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Der Bergpfarrer 107 – Heimatroman: Intrige aus Liebe
Der Bergpfarrer 107 – Heimatroman: Intrige aus Liebe
Der Bergpfarrer 107 – Heimatroman: Intrige aus Liebe
eBook113 Seiten1 Stunde

Der Bergpfarrer 107 – Heimatroman: Intrige aus Liebe

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Über dieses E-Book

Mit dem Bergpfarrer hat der bekannte Heimatromanautor Toni Waidacher einen wahrhaft unverwechselbaren Charakter geschaffen. Die Romanserie läuft seit über 10 Jahren, hat sich in ihren Themen stets weiterentwickelt und ist interessant für Jun"Liebling, du ißt einfach zu wenig", schüttelte Gerti Rheimann tadelnd den Kopf.

"Was wollen Sie?" Hermine Wollschläger sah die junge Frau, die vor der Tür des Pfarrhauses von St. Anna stand, beinahe empört an. Silke Brandner schien sich unter diesem Blick unwillkürlich zu ducken. "Das geht auf gar keinen Fall", fuhr die Haushälterin in abwehrendem Ton fort. "Wir sind doch schließlich kein Hotel. Warum gehen S' net ins Wirtshaus? Die haben Fremdenzimmer." Die Krankenschwester seufzte. Daß es im "Ochsen" Fremdenzimmer gab, war ihr nicht unbekannt. Sie kam ja gerade von dort. Allerdings sollte eine Übernachtung fünfundzwanzig Euro kosten. Zwar mit Frühstück, aber das war immer noch zu teuer. Nicht, wenn es für ein paar Übernachtungen wäre, aber Silke suchte eine ständige Bleibe. Als es endlich mit einer Anstellung geklappt hatte, war sie unendlich erleichtert gewesen, nach beinahe einem halben Jahr Arbeitslosigkeit
SpracheDeutsch
HerausgeberKelter Media
Erscheinungsdatum23. Aug. 2016
ISBN9783740906528
Der Bergpfarrer 107 – Heimatroman: Intrige aus Liebe
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    Buchvorschau

    Der Bergpfarrer 107 – Heimatroman - Toni Waidacher

    Der Bergpfarrer 107 – Intrige aus Liebe

    Der Bergpfarrer –107–

    Intrige aus Liebe

    Plötzlich üblen Verdächtigungen ausgesetzt…

    Roman von Toni Waidacher

    »Was wollen Sie?«

    Hermine Wollschläger sah die junge Frau, die vor der Tür des Pfarrhauses von St. Anna stand, beinahe empört an.

    Silke Brandner schien sich unter diesem Blick unwillkürlich zu ducken.

    »Das geht auf gar keinen Fall«, fuhr die Haushälterin in abwehrendem Ton fort. »Wir sind doch schließlich kein Hotel. Warum gehen S’ net ins Wirtshaus? Die haben Fremdenzimmer.«

    Die Krankenschwester seufzte.

    Daß es im »Ochsen« Fremdenzimmer gab, war ihr nicht unbekannt. Sie kam ja gerade von dort. Allerdings sollte eine Übernachtung fünfundzwanzig Euro kosten. Zwar mit Frühstück, aber das war immer noch zu teuer. Nicht, wenn es für ein paar Übernachtungen wäre, aber Silke suchte eine ständige Bleibe. Als es endlich mit einer Anstellung geklappt hatte, war sie unendlich erleichtert gewesen, nach beinahe einem halben Jahr Arbeitslosigkeit. In und um Nürnberg herum gab es keine freien Plätze, und sie hatte sich die Finger wundgeschrieben. Über zwanzig Bewerbungen schickte sie los, und die einzige positive Antwort erhielt sie aus Engelsbach. Froh darüber, daß sie nicht weiter mit dem Arbeitslosengeld leben mußte, hatte Silke in der Heimat ihre Zelte abgebrochen, um hier als neue Gemeindeschwester zu arbeiten.

