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D'Innviertler Roas - Das Heimatbuch des Innviertels: Das Heimatbuch des Innviertels

D'Innviertler Roas - Das Heimatbuch des Innviertels: Das Heimatbuch des Innviertels

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D'Innviertler Roas - Das Heimatbuch des Innviertels: Das Heimatbuch des Innviertels

Länge:
637 Seiten
7 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
Oct 24, 2012
ISBN:
9783950323795
Format:
Buch

Beschreibung

Digitale Auflage der historischen Version von 1952

„Auf ,da Roas‘ durchs wunderschöne, an Fruchtbarkeit so reich gesegnete alte Innviertel kann der Wanderer nicht mehr müde werden, all die Pracht und Schönheit dieses Fleckens Erde in sich aufzunehmen“.

So schreibt Otto Maier im Vorwort zur ersten Auflage im Herbst 1952. Obwohl viele Jahre ins Land gezogen sind und eine Veränderung im Innviertel vor sich gegangen ist, wie sich die beiden Herausgeber das wohl nie hätten träumen lassen, hat sich nichts an der Schönheit unseres Landes geändert.

Mit dieser digitalen Ausgabe halten Sie nicht nur die komplette Innviertler Roas in Händen, sondern darüber hinaus eine Orts- und Geschichtsbeschreibung von 1952 der enthaltenen Ortschaften.

Die Erstauflage wurde 1952 in der Frakturschrift gesetzt und gedruckt. In der digitalen Auflage wurde die Frakturschrift in eine moderne Schrift übertragen. Ansonsten aber ist das Buch eine wortgetreue Kopie der Erstausgabe.

Zum Teil wurden auch Fotografien aus der ersten Ausgabe eingefügt. So kann man noch viel genauer sehen, wie sich innerhalb der kurzen Zeit eine gewaltige Änderung ergeben hat. Die ursprünglichen Texte wurden in der Hauptsache von Lehrern und „Schulmeistern“ aus den Orten und Ortschaften des Innviertels geschrieben. Sie wurden praktisch nicht verändert.

Alle Verfasser der Texte in der Erstausgabe 1952 sind am Ende des Buches angeführt. Wo es wesentliche Änderungen gegeben hat, wurde dies mit einer Fußnote gekennzeichnet.
Herausgeber:
Freigegeben:
Oct 24, 2012
ISBN:
9783950323795
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

D'Innviertler Roas - Das Heimatbuch des Innviertels - Otto Maier

Das Innviertel am Ausgang

des 18. Jahrhunderts

Der Begriff „Inn Viertel wurde in jenem kaiserlichen Patent geprägt, mit dem am 31. Mai 1779 die Übernahme jenes bayerischen Landesteiles durch Österreich proklamiert worden ist, der den „unteren Teil des Rentamtes Burghausen dargestellt und die Ämter Wildshut, Braunau (mit dem Gericht am Weilhart), Mauerkirchen, Friedburg, Ried und Schärding umfasst hat.

Die passauischen Hoheitsrechte über Obernberg und Viechtenstein sind vom Hochstifte erst am 27. Juni 1782 an Österreich abgetreten worden; sie scheinen auf der Karte nicht mehr auf. Da aber noch passauisches Gebiet verzeichnet ist, kann sich die Karte nur auf die Zeit vor der Auflösung der geistlichen Fürstentümer durch den Reichsdeputationshauptschluss vom 25. Jänner 1803 beziehen. Wer die Karte gezeichnet hat, ist unbekannt. Die Darstellung entspricht aber dem Stil, in dem am Ausgang des 18. Jhds. Karten gezeichnet worden sind.

D’ Innviertler Roas

© Heiner Gann (Herausgeber)

Digitale Auflage, 2012

Aumayer Druck und Verlag, Munderfing

5222 Munderfing, Gewerbegebiet Nord 3

Telefon: ++43/7744/20080

E-Mail: office@aumayer.co.at

Homepage: www.aumayer.co.at

ISBN: 978-3-9503237-9-5

Originalausgabe: D’ Innviertler Roas,

herausgegeben von Georg Feichtenschlager und Otto Maier unter Mitarbeit zahlreicher Heimatfreunde im Selbstverlag,

St. Johann am Walde, Oberösterreich, 1952

Heiner Gann (Herausgeber)

D‘Innviertler Roas

Das Heimatbuch des Innviertels

Meinen lieben Großeltern Heinrich und Karolina Schmiedbauer, geborene Feichtenschlager, gewidmet.

Heiner Gann, Herbst 2006

Vorwort zur digitalen Auflage

„Auf ,da Roas‘ durchs wunderschöne, an Fruchtbarkeit so reich gesegnete alte Innviertel kann der Wanderer nicht mehr müde werden, all die Pracht und Schönheit dieses Fleckens Erde in sich aufzunehmen".

So schreibt Otto Maier im Vorwort zur ersten Auflage im Herbst 1952. Obwohl viele Jahre ins Land gezogen sind und eine Veränderung in unserem Innviertel vor sich gegangen ist, wie sich die beiden Herausgeber das wohl nie hätten träumen lassen, hat sich nichts an der Schönheit unseres Landes geändert.

Die Erstauflage wurde 1952 in der Frakturschrift gesetzt und gedruckt. In der digitalen Auflage wurde die Frakturschrift in eine moderne Schrift übertragen. Ansonsten aber ist das Buch eine wortgetreue Kopie der Erstausgabe.

Zum Teil wurden auch Fotografien aus der ersten Ausgabe eingefügt. So kann man noch viel genauer sehen, wie sich innerhalb der kurzen Zeit eine gewaltige Änderung ergeben hat. Die ursprünglichen Texte wurden in der Hauptsache von Lehrern und „Schulmeistern" aus den Orten und Ortschaften des Innviertels geschrieben. Sie wurden praktisch nicht verändert. Alle Verfasser der Texte in der Erstausgabe sind am Ende des Buches angeführt.

Vorwort

Auf „da Roas" durchs wunderschöne, an Fruchtbarkeit so reich gesegnete alte Innviertel kann der lustige Wanderer nimmer müde werden, all die Pracht und Schönheit dieses Fleckchens Erde, die sich ihm überall in vollem Maße darbietet, in sich aufzunehmen. Rauschende Wälder und satte, fruchtschwere Felder und Wiesen, einsame Moorlandschaften und wellige Hügelketten, breite Flusstäler mit ihren jahrtausendalten Wächtern an ihren Ufern, die uns von der bewegten Vergangenheit dieses Landes erzählen, und harter Granitboden wechseln einander ab.

