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Antiker Reiseführer: Lieben, leben und sterben in Carnuntum: Die Kaiserstadt mit den Augen des Bersteinhändlers Livinius Cordinus Rutilius
Antiker Reiseführer: Lieben, leben und sterben in Carnuntum: Die Kaiserstadt mit den Augen des Bersteinhändlers Livinius Cordinus Rutilius
Antiker Reiseführer: Lieben, leben und sterben in Carnuntum: Die Kaiserstadt mit den Augen des Bersteinhändlers Livinius Cordinus Rutilius
eBook127 Seiten1 Stunde

Antiker Reiseführer: Lieben, leben und sterben in Carnuntum: Die Kaiserstadt mit den Augen des Bersteinhändlers Livinius Cordinus Rutilius

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Über dieses E-Book

Antiker Reiseführer: Die römische Kaiserstadt an der Donau, mit den Augen des Bernsteinhändlers Livinius Cordinus Rutilius. Drei Kaiser kommen in Carnuntum zu einer Konferenz zusammen. Sie beginnt am 11. November des Jahres 308. Es geht um nichts Geringeres als den Fortbestand des Römischen Reiches. Immer mehr Bürger wenden sich innerlich von Rom ab und der verbotenen Religion zu, dem Christentum. Bereits drei von vier Legionssoldaten stammen von außerhalb der Reichsgrenzen. Die Verweichlichung des Volkes ist nicht länger zu ignorieren. Die Moral, auch in sexueller Hinsicht, lässt zu wünschen übrig. Nach römischem Recht ist die Frau nicht Eigentümerin ihres Körpers. Aber so mancher Ehemann wirft ein blindes Auge auf ihr Verhalten. Ja, auch kritische Töne enthalten die alltäglichen Schilderungen des Bernsteinhändlers Livinius Cordinus Rutilius. Aus einer Epoche, die eine Grab-Inschrift so skizziert: "Bäder, Weine, Liebe richten unseren Körper zugrunde, aber sie machen das Leben aus – Bäder, Weine, Liebe."
SpracheDeutsch
HerausgeberIGK-Verlag
Erscheinungsdatum29. Apr. 2013
ISBN9783955771188
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    Buchvorschau

    Antiker Reiseführer - Imre Kusztrich

    Lieben, leben und sterben in

    CARNUNTUM

    Die Kaiserstadt mit den Augen des

    Bernsteinhändlers Livinius Cordinus Rutilius

    Antiker Reiseführer

    Plus: Historisches Pannonien heute

    Von Imre Kusztrich

    Impressum

    IGK-Verlag, 7100 Neusiedl/Österreich

    www.igk-verlag.com

    Lieben, leben und sterben in CARNUNTUM

    Antiker Reiseführer

    März 2012

    Imre Kusztrich

    Copyright: © 2012 IGK-Verlag

    Carnuntum-Fotos, Carnuntum-Logo: © Archäologischer Park Carnuntum

    ISBN 978-3-9503215-1-7

    Table of Contents

    PROLOG

    Imperatoren, Carnuntum erwartet euch!

    Diese Stadt ist voller Feste

    Willkommen in meiner villa urbana!

    Mit einem Gongschlag lädt die Therme zum Genießen ein

    Mann, Frau, Begierde und Moral

    Martialisches zieht uns in die Arenen

    Der Tod in Carnuntum hat viele Gesichter

    Unser Reich thront auf Disziplin, Treue und Tapferkeit

    Das Paradies, in dem wir leben dürfen

    Geschriebenes unterscheidet uns von den Barbaren

    Mögen die Götter unsere Kaiser erhellen!

    Historisches Pannonien heute

    Kaiserliches Jagdschloss Eckartsau

    Schloss Hof

    PROLOG

    Mit der erlaubten Freizügigkeit der Schriftstellerei entsteht vor unseren staunenden Augen auf den folgenden Seiten ein Abbild jener Stadt, in der sich das Schicksal des Römischen Reiches fortwährend entschied. Nirgendwo drängten die Völkerstämme des Nordens vehementer nach Süden als da, wo an der Donau der alte Handelsweg für Bernstein auf den Limes stieß. Denn zum lockenden Reichtum Norditaliens war keine Route kürzer und besser als jene über Carnuntum.

    In den uns von seinem Schreibsklaven überlieferten Briefen und Aufzeichnungen des Bernsteinhändlers Livinius Cordinus Rutilius spiegeln sich der Scharfblick eines Chronisten, die Weitsicht eines Philosophen, aber auch die Demut eines Menschen im Bewusstsein seiner Begierden und Schwächen wider.