    Natürlich nicht, ohne sich um ein möbliertes Zimmer zu bemühen. Das reichte ihr fürs erste. In Nürnberg hatte sie eine kleine Zweizimmerwohnung gehabt, die natürlich gekündigt wurde. Ihre Sachen stellte sie bei einer Freundin unter, um sie später, wenn sie eine kleine Wohnung gefunden hatte, nachzuholen.

    Indes war es mit der Unterkunft nicht weniger aussichtslos als mit der Arbeit. Insgesamt sechs Annoncen hatte Silke aufgegeben. Es hätte ihr auch nichts ausgemacht, in der Stadt zu wohnen und jeden Tag nach Engelsbach zu fahren. Allerdings erfüllte sich ihre Hoffnung nicht, sie bekam nicht eine einzige Antwort. So war die Krankenschwester aufgebrochen und in das Alpendorf gefahren, ohne zu wissen, wo sie die ersten Nächte verbringen würde.

    »Es wär’ doch nur für den Anfang«, wagte sie einen letzten Versuch, die hagere Frau umzustimmen.

    Hermine Wollschläger schüttelte den Kopf.

    »Ich hab’s Ihnen doch schon gesagt«, entgegnete sie mürrisch. »Überhaupt, wie stellen S’ sich das eigentlich vor? Das hier ist ein katholisches Pfarrhaus, der Herr Pfarrer kann doch net eine junge Frau unter seinem Dach beherbergen. Was glauben S’ wohl, was die Leut’ da reden!«

    Silke Brandner gab auf. Sie sah ein, daß es keinen Zweck hatte. Diese Frau würde sich niemals umstimmen lassen.

    Sie murmelte einen Gruß und ging zu ihrem Wagen zurück. Es war ein alter, kleiner und enger PKW, und die Aussicht, die nächsten Nächte vielleicht darin schlafen zu müssen, behagte Silke überhaupt nicht. Es blieb ihr also nichts anderes übrig, als es bei der Pension zu versuchen, an der sie vorhin vorbeigefahren war. Auch wenn es sie viel Geld kosten würde.

    Sie hatte Glück; in der Pension »Bergblick« war ein Zimmer frei. Silke nahm es erst einmal für zwei Nächte. Vielleicht, so hoffte sie, würde sich ein Zimmer finden, wenn sie morgen ihre neue Stelle angetreten hatte. Möglicherweise wußte jemand der Angestellten auf der Gemeinde ja, wo eines frei war.

    Nachdem sie ihre Tasche ausgepackt hatte, rief sie ihre Mutter an und anschließend Birgit.

    »Bist du gut angekommen?« wollte die Freundin wissen.

    »Ja, die Fahrt verlief ohne Probleme«, antwortete Silke. »Aber ich habe immer noch keine Bleibe. Jetzt wohne ich erst mal in einer Pension. Wenn ich sparsam bin, reicht’s vielleicht bis zur nächsten Woche mit dem Geld. Aber wie’s dann weitergehen soll, weiß ich noch net. Ich fürcht’, du mußt meinen Krempel noch ein bissel länger in deinem Keller beherbergen.«

    »Mach’ dir mal deswegen keine Sorgen«, beruhigte Birgit sie. »Ich brauch’ den Platz ohnehin net. Aber, daß du kein Zimmer findest, das macht mir wirklich Sorge.«

    Silke berichtete von ihrem erfolglosen Besuch im Pfarrhaus.

    »Ich hatte gehofft, daß zumindest der Pfarrer mir helfen würd’«, erklärte sie. »Aber den hab’ ich gar net gesprochen. Bloß seine Haushälterin, aber die hat mich net mal hineingelassen. Stell’ dir vor, die hat getan, als wär’ ich eine sittliche Gefahr für Hochwürden.«

    Trotz ihres Mißgeschicks bei der Zimmersuche mußte sie lachen.

