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Erfinde Dich Neu: Verändere deine Verhaltensmuster und werde glücklicher, produktiver und besser als je zuvor

Erfinde Dich Neu: Verändere deine Verhaltensmuster und werde glücklicher, produktiver und besser als je zuvor

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Erfinde Dich Neu: Verändere deine Verhaltensmuster und werde glücklicher, produktiver und besser als je zuvor

Länge:
450 Seiten
5 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
Nov 14, 2015
ISBN:
9783945794869
Format:
Buch

Beschreibung

Wenn Gewohnheiten der Schlüssel zu Veränderungen sind, wie schafft man es dann, seine Angewohnheiten zu verändern?

Die New York Times Bestsellerautorin von The Happiness Project Gretchen Rubin greift in ihrem aktuellen Buch - in den USA ebenfalls bereits ein New York Times Bestseller - die Frage auf: Wie schafft man es, sich und seine Alltagsgewohnheiten zu verändern? Ihre Antwort: durch neue Angewohnheiten, denn Gewohnheiten sind das unsichtbare Gerüst unseres Alltags. Es bedarf einiges an Einsatz, um eine neue Gewohnheit zu entwickeln, aber hat man sie einmal etabliert, kann man die dadurch gewonnene Energie nutzen, um sich ein glücklicheres, gestärktes und produktiveres Leben aufzubauen. Daher stellt sich die Frage: Wie kann man seine Gewohnheiten nachhaltig verändern? Die Antwort erhält man in diesem Buch. Erfinde Dich Neu bietet dem Leser eine konkrete Anleitung, die eigenen Gewohnheiten zu durchschauen, um sie dadurch dauerhaft verändern zu können. Durch Rubins mitreißende Art zu Schreiben, ihren Humor, und ihre intensiven Nachforschungen, gepaart mit anschaulichen Fallbeispielen von tiefgreifenden Lebensveränderungen, schafft sie es, dem Leser die nicht immer auf Anhieb ersichtlichen Grundprinzipien der Entstehung von Gewohnheiten nahezubringen. Wer aufhören möchte, ständig auf sein Handy zu schauen, wer sein Gewicht halten oder das Durchhaltevermögen aufbringen will, ein wichtiges Projekt zu Ende zu führen, der findet in diesem Buch die richtige Antwort.
Herausgeber:
Freigegeben:
Nov 14, 2015
ISBN:
9783945794869
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

Erfinde Dich Neu - Gretchen Rubin

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SELBSTERKENNTNIS

Für die positive Gestaltung unserer Verhaltensmuster müssen wir uns selbst kennen. Dabei können wir Strategien für die Entwicklung positiver Gewohnheiten leider nicht einfach von anderen übernehmen. Was für den einen optimal ist, mag für andere noch lange nicht funktionieren, weil wir Menschen uns deutlich voneinander unterscheiden. In diesem Abschnitt stelle ich zwei Strategien vor, mit denen wir zentrale Aspekte unseres Umgangs mit Gewohnheiten ermitteln können: die vier Grundverhaltensmuster und die Unterscheidungsmerkmale. Diese aufgrund von Beobachtungen gewonnen Strategien verlangen erst einmal keine Änderung unseres Handelns. Wir können damit zunächst einmal lernen, uns selbst genau zu erkennen.

FOLGENSCHWERE ANLAGEN,

DIE WIR IN DIE WELT MITBRINGEN


Die vier Grundverhaltensmuster

Erst wenn wir jemandem aus einer ganz anderen Kultur begegnen, beginnen wir zu verstehen, welche Glaubenssätze wir wirklich haben.

GEORGE ORWELL, Der Weg nach Wigan Pier

Ich wusste genau, wo ich bei meinen vertieften Studien über Gewohnheiten ansetzten würde.

Seit Jahren mache ich mir Aufzeichnungen über die „Geheimnisse des Erwachsenseins. Dabei handelt es sich um Lektionen, die ich irgendwann im Leben durch Erfahrungen begriffen hatte. Manches davon ist durchaus ernst gemeint, wie etwa „Was jemand anderem Spaß macht, muss mir noch lange keinen machen. Andere waren eher albern: „Mir schmeckt Essen besser, wenn ich es mit den Händen esse. Zu meinen wichtigsten „Geheimnissen des Erwachsenseins gehört: „Ich bin anderen Menschen viel ähnlicher und gleichzeitig weniger ähnlich als ich vermute." Auch wenn ich mich von anderen Menschen nicht so sehr unterscheide, sind diese Unterschiede doch sehr wichtig.

Genau aus diesem Grund funktionieren die gleichen Verhaltensstrategien nicht bei jedem Menschen gleich. Wenn wir uns selbst kennen, können wir auch besser mit uns selbst umgehen. Wenn wir versuchen, mit anderen daran zu arbeiten, können wir auch sie besser verstehen.

