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Luther für Einsteiger: Die Reformation in 95 Stichworten

Luther für Einsteiger: Die Reformation in 95 Stichworten

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Luther für Einsteiger: Die Reformation in 95 Stichworten

Länge:
135 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
Nov 4, 2016
ISBN:
9783897106932
Format:
Buch

Beschreibung

In 95 Stichworten (in Anlehnung an die 95 Thesen Martin Luthers) von Abendmahl bis Zwingli bringt das Buch dem Leser die Reformation näher.

Martin Thull ist ein Meister der fundierten und zugleich kurzweiligen Erklärungen. Er bietet verlässliche Informationen auf verständliche Weise. Nach der Lektüre dieses Buches kann niemand mehr behaupten, er habe nicht verstanden, was 1517 ausgelöst wurde.
Herausgeber:
Freigegeben:
Nov 4, 2016
ISBN:
9783897106932
Format:
Buch

Über den Autor


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Luther für Einsteiger - Martin Thull

1520

1. Abendmahl

Schon die Reformatoren stritten um das richtige Verständnis des Abendmahls, das heißt des Gottesdienstes, in dem die Kirche das letzte Mahl Jesu mit seinen Jüngern am Abend vor seinem Tod feiert. Und bis heute ist das unterschiedliche Verständnis ein Streitpunkt zwischen katholischer Kirche und den Protestanten. Allerdings ist zu vermuten, dass auch hier die Praxis über manche theologische Differenz hinweggeht. Katholische und lutherische Lehre ist es, dass in der Feier der Eucharistie beziehungsweise des Abendmahls Jesus Christus in Brot und Wein wirklich gegenwärtig ist und sich den Gläubigen schenkt. Beide lehren also eine → Realpräsenz Christi im Abendmahl. Im evangelischen Abendmahl wird dabei das Sakrament immer in beiderlei Gestalten gereicht, das heißt: Die Gläubigen empfangen Brot und Wein. Trotz vieler Übereinstimmungen in Lehre und Praxis des Abendmahls feiern die christlichen Kirchen es (noch) nicht gemeinsam. Strittig ist vor allem die Frage danach, ob für die Feier ein ordinierter beziehungsweise geweihter Amtsträger benötigt wird oder nicht. Zur Praxis evangelischer Landeskirchen, alle Getauften dazu einzuladen, gibt es in der römisch-katholische Kirche sowie in den orthodoxen Kirchen keine Entsprechung, allerdings kennt die römisch-katholischen Kirche eine Zulassung zur Eucharistie in bestimmten Einzelfällen. Die unterschiedlichen Auffassungen des Abendmahls und der Eucharistie verhindern offiziell die Teilnahme von Katholiken und Protestanten am gemeinsamen Abendmahl.

2. Ablass, auch -handel

Teil eines „Tarifsystems", das die → Beichtpraxis der Christenheit lange Zeit beherrschte. Innerhalb dieses Tarifs gab es lässliche, schwere und Todsünden. Eine Sünde trennt nicht nur von Gott und muss in der Beichte vergeben werden, sondern zusätzlich hatte sie nach damaliger Vorstellung auch eine Strafe zur Folge, die im Leben durch Buße oder nach dem Tod im Fegefeuer abgeleistet werden musste und die eben unter bestimmten Umständen „erlassen werden konnte. Das Ablasssystem des ausgehenden Mittelalters nutzte den Glauben der Menschen an die Wirksamkeit dieser Lehre. Man kann es sich etwa so vorstellen, dass der Autofahrer eine Sondergebühr an den ADAC abführt und danach Punkte in der sogenannten Verkehrssünderdatei in Flensburg gestrichen werden. Die Weste des Verkehrsteilnehmers ist wieder weiß. So funktioniert auch der Ablass zu → Luthers Zeiten: Wer einen bestimmten Betrag „spendet, der kauft sich – oder bereits Verstorbene – von diesen Sündenstrafen frei und kann dem → Fegefeuer entgehen. Die Sünde muss aber zuvor in der Beichte vergeben worden sein, und der Beichtende muss seine Schuld bereut haben. Für Papst → Leo X. war dies eine Win-win-Situation: Er disziplinierte seine Gläubigen und erhielt nicht unerhebliche Summen für den Bau seines → Petersdoms (→ Peterspfennig). Dieser offenkundige Missbrauch des Ablasses als ein Geschäft – „Vergebung gegen Geld" – rief Martin Luther auf den Plan. In der Zahlung von Geld sah er einen trügerischen Ersatz für tatsächliche Buße und letztlich auch mangelndes Gottvertrauen. In seinen 95 → Thesen kritisierte er den Ablasshandel scharf. Er vertrat die Auffassung, dass das ganze Leben eines Christen Buße sei und der Christ, der im Glauben wahrhaft Reue empfinde, völlige Vergebung von Schuld und Strafe empfange – auch ohne Ablassbriefe. Bis heute kann der gläubige Katholik einen Ablass erwirken; allerdings nicht gegen Geld, sondern etwa am Ende einer → Wallfahrt. Dessen ungeachtet bleibt für evangelische Christinnen und Christen der Ablassgedanke schwer nachvollziehbar.

