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Plötzlich war es Liebe: Teenie-Love / Die 90er

Plötzlich war es Liebe: Teenie-Love / Die 90er

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Plötzlich war es Liebe: Teenie-Love / Die 90er

Länge:
133 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
Sep 21, 2014
ISBN:
9783864661259
Format:
Buch

Beschreibung

In den 90ern war das Daten noch ganz schön schwer. Keine Smartphones, keine Tablets und die quälende Frage: Ist der Typ so cool wie Kurt Cobain? Jugendliteratur aus den 90ies für und über Teenager, die sich verlieben, entlieben und wieder verlieben. Zum Lachen und Mitfiebern. Auch für Kids von heute.
Seit ihrem Reinfall mit dem Rocksänger Andy stehen schwarzhaarige Schönlinge auf Annas Out-Liste. Aber auch den blonden Colin, der sich schwer um sie bemüht, lässt sie total abblitzen. Doch bald merkt sie, dass sie nicht länger gegen das Glücksgefühl ankämpfen kann, das sie in Colins Nähe verspürt.
Herausgeber:
Freigegeben:
Sep 21, 2014
ISBN:
9783864661259
Format:
Buch

Über den Autor


Buchvorschau

Plötzlich war es Liebe - Gaby Schuster

Marie Cordonnier

Plötzlich war es Liebe

BsB_YouthLovestory

BsB

BestSelectBook_Digital Publishers

© 2014 by BsB_Digital Publishers

Digitalisierung DokuFactory Groß-Umstadt

ISBN_978-3-86466-125-9

1.

„Das ist natürlich bedauerlich, Anna! Aber Sie werden wohl den Tatsachen ins Auge sehen müssen! Muss ich das?, fragte sich Anna rebellisch, während sie versuchte sich Studienrat Mooshammer im Schlafanzug vorzustellen. Angeblich ein unfehlbares Mittel um cool zu bleiben, wenn man mit dieser grässlichen Mischung aus „Habe-ich-Ihnen-doch-schon-die-ganze-Zeit-gesagt und „Jetzt-bekommen-Sie-die-Quittung,-weil-Sie-nicht-auf-mich-gehört-haben" konfrontiert wurde.

Es half nichts. Ihre Vorstellung änderte keine Silbe an der Hiobsbotschaft. Anna starrte auf die ehemals weißen Kappen ihrer Stoffturnschuhe.

„Was werden Sie jetzt tun?"

Anna zuckte nur die Achseln.

„Sooo leicht sollten Sie es sich nicht machen, immerhin geht es um Ihre Zukunft!"

Sag bloß! Da wäre ich nie von selber darauf gekommen!, dachte Anna, zog es aber vor zu schweigen.

Das einseitige Gespräch geriet ins Stocken und Studienrat Mooshammer klappte sein blaues Notenbuch zu.

„Der Brief an Ihre Eltern ist vermutlich morgen in der Post. Es ist besser, wenn Sie vorher Bescheid sagen, dass das Schreiben unterwegs ist", sagte er dann nach einer Weile.

Herr Mooshammer nahm die Brille ab und reinigte sie sorgsam. Sie musste immer herhalten, wenn der Klassenlehrer und Englischpauker dem Verurteilten Zeit gab sich zu äußern. Doch Anna hatte keinen Bock das dumme Lehrer-Schüler-Spielchen mitzumachen.

„Kann ich jetzt gehen?"

„Aber natürlich. Ich meine ... ähm, also wenn Sie noch Fragen haben ..."

Anna schüttelte den Kopf, obwohl das „Ungenügend" in Englisch ihren Abschied vom städtischen Gymnasium bedeutete, und verließ fluchtartig das kleine Besprechungszimmer.

Während sie mit quietschenden Gummisohlen über den Korridor und die breite Marmortreppe hinunter-trabte, dachte sie, was wohl ihr Vater, Doktor Konrad Franze, dazu sagen würde.

Schon letztes Jahr, als herauskam, dass sie in der Elften eine Ehrenrunde drehen musste, hatte ihn das in der Einschätzung seiner Tochter weit zurückgeworfen. Für ihn lag Annas Zukunft bereits fest: Abitur, Studium, Karriere. Pleiten, Pech und Pannen waren ausgeschlossen. Und nun durchkreuzte Mooshammer seine ehrgeizigen Pläne.

