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Torn 58 - Krieger des Kha'tex

Torn 58 - Krieger des Kha'tex

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Torn 58 - Krieger des Kha'tex

Länge:
268 Seiten
3 Stunden
Freigegeben:
Jul 1, 2013
ISBN:
9783955726584
Format:
Buch

Beschreibung

»Mein Name ist Torn. Ich habe das Ende der Menschheit gesehen und trachte danach, es zu verhindern. Dies ist meine Geschichte ...«
Wohin ist der Doppelgänger verschwunden? Torn hat kaum Zeit, über diese Frage nachzudenken, denn Mathrigo kennt jetzt den Aufenthalt der Wanderer, und die Krieger des Kha'tex setzen zum Sturm auf die noch Welt der Calahi an – während Torn sich entscheiden muss, wem seine Loyalität gilt …
Freigegeben:
Jul 1, 2013
ISBN:
9783955726584
Format:
Buch

Über den Autor


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Torn 58 - Krieger des Kha'tex - Michael J. Parrish

Band 58

Krieger des Kha'tex

von Michael J. Parrish & Christian Montillon

© Zaubermond Verlag 2013

© Torn – Wanderer der Zeit by Michael J. Parrish

Die Veröffentlichung dieses Werkes erfolgt auf Vermittlung der Autoren-

und Verlagsagentur Peter Molden, Köln.

Titelbild: Günther Nawrath

eBook-Erstellung: story2go | Die eBook-Manufaktur

http://www.zaubermond.de

Alle Rechte vorbehalten

Inhalt

Krieger des Kha'tex

Was bisher geschah

Prolog

1. Kapitel

2. Kapitel

3. Kapitel

4. Kapitel

5. Kapitel

6. Kapitel

7. Kapitel

8. Kapitel

9. Kapitel

10. Kapitel

11. Kapitel

Epilog

Vorschau

Glossar

Was bisher geschah

Mein Name ist Torn.

Ich war der letzte der Wanderer.

Dies ist meine Geschichte ...

Der Elitesoldat Isaac Torn nimmt an einem Zeitreiseexperiment teil und stößt damit unwissentlich das Tor zum Subdaemonium auf, wodurch das Heer der dämonischen Grah'tak entfesselt wird und über die Welten der Sterblichen herfällt. Von den Lu'cen, den mächtigen Richtern der Zeit, kann der Untergang in letzter Sekunde abgewendet werden.

Als Wiedergutmachung wird Torn in ihre Dienste gestellt: Als Nachfolger der legendären Wanderer reist er durch Raum und Zeit, um gegen die verbliebenen Grah'tak zu kämpfen. Ausgestattet mit einer Plasmarüstung, die ihre Gestalt wandeln kann und seinem Lux, dem Schwert des Lichts, ist es seine Mission, die Sterblichen zu beschützen – die Festung am Rande der Zeit wird dabei seine neue Heimat.

Doch Torn leidet unter der Einsamkeit, die ihm auferlegt wurde. Als er seiner Vergangenheit, die die Lu'cen aus seinem Gedächtnis löschten, näher kommt, bricht er das Gesetz der Wanderer.

Er schont das Leben von Mathrigo, dem Herrscher der Grah'tak, um die Sterbliche Callista zu retten. Daraufhin verbannen ihn die Lu'cen aus der Festung, und eine gefährliche Odyssee durch Raum und Zeit beginnt …

Zahlreiche Abenteuer führen schließlich zur Neugründung des Wandererordens – Torn führt seinen verzweifelten Kampf nicht mehr alleine. Nach und nach gesellen sich Mitstreiter auf die Festung am Rande der Zeit.

Die Mitstreiter im neuen Korps:

Callista: Torns Geliebte, sein Symellon, die vorübergehend eine Lu'cen war und wieder zur Sterblichen wurde.

Ceval: Nur für kurze Zeit war der »andere Wanderer«, der lange Zeit auf eigene Faust die Erde behütete, Mitglied im neuen Wandererkorps, denn er ließ sein Leben im Kampf gegen die Grah'tak.

Krellrim: der intelligente Menschenaffe ist der Letzte seines Volkes, das auf dem Planeten Mrook ein schreckliches Ende fand.