Ich begann also mit der eigenen Selbsterkenntnis: Wie beeinflusst meine ganz persönliche Veranlagung meine Verhaltensmuster? Die Antwort darauf ist jedoch nicht ganz so einfach. Der Schriftsteller John Updike bemerkte dazu: „Überraschenderweise verfügen wir nur über ganz wenige Schlüssel zur Selbsterkenntnis."

Bei meinen Forschungen hatte ich bisher nach stimmigen Erklärungen für die Unterschieden gesucht, mit denen Menschen auf Verhaltensmuster ansprechen. Zu meiner Überraschung gab es solche Erklärungen aber nicht. War ich wirklich der einzige Mensch, der sich fragte, warum manche Menschen Gewohnheiten mehr oder weniger bereitwillig annahmen als andere? Oder warum sich manche vor Gewohnheiten sogar fürchten? Oder warum Menschen gewisse Gewohnheiten in bestimmten Situationen aufrechterhalten können, in anderen aber nicht?

Ich konnte kein Muster entdecken, bis es eines Nachmittags plötzlich Klick machte! Die Antwort stand allerdings nicht in meinen Büchern, sondern entstand durch das Grübeln über das, was meine Freundin mich gefragt hatte. Wieder und wieder ging mir ihre simple Beobachtung durch den Kopf: Sie hatte nicht ein einziges Training der Schulmannschaft verpasst, kann sich aber heute nicht mehr zum Joggen aufraffen. Warum?

Als mir die Erleuchtung kam, war ich vermutlich so aufgeregt wie Archimedes, als er in den Waschzuber stieg und das Prinzip der Wasserverdrängung entdeckte. Ich konnte die Antwort plötzlich greifen. Die erste und wichtigste Frage zum Thema Gewohnheiten lautet: „Wie reagiert ein Mensch auf Erwartungen?" Wenn wir ein neues Verhaltensmuster annehmen möchten, stellen wir gewisse Erwartungen an uns selbst. Aus diesem Grund sollten wir unbedingt erkennen, wie wir selbst auf Erwartungen reagieren.

Dabei müssen wir zwischen zwei Erwartungen unterscheiden: äußere Erwartungen (Termine bei der Arbeit einhalten, Verkehrsregeln beachten) und innere Erwartungen (nicht einnicken, Silvestervorsatz einhalten). Nach meiner Beobachtung gehört nahezu jeder Mensch zu einer von vier unterschiedlichen Gruppen:

Die Macher erfüllen bereitwillig äußere und innere Erwartungen

Die Hinterfrager stellen sämtliche Erwartungen in Frage und erfüllen sie nur dann, wenn sie sie für gerechtfertigt halten

Die Mitmacher erfüllen bereitwillig äußere Erwartungen, kämpfen aber mit inneren Erwartungen (so wie meine Freundin mit ihrer Sportmannschaft)

Die Rebellen verweigern sich äußeren wie inneren Erwartungen

Natürlich grübelte ich über einen Namen für dieses Denkmodell nach. Dabei schoss mir eine meiner Lieblingspassagen aus Sigmund Freuds Schrift „Das Motiv der Kästchenwahl durch den Kopf. Freud erklärt darin die Namen der Schicksalsgöttinnen. Der eine bedeutet in Freuds Augen das „Zufällige […] innerhalb der Gesetzmäßigkeit des Schicksals, der zweite „das Unabwendbare und der dritte steht für „folgenschwere […] Anlagen eines jeden. Diese folgenschweren Anlagen bringt jeder von uns in die Welt mit.

Ich nannte mein Denkmodell die „Vier Grundverhaltensmuster. („Vier folgenschwere Anlagen wäre als Titel zwar präziser gewesen, schien mir aber doch ein wenig zu melodramatisch.)

Als ich die Theorie der „Vier Grundverhaltensmuster entwickelte, fühlte ich mich fast so, als würde ich das Periodensystem der Elemente entdecken – der Charakterelemente. Dabei hatte ich gar kein System aufgestellt – ich hatte ein Naturgesetz enthüllt. Oder so etwas wie Harry Potters „Sprechenden Hut für Verhaltensmuster erschaffen.

Unsere Grundverhaltensmuster färben unsere Sicht auf die Welt und haben deshalb enorme Auswirkungen auf unsere Gewohnheiten. Natürlich sind sie nur Veranlagungen, aber ich fand etwas für mich völlig Überraschendes heraus: Die meisten Menschen gehören zu genau einer dieser Gruppen. Als ich bei anderen testweise das jeweilige Grundverhaltensmuster bestimmt hatte, fiel ich fast vom Stuhl. Denn diejenigen, die zu einer Gruppe gehörten, argumentierten unisono stets in die gleiche Richtung. Hinterfrager beispielsweise geben häufig an, wie sehr sie Schlange stehen hassen.

MACHER

Macher reagieren bereitwillig auf äußere und innere Erwartungen. Sie wachen morgens auf und denken: „Was steht heute auf dem Programm und auf meiner To-do-Liste?" Sie wollen genau wissen, was von ihnen erwartet wird, und das wollen sie auch erfüllen. Sie vermeiden Fehler und sie wollen niemanden enttäuschen – sich selbst eingeschlossen.

