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Ein MORDs-Team - Band 13: Die fünfte Dynastie (All-Age Krimi)

Ein MORDs-Team - Band 13: Die fünfte Dynastie (All-Age Krimi)

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Ein MORDs-Team - Band 13: Die fünfte Dynastie (All-Age Krimi)

Länge:
145 Seiten
2 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
Oct 6, 2016
ISBN:
9783958342156
Format:
Buch

Beschreibung

Sonja Walker erinnert sich zurück an ihre Kindheit, als die Katastrophe auf Angel Island ihr einen Teil der Familie nahm. Hierzu möchte sie einen Blick in die Vergangenheit werfen, um eine Reportage zu drehen. Zusammen mit einem Teil des MORDs-Teams macht sie eine schreckliche Entdeckung, die die damaligen Ereignisse in einem anderen Licht erscheinen lässt.
Im Jahr 1985 betreten Jamie, Shannon, Harrison und Billy den Zirkusrummel, um einen unbeschwerten Tag zu verbringen. Stattdessen geraten sie mitten in die Katastrophe.

Dies ist der 13. Roman aus der Reihe "Ein MORDs-Team", der Auftakt zum 2. Fall.
Herausgeber:
Freigegeben:
Oct 6, 2016
ISBN:
9783958342156
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

Ein MORDs-Team - Band 13 - Andreas Suchanek

13

»Die fünfte Dynastie«

von Andreas Suchanek

So beginnt der erste Fall

1985: Die vier Jugendlichen Harrison, Jamie, Shannon und Billy besuchen den Zirkusrummel auf Angel Island. Ein entspannter Tag verwandelt sich in ein Inferno. Zwischen Feuer und Rauch, Trümmern und Panik treffen die Mächtigen von Barrington Cove aufeinander. Pläne werden zunichtegemacht, geheime Identitäten enthüllt – ein Mord geschieht. Doch es soll dreißig Jahre dauern, bis endlich jemand die Frage stellt: Wer tötete …?

Gegenwart: Sonja Walker erinnert sich zurück an ihre Kindheit, als die Katastrophe auf Angel Island ihr einen Teil der Familie raubte. Sie möchte einen Blick in die Vergangenheit werfen, um eine Reportage zu drehen.

Dabei macht sie mit einem Teil des MORDs-Teams eine schreckliche Entdeckung, die die damaligen Ereignisse in einem anderen Licht erscheinen lässt.

Prolog

1985

Der Geruch gerösteter Mandeln kitzelte Jamies Nase. Drei Mädchen gingen an ihnen vorbei, sahen herüber und kicherten, während sie Zuckerwattefetzen abrissen und aßen. Sicherheitshalber spannte er die Brustmuskeln ein wenig an, damit sie sich unter seinem Polo abzeichneten.

Gemeinsam mit Shannon, Billy und Harrison drang er tiefer in die Menge ein. Wie jeden Sonntag war der Zirkusrummel auf Angel Island gut besucht, die Straßen Barrington Coves dagegen waren nahezu ausgestorben.

In der Ferne rotierte das gewaltige Riesenrad. Ein »Ha, ha, ha« drang von der Geisterbahn herüber, vermengte sich mit einem hohen Kreischen aus Richtung der Achterbahn. Soeben ratterte ein Wagen den Abgrund hinunter.

Billy starrte gebannt auf das Treiben ringsum. Da er kaum Geld besaß, war er erst ein Mal hier gewesen, und da hatte es prompt geregnet.

Jamie legte einen Arm um den Freund. »Sonne, eine frische Brise vom Meer, Zuckerwatte und süße Mädchen. Perfekt, oder?«

Als ihm bewusst wurde, was er da gerade gesagt hatte, riskierte er einen kurzen Seitenblick zu Shannon. Er atmete auf. Scheinbar hatte seine Freundin nichts gehört. In letzter Zeit war sie ziemlich reizbar. »Alles okay, Shan?«

Sie nickte. Vielleicht hatte sie es heute etwas mit dem Haarspray übertrieben. Und die Jeansjacke passte keinesfalls zu den Chucks. Seltsam. Sie legte normalerweise großen Wert auf ihr Äußeres, predigte ihm ständig was von Farben, die zusammenpassen mussten.