Tattoo: ein junger Mann, der mit geheimnisvollen Tätowierungen übersät ist, die angeblich seine Zukunft voraussagen.

Max Hartmann, Nara Yannick und Cassius Alienus: sie sind die neusten Mitglieder im Wandererkorps. Max stammt aus der Zeit des Ersten Weltkriegs und traf schon früher einmal auf Torn, wartete ungeduldig auf seine Rückkehr. Nara hingegen lebte im 23. Jahrhundert der Menschheitsgeschichte, ehe sie in das Geschehen um Mathrigo und Torn gezogen wurde. Cassius war Gladiator im Alten Rom.

Auch Nroth, Torns und Callistas Sohn, gesellte sich zum Wandererkorps. Er kehrte dem Bösen den Rücken zu, zu dem Mathrigo ihn erzog, nachdem er den Embryo mit brutaler Gewalt aus dem Mutterleib riss und das Kind im Cho'gra aufzog. Nroth verliebte sich in Nara, was den Ausschlag gab, die Seiten zu wechseln und sich von den Grah'tak abzuwenden.

Mathrigo, der Herrscher aller Cho'gra im Immansium, wird von Torn in einem dramatischen Duell besiegt … zumindest glaubte der Erste Wanderer dies. Dass er sich täuschte, muss er schmerzlich eingestehen, als er seinem Erzfeind schließlich wieder gegenübersteht.

Torn erfährt eine entsetzliche Geschichte und lüftet das Geheimnis seiner Herkunft. Torn ist ein Klon Mathrigos, den dieser schuf, um den perfekten Krieger zu kreieren – den Mesh'rul, der als sagenhafter Vernichter der Sterblichen gilt. Torn stand vor einer schweren Aufgabe: Er musste über Krellrim richten, da der den Pfad der Blutrache beschritt, indem er seine Waffenbrüder belog und täuschte. Mit radikalen Mitteln gelang es ihm, Carnia zu töten, ehe Torn und die anderen ihn auf die Festung am Rande der Zeit zurückholten – dort wartete er auf seine Verurteilung. Mathrigo hingegen überlebte Krellrims Attacke; allein, ohne Carnia, blieb er im Alten Rom zurück und begab sich auf den Weg ins Cho'gra, wo er sich General Nagor zum Schein unterwarf.

Die Grah'tak starteten inzwischen eine Invasion des Planeten Calah. Fast alle Wanderer reisten hin – und es gab Opfer. Alle halten Nara Yannick für tot. In Wirklichkeit konnte sie sich zusammen mit dem jungen Calahi-Krieger Gwarain in ein unterirdisches Felsenlabyrinth retten. Etwas später bricht Torn nach Calah auf. Unter seiner Führung formiert sich das Heer der Calahi noch einmal zur Schlacht gegen die Grah'tak – das Bündnis ist siegreich, und unter Torns Hand stirbt Sarim. Mathrigo unterdessen nutzt Sarims Tod, um die Legion des Grauens zu reaktivieren und reist dazu auf den Exilplaneten Keforia. Dort lässt er sich schließlich zum Alleinherrscher Grah'tak ausrufen und baut Keforia zu seinem neuen Machtzentrum aus. Damit einher geht die Zerstörung des Cho'gra im Immansium.

Nach dem Bruch Torns mit den Lu'cen muss sich das Wandererkorps einem drohenden Kollaps des Zeitenflusses widmen und reist dazu auf die Erde zur Zeit der Antike. Im alten Rom treffen sie schließlich auf ihren alten Feind Shizophror, der aber ins Cho'gra flüchten kann und in einem unbarmherzigen Duell General Nagor tötet. Die Zerstörung des Cho'gra auf Erden erschüttert das Omniversum wie seit Äonen nicht mehr, sodass selbst die Zeitenfeste zerbricht und die Mitglieder des Wandererkorps voneinander trennt.

Auch die Grah'tak bekommen die Veränderung zu spüren: Der Zusammenbruch des Cho'gra schleudert Shizophror ins Shanghai des Jahres 1880. Carnia, die in dessen Innern die Kontrolle über den Killerdämon übernommen hat, beginnt mit einem blutigen Feldzug.