Andere Menschen können sich getrost auf Macher verlassen, so wie sich Macher auf sich selbst verlassen können. Sie handeln selbstgesteuert und haben so gut wie keine Probleme beim Erfüllen von Verpflichtungen, beim Einhalten von Beschlüssen oder von Terminen (meist haben sie ihre Arbeit schon vorher erledigt). Sie wollen die Spielregeln erfassen und suchen noch nach der Bedeutung dahinter – wie beispielsweise bei Kunst oder Ethik.

Einer meiner Freunde war mit einer solchen „Macherin verheiratet. Er erzählte mir: „Wenn etwas im Terminkalender steht, zieht meine Frau das garantiert durch. Als wir im Urlaub in Thailand waren, planten wir ein paar Tempelbesichtigungen ein und marschierten los, obwohl meine Frau sich unterwegs erbrechen musste, weil sie sich die ganze Nacht vorher mit einer Lebensmittelvergiftung gequält hatte.

Macher fühlen sich ihren eigenen Erwartungen gegenüber außerordentlich verpflichtet. Deshalb verfügen sie über einen stark ausgeprägten Selbstschutzmechanismus. Damit schützen sie sich bisweilen selbst vor ihrer Neigung, sämtliche Erwartung anderer zu erfüllen. „Ich brauche viel Zeit für mich selbst, erklärte mir ein Macher-Freund, „ich treibe Sport, brüte neue Ideen für meinen Job aus und höre gern Musik. Wenn jemand was von mir will, das mich in diesem Moment stört, kann ich ohne Wimpernzucken „nein sagen."

Trotzdem geraten auch Macher mitunter in Situationen, in denen die Erwartungen nicht klar genug formuliert oder die Regeln dafür noch nicht aufgestellt sind. Dann können sie sich zur Erfüllung von Erwartungen genötigt fühlen, selbst wenn diese unsinnig erscheinen. Sie fühlen sich unbehaglich, wenn sie wissentlich Regeln brechen – selbst unnötige Regeln. Es sei denn, sie finden eine schlagkräftige Rechtfertigung dafür.

Das ist übrigens auch mein Grundverhaltensmuster. Ich bin eine Macherin.

Die Macherin in mir bremst mich allerdings manchmal aus, da ich bisweilen nur die Einhaltung der Regeln im Kopf habe. Es ist jetzt einige Jahre her, als ich in einem Cafe meinen Laptop hervorholte und die Bedienung mich anfuhr: „Laptops sind hier verboten." Seitdem frage ich mich jedes Mal, wenn ich ein Cafe betrete, ob ich dort wohl meinen Laptop benutzen darf.

Es gibt da auch noch eine andere, ziemlich unbarmherzige Eigenschaft von Machern. Jamie ist sicher oft genervt – ich übrigens auch – wenn jeden Morgen um 6 Uhr der Wecker Alarm schlägt. Eine Freundin von mir ist auch so eine Macherin. Sie schwänzt im Jahr nur schlappe sechs Mal das Fitness-Studio.

„Wie geht deine Familie damit eigentlich um?", fragte ich.

„Klar, mein Mann hat anfangs darüber immer gemeckert. Inzwischen hat er sich daran gewöhnt."

Ich gestehe: Ich bin eine leidenschaftliche Macherin. Aber ich sehe durchaus auch die dunkle Seite: Die ewige Jagd nach Goldmedaillen, die irrsinnigen Verrenkungen, das manchmal schon stumpfsinnige Befolgen von Regeln.

Als mir klar wurde, dass ich eine Macherin bin, verstand ich auch, warum mich das Thema Verhaltensmuster so fesselte. Gerade für uns Macher ist es relativ einfach, Gewohnheiten zu pflegen. Sie fallen uns zwar auch nicht leicht, aber leichter als anderen. Wir begrüßen sie, weil wir sie als befriedigend empfinden. Dass selbst wir gewohnheitsliebenden Macher uns mit dem Pflegen positiver Gewohnheiten abmühen müssen, weist darauf hin, was für eine irre Herausforderung das Gestalten von Gewohnheiten ist.

HINTERFRAGER

Hinterfrager stellen sämtliche Erwartungen infrage und erfüllen nur diejenigen, die sie für sinnvoll halten. Sie werden von Vernunft, Logik und Fairness angetrieben. Hinterfrager wachen morgens auf und denken: „Was muss ich heute erledigen – und warum?" Sie entscheiden für sich allein, ob eine bestimmte Vorgehensweise klug ist. Wenn es daran auch nur den leisesten Zweifel gibt, lassen sie es bleiben. Vor allen Dingen münzen sie sämtliche Erwartungen in eigene Erwartungen um. Ein solcher Hinterfrager schrieb in meinem Blog: „Ich pfeife auf willkürlich aufgestellte Regeln (Ich gehe über die Straße, wenn kein Auto kommt. Und nachts stoppe ich nicht an roten Ampeln, wenn ohnehin niemand auf der Straße ist). Doch Regeln, die auf moralischen oder ethischen Grundsätzen beruhen, sind für mich extrem verpflichtend."

