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Handbuch der Chronobiologie: Gesund im Timetable der inneren Uhren

Handbuch der Chronobiologie: Gesund im Timetable der inneren Uhren

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Handbuch der Chronobiologie: Gesund im Timetable der inneren Uhren

Länge:
255 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
Jun 27, 2013
ISBN:
9783955772192
Format:
Buch

Beschreibung

Die Non-Stop-Gesellschaft hat sich von den biologischen Rhythmen gelöst. Doch unsere Organe folgen weiterhin den inneren Uhren. Der wichtigste Impuls auf einem Planeten, der um die Sonne kreist, ist der Tag-Nacht-Wechsel. Daneben regulieren in unseren Organen Tausende eigene Zeitgeber unsere geistigen, körperlichen und emotionalen Funktionen. Aus den Erfahrungen des Chronobiologen Dr. med. Jan-Dirk Fauteck begreifen Sie hier wie Sie Ihren Körper an diesen Rhythmen am besten ausrichten, wie Sie Ihren Organismus wann und mit welchen Pflanzenstoffen gezielt unterstützen, welche Substanzen am Morgen Sinn machen und welche am Abend - sowie welche sich gegenseitig verstärken oder hemmen. Wertvolle Informationen zu mehr als dreihundert Begriffen, Umständen oder Krankheiten. Auf den Punkt gebracht: Besser leben mit der inneren Uhr.
Herausgeber:
Freigegeben:
Jun 27, 2013
ISBN:
9783955772192
Format:
Buch

Über den Autor


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Handbuch der Chronobiologie - Imre Kusztrich

Handbuch der Chronobiologie

Gesund im Timetable der inneren Uhren

Dr. med. Jan-Dirk Fauteck und Imre Kusztrich

Impressum

IGK-Verlag, 7100 Neusiedl/Österreich

Handbuch der Chronobiologie

Gesund im Timetable der inneren Uhren

Juni 2013

Copyright: © 2013 Dr. med. Jan-Dirk Fauteck, Imre Kusztrich

Fotos: messisa bassile-fotolia.com, designaart-fotolia.com, Engel-fotolia.com

Diese Version basiert auf dem Handbuch der Chronobiologie

„Leben mit der inneren Uhr"

(ECON Verlag, 2006, ISBN 978-3-430-12670-0) derselben Autoren,

aktualisiert und um neue Studienergebnisse bis Juni 2013 erweitert.

Inhaltsverzeichnis

Einführung

Vorwort

Zahnarzt? Erst am Nachmittag!

Hungrig nach ZeitstrukturDas wertvollste Geschenk der Sonne ist nicht braune Haut

Die pünktliche PilleWarum neue Medikamente ein Zeitschloss brauchen

Unser Organismus glaubt nicht an ZufallAuch Krankheiten sind logisch und chronologisch

Ticken wir richtig?Warum schon das Wochenende uns aus dem Rhythmus bringt

Perfektes TimingZeitgeber verhindern, dass wir das Richtige zum falschen Zeitpunkt tun

Wem die Stunde schlägtWas Sie von Hollywood lernen können

Ein Unterschied wie Tag und NachtDie spannenden 24 Stunden im Leben unseres Körpers

Das Rätsel des siebenten TagesWas die Bibel und die Transplantationsmedizin verbindet

Was Monat für Monat passiertDer Rhythmus, der zu Unrecht dem Mond angelastet wird

Jahraus, jahreinDie Wendezeiten des biologischen Kalenders

Von Dekaden und Ego-PhasenWarum jeder Geburtstag mit einer Null so besonders ist

Ständig tickt die LebensuhrPlatz machen für die nächste Generation – aber wann?

Alles zu seiner ZeitDer Mensch ist eine Uhr. Eine? Nein, Tausende!

