15.1.3. Tender-Points und Fibromyalgie

15.1.4. Versuche und mögliche Abhilfe

15.2. Das besondere Krankheitsbild: Morbus Scheuermann

15.3. Das besondere Krankheitsbild: Polyarthritis

15.3.1. Reduzierung der Entzündungen

15.3.2. Kortisonpräparate

15.3.3. Internistischer Einfluss?

Falsch behandelt?

16.1. Körperverletzung oder Mordversuch?

16.2. Falsch behandelt von energetisch tätigen Therapeuten?

Energetisch-Statische-Behandlung, Akupunktur-Massage (ESB/APM)

17.1. Die Akupunkt-Massage (APM) n. Penzel

17.1.1. Der Hauttastbefund

17.2. Die Ohr-Reflexzonen-Kontrolle n. Radloff (ORK)

17.3. Die Wirbelsäulenbehandlung unter ORK

17.4. Gelenkbehandlungen unter Ohr-Reflexzonen-Kontrolle

17.5. Conchazonen und innere Organe

17.6. Zustimmungspunkte

17.7. Alarmpunkte

17.8. Schlusswort

Vorwort

Erstaunlich, dass Sie sich, verehrte Leserin, verehrter Leser, hierher verirrt haben, denn wer liest heutzutage noch Vorworte, geschweige denn ganze Bücher. Wahrscheinlich hat Sie nicht nur Ihr Interesse am Thema zu diesem Buch greifen lassen, sondern vermutlich auch eigene leidvolle und erfolglose Erfahrungen bei der Behandlung orthopädischer Erkrankungen. Das hier beschriebene Konzept unterscheidet sich vornehmlich durch seine völlig ungewöhnliche Betrachtungsweise und hat sich nicht nur in meiner Praxis seit Jahren bestens bewährt. Es wurde von mir mehr als 25 Jahre als «Energetisch-Statische-Behandlung» ESB/ APM unterrichtet und dürfte schätzungsweise deshalb mindestens 20.000 Kolleginnen und Kollegen bekannt sein. Die Zusatzversicherungen der schweizerischen Krankenversicherungen erstatten die Kosten für diese Behandlungsform. Sofern Sie sich auf diese hier beschriebenen Ideen einlassen, gehen Sie keinerlei Risiken ein, außer dem einer möglicherweise bemerkenswerten Zustandsverbesserung.

Was mangelhafte Behandlungsergebnisse angeht, haben Sie mit mir etwas gemeinsam, denn seit fast einem halben Jahrhundert beschäftige ich mich als Physiotherapeut und Masseur mit diesen Krankheitsbildern. Anfangs zugegebenermaßen mit den üblichen, oft für meine Patienten wie für mich frustrierenden Ergebnissen. Das begann sich, zunächst langsam, vor etwa 35 Jahren zu ändern, nachdem ich mit der alten chinesischen Medizin in Berührung gekommen war. Behandlungsergebnisse, von denen ich vorher bei Anwendung herkömmlich manueller Techniken nicht zu träumen gewagt hatte, konnten nun erstaunlich schnell realisiert werden. Das war Anlass diese Thematik in meinem Kollegenkreis zu unterrichten. Es entstand die Energetisch-Statische-Behandlung / Akupunkturmassage nach Radloff (ESB / APM). Weiterhin als Befundungs- und Kontrollmöglichkeit die Ohr-Reflexzonen-Kontrolle (ORK), sowie eine völlig neue Behandlungstechnik der Körpergelenke und der Wirbelsäule, von der Sie im letzten Kapitel (Kapitel 17) lesen können.

In mehr als 25 Jahren Unterrichtung dieser Methode ergaben sich immer weitere Erkenntnisse um Zusammenhänge und damit erweiterte Behandlungstechniken. Erkenntnisse, die bei Weitem nicht immer auf «eigenem Mist» gewachsen waren, sondern sich aus den Fragen der Kollegenschaft ergaben. Fragen, für die ich mich hier bei den vielen von mir ausgebildeten Kolleginnen und Kollegen bedanke. Dazu kamen zusätzliche Fragen meiner Patienten und bitte glauben Sie mir, Antworten bildet.