    »Schön, daß du deinen Humor net verloren hast«, sagte die Freundin. »Ich hoff’, daß es doch noch klappt, und du net dein ganzes Geld für die Pension ausgeben mußt. Übrigens, wie ist’s denn so in Engelsbach?«

    »Eigentlich ganz nett«, erzählte Silke. »Das Dorf ist net sehr groß; ein paar Häuser, Bauernhöfe ringsum. Dazu eine Kirche, ein Gasthaus und ein paar Pensionen. Ich glaub’, sogar eine Diskothek, wenn ich recht gesehen hab’. Von meinem Fenster aus sehe ich die Berge. Ach ja, und dann ist da natürlich die Kirche. Ich freu’ mich schon darauf, endlich wieder arbeiten zu können.«

    »Du, dann wünsch’ ich dir ganz viel Glück für deinen Start morgen«, sagte Birgit. »Und, daß du bald eine ständige Unterkunft findest. Ich drück’ dir die Daumen, und laß wieder von dir hören.«

    »Mach’ ich«, versprach Silke und legte auf.

    Dann schaute sie nachdenklich zum Fenster hinaus. Der Anblick der Berge machte einen sprachlos, so groß und mächtig – Silke fiel kein anderes Wort als majestätisch ein – sahen sie aus. Allerdings hatte sie jetzt alles andere als Lust auf eine Bergtour. Sie setzte ihre ganze Hoffnung auf den nächsten Tag, ob vielleicht in der Kirchengemeinde jemand ein freies Zimmer wußte.

    So richtig glauben mochte sie allerdings nicht daran. Vielleicht, so überlegte sie, nützte es ja etwas, wenn sie in die Stadt fuhr. Bei der Zeitung vorbeischauen und noch eine Anzeige aufgeben. Es mußte doch möglich sein, hier in der Gegend eine Unterkunft zu bekommen.

    Silke schaute auf die Uhr. Sie war am Morgen sehr zeitig losgefahren, jetzt war es früher Nachmittag. In der Anzeigenannahme würden sie bestimmt noch jemanden antreffen, wenn sie sich beeilte. Vielleicht konnte die Annonce sogar schon in der morgigen Ausgabe erscheinen.

    Sie stand auf, nahm ihre Handtasche und verließ das Pensionszimmer.

    Eigentlich hatte sie noch großes Glück gehabt, das Zimmer war zwar einfach, aber ganz hübsch eingerichtet, und die Wirtsleute hatten sich als freundlich und zuvorkommend herausgestellt. Wenn die finanzielle Seite nicht wäre, dann hätte es Silke Brandner in der Pension »Bergblick« gut gefallen können.

    Aber leider…

    *

    Die Redaktion des »Landboten« befand sich in einem Haus, das in einer kleinen Seitenstraße stand. Silke hatte sich durchfragen müssen und fuhr erleichtert auf den Parkplatz. Sie hatte gerade den Motor abgestellt, nach ihrer Handtasche gegriffen und wollte aussteigen, als hinter ihr jemand laut und energisch hupte.

    Irritiert öffnete die Kindergärtnerin die Autotür und schaute hinaus. Hinter dem Wagen stand ein anderer PKW, dessen Fahrer hektische Zeichen machte. Er kurbelte das Fenster herunter und steckte seinen Kopf hindurch.

    »Können S’ net lesen?« rief er. »Der Platz ist reserviert.«

    Silke blickte auf das Schild und schrak zusammen. Es stimmte tatsächlich.

    Reserviert für Mitarbeiter des Landboten, stand auf einem Blechschild, das an der Hauswand angebracht war. Sie hatte es übersehen.

    »Tut mir leid«, entschuldigte sie sich. »Ich fahre den Wagen sofort wieder weg.«

    Der andere Fahrer war ausgestiegen. Mit einem gewinnenden Lächeln kam er näher.

    »Sie wollen wohl in die Redaktion, was?« fragte er.

    »Zur Anzeigenannahme«, erklärte die junge Frau.

    Der Mann, er war kaum älter als Silke Brander, lächelte.

    »Na, dann will ich mal ein Auge zudrücken«, meinte er. »Das ist nämlich mein Parkplatz.

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