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Heldenhafte Seemänner #5: Der Falke von Cartagena

Heldenhafte Seemänner #5: Der Falke von Cartagena

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Heldenhafte Seemänner #5: Der Falke von Cartagena

Länge:
178 Seiten
2 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
Aug 25, 2019
ISBN:
9781536594720
Format:
Buch

Beschreibung

Klappe

Die beiden britischen Schiffe "Bellona" und "Triton" haben Kurs auf Jamaika genommen. An Bord befindet sich auch der einflussreiche Adlige Sir Hyde Montague mit seinem Gefolge, der eigene Pläne hat, von denen jedoch niemand etwas wissen darf. Denn nur er weiß, dass nach dem Einlaufen in den Hafen von Jamaika noch eine andere, weitaus gefährlichere Mission auf die "Bellona" wartet.

Der 1. Steuermann Jeff Bulmer ahnt, dass Montague finstere Pläne schmiedet – und als dieser das erkennt, versucht er alles, um Bulmer auszuschalten. Nur Lady Pamela, die Nichte Sir Hydes, kann Bulmer noch schützen – und sie ist bereit, alles dafür zu tun. Auch wenn am Horizont bereits die Piratenschiffe des Falken von Cartagena auf das britische Schiff lauern. Und wenn die "Bellona" in die Fänge der Piraten gerät, dann ist jeder an Bord in tödlicher Gefahr!

Herausgeber:
Freigegeben:
Aug 25, 2019
ISBN:
9781536594720
Format:
Buch

Über den Autor


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Heldenhafte Seemänner #5 - Horst Weymar Hübner

Publisher

Klappe

Die beiden britischen Schiffe „Bellona und „Triton haben Kurs auf Jamaika genommen. An Bord befindet sich auch der einflussreiche Adlige Sir Hyde Montague mit seinem Gefolge, der eigene Pläne hat, von denen jedoch niemand etwas wissen darf. Denn nur er weiß, dass nach dem Einlaufen in den Hafen von Jamaika noch eine andere, weitaus gefährlichere Mission auf die „Bellona" wartet.

Der 1. Steuermann Jeff Bulmer ahnt, dass Montague finstere Pläne schmiedet – und als dieser das erkennt, versucht er alles, um Bulmer auszuschalten. Nur Lady Pamela, die Nichte Sir Hydes, kann Bulmer noch schützen – und sie ist bereit, alles dafür zu tun. Auch wenn am Horizont bereits die Piratenschiffe des Falken von Cartagena auf das britische Schiff lauern. Und wenn die „Bellona" in die Fänge der Piraten gerät, dann ist jeder an Bord in tödlicher Gefahr!

Roman

Caicos Passage. Piratenpassage.

Auf dem amerikanischen Zweidecker „Thorpe" schrillten die Knochenpfeifen, als sich am Morgen des 7. Mai 1795 östlich der kleinen Inagua-Insel das Meer bis zum Horizont mit Segeln zu bedecken begann. Ein gewaltiger Konvoi lief von der Caicos Bank kommend in die Passage ein und blieb in Luvstellung.

Auf der „Thorpe" machten sie die Batterien klar, als drei Schiffe aus dem Konvoi segelten. Franzosen. An ihren Decks waren die roten Jakobinermützen bald mit bloßem Auge erkennbar.

Mit Bestürzung sahen die Männer der „Thorpe", dass im zurückhängenden Konvoi zwei Berber-Korsaren mitsegelten. Paktierten die französischen Revolutionäre neuerdings mit den nordafrikanischen Seeräubern, die zugleich immer neuen Nachschub an Sklaven für Westindien aus Afrika herausholten?

Der Kapitän der „Thorpe", ließ beidrehen, um den französischen Linienschiffen die Flagge zu zeigen. Die Verfolgung war ein Missverständnis, das er schleunigst aufzuklären hoffte. Das junge Amerika war mit dem revolutionären Frankreich verbündet und kämpfte gegen die Seeherrschaft Englands, das den Verlust der Nordamerikanischen Kolonie nicht hinnahm.

Der Mannschaft schwante Unheil, als die Linienschiffe in Kiellinie auffuhren. Waren es Kapersegler, schändliche Freibeuter aus den französischen Besitzungen Westindiens?