Die Sprache des Wanderers ist nicht mächtig genug, seine Reifezeit ist zu eng bemessen, um sein Erlebtes niederschreiben zu können. Jeder Ort und jeder Weiler, jeder Turm und jede Kapelle, jeder Strom und jedes Bächlein hat seine Geschichte. Wie könnte der Wanderer all dies erfassen, wenn nicht in jedem Flecken dieses Landes Menschen wohnen würden, die über dem steilen Aufstieg der Technik und der Kultur, dem hastenden Getriebe des modernen Lebens die tiefe Verbundenheit und echte Liebe zur Heimat und ihrer Vergangenheit bewahrt haben. Diese wahren Freunde der Heimat haben in mühevoller und emsiger Arbeit ein Werk entstehen lassen, das jeden lauen Innviertler wieder zurückrufen soll zu seiner vererbten, heiligen Scholle, die schon seinen Ahnen und Urahnen das tägliche Brot gab, die jeden von uns einmal ruft, wenn wir in der Fremde weilen, weil sie das Herzblut unserer Väter, die für dieses Land ihr Leben gaben, getrunken hat. Unsichtbare Fäden fesseln jeden angestammten Innviertler mit Urgewalt an diese Scholle und keiner kann sich dieser entledigen.

Und wenn Du es im ruhelosen Getriebe des Alltags vergessen hast, lieber Leser, was Dich so eisern fest an dieser Scholle hält, dann geh wenigstens in diesem Buch mit uns auf „d’Roas". Deine Heimat wird neu vor Dir entstehen und mit Reischl wirst Du dann sagen:

I bin af mein Hoamat,

afs Innviertel stolz.

St. Johann a. W., im Herbst 1952

Otto Maier

D’Innviertler Roas

Innviertl, bist mein Hoam,

Für di schlagt mein Herz so warm.

Koan Flöckerl derf’s nimmer göbn,

Wo ma af da Roas nöt wan gwön.

D’ Muader hat vui ön Ranzn eintan

Und sagt: „Schauts eng alls recht guat an."

In Anfang mach ma z’Handnberö,

Umö dann af Tilaberö,

Egglsberö liegt am Wög,

Vo St. Öring ist schan d’Röd,

Haigamoos und Radega,

Lustö geht dö Roas voran.

Af Geretsberö müaß ma kemma,

Ostamirding ah mitnehma.

Franking derfst nöt übasegn,

Is so wundaschen drin glögn,

Vui Kohln gibts dort, mia wissn’s schan,

Nia kalt kann’s wern in Pantigan.

Wildshuat liegt drunt ön Eck,

Tarsdorf is hübsch weit weg.

Moosdorf und Kiriberg,

Vo den habts vui schan ghert.

Üns kennan s’ weit und broat,

Z’ Pischdorf und Hoad.

Neukircha, Schwand ghern ah dazua,

Überackern ah, mei Bua.

Haohburg habn ma ah nöt gnennt,

Ach, dös is ganz drunt am End.

Bon Bräu kehrn ma ein,

Und lustö muaß’s sein.

Ranshofen is heunt graoß,

Ön Osternberg is ah was laos.

Braunau und z’ Mining drunt,

Wann i nur vui nenna kunt.

Z’ Altham und Obernberg

Wird wieder einkehrt.

Z’ St. Öring is d’ Naot schan gstorbn.

In Kiridorf is’s ah schen warm.

Mühlham und Frauenstoan,

Mein, dort gibt’s so vui z’ toan.

Und wo is da Wein koan Gift?

Ön Reichersberger Stift.

Geinberg liegt af der Heh,

Neuhaus, dös wiss’ ma eh.

Z’ Polling und Kiriham

Da han ma ganz dahoam.

Do lögn ma üns nieder

Und moring roas’ ma wieder.

Heunt roas’ ma frisch davan,

Iatzt kimmt gleih Gurtn dran.

Mehrnbah und Wippenham,

Durt kemman hübsch oan zsamm.

Sö hand grad und föst,

Es is a schens Nöst.

Eitzing und Aurolzmünster,

Durt is’s ja ah nöt finster.

Weilbah und Senftenbah,

Glaubts ma, dös is halt was.

Gehn ma af Mörschwang ein,

Da is guat sein!

An kloan’ Sprung über d’ Bahn

Kimmt gleih St. Martin dran.

Schwimman d’ Antiesen furt

Und haltn a weng stad ön Ort.

Antiesenhofen kimmt,

A weng rast’ ma gschwind.

A, mir wernd’s schan nuh damacha,

Wann’s a haoh geht übern Schacha,

Dass ma nach Lambrechtn kemman

Und dann Utzenoach nuh nehman.

A Trümmö gehn ma nuh furt,

Grüaß di Gott, Andrichsfurt.

D’ Fahrt geht iatzt Taiskira zua,

Da Berg is gach, da hast gleih gnua.

Vo weitn grüaßt a Turm schan füra,

Schau hin, dös is ja Pedaskira.

Tumeltsham siagt mar ah,

Dös geht iatzt gah.

Z’ Geiersberg machst schnell an Raster,

Z’ Hohenzell kriagt da Magn a Pflaster.

D’ Sunn, dö geht schen langsam nieda,

Drum tracht’ ma hin nach Samakira.

Af Eberschwang kimmst ah gleih dann,

Und schan stehst föst bon Hausruck an.

Heunt is’s ma so fraoh und guat,

Denn hi geht’s iazt voller Muat

Zon Franzn vo Piasnham.

Drum Innviertler, halts eng zsamm,

Löbn ma, wia er glöbt hat,

Dann bleibt d’ Welt grad.

Mit’n Franzn habn ma trunga,

Und vui Liada vo eahm gsunga.

War alls nach’n Franzn sein’ Brauh,

Drum müaß ma iazt roasn ön volln Lauf.

Einö af Pramet und af Schildorn umö.

Ön Padigham schrein ma nuh schnöll zuwö.

Vo Neuhofn kimmst af Riad,

Durt hat’s schan vui angschmiert.

Aber nur schen brav muast sein,

Sunst spirrn s’ di ö’s Kreisgricht ein.

Jeder Innviertler hat s’ trotzdem gern,

Ünsa Haupstadt haoh ön Ehrn.

Iazt gehn ma af Waldzell,

Af Lohnsberö ah recht schnöll.

Riakading is so vui wert,

’s Schloßbräubier is schwa begehrt.

Affö aft af Kobanaußn,

Durt kann ma grad a weng voschnaufn.

Vo da Stelzn habts schan ghert,

Liegt gleih am Steiglberg.

Arnberg liegt ah schen drobn,

Weiffendorf müaß ma lobn,

Zwegn da Krachalbrauerei

Und da schen’ Weberei.

