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Emily in Blair Water

Emily in Blair Water

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Emily in Blair Water

Bewertungen:
4/5 (19 Bewertungen)
Länge:
302 Seiten
2 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
Dec 12, 2016
ISBN:
9783732009053
Format:
Buch

Beschreibung

Nachdem Emily ein Angebot, nach New York zu gehen, abgelehnt hat, bleibt sie als Einzige der vier Freunde in Blair Water zurück. Teddy und Ilse studieren in Montreal, und Perry will Anwalt werden. Emilys großes Ziel ist es nach wie vor, eine berühmte Schriftstellerin zu sein. Emily erreicht zwar dieses Ziel, aber sie muss erkennen, dass es auch für sie Dinge gibt, die ihr wichtiger sind. Zum Beispiel ihre Freunde und ihre lange uneingestandene Liebe zu Teddy.

Die Klassiker-Reihe von Lucy Maud Montgomery als eBook! Nach "Anne auf Green Gables" erzählte die weltweit bekannte Autorin die Geschichte vom Waisenkind Emily und ihrem Traum, eine große Schriftstellerin zu werden. Nostalgie-Spaß für Jugendliche und Erwachsene!
Herausgeber:
Freigegeben:
Dec 12, 2016
ISBN:
9783732009053
Format:
Buch

Über den Autor


Buchvorschau

Emily in Blair Water - Lucy Maud Montgomery

Impressum

Erstes Kapitel

„Nie wieder heißes Wasser mit Milch und Zucker!" hatte Emily Byrd Starr in ihr Tagebuch geschrieben, als sie von der High School in Shrewsbury nach New Moon zurückgekehrt war. Jetzt würde das Leben erst richtig anfangen!

Es war wie ein Symbol. Wenn Elizabeth Murray Emily nämlich erlaubte, von nun an echten Tee zu trinken, dann bedeutete das nichts anderes als die stillschweigende Anerkennung ihres Erwachsenseins. In den Augen anderer war Emily schon längst erwachsen, besonders für ihren Cousin Andrew Murray und ihren Freund Perry Miller, deren Heiratsanträge Emily abgewiesen hatte. Als Tante Elizabeth davon erfahren hatte, war ihr mit einem Mal klargeworden, daß sie Emily nicht länger zwingen konnte, „Kindertee" zu trinken. Trotzdem machte sich Emily keine Hoffnungen, daß Tante Elizabeth so weit gehen würde, ihr jemals Seidenstrümpfe zu erlauben. Ein Seidenpetticoat mochte ja noch angehen; den sah man immerhin nicht, auch wenn es unter dem Rock verführerisch raschelte. Aber Seidenstrümpfe – nein, wie unmoralisch!

So kam es, daß Emily – ein Mädchen, das „schreibt", wie die Leute untereinander tuschelten – von Tante Elizabeth und Tante Ruth als ihresgleichen auf New Moon akzeptiert wurde. Nichts hatte sich auf New Moon verändert, seit Emily vor sieben Jahren hierhergekommen war. Die Schnitzerei des Serviertisches warf immer noch denselben komischen Schatten auf genau dieselbe Stelle an der Wand, wo er ihr gleich am ersten Tag aufgefallen war. New Moon war ein altes Haus, das viel erlebt hatte und nun sehr ruhig und weise und ein wenig geheimnisvoll wirkte. Vielleicht auch ein wenig streng, aber doch sehr freundlich. Manche Leute aus Blair Water und aus Shrewsbury fanden, daß New Moon doch ein langweiliger Ort sei für ein junges Mädchen. Was konnte es hier schon anfangen? Wie konnte Emily nur so dumm sein und Miss Royals Angebot, in New York bei einer Zeitschrift anzufangen, ablehnen? Wie konnte sie sich nur so eine Chance entgehen lassen! Emily aber hatte eine ziemlich genaue Vorstellung von dem, was sie tun wollte, und sie war ganz und gar nicht der Meinung, daß es ihr auf New Moon langweilig werden würde oder daß sie sich gar durch ihre Entscheidung, dort zu bleiben, den Weg nach oben verbaut hätte.

Emily war die geborene Geschichtenerzählerin. In früheren Zeiten hätte sie wohl mit ihrem Stamm im Kreis am Feuer gesessen und ihren Zuhörern spannende Geschichten erzählt. Aber da sie nun einmal viel später geboren worden war, mußte sie sich andere Methoden einfallen lassen, damit die Menschen auf das aufmerksam wurden, was sie zu sagen hatte.

Doch die Zutaten, die man braucht, um eine Geschichte zu erfinden, sind immer und überall die gleichen geblieben: Geburten, Todesfälle, Hochzeiten, Skandale – das ist es, was die Menschen überall auf der Welt am meisten interessiert.

