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Der neue Landdoktor 27 – Arztroman: Lügen führen nicht ins Glück

Der neue Landdoktor 27 – Arztroman: Lügen führen nicht ins Glück

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Der neue Landdoktor 27 – Arztroman: Lügen führen nicht ins Glück

Länge:
113 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
Oct 4, 2016
ISBN:
9783740910037
Format:
Buch

Beschreibung

"Der neue Landdoktor" zeichnet sich gegenüber dem Vorgänger durch ein völlig neues Konzept aus. Es wird noch größerer Wert auf Romantik, Spannung und sich weiterdichtende, zum Leben erwachende Romanfiguren, Charaktere und Typen gelegt. Eines darf verraten werden: Betörend schöne Frauen machen dem attraktiven Landdoktor schon bald den Hof. Und eine wirkliche Romanze beginnt...

Fünf Tage war Loren nun schon im Hotel Sonnenblick, aber Alex war ihr noch nicht begegnet. Dabei war sie nur wegen ihm nach Bergmoosbach gekommen. Sie wollte ihm sagen, dass er Vater Wurde, ihm erzählen, dass es eine Lüge war, mit der sie sich im letzten Winter von ihm verabschiedet hatte.
Wie an jedem Abend nach dem Essen im Restaurant machte sie einen Spaziergang durch den Park des Hotels. Farbenprächtige Blumenbeete, die wie blühende Inseln auf dem kurzgeschnittenen Gras lagen, dichtgewachsene Hecken, Laubengänge, die zu versteckten Bänken führten, eine Teichanlage mit einem Wasserfall, der in der Dunkelheit beleuchtet wurde, und ein Springbrunnen, der mit einer hohen Fontäne imponierte. Die Hotelleitung hatte sich etwas einfallen lassen, um ihre Gäste zu beeindrucken.
Herausgeber:
Freigegeben:
Oct 4, 2016
ISBN:
9783740910037
Format:
Buch

Über den Autor


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Der neue Landdoktor 27 – Arztroman - Tessa Hofreiter

Der neue Landdoktor –27–

Lügen führen nicht ins Glück

Doch die Wahrheit kommt ans Licht

Roman von Tessa Hofreiter

Fünf Tage war Loren nun schon im Hotel Sonnenblick, aber Alex war ihr noch nicht begegnet. Dabei war sie nur wegen ihm nach Bergmoosbach gekommen. Sie wollte ihm sagen, dass er Vater Wurde, ihm erzählen, dass es eine Lüge war, mit der sie sich im letzten Winter von ihm verabschiedet hatte.

Wie an jedem Abend nach dem Essen im Restaurant machte sie einen Spaziergang durch den Park des Hotels. Farbenprächtige Blumenbeete, die wie blühende Inseln auf dem kurzgeschnittenen Gras lagen, dichtgewachsene Hecken, Laubengänge, die zu versteckten Bänken führten, eine Teichanlage mit einem Wasserfall, der in der Dunkelheit beleuchtet wurde, und ein Springbrunnen, der mit einer hohen Fontäne imponierte. Die Hotelleitung hatte sich etwas einfallen lassen, um ihre Gäste zu beeindrucken.

Loren setzte sich auf den Rand des Brunnens und schaute auf das Hotel, ein im alpenländischen Stil erbautes dreistöckiges Gebäude. Alle Zimmer hatten gelb-weiße Markisen an den Balkons, und die Blumenkästen waren mit gelben Geranien bepflanzt. Einige Hotelgäste nutzten die angenehm warmen Abendstunden und machten es sich auf den Liegestühlen bequem, die auf der Sonnenterrasse für sie bereit standen.

Loren war im letzten Herbst durch einen Zeitungsartikel auf das Hotel Sonnenblick aufmerksam geworden. Sie hatte nach einem Ort für ihren Winterurlaub gesucht, an dem sie ausspannen konnte, der ihr aber eine weite Anreise ersparte. Was das Hotel betraf, war es die richtige Wahl gewesen. In der Liebe hatte sie allerdings weniger Glück gehabt.

Wehmütig schaute sie auf die Tür, die von der Sonnenterrasse aus in die Hotelbar führte. Auch sie war damals durch diese Tür gegangen. Es war Anfang Dezember gewesen, und in den Mittagsstunden schien die Sonne so warm, dass sie nach einer Wanderung am Morgen eine Weile auf der Terrasse verbrachte. Danach wollte sie einen der alkoholfreien Cocktails versuchen, die in dem Artikel über das Hotel erwähnt wurden.

»Alex«, flüsterte sie, als sie sich an den Moment erinnerte, als sie ihn zum ersten Mal sah.

Er hatte hinter dem Tresen gestanden, hielt einen silberfarbenen Eisshaker in der Hand und schaute direkt in ihre Richtung. Zuerst nahm sie nur seine wundervollen blauen Augen wahr, wenig später dann das aufregende Lächeln, diese Mischung aus Neugierde und Eroberungswünschen. Es war dieses Lächeln, das sie hätte warnen sollen, aber sie dachte nicht nach. Sie bestellte sich einen Cocktail, ließ sich von Alex in ein Gespräch verwickeln und verliebte sich in ihn.

Nach ein paar Tagen war sie davon überzeugt, dass auch er sich ernsthaft in sie verliebt hatte, bis Bianka Wissmuth, die Assistentin des Hotelmanagers, sie beiseite nahm. Die gut aussehende selbstsichere junge Frau, die immer eine Weile mit ihr plauderte, wenn sie sich im Hotel begegneten, erzählte ihr, dass Alex als Student der Theaterwissenschaften die besten Voraussetzungen für den Job als Barkeeper mitbrachte.

