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Der Bergpfarrer 122 – Heimatroman: Florian, unser rettender Engel?

Der Bergpfarrer 122 – Heimatroman: Florian, unser rettender Engel?

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Der Bergpfarrer 122 – Heimatroman: Florian, unser rettender Engel?

Länge:
111 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
Dec 6, 2016
ISBN:
9783740911782
Format:
Buch

Beschreibung

Mit dem Bergpfarrer Sebastian Trenker hat der bekannte Heimatromanautor Toni Waidacher einen wahrhaft unverwechselbaren Charakter geschaffen. Die Romanserie läuft seit gut 13 Jahren, hat sich in ihren Themen dynamisch weiterentwickelt und ist interessant für Jung und Alt! Unter anderem gingen auch bereits zwei Spielfilme im ZDF mit je etwa 6 Millionen Zuschauern daraus hervor.

Maren Bergstetter schob die vollbeladene Schubkarre aus dem Stall und rollte sie über den Hof zum Misthaufen, der neben der großen Scheune angelegt war.
Über den Bergen ging gerade erst die Sonne auf, die Kühe, eben gemolken, trotteten auf die Weide, und Branko, der Hofhund, lief aufgeregt zwischen ihnen hin und her.
Die junge, hübsche Bäuerin leerte die Schubkarre und schob sie in den Stall zurück. Ärgerlich warf sie einen Blick auf die Uhr. Dann ging sie kopfschüttelnd aus dem Stall, zum Haus hinüber. Dort öffnete sich im selben Moment die Tür, und ein Madl trat heraus.
Herausgeber:
Freigegeben:
Dec 6, 2016
ISBN:
9783740911782
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

Der Bergpfarrer 122 – Heimatroman - Toni Waidacher

Der Bergpfarrer –122–

Florian, unser rettender Engel?

Roman von Toni Waidacher

Maren Bergstetter schob die vollbeladene Schubkarre aus dem Stall und rollte sie über den Hof zum Misthaufen, der neben der großen Scheune angelegt war.

Über den Bergen ging gerade erst die Sonne auf, die Kühe, eben gemolken, trotteten auf die Weide, und Branko, der Hofhund, lief aufgeregt zwischen ihnen hin und her.

Die junge, hübsche Bäuerin leerte die Schubkarre und schob sie in den Stall zurück. Ärgerlich warf sie einen Blick auf die Uhr. Dann ging sie kopfschüttelnd aus dem Stall, zum Haus hinüber. Dort öffnete sich im selben Moment die Tür, und ein Madl trat heraus.

»Entschuldige«, gähnte Anna. »Ich hab’ verschlafen.«

Maren sah ihre Schwester an. In ihrem Blick stand ein deutlicher Vorwurf.

»Das ist ja nix Neues«, sagte sie. »Jetzt brauchst’ auch net mehr zu kommen. Die Arbeit ist getan.«

Anna Bergstetter senkte schuldbewußt den Kopf. Dennoch regte sich Trotz in ihr.

»Mensch, reg’ dich doch net so auf«, rief sie. »Kann doch mal passieren, daß man sich verquatscht und dabei die Zeit vergißt.«

»Nur, daß es bei dir ein Dauerzustand ist«, entgegnete Maren. »Du amüsierst dich, und die ganze Arbeit bleibt an mir hängen. Kümmere dich wenigstens um das Frühstück.«

Anna zog einen Schmollmund und trollte sich. Maren betrat hinter ihr das Bauernhaus. Während die jüngere Schwester in die Küche ging, drückte die Ältere die Tür zur Schlafkammer der Mutter auf.

»Habt ihr euch schon wieder gestritten?« fragte Katie Bergstetter.

Die Bäuerin saß angezogen auf der Bettkante. Sie sah krank aus, obwohl ihr körperlich nichts fehlte. Die Seele sei es, hatte Dr. Wiesinger gesagt. Auch wenn Josef Bergstetter schon seit zwei Jahren unter der Erde lag, seinen Tod hatte die Witwe nie verwunden.

»Was war denn?« hakte die Bäuerin nach.

Maren zuckte die Schultern.

»Was soll schon gewesen sein«, erwiderte sie. »Ist doch ewig dieselbe Leier. Die Anna ist einfach nur faul und denkt nur an ihr Vergnügen.«

Ihre Mutter, eine hagere Frau von fünfundfünfzig Jahren, mit grauen Haaren und einem schon zerfurchten Gesicht, richtete sich mühsam auf.

»Sie ist doch noch jung«, meinte sie begütigend. »Du mußt Geduld mit ihr haben. Die Anna ist kein schlechtes Madl. Sie braucht eben die Abwechslung und ein bissel Spaß.«

Marens Blick fiel auf den großen Spiegel, der neben dem Schrank hing. Sie sah sich selbst darin. Eine junge, schlanke Frau, die blonden Haare noch unter einem Kopftuch verborgen, ein hübsches Gesicht und Augen, die strahlten, wenn ihre Besitzerin lachte.

Doch das kam selten vor.

Und ich, dachte Maren mit einem Anflug von Bitterkeit, brauch ich keine Abwechslung und ein bissel Vergnügen?

Sie richtete das Bettzeug her.

»Ich gönn’ ihr ja ihren Spaß«, sagte sie leise. »Aber Anna ist alt genug, um Verantwortung zu übernehmen, und es geht nun einmal net anders, als daß sie auch auf dem Hof mit anpackt. Schwer genug ist’s ohnehin für uns.«

»Du hast ja recht«, nickte ihre Mutter und strich sich das Haar glatt. »Wenn der Vater noch leben würd’, dann wär’ alles anders.«

Sie schluchzte und zog ein Taschentuch hervor.

