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Callahan 3: Wo die Mördersonne brennt
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Callahan 3: Wo die Mördersonne brennt
eBook136 Seiten1 Stunde

Callahan 3: Wo die Mördersonne brennt

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Über dieses E-Book

Diese verdammten Hundesöhnen wollten mich beim Pokerspiel übers Ohr hauen. Bei jedem anderen hätten sie vielleicht Glück gehabt. Aber nicht bei einem Kerl wie mir, der das Unheil schon ahnte, bevor es so richtig begann. Das war aber erst der Anfang einer Kette von schicksalhaften Ereignissen. Ich wusste zu diesem Zeitpunkt nämlich noch nicht, dass mir diese Bastarde noch einmal über den Weg laufen würden. Zu einem Zeitpunkt, an dem ich am wenigsten damit gerechnet hatte. Nämlich auf dem Weg nach Mexiko. Die schöne Janice Rushford hatte mir Geld geboten, wenn ich sie und eine Wagenladung Dynamit begleiten würde. Die Lady war schon eine Sünde wert – und genau das führte zu jeder Menge Ärger ...

SpracheDeutsch
Erscheinungsdatum10. Mai 2019
ISBN9781540122193
Callahan 3: Wo die Mördersonne brennt
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    Buchvorschau

    Callahan 3 - John F. Beck

    Wo die Mördersonne brennt...

    CALLAHAN

    Band 3

    ––––––––

    Ein Western von John F. Beck

    ––––––––

    IMPRESSUM

    Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

    © by Author/ Titelbild: Nach einem Motiv von Charles Schreyvogel mit Steve Mayer, 2016

    © dieser Ausgabe 2016 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

    www.AlfredBekker.de

    postmaster@alfredbekker.de

    Klappe

    Diese verdammten Hundesöhnen wollten mich beim Pokerspiel übers Ohr hauen. Bei jedem anderen hätten sie vielleicht Glück gehabt. Aber nicht bei einem Kerl wie mir, der das Unheil schon ahnte, bevor es so richtig begann. Das war aber erst der Anfang einer Kette von schicksalhaften Ereignissen. Ich wusste zu diesem Zeitpunkt nämlich noch nicht, dass mir diese Bastarde noch einmal über den Weg laufen würden. Zu einem Zeitpunkt, an dem ich am wenigsten damit gerechnet hatte. Nämlich auf dem Weg nach Mexiko. Die schöne Janice Rushford hatte mir Geld geboten, wenn ich sie und eine Wagenladung Dynamit begleiten würde. Die Lady war schon eine Sünde wert – und genau das führte zu jeder Menge Ärger ...

    Roman

    Mitten im Spiel warf der Kerl, der mir gegenüber saß, sein auseinandergefächertes Pokerblatt auf den Tisch. Im selben Moment hielt er auch schon einen 38er Remington Revolver in der anderen Hand. Die Mündung starrte mich über die in der Tischmitte aufgehäuften Münzen und Geldscheine wie ein schwarzes Todesauge an. Damit schien meine Glückssträhne beendet.

    Jackman, so hieß der Bursche, war sicher einer von denen, die ihr Schießeisen nur in die Faust nahmen, wenn sie auch zum Abdrücken entschlossen waren. Jammerschade um mein schönes Full House! Ich hatte mich eine Sekunde lang von meinen drei Kings und zwei Zehnern ablenken lassen. Das war die Chance, auf die Dean Jackman wohl schon den halben Abend gewartet hatte.

    Ich schob meine fünf Glücksbringer zu einem dünnen Päckchen zusammen und lehnte mich auf dem Stuhl zurück. „Es ist ein Kreuz mit solchen Geizhälsen, wie du einer bist, Compadre. Man hat euch zwar beigebracht, wie man pokert, aber nicht, wie man mit Anstand verliert."

    Ich probierte ein möglichst unverschämtes Grinsen. Nicht, weil ich wild drauf war, mich mit einem Kugelloch verzieren zu lassen, sondern weil ein wütender Gegner sich leichter zu einem Fehler hinreißen lässt. Jackman jedoch blieb eiskalt.

    Er war ein großer, schlanker Hombre, der in seinem eleganten Maßanzug wie ein Dandy aus New Orleans aussah. Aber ich hatte schon anfangs gewittert, dass er ein scharfer Hund war. Sein schmales, sonnengebräuntes Gesicht blieb ausdruckslos. Nur die dunklen Augen funkelten ein bisschen heftiger. Seine Stimme hatte auf mich eine Wirkung, als würde ein Kübel voll eisigen Wassers über mich ausgekippt.

