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Der Fall Dorothea Puente: Valium und Spitzenhäubchen
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Der Fall Dorothea Puente: Valium und Spitzenhäubchen
eBook54 Seiten23 Minuten

Der Fall Dorothea Puente: Valium und Spitzenhäubchen

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Über dieses E-Book

Die Geschichte von der netten älteren Dame, die im kalifornischen Sacramento eine mustergültige Seniorenpension betrieb – mit Komplettservice vom Begrüßungscocktail bis zur Bestattung im eigenen Garten.
SpracheDeutsch
Herausgebercc-live
Erscheinungsdatum15. Juli 2016
ISBN9783956165702
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    Buchvorschau

    Der Fall Dorothea Puente - Christian Lunzer

    Impressum

    Valium und Spitzenhäubchen

    Das Haus mit der Nummer 1426 in der F Street im viktorianischen Teil der Altstadt von Sacramento war sicher eines der hübschesten Gebäude der Straße, wenn nicht des ganzen Viertels. Es stand auf einem nach hinten abfallenden Grundstück, etwas zurückgesetzt vom Bürgersteig. Eine breite Freitreppe führte zu einer kleinen Veranda, von der man in die Bel-etage des ersten Stockwerks kam. Die Außenwände waren hellblau, die Fensterrahmen weiß gestrichen. Der kleine Vorplatz und der große Garten hinter dem Haus waren bestens gepflegt und voll mit Blumen und Ziersträuchern.

    Dieses Schmuckstück war Dorothea Puentes Fremdenpension, weithin bekannt als gemütliche und dennoch kostengünstige Herberge. Am liebsten hatte die Pensionswirtin aber Dauergäste – und sie scheute auch keineswegs davor zurück, Mieter aufzunehmen, die ihr von der Wohlfahrt zugewiesen wurden: alte, oft kranke, immer aber schwierige Menschen, die niemanden mehr hatten, der sich um sie sorgte, und die von den Schecks der Fürsorge leben mussten. Gerade um sie kümmerte sich die Witwe Puente besonders rührend und beispielhaft.

    Schon in aller Herrgottsfrühe putzte sie im Haus, bereitete dann ein reichhaltiges, im Pensionspreis inbegriffenes Frühstück aus Speck, Rühreiern und Ahornsirup-Pfannkuchen, brachte anschließend die Zimmer in Ordnung und arbeitete bis Mittag im Garten. Die Pension war einfach, aber sehr ordentlich eingerichtet und mit jeder Menge mexikanischer Nippes ausgestattet. Jedes Zimmer hatte Fernsehen und die Bettwäsche wurde einmal pro Woche gewechselt. Die meisten Gäste, die oft direkt von der Straße kamen, hatten seit Jahren nicht mehr in einer so gepflegten Umgebung gelebt. Dorothea Puente nahm sich auch im täglichen Leben fürsorglich ihrer Schutzbefohlenen an, verteilte Medikamente und überwachte deren Einnahme, besorgte die entsprechenden Rezepte vom Arzt, erledigte den oft komplizierten Verkehr mit den Ämtern und trug die Sozialhilfeschecks ihrer Mieter auf die Bank. Die kleine, zierliche Frau mit den schönen weißen Haaren, die wie die gute Oma aus der Kekswerbung aussah, steckte voll Energie und Fürsorglichkeit, sodass man ihr ihre beinahe 70 Lebensjahre nicht anmerkte.

    Für die Sozialarbeiterin Judy Moise war es daher ein besonderer Glücksfall, als es ihr im Februar 1988 gelang, ihren Schützling Bert Montoya bei Dorothea unterzubringen. Bert war ein besonders schwieriger Fall. Er

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