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Der Bergpfarrer 112 – Heimatroman: Was kümmern uns die Leut'?

Der Bergpfarrer 112 – Heimatroman: Was kümmern uns die Leut'?

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Der Bergpfarrer 112 – Heimatroman: Was kümmern uns die Leut'?

Länge:
113 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
Sep 27, 2016
ISBN:
9783740909321
Format:
Buch

Beschreibung

Mit dem Bergpfarrer hat der bekannte Heimatromanautor Toni Waidacher einen wahrhaft unverwechselbaren Charakter geschaffen. Die Romanserie läuft seit über 10 Jahren, hat sich in ihren Themen stets weiterentwickelt und ist interessant für Jun"Liebling, du ißt einfach zu wenig", schüttelte Gerti Rheimann tadelnd den Kopf.

Tobias Wallinger schreckte hoch und richtete sich in seinem Bett auf. Durch den Vorhang vor den Fenstern drang das erste Licht des Tages. Ein Blick auf den Wecker zeigte ihm, wie spät es war.
Um Himmels willen, schoß es dem jungen Bauern durch den Kopf, du hast ja verschlafen!
Er sprang aus dem Bett und eilte ins Bad. Anschließend zog er hastig Arbeitshose und Hemd an und schlüpfte in die Hausschuhe. Als er aus seiner Kammer trat, fiel ihm die Stille, die im Haus herrschte, geradezu auf.
Resl, sollte sie etwa auch verschlafen haben?
Herausgeber:
Freigegeben:
Sep 27, 2016
ISBN:
9783740909321
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

Der Bergpfarrer 112 – Heimatroman - Toni Waidacher

Der Bergpfarrer –112–

Was kümmern uns die Leut’?

Ich liebe dich, auch ohne Geld

Roman von Toni Waidacher

Tobias Wallinger schreckte hoch und richtete sich in seinem Bett auf. Durch den Vorhang vor den Fenstern drang das erste Licht des Tages. Ein Blick auf den Wecker zeigte ihm, wie spät es war.

Um Himmels willen, schoß es dem jungen Bauern durch den Kopf, du hast ja verschlafen!

Er sprang aus dem Bett und eilte ins Bad. Anschließend zog er hastig Arbeitshose und Hemd an und schlüpfte in die Hausschuhe. Als er aus seiner Kammer trat, fiel ihm die Stille, die im Haus herrschte, geradezu auf.

Resl, sollte sie etwa auch verschlafen haben?

So recht mochte er es nicht glauben. Es wäre das erste Mal gewesen, daß die Magd nicht rechtzeitig aufstand.

Tobias klopfte an ihre Tür.

»Resl, bist du wach?« rief er.

Verhaltenes Stöhnen erklang aus der Kammer. Der Bauer drückte die Klinke herunter und schaute hinein.

Therese Oberleitner lag mit schmerzverzerrtem Gesicht in ihrem Bett und schaute ihn hilflos an.

»Du meine Güte, was ist denn mit dir?« fragte Tobias entsetzt.

»Ich kann net aufsteh’n«, kam es kläglich zurück. »Der ganze Rücken tut mir weh.«

Jetzt wußte Tobias, warum er verschlafen hatte. Jeden Morgen weckten ihn die Geräusche aus der Küche, wenn die Magd das Frühstück zubereitete, und zudem noch der Duft des frischgebrühten Kaffees bis in seine Kammer hinaufstieg.

Er trat an das Bett. Resl lag auf ihrem Kissen, das schlohweiße Haar, das sie sonst zu einem Kranz gebunden um den Kopf trug, war offen, und in ihrem faltigen Gesicht stand der Schmerz geschrieben, der sie peinigte.

»Ist es net besser geworden?«

Seit Tagen jammerte die Magd über die Schmerzen in ihrem Rücken. Die Hausarbeit fiel ihr schwer, weil sie sich kaum noch bücken konnte. Tobias hatte immer wieder gesagt, sie solle zum Arzt gehen, doch Resl wollte nicht auf ihn hören.

Das war jetzt die Quittung für ihre Sturheit!

Tobias drückte sie sanft zurück, als die alte Frau sich mühsam aufrichten wollte.

»Liegen bleibst’!« sagte er bestimmt. »Ich mach’ dir gleich eine Wärmflasche und dann ruf’ ich den Doktor an. Mit einem Hexenschuß kannst’ net aufsteh’n und arbeiten schon gleich gar net!«

Resl wagte keine Erwiderung. Die halbe Nacht hatte sie nicht geschlafen vor lauter Schmerzen. Jetzt war sie dankbar, daß sie nicht aufstehen mußte.

Der junge Bauer lief die Treppe hinunter. Aus dem Stall erklang das ungeduldige Muhen der Kühe. Sie hätten schon längst gemolken, gefüttert und auf die Weide gelassen werden sollen. Doch jetzt mußten sie noch warten. Tobias ging in die Küche und stellte den Wasserkessel auf. Dann suchte er die Wärmflasche. Während er darauf wartete, daß das Wasser kochte, stellte er die Kaffeemaschine an und holte Butter und Wurst aus dem Kühlschrank. Er schnitt Brot und bestrich zwei Scheiben mit Butter, Wurst und Käse darauf und legte sie auf ein Frühstücksbrett. Zwischendurch pfiff der Kessel, und der Bauer goß das heiße Wasser in die Wärmflasche. Dann nahm er einen Becher aus dem Küchenschrank, gab Zucker und Milch hinein und goß Kaffee dazu. Wenig später stand er wieder in der Kammer der Magd.

