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Dorian Hunter 83 – Der Orden von Delphi

Dorian Hunter 83 – Der Orden von Delphi

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Dorian Hunter 83 – Der Orden von Delphi

Länge:
233 Seiten
3 Stunden
Freigegeben:
Mar 4, 2016
ISBN:
9783955720834
Format:
Buch

Beschreibung

Der Orden von Delphi vertritt die Ansicht, dass niemand mit dem Talent, die Zukunft vorauszusehen, je in den Lauf der Geschichte eingreifen darf. Alles, muss seinen natürlichen Gang nehmen, und das ist nur möglich, wenn niemand weiß, was ihn erwartet. Aber ist das wirklich alles, was hinter dieser seltsamen Gemeinschaft steckt? Ist das der einzige Grund, warum sie so dringend Philipp in die Finger bekommen wollen? Die Antwort auf diese Fragen führt in eine lange versunkene Stadt ...
Freigegeben:
Mar 4, 2016
ISBN:
9783955720834
Format:
Buch

Über den Autor


Buchvorschau

Dorian Hunter 83 – Der Orden von Delphi - Catharine Parker

Der Orden von Delphi

Band 83

Der Orden von Delphi

von Catherine Parker und Simon Borner

© Zaubermond Verlag 2016

© Dorian Hunter – Dämonenkiller

by Pabel-Moewig Verlag GmbH, Rastatt

Titelbild: Mark Freier

eBook-Erstellung: Die Autoren-Manufaktur

http://www.zaubermond.de

Alle Rechte vorbehalten

Was bisher geschah:

Der ehemalige Reporter Dorian Hunter hat sein Leben dem Kampf gegen die Schwarze Familie der Dämonen verschrieben, seit seine Frau Lilian durch eine Begegnung mit ihnen den Verstand verlor. Seine Gegner leben als ehrbare Bürger über den gesamten Erdball verteilt. Nur vereinzelt gelingt es Dorian, ihnen die Maske herunterzureißen.

Bald kommt Hunter seiner eigentlichen Bestimmung auf die Spur: In einem früheren Leben schloss er als französischer Baron Nicolas de Conde einen Pakt mit dem Bösen, der ihm die Unsterblichkeit sicherte. Der Pakt galt, und als de Conde selbst der Ketzerei angeklagt und verbrannt wurde, wanderte seine Seele in den nächsten Körper. Im Jahr 1713 wurde er als Ferdinand Dunkel in Wien Zeuge, wie Asmodi, das Oberhaupt der Schwarzen Familie, von einem Nachfolger verdrängt wurde, der sich fortan Asmodi II. nannte. Ihn kann Dorian schließlich töten.

Nach vielen Irrungen nimmt Lucinda Kranich, die Schiedsrichterin der Schwarzen Familie, die Rolle des Asmodi an. Niemand weiß, dass sie in Wirklichkeit hinter dem wiedererstandenen Fürsten steckt. Und letztendlich wird ihre Maskerade Wirklichkeit. Dass Lucinda sich einen Teil Asmodis einverleibt hat, um seine Macht zu erlangen, wird ihr zum Verhängnis. Der in ihr schlummernde Asmodi übernimmt die Kontrolle über ihren Körper und ersteht so tatsächlich wieder auf.

Und die Umstände wollen es, dass ausgerechnet Coco Zamis die neue Schiedsrichterin wird. Das Dämonenkiller-Team droht zu zerfallen, Dorian stirbt. Die Dämonen scheinen gesiegt zu haben.

Aber mit vereinten Kräften gelingt es Dorians Freunden, ihn ins Leben zurückzuholen. Das Team formiert sich neu. Dummerweise sind einige von ihnen während Dorians Abwesenheit auf Abwege geraten. Philipp Hayward ist nicht nur derzeit von seinem bösen Zwillingsbruder besessen. Ein geheimnisvoller Orden ist zudem hinter ihm her und möchte ihn aus der Weltgeschichte entfernen: der Orden von Delphi.

Erstes Buch: Der Orden von Delphi

Der Orden von Delphi

von Catherine Parker

nach einem Exposé von Susanne Wilhelm

Kapitel 1

Die Dämmerung setzte an diesem Januartag früh ein.

Frostiger Ostwind pfiff um Wiens Straßenecken. Graupelkörner fegten über den Asphalt. Die Menschen verhüllten ihre Gesichter mit Schals oder wollenen Tüchern und senkten beim Gehen die Köpfe.

