Finden Sie Ihren nächsten buch Favoriten

Werden Sie noch heute Mitglied und lesen Sie 30 Tage kostenlos
Erleuchtete Weisheit: Die Einhundert Ratschläge des Padampa Sangye

Erleuchtete Weisheit: Die Einhundert Ratschläge des Padampa Sangye

Vorschau lesen

Erleuchtete Weisheit: Die Einhundert Ratschläge des Padampa Sangye

Länge:
141 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
Nov 9, 2016
ISBN:
9783958831827
Format:
Buch

Beschreibung

Vor beinahe eintausend Jahren zog der indische Gelehrte Padampa Sangye nach Tibet, um den Bewohnern des Schneelandes den Buddhismus nahe zu bringen. Kurz vor seinem Tod wurde er gebeten, die Essenz seiner Lehren der Nachwelt zu überliefern. Er hielt einen Vortrag, der unter dem Titel "Die Hundert Ratschläge des Padampa Sangye" bekannt wurde.

Dieser kurze Text gehört bis heute zu den wichtigsten Überlieferungen des tibetischen Buddhismus. Er ist berühmt für seine direkte und klare Sprache. Dilgo Khyentse, einer der bedeutendsten tibetisch-buddhistischen Lehrer des 20. Jahrhunderts, hat die Hundert Ratschläge kommentiert und einem zeitgenössischen, westlichen Publikum zugänglich gemacht. Ein Gipfeltreffen buddhistischer Weisheit, das beweist: Erleuchtete Weisheit ist zeitlos.
Herausgeber:
Freigegeben:
Nov 9, 2016
ISBN:
9783958831827
Format:
Buch

Über den Autor


Ähnlich wie Erleuchtete Weisheit

Ähnliche Bücher

Buchvorschau

Erleuchtete Weisheit - Dilgo Khyentse

zunehmen!

Die erleuchteten Qualitäten meines Dharma-Lehrers Kyabje Dilgo Khyentse

von Ringu Tulku Rinpoche*

Dilgo Khyentse war ein außerordentlich großer Gelehrter, es gab im Buddhismus nichts, was er nicht wusste. Außerdem verfügte er auch in den angrenzenden weltlichen Gebieten über große Bildung. Rinpoche stand dem 16. Karmapa sehr nah, er besuchte ihn oft und sie gaben sich gegenseitig Belehrungen und Einweihungen. In Sikkim vermittelte Dilgo Khyentse den Rinchen-Terzöd-Zyklus, einen Schatz an Einweihungen und Übertragungen, die zu geben mehrere Monate dauert. Diese empfing ich und wurde damit auch zu Rinpoches Schüler.

Rinpoche lehrte ununterbrochen, Tag und Nacht. Um drei Uhr morgens begann er mit den Vorbereitungen, für vier Uhr bestellte er uns, dann saß er schon auf dem Thron und lehrte, machte aber eine kleine Pause, wann immer jemand kam, um ihn sehr freundlich zu begrüßen. Es ging dann so weiter, selbst wenn nach dreiundzwanzig Uhr noch jemand in sein Zimmer kam: Dann saß Rinpoche im Bett und fing gleich an, den Dharma zu erklären, wenn er darum gebeten wurde. Manchmal sprach er auch weiter, während er auf der Toilette war, das habe ich selbst erlebt!

Irgendwie hat Rinpoche es geschafft, darüber hinaus mehr als vierundzwanzig Bücher zu schreiben. In Tibet verbrachte er ungefähr zwanzig Jahre im Retreat, dort führte er auch zahlreiche drupchen durch.

Dabei sah Rinpoche nie müde aus, er trank seinen Buttertee und lehrte und praktizierte ohne Unterbrechung. Als er älter wurde, versuchte sein Enkelsohn, Shechen Rabjam Rinpoche, für etwas mehr Ruhe zu sorgen. Er bat die Besucher, erst ab neun oder zehn Uhr morgens zu Rinpoche zu gehen. Aber es gab immer Leute, die trotzdem früher kamen, also ging es eigentlich so weiter wie vorher.

Fast alle Lamas sämtlicher Linien, ob nun Kagyu, Nyingma, Sakya oder Gelug, auch Seine Heiligkeit der Dalai Lama, sie alle waren Khyentse Rinpoches Schüler. Es gibt so gut wie keine Lamas, die nicht Belehrungen und Einweihungen von ihm erhalten haben. Seine Belehrungen und Einweihungen kamen aus allen Traditionen. Er benutzte die Lehren mit größtem Geschick, je nachdem, was für die jeweiligen Schüler besonders geeignet und hilfreich war.

