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Erzherzogin Sophie: Eine Biografie nach den persönlichen Aufzeichnungen der Mutter Kaiser Franz Josephs

Erzherzogin Sophie: Eine Biografie nach den persönlichen Aufzeichnungen der Mutter Kaiser Franz Josephs

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Erzherzogin Sophie: Eine Biografie nach den persönlichen Aufzeichnungen der Mutter Kaiser Franz Josephs

Länge:
398 Seiten
5 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
Oct 18, 2016
ISBN:
9783701745425
Format:
Buch

Beschreibung

Erzherzogin Sophie gilt als eine der interessantesten Personen am kaiserlichen Hof in Wien. Als Mutter Kaiser Franz Josephs hatte sie eine einflussreiche Rolle in der kaiserlichen Familie. Trotz ihres politischen Interesses war sie klug genug, sich im Hintergrund zu halten. Die verbreiteten populären Darstellungen von Sophie – „Sisis böse Schwiegermutter" und die „heimliche Kaiserin" – werden durch ihren schriftlichen Nachlass in keiner Weise bestätigt. Ingrid Haslinger hat in jahrelanger Archiv-Forschung die gesamten Tagebücher und Briefe der Erzherzogin Sophie durchgearbeitet. Daraus entstehen ein neues, sehr persönliches Bild dieser für die österreichische Geschichte bedeutenden Frau und ein intimer Blick auf ein spannendes Leben.
Herausgeber:
Freigegeben:
Oct 18, 2016
ISBN:
9783701745425
Format:
Buch

Über den Autor


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Erzherzogin Sophie - Ingrid Haslinger

Ingrid Haslinger

Erzherzogin Sophie

Ingrid Haslinger

Erzherzogin Sophie

Eine Biografie nach den persönlichen Aufzeichnungen

der Mutter Kaiser Franz Josephs

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar.

www.residenzverlag.at

© 2016 Residenz Verlag

Salzburg – Wien

Alle Rechte, insbesondere das des auszugsweisen Abdrucks und das der fotomechanischen Wiedergabe, vorbehalten.

Dieses Werk wurde vermittelt durch

Aenne Glienke | Agentur für Autoren und Verlage,

www.AenneGlienkeAgentur.de.

Umschlaggestaltung: BoutiqueBrutal.com

Umschlagbild: ÖNB/Wien, PORT_00066291_01

Schriftzug der Erzherzogin Sophie: Österreichisches Staatsarchiv

Grafische Gestaltung/Satz: Silvia Druml

Lektorat: Rainer Schöttle

Gesamtherstellung: CPI books GmbH, Leck

ISBN 978 3 7017 4542 5

Inhalt

Vorwort

Einleitung

Die Biedermeierprinzessin

Kindheit und Jugend

Die Vermählung

Erste Zeit am Wiener Hof

Die Wohnverhältnisse

Die ersehnten Kinder

Die Entwicklung der Söhne

Die Probleme der Erzieher

Das große Sorgenkind

Schicksalsjahre

Gewitterwolken

Die Revolution 1848

Die Mutter des Kaisers

Olmütz

Der junge Kaiser

Ischl

Die Heiraten der Söhne

Franz Joseph

Ferdinand Max und Karl Ludwig

Familienleben

Sophie und Sisi

Interessen

Persönliche Niederlagen

Krankheiten und letzte Jahre

Die letzte Erkrankung

ANHANG

Dokumente

I.

II. Briefstellen/Tagebuchstellen

III. Diverse Dokumente

IV.

V.

VI. Stammbäume

Bibliografie

Quellen

Literatur

Bildnachweis

Dankadresse

Anmerkungen

Vorwort

Einleitung

Die Biedermeierprinzessin

Erste Zeit am Wiener Hof

Schicksalsjahre

Die Mutter des Kaisers

Familienleben

Anhang

Vorwort

Als die Autorin vor vielen Jahren vom damaligen Chef des Hauses der ehemaligen kaiserlichen Familie, Dr. Otto von Habsburg (1912–2011), die Genehmigung erhielt, den Nachlass der Erzherzogin Sophie (1805–1872) zu bearbeiten, hatte sie keine genaue Vorstellung, worauf sie sich einließ. Die Einsicht in die schriftlichen Unterlagen förderte 32.000 Seiten des Nachlasses zutage, der aus zahlreichen Briefen Sophies an ihre Mutter, Königin Karoline von Bayern (1776–1841), über hundert Tagebüchern, die Sophie nach dem Tod ihrer Mutter bis zu ihrem eigenen Tod führte, dem Briefwechsel mit Erzherzog Ludwig, Sammlungen von Theaterzetteln, Zeitungsausschnitten, medizinischen Rezepten und persönlichen Notizen besteht. Während Sophie in ihren Briefen an die Mutter bis zu deren Tod einige Details von ihrem Leben am Wiener Hof preisgab, sind die Tagebücher, die sie bis 1872 führte, von ihrem Inhalt her unterschiedlich zu bewerten. Die handschriftlichen Unterlagen sind in sehr kleiner Schrift und kleinem Format abgefasst und großteils in französischer Sprache geschrieben. Nach Durchsicht des gesamten Nachlasses ist es erstmals möglich, Erzherzogin Sophie in ihrer Gesamtheit zu erfassen, ihren Tagesablauf kennenzulernen, sie im Zusammenhang mit ihrer neuen Familie zu sehen und ihre Sorgen nachzuvollziehen.

