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Tut-ench-Amun - Ein ägyptisches Königsgrab: Band III

Tut-ench-Amun - Ein ägyptisches Königsgrab: Band III

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Tut-ench-Amun - Ein ägyptisches Königsgrab: Band III

Länge:
356 Seiten
2 Stunden
Freigegeben:
Jan 25, 2015
ISBN:
9783944309736
Format:
Buch

Beschreibung

Nach dem Tod des eigenwilligen Pharaos Echnaton herrschte in Ägypten der Pharao Semenchkare. Mit dessen Tod um das Jahr 1333 v. u. Z. ging der ägyptische Thron an den einzigen, höchstens neun Jahre alten Neffen Echnatons, Tutanchaton, besser bekannt unter seinem späteren Namen Tutanchamun.

Das wohl berühmteste Grab in der Geschichte der Archäologie wurde am 4. November 1922 von Howard Carter in der Nähe des Eingangs zum Grab Ramses VI. entdeckt. Vom Fuß einer Treppe führt ein einziger Korridor hinab zum Vorraum, von dem eine kleine Seitenkammer und zur Rechten die etwas tiefer liegende Sarkophagkammer abgehen, die wiederum einen eigenen Nebenraum besitzt, die Schatzkammer.

Dieser dritte Band des archäologischen Berichtes von der Untersuchung des Grabes wurde erstmals im Jahr 1932 herausgegeben und erscheint hiermit erstmals als E-Book. Er enthält den Bericht über die Arbeiten sowie über die Gegenstände in den noch nicht untersuchten Räumen des Grabes: der Schatzkammer und der Vorratskammer. Wie bereits in den ersten beiden Bändern wird die Darstellung durch Berichte über die Geschichte der sogennannten Ketzerkönige und außerdem über die naturwiisenschaftlichen Untersuchungen im Grab abgerundet.

Die ersten beiden Bände des Ausgrabungsberichtes sind ebenfalls als E-Book erhältlich.
Freigegeben:
Jan 25, 2015
ISBN:
9783944309736
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

Tut-ench-Amun - Ein ägyptisches Königsgrab - Howard Carter

Carter

Kapitel

I

Tatsachen und Vermutungen über die Könige der Ketzerzeit

B

eim Versuch, sich ein genaues Bild von den Königen zu verschaffen, die in die Atonketzerei verwickelt waren, also von Amenophis III., Amenophis IV. (Echnaton), Smench-ke-re (Sakere), Tut-ench-aton (Tut-ench-Amun) und dem „göttlichen Vater" Eje, steht man immer wieder verwirrt vor mancherlei Schwierigkeiten, die sich aus dem Mangel an ausreichendem Tatsachenmaterial ergeben. Von ihrer wahren Lebensgeschichte wissen wir nur wenig Zuverlässiges, und es ist erstaunlich, wie stark das Missverhältnis zwischen der an sich so großen Zahl von Denkmälern und den Tatsachen ist, die daraus zu entnehmen sind. Die wenigen historischen Urkunden, die uns zur Verfügung stehen, haben mehr den Charakter von Zufälligkeiten. Eine gelegentliche Inschrift auf einer verwitterten Felswand, ein Skarabäus, ein Stück Leinwand, ein Fetzen von einem Papyrus oder eine Tonscherbe sind alles, was uns das Geschick erhalten und zutage gefördert hat. Die einzige weitere Wissensquelle sind Andeutungen auf den zahlreichen Reliefs und Malereien in den Tempeln und Grabkapellen jener Zeit. Und diese wiederum, so ausführlich sie auch sein mögen, bestehen in der Hauptsache aus konventionellen, phrasenhaften Lobreden auf den König als den mächtigen Herrscher, den festen Pfeiler des Glaubens, den alleinigen irdischen Vertreter des höchsten Gottes. Nur in ganz vereinzelten Fällen erfahren wir aus ihnen Wesentliches über die Regierung und das Privatleben jener Könige, so dass zahllose mehr oder weniger wichtige Fragen unbeantwortet bleiben müssen und unseren eigenen Vermutungen überlassen sind.

Nur hin und wieder scheint sich beim Durchforschen dieses Materials für einen Augenblick der Nebelschleier zu lüften, der jene Herrscher umhüllt, und wir erhaschen einen Strahl von irgend etwas Erstaunlichem oder Rätselhaftem. Die häusliche Seite ihres Lebens und Treibens und seiner mannigfachen Wege kann von uns nur geahnt werden, wir können auf Grund des Gegebenen einzig und allein Folgerungen ziehen.