In die Wiege gelegtDie Suche nach den genetischen Wurzeln der Zeit

Lerche und EuleMorgenmensch und Nachtmensch sind zwei Stunden auseinander

Es kommt auf die Sekunde anJeder Laborwert ist bloß eine Momentaufnahme

Die Chronobiologie der VitamineVor 12 Uhr oder nach 18 Uhr

Besser denken, besser schlafen

Gehirn

Schlaf

Fitness

Einführung

Auf einemum die Sonne kreisenden Planeten sind Tag und Nacht eminent wichtige Zeitgeber für denEinklang mit dem Universum. Aber uns lenkt nicht nur ein Rhythmus, sondern es sind Tausende, die jede Funktion unserer Organe steuern. Je genauer wir sie kennen, je stärker wir uns an ihnen ausrichten, umso besser. Besonders wertvoll ist dieses Wissen, wenn der Körper Unterstützung braucht. Damit wir das Richtige nicht zum falschen Zeitpunkt tun. Denn im Stellwerk der inneren Uhren hat alles seine Zeit – die Ernährung der grauen Zellen, die Kräftigung des Herzens, die Reparatur der Knorpelflächen, die Regulierung des Blutzuckerspiegels und die Unterdrückung einer Krebserkrankung.

Die Chronobiologie ist eine noch junge Wissenschaft. Wir begreifen immer mehr.

Am 8. Februar 2011 veröffentlichte die Zeitschrift „The Endocrine Society" eine Studie von zehn Wissenschaftlern der medizinischen Universitäten in den brasilianischen Millionenstädten Sao Paulo und Campinas. Ihre Erkenntnisse zur Entstehung des Diabetes mellitus waren revolutionär.

Weltweit greift die Zuckerkrankheit mit epidemischen Ausmaßen um sich und prägt negativ bereits die Lebensqualität von vielen Millionen Menschen – achtzehn Millionen allein in den USA und acht Millionen in Deutschland. Vermutlich doppelt so viele haben bereits krankhaft erhöhte Blutzuckerspiegel, ohne es zu wissen, und noch mehr Menschen in einem prä-diabetischen Zustand steuern auf den Ausbruch dieses Leidens in ihrem Körper zu - fast unrettbar, weil sie es nicht einmal ahnen.

Abgesehen von etwaigen genetischen Vorprägungen sind es immer kritische Faktoren des persönlichen Lebensstils, die mit Diabetes mellitus in einem Atemzug genannt werden: falsche Ernährung, dabei vor allem Kohlenhydrate, zu wenig Bewegung, zu viel Stress, zu langes Starren auf Bildschirme, zu hohes Körpergewicht. Jeder einzelne Punkt ist eine Art Anklage für die einen Patienten, Auslöser von Schuldgefühl bei den anderen.

Von all dem stand nichts in der Untersuchung aus Brasilien – das machte sie so spektakulär. Und noch etwas…In der für Nicht-Mediziner unverständlichen Überschrift („Fehlen von Melatonin bewirkt Nachtzeit-Leber-Insulin-Widerstand und erhöhte Glukosebildung durch Stimulation von nächtlich nicht entfalteter Eiweiß-Reaktion – „Absence of Melatonin Induces Night-Time Hepatic Insulin Resistance and Increased Gluconeogenesis Due to Stimulation of Nocturnal Unfolded Protein Response) bezogen sich zwei Wörter auf eine bestimmte Zeit des Tages, „Nachtzeit und „nächtlich, und ein drittes betraf das so genannte Schlafhormon Melatonin. Vereinfacht lautete dementsprechend die Aussage der Studie, auf den Punkt gebracht: Diabetes startet in der Nacht – wenn durch das Fehlen des Schlafhormons Melatonin eine bestimmte Funktion irrtümlich nächtlich aktiviert wird.

Noch nie wurde ein Hormonmangel zu einer bestimmten Tageszeit mit dieser Volkskrankheit, die heute bereits jede Nation mit großen finanziellen und sozialen Kosten belastet, in Verbindung gebracht.

Die wissenschaftliche Welt hätte also aufschreien müssen. Doch sie tat es genau so wenig, als zwei Jahre später, zeitgleich am 3. April 2013 sowohl die führende amerikanische Medizin-Fachzeitschrift „The Journal of the American Medical Association („Melatonin Secretion and the Incidence of Type 2 Diabetes)als auch das „Deutsche Ärzteblatt („Melatonin-Mangel als Diabetesrisiko) von einer erhöhten Wahrscheinlichkeit der Auslösung einer Zuckererkrankung bei einer Störung der Schlafgesundheit berichteten. Wieder die Nacht als Faktor, der zum Diabetes mellitusführt.