Am Ausgang hielt Anna Ausschau nach Andy. Doch wie erwartet war er längst auf und davon. Andy Haas war nicht der Typ von Freund, der geduldig wartete, wenn man ihm sagte: „Keine Ahnung, wie lange der Moosbüffel mich zulabert!"

Anna warf einen Blick auf die Schuluhr. Es war schon kurz vor zwei. Andrea fragte sich zu Hause vermutlich, wo sie blieb. Ihre Stiefmutter hielt es nämlich für ihre Pflicht, sie täglich mit dem Mittagessen zu erwarten. Dabei bevorzugte sie biologisch-dynamisch angebautes Gemüse und Vollwertkost. Zahnschmelz schonend und so gesund, dass alle möglichen Krankheitserreger schon beim ersten Schnuppern Reißaus nahmen. Anna beschloss heute das Gleiche zu tun.

Sie hatte keinen Nerv für Andrea, die in der Verantwortung für ihren Mann und ihre Stieftochter aufging.

Normalerweise fand Anna sie ganz okay, aber heute wollte sie weder mitfühlende Fragen noch theoretische Vorschläge hören, und schon gar nicht Andreas Ich-bin-deine-beste-Freundin-Masche.

Ein Glück, dass ihr Vater bei einem Fortbildungskongress war, wo neue Methoden der Kieferumformung bei Kindern diskutiert wurden. Die hielten ihn wenigstens davon ab, der eigenen Tochter zu gründlich auf den morschen Englisch-und-Mathe-Zahn zu fühlen.

„He, Anna! Kommst du mit? Wir ziehen uns bei Angelo eine Pizza rein!"

Anna ging unter Bingos Schulterschlag in die Knie. Bingo, der eigentlich Bernd Lisetzky hieß, hatte wie üblich Nathalie, Jasmin und ein paar andere coole Klassenüberflieger im Schlepptau. Im Geheimen hatten Anna und ihre Freundin Kristin die Clique „Pickel, Pest und Co." getauft, die alles andere als ihre Traumgesellschaft war.

„Verzieh dich, Bingo", fauchte Anna.

„Lass dich nicht so hängen. Nur weil dein Andy mit Kristin abgezischt ist, musst du doch nicht gleich Trübsal blasen!"

Typisch Bingo! Seit er sich beim Schulfest eine Abfuhr bei ihr eingehandelt hatte, stänkerte er ständig. Anna hatte keine Lust sich seine Sprüche länger anzuhören und marschierte in die entgegengesetzte Richtung.

Andy und Kristin! Auf so was konnte nur Bingo kommen! Der lauerte förmlich auf den kleinsten Anschein von Zoff zwischen ihr und Andy. Immerhin hatte er den Kürzeren gezogen. Aber Kristin war nun wirklich die falsche Besetzung für die Rolle der verräterischen Schlange. Auf ihre beste Freundin konnte sie sich verlassen. Auf Andy natürlich ebenfalls, selbst wenn er in der Schüler-Hitparade unter den Traumboys einen der obersten Plätze belegte.

Aber das war auch schon alles, was in ihrem Leben positiv war. Der Rest lief unter Minus. Wann hatte das Chaos eigentlich angefangen? Nach der Scheidung ihrer Eltern? Eher nein. Die Trennung lag drei Jahre zurück und es war schon lange vorhersehbar gewesen, dass die Ehe zwischen Konrad und Pamela schief gehen musste. Der pedantische, ernste Vater und die lebenslustige, chaotische Mutter hatten trotz ihrer Tochter keine gemeinsame Lebensbasis gefunden.

Pamelas überschäumendes Temperament war ihr in ihrem Job als Radio- und TV-Moderatorin sehr nützlich, aber zu Hause konnte sie ganz schön anstrengend sein. Deswegen lebte Anna auch bei ihrem Vater und seiner neuen Frau. Sie liebte zwar ihre Mutter über alles, doch der Alltag mit Andrea war ruhiger und problemloser.

Heute musste sie sich jedoch erst ihren Frust von der Seele laufen, ehe sie Andrea unter die Augen trat. Sie rannte einfach drauflos in Richtung Innenstadt. Die Tatsache, dass sie im Grunde ihres Herzens genau gewusst hatte, was der Moosbüffel ihr heute nach Schulschluss sagen würde, machte die Geschichte nicht leichter. Sie brauchte nur ihre Noten zusammenzuzählen, um zu wissen, dass auch der zweite Anlauf in der Elften ein Reinfall werden würde.