Eine Freundin fragte mich mal: „Warum schlucke ich meine Vitamine eigentlich nicht? Mein Arzt hat sie mir verschrieben, aber ich nehme sie praktisch nie."

Meine Freundin ist Hinterfragerin, daher fragte ich sie: „Glaubst du überhaupt, dass du sie brauchst?"

„Nein, antwortete sie nach einer kurzen Pause, „eigentlich glaube ich das nicht.

„Ich wette, du würdest sie schlucken, wenn du von ihnen überzeugt wärest."

Hinterfrager verweigern sich Regeln, die um ihrer selbst willen aufgestellt werden. Eine Leserin postete auf meinem Blog: „Der Schuldirektor meines Sohnes will allen Ernstes kein Kind sehen, bei dem das T-Shirt über der Hose schlabbert. Natürlich habe ich ihn gefragt, was diese willkürliche Vorschrift soll. Er blieb hart und meinte: Die Schule habe nun mal jede Menge Regeln, damit die Kinder lernen, Regeln überhaupt zu respektieren. Was für ein idiotischer Grund von jemandem, zumal Kindern, die Befolgung einer Regel einzufordern. Solche Regeln sollten wir abschaffen, dann sähe die Welt besser aus."

Hinterfrager lieben gut begründete Entscheidungen, die sie mit sich allein ausmachen. Sie haben einen starken intellektuellen Antrieb und scheuen sich nicht vor intensiver Recherchearbeit. Sobald sie einmal beschlossen haben: Ja, diese oder jene Erwartung ist gut begründet, dann erfüllen sie sie. Sind sie nicht überzeugt, dann lassen sie es. Ein anderer Hinterfrager sagte zu mir: „Meine Frau ist sauer auf mich. Sie will uns beide zum Kontrollieren unserer Ausgaben bringen. Dabei haben wir überhaupt keine Schulden, wir leben gut mit dem, was wir haben. Daher lohnt sich in meinen Augen dieser Zusatzaufwand überhaupt nicht. Ich mache es einfach nicht."

Hinterfrager verweigern sich allem, was willkürlich oder sinnlos erscheint. Sie sagen beispielsweise oft: „Ich halte mich an Vorsätze, wenn sie mir wichtig sind. Aber gute Vorsätze schmieden, nur weil Silvester ist, das mache ich nicht. Neujahr ist für mich ein Tag wie jeder andere."

Manchmal kann bei Hinterfragern der Hunger nach Informationen und Rechtfertigungen stark Überhand nehmen. „Meine Mutter treibt mich förmlich in den Wahnsinn, schrieb mir ein Leser. „Für jeden Mist soll ich wie sie erst tonnenweise Informationen sammeln. Sie stellt ständig Fragen, die ich mir noch nicht gestellt habe und mir auch niemals stellen würde. Die Antworten auf all diese Fragen brauche ich überhaupt nicht. Manchmal wünschen sich Hinterfrager selbst, sie könnten Erwartungen einfach ohne gnadenlose Analyse annehmen. Ein Hinterfrager gestand mir einmal zerknirscht: „Ich leide regelrecht unter meinem lähmenden Analysewahn. Mir fehlt immer noch das nächste Fitzelchen an zusätzlichen Informationen."

Hinterfrager lassen sich von stichhaltigen Gründen motivieren – oder zumindest von dem, was sie dafür halten. Manchmal kommen uns Hinterfrager ein bisschen abgedreht vor, denn sie halten ihre eigenen Schlüsse mitunter für stichhaltiger als Expertenmeinungen. Sie ignorieren Fragen wie „Warum meinst du, du hast von Krebserkrankungen mehr Ahnung als dein Arzt?, oder sie zucken nur mit der Schulter, wenn der Chef sagt: „Wieso können Sie nicht wie jeder andere auch Ihren Bericht in der üblichen Form verschicken? Was sollen diese Extrawürste?

Hinterfrager gibt es in zwei Varianten: Die einen tendieren eher zu den Machern, die anderen sind unterschwellige Rebellen (ein bisschen wie: „Die Jungfrau mit Skorpion-Aszendent"). Auch mein Mann Jamie hinterfragt alles und jedes. Allerdings kann er mit ein bisschen Überzeugungsarbeit schnell in die Rolle des Machers schlüpfen. Ich bezweifle, ob ich als Macherin überhaupt mit jemandem glücklich verheiratet sein könnte, der nicht selbst zu den Machern gehört, bzw. zur Mischform Macher/Hinterfrager. Ein ziemlich ernüchternder Gedanke.