Die Archivalien zur Erzherzogin sind nicht vollständig; manches ist im Zweiten Weltkrieg zugrunde gegangen, manches unter Umständen noch in Familienbesitz. Es fehlen die wichtigen Briefe Sophies an ihre Schwester Ludovika bzw. deren Antworten sowie der Briefwechsel mit ihren in Sachsen verheirateten Schwestern Marie und Amelie. Auch Sophies Briefwechsel mit ihrem Gemahl Franz Karl ist nicht mehr erhalten.¹

Das vorhandene Material ist aber von besonderem Interesse – insbesondere Sophies Briefe an ihre Schwester Elise in Berlin; in diesen Briefen äußerte sich die Erzherzogin zu manchen Themen viel offener als in ihren Tagebüchern. Überdies gab es das Archiv Kaiser Karl, dessen Inventar im Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchiv noch vorhanden ist; der Verbleib des Archivs ist allerdings unbekannt. Darin befanden (befinden?) sich zahlreiche Briefe Sophies an ihre Söhne Ferdinand Max und Karl Ludwig.²

Hofsprache war im 19. Jahrhundert Französisch, die damals in Adelskreisen allgemein verwendete Sprache. Bei Zitaten aus Erzherzogin Sophies Tagebüchern wurden die im Original auf Französisch geschriebenen Passagen für die Zwecke der vorliegenden Publikation ins Deutsche übersetzt und kursiv hervorgehoben; jene Passagen oder Wörter, die im Original auf Deutsch geschrieben wurden, sind nicht kursiv zitiert. Schrieb die Erzherzogin ihrer Mutter, Königin Karoline, auf Deutsch, duzte sie ihre Mutter. In französischen Briefen verwendete sie das formellere vous. Erzherzogin Sophie setzte in ihren Mitteilungen und Eintragungen nur wenige Satzzeichen; diese wurden in der deutschen Übersetzung ergänzt.

Erzherzogin Sophie gehört wohl zu den umstrittensten Persönlichkeiten der österreichischen Geschichte. Als Mutter zweier Kaiser – des schon zu Lebzeiten zur Legende gewordenen Kaiser Franz Joseph (1830–1916) und des einem tragischen Schicksal zum Opfer gefallenen Ferdinand Max (1832–1867) – und als Schwiegermutter der zu ihrer Zeit angeblich schönsten Frau des 19. Jahrhunderts, Kaiserin Elisabeth (1837–1898), hatte sie lange Zeit unter sehr wenig differenzierter historischer Beurteilung zu leiden. Der oft als gute Mutter und böse Schwiegermutter bezeichneten Erzherzogin Sophie warf (und wirft) man Einmischung in die Politik und in die Ehe ihres ältesten Sohnes vor, die angeblich aus diesem Grund scheiterte. Doch Sophie kümmerte sich auch um die Ehen ihrer anderen Söhne und war insbesondere Karl Ludwig (1833–1896) eine Stütze, als dessen kranke zweite Frau Maria Annunziata (1843–1871) ihre Kinder zur Welt brachte. Allerdings lebten Maximilian und Charlotte sowie Karl Ludwig mit seiner Familie nie so auf Tuchfühlung mit der Mama wie Franz Joseph und Sisi. Dennoch trachtete Sophie stets, das junge Ehepaar so viel wie möglich allein zu lassen; dies war für Franz Joseph anfangs nicht leicht, da er sehr an der Mutter hing.

Sophie war 1824 an einen Hof gekommen, der in einer bewahrenden Haltung erstarrt war und jede Veränderung verabscheute. Sophie war konservativ und anerkannte die Monarchie als einzige Staatsform, konnte sich aber aufgrund ihrer Intelligenz und Belesenheit nicht der Tatsache verschließen, dass es Entwicklungen gab, denen man Rechnung tragen musste. Obwohl ihr Vater eine konstitutionelle Monarchie regierte, verstand sie Veränderungen niemals im liberalen Sinn: Die Untertanen sollten einigermaßen ihr Auskommen haben und stets in treuer Liebe und Dankbarkeit an der Dynastie hängen.