Mettmach tiaf drunt ön Tal,

Z’Aspah gfallt’s ma allömal.

Wildnau mit’n Rittaschloß,

Von hoamling Gricht han s’ heunt los.

An Sprung hi af St. Veit,

Ös is ja ah nimma weit.

Hehnhart und Saiga Hans

Liegn drobn am Wald gleih ganz.

Ön da Gerspert, wo sö d’ Straßn reibt,

Is’s an Frauschereck nöt weit.

Durt mach ma a weng halt,

Dann geht’s übern Wald.

Schneegadan hat vui Glas,

Dös Gschirr, dös is halt was.

Z’ Friedburg war’s altö Gricht.

Heiligenstatt a Wallfahrt ist.

Bon Bräu drunt ön Stoan,

Bist ah nia alloan.

Da Nam Christon ist bekannt,

Durö sein’ Brand ön Mattigland.

Durt kannst dö halt recht leicht vohabn,

Dass d’ fraoh bist, wann dö d’Füaß nuh tragn.

I gang nuh gern nah Munderfing,

Hoff ma’s, dass i’s nuh z’stand bring.

Heunt geht’s af amal vui schnöller

Umö übern Haltberg-Keller.

Aban müaß ma ah nuh nehma,

Af Pfaffstätt wolln ma einökema,

Z’ Irging habn s’üns gleih dafragt,

Z’ Perwang han ma ah angsagt.

Palding und Auerbah,

Locha kimmt dan gleih nah.

Willst heunt nuh nah Lenga,

Derfst di ah hübsch zsamma nehma.

An Straßwalcha liegt üns ah vui dran,

Wann’s ah nöt zo üns ghern kann.

Iazt fahrn ma af da Eisnbahn

Und kemman z’ Mattighofn an.

’s Löda riachst schan weit und broat,

In Bräu, den is ums Bier nöt load.

Schalcha wird ah allwei schena,

Is frei nimma zon dakenna.

An Hupfa hin übern Wald,

Bist don Bräu z’Mina bald.

Da muast dö gleih a weng daholn,

Denn haoh geht’s affö iazt ö d’ Schmolln.

Da kemman d’ Leut vo weit und broat

Und erwecken Reu und Load.

Pfüat di, Schmolln, i han koan Ruah,

I muas iazt Mauakira zua.

A schena Markt, dös muas i sagn,

Es gibt vui Gschäfta zon dafragn.

Spaziern ma hi af Uttendorf,

Afs Vitzthum-Bockbier habn ma’s scharf.

St. Öring geht z’ Burkira mit,

Zwegn den schen’ Georgiritt.

Nah Haslbah und St. Peda,

Kemma ma halt a weng spöda.

Hagnau und Laurenzn,

Lustö allwei, nur nöt tränzn.

Dreimal is da Bah dabei,

Sag ma’s, was kann dös denn sei’?

Treubah, Rossbah, Moosbah is’s,

Schene Örtln, glaubts ma’s gwiß.

Da lötztö Ort is Weng danöbn,

Dö Roas, dö hat schwa dagöbn.

Strohmüad han ma woarn,

Von vuin Gehn und vuin Fahrn.

’s Bschoadössn is alls afzehrt,

’s Geldtaschl ah ausgleert.

Saiga Hans winkt ma zua

Und zwoa Tag ön da Ruah.

Aber nöt, dass d’ moanst, es war schan gar,

Na, aber na, dös war nöt wahr.

Grad Kraft müaß ma sammeln herobn af da Heh,

Aft geht’s wieder weiter ön oan’ Karree.

Hin bis ö’s kerngsunde Doanatal,

Durt warten s’af üns schan überall.

’s Viertel, das da Inn hat tauft,

Habn s’ lang schan auseinanda grauft.

Doh bö üns bleibt’s allwei alt,

Wia’s gwön is bon Urahnl halt.

D’ Grenz macht Doana und da Inn,

Da Sauwald, der liegt mittn drin.

Guat grast und schwar gfuadat,

Wird wieda furtgruadat.

Riedau is dös erst Ziel,

’s gibt ja Örta durtn viel.

Umö af Blümling schnell

Und dann af Zell.

Schen is durt überall,

Bleibn mecht ma gern ön Tal.

Grast aber wird nuh nöt,

Af Altschwendt führt üns da Wög.

Vo durt geht’s ö’s Bamschulland,

für dös is ja Raab bekannt.

D’ Raab rinnt in Prambah zua

Und mir habn ah koan Ruah.

Hügl af, Hügl a,

Andorf liegt vor üns da.

D’ Straß zoagt af Eggading,

Und durt gehn ma ah gleih hin.

Teufö, is durt was laos,

Habn s’ da an Saal so graoß.

Vo den Pramberga-Saal,

Vo den vozöhln s’ überall.

Schen war’s dort, ’s Vobleibn,

Aber weiter müaß ma eiln.

Samakira bei Schärding,

Dös is üns nöt oan Ding.

Subn mit da Strafanstalt,

Erreich’ ma iazt ah schan bald.

Vo durt über d’ Pram und d’ Bahn,

Taufkira kimmt schan an.

Schwar geht’s übern Berö umö,

Dafür kimmst gleih af Steinbah zuwö.

A Trümmö weiter, schiab föst an,

Schau hin, durt grüaßt St. Florian.

Dumpa wird’s, mir müaßn trachtn,

Denn z’ Schärding wolln ma übernachtn.

Am heutign Tag gibt’s was zon segn,

Denn ’s Kurhaus is ön Schärding g’legn.

Vui warn schan durt vo weit und broat,

Ös war um d’ Roas nuh gar koan load.

An Kracha macht’s, Granit wird g’sprengt,

Passts ja fein af, dass’s neamd darennt.

Dann kehrn ma ein, vozehrn a Wurscht

Kapsreithers Bier geht guat fürn Durscht.

Frei z’ lang hätt s’ dauert, d’ gmüatlö Rast,

Und gmacht hat’s netta da guat Saft.

Weiter geht’s wia allömal,

Da nöchstö Ort hoaßt Brunnenthal.

Iazt wird’s erst schen, i sag eng’s Leut,

’s Innviertl hat mi nirgns so gfreut

Als drobn bo Wernstoan, wild und lind.

Von Schloss dazöhlt da hoamlö Wind.

Schier schwar kimmt oan’ da Abschied an.

Doh Schardnberg, dös ruaft üns schan.

Große Herrn habn dort vakehrt,

Als Wallfahrtsort wird’s schwar verehrt.