Niemand achtete auf die Männer in den schwarzen Mänteln. Wie Schatten verschmolzen sie mit den Häuserwänden. Stumm und konzentriert bewegten sie sich vorwärts, als gehorchten sie einem geheimen Kommando, das nur sie hören konnten. Hätte sich ein Passant die Mühe gemacht, der seltsamen Formation zu folgen, wäre ihm ihr Ziel vielleicht bald klar geworden. Doch die Männer erreichten ungesehen die alte Villa, die in der vornehmen Vorstadtgegend nur das Spukhaus genannt wurde.

Es war das letzte Haus in der Straße, das am weitesten zurückversetzt lag. Der große Garten hinter der steinernen Mauer wirkte ungepflegt. Die Bäume waren lange nicht beschnitten und Reste schmutzigen Schnees säumten den Kiesweg. Das Tor allerdings war massiv und mit einem modernen Funkschloss gesichert.

Nur ein kaum spürbares Vibrieren der Winterluft verriet außerdem, dass das Grundstück von einer schwarzmagischen Barriere geschützt war.

»Stopp!« Der Anführer der Schwarzmäntel hob warnend die Hand. »Wir warten.«

Er wusste, dass die Hexe die Villa bald verlassen würde. Er wusste auch, dass Coco Zamis wütend und abgelenkt sein würde, weil sie sich aufgrund ihrer Tätigkeit als Schiedsrichterin der Schwarzen Familie inzwischen allzu oft mit nervtötenden Kreaturen wie der, die hier wohnte, und deren albernen Zänkereien beschäftigen musste.

Dazu kam ihre wachsende Sorge um Phillip.

Beim Gedanken an den Hermaphroditen hob der Mann lauernd den Kopf und lauschte in die Stille ringsum. Doch es war nur das Heulen des Windes zu vernehmen.

Reglos verharrten die Mitglieder der Gruppe wie steinerne Wächter in der Dunkelheit.

Warten machte ihnen nichts aus, solange die Zeit auf ihrer Seite war.

Und bisher war es stets so gewesen.

Im Innern der Villa ahnte Coco Zamis nichts von der unheimlichen Belagerung draußen.

»Genug jetzt!«, herrschte sie den alten Vampir an.

Er unterbrach seinen Monolog vor dem Kamin und fuhr so hastig herum, dass er beinahe eine der dort aufgereihten Urnen aus massivem Silber vom Sims gestoßen hätte.

Das hätte eine hübsche Sauerei gegeben.

»Was erlauben Sie sich?« Seine Augen funkelten sie giftig an. »Ich habe noch längst nicht alle Fakten aufgezählt, die notwendig sind, um zu beweisen, dass …«

»Das ist auch nicht nötig«, beschied sie ihm. »Ich konnte mir bereits ein Bild von der Situation machen.«

Und von dir auch, du Nervensäge.

»So?« Anklagend richtete er seinen dürren Zeigefinger auf sie. »Das bezweifle ich! Wie soll ohne Kenntnis sämtlicher Fakten eine objektive Einschätzung möglich sein?«

Coco schnaubte, doch ehe sie ihm eine saftige Erwiderung in sein hässliches Gesicht schleudern konnte, setzte er schon zu einer neuerlichen Tirade an.

»Diese neu zugezogene Sippschaft in der Stadt, die behauptet, entfernt mit den Nowottnys verwandt zu sein, die 1920 aus Prag hierher kamen, hält sich an keine Regeln. Keine!«

Ja. Ja. Ja. Ich habe es gehört.

»Ich frage mich, wie kann das sein? Meine Familie wird diese Übergriffe nicht länger dulden. Wir leben seit Jahrhunderten hier. Mit den Nowottnys hatten wir nie Ärger, sie hielten sich wie wir an dämonisches Recht und Gesetz. Aber diese angeblichen Verwandten besudeln mit ihren Taten ein Gebiet, das meiner Familie gehört. Ich sage Ihnen, das muss ein Ende haben. Jawohl! Ich fordere, dass es ein Ende hat. Sie müssen ...«

»Was ich muss, bestimme ich.« Coco straffte die Schultern. »Und jetzt noch mal extra für Sie zum Mitschreiben: Ich bin keine Beschwerdestelle, sondern Schiedsrichterin. Klar?«

Der alte Vampir blinzelte verwirrt. Offenbar leuchtete ihm nicht ein, worin der Unterschied bestand.