Sophie erkannte Kaiser Franz II. (I., 1768–1835), ihren Schwiegervater, als Garanten der Stabilität der Monarchie. Sein Tod bedeutete für sie – nicht nur menschlich – eine markante Zäsur. Doch die Erzherzogin war 1835 zu sehr mit ihren Kindern und mit der Erhaltung der Dynastie in der Linie des Kaisers (und ihres Gatten) beschäftigt. Erst die folgenden Jahre, die auf die Revolution 1848 zusteuerten, rissen sie stärker aus dem familiären Bereich heraus und ließen sie – zumindest im Hintergrund – politisch aktiv werden. Sie stand daraufhin ihrem Sohn, wann immer er sie brauchte, zur Seite und bewahrte sich sein Vertrauen, weil ihm niemand so nahestand wie seine Mutter. Auch in ganz privaten Dingen – wie etwa Eheproblemen – war Sophie Franz Josephs Ansprechpartner.

Das Leben der Erzherzogin war ständig von Problemen begleitet: Es begann mit ihrer anfänglichen Unfähigkeit, Kinder auszutragen, was sie jedoch glücklich überwand; ihre Schwangerschaften wurden ihr am Ende lästig. Der Tod des Kaisers im Jahr 1835 und ihrer einzigen Tochter Anna (geb. 1835) im Jahr 1840 überschatteten ihr familiäres Glück. 1848/49 schämte sich Sophie für Wien und ihre Wiener und begann die Ungarn zu hassen. Das Glück, ihren Sohn auf dem Thron zu sehen, wurde durch ihre Angst um seine Gesundheit geschmälert. Franz Joseph erwies sich politisch als glücklos – die Jahre 1859 und 1866 sowie die Entstehung des preußischen Kaiserreichs 1870 setzten der durch zahlreiche Fehlgeburten geschwächten Erzherzogin zu, die 1867 auch noch die standrechtliche Erschießung ihres Lieblingssohnes Max in Mexiko verarbeiten musste. In ihren letzten Jahren blieb Sophie zwar weiterhin an allen Ereignissen interessiert, zog sich aber mehr und mehr zurück.

Einleitung

»Es gereicht uns zu hohem Troste, daß wir die Überzeugung im Herzen tragen dürfen, in unserer bedrängten Lage und dem wahrhaft männlichen Geiste E.k.k.H.¹ diejenige Stütze zu finden zu haben, die uns aufrecht erhält und hoffen läßt, welche uns der Drang der Zeitumstände gebieterisch vorschreibt.« So schrieb der Stellvertreter des Banus² von Kroatien im Juli 1848 an Erzherzogin Sophie, als dieser für seine durch die Revolution erschütterte Provinz eine Million Gulden benötigte.

Im Juni 1848 berichtete Graf Bombelles, Franz Josephs Erzieher, aus Innsbruck an den exilierten Fürsten Metternich: »Ihre Briefe und Ihre Denkschriften, mein Fürst, enthalten die wertvollsten Ratschläge. Ich habe mich beeilt, sie der Erzherzogin Sophie mitzuteilen. Sie und unsere engelsgleiche Kaiserin sind eigentlich die einzigen mannhaften Wesen.«³ Erzherzogin Sophie ist eine Persönlichkeit, die aufgrund ihrer Bedeutung aus der österreichischen Geschichte nicht wegzudenken ist. Welche Eigenschaften waren für Sophie charakteristisch? Lässt sich ihr Wesen tatsächlich aus den eingangs angeführten Aussagen von Zeitgenossen ablesen? War sie wirklich der einzige Mann am Wiener Hof oder die heimliche Kaiserin, wie viele Historiker sie apostrophierten? Hat man bei ihrer oft harschen Beurteilung zu sehr das liebliche Bild der Kaiserin Elisabeth (1837–1898), ihrer Schwiegertochter und Nichte, die sich nicht um die eigene hohe Stellung kümmerte, mit Sophies Charakter kontrastiert und Sophie damit zur bösen Frau und Schwiegermutter gestempelt, die angeblich Sisis Leben und deren Ehe mit Franz Joseph zerstörte? – Sophies Persönlichkeit ist sehr schwer objektiv zu fassen, weil die Quellenlage zu ihrem Leben trotz ihres umfangreichen schriftlichen Nachlasses Probleme aufwirft.