Dös habn s’ dazöht und is ah wahr,

Dann zoagn s’ üns hi af Freinberg gar.

Ganz drobn ön Eck liegt’s schen vastöckt.

An weitern is iazt d’ Hoamat wög.

Flußabwärts geht’s ö’s Doanatal,

Vorbei an Esternberg oanmal.

Es grüast üns ’s Schloss am Krempelstoan

Und weiter unten Vichtenstoan.

Was kunntn s’ alls dazöhln dö Mauern,

Vo Zeitn, wo s’ ums Recht habn trauert.

Engelhartszell hat ah sein Schloss,

Und’s Stift, dös is endsmächtö groß.

Hübsch vui Kultur is durt herkemma,

Trapistn tuat ma d’ Geistling nenna.

Iazt hat’s üns gratn, mit’n Auto fahrn ma,

St. Roman und Münzkira segn ma.

Aft geht’s schen stad zruck über’n Wald,

Z’ St. Ägidi habn ma ’s Auto zahlt.

Am Wassa is’s so schen, dös Wandern,

Mir segn oan’ Ort iazt um den andern.

Wesenufer und Waldkira,

Dö alt Ruin schaut ah schan vüra.

Gfalln hat’s üns da überall,

Pfüat di Gott, liabs Doanatal.

Gfischt wird frisch ön Rösslbah,

Und dann furt ön Tiefenbah.

Af oanmal läuten d’ Glockn, horch,

Von Diersbah, Kopfing, Mitterndorf.

A anguats Össn han dö Fisch,

Von Wasserl ön den Bah so frisch.

A Fasttag war’s für üns, a schena,

Und gsättigt kinn’ ma weiterrenna.

Enznkira, Willibald,

Z’ Sigharting wird’s dann schan kalt.

Drum fahrn ma iazt hoam, aus is dö Roas,

Und i sag engs ehrlö, oft wars koan G’Spoaß.

Denn mit lauter vui Freud,

Kimmst ön Tag gar nöt weit.

Mit dö Leut habn ma gsunga

Und dazua a weng trunga.

Da habn s’ üns dann gfragt, vo wo ma denn han,

Und mir habn draf gsagt: vo St. Johann.

Aber dös Nöst, dös hat neamd kennt,

Iazt habn ma den richtinga Nam eahna gnennt.

Bo üns hoaßt’s ah nu Saiga Hans,

Volleicht kennts dös, daschreckts fein nöt ganz.

Vo wo ma han, ös is ganz gleich,

A Stuck is’s van schen Österreich.

Mir han gmaschiert, han gfahrn und ganga,

D’ Hoamat kenna, war’s Volanga.

Und wannst as kennst, sei ehrlö z’löst,

Du liabst as dreimal nuh so föst.

In Anfang mach ma z’ Handnberö,

Umö dann af Tilaberö,

Egglsberö liegt am Wög,

Vo St. Öring is schan d’Röd,

Haigamoos und Radega,

Lustö geht dö Roas voran.

Handenberg

Über die Entstehung des Ortes Handenberg schreibt die österreichische Kunsttopographie: Eine um 1070 erfolgte Schenkung geschah „in presentia Hanti sacerodotis in Tampach". Wir dürfen daher Tampach als den ursprünglichen Namen für Handenberg und „Hanti" als Kirchengründer und Namensgeber ansehen. Um 1140 schenkt Imma von Apfeltal ein Gut „super altare s. Martini in Hantenperch". Anscheinend hängt die um 1112 gemachte Schenkung Herzog Welfs von Bayern an Ranshofen „ad Hantenperch" mit dem Kirchenbau zusammen. 1147 erfolgte die Bestätigung der „capella Haentenberg" für Ranshofen. 1293 wurde sie als Pfarre bezeugt. Am 11. Mai 1453 wurde die Weihe der Altäre und am 31. August 1500 die Weihe der Kirche und des Friedhofes durchgeführt. - Im Jahre 1598 wurde der Kirchturm in seiner jetzigen Form erbaut. Ausführliche Rechnungen über die Erbauung geben Aufschluss. Leiter des Turmbaues war der damalige Zechpropst Sebastian Kopler, Bauer am Koplergute. Die Tuffsteine wurden von Tittmoning auf dem Wasser bis Burghausen oder Braunau gebracht. Von den Wehrstorffer Ziegelschlagern wurden die Ziegel angekauft. Die große und mittlere Glocke wurden im gleichen Jahre umgegossen und neu geweiht. (22 Zentner 3 ¹/2 Pfund und 9 Zentner 15 Pfund.) 1658 wurde der Hochaltar in Handenberg von drei Burghausern errichtet. („Schreiner" Sebastian Dußler, Bildhauer Balthasar Mayr und Maler Johann Miller.) Der fertige Hochaltar wurde von den Handenbergern gratis von Burghausen hergeführt. Im gleichen Jahre bekam Handenberg ein neues hl. Grab, angefertigt von zwei Braunauer Bürgern, Bartholomäus Miller, Schreiner, und Hans Kaspar Juvanel, Maler.

Von der Entstehung des Ortes berichtet folgende Sage: Bei der Hofkirche sei ein kleines Schloss gestanden, welches mit einer Mauer umgeben war. Um diese sei ein tiefer Graben voll Wasser gewesen (wie es jetzt noch den Anschein hat und die Spuren davon vorhanden sind). In diesem sei eine Ente mit einer Hostie im Schnabel umhergeschwommen. (Antenberg – Hantenberg – Handenberg)

Sagen

Ein Findling von der wilden Jagd. Beim Scheerweiher wurde einmal ein Mann gefunden, der von der wilden Jagd irgendwo mitgenommen wurde. Niemand kannte ihn, niemand verstand seine Sprache. Er war beim genannten Weiher liegengelassen worden.

Vom Teufel. Während des Rosenkranzgebetes beim „Auer" kam alle Samstag der Teufel. Sooft die Leute beteten, brach mit einem fürchterlichen Krach die Bank beim Herrgottswinkel. Einmal ging der Bauer zum Pfarrer und bat um Abhilfe. Der Geistliche kam und betete mit den Leuten. Plötzlich spaltete sich die Bank wieder unter fürchterlichem Getöse und man hörte weinen. Der böse Feind erschien nicht mehr. Seither hat man beim Auer Ruhe.

Von Hexen. Eine „Hexe hatte Hagelwetter „hergezaubert. Bauern, die sie deshalb verfolgten, mit Mistgabeln, konnten sie nur darum nicht erwischen, weil sie sich rechtzeitig in einen flinken Hasen verwandelt hatte, der eiligst in den Wald entsprang.