Aus Langrohren eröffneten die Franzosen das Feuer.

Die „Thorpe" wehrte sich nach Kräften. Die mitfahrenden Kaufleute sprangen für die gefallenen Geschützbedienungen ein.

Nach zweistündigem heldenhaftem Widerstand war die „Thorpe", zusammengeschossen.

Zwei französische Linienschiffe gingen zum Entern längsseits. Die restliche Mannschaft wurde auf der Back zusammengetrieben und niedergemacht. Vor dem Quarterdeck und dem Kastell verteidigten sich die Kaufleute mit Spiekern, Riemen und Pistolen.

Jerome Grumman fuchtelte in Todesangst mit einem Ansetzer und zerschlug einem Piraten den Schädel unter der Jakobinermütze.

Der zweite Angreifer stieß Grumman den Säbel in die Seite. Eine Pistolenkugel traf den Kaufmann in die Schulter und schleuderte ihn in den Niedergang, bevor der Entersäbel ein zweites Mal zustieß.

Das dumpfe Krachen der Waffen, das Klirren der Säbel, die Schreie der Sterbenden und das siegestrunkene Gebrüll der Freibeuter trieben Grumman hoch und tiefer in das Schiff.

Irgendwo war Helligkeit.

Ein Körper kam von oben durch die Luke im Mitteldeck und blieb verkrümmt vor Grumman liegen.

Rauch zog herein, wo Helligkeit war.

Angst und wühlender Schmerz in der Seite peitschten den alten Kaufmann weiter.

Instinktiv suchte er dort Schutz, wo es dunkel, feucht und muffig roch. Fauliges Wasser schwappte in einem winzigen Verschlag. Ratten sprangen fiepend über Ballaststeine.

Das Geschrei war fern. Grumman zerriss seinen Rock, machte ein flaches Bündel und schob es unter das Hemd auf die Wunde, die wie lohendes Feuer schmerzte. Dumpfe Lethargie überkam ihn.

Vom Blutverlust und von den entsetzlichen Bildern des Kampfes geschwächt, sank er in einen Dämmerzustand.

Irgendwann schreckten ihn fremde Kommandos und anhaltendes lautes Poltern und Rücken hoch.

Durst begann ihn zu quälen. Er schöpfte Faulwasser und trank es schlürfend. Vielleicht suchten sie ihn.

Das emsige Trappeln vieler Füße kam seinem Versteck nicht näher. Seufzend lehnte Grumman sich zurück und dämmerte zufrieden weg.

Als er das nächste Mal wach wurde, war ihm heiß und kalt zugleich. Fieber schüttelte ihn. Er hörte nur das Schwappen von viel Wasser ganz in seiner Nähe. Auf dem Schiff war es still.

Und die Ratten waren fort. Er hörte sie nicht mehr fiepen. Aber seine linke Hand schmerzte. Die Tiere hatten ihn angenagt.

Ächzend und zitternd kroch Grumman aus dem winzigen Verschlag. Wie er einen Aufgang fand, wusste er nicht. Jedenfalls befand er sich an Deck und sah, dass es Nacht war.

Die Totenstille ringsum ängstigte ihn. Er stolperte über niederhängendes Tauwerk, Rahsplitter, Fassdauben, zerfetzte Segel und aufgeschlitzte Ballen.

„Leute – he?", krächzte er.

Keine Antwort. Nur die zerschossene „Thorpe" knarrte.

Er stolperte zum Quarterdeck. Wo waren die anderen - der Kapitän, die Kaufleute, die Matrosen?

Das Schiff schwang in der Dünung. Etwas rollte Grumman vor die Füße. Er stierte darauf, bis er begriff, dass es eine Kanonenkugel war. Das Deck neigte sich, die Kugel rollte davon.

Mit einem wahnsinnigen Schrei stolperte Grumman dorthin, wo sich das Schanzkleid befunden hatte. Das Meer leuchtete jetzt fahl herauf. Höhnisch winkten die kleinen weißen Wellenkämme.

Die Geschütze waren fort.

Und die „Thorpe" trieb steuerlos irgendwo in den Westindiengewässern.