    „Du irrst, Callahan! Die Lektion, die ich hier anwende, heißt: Wie lege ich einem verdammten Falschspieler sein dreckiges Handwerk! Roan, Briscoe, vorwärts, durchsucht ihn! Ich wette, ihr findet nicht nur ein verstecktes Ass bei diesem Kerl!"

    Die beiden Typen, die wie zum Sprung geduckt auf ihren Stühlen hockten, hatten nur darauf gewartet. Mit einem hässlichen Grinsen auf den derben Gesichtern standen sie auf. Im Gegensatz zu Jackman wirkten diese zwei unrasierten, abgerissenen Burschen wie Galgenvögel auf der Flucht. Vielleicht waren sie das auch. Sie stanken nicht nur nach Schweiß und Fusel, sondern vor allem auch nach Gewalttätigkeit. Welcher Teufel hatte mich bloß geritten, dass ich mich ausgerechnet mit diesem Trio zu einer Pokerpartie hingesetzt hatte!

    Im Saloon, der nicht viel mehr war als eine aus Kistenbrettern zusammengenagelte Baracke, waren inzwischen die Gespräche verstummt. Mitternacht war schon vorbei, und nur mehr an zwei, drei Tischen saßen ein paar Leute. Gespannt blickten sie zu uns herüber.

    Der Wind, der nach Einbruch der Dunkelheit aufgekommen war, hatte sich zum regelrechten Sturm ausgewachsen. Er drohte Whitehill, dieses armselige Kaff am Rand der Gilawüste, unter gewaltigen Sandmassen zu ersticken. Der Keeper hatte zwar die Läden geschlossen, aber das Heulen und Toben da draußen war so mörderisch, dass es mich wunderte, wieso diese Bruchbude von Saloon überhaupt noch stand.

    Es war noch keine vierundzwanzig Stunden her, dass ich aus der Gluthölle der Gila hier in Whitehill gelandet war. Bei dem Gedanken, jetzt noch da draußen zwischen den Sanddünen und Geröllfeldern zu stecken, schutzlos diesem brüllenden Ungeheuer Sturm ausgeliefert, verlor sogar der Sechsschüsser in Jackmans Faust etwas von seinem Schrecken.

    Bevor Roan und Briscoe heran waren, erhob ich mich ebenfalls. Diese verflixte schwarze Revolvermündung, die meinen Blick immer wieder wie magisch anzog, bewegte sich mit mir.

    „Bleib nur schön friedlich, Callahan!, warnte mich Jackman kalt. „Hier kräht kein Hahn nach einem Kartenhai, der mit ’nem falschen Ass im Ärmel auf dem Boot Hill landet. Roan, nimm ihm die Kanone weg! Briscoe, zieh ihm die Jacke aus! Seid vorsichtig, der Bastard ist gefährlich!

    Sie waren vorsichtig, aber nicht vorsichtig genug. Mittlerweile war ich nämlich auf dem Siedepunkt, auch wenn ich nach außen die Ruhe in Person blieb. Es ging längst nicht mehr nur um die zweihundert Bucks, die auf dem Tisch lagen. Für Jackman vielleicht. Für mich stand mein Skalp auf dem Spiel. Erstens war Whitehill nämlich ein Nest, in dem es weder einen Sheriff noch einen Town Marshal gab. Zweitens würde keiner hier drinnen einen Finger für einen Fremden rühren, der des Falschspiels überführt wurde. Genau das würde aber passieren, wenn Briscoe meine Jacke in die Hände bekam.

    Der Kerl mit dem grimmigen Bulldoggengesicht war gewiss imstande, eine ganze Sammlung falscher Asse in meine Ärmel zu zaubern. Das war für mich kein neuer Dreh. Manchmal war es jedoch gesünder, wenn man sich dumm stellte.

    „Nur keine falsche Hast, Jungs, lächelte ich, als würde der Sixshooter in Jackmans Rechter nicht existieren. „Ich brauche niemanden, der mir aus den Klamotten hilft.

    Ich schlüpfte aus der Jacke, tat, als wollte ich sie Briscoe reichen, warf sie aber blitzschnell Roan über den Kopf, ehe er mir den Peacemaker wegschnappen konnte. Der Trumpf, auf den ich nun alles setzte, war meine Schnelligkeit.

    Ich riss den runden Tisch hoch und schleuderte ihn auf Jackman. Das Krachen des Remington vermischte sich mit dem Brausen des Sandsturms. Das Blei durchschlug die Tischplatte. Da Jackman aber bereits samt Stuhl nach hinten sauste, richtete die Kugel keinen Schaden an, außer dass sie ein Loch in die verräucherte Saloondecke bohrte. Dort passte es jedenfalls besser hin als in meine Haut.