Vom Heimgehen der armen Seelen. Beim Strassl wollte die alte Bäuerin eine Wachskerze opfern (zur Erfüllung eines Gelöbnisses). Da sie jedoch früher starb, konnte sie dies nicht mehr ausführen. Jeden Dienstag und Freitag kam der Geist der Verstorbenen zurück und machte sich im Kasten, in dem die Kerze war, zu schaffen. Der Geistliche, dem der Vorfall erzählt wurde, riet, den Geist zu fragen, was er denn eigentlich wolle. Nun erfuhr man von dem Gelübde der Bäuerin. Man opferte die Kerze und es war Ruhe im Hause.

Gilgenberg

Die Landschaft

Der 530 Meter hohe Adenberg, an der Gemeindegrenze im Nordosten Gilgenbergs gelegen, ist eine der höchsten Erhebungen des oberen Innviertels westlich der Mattigtalfurche. Von ihm genießt der verweilende Beschauer den herrlichen Anblick der Alpenwelt zwischen Dachstein und den bayerischen Bergen, vor allem aber zu seinen Füßen das anmutsvolle Bild eines reichen Bauernlandes mit ährenschweren Weizenfeldern, blumendurchwirkten Wiesen, inselhaft einsamen Wäldchen und stolzen, zum Teil in schattigen Obstbaumgärten versteckten Vierseithöfen. Im Westen dunkelt das grüne Spitzenband des Weilhartforstes, der zwischen Gilgenberg und Hochburg seine geringste Breitenausdehnung erreicht und in einem weiten von Norden nach Süden streichenden Waldbogen den westlichen Teil des Gemeindegebietes schützend aufnimmt, während im Nordwesten der langgestreckte Höhenzug des Adenberges eine zweite natürliche Grenze bildet. Die Landschaft verdankt ihre Formgebung der Eiszeit, die in vier Vorstößen zur sogenannten Günz-, Mindel-, Riss- und Würmeiszeit den gewaltigen Salzachgletscher von den Alpenkämmen in diese Gegend entsandte, wo er abschmolz. Seine Ablagerungen, Moränen genannt, bilden mit den Schottermassen der Schmelzwässer das Baumaterial für die typisch eiszeitliche Landschaft. Der quellenreiche Adenberg, die am weitesten nach Norden vorgeschobene Ablagerung des Salzachgletschers, besteht größtenteils aus Nagelfluh, einem Gemisch von abgerundeten Kiesen, die durch ein kalkhaltiges Bindemittel verkittet sind, der Mindeleiszeit entstammend. 50 Meter tiefer liegt das Gebiet der Hochterrasse der Risseiszeit, mächtige, flach gelagerte Schotteransammlungen, die mit einer meterdicken Lehm- oder Lößschichte bedeckt sind, deren Fruchtbarkeit die Grundlage des bäuerlichen Wohlstandes der Gegend bildet. Die Hochterrasse ist im Westen stark zertalt, worauf viele Berg- und Talnamen hinwiesen. Da sowohl der Löß als auch der darunter lagernde Schotter wasserdurchlässig ist, versiegen die vielen vom Aldenberg kommenden Quellen, was eine große Wassernot verursacht. Brunnen müssen bis 60 Meter tief geschlagen werden; die vom Aldenberg herabführende Wasserleitung kann wegen ihres hohen Alters die Gemeinde nur sehr unzulänglich mit Wasser versorgen. Wenige hundert Meter vom Rande des Weilharts entfernt, senkt sich in einem Abfall die Hochterrassenlandschaft; eine mit geringem Humus bedeckte und daher weniger fruchtbare, wasserdurchlässige und deshalb trockene Bodenfläche, deren Hintergrund wieder Schotter bilden, breitet sich aus, es ist die Niederterrasse, ein Produkt der jüngsten, der Würmeiszeit.

Geschichtliches

Gilgenberg ist uralter historischer Boden. Es ist falsch, diese Gegend als uninteressant abzutun. In stiller Einsamkeit lebt überall Geschichte. Das Zusammentreffen zweier wichtiger Verkehrswege am wenige Kilometer nördlich gelegenen Inn-Salzach-Zusammenfluss, deren Verlauf durch die Inn- und Salzachlinie gegeben ist, scheint schon früh Menschen in diesen Erdenwinkel gelockt zu haben. 1883 und in den darauffolgenden Jahren wurden durch den Gastwirt Josef Hirschlinger und Hugo von Preen beim „Gänsfuß im Nordwesten des Gemeindegebietes zwölf Hügelgräber festgestellt und geöffnet. Der Inhalt bestand aus Urnen mit Leichenbränden, Bronze- und Eisengegenständen, Teilen von Pferdegeschirren und Keramiken. Aus den Grabbeigaben schloss man, dass bereits zwischen 1100-500 vor Christus in der Älteren Eisenzeit oder Hallstattzeit, einer Epoche des prähistorischen Zeitabschnittes der Menschheitsgeschichte, ein illyrischer Volksstamm hier lebte. Kelten mögen die Illyrer abgelöst haben und jene wurden von den Römern verdrängt, von denen man beim Kastenberger Fundamentreste eines römischen Hauses nebst Sigillaten (Tonscherben) entdeckte, während unweit davon in Weidental eine Silbermünze aus Marc Aurels Regierungszeit (161-180 n. Chr.) gefunden wurde. Eine Römerstraße verband quer durch das obere Innviertel das Salzachtal bis Burghausen mit dem Mattigtal. Ein Rest dieses alten Baues ist noch im unteren Sandtal, das von der Ortschaft Ruderstallgasse nach Gilgenberg ausläuft, erkennbar, ein bis zu zwei Meter hoher Damm in Wagenbreite. Die Straße dürfte über Gilgenberg, Lohnsberg, Hinterklan und Gundertshausen nach Mattighofen geführt haben und nach der Völkerwanderungszeit auch von den eingewanderten Bayern benützt worden sein, welche nun vom Lande Besitz ergriffen. Die ersten Rodungen im Weilhart, der damals bis zur Enknachlinie reichte, erfolgten wahrscheinlich im 8. Jahrhundert. Um das Jahr 1000 existierte schon ein Teil der heutigen Bauernhöfe, und um 1300 scheinen, wie die alten Güterverzeichnisse aus den Jahren 1240 und 1313 beweisen, schon die meisten heutigen Hausnamen auf. Von diesen Höfen spielte im 13. Jahrhundert der Helmprechtshof eine wichtige Rolle; sein Name ist in die Geschichte unserer Literatur eingegangen. Der Dichter Werner der Gärtner schrieb die erste deutsche Dorfgeschichte „Meier Helmprecht, deren Schauplatz der genannte Hof in Gilgenberg ist . Sie ist die traurige Geschichte des jungen Meier Helmprecht, eines Bauernsohnes, der sich der bäuerlichen Arbeit schämte, sein Vaterhaus verließ, Raubritter wurde, die Höfe seiner Heimat brandschatzte und plünderte, bis ihn das verdiente Schicksal ereilte. Die gepeinigten Bauern knüpften ihn an eine Linde, die nach dem Volksglauben die heute noch stehende, sehr alte Linde am Rande des Weilhart, „Weißer Schachen genannt, sein soll. Das Elternhaus des traurigen „Ritters ist der heutige Bauer in Hof. In alten bayrischen Geschichtsquellen heißt er einmal Helmbertisstatt, Helenbrechtshof und Helmprechtshof, welcher später in zwei Bauerngüter geteilt wurde. Diese sind heute der Bauer in Hof und der Hartlhof.