Was genau hatte die erste Studie ergeben?

Eine von der Tageszeit abhängige Steuerung reguliert normalerweise in der Leber die Verarbeitung von Fetten und Kohlenhydraten der Nahrung, sowie von Fremdstoffen wie Umweltchemikalien. Das erscheint logisch. Aus unserer größten Drüse benötigt der aktive Körper bei Tag andere Stoffe und in größeren Mengen als der regenerierende Organismus während der Nacht.Wenn diesem Stoffwechselorgan von rund eineinhalb Kilogramm nachts eine zu geringe Menge des Schlafhormons zur Verfügung steht, fällt die vorgesehene Umschaltung auf die vielfältigen nächtlichen Aufgaben aus. In der Folge produziert die Leber auch nach Einbruch der Dunkelheit weiterhin neue Zuckermoleküle und leitet sie in das Blut über, während der ruhende Organismus sie kaum noch zur Gewinnung von Energie braucht. Jede Überproduktion von Glukose führt zu den diabetischen Folgeschäden, auch diese.

Für die zweite Untersuchung wurden viele Jahre zurück nachträglich die Laborwerte Tausender Frauen miteinander verglichen. Einige erkrankten lange nach der Messung an Diabetes, während die meisten gesund blieben. Im Blickpunkt standen bei dieser Studie ebenfalls die nächtlichen Effekte des Melatonin. Dabei zeigte sich ganz eindeutig: Wer später an Zucker erkrankte, hatte in den Jahren davor einen deutlich niedrigeren Schlafhormon-Spiegel im Blut. Das passte in das Bild, denn verschiedene Hinweise gab es seit langem, dass das Hormon Melatonin im Rahmen der von ihm gesteuerten biologischen Prozesse nachts auch beim Zuckerstoffwechsel mitmischt. Beispielsweise besitzt auch die Bauchspeicheldrüse Andockstellen für dieses Hormon. Damit empfängt sie nach Einbruch der Dunkelheit vom Melatonin bestimmte Impulse, worauf sie die die Ausschüttung von Insulin bremst. Das ist doppelt logisch. Der Körper im Schlafzustand kommt mit wenig Glukose aus, und die Drüse kann wie fast jedes andere Organ auch eine Auszeit nehmen. Aber offensichtlich stumpfen im Laufe der Jahre und durch überhöhte Reizung diese Kontaktpunkte an der Bauchspeicheldrüse für das Schlafhormon ab, und der normale Schaltmechanismus setzt sich nicht mehr durch. Ohne diese natürliche Bremse arbeitet die Quelle für Insulin und andere Hormone Tag und Nacht mit gleicher Intensität durch. Jede Übertreibung führt bei Milliarden Zellen zu einem Widerstand, zur so genannten Insulin-Resistenz, und eine Diabetes-Erkrankung ist unausweichlich.

Auch dieses Mal: Melatonin-Mangel.

In diesem Buch werden Sie lesen, dass das Schlafhormon weit mehr Funktionen hat, als sein populärer Name vermuten lässt.Es ist eminent wichtig für jedes einzelne Lebewesen,egal ob Pflanze, Tier oder Mensch.In unserem Gehirnübersetzt es denWechselvon Licht und Dunkelheit in ein Signal.Melatoninist die entscheidendeRegelsubstanz, das Mutterhormon der Chronobiologie. Allerdings gibt es ein gravierendes Problem. Leider bricht die körpereigene Produktion schon Mitte vierzig deutlich ein, vonoptimaleinhundertzwanzig Pikogramm je Milliliter aufweniger alszwanzig. Im Körper eines Achtzigjährigen erreicht die nächtliche Melatonin-Intensität nur noch etwa ein etwa Zehntel der Intensität im Blut eines Zehnjährigen. Zu wenig, um präzise über den inneren Zeitzustand zu informieren.

Deshalb ist es wichtig zu wissen, ab wann ein Melatonin-Mangel vorliegt und wie er auf natürlichste Weise aufgefüllt wird.

Was ist das eigentlich, die Chronobiologie ?