Eine weitere Schwierigkeit liegt in der Doppeldeutigkeit der Daten auf den Denkmälern, die in sich selbst anachronistisch sind, da sie aus einer Verknüpfung von Regierungs- und Kalenderjahren bestehen. Falls wir also nicht eine genaue Kenntnis von dem wirklichen Jahr, Monat und Tag der Thronbesteigung eines Königs besitzen, Sind diese Daten beinahe überhaupt nicht zu einer sicheren Zeitbestimmung zu gebrauchen. So mag zum Beispiel Jahr 1, Monat 3 der dritten Jahreszeit unter der und der Regierung, entweder ein Jahr und elf Monate oder nur 13 Monate vom Tage der Thronbesteigung eines Königs an bedeuten. Um diese Schwierigkeit zu überwinden, habe ich mir geholfen und Daten angenommen, die gleich weit von den beiden Extremen stehen, indem ich die Jahreszeiten, Monate und Tage des (bürgerlichen) Kalenderjahres, wie Sie auf den Denkmälern genannt sind, als ein halbes Regierungsjahr verrechnet habe.

Ich betone diese bedauerliche Tatsache, nicht um den Wert der alten Denkmäler und Dokumente herabzusetzen oder um die Gelehrten zu bekritteln, sondern lediglich, um die vielen „Vielleicht und „Wahrscheinlich zu entschuldigen, die sich in der nachfolgenden – wie es leider nicht anders möglich ist – versuchsweisen Chronologie der Ereignisse finden.

Manetho stellt bei Josephus fest, dass Amenophis III. dreißig Jahre und zehn Monate regiert hat, während einzelne Denkmäler des Königs das späte Datum eines 37. Regierungsjahres tragen. Und wenn wir eine Darstellung im Grab des Huje in Amarna (siehe weiter unten), auf dem die beiden Königsfamilien Amenophis III. und Amenophis IV. erscheinen, hinzuziehen, dann muss er ungefähr vierzig Jahre regiert haben.

Diese Unstimmigkeit mag ihre Erklärung durch eine Wandaufschrift im Pyramidentempel von Medum finden, das dem stets bereiten Schreibzeug des ägyptischen „Schreibers Maj entstammt, der da sagt, dass er kam, „um die sehr große Pyramide des Königs Snefru zu sehen. Die Inschrift lautet: „Jahr 30, unter der Majestät des Königs Neb-maat-Re, Sohnes des Amun, der da ruht in Wahrheit, Amenhotep (III.), Fürst von Theben, des Herrn der Macht und Fürsten der Freude, der den Hasser der Ungerechtigkeit des Herzens liebt, der seinen Sohn (männlichen Sprössling) an die Stelle seines Vaters bringt und seine Erbschaft im Land errichtet. Der „Erbe, auf den in dieser Inschrift Bezug genommen wird, kann niemand anderes sein als Amenophis IV., der später den Namen Echnaton annahm. Für die Einsetzung des jungen Prinzen auf den Thron müssen bestimmte Gründe vorgelegen haben, und die Verschiedenheit der Daten, wie sie sich aus den Angaben Manethos und der ägyptischen Denkmäler ergibt, ist auf die Mitregentschaft der beiden Könige zurückzuführen. Die dreißig Jahre und zehn Monate, die Manetho Amenophis III. zuschreibt, beziehen sich augenscheinlich auf seine Regierungszeit als alleiniger König.

Die hauptsächlichen, datierten Belege aus der Zeit vor der Mitregentschaft sind die folgenden: 1. ein Skarabäus, der die Heirat des Königs mit Teje, der Tochter des Jua und der Tua, voraussichtlich noch vor Beginn seines 2. Regierungsjahres, festlegt (siehe den nächsten Skarabäus); höchstwahrscheinlich fand diese Heirat zur Zeit seiner Thronbesteigung statt, als der König etwa neun Jahre alt war; 2. Inschriften in den Steinbrüchen von Tura und el-Bersche, die in seinem dritten Regierungsjahr erschlossen wurden; 3. ein Skarabäus aus dem 3. Jahr, der eine Wildjagd erwähnt, und auf dem Teje, die „Gemahlin des mächtigen Königs" erwähnt ist; 4. zwei Denkschriften am ersten Nilkatarakt, die einen nubischen Feldzug im 6. Regierungsjahr erwähnen; 5. ein Skarabäus, der 102 von dem König in der Zeit zwischen seinem ersten und zehnten Regierungsjahr erlegte Löwen erwähnt; 6. ein Skarabäus, der seine Vermählung mit einer Fremden, der Prinzessin Kirgipa (Giluchipa), Tochter des Satarna, Königs von Naharain (Mitani) beurkundet; 7. ein Skarabäus, der die Anlage eines Lustsees in seinem 12. Regierungsjahr verzeichnet und 8. die erste Jubiläumsfeier, zwischen seinem 30. und 31. Regierungsjahre, die in dem Grab des Oberaufsehers der Speicher Chaem-het in Theben verzeichnet ist.