Das Dorf Gilgenberg im engeren Sinn

Der Dorfplatz war eine Schranne, ein Handels- und Gerichtsplatz, der schon 1484 urkundlich erwähnt wurde, die gewaltige unter Denkmalschutz stehende Dorflinde war die Gerichtslinde. Der Name Gilgenberg soll von einer schon 1157 genannten Kapelle stammen, deren Schutzpatron der hl. Ägydius war. Der Ort wurde daher als St. Ägydie am Berg bezeichnet, woraus Ägydienberg und später Gilgenberg und Dilliberg entstand. Der aus der Richtung Gschwand kommende Besucher gewährt schon von weitem den schlanken, spitzen Kirchturm mit beträchtlicher Höhe, der geheimnisvoll, fast drohend emporragt. Ein Hauch aus dem Mittelalter weht uns entgegen, wenn wir an der uralten Gerichtslinde vorbei durch einen altersgrauen Torbogen den Friedhof, das Gebeinhaus und das Gotteshaus betreten, eine mauerumschlossene, wehrhafte Kirche. Diese ist in ihrer heutigen Form eine dreischiffige Hallenkirche, deren 1466 geweihtes Langhaus vom Kirchenbaumeister Lienhart Zachenperger erbaut wurde. Der Turm entstand zwischen 1698 und 1708, die gute barocke Einrichtung ist aus den Jahren 1661-1665. Der Hochaltar mit dem Hauptbild des hl. Ägydius und den übrigen 13 Nothelfern sowie wertvollen Statuen ist ein Werk des Tischlers Sebastian Dußler und des Bildhauers Balthasar Mayr aus Burghausen. Die altehrwürdige Kirche mit ihrem formenschönen, düsteren Turm ist das Wahrzeichen Gilgenbergs. Die Pfarre war bis 1785 Filialpfarre von Handenberg, der Pfarrhof liegt ein Kilometer südlich der Kirche und wurde 1637 vom Propste Simon Maier aus Ranshofen erbaut.

Alt ist auch die Geschichte der Schule. Wahrscheinlich bestand schon vor 1735 im Seeleitnerhaus in der Hoißgasse eine Winkelschule, in der ein Lehrer namens Josef Schiefer unterrichtete. 1735 wurde eine einklassige Schule im Mesnerhaus errichtet und später im sogenannten Tischlerhaus (im heutigen Kaufhaus Russinger) eine zweite Klasser eröffnet. 1841 wurde das jetzige Schulgebäude gebaut, in dem die beiden alten Klassen vereinigt untergebracht wurden; 1880 wurde ein Trakt angebaut. Derzeit ist die Schule vierklassig.

Der Mensch

Werfen wir zuletzt noch einen Blick auf die Menschen dieser Gegend. Der bekannte Heimatforscher Eduard Kriechbaum und der Dichter Hans von Hammerstein können als besondere Kenner der bäuerlichen Seele des Oberinnviertler Menschen angesprochen werden. Sie schreiben, dass die Gilgenberger, man möchte fast sagen, eine eigene Rangstufe des Innviertlers darstellen. Vom Mittelalter bis zur Gegenwart ist für die Menschen oft kein allzugroßer Schritt. Alte Sitten und altes Brauchtum führen hier ein beschauliches Dasein und weisen in ferne Jahrhunderte. Will ein Fremder Volkskunde studieren, so wird er fast überall nicht allzufreundlich empfangen werden. Die Menschen sind verschlossen und besitzen etwas Hartes. Eine gewisse Bedächtigkeit paart sich mit Zeichen einer unverwüstlichen Lebenskraft. Diese äußert sich nicht zuletzt in den bekannten Raufhändeln der Gilgenberger Zechen, wovon verschiedene von den Gerichten beschlagnahmte „Werkzeuge im Heimathaus Braunau Zeugnis ablegen. Unbeugsam ist der Wille. Gut essen und trinken ist hier Selbstverständlichkeit. Zu gewissen Zeiten, wir denken besonders an die Kirchweihfeste, von denen Gilgenberg gleich zwei im Jahre hat, liegt ja vor der Haustüre eine „halberte Sau als Fuaßabstreifer. Eine lebhafte Phantasie zeichnet diesen Bauernmenschen aus und findet Niederschlag in Sage und Brauchtum. Eduard Kriechbaum meint, dass, wer einmal das Bauernvolk näher kennengelernt hat, es trotz seiner Verschlossenheit und Derbheit liebgewinnnen wird. Alles in allem gesehen, sind die Menschen ein Stück des uralten und doch ewig jungen Bauerntums, dem Urquell unseres Volkes.

Schwand

Der Name Schwand kommt von schwenden. Er stammt ausder Rodungszeit, als das Gebiet abgeholzt und für Felder und Wiesen urbar gemacht wurde. Man trachtete damals mit allen Mitteln neues Siedlungsland zu gewinnen. Es wurde also nicht sorgfältig geholzt, sondern geschwendet. Die Namen Schwand, Geschwandt und Gschwendt weisen darauf hin.

Die Bodenverhältnisse des Gemeindegebietes erkennen wir am besten, wenn wir vom Inn landeinwärts bis zum Adenberg und anderseits von Neukirchen über Schwand nach Überackern wandern. Zunächst versuchen wir von Schwand das Salzachufer zu erreichen. Die Straße führt uns auf eine Hochfläche bis an den Rand des Weilhart. Die Ebene wird bei der Ortschaft Sengtal durch einen Gießgraben zerschnitten. Dann verlassen wir die Hochfläche und kommen in die niedergelegene Stufe, die mit Wald bedeckt, bis Hochburg führt. Es ist dies der Untere Weilhartsforst.