    Zur Beschreibung der Legionsstadt nimmt er uns an die Hand an jenem Novembertag anno 308, der vier Imperatoren – einen abgedankten, zwei herrschende und einen durch sie ins höchste Amt zu berufenden - nach beschwerlicher Anreise von ihren Domizilen aus Ost und West zu einer auf vier Wochen angesetzten Konferenz zusammenführt. In den Beschlüssen von Carnuntum wird es um nichts Geringeres gehen, als durch weise Maßnahmen die Macht wieder in starke Hände zu legen und den Fortbestand des Römischen Reichs zu sichern.

    Auch diese Frage interessiert den Chronisten: Was wird die Zukunft den hier Lebenden bringen? Geprägt wird sie zweifellos sein von der Religion der Christen, zu der sich immer mehr Bürger bekennen, trotz der Androhung von Folter und Tod. Bedroht wird sie durch raffinierte und überraschende Kampfmethoden neuer Gegner zu Lande und zur See. Und gefährdet durch die versuchte Assimilierung von Nomaden und das gleichzeitige Gegeneinander-Ausspielen fremder Völkerstämme.

    Schon heute, an ihren Bürgern, können die Imperatoren warnende Zeichen der Zeit erkennen. Das unleugbare Fortschreiten der Verweichlichung ihres Volkes kann auf der Kaiser-Konferenz nicht unbeantwortet bleiben. Sonst ist für ihre Untertanen der Weg vorgezeichnet in den Worten auf der Gedenktafel für Tiberius Claudius Secundus. Dieser Freigelassene aus dem Hofstaat jenes Kaisers, dessen Namen er in Dankbarkeit angenommen hat, verstarb mit zweiundfünfzig Jahren. Seine Gefährtin Merone ließ diese Lettern in den Stein schlagen: BALNEA VINA VENUS CORRUMPUNT CORPORA NOSTRA SED VITAM FACIUNT B V V (Bäder, Weine, Liebe richten unseren Körper zu Grunde, aber sie machen das Leben aus)

    Bei Iuppiter! Wenn sich schon ehemalige Sklaven zu einem solchen Lebenswandel bekennen …

    Imperatoren, Carnuntum erwartet euch!

    Am Morgen des elften Tages im Monat November des dritten Jahres nach dem Imperator Caesar Gaius Aurelius Valerius Diocletianus Pius Felix Invictus Augustus (308; Caesar Gaius Aurelius Valerius Diocletianus Pius Felix Invictus Augustus regierte bis 305) sehe ich den Ereignissen mit größerer Erregung als sonst entgegen. Es zieht mich zu dem bunten Treiben im Barackenrevier am Legionslager, mitten hinein in die Anhäufung von Schänken der Weinhändler, Verkaufsbuden der Bäcker, Schuppen der Schuhflicker, Vorratskammern der Krämer, Warenlagern der Großhändler und im Wind flatternder Zeltplanen. Dieser ausufernde Siedlungsraum lebt vom Lager und für das Lager. Von drei Seiten umschließen die canabae legionis (Barackenviertel am Legionslager) das castellum (Fort). Den Anblick prägen ohne Zweifel die Schankstuben mit ihren offenen Fronten und der verlockenden Auslage verführerischer Leckerbissen. Die meisten Ladentische sind aus Holz. Einzelne Theken sind gemauert. Feilgeboten werden an jeder Ecke gewürzte Getränke, Traubenmost mit Honig oder eingedickt.

    Um die Aktivitäten der Soldaten nicht einzuschränken, stehen die ersten Buden etwa siebzig Doppelschritte von den mächtigen Festungsmauern entfernt.

    Wahrlich, ich kann mich kaum satt sehen! Schier unübersehbar ist die Menge der Marktschreier und Handwerker, der Hausierer und Quacksalber, der Schwertschlucker und anderer Artisten, der Seher und Wanderprediger, aber auch der Köchinnen und Näherinnen, der Bäckersfrauen und – ja, auch der Gespielinnen unserer Soldaten. Von Tacitus wissen wir, dass schon das allererste römische Militärlager auf erobertem Boden, in Numantia, Tausende solcher Vertreterinnen käuflicher Lust anzog. Und Manneskraft lockt in Carnuntum nicht nur in der Gestalt des Legionärs. Auch unsere Gladiatoren gelten mit ihrem todesverachtenden Mut als beeindruckendes Sinnbild von Stärke.