Nach dem Zerfall der Festung am Rande der Zeit, geht ein Bruchstück davon auf dem fremden Planeten Ceyffar nieder, wo es von den Grah'tak bereits seit mehreren Jahrhunderten erwartet wurde. Die Wanderer können eine Eroberung ihres Stützpunkts abwehren, finden sich aber mit einer Reihe rätselhafter Fragen konfrontiert. Woher hatten die Dämonen ihr Wissen von der bevorstehenden Katastrophe? Und was hat es mit der »Ewigen Prophezeiung« auf sich, von der sich auch eine Abschrift in unmittelbarer Nähe der Lichtkrieger befinden soll? Schnell wird klar, dass der Schlüssel zur Lösung dieser Fragen in Tattoos Vergangenheit liegt …

Auf Calah unterdessen erwacht der alte Wanderer Carfeli aus einem Jahrtausende überdauernden Schlaf, und gemeinsam mit Nara Yannick, die sich zusehends in eine Mutation aus Mensch und Schlange verwandelt, stürzt er das Volk von Calah in einen blutigen Bürgerkrieg.

Auf dem zweiten Festungsbruchstück trifft North schließlich auf Krellrim und Sarjina. Doch die Wiedersehensfreude währt nur kurz – das Bruchstück droht von drei Sonnen zerstört und von mutierten Grah'tak überrannt zu werden. Es bleibt nur das Abschalten der Festung. Sarjina bleibt zurück, während Nroth und Krellrim nach Calah fliehen …

Während Torn und Tattoo der Bestie von Shanghai nachspüren, treffen sie auf einen mysteriösen Mann, dessen Name Carfeli lautet und der der Urheber von Tattoos Körperbemalung ist. Nach einem Kampf mit Shizophror gelangen Torn, Tattoo und Carfeli nach Calah – und treffen dort auf Carfelis Doppelgänger ...

Unterdessen entführt Mathrigo Max Hartmann ins Neue Cho'gra, doch Max gelingt die Flucht. Mathrigos Zorn darüber kann nur die Tatsache lindern, dass er nun den Aufenthaltsort des Wandererkorps kennt.

»Auden impoi,

sol sucan tranior marga,

quai custodan.«

»Wage das Unmögliche,

denn nur so wird es dir gelingen,

Grenzen zu überschreiten,

die dich bisher gefangen hielten.«

Handschriftliche Widmung

in einem Lehrbuch zur strategischen Ausbildung neurekrutierter Wanderer der Alten Allianz

Mein Name ist Torn.

Einst war ich der letzte der Wanderer, einsam und ausgestoßen, zerrissen zwischen den Dimensionen – aber das ist nun vorbei. Denn im Lauf meines Kampfes gegen die Dämonen, die die Welten der Sterblichen zu überrennen drohen, habe ich Verbündete gefunden, Freunde und Waffenbrüder, die mich im Kampf gegen die Grah'tak unterstützen. Seite an Seite fechten wir in einem Krieg, der durch die Zeiten und Welten tobt.

Das Korps der Wanderer wurde neu gegründet, und wie vor Äonen ist es seine Aufgabe, die Welten der Sterblichen vor den Mächten des Chaos zu beschützen. Der Kampf ist hart und entbehrungsreich und fordert immer neue Verluste. Aber wir geben nicht auf, denn wir sind Wanderer und haben den Eid des Lichts geleistet.

Dies ist unsere Geschichte …

Prolog

Ceyffar

Zentrale des Festungsbruchstücks

Der Hohlraum, in den wir vorstoßen, hat beinahe die Größe des Goom-Irrit, der unterirdischen Nestblase, die den NaaZ-Unum seit ewigen Zeiten als Heimat gedient hat. Die Heimat, die es nicht mehr gibt. Sie ist zerstört worden, als ein riesiger Feuerball am Himmel von Ceyffar erschienen und in das Gebirgsmassiv eingeschlagen ist, in dem sich die Wohnhöhle des Kollektivs befand. Nur dem Umstand, dass unsere physische Existenz auf einer gallertartigen und deshalb äußerst widerstandsfähigen Erscheinungsform basiert, haben wir es zu verdanken, dass unsere Spezies überhaupt dazu in der Lage war, eine solche Katastrophe zu überstehen. Trotzdem hat sich das Leben der NaaZ-Unum seither grundlegend verändert. Nichts ist mehr so, wie es einmal war. Niemals wieder wird es so sein, wie vor dem Absturz. Es ist etwas geschehen, das in der biologischen Determination unserer Art nicht vorgesehen war.

