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Sprung ins Blaue / Sobresalto al vacío

Sprung ins Blaue / Sobresalto al vacío

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Sprung ins Blaue / Sobresalto al vacío

Länge:
218 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
23. Aug. 2016
ISBN:
9783990470640
Format:
Buch

Beschreibung

Nicht viele Dichter verfügen über die visionäre Bravour und Tiefgründigkeit, den Farb- und Formenreichtum, wie sie die kubanische Lyrikerin María Elena Blanco in Sobresalto al vacío entfaltet. Abseits der vielfältigen Tendenzen und Schulen von Lezamas Barock bis zu Nicanor Parras Antipoesie, die während der letzten Jahrzehnte die spanischsprachige Dichtung geprägt haben – Richtungen und Schulen, die María Elena Blanco ironisch als "Jenseitskanon" bezeichnet –, erfi ndet sie diese gleichzeitig neu in Textanordnungen, wo die Echos, inneren Resonanzen, Kontrapunkte eine Virtuosität erreichen, die ans Meisterliche grenzt, ohne je in die Falle der Abstraktion zu tappen. Im Gegenteil, es handelt sich um eine Poesie, die randvoll ist mit den Fakten der Wirklichkeit, dem Blut der Dinge und Geschehnisse. Die Lyrik María Elena Blancos bewegt sich auf verschiedenen physischen und geistigen Schauplätzen, wo sich die Sehnsucht, die Geschichte, die Kultur, die Sprachen verfl echten und ihre Grenzen verwischen. Das in sieben Teile gegliederte Werk ist eine bewegende Elegie an verlorene Orte und Menschen, Begegnungen mit Personen und Regionen, die der Geschichte oder dem Vergessen anheimfielen: Städte, Grabstätten, Havanna, Österreich, die erotischen Tempel von Khajuraho in Indien, die Brände Valparaísos. Sie alle erscheinen kraft der Sprache, als würden sie von Neuem geboren, strahlend und den Worten verbunden, die sie beschwören … Sobresalto al vacío ist das essenzielle Buch einer essenziellen Autorin, eine Lektion in Dichtung und Menschlichkeit. - Raúl Zurita
Herausgeber:
Freigegeben:
23. Aug. 2016
ISBN:
9783990470640
Format:
Buch

Über den Autor


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Sprung ins Blaue / Sobresalto al vacío - María Elena Blanco

Nachwort

SOBRESALTO AL VACÍO

SPRUNG INS BLAUE

LA DAMA, AL UNICORNIO

La Dame à la licorne

Museo de Cluny, París

el posesivo yerra

hoy lo mío es dictamen

el granate adolece

la media edad se aleja

mimar el paladar

oír el canto ausente

oler fruto prohibido

verme yo en el espejo

doblegarte tu cuerno

librarme del collar

parto de islas azules

nadando entre la nada

a través de la nada

llevada por la nada

a mi único deseo

retomar voz y vida

estrellando la nada

DIE DAME ZUM EINHORN

La Dame à la licorne

Musée de Cluny, Paris

Es irrt das Attribut

heut ist mein Wunsch Befehl

es kränkelt der Granat

das Mittelalter schwindet

den Gaumen verwöhnen

das stumme Lied hören

die verbotene Frucht riechen

mich selbst im Spiegel sehen

dein Horn überwinden

mich von der Kette befreien

ich fahre von blauen Inseln

verschwimmend im Nichts

durch das Nichts

in der Strömung des Nichts

zu meinem einzigen Begehr

Stimme und Leben zurückzuholen

das Nichts in Sterne zu schlagen

DIOSAS EN EXILIO

des déesses en exil …

Yannick Haenel, La Dame à la licorne

A Nivaria Tejera

I

(no pudieron con ella

ni podrán

los ángeles exterminadores

los escribas)

voy sesgando el espacio

superpongo a la figura rumbosa

que traza Alechinsky de este barrio

la que fue mía, la excéntrica,

la deseante

los de aquí conjeturan

¿de dónde será?

atlántida o fenicia

distante

ignora los altares que enciende

conjura una inteligencia andrógina

sigo por esta calle como en trance,

cada paso una dilatada victoria contra el tiempo

o un destiempo feliz

(tal vez entonces ella

hubiese rehuido a la que yo era, tal vez

la que yo era no la hubiera adorado)

GÖTTINNEN IM EXIL

des déesses en exil …

Yannick Haenel, La Dame à la licorne

Für Nivaria Tejera

I

(sie kriegten sie nicht klein

und werden sie nicht kriegen

die Würgeengel

die Schreiberlinge)

ich neige den Raum

lege über die prächtige Gestalt

die Alechinsky zeichnet von diesem Bezirk

jene, die meine war, die exzentrische,

sehnsuchtsvolle

woher sie wohl kommt?

spekuliert man hier

Atlantin oder Phönizierin?