Haben wir den Weilhart durchquert, so stoßen wir auf die Bundesstraße Ach-Braunau. Wir stehen vor einem steilen Abfall. Drunter in der wiesen- und auenreichen Ebene im Mühltal bei Überackern zeigt sich ein wasserreiches Gebiet. Wir wandern auf der Bundesstraße nach Nordosten. Die Niederterrasse reicht jetzt mit steilem Abfall an das Salzachufer heran.

Dort wo die Salzach sich mit dem Inn vereinigt, bietet sich ein wunderbarer Ausblick in das benachbarte Bayern mit seinem steilaufsteigenden Simbacher Hügelland. Bei der Ortschaft Oberrothenbuch gelangt man zu den Hügelgräbern und der Siedlung der Bronzezeit, deren Anlage am steilen Innufer noch deutlich erkennbar ist. Wo der Wald am Innufer endet, lag die Burg Ratzelhof. Diese Burg spielte eine wichtige Rolle bei der Sicherung des Verkehrs auf dem Inn. Bei Oberrothenbuch wird die Vorstufe allmählich breiter. Von hier biegen wir südwärts wieder gegen Schwand. In der Ortschaft Reit haben wir die Hochterrasse erstiegen, die sich bis an den Fuß des 533 Meter hohen Adenbergs erstreckt. Dieser erhebt sich 100 Meter über der Hochterrasse. Die ist in der Gemeinde Schwand reich gegliedert, von einer Lehmschichte überlagert, trocken, aber fruchtbar. Südlich geht die Hochterrasse über die Moränenlandschaft, die von Gletschereis und Ablagerungen gebildet wurde. Auf dem Adenberg lagern Alt-Moränen. Er weist mehrere Quellen auf. Die Lehmdecke auf der Hochterrasse ist bis zu 7 Meter dick. Unter dem Lehm ist eine Schotterschichte. Erwähnt sei noch, dass die Brunnentiefe für die obere Terrasse bei 40-50 Meter ist.

Die Pfarre Schwand gehörte ursprünglich zur Pfarre Neukirchen. Im Jahre 1785 wurde Schwand im heutigen Ausmaß von Neukirchen abgetrennt. Die gotische Pfarrkirche wurde 1724 erbaut und dem hl. Johannes dem Täufer geweiht. Aus der Pfarre Gilgenberg bzw. aus der Mutterpfarre Handenberg wurden die Ortschaften Bruck, Berndorf und Holz nach Schwand eingepfarrt. Im Jahre 1897 verlangten die Bewohner an der Westgrenze von Neukirchen-Mitternberg ihre Aufnahme in den Gemeindeverband Schwand.

Die 91 Bauernhöfe der Pfarre sind seit den ältesten Zeiten Arbeitsstätten unermüdlichen Fleißes gewesen. Diese Fortschritte brachten es mit sich, dass die landwirtschaftlichen Erträge bedeutend gesteigert wurden. Dies zeigen die großen, schönen Ställe und Scheunen. Da sich die Bewohner der Gemeinde durch besondere Rührigkeit und Umsicht zu einem gewissen Wohlstand aufgeschwungen hatten, entstand der Ausdruck „Goldene Pfarre".

Zu den wieder neubelebten Bräuchen gehört der Stefani-Ritt, der fast jedes Jahr am Stefani-Tag abgehalten wird. Bei diesem Anlass werden besonders Pferdeliebhaber und Schaulustige aus der engen und weiteren Umgebung angezogen, die prachtvollen Rosse zu bewundern. Jeder Bauer setzt seinen Stolz drein, das stattlichste und schönst aufgeputzte Pferd zu reiten. Stirne und Halfter, Mähne und Schweif sind mit Kränzlein, Mascherln und Seidenbändern geschmückt. Das ganze hat aber keinen religiösen Charakter. Der Zweck liegt hauptsächlich in der Vorführung der Pferde. Schwand scheint schon vor 50 Jahren in dieser Art eine Rolle gespielt zu haben. Schon damals bezweckte man mit dem Stefani-Ritt, den Pferdehändlern aus dem benachbarten Bayern die stolzen Rosse zu zeigen. Auch nach dem zweiten Weltkrieg hat bereits der Pferdehandel einen lebhaften Aufschwung erfahren.

Diese Aufzeichnungen sind teilweise aus der Orts- und Familienkunde von Dr. Franz Berger und Geistl. Rat Johann Grömmer sowie „Rund um den Weilhart" von Leopold Kammerstätter entnommen.

Eine Neujahrserinnerung

Ein „Vogel" auf dem Schwandner kirchturm!

An einem schönen Neujahrstag im Jahre 1898 saßen abends mehrere Zechburschen beim Seidlwirt in der geräumigen Gaststube beisammen und unterhielten sich mit allerlei Scherzen. Unter ihnen war auch einer, der ein ganz außergewöhnliches Stückchen im Schilde führte. Es war dies der Jakob Lohninger, von seinen Kameraden als Pater Jakob bezeichnet, weil er die Absicht hatte, in das Kloster einzutreten. Plötzlich unterbrach er die Unterhaltung und rief: „Ich steig auf den Kirchturm! Niemand von den Anwesenden glaubte, dass er das ernst meinte, und man lachte ihn aus. Er aber verließ die Gaststube und kehrte nach eineinhalb Stunden wieder zurück. „So, sagte er, „jetzt war ich auf dem Kirchturm, ganz oben beim Kreuz. Die Burschen meinten, er halte sie zum besten und wollten ihn durchhauen. Der Lohninger verwies aber darauf, dass er zum Zeichen, dass er auf dem Turm war, seinen Schal an das Turmkreuz angebunden und einen Fäustling auf das Kreuz gesteckt habe. Außerdem wies er die zerrissene Hose vor. Wie hatte nun der kühne Kletterer zuwege gebracht, den hohen Kirchturm auf der Außenseite zu besteigen? Mit dem Rücken gegen die Mauer gestemmt, „handelte er sich an dem Blitzableiter bis zum Kreuz des Turmes empor und hinterließ dort seine Zeichen. Am nächsten Tag schauten alle Schwandner auf den Kirchturm und rieten, was sich auf dem Kirchturm bewege. Von der Besteigung des Kirchturms wussten nur die Zechbuben und diese wollten es auch nicht alle für wahr halten, dass der Lohninger oben war. Unter den Schauenden befand sich auch der damalige Schulleiter Velten Hauch. „Auf dem Kirchturm, sagte er zum Jagdpächter Michael Geid, „sitzt ein Vogel und das ist meines Erachtens ein Fasan. Schnell holte der Seidl sein Jagdgewehr und schoss auf den Kirchturm, aber der vermeinte Vogel blieb unbeweglich auf dem Kreuz sitzen. Inzwischen wurde bekannt, dass der Pater Jakob auf den Kirchturm geklettert war, auf dem er seine Zeichen hinterlassen hatte. Das Besteigen des Kirchturmes, so erzählte der Lohninger, ist ihm leichter gewesen, als das Heruntergleiten an dem Blitzableiter, zumal er einen Fäustling auf dem Kirchturmkreuz gelassen hatte und ihn bitter an den Händen fror.