3. Albrecht von Brandenburg (1490–1545)

Wäre die Reformationsgeschichte ein Theaterstück, dann würde die Rolle des Schurken, des Bösewichts, sicher mit Albrecht von Brandenburg zu besetzen sein. Albrecht stammte aus dem Haus der Hohenzollern und war Erzbischof von Magdeburg. 1514 wurde er zudem Erzbischof von Mainz und Erzkanzler des Heiligen Römischen Reiches. Der spätere Kardinal förderte den → Ablasshandel und wurde so zu einem der wichtigsten Kontrahenten Martin → Luthers. Albrecht hatte für den damals nicht unüblichen Kauf von geistlichen Ämtern Schulden beim Augsburger Bankhaus → Fugger gemacht. Um die abzutragen, übernahm er den Vertrieb des von Papst → Leo X. verkündeten neuen Ablasses. Die beiden teilten sich den Gewinn. Vor allem die unlauteren Vertriebsmethoden durch Albrechts Magdeburger Agenten, den Dominikaner Johann → Tetzel, gaben Luther den Anlass zu den 95 → Thesen. Allerdings ist auch richtig: Albrecht galt als Freund der Wissenschaften und Förderer der Künste.

4. Altes Testament

Nach seiner Übersetzung des → Neuen Testaments auf der → Wartburg übersetzte Martin → Luther auch das Alte Testament aus dem Hebräischen ins Deutsche. Die Bücher des Alten Testaments lassen sich in vier Gruppen gliedern:

1. Die Gesetzesbücher umfassen die fünf Bücher Mose. In ihnen wird die Geschichte des Volkes Israel von den ersten Anfängen bis zur Befreiung aus der Sklaverei in Ägypten geschildert. 2. Die Geschichtsbücher erzählen die Geschichte Israels vom Einzug ins verheißene Land bis zur Verbannung und zu der Rückkehr aus dem babylonischen Exil. 3. Die Lehrbücher enthalten Weisheitslehren, die, in einprägsame Sprichwörter oder auch in dichterische Sprache gefasst, weitergegeben wurden. Am bekanntesten sind wohl die Psalmen und das Hohelied. 4. Die Propheten Israels legten die Ereignisse der Vergangenheit aus, prangerten das Unrecht in der Gegenwart an und verkündigten Gottes Handeln für die Zukunft.

5. „An den christlichen Adel deutscher Nation"

Martin → Luther ging es nicht nur um Theologie. In dieser ersten seiner „politischen Hauptschriften fordert er 1520 von den Fürsten, sich besonders der schulischen Ausbildung ihrer Untertanen zu widmen. Denn nachdem zahlreiche Klöster während der ersten Jahre der Reformation aufgelöst worden waren, entstanden weltliche Schulen im voruniversitären Bereich und „Hohe Schulen als quasiuniversitäre Hochschulen. In protestantischen Gebieten wurden diese höheren Schulen „Gelehrtenschulen" genannt, die durch eine Stadt oder einen Landesherrn getragen

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