In diesen Jahren zeigte sich immer wieder, dass die eigentlichen Ursachen orthopädischer Krankheitsbilder internistische Hintergründe haben und darüber zu beeinflussen sind. Eine verrückte Idee, werden Sie sich sagen, aber in alten chinesischen Schriften, die aus einer Zeit stammen, in der es keine Fachärzte gab, werden orthopädische Krankheitsbilder zwar erwähnt, aber über innere Organe behandelt. Anfangs war ich der Meinung, dass es im Altertum Chinas noch keine Zivilisationsschäden, wie z.B. Gelenkabnutzungen gab und dass deshalb diese Krankheitsbilder einfach nicht existierten und somit nicht behandelt werden mußten. Diese Annahme ist wahrscheinlich unzutreffend, denn bei meinen Patienten, bei denen mit den üblichen orthopädischen Behandlungsstrategien kein Einfluß genommen werden konnte, wurde versuchsweise der Behandlungsweg über die inneren Organe eingeschlagen und das überwiegend erfolgreich.

Eine weitere Frage ist, warum mit der Radloff Methode nur selten der Ort der Beschwerden bei der Behandlung angefaßt wird? Für alle «Massagefans» eine ungewohnte Vorstellung. Massagen werden fast immer am Ort der Schmerzen durchgeführt, denn bei Massagetherapie handelt es sich um eine «reizende Sache». Das Gegenteil, das Beruhigen, findet dabei fast nicht statt. Die alte chinesische Medizin nennt korrespondierende Zusammenhänge zwischen Körperregionen, die sich zur Ableitung und Beruhigung von entzündungsähnlichen Zuständen nutzen lassen. Von diesen Verknüpfungen können Sie hier in verschiedenen Kapiteln lesen.

Das zweite Kapitel über die westliche Medizin könnte bei erster Betrachtung als «Arztbeschimpfung» aufgefaßt werden. Verwunderlich wäre das bei den Erfahrungen, die ich mit einigen Ärzten bisher machen mußte, nicht. Da wurde zur Untermauerung des Machtspiels Kritik schon mal unter der Gürtellinie angebracht. Trotz der hier geäußerten, skeptischen Zweifel am ärztlichen Handeln ist mir andererseits bewußt, dass es ohne Ärzte in der heutigen Zeit nicht geht. Ich jedenfalls möchte mich nicht in jedem Fall mit vorzeitlichen ärztlichen Techniken behandeln lassen. Zur Beurteilung und Entscheidung darüber, ob alternative oder schulmedizinische Behandlungstechniken zur Anwendung kommen sollen, gehört Wissen um Zusammenhänge und Hintergründe, die ich in diesem Buch zumindest ansatzweise zu vermitteln versuche. Darüber hinaus finden Sie im Anschluß an einige Kapitel weiterführende Literaturhinweise und Quellenangaben. Da ich weder meine ärztlichen Freunde beleidigen, oder denkbare neue Freundschaften nicht von vornherein im Keim ersticken will, habe ich mich bemüht, meine Kritik sachlich zu formulieren.

Dazu kommt weiter, dass ich mich als Vermittler zwischen chinesischer und westlicher Medizin auffasse. Auf gar keinen Fall gehöre ich zu den esoterisch abgehobenen Therapeuten, die da behaupten, dass die westliche Medizin ohne reinkarnative Geistheilung und buddhistischen Gänseblümchenextrakt überhaupt kein Mittel gegen Krebs hätte. Aber, eigensüchtig wie ich nun mal bin, erhoffe ich mir von diesem Buch Verständnis für meine Auffassung, dass orthopädische Krankheitsbilder die Folgeerscheinungen gestörter, innerer Organe sind und über diese Hypothese sinnvoll behandelt werden können.

Für persönliche Beratungen stehe ich Ihnen im Internet unter der Adresse www.radloff.ch/forum.html gerne zur Verfügung. Zunächst aber hoffe ich, mich in allen Kapiteln unmissverständlich, ja noch wichtiger konstruktiv, ausgedrückt zu haben und wünsche Ihnen nicht nur reichhaltige Erkenntnis, sondern ebenso für Sie praktisch nutzbare Aha-Erlebnisse bei der Lektüre, vor allem aber für Sie daraus resultierende, umsetzbare Ergebnisse.