Sobald Hinterfrager von einer speziellen Gewohnheit überzeugt sind, werden sie an ihr festhalten – allerdings nur, wenn auch tatsächlich ein Nutzen dabei rausspringt.

MITMACHER

Mitmacher erfüllten Erwartungen von außen, kämpfen aber mit ihren eigenen. Sie werden von äußeren Pflichten angetrieben und fragen sich nach dem Aufwachen als erstes: „Was muss ich heute erledigen?" Mitmacher wachsen mit den Aufgaben, die ihnen von anderen gestellt werden und sind extrem pflichtbewusst. Sie unternehmen jede Anstrengung für die Erfüllung ihrer Aufgaben und sind fabelhafte Kollegen, Familienmitglieder und Freunde. Ich spreche aus Erfahrung, denn meine Mutter und meine Schwester gehören zu den Mitmachern.

Nur mit der Selbstmotivation hapert es bei Mitmachern, da sie inneren Widerstand gegen die eigenen Erwartungen empfinden. Das Schreiben einer Doktorarbeit, nützliches Networking, oder die Inspektion des eigenen Autos stellen große Hürden dar. Mitmacher brauchen den Antrieb durch Konsequenzen und Verantwortlichkeiten, wie etwa Fristen, Mahngebühren, oder die Angst, andere zu enttäuschen. Einer dieser Mitmacher schrieb in meinem Blog: „Meinen Terminen fühle ich mich nicht verpflichtet, nur den Menschen, die mit diesen Terminen in Verbindung stehen. Wenn ich mir selbst notiere: „Joggen gehen, lasse ich das eher sausen. Ein anderer fasste es so zusammen: „Die eigenen Vorsätze kann man leicht brechen. Versprechen, die man anderen gegeben hat, niemals. Mitmacher brauchen äußere Verpflichtungen, selbst für Dinge, die sie selbst gerne machen wollen. Einer gestand mir: „Ich finde nie die Zeit zum Lesen. Deshalb mach ich jetzt in einer Lesegruppe mit, bei der die Mitglieder das Lesen von Büchern voneinander erwarten.

Das Verhalten, welches Mitmacher bisweilen als Selbstaufopferung empfinden: „Warum kümmere ich mich eigentlich ständig um andere und hab für mich selbst gar keine Zeit?", kann man auch treffender als Bedürfnis nach Pflichterfüllung bezeichnen.

Mitmacher finden oft geniale Tricks, mit denen sie sich neue Pflichten auferlegen. Einer der Betroffenen hatte folgende Idee: „Ich wollte mir immer mal ein Basketballspiel ansehen, habe es aber nie geschafft. Also kaufte ich zusammen mit meinen Bruder Jahreskarten. Jetzt schaffe ich es endlich ins Stadion, aber nur, weil mein Bruder sonst furchtbar enttäuscht wäre. Ein anderer erzählte: „Wenn ich meine Schränke am Wochenende ausmisten will, rufe ich vorher die Wohlfahrt an. Die kommt dann am Montag und holt meine Spenden ab. Ein weiterer Kandidat erzählte zerknirscht: „Ich liebe Fotografieren, also habe ich mich bei einem Kurs angemeldet, weil ich klare Zielsetzungen und Termine brauche. Nach ein paar Kursen dachte ich: ‚Das macht mir so viel Spaß, da brauch ich keinen Kurs mehr‘. Möchten Sie mal raten, wie viele Fotos ich seitdem gemacht habe? Eins." Er meldet sich jetzt wieder für einen Kurs an.

Mitmacher wollen oft ein Vorbild sein. Das spornt sie zu positiven Gewohnheiten geradezu an. Einer meiner Mitmacher-Freunde isst Gemüse nur dann, wenn seine Kinder gerade zusehen. Ein anderer erzählte mir: „Mir war klar, ich kann mich zum Klavierspielen von allein nie aufraffen. Drum habe ich gewartet, bis meine Kinder alt genug für Klavierstunden waren – jetzt nehmen wir alle Unterricht und ich muss einfach üben, denn wenn ich es nicht tue, machen sie es auch nicht. Mitmacher können sogar Dinge für andere machen, die sie für sich selbst niemals tun würden. Einige erzählten mir praktisch wortwörtlich dasselbe: „Ohne meine Kinder wäre ich immer noch in meiner unglücklichen Ehe gefangen. Ich habe mich der Kinder zuliebe scheiden lassen.

Der ständige Druck, Erwartungen anderer erfüllen zu müssen, macht Mitmacher anfällig für das Burn-out-Syndrom, da sie schwer „Nein sagen können. Ein Betroffener erklärte mir: „Ich lasse alles stehen und liegen, wenn ich etwas von einem Kollegen gegenlesen soll. Aber für meine eigenen Unterlagen bleibt dann kaum mehr Zeit.

Das Herausbilden von Gewohnheiten fällt Mitmachern schwer, denn Gewohnheiten dienen ja oft unserem eigenen Nutzen. Doch Mitmacher erledigen lieber Dinge für andere, als für sich selbst. Ihr Motivationsschlüssel sind äußere Verpflichtungen.