Voller Optimismus machte sich Emily also daran, ihren Traum von Ruhm und Reichtum zu verwirklichen. Aber es war nicht nur das. Schreiben war für Emily Byrd Starr mehr als etwas, womit man Geld verdienen und Lorbeeren ernten kann. Schreiben war etwas, was sie tun mußte. Wenn ihr etwas in den Sinn kam – eine Idee, egal ob erfreulich oder unerfreulich –, dann quälte sie sich damit so lange herum, bis es von der Seele geschrieben war. Sie hatte ein Gespür für Humor und Ernst. Die komischen und die tragischen Seiten des Lebens fesselten sie so sehr, daß sie ihren Empfindungen unbedingt mittels ihrer Feder Ausdruck verschaffen mußte. Die Welt war voller verlorener, aber unsterblicher Träume. Nur ein dünner Vorhang trennte sie von der Wirklichkeit. Sie wollten entdeckt und gedeutet werden und riefen nach ihr, mit einer Stimme, der sie einfach gehorchen mußte.

Emily war voller jugendlicher Lebensfreude. Das Leben war verlockend und winkte sie immer und immer weiter. Emily wußte, daß ihr ein harter Kampf bevorstand. Sie wußte, daß sie die Nachbarn von Blair Water immer wieder vor den Kopf stoßen würde, wenn sie für einen von ihnen zum Beispiel einen Nachruf schreiben sollte oder wenn sie beim Schreiben ein ungewöhnliches Wort gebrauchte. Immer muß sie so großspurig daherreden, würde es dann wieder heißen. Sie wußte, daß es weiterhin Absagen hageln würde. Sie wußte, daß es Tage geben würde, an denen sie sich verzweifelt einredete, sie sei absolut unfähig zu schreiben. Tage, an denen sie die Absagen mit ihren abgedroschenen Phrasen einfach nicht mehr sehen konnte und vor Wut am liebsten die Wohnzimmeruhr mit ihrem höhnischen, erbarmungslosen Ticktack aus dem Fenster schleudern würde. Tage, an denen alles schiefging und sie mit nichts zufrieden war. Tage, an denen sie an ihrer Überzeugung zweifeln würde, daß in der Poesie genausoviel Wahrheit lag wie in der Wirklichkeit. Tage, an denen das beiläufige Wort, nach dem sie so begierig lauschte, wie ein spöttisches Echo an ihr Ohr drang, ohne je wirklich erreichbar zu sein.

Sie wußte, daß Tante Elizabeth ihre Schreibsucht zwar duldete, sie aber keineswegs billigte. Doch Emily hatte immerhin in den zwei Jahren, während sie die High School in Shrewsbury besuchte, mit ihren Gedichten und Geschichten Geld verdient. Tante Elizabeth hatte es kaum fassen können – daher also wohl ihre Nachsicht. Trotzdem gehörte es sich nicht für eine Murray! Niemand in der Familie hatte je geschrieben! Außerdem hatte die ehrenwerte Elizabeth Murray immer das ungute Gefühl, als würde sie dabei von irgend etwas ausgeschlossen. Ja, sie nahm es Emily in der Tat übel, daß sie außer auf New Moon und in Blair Water auch noch in einer anderen Welt lebte, in einem funkelnden, unermeßlichen Königreich, in das sie jederzeit eintreten und wohin ihr keine Tante der Welt folgen konnte. Hätte Emily nicht so oft den Eindruck erweckt, als sähe sie etwas Wunderschönes und Geheimnisvolles vor Augen, wer weiß, vielleicht hätte Tante Elizabeth dann etwas mehr Verständnis für sie aufbringen können. Aber niemand läßt sich gern aussperren, schon gar nicht die selbstgefälligen Murrays von New Moon.

Diejenigen Leser, die Emily schon in den Jahren auf New Moon und in Shrewsbury begleitet haben, wissen wohl, wie sie ausgesehen hat. Für diejenigen, die Emily noch nicht kennengelernt haben, möchte ich sie beschreiben, wie sie im blühenden Alter von siebzehn Jahren aussah, während sie an einem goldenen Herbsttag durch den alten Garten von New Moon spazierte. Dieser Garten war eine Stätte des Friedens. Ein bezaubernder Garten mit den prächtigsten Farben und wunderschönen geheimnisvollen Schatten. Er war erfüllt vom Duft der Fichten und Rosen; Bienen summten, der Wind sang sein Klagelied, das Meer rauschte in der Ferne, und im Norden hörte man immer das leise Seufzen der Tannen in Lofty John Sullivans Busch. Emily liebte jede Blume, jeden Schatten und jede Stimme in diesem Garten und jeden dieser schönen alten Bäume. Ganz besonders die wilden Kirschbäume hinten in der Ecke, die drei Pyramidenpappeln, die sie „die drei Prinzessinnen" nannte, den wilden, mädchenhaften Pflaumenbaum am Bach, die große Fichte in der Mitte des Gartens, einen Silberahorn und eine Pinie weiter draußen, eine Zitterpappel in einer anderen Ecke, die immer mit dem Wind flirtete, und die weißen Birken in Lofty Johns Busch, die würdevoll in einer Reihe standen.