Das Kollektiv hat sich gespalten.

Nach der Zerstörung des Goom-Irrit, in dem auch unsere Vorräte gelagert waren, herrschte akuter Nahrungsmangel. Unsere Existenz erschien unmittelbar bedroht – bis zu dem Moment, als Kundschafter eine Quelle aufgetan hatten, um diese Not zu lindern. Die NaaZ-Unum ernähren sich von Aas. Die Überreste verstorbener Lebewesen sind für uns eine Köstlichkeit, aus der wir unsere Energie schöpfen.

Der brennende Koloss, der von Himmel gestürzt ist, ist bewohnt. Sein Niedergang hat Horden weiterer Kreaturen angelockt, die nun alles daran setzen, in das Refugium der Neuankömmlinge vorzudringen. Die heranstürmenden Angreifer, die während der daraus resultierenden Kämpfe fielen, waren einem rapiden Verfallsprozess unterworfen. Ihre Überreste vergingen zu einer schleimartigen Substanz, die schon allein von ihrer Konsistenz her eine unwiderstehliche Delikatesse für jedes einzelne Mitglied unserer Gemeinschaft darstellt.

Nähre dich voller Sorgfalt, denn deine so erlangte Stärke kommt dem gesamten Kollektiv zugute.

Die ausgehungerten NaaZ-Unum waren sofort zu den Felsmulden aufgebrochen, in denen sich das nahrhafte Sekret gesammelt hatte. Diejenigen von uns, die als Erste an dem Reservoir ankamen, begannen augenblicklich sich an dem Schleim zu laben. Doch es gelang ihnen nicht, das brennende Verlangen in ihrem Innern zu stillen. Im Gegenteil, mit jedem Molekül, das sie von der amorphen Masse in sich aufnahmen, wuchs ihre Gier nach mehr. Mit zügellosem Appetit und daraus resultierendem, unserer Spezies atypischem Egoismus, verschlangen sie den Schleim, bis nichts mehr davon übriggeblieben war.

Das war erst der Beginn einer Veränderung, die eklatanter war, als jeder Wandel, dem das Kollektiv der NaaZ-Unum je unterworfen war.

Alleine sind wir nichts – nur vereint sind wir stark.

Das Credo, auf dem unsere Gemeinschaft basierte, schien plötzlich außer Kraft gesetzt zu sein. Diejenigen unserer Artgenossen, die sich den Schleim einverleibt hatten, schienen einer merkwürdigen Verwandlung unterworfen zu sein. Um ihren Hunger zu stillen, schreckten sie nicht davor zurück, andere Mitglieder unserer Gemeinschaft zu liquidieren. Ein Akt, der das Kollektiv in seinen Grundfesten erschüttert hat.

Die Interessen des Einzelnen sind unter allen Umständen denjenigen des Gesamtschwarms unterzuordnen.

Dieses eherne Gesetz schien für einen Teil der NaaZ-Unum plötzlich keine Gültigkeit mehr zu haben. Nach dem Mord an Ihresgleichen haben sie sich zusammengerottet. Diese Zusammenkunft haben sie ebenfalls das Große Gremium genannt – obwohl diese Bezeichnung genauso falsch wie irreführend ist. Denn bei dieser Versammlung haben sie nur Schwarmmitglieder geduldet, die ebenfalls von dem Schleim in den Felskuhlen gekostet hatten. Jeder Artgenosse, der diese Voraussetzung nicht erfüllte, wurde sofort erkannt und vernichtet. Schnell hat sich unter den verbliebenen NaaZ-Unum, die an dem Mahl nicht teilgenommen hatten, die Information verbreitet, dass jeder physische Kontakt mit den Sekret-Renegaten – so werden die Abtrünnigen der reinen Lehre inzwischen genannt – möglichst zu vermeiden sei. Nur so kann ein Fortbestand unserer Art gesichert werden.