    Während noch Münzen, Geldscheine und Spielkarten durch die Luft wirbelten und von Jackman nur mehr die unter dem Tisch hervorragenden Beine zu sehen waren, schnellte ich wie ein Tiger herum. Die volle Wucht der Drehung saß hinter dem Hieb, den ich Briscoe in den Bauch pfefferte. Das Bulldoggengesicht hatte zwar noch seinen 45er aus dem Leder gebracht, aber dabei blieb es.

    Seine plötzliche tiefe Verneigung gefiel mir nicht. Ich halte nichts von Unterwürfigkeit. Also richtete ich ihn mit einem blitzschnellen und prächtig gezielten Haken wieder auf. Der Kerl starrte mich glasig an. Seine Faust öffnete sich, sein Colt polterte auf die mit Sägemehl bestreuten Dielen. Überzeugt, dass Briscoe sich ebenfalls gleich dort unten aufhalten würde, wollte ich nach Roan, dem ich meine Jacke verehrt hatte, Ausschau halten.

    Aber das war ein ganz Ungeduldiger. Und er hatte so seine eigenen Methoden, sich bemerkbar zu machen. Im angelaufenen Spiegel über der Bar sah ich den von hinten über meinem Kopf schwebenden Stuhl im allerletzten Augenblick. Keine Zeit mehr, herumzuwirbeln. Ich schleuderte mich verzweifelt zur Seite.

    Wo ich eben noch gestanden war, gab es Kleinholz. Der Schwung des mörderischen Hiebs riss Roan nach vorn. Ich lag am Boden und rammte ihm meine Stiefelabsätze gegen die Beine. Er stürzte mit einem heiseren Aufschrei über die Bestandteile des zertrümmerten Stuhls.

    Bevor er kapierte, wie es zuging, war ich über ihm. Ich hatte so eine Ahnung, dass Roans Schädel nicht bloß so stur, sondern auch so massiv wie der eines Bisons sein würde. Also riskierte ich gar nicht erst, mir meine Fäuste an ihm kaputtzuschlagen, bis er ebenfalls auf dem Weg ins Reich der Träume war. Viel besser klappte das mit dem Stahllauf meines Colts.

    Inzwischen hatte Dean Jackman sich von dem umgeworfenen Tisch befreit. Er dachte gleichfalls nicht daran, sich auf einen Faustkampf einzulassen. Er hatte immer noch seinen Revolver. Seine verkniffene Miene verriet, dass er ihn auch benutzen wollte.

    Gleichzeitig kamen wir hoch. Es war Jackmans Pech, dass ich ebenfalls den Sechsschüsser in der Faust hielt. Wir standen uns auf vier Schritte gegenüber, jeder den Finger am Drücker. Eine dunkle Strähne hing Jackman in die Stirn. Ich sah den Hass in seinen Augen. Ich zielte auf den zweitobersten Knopf seiner Chinaseidenweste, die er unter der offenen grau gestreiften Anzugjacke trug.

    „Ich bin sicher, wir bekommen ein großartiges Begräbnis, wenn wir uns jetzt gegenseitig ins Jenseits befördern, rief ich. „Was von dem hier herumliegenden Geld dann noch übrig bleibt, reicht für unsere Freunde hier, um eine Woche lang im nachhinein auf unser Wohl zu trinken. Schon deshalb werden sie uns garantiert in dankbarer Erinnerung behalten. Was meinst du, Jackman?

    Ich sah ihm an, dass er für die Chance, mir doch noch sein Blei zu servieren, gern auf die Moneten verzichtet hätte. Jedoch nicht auf sein Leben.

    „Möglich, dass du recht hast, Callahan." Das Feuer in seinen Augen erlosch. Er war wieder der kühle, durch nichts zu erschütternde Pokerspieler. Er ließ den Remington in der tiefhängenden, mit Lederriemen an seinem Oberschenkel festgebundenen Halfter verschwinden.

    Kein Wort mehr. Er war kaltblütig genug, mir den Rücken zuzuwenden und die Theke anzusteuern. Vielleicht hatte er aber auch ganz einfach erkannt, dass ich kein Bursche war, der einen Gegner von hinten anging oder gar auf einen Mann schoss, der keine Waffe in der Hand hielt. Ich behielt meinen Peacemaker zwischen den Fingern, als ich die Jacke aufhob. Ich schüttelte sie, um den Gaffern zu zeigen, dass sowohl ihre Taschen als auch die Ärmel leer waren.

    „Wenn noch

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