Emily war glücklich, an einem Ort zu wohnen, wo es so viele Bäume gab, uralte Bäume, gepflanzt und gepflegt von Händen, die längst tot waren, untrennbar verknüpft mit den Freuden und Leiden der Menschen, die sich in ihrem Schatten aufgehalten hatten.

Emily war ein schlankes junges Mädchen. Ihr Haar schimmerte wie schwarze Seide. Ihre Augen waren grau, und die Schatten unter ihren Augen waren besonders dunkel und reizvoll, wenn sie zu verbotener Stunde noch wach war, um eine Geschichte zu Ende zu schreiben oder den Grundriß für eine neue Handlung auszuarbeiten. Sie hatte einen scharlachroten Mund mit den typischen Murray-Fältchen in den Mundwinkeln; und sie hatte spitze, koboldhafte Ohren. Vielleicht waren die Mundfältchen und die spitzen Ohren schuld daran, daß manche Leute fanden, sie hätte etwas von einer Katze. Ihr Kinn und ihr Nacken waren fein geformt; und sie hatte ein ganz verblüffendes Lächeln, das langsam immer breiter wurde, bis es in einem Strahlen endete.

Ihre Knöchel gefielen ganz besonders der klatschsüchtigen alten Tante Nancy Priest, die sie überall anpries. Ihre Wangen waren rosig, nur manchmal verfärbten sie sich plötzlich tiefrot. Es brauchte nicht viel, um Emily zum Erröten zu bringen. Es genügte schon der Wind draußen auf dem Meer, das leuchtende Blau des Himmels, eine feuerrote Mohnblume, weiße Segel, die im strahlenden Morgenlicht den Hafen verließen, das Meer im silbernen Schein des Mondes, eine leuchtend blaue Akelei im alten Obstgarten. Oder ein ganz bestimmtes Pfeifen aus Lofty Johns Busch.

Und sonst – war Emily eigentlich hübsch? Ich kann es nicht sagen. Emily wurde jedenfalls nie erwähnt, wenn von den Schönheiten von Blair Water die Rede war. Doch wer je ihr Gesicht gesehen hatte, der vergaß es nie wieder. Es kam nie vor, daß jemand, dem Emily zum zweiten Mal begegnete, in Verlegenheit kam und sagte: „Hm, irgendwie kommen Sie mir bekannt vor, aber …"

Unter Emilys Vorfahren hatte es viele reizende Frauen gegeben. Alle hatten ihr etwas von ihrer Persönlichkeit mitgegeben. Sie war wie ein sprudelnder Wasserfall. Ein Gedanke konnte sie bewegen wie heftiger Wind, ein Gefühl sie überwältigen wie ein Sturm. Sie gehörte zu jenen temperamentvollen Menschen, von denen man sich, auch wenn sie gestorben sind, nicht vorstellen kann, daß sie wirklich tot sind. Sie sprühte vor Leidenschaft – ganz im Gegensatz zu ihrer praktisch und vernünftig denkenden Sippschaft. Viele Menschen mochten sie, aber viele mochten sie auch nicht. Auf jeden Fall kam es nie vor, daß sie jemandem einfach gleichgültig war.

Als Emily noch klein war und mit ihrem Vater in dem kleinen alten Haus in Maywood lebte, wo er später starb, da war sie einmal hinausgezogen, um das Ende des Regenbogens zu suchen. Sie lief weit hinaus über Felder und Hügel, voll Hoffnung und Erwartung. Doch während sie noch lief, wurde der wundervolle Bogen schwächer und immer schwächer – und schließlich war er fort. Emily war ganz allein in einem unbekannten Tal. Für einen Augenblick fingen ihre Lippen an zu zittern. Tränen traten ihr in die Augen. Doch dann hob sie den Kopf und lächelte tapfer zum Himmel hinauf.

„Es wird wieder einen Regenbogen geben", sagte sie. Das Leben auf New Moon war nicht mehr wie früher. Emily mußte sich erst noch daran gewöhnen. Sie mußte wohl damit rechnen, daß sie sich manchmal einsam fühlen würde. Ilse Burnely, ihre übermütige, seit sieben Jahren treue Freundin, war auf die Schule für Literatur und Ausdruck nach Montreal gegangen. Unter Tränen hatten die beiden Mädchen voneinander Abschied genommen und sich geschworen, sich nie wieder an der gleichen Stelle zu treffen. Machen wir uns doch nichts vor: Wenn sich Freunde nach einer Zeit der Trennung wiedertreffen, dann ist da immer ein Gefühl der Fremdheit – mal schwächer, mal stärker. Keiner findet den anderen völlig unverändert. Das ist natürlich und unvermeidbar. Der Mensch entwickelt sich ständig weiter, er bleibt nie an einer Stelle stehen. Aber was nützt uns das Philosophieren, wer kann schon das Gefühl der Verwirrung und Enttäuschung unterdrücken, wenn er feststellen muß, daß der Freund nicht mehr derselbe ist und nie wieder derselbe sein kann wie früher – auch wenn er sich zum Guten hin verändert hat?