Manches muss daher durch die Bemerkungen Außenstehender über Sophie erschlossen werden. Auch die vorhandenen Briefe sind zu relativieren, da man sich den allgemeinen Tratsch sehr gern schrieb – so wie man in diesen Kreisen gern Konversation machte. Überdies waren Personen des Hochadels, aber auch Angehörige des Kaiserhauses beim Briefeschreiben gewissen Konventionen verpflichtet. Noch dazu fürchtete man die Zensur des Metternichschen Systems, die Sophie bewusst war, und besprach heikle Themen – wenn möglich – mündlich. Im Mai 1830 ergab sich eine Gelegenheit für Sophie, dem Prinzen Wallenstein, der nach München fuhr, einen Brief an ihre Mutter mitzugeben: »… ich nütze diese gute Gelegenheit, um Ihnen offen zu schreiben …«, lautete die Einleitung des Briefes.⁴ Zum ersten Mal konnte sich Sophie ungeschminkt brieflich über den katastrophalen Gesundheitszustand ihres Schwagers, des Kronprinzen, äußern (Kaiser Franz wollte Sophie verbieten, ihn zu sehen und sein entstelltes, verzerrtes Gesicht zu bemerken; denn er fürchtete schlimme Folgen für Sophies fortgeschrittene Schwangerschaft⁵). Selbst Sophies dreizehnjähriger Sohn war schließlich über die Bespitzelungen bei Hof gut informiert: »Der junge Erzherzog Franz Joseph sagte, daß es in allen Ständen geheime Policey gebe; auch bei Hofe seien Leiblakaien dieser Kategorie. Die höchsten Herrschaften selbst seien genau überwacht; ihre Briefe werden eröffnet. Als ich ihn fragte, wer ihm dies gesagt hatte antwortete er: Die Mama.«⁶

Von großer Bedeutung für die Beurteilung Sophies sind die Briefe von Therese Landgräfin zu Fürstenberg (1839–1920) an ihre Schwestern, die 1865 mehr nolens als volens die Stelle als Hofdame bei der Erzherzogin annahm. Sie erlebte das Schicksal so mancher Tochter aus adeligem Hause, die zwar Heiratsanwärter hatten, deren Väter aber nicht über die ausreichenden Mittel verfügten, um sie mit einer entsprechenden Mitgift zu versehen. Für solche Mädchen gab es nur diese Möglichkeit oder den Weg ins Kloster. Obwohl Therese Sophie mit der Zeit schätzen lernte, war die Landgräfin doch sehr unglücklich in diesem Dienst, denn sie vermisste ihre Familie: »Ihr wißt, dß. ich nur dem Körper nach hier bin. Doch darüber will ich nichts mehr sagen, es ist geschehen! und allein das Bewußtsein erfüllter Pflicht könnte einem entschädigen, wenn auch nicht ersetzen, was man lassen mußte … Gott, wie gern wäre ich mit Mama davongelaufen! als sie weg war fühlte ich mich so schrecklich allein!«

Interessant ist, was Gräfin Helene Erdödy über die Erzherzogin in ihren Erinnerungen schrieb – schließlich stammte auch sie aus Bayern⁸, und sie und ihre Familie waren dem bayerischen Königshaus immer nahe gewesen: »Klug, ja das ist das Wort, das so recht auf diese seltene Frau mit der imposanten Erscheinung und dem schlichten, herzlichen Wesen paßte! Verständig und vernünftig war jedes ihrer Worte … In unseren Gesprächen mit der Erzherzogin wurde so manches Thema, wie gemeinsame Jugenderinnerungen, Reisen, Kunst-, Mode- und Erziehungsfragen berührt – sehr interessante und auf Verstand, Auffassungsgabe und Charakter der hohen Frau nur günstige Rückschlüsse gestattende Unterhaltungsstunden! Politischen Themen wich sie aber aus, wo es nur anging und wußte es wohl, warum! … Nie in ihrem Leben, sagte sie, habe sie den Menschen Übles gewollt oder zugefügt, nie in ihrem ganzen Leben, und sich auch niemals in Dinge gemischt, die sie nichts angegangen. Um Rat oder ihre Meinung gefragt hätte sie wohl … nicht die Antwort verweigert …«⁹ Obwohl die Gräfin 1867 Palastdame von Kaiserin Elisabeth wurde, bewahrte sie sich offenbar trotz der charmanten neuen Herrin ihre Urteilsfähigkeit.

Man kann annehmen, dass die Erzherzogin bei ihren jährlichen Treffen mit ihrer Mutter bis 1830 auch über die Zustände am Wiener Hof bzw. über ihre neuen Verwandten sprach. Überdies gibt es noch Material zu Erzherzogin Sophie im Geheimen Hausarchiv in München, in den Archiven in Dresden und Berlin. Von besonderer Bedeutung sind jedoch die Geheimen Notizen des Paters Joseph Columbus¹⁰, die dieser zwischen 1843 und 1848 niedergeschrieben hat, sowie die Tagebücher der Erzieher der ersten drei Söhne.¹¹ Sie geben ungeschminkt Aufschluss über die Probleme in der erzherzoglichen Familie mit den pubertierenden Söhnen, über die Konflikte und Intrigen ihrer Erzieher, über Sophies politische Ansichten, über ihr Zögern einzugreifen sowie über die absolute Untätigkeit ihres Gatten. Aufschluss über diese problematischen Jahre geben zusätzlich die Tagebücher des Grafen Coronini-Cronberg, in denen vor allem die Konflikte unter den Erziehern sowie deren Ablehnung Bombelles’ immer wieder zur Sprache kommen, ebenso wie die unentschlossene Haltung von Erzherzogin Sophie, die offenbar ganz unter dem Einfluss des »Franzoß« stand.¹²