Durch die Wiederholung hatte sie nur das Schuljahr verbummelt und verträumt. Erst mit dem Kopf in den Wolken und dann im Kopf nur noch Andy!

Andy Haas machte nächstes Jahr das Abitur. Er war Sänger bei den GYMS, der Schulband, die neulich sogar den Preis als beste Nachwuchsband der Stadt gewonnen hatten. Einhundertfünfundachtzig himmlische Musiker-Zentimeter mit einem seidig schwarzen Pferdeschwanz. Mit strahlend blauen Augen und einer Stimme, die aus stabilen Mädchenknochen flüssige Gelatine machte.

Seit dem Schulfest, das Bingos Pleite besiegelt hatte, gehörten sie zusammen. So ganz konnte Anna ihr Glück nach zwei Monaten, elf Tagen und vierzehn Stunden immer noch nicht fassen. Okay, sie sah ganz passabel aus, auch wenn sie nicht Pamelas wilde rote Locken geerbt, sondern nur hellbraunes, gewelltes Haar hatte.

Was würde Andy sagen, wenn sie von der Schule abging? Wie bekam es ihrer Freundschaft, wenn sie sich nicht mehr täglich sahen? Die Konkurrenz schlief nicht! Und schon dreimal nicht, wenn es um jemanden mit Traumaugen und einer betörenden Schmusestimme ging.

„Ach, verdammt!"

Annas Fluch erschreckte eine Frau mit zwei Supermarkttüten, die vor einem Schaufenster stand und bonbonfarbene Kostüme bewunderte.

Anna machte schnell einen Bogen um die Frau, die ihr kopfschüttelnd nachblickte.

Was sollte sie ohne Schule anfangen? Okay, sie hatte gewusst, dass sie wackelig stand, aber irgendwie hatte sie mit einem Wunder gerechnet. Einer göttlichen Eingebung bei der letzten Englischarbeit und einer außerirdischen Erleuchtung in Mathe.

Das Wunder hatte nicht stattgefunden. Die Erlaubnis zum Vorrücken in die nächsthöhere Jahrgangsstufe hat sie nicht erhalten. Pech gehabt. Blöd gelaufen.

Beim Stichwort „laufen" meldete sich zudem ihre linke Ferse, wo sich eine schmerzhaft brennende Wasserblase gebildet hatte. Anna blieb stehen und entlastete die geplagte Ferse.

Die Fußgängerzone in Richtung Hauptbahnhof wimmelte von Menschen, Sonnenschirmen und Eisfähnchen. Plötzlich verspürte sie Hunger. Eine schattige Ecke zum Beineausstrecken und was Herzhaftes zu essen, das war’s, was sie jetzt brauchte.

Das Reklameschild Imbiss international hätte sie normalerweise übersehen und eingetreten wäre sie schon gar nicht. Aber warum nicht ab sofort alles anders machen?

Gleich darauf stand Anna an der Theke.

„Einmal Döner mit viel Soße!"

Der Bärtige mit dem weißen Käppi auf den drahtigen schwarzen Locken, schob ihr kommentarlos das gefüllte Brötchen und das Wechselgeld über den Tresen. Aus den Lautsprechern dröhnte Robbie Williams mit Angels.

Anna lächelte, denn Andy nannte sie Angel, wenn er besonders zärtlich zu ihr sein wollte. Seltene, kostbare Momente, die nur ihnen allein gehörten. Ganz schön dumm, dass sie ihn nicht gebeten hatte auf sie zu warten ...

Sie sah sich nach einem Sitzplatz um und entschied sich für eine kleine Nische zwischen Plastikgittern. Plastiklaub und Plastikpalmen sollten für eine südländische Atmosphäre sorgen. Die Tische und Stühle waren ebenfalls aus Kunststoff. Knallrot noch dazu. In der Mitte stand ein Plastikbecher mit Plastikhalmen .

Anna biss in ihren Döner und wunderte sich, dass er warm und würzig schmeckte. Sie hatte mit aromaneutralem Kunststoffgranulat gerechnet.

Sie versuchte langsam und gründlich zu kauen. Nicht nur, weil das angeblich gesund war, sondern weil es auch die Nerven beruhigte.

Mit einem Knacksen verstummte der Lautsprecher und ließ die normale Geräuschkulisse zurück. Leises Stimmengemurmel, Stühle, die über Kunststofffliesen kratzten, das Zischen der Espressomaschine. Hinter dem kitschigen, künstlichen Weinlaub nahm ein Pärchen Platz, von dem sie nur die Schritte und

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