Emily spürte das ganz deutlich, im Gegensatz zu Ilse. Sie fühlte, daß es Abschied nehmen hieß von der Ilse aus ihren Kindertagen auf New Moon und ihren Studienjahren in Shrewsbury. Auch Perry Miller, früher „Knecht" auf New Moon, dann erfolgreicher Absolvent der High School, hoffnungsfroher, aber abgewiesener Verehrer von Emily und Zielscheibe von Ilses Wutausbrüchen – war gegangen. Er studierte Rechtswissenschaften in einem Anwaltsbüro in Charlottetown und hatte schon verschiedene vielversprechende Ziele im Auge.

Das Ende des Regenbogens – ein ersponnener Topf voller Gold, nein, das war nichts für Perry. Er wußte genau, was er wollte, und er richtete sich danach. Langsam glaubten die Leute auch, daß er es schaffen würde. Schließlich war doch der Abstand zwischen einem juristischen Angestellten in Mr. Abels Büro und dem Obersten Gerichtshof von Kanada auch nicht größer als der Abstand zwischen demselben Angestellten und dem barfüßigen Straßenjungen aus Stovepipe Town unten am Hafen.

Teddy Kent von Tansy Patch war schon eher einer, der dem Regenbogen nachlief. Aber auch er ging fort, auf die Kunstakademie nach Montreal. Er wußte, wie verlockend, aber auch wie hoffnungslos und schmerzlich es war, wenn man auf die Suche nach dem Regenbogen ging.

„Auch wenn wir den Regenbogen nie finden werden – das Suchen hat doch auch seinen Reiz. Mehr vielleicht, als wenn wir ihn finden", sagte Teddy zu Emily, als sie kurz vor Teddys Abreise im Dämmerlicht durch den Garten von New Moon schlenderten.

„Aber wir werden ihn finden, sagte Emily und richtete den Blick auf einen Stern, der über den „drei Prinzessinnen funkelte. Die Art, wie Teddy „wir" gesagt hatte, machte Emily ganz selig. Emily war immer ehrlich zu sich selbst, sie brauchte sich da gar nichts vorzumachen: Teddy Kent bedeutete ihr mehr als sonst irgend jemand auf der Welt. Aber sie – wieviel bedeutete sie ihm eigentlich? Wenig? Viel? Oder etwa gar nichts?

Emily hatte absichtlich an diesem Abend keinen Hut aufgesetzt, sondern ihr Haar mit vielen kleinen, gelben Chrysanthemen geschmückt, die sie sternförmig angeordnet hatte. Lange hatte sie darüber nachgedacht, was für ein Kleid sie tragen sollte, bis sie sich für das Seidenkleid mit den gelben Schlüsselblumen entschieden hatte. Sie fand, daß sie darin sehr nett aussah. Aber was bedeutete das schon, wenn Teddy gar keine Notiz davon nahm? Er sah sie immer gleich an, dachte sie gekränkt. Dean Priest wäre da ganz anders, der hätte ihr ein Kompliment gemacht.

„Ich weiß nicht, sagte Teddy. Mißmutig sah er dabei Emilys grauem Kater Daffy nach, der wie ein Tiger durchs Dickicht schlich. „Ich weiß nicht. Jetzt, wo ich kurz vor der Abreise stehe, habe ich so ein flaues Gefühl. Vielleicht ist die ganze Mühe umsonst. Das bißchen Zeichentalent – was nützt das schon? Vor allem, wenn man nachts um drei wach liegt und darüber nachdenkt?

„Das Gefühl kenne ich nur zu gut, sagte Emily. „Gestern abend habe ich stundenlang über eine Geschichte nachgegrübelt, bis ich in meiner Verzweiflung zu der Einsicht kam, daß ich nie schreiben kann, daß ich es gar nicht erst zu versuchen brauche – daß ich nichts zustande bringe, was wirklich von Bedeutung ist. Mit dieser Erkenntnis ging ich zu Bett und weinte, bis mein Kissen ganz naß war. Um drei Uhr wachte ich auf und konnte noch nicht mal mehr weinen. Es kam mir plötzlich so sinnlos vor zu weinen. So sinnlos wie lachen oder ehrgeizig sein. Ich hatte überhaupt keinen Mut mehr. Dann stand ich im Morgengrauen auf und fing mit einer neuen Geschichte an. Man darf sich einfach nicht unterkriegen lassen von dem Gefühl, das einen nachts um drei überkommt.

„Aber leider ist es in jeder Nacht drei Uhr, sagte Teddy. „Um diese Zeit steht für mich immer fest, daß man das, was man am meisten will, garantiert nicht bekommt. Dabei gibt es zwei Dinge, die ich mir sehnlichst wünsche. Das eine ist natürlich, ein großer Künstler zu werden. Ich habe mich nie für einen Feigling gehalten, Emily, aber jetzt habe ich Angst. Wenn ich es nicht schaffe! Alle werden mich auslachen. Mutter wird sagen, siehst du, ich habe es gleich gewußt. Sie läßt mich nur sehr ungern gehen, mußt du wissen. Wenn ich mir vorstelle, daß ich versage! Es wäre wirklich besser, ich würde nicht gehen.