Coco war kurz davor, ihm den Eidesstab über den runzligen Schädel zu ziehen. Das machtvolle Holz erkannte jedoch ihre Absicht und erwärmte sich leicht. Innerlich seufzend zwang sie sich zur Ruhe.

Sie musste die Würde ihres hohen Amtes wahren – egal, welcher grenzdebile Grottenolm ihre Geduld mal wieder auf die Probe stellte.

»Ich setze einen Termin an, bei dem die andere Seite zu diesem Konflikt ebenfalls Stellung nehmen kann«, sagte sie. »Sofern das von den Nowottnys gewünscht wird.«

Sie betonte jedes Wort, um keine Zweifel an ihrer Entschlossenheit aufkommen zu lassen, die Sache im Einvernehmen mit allen Beteiligten zu klären. »Sollte daraufhin eine offizielle Kampfansage erfolgen, achte ich darauf, dass die Regeln der Schwarzen Familie eingehalten werden. Sie hören also in Kürze wieder von mir.«

Der Vampir stieß ein unwilliges Knurren aus.

Coco ignorierte es und schlüpfte in ihre Jacke. Der heulende Wind draußen vor dem Fenster ließ sie jetzt schon frösteln. Mistwetter! Und das, obwohl die sibirische Eisdämonin Mainica endgültig besiegt worden war. Hier in Wien zeigte sich der Winter derzeit trotzdem noch von seiner höchst ungemütlichen Seite.

Immerhin ein paar neue Stiefel hatte Coco sich gegönnt. Todschicke Overknees. Die Absätze klackerten auf den Treppenstufen, als sie das Haus des alten Vampirs verließ und die Kapuze über den Kopf schlug. Sie freute sich darauf, bald wieder in ihrem Büro zu sein. Das Handy in ihrer Jackentasche summte.

Coco zerrte es hervor, während sie durch den dunklen Garten auf das Tor zu stapfte. Besorgt erkannte sie, dass es Phillip war, der anrief.

»Hey, was gibt's?«, rief sie. »Alles okay?«

Die Verbindung war schlecht. Zwischen Knistern und Rauschen waren Phillips Worte kaum zu verstehen. Die Panik in seiner Stimme war dennoch nicht zu überhören.

»Die Männer, die das Meer ruft … Sie sind hier!«

»Was?« Sie erstarrte. »Wer ist bei dir?«

»Nein, falsch …« Phillips hastig gestammelter Erklärung entnahm Coco, dass er allein war. Niemand war in ihr Büro und die Räume eingedrungen, die einst Lucinda Kranich gehört hatten. Sie atmete auf. Phillip befand sich nicht in akuter Gefahr oder drohte, gerade erneut entführt zu werden.

»Sorry. Also noch mal: Beruhige dich. Was ist los?«

»Sie sind … auf dem Weg.« Seine Stimme klang schrill und drängend und als er den Satz wiederholte, überschlug sie sich fast. »Sie sind auf dem Weg!«

Coco hatte nicht die geringste Ahnung, wovon er sprach. Wen meinte er? War es eine seiner Visionen, die ihn derart in Angst versetzte?

Wie bei ihrer Ankunft schwang das Tor kurz auf und ließ sie passieren. »Phillip, hör zu, ich bin gleich bei dir. Dann klären wir das. Gib mir fünfzehn Minuten, ja?«

Die Vorstadtstraße lag einsam in der Dunkelheit. Entweder gab es hier vor dem letzten Grundstück keine Straßenbeleuchtung oder die alten Laternen funktionierten aufgrund des Sturmes nicht mehr.

Ein paar Dachziegel klapperten verdächtig, als der Wind daran rüttelte. Misstrauisch wandte Coco beim Weitergehen den Blick nach oben. Dass ihr ein Ziegel auf den Kopf fiel, fehlte ihr gerade noch.

»Nein, ich … du musst … COCO!« Phillip stieß einen verzweifelten Schrei aus. Es klang, als würde er einen Albtraum durchleben.

Sie presste das Telefon fester ans Ohr und beschleunigte ihre Schritte.

Warum ist er nur so verstört?