REBELLEN

Rebellen verweigern sich sämtlichen Erwartungshaltungen, sowohl inneren als auch äußeren. Sie wählen ihre Ziele spontan und brauchen völlige Freiheit. Rebellen wachen morgens auf und fragen sich als erstes: „Was möchte ich heute tun?" Sie verweigern sich nahezu jeder Kontrolle, selbst der Selbstkontrolle. Sie pfeifen auf Regeln und Erwartungen.

Rebellen arbeiten für ihre eigenen Ziele, auf ihre ganz eigene Art und Weise. Während sie nicht erfüllen wollen, was andere von ihnen erwarten, erfüllen sie ihre ganz persönlichen Ziele. Ein Rebell berichtete mir: „Meine Diplomarbeit war zehn Seiten kürzer als üblich. Ich konnte das Institut aber davon überzeugen, einen eher unkonventionellen Zweitprüfer zu bestimmen. Das hat tatsächlich funktioniert – aber nach meinen Spielregeln."

Rebellen legen höchsten Wert auf Authentizität und Selbstbestimmung und bringen einen gewissen Freigeist mit. Ein Rebell kommentierte das so: „Lieber erledige ich das, was ich erledigen will, als das, was mir jemand aufträgt. Probleme bekomme ich erst, wenn ich etwas regelmäßig tun möchte (beispielsweise wöchentliche Qualitätskontrollen durchführen). Das krieg ich einfach nicht hin. Mitunter kann der Widerstand des Rebellen gegen Autoritäten von enormem Wert für die Gesellschaft sein. Ein Hinterfrager-Vertreter drückte das so aus: „Das beste Kapital eines Rebellen ist sein Mut zum Widerspruch. Wir sollten ihm das weder aberziehen, noch durch die Firmenkultur austreiben oder ihn deswegen beschämen. Denn durch diese Fähigkeit schützt er uns alle.

Rebellen frustrieren andere jedoch häufig, denn sie lassen sich zu nichts bitten oder auffordern. Sätze wie diese lassen Rebellen kalt: „Die Leute zählen auf Dich!, „Du hattest es doch versprochen!, „Deine Eltern werden sauer sein!, „Das verstößt gegen die Regeln!, „Das ist der letzte Abgabetermin!, „Das ist unhöflich! Tatsächlich ist es eher so: Bittet man einen Rebellen um etwas, tut er häufig genau das Gegenteil. Einer dieser Rebellen schrieb: „Wenn man mich um etwas bittet oder etwas von mir erwartet, schreit in mir alles „Stopp und ich muss dagegen richtig ankämpfen. Wenn ich den Geschirrspüler ausräumen soll, dann sagt mir mein Gehirn: „Das wollte ich ja eigentlich gerade machen. Aber jetzt, wo du mich danach fragst, mag ich nicht mehr. Also: Nein.

Wer einen Rebellen in seinem Umfeld hat, muss aufpassen, nicht ungewollt dessen Oppositionsgeist zu entflammen. Dies gilt insbesondere für Eltern rebellischer Kinder. Eine Mutter erklärte mir: „Ich gehe Streit mit meinem kleinen Rebellen am besten aus dem Weg, indem ich ihm Entscheidungsmöglichkeiten aufzeige. Ich präsentiere das Ganze als Frage, damit er seine eigene Entscheidung treffen und danach handeln kann, ohne groß darüber zu reden. Ich lasse ihn seine Entscheidungen also besser ohne Publikum treffen. Denn Publikum bedeutet Erwartung. Wenn er sich unbeobachtet fühlt, wird er keinen Grund für eine Rebellion gegen irgendwelche Erwartungen sehen. Ein Vater erzählte: „Mein Rebellen-Sohn ist von der Schule geflogen, wollte auch keine Ausbildung machen, obwohl er ein cleverer Bursche ist. Als er 18 Jahre alt wurde, schenkten wir ihm ein Flugticket für eine Weltreise und sagten nur: ‚Mach was draus!‘ Drei Jahre war er unterwegs. Jetzt besucht er die Hochschule und macht seine Sache sehr gut.

Rebellen sind bisweilen sogar frustriert über sich selbst, weil sie sich selbst nicht in den Griff kriegen. Der Schriftsteller John Gardner sagt über sich: „Mein innerer Zwang, nicht das zu tun, was andere von mir erwarten … führt zu Umzügen oder sonstigen Veränderungen in meinem Leben, die mich aber oft unglücklich machen. Ich sehne mich eigentlich nach Beständigkeit. Andererseits können Rebellen ihre rebellische Energie ganz geschickt in konstruktive Bahnen lenken. Ein Rebell, der sich zum Sparen entschlossen hat, wird denken: „Ich lasse mir von niemandem für irgendeinen Schrott das Geld aus der Tasche ziehen. Ein Rebell mit Schulschwierigkeiten könnte sich sagen: „Da alle denken, ich schaffe es eh nicht auf die Uni, werde ich es denen jetzt zeigen!"