Grumman sah die kleinen Wellenkämme undeutlich werden. Er suchte einen Halt, spürte die heftige Übelkeit und griff nach einem niederhängenden Tau.

Es gab nach, er stürzte. Seine Füße verfingen sich in Segelfetzen.

Lange lag er so und hörte die Kugel über die Planken kommen und gehen.

Unbarmherzige Hitze zwang ihn zum Kriechen. Fast blind befreite er sich von dem hinderlichen Segeltuch. Es war Tag, die Sonne brannte auf das Deck.

Krächzend rief er nach Wasser. Niemand kam. Niemand reichte ihm einen Trunk in der Holzkelle.

Angenehme Dunkelheit war vor ihm - Schatten. Erschöpft blieb er dort liegen, spürte den Leib wie Feuer brennen und wälzte sich auf den Rücken. Seine tastende Hand fand unter dem Hemd nicht den zusammengefalteten Rockärmel, sondern eine heiße Stelle, so groß wie ein Hut. Und eine seltsam weiche Kruste.

Matt und unbeholfen schälte er sich aus dem Hemd. Die Anstrengung war zuviel für ihn.

Als er seine Umgebung wieder wahrnahm, ging bereits die Sonne unter. Mühsam entledigte er sich des Hemdes und schaute an sich herunter.

Die schmerzende Stelle auf seinem Leib war größer als zwei Hände bedecken konnten. Mitten drin saß der Einstich. Er war schwarz.

Jerome Grumman lag unbeweglich. Die Nacht kam und ging, ein neuer Tag mit einer barbarischen Sonne spannte sich über die „Thorpe".

In seinen Fieberträumen begriff Grumman irgendwann, dass Myers, Bristol & Grumman in Boston erledigt war. Es war aus mit dem Handelshaus. Und mit ihm. Gescheitert an französischen Freibeutern.

Ein erbittertes Lachen stieg in seine Kehle. Aber nur ein trockenes Husten schüttelte seinen Körper.

Wieder kam eine Nacht Jerome Grumman spürte, dass er noch immer nicht tot war. Seltsame Gestalten umschwebten ihn. Nat Myers winkte mit dem Hut. Davidson Bristol hob grüßend den Stock mit dem Silberknauf. Lichter waren da, verwehte Musik, im Hafen donnerte eine Kanone. Laut und feierlich.

„Ich komme", krächzte Grumman. Myers und Bristol winkten auf dem Quarterdeck. Er kroch auf Händen und Knien, blieb in einem Gewirr von Tauwerk hängen und saß schließlich doch auf der Stiege. Aber wo die beiden Teilhaber gestanden hatten, brannte jetzt die Sonne.

„Piraten, Nat  Piraten!", brabbelte Grumman und kroch unter die Stiege. Er fürchtete die Sonne. Wenn sie auf ihn schien, schüttelte es ihn noch schlimmer.

Verwundert schaute er auf ein kleines Stück Brot. Ratten mussten es liegengelassen haben.

Seine zitternden Hände schnappten nach der Nahrung, sein Magen knurrte augenblicklich. Gierig gruben sich seine Zähne in das Backwerk.

Seine Zunge war gefühllos, sein Mund trocken wie altes Schafleder. Dennoch schmeckte er, dass das Brot verdorben war. Darum hatten die Ratten es verschmäht.

Er war den Biestern dankbar für ihren wählerischen Appetit und aß mit Heißhunger, wobei er zwischen den Stufen der Stiege auf das verwüstete Deck blickte. Große braune Flecken hatten sich über die Planken gebreitet, da und dort gnädig bedeckt mit Tuch und Trümmern. Ein zerbrochener Säbel erregte seine Aufmerksamkeit.

Seltsam, dass Davidson Bristol seinen Silberstock gegen einen Säbel eingetauscht und auch noch zerbrochen hatte.

Grumman lehnte sich zurück und brummte dumpf. Er musste ihm den Säbel holen, ihn auf seinen schlechten Tausch aufmerksam machen. Sobald die Sonne ging, musste er das stumpf glänzende Ding holen und zu Bristol auf das Quarterdeck bringen.

Irgendwann wich die Hitze. Er holte die Waffe und kletterte lahm und müde hinauf.