Der Jakob Lohninger, der die kühne Kletterei im Alter von 18 Jahren vollbracht hatte, lebt heute noch und erinnert sich gerne noch an den gut gelungenen Jugendstreich.

Aufgezeichnet von Sebastian Wimmer, Oberpostrat i. R., einem Mitschüler des Lohninger.

Alls fahrt mit’n Auto!

Alls fahrt mit’n Auto,

dö Ochsn, dö Gäns,

dö Hendl, dö Antn,

dö Onkeln, dö Tantn

und da Moa z’ Kropfaredt

ah z’ Fuaß nimma geht.

Und ’s Gehn war so guat

für dös agstandnö Bluat.

Sebastian Wimmer, Oberpostrat i. R.

Eggelsberg

Willst du einmal ein reizvolles Stück Heimat vor deinen Blicken ausgebreitet sehen, so steige an einem klaren Tag auf den Weinberg bei Eggelsberg. Mit seinen 551 Metern Seehöhe überragt er die Hügel der Umgebung, und dem Auge steht kein Hindernis entgegen, das Bild der fernen, blauen Berge und des welligen Voralpenlandes aufzunehmen und zu genießen. Der Alpenbogen spannt sich von Südosten nach Südwesten. An dem einen Bogenrande liegt das Höllengebirge, an dem anderen stehen die Ausläufer der bayrischen Berge, und dazwischen erheben gewaltige Riesen ihre zerklüfteten, den größten Teil des Jahres weißschimmernden Häupter: der Dachstein, der Göll, der Watzmann, der Staufen, um nur einige zu nennen. Rings um dich kauern die Hügel eines fruchtbaren, gottgesegneten Landes, auf denen sich Äcker, Wiesen und Wälder ausbreiten.

In diese grüne Welt hineingestreut liegen die Dörfer; oft siehst du nur die Kuppel oder Spitze eines Kirchturmes über ein Wäldchen lugen. Vor dir aber, an einen Hügel hingebettet, den die gewaltige Kirche krönt, breitet sich das Dorf Eggelsberg aus. Es ist kein großes Dorf, es hat nur 34 Hausnummern, aber es ist stattlich und wohlgepflegt. Über ihm thront, erhaben und ehrwürdig, die Kirche. Die Edlen von Ibm, die am Rande des großen Moores auf einem Hügel ein Schloss hatten, sind ihr vor einem halben Jahrtausend Pate gestanden. Hans Stetthaimer oder Konrad Brückel aus Burghausen waren ihre Baumeister. Für eine Landkirche ist sie gewaltig in ihren Ausmaßen und großartig in ihrer Anlage.

Über den Hochaltarraum spannt sich in einer Höhe von 16¹/2 Metern das gotische Rippengewölbe, über das Langhaus in der Höhe von 12¹/2 Metern. Der Turm, dessen drei Kuppeln mit Kupferblech gedeckt sind, ist 72 Meter hoch. Sehenswert sind die alten, mit eisernen Lilien beschlagenen Kirchentüren und das wunderschöne Schnitzwerk der Gebrüder Zürn aus Burghausen, das an der Mittelsäule der Kirche angebracht ist und Christus am Kreuze darstellt. Der machtvolle, mit allem Reichtum des Barock ausgestattete Hochaltar stammt ebenfalls aus der Werkstätte dieser begabten Künstler. Im Dorfe sind einige namhafte Betriebe. Die Gerberei Stöger hat sich in den letzten Jahren zu einer modernen Lederfabrik entwickelt. In dem erst 1951 eröffneten neuen Käsereigebäude wird Emmentalerkäse erzeugt, der ob seiner vorzüglichen Qualität über die Grenzen unseres Heimatlandes hinaus bekannt ist. Die Schule wurde 1883 erbaut und ist derzeit vierklassig. Im Laufe der nächsten Jahre soll sie umgebaut und modernisiert werden.

Die Ärzte haben seit alters ihren Sitz in Ibm, das am Rande des Ibmer-Waidmooses liegt. Von dort aus erreicht man auch auf kurzem Wege den Heratinger- und den Seeleitner-See. Vor urdenklichen Zeiten waren sie miteinander verbunden. Die Sage erzählt, dass an ihrer Stelle einst eine prächtige Stadt, Ninive mit Namen, gestanden sei. Den übermütigen und ausschweifenden Bewohnern zur Strafe ließ Gott sie in den Fluten versinken. Fischer, die des Nachts auf dem Kahn über den See fuhren, wollten Glockengeläute aus der Tiefe vernommen haben. Die zwei Seen liegen in lieblicher Landschaft. Gegen Süden erstreckt sich das braune Moor mit den weißen Birken, umrandet von den blauen Bergen.

Gundertshausen ist ein uralter Ort. Es wird schon 1070 urkundlich erwähnt. Hier wurde einst Maut von den Salzfuhrwerken, die ihre weiße Fracht von Hallein nach Burghausen brachten, eingehoben. Seit 1842 besteht in dieser Ortschaft eine Brauerei. Die Brauerei Schnaitl versorgt in weitem Umkreis die Wirte mit Bier vorzüglicher Qualität.

Im Motto der Sängerrunde wird Eggelsberg der „Lug ins Land" genannt. Eine vortreffliche Charakterisierung seiner beherrschenden Lage. Es ist aber noch mehr: ein liebliches, trautes Fleckchen Heimat.

Haigermoos

Kleiner Streifzug rund um Gegenwart

und Vergangenheit

Ein stilles, geruhsam in den Tag hinein werkendes Dorf, das sich dem ortsfremden Besucher weithin nur in der spitzen, glatten Nadel seines Kirchturmes kundtut. Geflissentlich scheinen alle Hauptstraßen dem Orte auszuweichen, und nur schmale, unter dem Zugang der Zeit widerstrebend breiter werdende Nebenstraßen winden sich, umständlich genug, an das Dorf heran. Innerhalb einer geräumigen Mulde scharen sich die Höfe um einen mäßigen Hügel, der von Kirche und Schule gekrönt wird. In luftiger Höhe wird dem aufmerksamen Beobachter

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