Im Arbeitsleben tendieren Rebellen gern zu gewissen Wild-WestElementen – so wie ein Rebellen-Freund von mir. Er arbeitet im Bereich der Disruptiven Technologie (nicht irgendwelche Technologie, wie er gern betont, sondern disruptive Technologie). Rebellen kommen mit Hierarchien und Regeln nicht gut klar und arbeiten oft effektiver mit anderen zusammen, wenn sie das Sagen haben. Jedoch trifft auch häufig das genaue Gegenteil zu, denn überraschenderweise fühlen sich Rebellen bisweilen zu hierarchisch strukturierten Unternehmen mit vielen Regeln hingezogen. Dazu merkte jemand treffend an: „Anderen die Kontrolle überlassen kann auch Freiheit bedeuten. Sie finden vermutlich mehr Rebellen beim Militär als Sie erwartet hätten. Ein Rebell sagte einmal: „Vielleicht brauchen Rebellen Grenzen, damit sie sie verbiegen, ändern und brechen können. Für mich gesehen werde ich unruhig und unproduktiv, wenn ich keine Regeln habe, die ich brechen kann und auch keine To-Do-Liste, die ich am Ende des Tages befriedigt anschaue und denke: „Hurra! Ich hab nichts davon erledigt.

Immer wenn ich Vorträge über die Grundverhaltensmuster halte, bitte ich meine Zuhörer, sich per Handzeichen ihrer jeweiligen Kategorie zuzuordnen. Ich war völlig verdutzt, als sich eine Gruppe von Seelsorgern mehrheitlich als rebellisch bezeichnete. Einer dieser rebellischen Geistlichen erklärte: „Priester fühlen sich berufen und sind deshalb anders. Sie haben den Segen ihrer Kollegen, ihrer Gemeinde und vor allem den Segen Gottes. Das lässt sie ein bisschen über den Dingen schweben – auch über Regeln."

Eins wundert nicht: Rebellen widersetzen sich Gewohnheiten. Ich begegnete einmal einer Frau, der ich sofort ansah: Das ist eine Rebellin. Ich fragte sie: „Strengt es Sie nicht furchtbar an, Tag für Tag neu entscheiden zu müssen?"

„Nein, antwortete sie. „Entscheidungsmöglichkeiten geben mir sogar ein Gefühl der Freiheit.

„Ich setze mir selbst Grenzen. Das gibt mir ein Gefühl von Freiheit", entgegnete ich ihr.

Sie schüttelte den Kopf. „Freiheit kennt keine Grenzen. In meinen Augen ist ein Leben, das von Gewohnheiten bestimmt wird, kein Leben."

Rebellen widersetzen sich Gewohnheiten. Aber sie können durchaus gewohnheitsähnliche Verhaltensmuster in ihr Herz schließen, wenn sie ihre Handlungen mit ihren Entscheidungen verknüpfen. Ein Rebell erklärte mir: „Wenn ich etwas ‚jeden Tag‘ tun muss, dann tue ich es unter Garantie nicht. Aber wenn ich es mir einmal pro Tag vornehme und beschließe: ‚Du machst das jetzt dieses eine Mal‘, dann kann ich meistens gar nicht mehr damit aufhören."

Die meisten Menschen gehören zu den Hinterfragern und den Mitmachern. Nur sehr wenige Menschen sind echte Rebellen. Auch die MacherGruppe ist zu meinem Erstaunen recht klein. (Weil die Gruppe der Macher und Rebellen ohnehin klein ist, sollten Ausbilder und Arbeitgeber großer Unternehmen wie etwa Versicherungskonzerne oder Maschinenbauer die Schar der Hinterfrager und Mitmacher gezielt dort abholen, wo sie stehen, indem sie den Hinterfragern gewichtige Gründe liefern und den Mitmachern Verantwortung für ihre Aufgaben übertragen.)

Wir lernen uns häufig selbst am besten kennen, indem wir andere Menschen verstehen lernen. Als ich meine Forschungen über Verhaltensmuster begann, ging ich davon aus, ich wäre ein ziemlicher Durchschnittsmensch. Ich fühlte mich jedenfalls recht durchschnittlich. Umso größer war der Schock, als ich erkannte: In Wahrheit habe ich eine extreme und sehr seltene Persönlichkeit.

Ich erzählte meinem Ehemann Jamie von dieser Überraschung. Er meinte trocken: „Natürlich hast du eine extreme Persönlichkeit. Das hätte ich dir auch bestätigen können."

„Echt? sagte ich. „Wie hast du das gemerkt?

„Naja, ich bin schließlich seit 18 Jahren mit dir verheiratet."