Klaus Radloff

1. Einleitung – oder: Die Welt ist nicht so. Sie ist ganz anders!

Bitte sehen Sie mir nach, dass ich nicht bereits in diesem Kapitel auf Krankheitsbilder zu sprechen komme. Ich meine, dass das große Umfeld Erwähnung finden sollte. Also: Sie sind Patient und somit tendenziell geduldig, denn «patient» bedeutet im Englischen «geduldig». Im Spanischen «paciente» und in italienisch «paziente». Patienten sind also Leute, die geduldig auf Besserung oder Heilung warten. Was Patienten meist nicht bedenken, ist, dass sie bedeutender Wirtschaftsfaktor sind, denn er ist der Ursprung ärztlicher Honorare, Grund von Zahlung der Tagessätze an Kliniken und Grundlage der von der pharmazeutischen Industrie erzielten Gewinne. Auch die Ernährungsmittelindustrie mischt kräftig mit. Sie bietet «Functional Food», auf deutsch «funktionelle Lebensmittel», die mit zusätzlichen Inhaltsstoffen (Nahrungsergänzungsmitteln) angereichert werden und die einen positiven oder gar heilenden Einfluss auf die Gesundheit nehmen sollen. Stellen Sie sich vor, das wäre so und Sie und alle anderen «Mitgeduldigen» würden wegen plötzlich einsetzender Gesundheit die medizinischen Leistungen nur um ein Drittel weniger konsumieren. Die Folgen für das Bruttosozialprodukt wären unabsehbar und die Zahl der Arbeitslosen würde in die Höhe schnellen. Das Steuereinkommen würde im gleichen Umfang sinken und die Staatsverschuldung deshalb ebenso zunehmen.

Ein wesentlicher Anteil der hier erwähnten Fakten ist nicht graue Theorie, sondern kann sich bei Beachtung auch positiv auf Ihren Gesundheitszustand auswirken. Es empfiehlt sich allein schon deshalb, diese Einleitung zu lesen. Deshalb aber auch die Warnung: Auf diese Effekte lassen Sie sich ein, wenn Sie weiterlesen.

Spätestens jetzt müsste von Ihnen als denkender Leser der Einwand kommen, dass Sparmaßnahmen ja im Sinn der Krankenversicherungen sind, denen die Kostenexplosionen gewaltig zu schaffen machen und wegen der Ihre Krankenkassenbeiträge regelmäßig, und meist empfindlich, steigen. Gleiche Zielsetzungen haben auch die Gesundheitsreformen der Regierungen. Nur, warum haben die Bemühungen der Experten so selten Erfolg? Die Antwort darauf ist einfach: In den dafür gebildeten Gremien befragen Verwaltungsfachleute Mediziner und Vertreter der Pharmaindustrie. Man ist sich darüber einig, dass gespart werden muss. Das aber keinesfalls auf Kosten der anwesenden Lobbyisten. So kommt es dann zu einer Neuverteilung des Kuchens, bei der Mächtige noch reicher werden und Berufsgruppen mit schwacher, oder gar ohne, Lobby der Sparwillen der anderen aufgezwungen wird. Die danach erstellte Statistik beweist den Erfolg. Darin wird beispielsweise dokumentiert, dass zukünftig zwei Drittel der Kosten für physiotherapeutische Anwendungen eingespart werden. Unerwähnt bleibt dabei, dass die bisherigen Aufwendungen kein einziges Prozent des gesamten Budgets ausmachten, von denen nun die medienwirksam angekündigten zwei Drittel abzuziehen sind. Physiotherapeuten und Masseure haben keine Lobby.

Schön, mögen Sie jetzt denken aber wann kommt der nun endlich zum Thema? Als Entgegnung fällt mir der Krawattenwitz ein: Ein Kamelreiter wird in der Wüste von seinem Reittier abgeworfen und muss seinen Weg zu Fuß fortsetzen. Auf seinem Weg begegnen ihm mehrere Kamelreiter, die ihm kein Wasser, aber Krawatten anbieten. Verständlicherweise lehnt er diese Angebote ab und erreicht fast verdurstet gegen Abend eine Oase mit luxuriösem Hotel und Swimmingpool. Doch der Empfangschef verweigert ihm ohne Krawatte den Zutritt. Folglich: kaufen Sie Krawatten! Also, bereit für die nächste Krawatte? Claro können Sie haben!

Sollte doch der Sparhammer, beispielsweise bei einem Medikament nicht nur zugeschlagen, sondern gar getroffen haben, dann ist das schlimm für den Hersteller. Aber letztlich kann auch das meist ausgebügelt werden, indem bisher gültige medizinische Normwerte herabgesetzt werden. So kann eine größere Zahl Menschen zu Patienten, also zu Konsumenten und zu Gewinnbringern, gemacht werden. Das geschieht mit Hilfe von Gutachten und Statistiken, die von Ärzten erstellt und die von der Industrie honoriert werden. Das geschieht seit Jahrzehnten mit den Blutdruckwerten und besonders eindrücklich mit dem Cholesterinspiegel.