Für die Abtrünnigen ist das Kollektiv nicht mehr das ultimative Ziel ihres Strebens. Sie haben eine höhere Macht gefunden, der sie folgen und dienen. Um ihr nahe zu sein, haben sie sogar unseren Heimatplaneten verlassen. Getrieben von abgrundtiefem Hass sind sie aufgebrochen, um einem neuen Führer zu folgen. Sie haben uns auf Ceyffar zurückgelassen. Dezimiert. Geschwächt. Hungrig. Die mentalen Impulse, die wir noch immer von den Sekret-Renegaten empfangen, sind dunkel und beunruhigend. Die Hoffnung, dass sie ihren Irrtum erkennen, zu uns zurückkehren, um wieder zu einem großen Ganzen zu verschmelzen, wird mit jeder Stunde geringer. Wir sind auf uns alleine gestellt. In der Zahl vermindert, wird der Kampf gegen potentielle Bedrohung zur existenziellen Notwendigkeit. Neutralität wäre der falsche Weg. Mächte, denen es gelungen ist, die Gemeinschaft der NaaZ-Unum zu spalten, müssen daran gehindert werden, einen solchen Frevel zu wiederholen. Um jeden Preis.

Kampf ist die Pflicht jedes Einzelnen, denn das Kollektiv muss leben – jedes Zögern bedeutet Untergang.

1.

Laderaum an Bord der Blutgaleere

Der Gefangenencontainer, in den Max Hartmann gesprungen war, war kaum verladen, als sich die gewaltige Luke wie ein riesiges Maul schloss. Für einen Moment herrschte völlige Dunkelheit. So ihres Sehvermögens beraubt, begannen die restlichen Sinne der Eingesperrten auf Hochtouren zu arbeiten. Zunächst war es nur ein bestialischer Gestank gewesen, der ihnen aus dem Inneren des Raumschiffs entgegengeschlagen war. Doch nun waren in der pestilenzartigen Atmosphäre einzelne Gerüche zu unterscheiden. Der allgegenwärtige metallische Duft von Blut vermischte sich mit dem von aus Körpern gerissenen Eingeweiden, frischen Exkrementen und gärender Verwesung. Max konnte hören, wie sich rings um ihn Ceyffarianer erbrachen. Ein saurer Dunst vermengte sich mit dem restlichen Gestank zu einem unheilvollen Miasma.

Ein niederfrequentes Brummen setzte ein. Gleichzeitig mit dem Dröhnen, das nicht nur den Untergrund, sondern auch die schwere, stickige Luft zum Vibrieren brachte, glomm eine trübe Beleuchtung auf. Immer mehr Einzelheiten schälten sich aus dem Dunkel. Einzelheiten, die so schrecklich waren, dass bei nicht wenigen Gefangenen der Wunsch entstand, ein schwarzer Schleier möge sich erneut herabsenken, um das Grauen vor weiteren Blicken zu verbergen.

Der Käfig, in dem Max sich befand, war nur einer von einem knappen Dutzend baugleicher transportabler Kerkerkonstruktionen. Jede einzelne davon war so vollgepfercht mit Ceyffarianern, dass denen nicht die geringste Bewegungsfreiheit blieb. Arme und Beine ragten zwischen den tiefschwarzen Gitterstäben hervor. Manche ruderten hilfesuchend durch die Luft, andere zuckten unter Krämpfen oder hingen bereits leblos herab. In der qualvollen Enge, die in den Containern herrschte, blieben Verletzungen nicht aus, die sich die Gefangenen gegenseitig zufügten.