Aber Bristol war noch nicht da. Nur der Flintstein mit dem Eisen, die Schwefelfäden und der Schwamm. Alles Zeug, das er brauchte, um den scheußlichen Tabak in seiner schlechten Pfeife in Brand zu setzen. Die Musik spielte aber schon. Auch die Kanone feuerte. Und die Hafenlichter von Boston tanzten.

Mit zitternden Händen schlug Grumman Funken in den Schwamm. Zufrieden hielt er die winzige Glut in den lauen Wind und sah den glimmenden Punkt wachsen. Er hielt die Schwefelfäden daran und lachte krächzend, als ein blaues Flämmchen entstand.

Sie hatten das Schiff noch nicht gesichtet, sonst wären sie ihm schon mit Booten entgegengekommen. Hoffentlich brachten sie Wasser mit.

Er leckte über gesprungene, verbrannte Lippenkrusten und hielt die brennenden Schwefelfäden hoch.

Ein dumpfer Schlag dröhnte aus dem Schiff, ein Ruck schleuderte Grumman von den Knien. Danach wiegte sich die „Thorpe" nicht mehr auf den Wellen.

Sie finden mich nicht, dachte Grumman bekümmert. Die verdammte Kanone feuert zu laut!

Die Schwefelfäden brannten noch. Er zog sich am zersplitterten Geländer hoch, sah die kleinen Drehgeschütze auf Armlänge vor sich und kicherte. Er hielt die Fäden ans Zündloch und lachte gellend, als der Schuss dröhnte.

Da war noch eine Kanone, weiter drüben.

Er feuerte sie ab und fand eine dritte.

Aber die Musik brach nicht ab, es kam kein Boot, niemand brachte ihm Wasser. Schluchzend sank Jerome Grumman am Geländer nieder und presste die Hände auf die Ohren.

Wieder kam eine Nacht.

Caicos-Passage. Todespassage!

*

Beängstigend schnell zog sich der Himmel zu. Von der samtblauen Westindiennacht blieb nichts übrig als schwüle Dunkelheit. Feucht wurde es obendrein.

Ein grollendes Donnern ließ Gettis weit die Augen öffnen. Vom Blitz war natürlich nichts mehr zu sehen.

Ein Nachtgewitter in diesen Gewässern mit ihren gefährlichen Riffen fehlte gerade noch!

Gettis hatte die Ruderwache und strengte sich an, das Zentrum des Seegewitters auszumachen. Die „Bellona", war eine betagte Fregatte und nicht dafür gebaut, mitten durch ein Tropenwetter zu segeln.

Es war wohl besser, wenn er Bulmer wecken ließ. Der konnte einen neuen Kurs berechnen.

Das Knarren aus der Takelung wurde leiser, die rollende Dünung nahm ab. Besorgt warf Gettis einen Blick in die Höhe.

Grau wie Blei standen die Segel vor der Nachtschwärze und begannen zu lappen.

Ein vorderlicher brühwarmer Windstoß fiel in das Tuch und schwellte es. Gettis fasste die Handzapfen der Speichen fester und erwartete den Ruderdruck des überkommenden Schiffes.

Der Wind schlief jedoch wieder ein, Nur die schwülwarme Feuchtigkeit blieb.

Das offene Hemd klebte Gettis am Körper. Er war in Versuchung, es abzulegen, aber es gab da den klaren Befehl des Alten. Nicht ein Mann hatte mit nacktem Oberkörper herumzulaufen.

Wer sich über den Befehl hinwegsetzte, wurde am Großmast ausgepeitscht. Nicht einmal im Messedeck, wo die Männer ihre Hängematten spannten, wollte der Alte einen ohne Hemd antreffen. Nicht am Tag und nicht bei Nacht.

Nicht, bevor Jamaika erreicht war und der ganze Schwarm hochnobler Passagiere von Bord ging.

Zu spaßen war mit dem Alten nicht Sam Fasting gab einen Befehl nur einmal, und der war erst außer Kraft, wenn er es ausdrücklich sagte.

Solange Sir Hyde Montague mit seinem Stab von Kaufleuten, Schreibern und dem mitreisenden Damenflor an Bord der „Bellona und der achtern segelnden „Triton weilte, war an die Aufhebung des Befehls nicht zu denken.

Wahrscheinlich sollten

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