»Phillip?« Sie näherte sich gerade der Straßenecke, um die Fahrbahn zu überqueren und nach links abzubiegen, als er unerwartet losbrüllte.

»RECHTS!«

Reflexartig warf Coco sich zur Seite. Mit der Schulter prallte sie heftig gegen eine Hauswand. Gleichzeitig schoss ein blendend weißer Lichtstrahl an ihr vorbei. Er traf direkt die Stelle, auf der sie vor einer Sekunde noch gestanden hatte. Steinchen und Schneedreck spritzten auf.

»LAUF!«

Coco sprintete los, ohne nachzudenken.

Instinktiv gehorchte sie Phillips Anweisungen, obwohl sie sonst eher der kämpferische Typ war. Bei einem Angriff davonzujagen wie ein Hase war absolut nicht ihr Stil. Aber ihr untrüglicher Instinkt riet ihr, auf Phillip zu hören.

Dummerweise hatte sie es mit mehreren Verfolgern zu tun, wie ihr klar wurde, als sie die zahlreichen Schritte hinter sich hörte. Und Phillips Warnung hatte ihr nur einen minimalen Vorsprung verschafft.

Coco vertraute auf ihre Schnelligkeit. Doch ihre Angreifer schienen jede Richtung, in die sie rannte und jede Deckung, die sie in Betracht zog, vorauszuahnen.

Wieder schlug ein greller Lichtblitz unmittelbar neben ihr in den Boden. Sie presste die Lider zusammen, als die Luft vor ihren Augen zu flimmern begann. Nahezu blind stürzte sie um die nächste Ecke. Ihre Finger krallten sich um das Handy.

»Phillip?« Ihre Gedanken rasten.

Die weißmagische Aura des Lichts hatte Coco nicht einmal gestreift, dennoch verspürte sie eine Wirkung. Diese seltsamen Blitze machten sie benommen. Verwirrten ihre Sinne. Setzten ihre Hexenkräfte kurzzeitig außer Gefecht. Das durfte sie nicht zulassen!

Von dem Angreifer, der urplötzlich neben ihr auftauchte, um ihr den Weg abzuschneiden, sah sie wenig mehr als seinen Schatten. Dafür spürte sie seine Präsenz umso deutlicher. Sofort wirbelte sie herum.

Für Sekunden versetzte sie sich in einen schnelleren Zeitablauf und griff ihn frontal an. Ihr spitzer Stiefelabsatz traf sein Kinn. Ächzend ging er zu Boden.

Coco wich zurück, bevor der Kerl im schwarzen Mantel gegen sie fiel. Er landete mit dem Gesicht auf dem Straßenpflaster. Etwas klirrte leise. Das kurz aufblitzende Amulett um seinen Hals? Oder vielleicht seine Zähne.

Selbst schuld, dachte Coco mitleidlos.

Inzwischen ahnte sie, mit wem sie es zu tun hatte. Das mussten die Männer sein, die Phillip vor einiger Zeit entführt hatten. Denen es gelungen war, Dorian und Morales auszuknocken und gefangen zu nehmen. Der geheimnisvolle Sonnenorden, der Apollon verehrte, und von dem behauptet wurde, seine Mitglieder könnten in die Zukunft sehen.

Wenn das stimmte, hatte Coco bei ihrer Flucht verdammt schlechte Karten. Sie konnten jede ihrer Bewegungen vorausahnen.

»Abbiegen! Links«, drang Phillips Stimme an ihr Ohr.

Sie begriff auf Anhieb, was er vorhatte.

Phillip war der Einzige, der sich den magischen Kräften des Ordens entzog. Seine Zukunft entzog sich ihrer Vorhersehungskraft. Wenn Phillip Coco nach Hause lotste, würde ihnen ihre Fluchtroute verborgen bleiben. Sie musste nur jeden eigenen Gedanken verwerfen und sich völlig auf den Hermaphroditen verlassen. Den Weg, den er ihr wies, konnten ihre Verfolger nicht voraussehen. Vielleicht gelang es ihr so, zu entkommen.

Ich muss es versuchen.

»Wohin?«, zischte sie.

Phillip schickte Coco zurück zum Ausgangspunkt und dirigierte sie quer durch den Garten der Vampir-Villa. Ihre Verfolger betraten das Grundstück nicht, aber Coco hörte sie rufen. Beschwörender Gesang tönte hinter ihr durch die Dunkelheit.