Was hat insbesondere Sophie zur kaiserlichen Unperson abgestempelt? Es waren vor allem die Erinnerungen von Marie Gräfin Festetics (1839–1923), die ab Dezember 1870 Hofdame Kaiserin Elisabeths war. Sie erzählte dem Historiker Heinrich Friedjung (1851–1920) über ihre Jahre bei der Kaiserin und sparte nicht mit Kritik an Erzherzogin Sophie. Allerdings ist hier klar festzustellen, dass die Gräfin alles Negative an Sophie nur aus dem Mund der Kaiserin gehört haben konnte – denn sie selbst hatte die Erzherzogin kaum gekannt, die bereits im Frühjahr 1872 verstarb. Treu ihrer charmanten Herrin ergeben, nahm Gräfin Festetics alles für bare Münze, was ihr Sisi erzählte. Zahlreiche dieser Vorurteile werden im Folgenden widerlegt. Als Beispiel sei hier angeführt, dass Sophie ihrer Schwiegertochter immer wieder deren Liebe zum Zirkus angekreidet hätte. Doch die kaiserliche Familie liebte diese Unterhaltungen, auch die Brüder des Kaisers und Sophie gingen dorthin – und sogar der Kaiser selbst: »Der Kaiser, der im Zirkus gewesen ist.«¹³ Später berichtete Sophie immer wieder in ihren Tagebüchern, Franz Joseph hätte Sisi in den Zirkus geführt.

Sophies Einfluss auf Franz Joseph und die Politik vor 1848 ist aufgrund ihrer Aufzeichnungen schwer nachvollziehbar. Sie hatte engen Kontakt mit Erzherzog Ludwig (1784–1864), der mit Fürst Metternich (1773–1859) und Kolowrat¹⁴ den Staatsrat bildete. Der Staatsrat hatte auf Wunsch von Kaiser Franz II. (I., 1768–1835) die Regierungsgeschäfte für seinen Sohn Ferdinand I. (1793–1875) zu führen. In den Dreißigerjahren war Sophie vor allem um das Wohl und Wehe ihrer heiß ersehnten Kinder besorgt; solange der alte Kaiser lebte, gab es für sie ja keinen Grund, sich mit Politik zu beschäftigen. Der Geburt ihres Erstgeborenen Franz Joseph (1830–1916) waren zahlreiche Fehlgeburten vorangegangen, die die junge Erzherzogin an ihrer Hauptaufgabe – gesunde Söhne zu gebären – beinahe schon hatten verzweifeln lassen. Die Erziehung Franz Josephs durch Erzherzogin Sophie brachte einen Menschen hervor, der aus der mentalen Enge und der Unnahbarkeit, die aus dem ihm anerzogenen Verständnis eines Gottesgnadentums resultierten, nicht herausfand. Hierin lag neben ihren Aktivitäten im Jahr 1848 und dem damit verbundenen Thronwechsel im Dezember desselben Jahres wohl Sophies nachhaltigster Einfluss auf die Politik. Darüber hinaus förderte sie mit Nachdruck die starke Stellung der katholischen Kirche, was mit ihrer Ablehnung alles Constitutionellen und Liberalen schließlich in eine Richtung führte, die zum Untergang der Donaumonarchie beitrug – ein Umstand, den Sophie aufgrund ihrer tiefen Überzeugungen natürlich nicht voraussehen konnte.

Nur einmal – in den Dreißigerjahren – versuchte Sophie eine ihrer Ansicht nach inopportune Heirat vom Kaiserhaus abzuwenden, als der Herzog von Orléans gemeinsam mit seinem Bruder mit der Absicht nach Wien kam, Erzherzogin Maria Theresia (1816–1867), die Tochter Erzherzog Karls (1771–1847), zu heiraten.¹⁵ König Louis Philippe hatte diese Ehe für seinen Sohn ins Auge gefasst, um seine Stellung in Europa aufzuwerten. Der Vater des Mädchens stand diesem Plan nicht abgeneigt gegenüber – denn der junge Mann war klug, liebenswürdig und attraktiv. Doch schon vor der Ankunft der beiden Brüder versuchte Sophie, die junge Erzherzogin zu bearbeiten: »Mit Einverständnis der beiden Kaiserinnen und von Onkel Ludwig habe ich mit Therese gesprochen und sie gebeten, auf der Hut zu sein, denn niemals würde es dort Einstimmigkeit zu einer derartigen Verbindung geben.«¹⁶ Als der Herzog mit seinem Bruder nach Wien kam, dürfte Erzherzogin Maria Theresia sich sofort in ihn verliebt haben. Doch weder Fürst Metternich noch Erzherzog Ludwig (1784–1864) und schon gar nicht Erzherzogin Sophie war diese Verbindung recht. Sophie zerstörte mit ihren Intrigen aufgrund ihres Frankreichhasses vermutlich das Lebensglück der kleinen Erzherzogin. Sophie schirmte den Herzog von Orléans förmlich von ihrer Cousine ab. Sie beging zahlreiche Taktlosigkeiten, die die Prinzen auch bemerkten. Überdies sorgte die Erzherzogin dafür, dass die beiden während der Tafeln immer bei ihr und der Landgräfin Fürstenberg saßen. Schließlich konnte sich der Herzog von Orléans einer sarkastischen Bemerkung Sophie gegenüber nicht enthalten: »… in der Kutsche sagte mir der arme Knabe, es müsste mich ziemlich langweilen, dass er ständig an mich gekettet sei …«.¹⁷ Doch Sophie ignorierte diesen zarten Hinweis. Ein Dîner der beiden Brüder in der Weilburg bei Erzherzog Karl und seinen Kindern konnte sie allerdings nicht verhindern.