»Er weiß genau, wem er was sagen muss, wie er lächeln muss, um möglichst viel Trinkgeld zu bekommen. Und natürlich nutzt er diese Kunst auch für seine Eroberungen. In jeder Saison verspricht er gleich mehreren Damen die ewige Liebe, und sie fallen alle darauf herein. Einen Tag vor Ihrer Ankunft ist seine letzte Eroberung abgereist, und ich versichere Ihnen, sobald Sie fort sind, ist die nächste an der Reihe. Ich meine, Sie müssen nicht darauf hören, was ich gerade gesagt habe, aber mir ist aufgefallen, wie Sie ihn ansehen. Ihnen scheint es ernst mit ihm zu sein, aber glauben Sie mir, er wird Sie enttäuschen«, hatte Bianka gesagt. Bianka war immer ausgesprochen freundlich zu ihr gewesen. Sie wusste es zu schätzen, dass sie sich Sorgen um sie machte, aber sie wollte ihr nicht wirklich glauben.

Trotzdem beobachtete sie Alex nun etwas genauer, während er an der Bar stand. Schon bald war ihr klar, dass Bianka recht hatte. Er flirtete mit seinen weiblichen Gästen. Mit manchen mehr, mit manchen weniger, aber sein Lächeln schien allen zu versprechen, dass er in ihnen die Frau und nicht nur einen Gast an der Bar sah. Sie hatte dieses Versprechen ernst genommen, aber was war es wert, wenn er es allen gab? Plötzlich kam sie sich wie ein Spielzeug vor, das er vergessen würde, sobald er es nicht mehr sah.

Am Tag ihrer Abreise erklärte sie ihm, dass sie verlobt sei, bald heiraten würde und er nur eine nette Abwechslung für sie gewesen sei. Er sollte davon ausgehen, dass nicht er sie ausgewählt hatte, sondern sie ihn.

Seine Antwort, dass er sich wohl immer in die falschen Frauen verlieben würde und dass sie nicht die erste sei, die in ihm nur eine Abwechslung gesehen hätte, deutete sie damit, dass diese Frauen ihm wohl genau wie sie diesen Triumph der schnellen Eroberung nicht gönnen wollten. Aber so sehr sie sich in den Monaten danach auch anstrengte, sie konnte Alex nicht vergessen. Als ihr bewusst wurde, dass sie ein Kind von ihm erwartete, spielte sie mit dem Gedanken, es ihm zu sagen, unterließ es aber, weil ihr Stolz ihr etwas anderes riet. Jetzt, zwei Monate vor der Geburt, hatte sie ihren Stolz besiegt.

Sie hatte sich vorgestellt, er würde in der Hotelbar hinter dem Tresen stehen und sie würde sich einen dieser alkoholfreien Cocktails bestellen, ein bisschen mit ihm plaudern und im richtigen Moment würde sie ihm gestehen, dass er Vater wurde.

Den alkoholfreien Cocktail Johannisbeerensaft mit Vanilleeis hatte sie gleich am ersten Abend an der Bar getrunken und sie hatte den jungen Mann, der hinter dem Tresen stand, nach Alex gefragt. Sie hatte erfahren, dass er ein paar Tage frei hatte. Wann genau er zurück sein würde, dass wusste seine Vertretung aber nicht. Mit Bianka konnte sie auch nicht reden, sie arbeitete schon eine Weile nicht mehr im Hotel.

Loren fragte sich, ob es ein Wink des Schicksals war, dass Alex nicht da war. Vielleicht sollte sie ihr Geheimnis einfach für sich behalten. Sie würde auch ohne ihn mit dem Baby zurechtkommen. Für die erste Zeit hatte sie schon alles geregelt. In der Dachgeschosswohnung, die sie im Haus ihrer Eltern in München bewohnte, war genug Platz für sie und das Kind. Mit dem Theater, in dem sie als Maskenbildnerin arbeitete, hatte sie vereinbart, in den nächsten Monaten zu Hause zu arbeiten. Sie hatte sich in ihrer Wohnung ein kleines Atelier eingerichtet, in dem alles vorhanden war, was sie brauchte. Sie musste sich also keine Sorgen machen, abgesehen von der Tatsache, dass sie ihrem Kind möglicherweise keinen Vater präsentieren konnte. Bisher hatte sie weder ihrer Familie noch ihren Freunden von Alex erzählt.

»Er war eine Urlaubsbekanntschaft, danach trennten sich unsere Wege«, antwortete sie, wenn sie jemand fragte.

Was sie allerdings ihrem Kind sagen würde, wenn es eines Tages nach seinem Vater fragte, das hatte sie noch nicht entschieden. Als es zu dämmern begann, ging sie zurück ins Hotel. Sie würde noch eine Weile auf dem Balkon lesen und dann schlafen gehen. Wie wundervoll die Rosen heute duften, dachte sie, als sie an den Rosenstöcken vorbeiging, die den Weg vom Park zum Eingang des Hotels säumten.

Wenig später betrat sie die Lobby. Heller Teppichboden, Wandverkleidungen aus edlem Holz, ein offener Kamin, Sessel und Sofas mit goldfarbenem Stoff bezogen. Das Hotel besaß seinen guten Ruf zurecht. Es besaß Stil und bot seinen Gästen ein luxuriöses Ambiente, ohne die Übernachtungspreise zu sehr in die Höhe zu treiben.

»Frau Erding, Sie haben doch nach Alex Bechtner gefragt«, sprach sie die junge Frau in dem blauen Kostüm an, die hinter dem Empfangstresen stand.

»Wissen Sie inzwischen, wann er zurückkommt?«

»Er ist schon zurück. Sie finden ihn in der Bar.«

»Danke.« Was mache ich jetzt? Gehe ich gleich zu ihm oder warte ich bis morgen? Loren spürte, dass die Frau an der Rezeption ihr nachschaute,

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