    Mir scheint, die Zahl all dieser Dienstleister zusammen wächst von Monat zu Monat. Hier findet sich das Passende für jeden Geldbeutel und Geschmack – tabernae (Läden mit Backofen), cauponae (Weinschänken) und reichlich thermopolia (Buden mit warmen Speisen). Ein jeder Händler strebt nach einer kleinen oder großen Rolle in der nie endenden Pflicht zur Betreuung der kämpfenden Truppe und zur Versorgung ihrer Pferde und Maultiere – über das ohnedies bestens organisierte Maß hinaus.

    Ihr Ansehen in unserer Kommune ist gering, nicht besser als das der Sklaven, obwohl die allermeisten als Freie oder Freigelassene mehr Rechte besitzen als jene. Viele haben schon den einen oder anderen Feldzug der Grenzverteidiger miterlebt – als wandernde Nachhut, bewaffnet mit Handwerkszeug oder Kochgeschirr. Zu ihnen gesellt sich hier im Rahmen einer Art von stillschweigend geduldeter Familienzusammenführung eine immer größer werdende Schar von heimlichen Gattinnen mit ihren Kindern, die wenigstens eine entfernte Nähe zu diesem oder jenem Legionär anstreben.

    Natürlich duldet jeder Bürger die Anwesenheit der Lebensgefährtinnen unserer Krieger. Zur Ehelosigkeit verpflichtet, trachten doch viele danach, selbst einen Hauch jener Lebensart zu erhaschen, die sie hier verteidigen. Hier verbringen sie zwanzig Dienstjahre jener bedeutenden Lebensphase, in der sie ihre Nachkommen zu zeugen haben - und auch das ist im Sinne des Reiches, das Soldaten braucht. Viele wählen mit Bedacht eines der Mädchen keltischer Abstammung aus der Region, und ihre Wahl kann ich meistens gut verstehen.

    So finden sich zwischen den Schoppen, Buden, Stadeln, Weinschänken, Bäckereien, Werkstätten, Läden, Garküchen und Vorratslagern in großer Zahl auch die bescheidenen Behausungen für die Partnerinnen unserer Legionäre. Denn am Nachmittag haben die Männer ihre täglichen Verpflichtungen zu Drill und Exerzitien mit größter Ernsthaftigkeit absolviert. In Friedenszeiten ist jedem dann der Kontakt mit der Welt außerhalb der Legionsmauern und sinnliche Zerstreuung, vorzugsweise in einer der Thermen oder Arenen, gestattet.

    Alle diese Menschen zusammen geben Zeugnis sowohl von der wachsenden Anziehungskraft unserer Stadt, wie von ihrer zunehmenden Zivilisierung. Ihre aus eigenem Antrieb angebotenen Waren und Dienste sind mit Umsicht an den Bedürfnissen der Soldaten ausgerichtet. Da werden Schuhe geflickt, da wird Nahrung zubereitet, da werden billige Schmuckstücke feilgeboten, die diesen Begriff kaum rechtfertigen. Und auch jene Frauen, deren Beschäftigung sich leicht ahnen lässt, da sie Beziehungen nicht abgeneigt sind, nehmen an Zahl zu.

    Kein Wort gegen mercatores (Händler) und sequellae! (Gefolge). Es muss jedoch eingeräumt werden: Die Mehrzahl der Individuen in diesem Umfeld verdienen am ehesten ihre Zuordnung zu den lixae (Anhänger), die sich im Schatten jeder Legion des Reiches finden lassen. Es sind bestimmte Menschen – oft Angehörige von weit entfernt angesiedelten Stämmen. Im Endeffekt unterliegen sie der Befehlsgewalt des Legionskommandanten. Aber ihr gemeinsames Merkmal ist es, dass sie mit Vorliebe möglichst jedwede Anordnung ignorieren und vor allem darauf aus sind, mit der Truppe Handel zu betreiben oder ihr irgendwie zu Diensten zu sein. Nicht wenige, die hier im Budengewirr des Lagerdorfes ihr Dasein fristen, gelten den Befehlshabern als bedrohliches Gesindel, das zur Verweichlichung der Soldaten beiträgt.

    Doch meinem Auge bietet sich hier ebenfalls Erfreuliches. Jede Ansiedlung im römischen Reich braucht ein gesellschaftliches Zentrum, so auch diese Lagervorstadt. Ich stehe jetzt im beeindruckenden Wandelgang,

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