Maren nahm sie in die Arme.

»Da, wo er jetzt ist, da hat er’s besser«, sagte sie tröstend. »Da hat er keine Schmerzen mehr, und ich bin sicher, daß er auf uns herabschaut und immer bei uns ist.«

Sie schob ihre Mutter aus der Schlafkammer.

»Anna wird das Frühstück wohl fertig haben. Geh’ schon mal in die Küche, ich komm’ gleich nach.«

Sie ging in die Kammer zurück und öffnete das Fenster. Dann ordnete sie das Nachthemd ihrer Mutter, rückte hier etwas gerade, stellte dort etwas zurecht und nickte schließlich zufrieden.

Ja, wenn der Vater noch leben tät’, dachte sie, der würde der Anna net alles durchgehen lassen. Die Flausen würd’ er ihr austreiben.

Sie schaute auf das Doppelbett, dessen rechte Hälfte seit dem Tode des Bauern leer war, und jetzt füllten sich auch ihre Augen mit Tränen.

Doch sie kämpfte sie tapfer nieder.

Du darfst net weinen! Du mußt stark sein, für die Mutter und für die Anna!

Dies sagte sie sich seit zwei Jahren, und doch wünschte sie sich, manchmal auch schwach sein zu dürfen. Richtig weinen zu können und sich danach befreit fühlen dürfen.

Maren gab sich einen Ruck und ging hinaus. Sie lief die Treppe hinauf und schlüpfte ins Bad. Schnell wusch sie sich Gesicht und Hände, bürstete die schulterlangen Haare durch und schaute sich dabei kritisch im Spiegel an.

Vielleicht sollt’ ich sie doch abschneiden lassen, überlegte sie dabei.

Die langen Haare waren bei der Arbeit auf dem Hof einfach nur lästig. Entweder mußten sie unter dem Kopftuch versteckt oder zu Zöpfen geflochten und dann hochgesteckt werden. Schon öfter hatte sie mit dem Gedanken gespielt, sich eine schicke Kurzhaarfrisur zuzulegen, doch das hatte Wolfgang nicht gewollt, und sie verzichtete ihm zuliebe darauf. Jetzt, wo es zwischen ihnen aus war und sie niemanden zu fragen brauchte, schien diesem Schritt nichts mehr im Wege zu stehen.

Maren seufzte, als sie an Wolfgang Brauer dachte, und sie spürte wieder diesen tiefen Schmerz.

Doch auch dieser Herzschmerz währte nur kurz.

»Zum Teufel mit ihm«, murmelte sie, ärgerlich über sich selbst, weil sie ihn nicht aus ihren Gedanken verbannen konnte. »Ich brauch’ keinen Mann. Höchstens einen zum Arbeiten.«

Sie verließ das Bad und lief die Treppe hinunter. In der Diele roch es nach gebratenem Speck und Eiern.

Wenigstens das kann sie, die Anna, dachte sie mit einem Anflug von Galgenhumor. Aber sonst ist sie zu nix nütze.

*

»Maren, der Traktor springt net an«, kam Anna schimpfend in die Küche gelaufen. »So was Blödes! Ich muß doch aufs Feld. Was machen wir denn jetzt?«

Die ältere Schwester trocknete sich seufzend die Hände an einem Tuch ab.

»Mach mal weiter hier.« Sie deutete sie auf die Kartoffeln, die sie gerade schälen wollte. »Ich schau’s mir an.«

Auf dem Bergstetterhof herrschte eine strenge Arbeitsreglung; die jüngere Anna hatte nie große Lust verspürt, sich um die landwirtschaftlichen Dinge zu kümmern. Statt dessen arbeitete sie lieber im Haus – zwar mehr schlecht als recht, aber immerhin – und überließ es Maren, die Felder zu pflügen, zu säen und später zu ernten. Um dem entgegen zu wirken, hatte die Ältere bestimmt, daß die Schwestern abwechselnd im Haus und auf dem Hof arbeiteten. Heute war eigentlich Anna an der Reihe, und Maren argwöhnte, daß sie sich das mit dem Traktor nur ausgedacht hatte, um sich vor der Feldarbeit zu drücken.

Doch als sie selber hinter dem Lenkrad saß und versuchte, den Motor zu starten, gab er keinen Mucks von sich.

Verstimmt kletterte sie wieder hinunter und öffnete die Klappe.

Hab’ ich ihr wohl unrecht getan, dachte sie dabei, während sie Schrauben, Ventile und Leitungen überprüfte.

Vergebens, sie fand den Fehler nicht auf Anhieb und ahnte, daß es ein langer Vormittag werden würde, ehe sie zum Feld hinausfahren konnten. Maren ging in die Scheune und holte den Werkzeugkasten.

»Eigentlich kein Wunder«, murmelte sie, als sie wieder vor dem Traktor stand. »Ist ja schon ein Oldtimer. Wir können von Glück sagen, daß er seinen Geist noch net ganz aufgegeben hat.«

Ärgerlich über den Zeitverlust, machte sie sich an die Arbeit. Zwei Stunden später kam Anna hinzu.

»Will er immer noch net?« fragte sie.

Maren, die auf einem Tritt stand, um besser an den Motor heranzukommen, schüttelte unwillig den Kopf.

»Was fragst’ denn? Das siehst’ doch

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