„Nein, du mußt gehen! ereiferte sich Emily. Gleichzeitig fragte sie sich, was wohl das zweite sein mochte, das Teddy sich so sehnlich wünschte. „Du darfst keine Angst haben, sagte sie. „In der Nacht, als Vater starb, sagte er zu mir, daß ich vor nichts Angst zu haben brauche. Und hat Emerson nicht mal gesagt: ‚Tu immer das, wovor du Angst hast‘?"

„Wahrscheinlich hat Emerson das gesagt, nachdem er schon alles hinter sich hatte, was ihm je Angst gemacht hat. Hinterher kann man leicht reden."

„Du weißt, ich glaube an dich", sagte Emily leise.

„Ja, das weiß ich. Du und Mr. Carpenter. Ihr seid die einzigen, die wirklich an mich glauben. Sogar Ilse ist der Meinung, daß Perry es viel eher zu etwas bringt als ich."

„Dafür bist du auf dem Weg zum Gold des Regenbogens."

„Aber wenn ich es nicht finde und dich enttäusche – das wäre das Schlimmste überhaupt."

„Aber du wirst es finden. Siehst du den Stern dort oben über den ‚drei Prinzessinnen‘, Teddy? Das ist die Wega aus dem Sternbild der Leier. Sie ist mein Lieblingsstern. Weißt du noch, wie wir früher abends im Obstgarten saßen, du und Ilse und ich, während Cousin Jimmy die Kartoffeln für die Schweine kochte? Du hast uns dann immer so wunderschöne Geschichten über diesen Stern erzählt – und über dein früheres Leben, bevor du auf diese Welt kamst."

„Ja, wir waren richtig unbekümmerte Grünschnäbel damals", sagte Teddy wie ein von Sorgen niedergedrückter Mann, der sich wehmütig an seine sorglose Jugendzeit zurückerinnert.

„Ich möchte, daß du mir etwas versprichst, sagte Emily. „Immer, wenn du diesen Stern siehst, dann denke daran, daß ich an dich glaube – ganz fest.

„Und versprichst du mir, daß du immer an mich denkst, wenn du diesen Stern siehst? fragte Teddy. „Oder besser: Wir wollen einander versprechen, daß wir immer an den anderen denken, wenn wir diesen Stern sehen. Überall und solange wir leben.

„Ich verspreche es", sagte Emily. Wie sie Teddy liebte, wenn er sie so anschaute!

Was für ein romantisches Versprechen! Aber was bedeutete es eigentlich? Emily wußte es nicht. Sie wußte nur, daß Teddy fortgehen würde, daß das Leben ihr plötzlich leer und kalt vorkam – daß der Wind in den Bäumen von Lofty Johns Busch so traurig klang – daß der Sommer vorbei und der Herbst gekommen war. Und daß der Topf voller Gold am Ende des Regenbogens irgendwo in weiter Ferne lag.

Warum bloß hatte sie diesen Stern erwähnt? Warum bloß kam man bei Tannenduft und Abendrot auf so dumme Gedanken?

Zweites Kapitel

New Moon, 18. November 19..

Heute kam die Dezemberausgabe der Zeitschrift Marchwood mit meinem Gedicht Flüchtiges Gold. Ich schreibe das deshalb in mein Tagebuch, weil sie meinem Gedicht eine ganze Seite gewidmet und es noch dazu illustriert haben – noch nie ist eins meiner Gedichte so zu Ehren gekommen. Dabei ist es wahrscheinlich ziemlich kitschig – Mr. Carpenter hat nur die Nase gerümpft, als er es las, und sich geweigert, überhaupt etwas dazu zu sagen. Mr. Carpenter würde nie auf die Idee kommen, irgendeinen Trost auszusprechen, wenn ihm etwas nicht gefällt; aber wenn er gar nichts sagt, das ist wie ein Schlag ins Gesicht. Wenn die Leser allerdings nicht so genau auf den Inhalt achten, dann kommt das Gedicht vielleicht doch an, so vornehm, wie es aussieht.

Was für ein Segen, daß dem Herausgeber die Idee mit den Illustrationen gekommen ist! Er hat mein angeknackstes Selbstvertrauen wieder aufgerichtet!

Allerdings war ich mit den Bildern nicht so ganz einverstanden. Der Künstler hat das, was ich aussagen wollte, überhaupt nicht begriffen. Teddy hätte das bestimmt besser gemacht.

Teddy macht große Fortschritte auf der Kunstakademie. Und die Wega leuchtet jeden Abend. Ich wüßte zu gern, ob er wirklich jedesmal an mich denkt, wenn er sie sieht. Womöglich sieht er sie überhaupt nicht. Vielleicht fällt sie gar nicht auf in Montreal mit seinen vielen Lichtern. Er scheint Ilse ziemlich oft zu sehen. Sie sind bestimmt heilfroh, sich zu kennen, in einer so großen Stadt voller fremder Leute.

