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Es ist angerichtet: Erster Gang

Es ist angerichtet: Erster Gang

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Es ist angerichtet: Erster Gang

Länge:
120 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
Sep 12, 2014
ISBN:
9783990429501
Format:
Buch

Beschreibung

Nehmen Sie sich Zeit für ein reichhaltiges Menü an delikaten Kurzgeschichten, bei denen Sie sich schaurige, bizarre und fantastische Begegnungen einverleiben können. Für garantiert packenden Spannungsgenuss sorgen: die übergewichtige Ratte Elvira und ihr zügelloser Appetit auf Neumieter (Die Ratte Elvira); ein Beamter, dem seine Liebe zur Spinne Holga zum Verhängnis wird (Das Netz); der achtjährige Bernhard, der die Gute-Nacht-Geschichte seiner Schwester zu wörtlich nimmt (Die Nervensäge); ein unerwartetes, letztes Wiedersehen der beiden Brüder Jericho und Michael (Geteiltes Leid); der folgenschwere Internet-Chat eines Familienvaters mit einer finsteren Macht (Der Chat); und die unwiderstehliche Verführungskunst einer schießwütigen Blondine (Darts – Ein gefährliches Spiel).

Es handelt sich um eine aktualisierte Auflage! (13. Februar 2016)
Herausgeber:
Freigegeben:
Sep 12, 2014
ISBN:
9783990429501
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

Es ist angerichtet - Jan Zenker

Jan Zenker

Es ist angerichtet

Erster Gang

(Horrorgeschichte)

Copyright © 2014 Der Drehbuchverlag, Wien und Jan Zenker

2. Auflage, 13. Februar 2016

Alle Rechte vorbehalten

eBook: Es ist angerichtet: Erster Gang (Horrorgeschichte)

ISBN: 978-3-99042-950-1

Inhaltsverzeichnis

Menükarte

Die Ratte Elvira

Das Netz

Die Nervensäge

Geteiltes Leid

Der Chat

Dart – Ein gefährliches Spiel

Menükarte

Die Leckerbissen des ersten Ganges

Die Ratte Elvira

Die übergewichtige Ratte Elvira und ihr zügelloser Appetit auf Neumieter

Das Netz

Ein Beamter, dem seine Liebe zur Spinne Holga zum Verhängnis wird

Die Nervensäge

Der achtjährige Bernhard, der die Gute-Nacht-Geschichte seiner Schwester zu wörtlich nimmt

Geteiltes Leid

Ein unerwartetes, letztes Wiedersehen der beiden Brüder Jericho und Michael

Der Chat

Der folgenschwere Internet-Chat eines Familienvaters mit einer finsteren Macht

Dart – Ein gefährliches Spiel

Die unwiderstehliche Verführungskunst einer schießwütigen Blondine

Ich möchte eindeutig feststellen, dass es zwischen Mensch

und Ratte fast keinen Einklang gibt.

Martin Henry Fischer

Er war sein Leben lang ein Skeptiker gewesen. Seit einem halben Jahrhundert kämpfte er sich durch eine Welt, die ihm nichts schenkte. Misstrauisch beäugte er das hohe Gebäude, ein typischer Altbau. Ein tiefer Zug von der filterlosen Zigarette, langsam glitt sein Blick über die beschädigte Außenmauer, die kaputten Fenster, und blieb am alten Eichentor hängen. Das Gebäude war gut hundert Jahre alt. Nicht weiter schlimm, nur sah man ihm jedes einzelne Jahr an. Es stöhnte unter der Last der Jahrzehnte. Mühsam hielt der Mann seine Augenlider offen. Er fühlte sich wie von Krankheit zerfressen. Eigenartig, er konnte sich nicht erinnern, jemals in seinem Leben krank gewesen zu sein. Zögernd stieß er schweißüberströmt das alte Eichentor auf. Zusammen mit einem fürchterlichen Gestank wehte ihm ein kühler Luftzug entgegen. Er trat ein und seufzte erleichtert auf, dem schwülen Tag entkommen zu sein. Wenn es auch nach Abfall roch, die kalte Luft erweckte seine Kräfte wieder zum Leben. Dass er diese noch brauchen würde, stellte er nach einem Blick in Richtung Lift fest. Außer Betrieb stand in Blockbuchstaben auf einem notdürftig befestigten Zettel. Aber es waren nur drei Stockwerke, die er zu bewältigen hatte. Nicht mehr als zwanzig bis dreißig Sekunden, wenn er zu Fuß nach oben lief.

   ››Jetzt stehen Sie schon wieder da‹‹, keifte jemand hinter ihm. Er drehte sich um und sah in ein verwittertes Gesicht, das mindestens so alt wie das Gebäude war. Er vermutete, dass es sich um eine Frau handelte. Er wich rasch aus, als die Alte ihre Hand zum Schlag hob.

   ››Verschwinden Sie, aber schnell!‹‹, fauchte sie ihn enttäuscht an, als ihr Versuch fehlschlug.

   Der Mann traute seinen Augen kaum, der alten Frau fehlten an der einen Hand drei Finger. An der zweiten sah er ebenfalls nur zwei Finger, er hatte aber nur Zeit für einen kurzen Blick – vielleicht waren es dort auch drei.

   ››Immer steht er da. Glaubt wohl, er kann sich hier einnisten. Saugfrast, will mir etwas antun. Mein Gott, keiner hilft mir!‹‹, kreischte die alte Frau.