Ohne etwas dagegen unternehmen zu können, musste der Lichtkrieger mit ansehen, wie in einem Nachbarkäfig ein Trinade, offenbar aus Mangel an Atemluft, das Bewusstsein verlor. Die Gesichter des Spenders waren zu angsterfüllten Fratzen verzerrt, als ihm plötzlich die Augen zufielen. Gestützt von seinen Schicksalsgenossen gelang es ihm noch, sich einige Sekunden auf den Beinen zu halten. Doch dann begann sein Kopf unaufhaltsam immer tiefer in einem Meer dichtgedrängter Leiber zu versinken. Durch seine Ohnmacht zu keiner Gegenwehr mehr fähig, geriet er unter die Sohlen seiner Mitgefangenen. Um nicht selbst aus einer aufrechten Position in eine lebensgefährliche Schieflage zu geraten, blieb denen nichts anderes übrig, als auf das Hindernis am Boden zu steigen. Dem auf ihm lastenden Gewicht hielt der Körper des Spenders nicht lange stand. Leib und Schädel wurden unter dem Druck der trampelnden Füße regelrecht zermalmt.

Ein solches Ereignis schien von den Erbauern des transportablen Gefängnisses, wenn nicht beabsichtigt, dann doch zumindest vorhergesehen worden zu sein. Blut und andere Körperflüssigkeiten des bedauernswerten Opfers sickerten aus Öffnungen im Boden des Containers hervor und ergossen sich in ein Rinnensystem, das sich kreuz und quer durch den Frachtraum erstreckte und in trichterförmigen Abflüssen am Fuß der Wände endete. Die dicke Kruste aus geronnenem Blut und eingetrockneten Sekreten, die die schmalen Gräben überzog, war ein deutlicher Beweis, dass schon unzählige andere Sterbliche an diesem schrecklichen Ort ihr Leben gelassen hatten.

Max spürte, wie seine Hand an den Griff des Brak'tar-Schwerts wanderte, das er unter seiner schmutzigen Kleidung verborgen hielt. Er hatte seiner Plasmarüstung, die sich allmählich immer weiter zu regenerieren begann, den Befehl erteilt, die Gestalt eines dreckigen, verletzten Mannes anzunehmen. So war es ihm gelungen, aus dem Cho'gra'for zu entkommen, dem neuen Machtzentrum, das Mathrigo auf Keforia im Begriff zu errichten war und wohin er den stark geschwächten Kämpfer des Wandererkorps verschleppt hatte.

Rein äußerlich unterschied sich der ehemalige Weltkriegssoldat nun kaum vom Rest seiner bemitleidenswerten Mitgefangenen, doch in seinem Inneren begann sich sein wiedererstarkter Kampfeswille eines Lichtkriegers immer stärker zu rühren. Am liebsten hätte er seine erbeutete Dämonenwaffe sofort hervorgerissen, sich aus dem Containerkäfig katapultiert und den ersten Grah'tak, der ihm über den Weg gelaufen wäre, für all das büßen lassen, was er und die restliche Höllenbrut ihren unschuldigen Opfern angetan hatten. Natürlich war ihm klar, dass er diesem Impuls keinesfalls nachgeben durfte, denn das hätte seine sofortige Enttarnung zur Folge gehabt. Und seine einzige – hauchdünne – Chance, gegen die dämonische Übermacht etwas ausrichten zu können, lag in verdecktem Agieren und sich durch wohlüberlegte Sabotage wenigstens kleine Vorteile zu verschaffen. Nun galt es zumindest so lange durchzuhalten, bis das Raumschiff sein Ziel erreicht hatte – wo immer das auch sein mochte. Vielleicht bestand dort die Möglichkeit, auf Verbündete zu treffen, die ihm beim Kampf gegen Mathrigos dämonische Horden beistanden.

»Was geschieht nur mit uns?«, riss ihn eine weibliche Stimme aus seinen Gedanken. »Wo bringen uns diese scheußlichen Kreaturen hin?«

Als Max sich danach umsah, blickte er in das Antlitz einer jungen Frau. Obwohl ihr das ehemals blonde Haar in verfilzten Strähnen ins von unmenschlichen Strapazen gezeichnete Gesicht hing, war noch immer zu erkennen, dass es sich bei ihr um eine ausgesprochene Schönheit gehandelt haben musste – bevor sie ihren gnadenlosen Häschern in die Hände gefallen war. »Das kann ich dir leider auch nicht sagen«, gab der Wanderer wahrheitsgemäß zu.

»Ich verstehe das alles nicht.« Sein hübsches Gegenüber schüttelte verzweifelt den Kopf. »In

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