Als die beiden Prinzen schließlich unverrichteter Dinge Wien verließen, triumphierte Sophie und brachte die junge Therese mit einer weiteren Taktlosigkeit in Verlegenheit: »…ich sagte zu Therese, dass ich sehr wohl an sie gedacht und sehr bedauert hätte, als die Prinzen von Orléans in Baden waren – aber da sie sehr schüchtern oder verschlossen ist, war sie auf der Stelle zu verlegen und errötete so sehr, dass ich nicht wagte, fortzufahren – um so mehr, als uns ihr Vater folgte; aber ich rechne damit, dieses Thema ein anderes Mal anzuschneiden.«¹⁸ Sophie brachte die Kleine nicht nur in Verlegenheit, sie wollte sogar dieses Maria Theresia so unangenehme Thema wieder aufnehmen!

Im Gegenzug hob die Erzherzogin ständig die positiven Charakterzüge des Königs von Neapel (1810–1859) hervor, der kurz vorher verwitwet auf Brautschau nach Wien gekommen war. Der Monarch war für seine Fettleibigkeit und geistige Trägheit bekannt. Es erweckt beinahe den Eindruck, als müsste Sophie aufgrund ihrer Intrige gegen das junge Mädchen ihr christliches Gewissen beruhigen: »Der König von Neapel ist ganz heimisch in unserer Familie … er gewinnt immer mehr, er ist so perfekt natürlich, so höflich und freundlich und alles, was er sagt, beweist, dass er Geist und Urteilsvermögen hat.«¹⁹ Als Sophies Mutter, Königin Karoline, etwas anderes über den König berichtet wurde, geriet die Erzherzogin in hellste Aufregung: »Ich begreife nicht, wieso Julie Oettingen am König von Neapel eine unbedeutende Figur finden kann! Es ist wahr, er erinnert manchmal an seine Mutter, was nicht günstig ist – aber seine schönen Augen haben viel Ausdruck und er hat die Stirn … wie Napoleon … denn er ist so vollkommen einfach und natürlich … in unseren Augen ein großer Reiz, und es fehlen ihm weder Geist noch Urteilsvermögen – womit er erstaunt – immer sehr gerecht; wir fühlen uns in seiner Gesellschaft immer so vollkommen wohl im Unterschied zu den französischen Prinzen – bei welchen es nötig war, jedes Wort abzuwägen; es ist vielmehr der Herzog von Orléans, der eine unbedeutende Figur darstellt – trotz seiner schönen Augen … ich habe kaum Augen mit weniger Ausdruck gesehen als seine …«.²⁰ Mit dieser Intrige machte Sophie das junge Mädchen tief unglücklich, das so ungern ihren Vater und ihre Geschwister verließ, um die sie sich seit dem frühen Tod der Mutter²¹ gekümmert hatte.²² Mit Überschwang berichtete Sophie ihrer Mutter immer wieder, welch ein Glück Maria Theresias Verheiratung mit dem König von Neapel doch sei.²³

Ihre tiefe Religiosität – Sophie besuchte im Regelfall täglich die heilige Messe (manchmal mehrmals), las religiöse Schriften (vor allem l’année spirituelle²⁴), ging nachmittags in den Segen und hatte über den Tag verteilt ihre regelmäßigen Gebetsstunden²⁵ – bestärkte ihre konservative Haltung. Allerdings waren Zeitgenossen der Ansicht, dass die lebensfrohe Sophie, in deren Elternhaus die Religiosität nicht so sehr betont wurde, erst in Wien unter dem Einfluss von Kardinal Rauscher und Pater Columbus sowie Heinrich Bombelles ihre Ansichten änderte. Schließlich war die Erzherzogin manchmal sogar den Geistlichen zu bigott: »Die Erzherzogin Sophie sagte beim Unterrichte, daß sie bei Krankheit nicht dafür sei, daß man im Zimmer Meße lesen laße, – wo man so Vieles Weltliches thue; dasselbe habe sie dieser Tage vom hl. Salesius bestättigt gelesen, der einer Dame rieth, daß sie sich solle einschließen ins Meßopfer und nicht zu Hause. – Ich sagte, daß diese Reverenz eine gute Seite habe … aber auch andererseits das Verlangen nach einer Meße …«.²⁶ Andererseits klagte Sophie immer wieder über die ihrer Ansicht nach übertriebene Frömmelei ihres Gemahls.²⁷