Die Top Ten des Welt-Tennis würden sich für jeden Anschauungsunterricht darüber hervorragend eignen.Zehn bis elf Monate pro Jahr wechseln sie die Kontinente fast im Wochenrhythmus. Kontinuierlicher Jet-Lag wird für einen rätselhaften Zusammenbruch ihrer Abwehrsysteme verantwortlich gemacht. In keiner anderen Sportart ist die Kombination aus größtem körperlichen Einsatz und den Folgen der Zeitverschiebung auf die inneren Uhren derart krass.Super-Athleten wieRoger Federer, Andy Roddick, Robin Soderling, Mario Ancic und John Isner, beziehungsweise Klassesportlerinnen wie Jarmila Gajdosova, Heather Watson und McHale erlebten zwischen 2009 und 2013 alle die gleiche Diagnose: Pfeiffer’sches Drüsenfieber. Irgendwann wird es auch einem Organismusin Bestform zuviel, wem ihm die Erholungsphasen verwehrt werden.Das Krankheitssyndrom derinfektiösen Mononukleose wirdneckisch auch Studentenkusskrankheit genannt, weil es vor allem in post-pubertären Beziehungen durch einen Herpesvirus übertragen wird.

Es handelt sich um eine schwere fieberhafte Erkrankung mit tastbarer Vergrößerung der Lymphknoten und der Milz, sowie mit Gewichtsverlust. Das Virus wird im Speichel von Person zu Person übertragen, und die Infektion bricht aus, sobald das Immunsystem schlapp macht – das kann Wochen, Monate oder Jahre später sein.

Über die inneren Uhren des menschlichen Körpers haben die meisten von uns noch recht wenig gehört, denndieChronobiologiegewinnt erst seitdreiJahrzehnten an Bedeutung. Sie besagt:Der menschliche Organismus kann sich dem Tag-Nacht-Wechsel durch die Erdumdrehung nicht entziehen. Licht und Dunkelheit haben die Menschheitsgeschichte von Beginn an geprägt. Auch das 1. Buch Moses beginntdamit.

Dieser fundamentale Rhythmus wirkt über ein beeindruckend umfangreiches Steuerpaket aus genetisch festgelegten inneren Zeitgebern tief in unseren Körper hinein. Je intelligenter wir uns an diesen Informationen ausrichten, umso mehr Nutzen ziehen wir daraus. Von besonderer Bedeutung sind diese Zusammenhänge für die Abwehr von Krankheit und für jede Heilung.Dank der Erfahrungen durch die Chronopharmakologie wissen wir heute genauer als je zuvor, welche Substanz zu welcher Tageszeit die stärkste Wirkung bei geringsten Nebenwirkungen erzielt, und welche besonderen Umstände dabei besser berücksichtigt werden. So dass jeder von außen zugeführte Stoff den Effekt genau dann erzielt, wenn er am besten zum Auf und Ab in unserem Körper passt. Die Berücksichtigung der inneren Rhythmen ist Grundlage einer intelligent konzipierten Unterstützung durch Nahrungsergänzung.

Vorwort

Sie sitzen am Steuer Ihres Wagens und unterhalten sich angeregt mit den Mitfahrenden. Sie nähern sich einer Kreuzung, an der Sie nach links abbiegen wollen. Sie reihen sich ein und schenken dem Gegenverkehr deshalb mehr Beachtung.

Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass Sie dafür Ihr Gespräch ganz einfach unterbrechen und erst dann wieder reden, wenn Sie die Fahrt fortsetzen.

Das ist Chronobiologie. Nicht in ihrer spannendsten Form, aber dennoch ein Beispiel für unterschiedlich intensive Aktivität unseres Körpers. Denn nicht Sie verstummen. Ihr Kopf wird das entscheiden. Ihr Gehirn führt es aus. Seine linke Hälfte beherrscht die Vorgänge der Kommunikation. Die andere Hälfte steuert logisches Denken. In Ihrem ureigensten Interesse hat die eine Abteilung sich zurückgenommen und die Hauptverantwortung der anderen übertragen.