Wir konnten auch mit all unseren Problemen und Fragen zu ihm kommen, er hörte sie gern an und besprach sie mit uns. Aber wenn ich ehrlich bin, dann hatten wir nicht viele Fragen an ihn – selbst wenn wir mit vielen Fragen angekommen waren, sobald wir bei ihm waren, waren alle Fragen verschwunden. Selbst wenn man sich seine Fragen vorher aufgeschrieben hatte, merkte man, es war gar nicht nötig zu fragen.

Seine Heiligkeit der 14. Dalai Lama empfing Belehrungen von Khyentse Rinpoche, und der König von Bhutan betrachtete ihn als seinen persönlichen königlichen Lehrer. Von der Nyingma-Linie wurde er zum Oberhaupt gewählt. Trotzdem blieb er weiterhin erreichbar für jeden und behielt engen Kontakt zu allen.

Bis zu seinem Tod war Khyentse Rinpoche sehr beschäftigt, er schrieb auch viele Briefe an seine Schüler und an Hilfesuchende.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass es jemals wieder einen derartigen Lama geben wird. Sein Mitgefühl und seine Weisheit waren unermesslich.

* Aus einem Vortrag, gehalten in Heidelberg im August 2002. Transkribiert von Alain Sattler, editiert von Anthony Bruno, übersetzt von Maria Hündorf. Mit freundlicher Genehmigung von Bodhicharya Deutschland.

Vorbemerkung

Diesen Kommentar zu Padampa Sangyes »Einhundert Ratschläge für das Volk von Tingri« hat Kyabje Dilgo Khyentse Rinpoche in Shechen Tennyi Dargyeling, seinem Kloster in Nepal, im Jahr 1987 gegeben.

Kyabje Dilgo Khyentse Rinpoche stützt seinen Kommentar auf zwei verschiedene Versionen des Grundtextes:

1. rJe btsun Dam pa Sangs rgyas kyis Ding ri par zhal chems su bstal pa Ding ri brgya rtsa ma (in 100 Versen, Xylografie, 12 Blätter, Tingri Langkor Kloster, Tibet).

2. rGya gar gyi grub thob chen po Dam pa rGya gar ram Dam pa Sangs rgyas zhes pa’i gsung mgur zhal gdams Ding ri brgyad cu pa (in 80 Versen: S. 31/4 – S. 36/6, Bd. pa des gDams ngag mdzod von Jamgön Kongtrul Lodrö Thaye).

Übersetzung aus dem Tibetischen von Matthieu Ricard, deutsche Übersetzung von Sabine von Minden, Padmakara Übersetzungen.

Dilgo Khyentses Kommentar zu den Einhundert Ratschlägen des Padampa Sangye

Wenn wir einer Belehrung zuhören oder sie studieren, sollten wir zu Anfang stets den Vorsatz fassen, zum Wohl aller Wesen Erleuchtung zu erlangen. Die einzige Möglichkeit, diesen Wunsch zu verwirklichen und damit die Welt vom Leiden und dessen Hauptursache, der Unwissenheit, zu befreien, liegt in der spirituellen Praxis. Aus diesem Grund und im Bewusstsein der Seltenheit und Kostbarkeit der Lehren müssen wir sie mit großer Aufmerksamkeit und einer altruistischen Einstellung aufnehmen und anschließend in die Praxis umsetzen.

Die »Einhundert Ratschläge für das Volk von Tingri« sind das geistige Vermächtnis eines großen indischen Weisen, des Paramabuddha Padampa Sangye (pha dam pa sangs rgyas). Dieser war in einer seiner früheren Inkarnationen ein enger Schüler des Buddha gewesen, der ihm vorausgesagt hatte, er werde in einem späteren Leben unzähligen Wesen von großem Nutzen sein. Und so wurde er als pa dampa, der »erhabene Vater«, geboren.

Padampa war ein großer Gelehrter, der zu Füßen von einhundertfünfzig verschiedenen Meistern studiert und ihre Lehren praktiziert hatte, wodurch er zu einer wahren Schatzkammer an spirituellem Wissen wurde. Gleichzeitig war er ein großer Yogi, der viele Visionen hatte und zahlreiche Wunder wirkte, die von seiner Verwirklichung zeugten. Am Ende erlangte er den Vajra-Körper jenseits von Geburt und Tod.