Cholesterin ist ein lebensnotwendiges Fett (Lipid). Es ist Hauptbestandteil der Zellmembranen, wo es deren Stabilität erhöht und zusammen mit Eiweiß an der Ein- und Ausschleusung von Signalstofen beteiligt ist. Der Cholesteringehalt des menschlichen Körpers beträgt etwa 140 Gramm. Da es nicht wasserlöslich ist, befindet sich über 95 % des Cholesterins intrazellulär. Neue Forschungen zeigen weiter, dass der Körper Cholesterin zur Biosynthese herzwirksamer Glykoside nutzt.

1979 wurde aufgrund fragwürdiger Absprachen dafür ein Normwert willkürlich festgelegt und Abweichungen davon mit Medikamenten behandelt. Kaninchen wurden mit auf das Futter gesprühtem Cholesterin ernährt. Das bedeutet, dass ein Pflanzenfresser mit großen Mengen an tierischem Cholesterin falsch ernährt wurde, das noch dazu durch Oxidation stark verändert war. Umfangreiche Studien sollten die Schädlichkeit dieses körpereigenen Stoffes auch am Menschen belegen und so kam es zur Nordkarelien-Studie.

In dieser finnischen Provinz war die Zahl der Herzinfarkte, aus nicht näher benannten Gründen, besonders hoch. Es gelang während der Zeit der Studie durch entsprechende Diätmaßnahmen und mit Medikamenten die Zahl der Gefäss- und Herzerkrankungen drastisch zu verringern. Für die Industrie wurde das als Beweis für die Schädlichkeit des Cholesterins gewertet und lautstark verbreitet. Verschwiegen wurde jedoch dabei, dass sich die positiven Ergebnisse Nordkareliens in der nicht behandelten, aber sonst absolut gleichwertigen Kontrollgruppe der Bewohner Südkareliens im gleichen Zeitraum noch viel eindeutiger besserten.¹)

Die hier geschilderten Fakten waren bis jetzt nur unter Insidern bekannt. Zwischenzeitlich kam es dennoch zu breiteren Diskussionen und das Thema wurde im Ersten Deutschen Fernsehen am 15.04.2004, am 2.11.2004 im NDR-Fernsehen, sowie am 8.6.2006 im Südwestfunk äußerst kritisch behandelt.

Ein Drittel des Cholesterins wird über die Nahrung aufgenommen, zwei Drittel hingegen stellt der Körper selbst her. Erfahrungsgemäß scheitern alle Bemühungen, sei es mit Diät oder Medikamenten, den Cholesterinspiegel nennenswert zu beeinflussen. Defizite dieses lebensnotwendigen Stoffs werden durch verstärkte Eigenproduktion des Körpers offensichtlich umgehend wieder ausgeglichen.²)

Dennoch wird großes Geld mit Medikamenten gegen zu hohe Cholesterinspiegel, den sog. Lipidsenkern, gemacht, die Cholesterin aus unseren Körpern verbannen sollen. Leider gelegentlich mit tödlichen Nebenwirkungen, wie es bei dem 1997 auf dem Markt erschienenen Medikament Lipobay der Fall war.

Dabei ist es sicherlich interessant zu erfahren, warum diese Neuerscheinung notwendig wurde. Die Public Relation Abteilungen begründen das in der Regel mit wissenschaftlichen, neuen Erkenntnissen. Das mag gelegentlich zutreffen, entspricht aber keinesfalls immer der Wahrheit. Es scheint vielmehr so zu sein, dass die Werbeabteilungen und nicht die Wissenschaftler die Indikationen eines Wirkstoffes bestimmen. Die Forschung der pharmazeutischen Industrie kostet viel Geld und deshalb besteht für die Neuentwicklung von Arzneiwirkstoffen ein zeitlich limitierter Patentschutz. Erst nach dessen Ablauf dürfen Konkurrenzunternehmen das eben noch geschützte Medikament nachproduzieren. Dem ursprünglichen Hersteller gehen dann Einnahmen verloren, die er durch Schaffung eines neuen Wirkstoffes mit neuem Patentschutz vermeiden kann.

Die Pharmaindustrie gibt sich in ihren Selbstdarstellungen gerne als edel und menschenfreundlich aus. Das gilt

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