Ans späterer Zeit sind die nachfolgenden datierten Urkunden bekannt: 1. ein (übrigens fingierter) Erlass zur Sicherung der Stiftung für eine Kultkapelle, der sich an die höchsten Beamten des Staates richtet und aus dem 31. Jahr der Regierung Amenophis III. datiert ist; 2. ein Vermerk des Jahres 35 auf einem Altar in Gebel Silsile; 3. Beurkundung der dritten Jubiläumsfeier im Grab eines gewissen Cheruf unter der folgenden Aufschrift: „Jahr 36, Vorführen der Hofbeamten zur Vorstellung in Gegenwart (des Königs) bei dem dritten Jubiläum Seiner Majestät"; die Königin Teje ist in der Titulatur genannt; 4. berichten zwei datierte Denkinschriften in Sarbut-el-Châdem (Sinai) von einer Expedition dorthin im gleichen Jahr; 5. hat Winlock im Königspalast in Theben, südlich von Medinet Habu, das Jahr 37 als spätestes Regierungsdatum entdeckt. – Da sich in diesen Urkunden kein Hinweis auf das Bestehen einer Mitregentschaft findet, wenden wir uns besser von den Inschriften zu den bildlichen Darstellungen.

Eine einzigartige Szene bieten auf einem Türsturz im Grabe des Huje in Amarna zwei gegenübergestellte Darstellungen der Familien Amenophis III. und Echnatons. Diese Paralleldarstellung der zwei Familien bestätigt nicht nur die Mitregentschaft der beiden Könige, sondern gibt uns allen Grund zu der Annahme, dass Amenophis III. noch mindestens ein Jahr die Geburt von Echnatons vierter Tochter, Nefer-nefru-aton-te-schere überlebt hat. Die darunter befindliche Gebetszene des Huje auf dem linken Türpfosten wiederholt die übliche Ausrufung der drei zu verehrenden Wesen, des Aton, des Königs und der Königin; entsprechend werden auf dem rechten Türpfosten Echnaton, sein Vater Amenophis III. und seine Mutter Teje begrüßt. Dieser Text wird durch die Darstellung auf dem Türsturz erläutert: Das Bild ist in zwei Hälften geteilt. Die linke zeigt die Familie Echnatons, die rechte die Amenophis III. In der ersten sind Echnaton und die Königin Nofretete nebeneinander auf Lehnstühlen sitzend dargestellt, ihre vier Töchter, fächerwedelnd ihnen zugewandt. Das Gegenbild zeigt Amenophis III. mit einer eng anliegenden Kappe, auf einem Stuhl sitzend, als ob er sich an seine ihm gegenübersitzende Gemahlin wenden wollte, an deren Knie sich die Prinzessin Bekt-aton lehnt. Über beiden Bildern sendet die Sonnenscheibe beiden Familien ihre Strahlen mit dem Symbol des Lebens. Das Bild ist ein Beweis für die bekannte oder wenigstens vermutete Tatsache, dass Amenophis III. noch mindestens ein Jahr nach der Geburt von Echnatons vierter Tochter gelebt hat. Er hat also ungefähr in seinem 49. Lebensjahr sein 40. Regierungsjahr erreicht. Dieses fällt wahrscheinlich mit dem 9. Regierungsjahr Echnatons zusammen. Nach der Darstellung von Bekt-aton auf diesem Bild zu urteilen, muss sie etwa in demselben Alter gewesen sein wie Anches-en-paton.

Die ungewöhnliche Ähnlichkeit Amenophis III. in der rechten eben erwähnten Türpfostenszene mit einem sitzenden König auf einer kleinen, unvollendeten Stele im Berliner Museum (Nr. 20716), die in Amarna gefunden wurde, lässt vermuten, dass beide Arbeiten von dem gleichen Künstler stammen, vielleicht sogar von dem Bildhauer Auta, der im Grab des Huje dargestellt ist, wie er an einer Statuette der Bekt-aton arbeitet. Unzweifelhaft sind auf der Berliner Stele unter der Strahlensonne zwei Könige abgebildet: der zur Rechten ist vermutlich Echnaton; er trägt die blaue Krone und gießt Wasser in den Becher des zur Linken sitzenden Königs, der die gleiche Tracht hat wie Amenophis III. auf dem Türsturz. Die Stele scheint ein neuer Hinweis auf die Mitregentschaft der beiden Könige zu sein, bei der Echnaton zweifellos die größere Macht in Händen hatte.