Padampa Sangye reiste dreimal nach Tibet und ebenso oft nach China. Im Schneeland verbreitete er die Lehre der »Befriedung des Leidens«¹, eine der acht großen Traditionen des tibetischen Buddhismus, die noch heute praktiziert wird.

Lange Zeit hielt er sich im Hochtal von Tingri an der tibetisch-nepalesischen Grenze auf. Unter den zahlreichen Schülern, die er dort hatte, standen ihm vier besonders nahe. Als einer von ihnen nach langer Abwesenheit nach Tingri zurückkehrte, war er erschüttert, seinen Meister so gealtert vorzufinden. Voller Trauer sagte er zu ihm: »Erhabenes Wesen, wenn Ihr diese Welt verlasst, werdet Ihr zweifellos von Glückseligkeit zu Glückseligkeit gehen, was aber wird aus uns, dem Volk von Tingri? In wen können wir unser Vertrauen setzen?«

Für Padampa war der Tod nur das Hinüberwechseln von einem Buddhagefilde zum anderen. Für seine Schüler aber hieß dies, nie mehr sein Gesicht zu sehen, nie mehr seine Stimme zu hören. Bei diesem Gedanken kamen ihnen die Tränen. Und so gab ihnen Padampa diese Einhundert Ratschläge.

»In einem Jahr«, so sagte er zu ihnen, »werdet ihr hier den Leichnam eines alten indischen Einsiedlers vorfinden.«

Ein Jahr verging, und Padampa wies Anzeichen einer schweren Erkrankung auf. Auf die besorgte Frage seiner Schüler nach seiner Gesundheit antwortete er lakonisch: »Mein Geist ist krank.« Und zu ihrer Verblüffung erklärte er: »Mein Geist hat sich vollkommen mit der Welt der Phänomene vermischt.« Auf diese Weise brachte er zum Ausdruck, dass er keinerlei dualistische Wahrnehmung mehr hatte. Dann fügte er mit gelassenem Humor hinzu: »Körperliche Krankheiten kann man heilen, diese Krankheit aber ist unheilbar.« Schließlich richtete er den Blick gen Himmel und starb.

Sein spirituelles Vermächtnis sind die »Einhundert Ratschläge für das Volk von Tingri«, die tiefsinnig und doch leicht verständlich sind. Wer ernsthaft praktiziert, wird in ihnen alle für die wahre Dharma-Praxis erforderlichen Unterweisungen finden.

Verehrung dem spirituellen Meister. Hört mir zu, vom Glück begünstigtes Volk von Tingri!

Zuerst erweist Padampa seinem Meister als der Quelle des Segens und als Verkörperung aller Buddhas der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft seine Verehrung. Die Leute von Tingri sind für ihn vom Glück bevorzugt, weil sie den brennenden Wunsch verspüren, den Dharma zu studieren und zu praktizieren, und es damit verstehen, ihrem Leben einen Sinn zu geben.

So wie abgetragene Kleider nie wieder wie neu werden, ist es sinnlos, den Arzt zu rufen, wenn ihr auf den Tod krank seid.

So wie ein Kleidungsstück im Lauf der Zeit fadenscheinig wird und schließlich in Stücke zerfällt, verbraucht sich unser Leben Tag um Tag, Sekunde um Sekunde. Nichts und niemand kann diesen unerbittlichen Vorgang aufhalten, und am Ende müssen wir alleine sterben und alles zurücklassen. Wir werden aus unserer vertrauten Umgebung herausgezogen wie ein Haar aus einem Klumpen Butter.² Im Augenblick des Todes ist unser einziger Beistand die spirituelle Praxis, und unsere einzigen Freunde sind die im Laufe unseres Lebens ausgeführten positiven Taten.

Alle Flüsse fließen dem Meer zu. Und alle Lebewesen bewegen sich auf ein einziges Ziel hin.

So wie alle Flüsse am Ende in das Meer münden, hat auch unser Leben als einzig möglichen Ausgang den Tod. Deshalb gibt es nichts Wertvolleres als die spirituelle Praxis, weil sie uns im Augenblick des Todes beisteht.

Hier nun die Ratschläge eines, der wie ein Vögelchen von

Sie haben das Ende dieser Vorschau erreicht. Registrieren Sie sich, um mehr zu lesen!
Seite 1 von 1

Rezensionen

Was die anderen über Erleuchtete Weisheit denken

0
0 Bewertungen / 0 Rezensionen
Wie hat es Ihnen gefallen?
Bewertung: 0 von 5 Sternen

Leser-Rezensionen