Die Schriftstellerin Jean Rhys bemerkte: „Man wird immer als jemand geboren, der mit oder gegen den Strom schwimmt." Nach meinen Beobachtungen sind unsere Grundverhaltensmuster fest veranlagt. Wir können das ein wenig beeinflussen, aber vollkommen ändern können wir es nicht. Welche Grundverhaltensmuster ein Kind mitbringt, bleibt häufig lange unklar (die meiner beiden Töchter konnte ich bis heute nicht bestimmen). Als Erwachsene verfallen die meisten diesen Mustern, die unsere Wahrnehmung und unser Verhalten grundlegend prägen.

Erst mit zunehmender Lebenserfahrung und Weisheit können wir die negativen Aspekte eines Grundverhaltensmusters einigermaßen ausgleichen. Als Macherin musste ich beispielsweise erst den Widerstand gegen meinen unreflektierten Drang zur Pflichterfüllung erlernen und mich fragen: „Warum erfülle ich eigentlich diese oder jene Erwartung?"

Ich selbst bin mit einem Hinterfrager verheiratet. Dadurch habe ich gelernt, mich selbst mehr infrage zu stellen – oder ich verlasse mich auf Jamie, der die Fragen für mich stellt. Eines Abends waren wir im Theater. In der Pause sagte ich ihm: „Bis jetzt gefällt mir das Stück überhaupt nicht." Jamie antwortete: „Mir auch nicht. Komm, lass uns heimgehen." Ich dachte: Wie? Wir können jetzt einfach gehen? Und genau das taten wir auch. Mein erster Impuls ist immer: Tue das, was von dir erwartet wird. Aber wenn Jamie dann spöttisch sagt: „Hör mal, du musst das jetzt nicht tun, dann fällt mir der Entschluss inzwischen leichter und ich kann sagen: „Stimmt, ich muss ja gar nicht.

Jamie wiederum hat sich mit den Jahren sich mehr und mehr zum Macher entwickelt, zumindest zu Hause. Auch wenn er dazu neigt, auf meine Bitten mit Gegenfragen wie: „Warum soll ich das jetzt machen? „Was bringt das? „Kann ich das nicht später erledigen?" reagiert, hat Jamie inzwischen eines gelernt: Ich habe immer einen guten Grund für ein Anliegen, aber es nervt mich, wenn ich es erklären muss. Er akzeptiert meine Erwartungen deshalb mittlerweile eher (zumindest irgendwie) ohne endlose Debatten.

Wenn wir unsere Grundverhaltensmuster kennen, können wir unsere Verhaltensweisen leichter folgerichtig gestalten. Ich treibe regelmäßig Sport, weil es auf meiner To-do-Liste steht. Ein Hinterfrager rattert die gesundheitlichen Vorteile auf Anfrage nur so runter, ein Mitmacher unternimmt vermutlich mit dem Partner wöchentlich eine Radtour. Und als meine rebellische Freundin Leslie Fandrich darüber schrieb, wie sie mit dem Joggen anfing, klang das nach großer Freiheit und Selbstverwirklichung: „Joggen ist vermutlich die effektivste und unabhängigste Art wieder in Form zu kommen … Ich kann loslaufen, wann es mir passt und muss keinen Cent für die Mitgliedschaft in einem Fitness-Center bezahlen. Außerdem liebe ich frische Luft und kann beim Laufen neue Musik hören. Das ist großartig."

Die vier Grundverhaltensmuster können für diejenigen ein wertvolles Hilfsmittel sein, die anderen Menschen bei Veränderungen helfen möchten: Einem Chef, der seine Angestellten zu mehr Leistung ermuntern möchte, oder für Gesundheitsdienstleister, damit Leute ihre Produkte benutzen. Natürlich gilt dies auch für Berater, Coaches, Trainer oder Therapeuten, die Menschen beim Erreichen ihrer Ziele helfen möchten. Wenn wir wollen, dass Menschen eine bestimmte Gewohnheit annehmen, machen wir uns das Leben leichter, wenn wir ihre Grundverhaltensmuster berücksichtigen. Ein Beispiel: Ein Hinterfrager möchte einen Mitmacher mit logischen Argumenten zu einer Handlung bewegen. Dabei müsste er nur an dessen Verantwortungsgefühl appellieren und käme damit direkter ans Ziel. Ein Macher kann einem Hinterfrager einen langen Vortrag über Pflichten halten. Das bringt aber nichts. Denn der Hinterfrager wird eine Erwartung dann noch weniger erfüllen, da er als Hinterfrager jegliche Verpflichtungen erst einmal in Frage stellt. Eine Freundin erzählte mir von ihrer raffinierten Taktik, als ihr rebellischer Vater vom Arzt Medikamente verschrieben bekam. „Der Arzt legte meinem Vater dar, wie wichtig die Einnahme der Tabletten sei. Ich wusste aber besser als der Doktor, wie ich meinen Vater wirklich packen konnte. Als er mich später fragte: „Meinst du, ich sollte dieses Zeug wirklich schlucken?, antwortete ich: „Ach was, ist doch egal. Er darauf: „Willst du etwa, dass ich sterbe?" – und er nahm brav seine

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