Die Königin Teje, die Mutter Amenophis IV., war nicht von königlichem Geblüt. Sie war die Tochter eines Höflings, namens Jua, und seiner Frau Tua. Daher kamen ihr auch ihre Titel: „Erbfürstin, Herrin des Nordens und Südens, große königliche Gemahlin, Herrin der beiden Länder nicht von Geburt aus zu, sondern die erwarb sie erst durch ihre Heirat mit Amenophis III. Sie war die offizielle Königin, und deshalb brachte es auch ihr Vater Jua zu hohem Rang und wurde vielleicht aus dem Grund, weil er der Vater der Königin war, „göttlicher Vater genannt. So konnte Amenophis IV. auch nicht als von ganz reinem königlichem Geblüt gelten; dies dürfte den Anlass dazu gegeben haben, dass der männliche Spross an die Stelle des Vaters gebracht und „seine Erbschaft im Land errichtet wurde", wie die vorhin erwähnte Medum-Inschrift angibt.

Auch Amenophis III. selbst scheint nicht von reinem königlichen Geblüt gewesen zu sein, da ihm Darstellungen und Inschriften im Amuntempel von Luxor, ähnlich denen der Königin Hatschepsut in Der-el-Bahari, eine übernatürliche Geburt und Krönung durch die Götter zuschreiben, mit anderen Worten, ihn als göttlich erklären. In verschiedenen späteren Proklamationen erscheint sein Sohn Amenophis IV. als Sohn des „Vaters Aton", dem als Gottheit göttliche Beinamen und eine Königstitulatur gegeben werden.

Wie dem auch sein mag, seine Erbfolge wurde festgelegt, man setzte ihn auf den Thron seines Vaters, und er wurde tatsächlich Machthaber. In den sieben Jahren dieser Mitregentschaft wurde Aton die höchste Gottheit und der allerhöchste Herr. Aton, der somit Arnun ersetzte, erhielt den Titel „Vater", und man betrachtete als den Beginn seiner Herrschaft als höchster Gott und König den Tag, an dem sein künftiger Prophet und Vorkämpfer Amenophis IV. seine Regierung antrat.

Der Aton-Glauben war seit langem bekannt, aber erst durch Amenophis IV. scheint seine wahre Natur und allerhöchste Würde entdeckt worden zu sein.

Battiscombe Gunn weist mit Recht darauf hin, dass seine Benennung „Re lebt, Harachte, der da jubelt am Horizont in seinem Namen: Schu, der da ist Aton" den Hauptzweck verfolgte, die Gleichung Aton = Harachte-Re aufzustellen, um auf diese Weise eine seit alters bestehende Wesensgleichheit Atons mit anderen, reinen Sonnengottheiten Ägyptens festzulegen und somit seine Stellung als allerhöchsten Gott zu festigen und zu beglaubigen. Der Aton-Kult, weit entfernt einen Bruch mit der Vergangenheit zu versuchen, war nur eine Fortsetzung älterer Sonnenkulte. Man fragt sich verwundert, ob nicht die gesamte Bewegung ein Ergebnis der Kämpfe um die Vorherrschaft von Nord und Süd, also zwischen den Parteigängern des Re-Harachte in Heliopolis und des Amun in Theben gewesen ist. Eins indessen ist klar, dass der Vorrang des Aton wuchs und schwand mit der Regierung Echnatons.