   ››Aber ich…‹‹

   ››Warum machen Sie das? Ich habe Ihnen nichts getan.‹‹ Sie sah ihn spitzbübisch an. ››Ich weiß, Sie stecken mit meiner Schwester unter einer Decke. Passen Sie nur auf!‹‹ Sie wandte ihren Kopf zur Treppe. ››Hörst du mich, du Hexe, du grausige alte Hexe!‹‹

   Der Mann sah sie etwas ängstlich an, wer weiß, was die Verrückte als Nächstes anstellen würde. Er schluckte und legte seine Hand auf die Jackentasche, in der sich ein Feuerzeug befand, eine armselige Waffe, aber besser als nichts.

   ››Ich wollte Sie...‹‹, setzte er neuerlich zu einer Erklärung an.

   ››Elvira ist eine ganz Liebe!‹‹, fiel sie ihm ins Wort und sah den Mann überrascht an. ››Wer sind Sie? Was wollen Sie von mir? Lustmolch, lauern Sie wem anderen auf.‹‹

   ››Lustmolch?‹‹

   Der Mann sah sie angewidert an. Er war zwar alt und nicht allzu wählerisch, aber wusste die Frau nicht, wie krank diese Vorstellung war? Sie könnte seine Mutter sein, nein, sogar seine Großmutter!

   ››Herbert, bist du es? Jetzt geh’ schon, Elvira wartet!‹‹, forderte sie ihn lächelnd auf. ››In letzter Zeit hat sie mich nicht mehr so gerne! Wissen Sie, sie mag meine Schwester lieber.‹‹

   Sie fing an zu weinen und verschwand plötzlich hinter einer der Wohnungstüren. Mein Gott, die Frage war wohl eher, was sie von ihm wollte und nicht umgekehrt. Er kannte sie doch gar nicht, hatte sie noch nie gesehen, außerdem war er zum ersten Mal in diesem Gebäude. Und Herbert war bestimmt nicht sein Name. Vielleicht hatte sie nicht ihn gemeint, wer weiß, in welcher Welt die Alte lebte. Sie war vermutlich verdorrt durch die Zeit und verbittert durch das Leben. Zukunft hatte sie sowieso keine mehr, allein die Gegenwart war ihr Ende.

   Er sah die Treppen hinauf. Das Geländer fehlte. Dafür wand sich auf halber Höhe der ehemals weißen Wand ein schwarzer dicker Streifen entlang, den tappende Hände im Laufe der Jahre hinterlassen hatten.

   Er fragte sich, wie vielen lebenden Leichen er in diesem Haus noch begegnen würde. Langsam, Treppe für Treppe, kletterte er nach oben. Schon passte er sich dem Rhythmus des Hauses an. Er benötigte Minuten, um in den ersten Stock zu gelangen. Unsicher trödelte er und machte zahlreiche Pausen, in denen er in Gedanken dem Gebäude entfloh. Er blieb im ersten Stock stehen und sah sich um. Das Gebäude wirkte hier zwar etwas jünger, aber dafür umso schäbiger. Er machte einen Schritt nach vorne und stolperte zwei zurück.

   Eine Ratte, so groß wie eine Katze, schnupperte an der feuchten Wand. Nur mit Mühe konnte er einen Schrei unterdrücken. Es wäre ihm peinlich gewesen, aber bei diesem Vieh eine wahrlich verständliche Reaktion. Wie konnte eine Ratte nur so groß und fett werden! Es kam ihm so vor, als würden richtige Speckschwarten ihre Hüften bedecken. Unmöglich, dass sie sich bei diesen Ausmaßen noch irgendwo verstecken konnte. Nur ein Blinder könnte sie übersehen, aber der würde wahrscheinlich auf das Tier treten. Warum unternahmen die Hausbewohner nichts gegen diese Plage, das war ja einfach widerlich!

   Wenn er hier wohnen würde, läge in jeder Ecke ein Haufen Rattengift. Die Ratte war nicht scheu, sie ignorierte ihn einfach. Sie musste niemanden fürchten, jede Katze und jeder Hund würde bei ihrem Anblick die Flucht ergreifen. Eine Tür schob sich knarrend auf und eine Hand – sie hatte nur zwei Finger – warf ein Stück Brot in die Richtung der fetten Ratte. Noch bevor der Mann erkennen konnte, ob es sich bei diesem Tierfreund um einen Mann oder um eine Frau handelte, wurde die Tür wieder zugeschlagen. Die Ratte quietschte vergnügt und stürzte sich auf das Stückchen Brot.

   Der Mann schüttelte angewidert den Kopf und eilte die nächsten zwei Stockwerke in kürzester Zeit hinauf. Seinen Blick hielt er starr nach vorne gerichtet. Die schäbigen Türen, den finsteren Gang, er ließ seine Augen nicht mehr vom Weg abschweifen, musterte seine Umgebung nicht mehr.

   Ungewöhnlich schnell und zielstrebig suchte er im dritten Stock die Tür mit der Nummer dreiundzwanzig. Er betätigte die Klingel, aber sie funktionierte nicht mehr, war vielleicht ihr Leben lang eine Attrappe gewesen. Nervös spielte er in seiner Hosentasche mit einer Packung Zigaretten. Er ballte seine Hand, er hustete. Schnell näherten sich Schritte, die Wohnungstür wurde mit einem Ruck geöffnet.

   Ein Mann mit schmalen Schultern, einem dürren Gesicht, einer spitzen Nase und einem breiten, aufgesetzten Lächeln stand in der Tür. Er trug einen teuren Anzug, es handelte sich ohne Zweifel um den Makler.

   ››Ich begrüße Sie. Kommen Sie herein in die gute Stube‹‹, sagte er mit klirrender Stimme, ohne auch nur eine Sekunde lang sein Lächeln zu verlieren.

   ››Ich

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