Sie stolperte und fluchte.

»Nicht stehen bleiben. Weiter«, drängte Phillip. »Abkürzen! Über die Mauer. Und dann über den angrenzenden Friedhof.«

Coco beschloss, sich nicht damit aufzuhalten, zu rätseln, woher er derart exakt ihren Standort wusste. Phillip war von jeher sein eigenes Mysterium gewesen.

Entschlossen setzte sie über ein paar Büsche hinweg – das kahle Gestrüpp wuchs nicht allzu hoch, aber mit hochhackigen Stiefeln war ihr Sprung dennoch ein gewagtes Unterfangen. Ein störrischer Ast riss am Saum ihrer Jacke und brachte sie erneut ins Straucheln.

Coco fluchte laut. Beinahe hätte sie das Handy fallen lassen.

Verdammt schlechter Zeitpunkt, um sich ungeschickt anzustellen.

Die direkte Verbindung zu Phillip war ihre einzige Chance, den Orden abzuschütteln.

Also pass gefälligst besser auf, ermahnte sie sich selbst.

Sie hetzte weiter, vorbei an einem Beinhaus mit steinernem Engel auf dem First, der drohend sein Marmorschwert in die Dunkelheit richtete. Hoffentlich gegen ihre Verfolger.

Cocos Atem ging stoßweise, als sie den Friedhof verließ.

Phillip scheuchte sie kreuz und quer durch den Bezirk. Sie jagte durch unzählige Gassen, bis er sie endlich zu einer U-Bahn-Station wies.

Coco keuchte vor Anstrengung. In ihren Ohren rauschte es. Doch dahinter glaubte sie in der Ferne immer noch den Ordensgesang zu hören.

Mit aller Konzentration, die sie noch aufbrachte, verdrängte sie die Melodie aus ihrem Kopf und tauchte zwischen ahnungslosen Passanten in die Tiefen der Wiener Verkehrsbetriebe.

Sekunden später sprang sie in die einfahrende U-Bahn.

Eine Viertelstunde später erreichte sie unbehelligt ihr Büro.

»Ich kann nicht fassen, dass mir das passiert ist.« Mit geballten Fäusten umrundete Coco ihren Schreibtisch, dessen wuchtige Ausmaße einer Schiedsrichterin ebenso würdig waren wie der ungeheure Zorn, den seine Besitzerin gerade verströmte.

Die erfahrene Hexe platzte fast vor Wut, dass dieser ominöse Sonnenorden es gewagt hatte, ihr bei der Ausübung ihrer Tätigkeit für die Schwarze Familie aufzulauern – und es beinahe auch noch geschafft hätte, sie zu überrumpeln.

Phillip legte den Kopf schief. Er wirkte unglücklich und bedrückt. Seine Erleichterung, dass sie es unbeschadet bis nach Hause geschafft hatte, war rasch verflogen.

»Sie werden es wieder versuchen«, stieß er traurig hervor.

»Aber was wollen diese Leute von mir?«

Aufgebracht warf Coco ihr pechschwarzes Haar zurück. »Hatten sie vor, mich als Köder zu verwenden, um dich aus dem Haus zu locken? Sollte das Ganze ein Erpressungsversuch sein, damit du dich ihnen freiwillig stellst?«

In dem Moment, als sie es aussprach, ahnte sie, dass genau das wahrscheinlich der Plan des Ordens gewesen war. Es ging ihnen nur um Phillip. Sie wollten ihn – nicht sie.

Sie hatten immer nur ihn gewollt.

Doch seit es Dorian mit Maximilians Hilfe und einem größeren Blutbad unter den Wachen des Ordens gelungen war, ihn aus ihren Fängen zu befreien, hielt Phillip sich in Cocos gut gesichertem Büro verschanzt. Solange er die Räumlichkeiten nicht verließ, gab es keine Möglichkeit, an ihn heranzukommen.

»Du wirst auch weiterhin in deinem Zimmer bleiben«, schärfte sie ihm ein. »Egal, was diese Typen anstellen. Egal, was passiert. Hörst du?«

Phillip nickte. Durch die zahlreichen Dämonenbanner, mit denen er behängt war, wirkte er auf Coco in letzter Zeit oft fremd. Doch er trug diese Amulette nicht zum Spaß.

Sie waren dringend nötig, um seinen bösen Zwillingsbruder

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