»So«, sagte er, »jetzt wird’s dir bald besser geh’n.«

Die Wärmflasche tat Resl gut, auch wenn es eine Weile gedauert hatte, bis der Bauer die Magd aufrichten und die Flasche hinter ihren Rücken stecken konnte.

»Danke, Tobias«, sagte sie mit schwacher Stimme. »Du bist ein guter Bub.«

Er lächelte über diese Bezeichnung, immerhin war er schon sechsundzwanzig Jahre alt und somit alles andere als ein Bub. Aber Resl nannte ihn schon immer so. Als Tobias geboren wurde, war sie schon auf dem Wallingerhof in Stellung, und als die Bäuerin überraschend früh verstarb, vertrat die Magd die Mutterstelle. Seit dieser Zeit hatten sie ein inniges Verhältnis, und es tat Tobias weh, sie so leiden zu sehen.

»Ich ruf’ nachher den Arzt an«, versprach er. »Jetzt muß ich mich erstmal um die Viecher kümmern.«

Er lächelte ihr aufmunternd zu und lief nach unten. Die Kühe muhten inzwischen noch lauter, sie waren ungeduldig geworden.

Der Bauer verrichtete alle anfallenden Arbeiten und setzte sich erst zwei Stunden später in die Küche, um selber zu frühstücken. Allerdings wollte es ihm an diesem Morgen nicht schmecken, die Sorge um die Magd schlug ihm auf den Magen. Erschreckt dachte er daran, wie es sein würde, wenn Resl nicht mehr auf dem Hof war. In letzter Zeit war ihm häufiger dieser Gedanke gekommen; seit sie immer wieder über diese und jene Beschwerden geklagt hatte, konnte Tobias sich der Tatsache nicht mehr verschließen, daß die Magd inzwischen weit über sechzig war und eigentlich längst in Rente hätte gehen sollen.

Natürlich wollte Resl davon nichts wissen. Bis zum Umfallen wolle sie arbeiten, hatte sie immer wieder gesagt, und nun war es geschehen.

Der Bauer schaute auf die Uhr. Zeit in der Praxis anzurufen. Christel Burger, die den Anruf entgegennahm, versprach, den Doktor herauszuschicken, es könne aber dauern. Erst am frühen Nachmittag kam Dr. Wiesinger auf den Wallingerhof gefahren, bis dahin hatten Resls Schmerzen nicht wesentlich nachgelassen.

Tobias wartete ungeduldig in der Diele, während der Arzt die Magd untersuchte. Toni Wiesinger machte ein ernstes Gesicht, als er die Treppe herunterkam.

»Was ist mit Resl?« fragte der Bauer besorgt.

»Es schaut net gut aus«, erwiderte der Arzt. »Sie muß ins Krankenhaus. Am besten sofort. Es ist kein Hexenschuß, sondern die Bandscheibe, und damit ist net zu spaßen.«

Tobias war kreidebleich geworden.

»Um Himmels willen«, entfuhr es ihm.

»Ich ruf’ gleich einen Krankenwagen«, erklärte Dr. Wiesinger. »Pack’ inzwischen ein paar Sachen zusammen.«

Tobias lief in Resls Kammer. Die Magd glich einem Häufchen Elend.

»Bub, wenn ich net wiederkomm’...«, sagte sie mit matter Stimme.

»Red’ keinen Unsinn!« unterbrach der Bauer sie bestimmt. »Natürlich kommst’ wieder.«

»Ich mein’ ja nur, für den Fall..., also meine Ersparnisse, die sollst du bekommen.«

Tobias spürte, wie ihm die Tränen in die Augen stiegen. Er setzte sich vorsichtig auf den Rand des Bettes und nahm die Hände der alten Frau.

»Jeden Tag komm’ ich dich besuchen«, versprach er. »Und in ein paar Wochen bist’ wieder zu Haus’.«

*

Indes war es nicht so einfach, dieses Versprechen zu halten. Das merkte Tobias Wallinger schon am zweiten Tag. Die Arbeit war für einen einfach zuviel. Mit Resl auf dem Hof hatte es immer wunderbar geklappt, doch jetzt merkte der Bauer, daß die Magd an allen Ecken und Enden fehlte.

»Du mußt jemanden einstellen«, sagte Pfarrer Trenker, der aus St. Johann heraufgekommen war, nachdem er von Resls Krankenhausaufenthalt erfahren hatte. »Es geht gar net anders. Der Doktor sagt, es kann bis zu einem Vierteljahr dauern, bis Resl wieder ganz gesund ist. Und auch dann wird sie net mehr so können wie früher. Du darfst net vergessen, daß sie net mehr die Jüngste ist.«

Mit dem Gedanken, eine andere Magd einzustellen, konnte sich Tobias überhaupt nicht anfreunden, er sah allerdings ein, daß Hochwürden recht hatte. Nicht mehr lange, und die Erntezeit begann, dann würde er den ganzen Tag draußen auf den Feldern sein. Irgend jemand mußte sich dann um Haus und Hof kümmern. Schließlich hatte er nur zwei Hände und konnte sich nicht zerreißen.

Seufzend ging er in die Wohnstube, nachdem der Geistliche gegangen war, und suchte nach dem Telefonbuch. Als er die Nummer des Arbeitsamtes wählte, hatte er beschlossen, erst einmal nach einer Aushilfe zu fragen, angestellt für drei Monate. Dann wollte er weitersehen.

»Ich glaube, ich hab’ da jemanden

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