»Klar«, erwiderte sie mit etwas Verzögerung fahrig.

»Ey, hier sind ja heute echt alle auf den Beinen«, kam es von Harrison. »Schon drei Leute aus unserer Klasse gesehen.«

»Das ist in ein paar Monaten vorbei.« Jamie grinste. »Bald heißt es: College.«

Auch das hob seine Laune. Entgegen jeder Wahrscheinlichkeit waren sie alle auf dem Pinehearst College untergekommen. Sogar Billy würde dort studieren können, dank eines Stipendiums.

Sie ließen sich von der Menge treiben. Jamie schoss Shannon einen Stoffhasen, den diese aber einstweilen am Stand deponierte, um ihn später abzuholen.

Billy fuhr zum ersten Mal Achterbahn. Danach leuchteten seine Augen, das Gesicht war puterrot. »Na, Adrenalinkick?«, fragte Jamie.

Der Freund nickte nur.

Es wurde Nachmittag, schließlich Abend.

Harrison wollte unbedingt in die Geisterbahn und bekam seinen Willen. Billy und Shannon fuhren mit.

Jamie wartete lieber draußen, bevor die Klaustrophobie erneut zuschlug. Es war der einzige Moment an diesem Tag, an dem die Erinnerung an Marietta ihn überfiel. Doch er drängte sie zurück. Heute wollten sie abschalten, den Sonntag genießen, sich freuen.

Während die anderen durch das Dunkel fuhren, schlenderte er über das Gelände. Er überlegte, worauf er mehr Lust hatte, Zuckerwatte oder gebrannte Mandeln. Beides.

In der Ferne sah er Martha Williams, die, von Freundinnen umringt, über den Zirkusrummel spazierte. Hübsch war sie geworden.

Am Horizont versank die Sonne.

Mittlerweile mussten die anderen auf dem Weg zu ihm sein, so lange dauerte eine Fahrt nämlich kaum. Vermutlich saß Billy direkt noch einmal in der Achterbahn.

Jamie konnte hinterher nicht mehr sagen, wann er den ersten angsterfüllten Schrei gehört hatte, doch es war nur der Auftakt. Es ratterte, krachte, Holz splitterte. Eine Explosion folgte. Rauch stieg in den Himmel.

Das Inferno begann.

Angel Island, vor der Küste von Barrington Cove

Ein Samstagmorgen

Gegenwart

Neugierig betrachtete Randy die Lautsprecher. Sie waren angesengt, ein Teil der Elektronik verschmort. Beim Aufprall auf den Boden war ein Segment der Verschalung abgebrochen.

»Da kommen Erinnerungen hoch«, sagte Olivia leise. Die Freundin stemmte die Fäuste in die Hüften, blickte hinüber zum Riesenrad. Sie trug eines ihrer geliebten ärmellosen Shirts, darüber eine Jacke. Bei jeder Handbewegung klimperten ihre zahlreichen Armreifen.

Normalerweise hielt Olivia an einem solchen Ort wie dem verlassenen, heruntergekommenen Zirkusrummel auf Angel Island stets eine Kamera in den Händen. Heute waren sie jedoch nur als moralische Unterstützung dabei, das Fotografieren übernahm Sonja selbst.

Er nickte. »Kaum zu glauben, dass Danielle und ich da vor ein paar Wochen heruntergeklettert sind.«

Der Mörder von Marietta King – Bürgermeister Tyler – hatte erneut seinen makabren Sinn für Mordlust bewiesen, als er ein weiteres kleines Chaos veranstaltet hatte. Marek, der frühere Freund Mariettas, war dabei gestorben.

»Alles okay bei euch?« Sonja kam herbeigeeilt. Die sechsunddreißigjährige Reporterin musterte sie mit einem abschätzenden Blick. Um ihren Hals hing an einem Band die Kamera. Das dunkle Haar war keck zu einem Pferdeschwanz gebunden, sie trug eine Jeans und eine weiße Bluse, darüber eine Jeansjacke. »Kommen Erinnerungen hoch?«

Randy zuckte mit den Schultern. »Ein bisschen.« Dass er manchmal schweißgebadet aufwachte, weil er glaubte, eine Tablette verschluckt zu haben, erwähnte er besser nicht.