Man kann der Erzherzogin sicher nicht ein gewisses Mitgefühl und Fürsorge für ärmere Bevölkerungsschichten absprechen – auch ihr Mann war karitativ tätig –, aber das Volk musste dankbar und unterwürfig bleiben. Sophie duldete im Interesse der Dynastie und des Bestandes der Monarchie kein Aufbegehren der Menschen. So war sie 1848 über ihre Wiener höchst empört.²⁸ Wie im Erzhaus über die öffentliche Meinung und die Rechte der Bevölkerung im Allgemeinen gedacht wurde, charakterisiert augenfällig der Ausspruch, der angeblich von einer Erzherzogin (Sophie?) beim Ausbruch des Krieges 1859 gemacht wurde: »Ich weiß nicht, was es das Volk angeht, daß der Kaiser Krieg führt!«²⁹ Sophie war, was ihre unmittelbare Umgebung anlangte, in keiner Weise an Ungehorsam oder Eigenmächtigkeit gewöhnt. Als eine ihrer Hofdamen die Erzherzogin um Beurlaubung bat, wurde ihr dies zwar genehmigt, aber man sah Sophie den Unmut über das Niedagewesene an.³⁰

Die Erzherzogin ließ sich in ihrer Beurteilung der allgemeinen Lage häufig von Gefühlen lenken: Obwohl ihre Familie den Königstitel 1806 von Napoleon I. (1769–1821) erhalten hatte, hasste sie alles Französische. Sophies Mutter Karoline hegte eine unerfüllte Jugendliebe zu Louis Antoine Henri Bourbon, Herzog von Enghien (1772–1804). Napoleon ließ ihn 1804 von badischem Gebiet nach Frankreich verschleppen und dort erschießen. Karoline war tief getroffen, die europäischen Regierungen sprachen schlicht von Mord am Herzog.³¹ Als in Paris die Cholera ausbrach, konnte Sophie mit ihrer Schadenfreude nicht hinter dem Berg halten: »Gott möge mir vergeben, dass ich nicht böse bin, weil die Cholera in Paris regiert – aber es ist wahr, sie regiert mit Wut und sie bringt die verbrecherischen Franzosen zu Exzessen, dass einem die Haare zu Berge stehen – sie begehen Greueltaten, die den barbarischten Zeiten würdig wären.«³² Zu Schweden und Ungarn hatte Sophie ein ähnliches Verhältnis: Das erstere Land wählte Marschall Jean-Baptiste Bernadotte (1763–1844), einen der fähigsten Generäle bzw. Marschälle Napoleons, zum Kronprinzen.³³ Die letzten Angehörigen der früheren Königsfamilie Wasa, mit denen Sophie verwandt war, mussten ins Exil.³⁴ Die Abordnungen der Ungarn, wenn sie in ihren farbenfrohen, imposanten Uniformen bei ihrem Schwiegervater, dem Kaiser, erschienen, gefielen der Erzherzogin anfangs ungemein. Doch nach der Revolution 1848/49 und den Kämpfen mit den Ungarn hasste Sophie alles, was Ungarisch war, und betrat das Land nie wieder.

Sophie war 1848 sehr aktiv um ihren Erstgeborenen, der im Dezember desselben Jahres den Thron besteigen sollte. Anschließend bemühte sie sich um die Vermählung ihres Franzi. Doch die Wittelsbacherin Elisabeth brachte Probleme in das so harmonische Verhältnis zwischen Mutter und Sohn. Auch die anderen Söhne bescherten der Erzherzogin Sorgen: Ferdinand Max heiratete zwar standesgemäß eine Königstochter – Charlotte von Belgien (1840–1927) –, ließ sich aber auf das mexikanische Abenteuer ein und wurde 1867 standrechtlich erschossen. Diesen Schock überwand die Erzherzogin nicht mehr – sie zog sich bis zu ihrem Tod 1872 immer mehr von allem zurück. Erzherzog Karl Ludwig entpuppte sich als träger, erzkonservativer Mensch. Er enttäuschte seine Mutter zwar nicht, verlor aber sowohl seine erste als auch seine zweite Frau nach jeweils relativ kurzer Ehe.³⁵ Die dritte Ehe ihres Sohnes erlebte Sophie nicht mehr.³⁶ Der jüngste Sohn, Erzherzog Ludwig Viktor (1842–1919), entwickelte sich zum Sorgenkind, um dessen Zukunft Sophie große Angst hatte.

