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Das ferne Grab: Mit dem Gedichtzyklus "schöne kindheit gewesen"

Das ferne Grab: Mit dem Gedichtzyklus "schöne kindheit gewesen"

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Das ferne Grab: Mit dem Gedichtzyklus "schöne kindheit gewesen"

Länge:
148 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
Apr 1, 2015
ISBN:
9783945294017
Format:
Buch

Beschreibung

Luise Thal, 82, entschließt sich trotz ihres hohen Alters zu einer Reise nach Wolgograd, dem früheren Stalingrad. Auf dem dortigen deutschen Soldatenfriedhof befindet sich das Grab ihres im Jahr 1942 gefallenen Mannes.

Ein halbes Leben lang hat sie die Hoffnung nie ganz verloren, dass er doch noch eines Tages wieder nach Hause kommt. Nun will sie Abschied nehmen. In die Gegenwartshandlung fließen immer wieder Erinnerungen aus Luise Thals Leben ein. Der Erzähler Ulrich Völkel fügt zwischen die einzelnen Kapitel die originalen Briefe seiner Eltern ein, die sie sich 1942 geschrieben haben. So erfährt man Authentisches über das Leben an der Ostfront und nimmt teil an den Sorgen einer Soldatenfrau mit ihren drei Kindern an der sogenannten Heimatfront. Trotz des bedrückenden Hintergrundes gelingt es Völkel, den Leser mit tiefem Respekt vor der Lebensleistung einer tapferen Frau zu entlassen.

Ebenfalls in diesem Buch enthalten ist Ulrich Völkels Gedichtzyklus "schöne kindheit gewesen", in dem er sich an seine Kinderjahre während des Krieges und Nachkrieges erinnert.
Herausgeber:
Freigegeben:
Apr 1, 2015
ISBN:
9783945294017
Format:
Buch

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Buchvorschau

Das ferne Grab - Ulrich Völkel

I

Jetzt sitzt sie im Bus. Der wird sie zum Flugplatz bringen. Die Maschine startet in zwei Stunden. Ankunft in Wolgograd: 14.30 Uhr Ortszeit. Dann ist es hier, rechnet sie zurück, eine halbe Stunde nach Mittag.

Wolgograd. An diesen Namen muss sie sich erst gewöhnen. Stalingrad hieß die Stadt. Es ist lange her, dass sie den Namen der fremden Stadt zum ersten Mal gehört hat, fast sechzig Jahre. Damals war sie gerade 25 geworden, als Robert, ihr Mann, ins Feld ging. Ins Feld – als zöge ein Bauer hinaus, um die Ernte einzubringen. Stalingrad. In der Nähe dieser Stadt ist er gefallen, lautete die amtliche Mitteilung, die sie erst sieben Monate später erhielt. Gefallen. Auch so ein verlogenes Wort, als ob er gestolpert und hingefallen wäre. Sein Kamerad, der sie nach dem Krieg besucht hat, hatte gesagt, dass es ein Kopfschuss gewesen sei. Robert habe nicht gelitten, sagte der Kamerad. Es seien sehr viele gefallen, besonders an diesem Tag. Unweit von Stalingrad, das seit einiger Zeit Wolgograd heißt.

Die Nervosität der letzten Wochen hat sich gelegt. Das erstaunt sie. Müsste sie nicht von Stunde zu Stunde aufgeregter sein, reist sie doch in dieses fremde Land, in diese fremde Stadt, in deren Nähe der große Soldatenfriedhof angelegt worden ist? Fast ein Leben lang ist das alles her. Und immer war noch die geradezu unsinnige Hoffnung, dass Robert vielleicht doch nicht gefallen sei; verwundet womöglich und in irgendeinem russischen Dorf gesund gepflegt worden von einer Frau, deren Mann Soldat gewesen war auf der anderen Seite der Front. Man hatte solche Geschichten schon gehört: Schwer verwundeter deutscher Soldat wachte nach langer Zeit aus seiner Bewusstlosigkeit auf und hatte alles vergessen. Und ist in diesem Dorf geblieben, erinnerungslos, ein Russe geworden. Das soll es wirklich gegeben haben.

Sie hat nie sein Grab gesehen. Gegen alle Vernunft waren die Zweifel an seinem Tod geblieben. Darüber ist sie eine alte Frau geworden. Ihre Söhne hatten von der Reise abgeraten. Sie mache sich keine Vorstellungen von den Strapazen, die sie auf sich nähme. Lange hatte sie auf ihre Kinder gehört. Aber seit diesem Schwächeanfall vor einem halben Jahr wusste sie, dass sie nicht mehr viel Zeit hat. Und da sagte sie: Ich werde

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