»Wenigstens lässt der Presserummel langsam nach«, sagte Olivia. »Anfangs konnten wir ja kaum noch aus dem Haus. Aber die Interviews haben geholfen. Das Interesse geht zurück.«

Randy kickte einen Stein davon. »Leider hat das auch dafür gesorgt, dass das Verfahren gegen Bruker junior eingestellt wurde. Sein Dad muss da irgendwas gedreht haben. Mason war verdammt sauer.«

»Gedreht hat wohl eher seine Mum etwas«, kam es von Sonja.

»Was?« Er sah auf.

»Wieso Mum?«, fragte Olivia.

»Oh, richtig, ihr hattet bisher ja nur das Vergnügen mit den Männern der Familie. Macht euch auf etwas gefasst, die Mutter ist nicht viel besser.« Sie schüttelte den Kopf, die Lippen abschätzig verzogen. »Hoffen wir, dass Bruker senior bei der kommenden Wahl des Sheriffs die Quittung für seine Inkompetenz bekommt. Zeit dafür wäre es ja.«

Gemeinsam schlenderten sie in Richtung Geisterbahn.

»Schade, dass Mason und Danielle nicht dabei sind«, sagte Sonja.

»Ha!« Randy lachte auf. »Es ist Samstag und vor zehn. Wenn du keinen Bagger durch das Haus der Collisters fahren lässt, schläft er noch. Glaub mir, nichts bekommt ihn wach.«

»Und Danielle …« Olivia zögerte. »Na ja, ihre Mum arbeitet wohl auf eine Scheidung hin. Es herrscht Rosenkrieg.«

»Du liebe Güte.« An Sonjas Blick war leicht abzulesen, dass sie die richtigen Schlüsse zog.

Danielles Dad, Richard Holt, war einer der furchtbarsten, Frauen hassenden Männer, die Randy je kennengelernt hatte. Shannon stand der Kampf ihres Lebens bevor. Da er obendrein Anwalt war, würde er jeden nur erdenklichen Gesetzestrick anwenden.

Gemeinsam erreichten sie die Geisterbahn.

Die Zirkusleute hatten ihnen freundlicherweise erlaubt, hier Aufnahmen zu machen. Nachdem sie Marek aus dem alten Gefängnis der Dynastien befreit hatten, hatten sie alle einen Stein bei der Sippe im Brett. Insbesondere Dorian und sein Bruder Luka freuten sich über jeden Besuch der Freunde. In den letzten Wochen war das öfter geschehen, da es nicht viele Plätze gab, wo die Reporter sie in Ruhe ließen.

Sie gingen an dem alten Karussel vorbei, das sich im Zentrum des Rummels erhob. Ein Teil der Holzpferde war verbrannt, der Rest vom Zahn der Zeit zerfressen, der Lack längst abgeblättert. Etwas seitlich versetzt stand ein alter Waggon, der damals als Imbissbude gedient hatte. Hier hatten die Zirkusleute auch Bilder von ihren Auftritten im ganzen Land ausgestellt. Ein Boxauto lag am Rand des Fahrbereichs, zerdellt, bedeckt von Unkraut.

Sie gingen zielstrebig auf jenen Ort zu, der ihnen allen in böser Erinnerung war.

Die Geisterbahn war nicht mehr als eine schief stehende Baracke. Schon die Katastrophe von 1985 hatte die Buden, Geschäfte und Häuser in Mitleidenschaft gezogen, teilweise zerstört. Nun war es noch schlimmer.

»Warum interessiert dich das alles so sehr?«, fragte Olivia. »Willst du nicht langsam mit der Sprache herausrücken?«

Sonja zögerte. »Erinnerungen. Ich will einfach ein wenig Licht in das bringen, was damals hier geschehen ist. Immerhin liegt das jetzt etwa dreißig Jahre zurück, aber so richtig gekümmert hat sich noch niemand. Als Danielle und ich vor einigen Wochen in die Asservatenkammer des Sheriffs eingebrochen sind, habe ich dort einen riesigen Berg an Gegenständen gefunden, die alle von der Katastrophe stammen. Bruker hat den Familien nichts davon zurückgegeben.« Sie ballte die Fäuste.

Randy sah mit gerunzelter Stirn dabei zu, wie sie

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