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Der Bergpfarrer 119 – Heimatroman: Braut für einen Tag

Der Bergpfarrer 119 – Heimatroman: Braut für einen Tag

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Der Bergpfarrer 119 – Heimatroman: Braut für einen Tag

Länge:
112 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
Nov 15, 2016
ISBN:
9783740910884
Format:
Buch

Beschreibung

Mit dem Bergpfarrer hat der bekannte Heimatromanautor Toni Waidacher einen wahrhaft unverwechselbaren Charakter geschaffen. Die Romanserie läuft seit über 10 Jahren, hat sich in ihren Themen stets weiterentwickelt und ist interessant für Jun"Liebling, du ißt einfach zu wenig", schüttelte Gerti Rheimann tadelnd den Kopf.

Alexandra von Berlebach schlug mit einem genüßlichen Seufzer die Augen auf und reckte sich ausgiebig. Durch die hellen Vorhänge am Fenster drangen die Strahlen der Sonne in das Zimmer.
Sommerwetter – was konnte man sich Schöneres für solch einen Tag wünschen?
Für den Hochzeitstag!
Sie konnte es kaum glauben, nur noch wenige Stunden, und sie würde Alexandra von Hohenstein heißen, Frau des Grafen Bertram von Hohenstein.
Ein unbeschreibliches Glücksgefühl durchströmte die hübsche Komteß, als sie sich frei strampelte und die Decke von sich warf. Mit einem Satz war sie aus dem Bett und in den Morgenmantel, aus feiner Seide, geschlüpft.
Im selben Moment klopfte es an die Tür.
"Herein."
Herausgeber:
Freigegeben:
Nov 15, 2016
ISBN:
9783740910884
Format:
Buch

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Der Bergpfarrer 119 – Heimatroman - Toni Waidacher

Der Bergpfarrer –119–

Braut für einen Tag

Roman von Toni Waidacher

Alexandra von Berlebach schlug mit einem genüßlichen Seufzer die Augen auf und reckte sich ausgiebig. Durch die hellen Vorhänge am Fenster drangen die Strahlen der Sonne in das Zimmer.

Sommerwetter – was konnte man sich Schöneres für solch einen Tag wünschen?

Für den Hochzeitstag!

Sie konnte es kaum glauben, nur noch wenige Stunden, und sie würde Alexandra von Hohenstein heißen, Frau des Grafen Bertram von Hohenstein.

Ein unbeschreibliches Glücksgefühl durchströmte die hübsche Komteß, als sie sich frei strampelte und die Decke von sich warf. Mit einem Satz war sie aus dem Bett und in den Morgenmantel, aus feiner Seide, geschlüpft.

Im selben Moment klopfte es an die Tür.

»Herein.«

Lizzy, das Zimmermädchen, trat ein. In der Hand hielt sie ein Tablett, mit einem Becher heißer Schokolade darauf.

»Guten Morgen, Komteß. Haben Sie gut geschlafen?«

Alexandra reckte sich noch einmal.

»Wunderbar«, erwiderte sie. »Und das nach der Feier gestern!«

Es war recht spät geworden – oder früh, ganz wie man es sehen wollte. Bertram und sie hatten gestern Junggesellenabschied gefeiert. Er mit seinen Freunden und Weggefährten, sie mit ihren ehemaligen Klassenkameradinnen aus dem Internat. Beide Gruppen waren getrennt losgezogen, nachdem sie in einem Restaurant gegessen hatten, und danach noch in etliche Lokale eingekehrt, in denen ausgelassen gefeiert wurde. Gegen Mitternacht trafen sie wieder im Schloß zusammen, wo es dann noch lange hoch herging.

»Ist mein Verlobter schon auf?« erkundigte sich Alex, wie sie von ihren Freundinnen genannt wurde.

Dabei glitt ihr Blick über das Hochzeitskleid, das, an einem Bügel, am Schrank hing. Es war ein Traum aus weißer Seide und Spitze, mit einem Schleier, der gut und gerne zwanzig Meter maß. Ein bekannter Münchner Modeschöpfer hatte es entworfen und geschneidert. Die Komteß erinnerte sich nur noch zu gut an die unendlich vielen Anproben, deretwegen sie extra in die Landeshauptstadt gefahren war.

»Noch nicht«, antwortete das Mädchen.

Alexandra von Berlebach griff nach dem Kakaobecher und trank einen Schluck. Sie brauchte das am Morgen. Gefrühstückt würde ohnehin nur kurz. Gegen zehn sollte die standesamtliche Trauung stattfinden. Dann zurück ins Schloß, die Gäste begrüßen, ein kleiner Stehimbiß und dann umziehen für die Kirche. Vor dem Schloß würde die Kutsche warten, in der schon ihre Eltern gefahren waren, als sie geheiratet hatten. In der Kirche würde der Bischof persönlich die Zeremonie vollziehen, und dann sollte im Schloß gefeiert werden. So war der geplante Ablauf, für den schon seit Tagen geprobt und vorbereitet worden war. Auch in der Küche lief alles auf Hochtouren, um die geladenen dreihundert Gäste zu beköstigen.

Doch davor war noch vieles andere zu erledigen. Zuerst ein ausgiebiges Bad, dann kam die Friseurin. Alexandras blonde Haare sollten kunstvoll zusammengesteckt und unter dem Hut verborgen werden, den sie sich für die standesamtliche Trauung ausgesucht hatte.

Die Komteß genoß das warme Bad, in das Lizzy eine üppige Portion einer teuren Lotion gegossen hatte. Die Gäste der gestrigen Feier würden, soweit sie im Schloß übernachtet hatten, es sich jetzt wahrscheinlich genauso gutgehen lassen.