unnahbar

übersieht sie die an ihr entzündeten Altäre

beschwört eine androgyne Intelligenz

ich schreite die Straße wie in Trance entlang,

jeder Schritt ein verzögerter Sieg wider die Zeit

oder eine glückliche Unzeit

(vielleicht hätte sie damals

jene, die ich war, gemieden, vielleicht

hätte damals jene, die ich war, sie nicht verehrt)

cuando llamo a su templo de papiro,

atravieso el jardín en que se libran

mil batallas de plumas y arden rosas

ya transidas de invierno

responde

su voz hueca de cales y humedades

(polos de un magnetismo astral, alientos

del mismo aire ciclónico en claves

de reserva y desgaste)

desde su terciopelo

gris, su raso rojo, entre lienzos

cuarteados o sedosos, la diosa desafiante

ríe a medias, acepta

contemporizar con la ciudad, sorda ya

para siempre al crujir de algodones

en las azoteas azules

yo vuelvo al cubo albo, me esfumo

ella se recoge en su silencio fértil

(secretamente a veces, muy entrada la noche,

quemo aromas de inciensos

y me rindo a sus pies)

II

otra diosa la sueña en duermevela

y arranca sus propias glosas a la nada

klopfe ich an ihren Tempel aus Papier

quere ich den Garten, wo Federn

tausend Schlachten schlagen und Rosen

brennen, schon vom Frost erstarrt

antwortet

ihre Stimme, hohl von Kalk und Feuchtigkeiten

(Pole eines astralen Magnetismus, Atem

derselben Wirbelstürme, verschlüsselt

in Vorbehalt und Verschleiß)

von ihrem grauen

Samt, ihrem roten Satin, zwischen rissigen

oder seidigen Leinwänden, lacht die herausfordernde

Göttin ein halbes Lachen, ist bereit

sich der Stadt einzugemeinden, schon ertaubt

auf immer für das Rauschen der Wäsche

auf blauen Terrassen

ich kehre zum schneeweißen Würfel zurück,

löse mich auf, sie hüllt sich in ihr fruchtbares Schweigen

(insgeheim manches Mal, schon tief in der Nacht

entzünde ich Räucherwerk

und ergebe mich ihr zu Füßen)

II

eine andere Göttin träumt von ihr im Halbschlaf

und entwindet dem Nichts ihre eigenen Glossen

DÍSTICOS GRIEGOS,

500 a. C. – 2005 a. D.

Das Glück beruht oft nur

auf dem Entschluss glücklich zu sein.*

(Proverbio alemán)

La felicidad (una buena taza de chocolate

luego del cumplido amor)

me ronda como un perro, me olfatea

y se hace polvo ante mis ojos.

Antonio Cisneros,

Monólogo del falso J.W. Goethe, IV

I

Templo de Atenea Niké

En el umbral del propileo abierta a nuestros

pies la mariposa negra un guiño

a la belleza frágil frente a tanta piedra,

naranja y negra mariposa indemne

como anunciándonos que la piedra también

hasta el mármol pentélico caerá

II

Templo de Poseidón

Al fin así las velas blancas se alzan sobre el mar

duras y flacas entre el viento y el azote

* A veces la felicidad consiste simplemente en proponerse ser feliz.

GRIECHISCHE DISTICHEN, 500 v. Chr. – 2005 n. Chr.

Das Glück beruht oft nur

auf dem Entschluss glücklich zu sein.

(deutsches Sprichwort)

Das Glück (eine gute Tasse Kakao nach

dem Liebesakt) streicht mir wie ein Hund

um die Beine, beschnuppert mich und

zerfällt vor meinen Augen zu Staub.

Antonio Cisneros,

»Monologe des falschen J. W. Goethe, IV«

I

Tempel der Athena Niké

Auf der Schwelle des Portals zu unseren Füßen

geöffnet der schwarze Schmetterling ein Memento

zerbrechlicher Schönheit angesichts all des Steins,

orange und schwarz schadloser Schmetterling

als künde er uns, auch der Stein

selbst pentelischer Marmor wird fallen

II

Tempel des Poseidon

Endlich steigen so die weißen Segel aus dem Meer

hart und schlank zwischen dem Wind und der Brandung

der Sonne, die filigranes Blut zur amethystenen

Kette schmiedet, und der gespiegelte Saphir

del sol forjando el preciosismo de la sangre

en amatista línea, y el díptico zafiro

encierra la cristalizada estela de Egeo

en su gran salto de ópalo

III

Templo de Afea

Dórica desapareció en la colina peinada de pinares

extintos, y una redecilla pistacho tierno

suple en levedad la carga de columnas reacias

un lecho de virgen ninfa a desvelar

todas allí de Atenas eternizando envidia y Afea

más y más bella en su invisibilidad

IV

Pórtico de las Cariátides

La fácil fórmula de la dicha sobre una

taza roja en la terraza recoleta

de una taberna en que se ofrece chocolate

vienés mantel a cuadros flores verdes

claro de bosque, oscuro peso del ocio

en la falda del Partenón (con él)

birgt den gefrorenen Schaum

von Ägeus’ großem Sprung im Opal

III

Tempel der Aphaia

Dorisch verschwand sie im gerodeten Pinienkamm

des Hügels, ein feines Pistaziengeweb

wiegt

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