26. November 19..

Heute war ein wunderschöner Novembertag – sommermild und herbstlich-süß. Ich bin zum Friedhof unten am See gegangen und habe dort eine ganze Weile gelesen. Tante Elizabeth versteht nicht, wie man sich an so einem schauerlichen Ort niederlassen kann, und sie hat zu Tante Laura gesagt, ich hätte womöglich eine krankhafte Ader. Aber ich wüßte nicht, was daran krankhaft sein soll. Es ist schön dort, und der Wind trägt immer so würzige und süße Düfte über den See herüber. Es ist ruhig und friedlich dort, umgeben von den alten Gräbern – lauter grüne Hügelchen, die mit rauhreifbedecktem Farn besprenkelt sind. Männer und Frauen liegen dort, die im selben Haus gewohnt haben wie ich. Männer und Frauen, die gesiegt haben – Männer und Frauen, die besiegt worden sind – und jetzt sind Sieg und Niederlage eins. Auf dem Friedhof kann ich nie himmelhoch jauchzend oder zu Tode betrübt sein. Es ist dort alles nicht mehr so wichtig. Ich mag die uralten roten Sandsteinplatten, besonders die auf Mary Murrays Grab mit der Inschrift „Hier bleibe ich" – welche ihr Mann aus Rache eingravieren ließ. Sein Grab liegt direkt neben ihrem, und ich bin sicher, sie haben einander längst verziehen. Vielleicht kommen sie ja manchmal bei Mondschein hervor, schauen sich die Inschrift an und lachen darüber. Man kann die Schrift kaum noch lesen, weil der Stein mit lauter winzigen Flechten bewachsen ist. Cousin Jimmy hat es aufgegeben, sie wegzukratzen. Eines Tages wird der alte Stein so zugewachsen sein, daß es aussieht, als wäre er voller grüner, roter und silberner Flecken.

20. Dezember 19..

Heute ist etwas Erfreuliches passiert. Ich bin ganz aus dem Häuschen. Madison’s hat meine Geschichte Die Anklage angenommen!!! Es ist nämlich sehr schwierig, bei dieser Zeitschrift unterzukommen – daher die drei Ausrufezeichen. Das weiß ich nur zu gut. So oft schon habe ich es versucht, und der Dank für meine Mühe war immer und immer wieder das Übliche von wegen „wir bedauern, Ihnen mitteilen zu müssen" – Und jetzt hat es endlich doch geklappt! Bei Madison’s angenommen zu werden ist ein sicheres Zeichen dafür, daß der Weg zum Gipfel erreichbar ist. Der Herausgeber hat sogar netterweise gesagt, es sei eine bezaubernde Geschichte.

Er hat mir einen Scheck über fünfzig Dollar geschickt. Bald werde ich Tante Ruth und Onkel Wallace das Geld zurückzahlen können, das sie für mich in Shrewsbury ausgegeben haben. Tante Elizabeth hat den Scheck mal wieder argwöhnisch beäugt, sich aber – zum erstenmal – die Frage verkniffen, ob die Bank mir das Geld wirklich in bar auszahlt. Tante Lauras schöne blaue Augen strahlten vor Stolz. Strahlende Augen gefallen mir – besonders wenn sie wegen meines Erfolgs so strahlen.

Cousin Jimmy findet, daß Madison’s mindestens soviel taugt wie alle

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Rezensionen

Was die anderen über Emily in Blair Water denken

4.2
19 Bewertungen / 19 Rezensionen
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Leser-Rezensionen

  • (5/5)
    As the culmination to the Emily series, I like this one the best. It has that bit of drama and a little bit of mystery that made me want to keep reading. When I read it as a teenager, I remember thinking that the Emily books were dark, but having read them more recently now, I'm finding that really this is the only one with slightly dark elements, and even those pale in comparison to Montgomery's other books. All the same, I really did enjoy the progression of the story, the character's struggles with tradition, with ambition and with (perceived) unrequited love. The ending seems almost too clean to wrap things up in a satisfying way, but the ending does satisfy that need for closure and the need for all of the characters to be with those whom they love. I can't help it - sometimes I just need a story with a clean ending, and Emily fulfills that need.
  • (5/5)
    The third and final Emily novel I think this book is brilliant. I love the story and the idea that some people (Emily and Teddy, Ilse and Perry) just belong together. It's beautiful and moving and so romantic. I love Emily's prophetic dreams and visions and I love that Emily, unlike her counterpart Anne, never changes and never stops being herself. It's a delicious read!
  • (5/5)
    Wonderful! Delightful! Enchanting! Descriptive, entertaining! Saddest, most romantic book that I have ever read. Recommended to anyone that likes romantic, yet sad books, that are anyways very, very happy. Loved it. Loved it. Loved it.
  • (5/5)
    This book is amazing and spectacular! Good writing, painfully wonderful with supreme bliss at the very end. The author literally lifts you out of the most miserable depths that it is possible for a reader to feel and throws you up into clouds of bliss! Highly recommended!
  • (3/5)
    Whew. I'm glad I read these, and glad I'm done. No more of Emily's confused passions; finally she's found her place as a remarkable adult. The thing that bothered me about Dean Priest resolved out appropriately, and we got to know Mrs. Kent better.