Nach dem Baden hatte Alexandra das dringende Bedürfnis, ihren Bräutigam zu sehen.

»Aber das geht doch nicht«, wandte das Zimmermädchen ein. »Doch nicht am Tag der Hochzeit. Das bringt Unglück!«

»Ach was«, winkte Alex ab. »Das gilt doch nur, wenn man schon das Kleid trägt. Außerdem glaube ich sowieso nicht an solchen Unsinn.«

Sie hatte noch nicht das Kostüm angezogen, das sie zum Standesamt tragen wollte, sondern war schnell in Jeans und Pulli geschlüpft. Ihre Mutter würde wahrscheinlich der Schlag treffen, wenn sie sich jetzt über den Weg liefen, aber das war ihr egal. Sie hatte Sehnsucht nach Bertram, und die Mutter würde ohnehin alle Hände voll zu tun haben, um den Dienstboten letzte Anweisungen zu geben.

Alexandra lief die Treppe hinauf. Die Gästezimmer lagen im zweiten Stock des Schlosses, und Bertram bewohnte das letzte, am Ende des Flures.

Ungewohnt ruhig war es noch, als die Komteß durch die Gänge schritt, vorbei an den Bildern der Ahnen, die hier aufgereiht hingen. Die von Berlebachs waren ein altes, bayerisches Adelsgeschlecht, deren Linie bis ins vierzehnte Jahrhundert zurückreichte. Die Ruhe schob Alex auf die lange Feier gestern. Einige ihrer Freundinnen und Freunde würden bestimmt Schwierigkeiten haben, heute morgen aufzustehen…

Ehe sie um die Ecke gebogen war, hörten sie zu ihrer Überraschung Stimmen, darunter die ihres Verlobten.

Die Komteß lächelte glücklich und lief los. Als sie das Ende des Flures erreicht hatte, blieb sie abrupt stehen.

Vor der Tür seines Zimmers stand Bertram, eine blonde Frau in den Armen haltend, die er leidenschaftlich küßte!

Alexandra war wie erstarrt. Ungläubig blickte sie auf die Szene und fragte sich, ob sie wach sei oder träume. Doch dann wurde ihr schlagartig klar, daß es kein Traum war, sondern bittere Realität.

So wie es aussah, wurde sie gerade Zeugin eines sehnsüchtigen Abschieds. Dem Abschied von einer Nacht, die Bertram von Hohenstein offensichtlich nicht alleine verbracht hatte…

*

Im selben Moment sah er sie und ließ die Frau so hastig los, als sei sie ein glühendes Stück Kohle.

»Alex, ich…«

Mit eisigem Blick sah Alexandra ihn an. Die Frau, es handelte sich um Corinna Holtmann, wie die Komteß jetzt feststellte, die sie nur flüchtig kannte, sie gehörte zu Bertrams Freundeskreis, war ebenfalls erschrocken zusammengezuckt.

»Oh…«, stieß sie aus.

Dann senkte sie schuldbewußt den Kopf und drückte sich an Alexandra vorbei.

»Liebling, ich… ich kann dir das erklären«, stammelte Bertram. »Es ist nicht so, wie es aussieht.«

Er hatte nach ihrem Arm gegriffen, doch sie machte sich mit einer unwilligen Bewegung frei.

»So? Wonach sieht es denn aus?« fragte sie gefaßt.

Sie merkte selber, wie sie in diesen Minuten über sich hinauswuchs. Eine andere an ihrer Stelle hätte wahrscheinlich das ganze Schloß zusammengeschrieen, wäre vielleicht sogar auf die Rivalin losgegangen. Doch nichts von alledem geschah. Alexandra sah den Mann, der sie so schändlich betrogen hatte, nur verachtungsvoll an.

»Scher dich zum Teufel!« sagte sie schließlich mit einer Ruhe in der Stimme, die sie selbst überraschte.

Damit ließ sie ihn stehen. Am Ende des Flures wandte sie sich noch einmal um.

»Ich hätte dir übrigens einen besseren Geschmack zugetraut«, gab sie ihm noch mit, bevor sie weiterging.

Bertram von Hohenstein blieb wie ein begossener Pudel stehen.

Verflixt, dachte er, wie krieg’ ich das wieder hin?

Alex war die Treppe hinuntergestürmt. Dabei mußte sie aufpassen, daß sie nicht stolperte, denn jetzt, wo der Schuft sie nicht mehr sah, konnte sie ihren Tränen freien Lauf lassen. In ihrem Zimmer angekommen, warf sie sich auf das Bett. Liz­zy war noch mit dem Aufräumen beschäftigt. Bestürzt schaute sie die Tochter des Grafen an.

»Komteß, was ist geschehen?«

»Es ist aus«, murmelte Alex. »Es ist alles aus!«

Das Zimmermädchen schluckte.

»Sie meinen… die Hochzeit findet nicht statt?« fragte Lizzy fassungslos.

Alexandra von Berlebach richtete sich auf. Ihre Hand fuhr über das hübsche Gesicht und wischte die Tränenspuren fort.

Ob die Hochzeit überhaupt noch stattfinden würde, darüber hatte sie noch gar nicht nachdenken können. Jetzt nickte sie.

»Ja, es wird keine Hochzeit geben«, antwortete sie tonlos.

Im selben Moment klopfte es an der Tür, und Christine von Berlebach trat ein.

Die Gräfin war eine große elegante Erscheinung. Sie trug ein cremefarbenes Kostüm, die Haare waren frisch frisiert – Alex hatte ihre Mutter

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