Sieben Jahre nach der Thronbesteigung Amenophis IV. wurde etwa 300 Kilometer südlich von Heliopolis und 450 Kilometer nördlich von Theben unweit des Nilufers unter großem Gepränge eine Stadt für „seinen Vater Aton gegründet, in die Echnaton mit seinem ganzen Hof übersiedelte. Felsinschriften bezeichneten die Grenzen des Stadtgebietes, das heute allgemein Teil el-Amarna oder kurz Amarna genannt wird, und in den offiziellen Texten mit dem Namen Echet-aton bezeichnet wurde. Der Text dieser Grenzstelen kündet, dass Seine Majestät in Gegenwart ihres Gefolges, der hohen Beamten des ganzen Landes folgendermaßen gesprochen hat: „Siehe, Echet-aton ist es, das ich im großen Namen Meiner Majestät auf Atons Wunsch auf ewig zu seinem Denkmal schaffen soll: Aton, mein Vater, ist es gewesen, der mich nach Echet-aton geführt hat. Nicht einer der Edlen hat mich hierher geleitet, niemand im ganzen Land leitete mich hierher und sagte: ,Es ziemt seiner Majestät einen Horizont Atons an dieser Stelle zu errichten‘. Nein, es war Aton, mein Vater, der mich leitete, auf dass ich hier für ihn einen Horizont Atons schüfe … Ich gründe Echet-aton an dieser Stelle für Aton, meinen Vater … Ich werde Echet-aton für ihn nicht südlich von hier, nicht nördlich von hier, nicht westlich von hier oder östlich von hier gründen. Ich werde nicht die südliche Grenztafel von Echet-aton nach Süden, noch die nördliche Grenztafel von Echet-aton nach Norden überschreiten, sondern nur innerhalb dieser Grenze Echet-aton für ihn gründen; auch werde ich es nicht auf der westlichen Seite schaffen. Nein, ich will Echet-aton für meinen Vater auf der Sonnenaufgangsseite von Echet-aton gründen … noch soll die Königin zu mir sagen: ,Siehe, es ist ein guter Platz für Echet-Aton an einer anderen Stelle‘, noch will ich auf sie hören … Der König zählt dann die verschiedenen Gebäude auf, die er innerhalb Echet-aton errichten will und sagt: „Ein Grabmal soll für mich in dem Ostberg gemacht werden, und mein Begräbnis soll darin gemacht werden … und das Begräbnis der großen königlichen Gemahlin, Nofretete, soll darin gemacht werden … und das Begräbnis der Prinzessin Meritaton soll darin gemacht werden … die Gräber des ‚Größten der Schauenden‘ und der Gottesväter Atons und der Priester Atons … die Gräber der Offiziere, sie sollen in dem Ostberg von Echet-aton gemacht werden, und sie sollen darin bestattet werden."

Die Ansprache des Königs erinnert an das alte französische Sprichwort „Qui s’excuse s’accuse", und man gewinnt den Eindruck, dass diese neue Stadt im Gegensatz zu aller Gewohnheit mehr eine Zufluchtsstätte für den jungen König war, der unter dem Einfluss dunkler Mächte innerhalb seines eigenen Hofes zum Propheten und Vorkämpfer einer politisch-religiösen Bewegung wurde.

Von jenem Tag an muss eine starke Bautätigkeit eingesetzt haben; die neue königliche Residenz begann rasch zu wachsen und zu blühen. Tempel und Grabbauten, Paläste und Wohnhäuser entstanden. Der Hammer ging dem Meißel voran.

Tafel 1

Porträtkopf Tut-ench-Amuns

Aus Holz geschnitzt und bemalt, der junge König erhebt sich aus einer Lotosblume, wie der Sonnengott aus dem Urgewässer, im Gang des Grabes gefunden

Von den nördlichsten bis zu den südlichsten Grenzen des Reiches wurde der Name des Amun getilgt und durch Aton ersetzt. Der betagte Amenophis III. wurde seines Namens beraubt und musste sich von nun an mit seinem Vornamen Neb-maat-Re begnügen. Aton, der Gott der Königsstadt, wurde der Hauptgott. In der neuen Aton-Residenz trieb die Aton-Religion ihre Blüten, aber gleich allen exotischen Gewächsen war ihr nur eine kurze Lebenszeit von kaum zehn oder elf Jahren beschieden.

Tafel 2

Der schakalgestaltige Gott Anubis, den Eingang zur Schatzkammer bewachend

(Siehe Tafel 6)

Sobald die Reaktion zugunsten Amuns zu triumphieren begann, wurde die Stadt Echet-aton zerstört, und die Mumie des Königs, die in dem Königsgrab im östlichen Gebirge bestattet war, nach Theben in eine schlecht hergerichtete, verborgene Felsenkammer im Tal der Königsgräber überführt, um sie vor dem Zorn der siegreichen Sektierer zu schützen. Nach den Siegeln, die sich in diesem Versteck fanden, scheint es Tut-ench-Amun gewesen zu sein, der die Überführung geplant und ausgeführt hat[1].

Die Gebeine Echnatons sind aufs Genaueste von Professor Elliot Smith untersucht worden, der an einem Lebensalter von etwa fünfundzwanzig bis sechsundzwanzig Jahren festgehalten hat, wenn er auch auf den

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