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Der Fall Nelböck: Arbeit und Lebenssinn

Der Fall Nelböck: Arbeit und Lebenssinn

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Der Fall Nelböck: Arbeit und Lebenssinn

Länge:
46 Seiten
16 Minuten
Herausgeber:
Freigegeben:
Jul 15, 2016
ISBN:
9783956165801
Format:
Buch

Beschreibung

Ein Universitätsprofessor mobbt einen Studenten und entzieht ihm Arbeitsmöglichkeit und Existenzgrundlage. Der kann sich nur mehr mit einer Pistole wehren. Die Tat erregte großes Aufsehen, vor allem natürlich wegen der Persönlichkeit des Opfers, auch in der internationalen Presse.
Herausgeber:
Freigegeben:
Jul 15, 2016
ISBN:
9783956165801
Format:
Buch

Über den Autor


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Der Fall Nelböck - Christian Lunzer

Impressum

Arbeit und Lebenssinn

Montag, 22. Juni 1936. Ein strahlend schöner Frühsommertag. Es würde sehr warm werden, Mittagstemperaturen für Wien zwischen 25 und 28 Grad versprach die Zentralanstalt für Meteorologie. An der Universität ging das Sommersemester zu Ende, die letzten Vorlesungen, die ersten Prüfungen wurden abgehalten. Viel Betrieb war zu erwarten. Marie Finder, im Reinigungsdienst beschäftigt, hatte deshalb besonders früh mit ihrer Arbeit begonnen. Um halb zehn war sie bereits im Parterre des rechten Flügels im Hauptgebäude angelangt und freute sich auf das Dienstende, als sie plötzlich über sich, auf der großen Freitreppe, die zum Dekanat und zu den Hörsälen der philosophischen Fakultät führte und daher Philosophenstiege genannt wurde, Laute und Geräusche hörte, die gar nicht in diese Umgebung passten.

Vier knallende Revolverschüsse, knapp hinter einander, und dazu eine laute, erregte Männerstimme, die rief: „Da hast Du es, Hund verfluchter!"

Erschrocken ließ Marie Finder Eimer und Besen stehen und lief zum Treppenaufgang. Ein Mann lag, nach hinten zurückgefallen, seltsam verrenkt auf den Stufen. Ein Mädchen beugte sich über ihn. Studenten kamen aus den Hörsälen und gemeinsam mit Wachebeamten der Universität gelang es ihnen, den leblosen Körper, aus dessen Anzug Blut tropfte, den Halbstock höher ins Zimmer des Dekans zu tragen. Vorbei an einem jüngeren Mann mit Brille, der wie versteinert, noch den Revolver in der Hand, am Rand der Stiege stand.

Wenige Minuten später war auch die Rettung gekommen, aber der Arzt konnte nur mehr den Tod des Opfers feststellen. Zwei Schüsse in die Brust hatten das Herz getroffen und waren unmittelbar und sofort tödlich gewesen.

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