Die Biedermeierprinzessin

Kindheit und Jugend

Prinzessin Friederike Sophie wurde als Tochter des 1806 von Napoleon I. zum ersten König von Bayern erhobenen Maximilian (I.) Joseph (1756–1825), Prinz von Pfalz-Zweibrücken, seit 1799 Kurfürst von Bayern, der später zur »Inkarnation des Biedermanns mit gesundem Menschenverstand« wurde, und seiner zweiten Gemahlin Karoline, geborene Prinzessin von Baden, geboren. Einer seiner Schwiegersöhne, der spätere König Johann von Sachsen, beschrieb Max folgendermaßen: »Überdem war mein guter Schwiegervater, wenn auch nicht irreligiös, doch zu viel Lebemann, um hierauf besonderes Gewicht zu legen, und jedenfalls nicht sehr kirchlich. Äußere Religionsübungen wurden daher nur sparsam getrieben.«¹ Johann führte den großen Widerwillen seines Schwiegervaters gegen alles Liberale oder gar revolutionäre Wesen auf die Franzosenkriege und die Freundschaft, die Max mit den Bourbonen verband, zurück. Diese Haltung des ersten bayerischen Königs dürfte auch Sophie maßgeblich beeinflusst haben. Sophies Mutter wurde als ganz eigentümlicher Mensch beschrieben: Geistreich, milde und wohltätig, war sie zart besaitet und leicht verletzt oder beleidigt.²

In der Familie wurde Sophie liebevoll Fefe, Pifi, Pipi, Bibi, Fifi, Soph oder Sinpilfer³ genannt – was den herzlichen Umgang innerhalb der Familie zeigt. Sie war – wie ihre älteren Schwestern Elisabeth (1801–1873) und Amalie (1801–1877)⁴ – als Zwilling geboren. Sophies Zwillingsschwester war Marie (1805–1877), die 1833 mit Friedrich August (später II., König von Sachsen) vermählt wurde. 1808 wurde Prinzessin Louise (gest. 1892) geboren, die 1828 Herzog Max in Bayern (1808–1888) zum Mann nehmen musste – was sie ganz unglücklich machte – und Mutter der späteren Kaiserin Elisabeth von Österreich (1837–1898) war. Im Jahr 1810 folgte noch das Nesthäkchen Maximiliane Karoline, Nini oder Ni genannt, das zum Kummer der fünf Schwestern sehr früh starb (1821). Nini wurde nicht nur deshalb von der ganzen Familie so geliebt, weil sie die jüngste, sondern auch, weil sie seit ihrer Geburt nie ganz gesund war. Sie litt unter nässenden Flechten am Körper, musste ein Korsett tragen und hatte häufig heftige Kopfschmerzen. Deshalb kümmerten sich die Schwestern so rührend um sie. In ihren letzten beiden Lebensjahren verbesserte sich Ni’s Gesundheitszustand sichtlich, sodass ihr Tod 1821 von der Familie umso schmerzlicher aufgenommen wurde.⁵ In der Familie hinterließ sie eine riesige Lücke. Elise schrieb von einer ihrer Reisen nach Ninis Tod: »Mit welchem Gemisch von Freude und Schmerz kam ich wieder in die liebe schöne Gegend, wohin wir unser Engelsnichen nicht mehr zurückbrachten. Wenn ich denke wie Sie von da an so gesund nach Hause kam und daß Sie das Alles doch nicht retten konnte! Mir scheint immer jeder Stein, jeder Baum müßte mich nach Ihr fragen und Sie von uns zurückfordern. – Mit Zittern stieg ich also aus dem Wagen, der gute Papa schien gerührt als Er uns umarmte. Er mag wohl gefühlt haben was in uns vorging.«⁶ Im Juli 1821 schickte Max Joseph seine Frau und seine drei jüngsten Töchter zur Ablenkung in die Schweiz.⁷ Als Sophie schon lange in Wien verheiratet war, gedachte sie in den Briefen an ihre Mutter immer wieder des Todestags der geliebten kleinen Ni.

Der einzige Sohn König Max I. mit seiner zweiten Frau Karoline, Max Joseph Karl Friedrich (1801–1803), überlebte das Kindesalter nicht. Daher setzte man alle Hoffnungen in die weiteren Schwangerschaften der Gemahlin. Die Zwillinge 1801 (Amalie und Elise) wurden noch mit einiger Freude hingenommen. Doch die Geburt 1805 – erneut weibliche Zwillinge – löste Bestürzung aus. König Max nahm es nicht zu tragisch; er schrieb seinem Schwager nach der Niederkunft: »Geben Sie immerhin zu, dass es rühmlich

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