    There are some nice observations & lines sprinkled through the melodrama: Most young men are *such* bores. They haven't lived long enough to learn that they are not the wonders to the world they are to their mothers.""
  • (5/5)
    Another one of my childhood books that should go to a deserving child. I think I liked the Emily series of books even more than the Anne series because there is always one incidence of supernatural in them.
  • (4/5)
    Emily's Quest by L.M. Montgomery; (3 1/2*)This is my least favorite of the Emily trilogy by Montgomery but it could easily have been my most favorite of all Montgomery's works!I loved the characters and thought they were well drawn and that the growth was there for most all of them. Loved the 'wind woman' and was sad that 'the flash' came so rarely in this third novel. Loved the basic storyline but was irritated that there was so much of: "see Emily of New Moon" and "see Emily Climbs". There was a lot of repetitiveness from the first two books of the trilogy and so this one did not seem as original as the others.It saddened me that Emily was so lonely for much of the story. While she decided to stay at New Moon and write, her friends Ilse, Perry and Teddy all went off to travel and develope their careers. Emily began to feel increasingly distant from all of them and as a defence for her aloneness she put on her proud 'Murray airs' which alienated her friends even more. She shut herself away in her room writing day and night trying not to think of her friends, where they were and what they were doing. In this closing book of the trilogy we see Emily's growth as a writer and her compulsion to be out of doors, especially late at night. But in these hours is when she is blessed with most of her story ideas. I found the ending of the novel too pat and sadly unsatisfying. But I wish that Emily could have lived on. I saw her living in the 'disappointed house' and writing her years away with just a cat for company. I guess I like dark.
  • (5/5)
    Reading Emily of New Moon I began to have an idea of why I've never loved and spent time with Emily Byrd Starr as I have with Anne Shirley or Pat Gardiner. I began to suss it out then, but I loved the book and it still seemed strange to me. With Emily Climbs it began to seem clearer – that dark streak running through it, I said, and left it at that. But it is only on finishing Emily's Quest that I fully understand – and that is partly because I know, on closing this book, I will be leaving it closed for possibly another twenty years. Whether I have the moral courage to read it then will be interesting to see – almost like Emily's fortitude in reading her letter from her fourteen-year-old self to herself at twenty-four, except unlike the very young Emily I know the pain within the pages aimed twenty years ahead. There is pain in the other books, deep and seemingly impassible, and I always cry over the other books (Matthew…). I recognize myself in Valancy, heaven knows, and Anne and Pat, and so their pain is very real to me. But it is their pain. The pain that laces through Emily is personal. I have never read L.M. Montgomery's journals or memoirs or letters, so I don't know if my reading is true, but it feels as though a great deal of Emily comes from Lucy Maude. I find it hard to believe, for one thing, that the snippets of reviews Emily reads to her staunchly supportive family aren't true to life. My feeling is that while the specifics of the circumstances of the years spanned in Quest are wholly fictional, wholly Emily's own, the emotions are not in the least fictional. Fictionalized. After decades loving Anne and Pat and Valancy, still I can't help but identify most strongly of all with Emily – and it is the Emily in this book that brings me to tears. Alone, and left alone, and in no small way responsible for that aloneness, but knowing that there was no other action or set of actions that would have ever been tolerable in any given situation. "I have not heard even from Ilse for a long time. She has forgotten me, too." I know that feeling well. That was the feeling – of having been forgotten in general, compounded with actually being told by someone I held dear that he had forgotten about me, that caused me to – as someone wise recently said – be still and lock the gate from the inside. I walked away then and made some decisions and will hold to them. My locks might get a bit rusty. Facing the daily struggle against the inner demon editor who insists that every word written is trash, or worse, that no one will read this nonsense, that … well. She was, obviously, far more successful in ignoring or silencing that voice than I ever have been, or, at times, ever hope to be. It's funny, though, and I apologize for a spoiler, but even Emily's greatest literary triumph to date was painful to me; I haven't finished a book, much less had it rejected by uncounted publishers, but I know that if I did, and gave up as Emily does, there is no Uncle Jimmy figure in my life to pull it out of storage and send it out again. So I wonder, in a way, that I didn't love these books more when I was the age of Emily (book two). An artist of extraordinary talent, when I wanted to be, planned to be an artist; a writer heroine, when I already was scribbling a little here and there; hard work leading to success and happiness. It should all have appealed, then. Now … the pain is too real, and the abruptly happy ending not as easy to swallow. It's a beautiful book, and a beautiful trilogy … but not for the young and hopeful, or the … what? Not-so-young and futile-feeling. Perhaps it's for those who have been through the pain and persevered better than I have. For me? I think Emily is going to go into a box, and the box is going to be set at the back of a shelf, and the dust will collect on it, and – no. I won't even express the hope that one day I'll read them again without the ache. On the shelf they'll stay.