Die Intelligenz unseres Organismus beruht auf Myriaden von Funktionen, die wir noch nicht einmal alle kennen. Aber eines wissen wir: Jedes Organ, ja, sogar jede einzelne Zelle folgt einem inneren und eigenen Rhythmus. Leistung, Hochleistung, Entspannung, Ruhe, Regeneration, Reaktion, Dominanz und Partnerschaft lösen einander ab. In unserem Gehirn findet etwa alle eineinhalb bis zwei Stunden sogar ein großer Stabwechsel statt. Dabei nimmt der Körper eine biologische Denkpause. Würden Sie jetzt versuchen, ein Nickerchen zu machen, gelingt es leichter als in anderen Momenten.

Erst nach und nach beginnen wir, unsere innere Uhr zu sehen, den Stand ihrer Zeiger zu erkennen und mit ihren Schwingungen zu leben.

Noch nicht einmal die Kreativdirektoren großer Werbeagenturen haben es begriffen. Mit Botschaften wie „Befreien Sie sich von Raum und Zeit preisen sie die Vorteile von Telebanking und 24-Stunden-Callcenters, als seien diese Strukturen lästige Hindernisse, die wir zu beseitigen hätten. Immer stärker wird das moderne Leben auf eine Non-Stopp-Gesellschaft zugeschnitten. Schichtarbeit ist nicht länger nur das Schicksal von Beschäftigten in Autofabriken, Kraftwerken, Polizeistationen oder Krankenhäusern. Software-Entwickler, Devisenhändler, Web-Designer, Service-Trupps stehen rund um die Uhr im Einsatz. Das Handy wurde zum Symbol für „Immer und Überall. Die auf alle Erdteile platzierten Rennen der Formel 1 werden so getaktet, dass maximal viele Menschen sie je nach Region zwischen acht Uhr früh und 21 Uhr abends live an den Bildschirmen erleben können. Die tageshelle Telefonstimme aus dem Buchungszentrum Ihrer bevorzugten Fluggesellschaft kommt vermutlich längst aus dem nächtlichen Mumbai (Indien). Und auch der Null-Cent-Wochenend-Tarif der Telekommunikationsunternehmen ist ein typischer Versuch modernen Zeitmissbrauchs. Die New Economy powert im 24/7-Takt.

Wer kennt noch die Worte des Predigers Salomo: „Alles zu seiner Zeit"?

Doch die Rhythmen des Lebens sind nicht unsere Gegner. Drei Basiszyklen wirken auf uns ein. Infradiane Rhythmen benötigen mehr als einen Tag zu ihrer Vollendung – Beispiel: der Fruchtbarkeitszyklus der Frau. Circadiane Rhythmen umspannen etwa einen Tag – Beispiel: die Effekte der Erdrotation auf den Organismus. Ultradiane Rhythmen vollführen mehrere Wiederholungen innerhalb eines Tages. Sie regulieren geistige, körperliche und emotionale Funktionen. Beispiel: die uns seit Urzeiten innewohnende Neigung zu gelegentlichen Nickerchen, nicht nur nachmittags, hängt mit einer nur 90 bis 120 Minuten langen Aktivitätskurve zusammen.

Sie alle sind Zeitgeber, und wir profitieren, je stärker wir uns an ihnen ausrichten. Das merken Sie doch selbst: Der Adrenalinspiegel ist nun mal erheblich schwächer, wenn auf dem Bildschirm die Motoren von Ferrari & Co schon zu nachtschlafender Stunde aufheulen.

Das Weltraumteleskop Hubble steht für den grenzenlosen Freiheitsdrang des Menschen. Fast darf es als Beweis dafür gelten, dass wir uns für fernste Sphären des Alls stärker interessieren als für unsere eigene Welt. Dieses Wunderwerk tastete bereits ein Dutzend Jahre lang den äußeren Rand nebulöser Planetensysteme ab, als dem Neurowissenschaftler Professor Dr. David Berenson von der amerikanischen Brown-Universität in Providence eine Entdeckung von sensationeller Tragweite gelang – mitten unter uns, auf der Erde, in den Augen einer Katze. In der Februarausgabe 2002 berichtete die US-Fachzeitschrift Science: Die Netzhaut verfügt über spezielle Sensoren, die bisher unbekannt waren. Sie nehmen Licht völlig anders wahr als

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