  • (3/5)
     A stronger book than, Emily Climbs, this novel sees Emily on the cusp of adulthood and looking for love. Instead, she finds Dean Priest, ready to build a future with her, but not as a writer. Still Dean is fond of her, and takes excellent care of her, but what of Teddy? Can it be that Teddy really cares for Ilse?I rather liked this book, but the ending was super abrupt. As with the first book, I'd say great for die-hard Anne fans.
  • (4/5)
    This cover is hilarious: Emily's quest leads her to the beach, where she is clearly at a loss.
  • (4/5)
    The third and final installment of L.M. Montgomery's series of books devoted to the adventures of aspiring writer Emily Byrd Starr - begun in Emily of New Moon, and continued in Emily Climbs - Emily's Quest sometimes reads like a Prince Edward Island soap-opera, with all the romantic twists and turns implicit in such a description. The most mature of the three novels, it follows its eponymous heroine through a number of years at New Moon, as she becomes engaged, then unengaged, realizes her true love, becomes estranged from him (and watches as he prepares to wed another), all while spreading her literary wings, and achieving her first true success as an author...But despite the sense of melodrama that sometimes makes itself felt, this novel still has the power to affect me deeply, involving me emotionally in Emily's turbulent journey through her young adult years. Although many of my fellow readers, particularly in our discussions over at the Kindred Spirits Book Club to which I belong, have expressed a distaste for the character of Dean Priest, citing his manipulative and possessive behavior, and his dishonesty regarding Emily's writing, I actually find him a moving character. His faults are considerable, but something about his lonely life - enriched by knowledge and impoverished by cynicism - always speaks to my heart. Given that this is so, I have always thought that Montgomery demonstrated great insight and wisdom in refraining from emulating that overused trope - so popular in sentimental novels - of the young innocent who redeems the world-weary cynic. That alone would make this book a worthwhile reading experience for me, although I found many other qualities to admire.Montgomery's descriptions of her beloved Prince Edward Island are as lush as ever, with none of the purple prose that sometimes appeared in Emily of New Moon, and her cast of characters, from the Murrays of New Moon to the seemingly remote Ilse and Teddy, are well drawn. I did wish that Emily's three childhood friends appeared more often, but perhaps that too is a sign of a well-crafted narrative. After all, Emily is growing up, and change must come. The fact that the reader shares her wistful sense of things not turning out quite as expected - as in the bittersweet scene in which she reads her letter to herself at twenty-four, written when she was fourteen - is another testament to Montgomery's powers as a writer.All in all, I am glad to report that Emily's Quest (along with the entire Emily Trilogy) has withstood the test of time, appealing as much to my adult self as it did to the adolescent reader of yesteryear.
  • (4/5)
    Off all the Emily books, this was my least favorite. I spent most of the novel wondering how on earth she could become engaged to Dean, and why, oh, why, didn't she and Teddy simply tell each other how they felt. Then all this misunderstanding never would have happened. I felt so dreadful when she burned her first book. However, like all L M novel's every thing's always alright at the end.
  • (5/5)
    Rich conclusion to a wonderful series.
  • (4/5)
    A satisfying continuation of the Emily trilogy, focusing on her writing aspirations as an adult.
  • (4/5)
    Least favourite of the series. Oh, I still liked it enough, but it was a bit too old for me - I was only 10 or so!
  • (4/5)
    What is interesting about this conclusion to Emily's story is how full it is of grief and doubt and mistakes. Ms. Montgomery brings it right in the end, but the heartbreaking emotions and the battle of head over heart is very real and pervasive in the book. I never really like Dean in this series and this last book makes me really despise him - Emily is a much more forgiving person than I am, and it is a tribute to her maturity that she knows forgiving will give her more peace than not forgiving. I love the end - and probably for Teddy all the mistakes made him a man worth loving. Of course, most of what we know about Teddy in this book comes from Ilse, who is sort of suspect as a narrator!
  • (4/5)
    ok, getting tired of romantic love stories. Time to read something by someone other than L.M. Montgomery, though I still do adore her.
  • (3/5)
    Off all the Emily books, this was my least favorite. I spent most of the novel wondering how on earth she could become engaged to Dean, and why, oh, why, didn't she and Teddy simply tell each other how they felt. Then all this misunderstanding never would have happened. I felt so dreadful when she burned her first book. However, like all L M novel's every thing's always alright at the end.
  • (4/5)
    Lovely to re-discover this old childhood favourite. It's said that the Emily books are somewhat autobiographical, and more closely resemble LM Montgomery's own life than the Anne books. Reading this shortly after excerpts of Montomery's own journals, it's interesting to recognise certain (occasional) chunks of Emily's journal which appear to be taken from Montgomery's own journal almost verbatim.