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Seewölfe - Piraten der Weltmeere 282: Im Auftrag der Königin

Seewölfe - Piraten der Weltmeere 282: Im Auftrag der Königin

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Seewölfe - Piraten der Weltmeere 282: Im Auftrag der Königin

Länge:
120 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
Feb 14, 2017
ISBN:
9783954396795
Format:
Buch

Beschreibung

Die Seewölfe auf der Sambuke zogen die Köpfe ein, als sie das häßliche Geräusch der heranwirbelnden Kettenkugeln hörten. Es war genau das eingetreten, was Ben Brighton hatte vermeiden wollen, nämlich in den Schußbereich der Karavelle zu geraten. Zwei Kettenkugeln rasten in das Rigg der Sambuke, und da gab´s Kleinholz. Die lange Rahrute des vorderen Lateinersegels zersplitterte wie morsches Holz, löste sich vom Pfahlmast und klatschte samt dem zum Teil zerfetzten Segel an Steuerbord ins Wasser. Pete Ballie, der am Ruder stand, konnte überhaupt nichts tun. Die Sambuke stellte sich quer, das große Segel an Steuerbord im Wasser wirkte wie ein mächtiger Hebelarm. Das sah übel aus für die Seewölfe unter Ben Brighton. Die Karavelle schäumte heran wie ein wütender Schwan - auf Rammkurs...
Herausgeber:
Freigegeben:
Feb 14, 2017
ISBN:
9783954396795
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

Seewölfe - Piraten der Weltmeere 282 - Davis J.Harbord

8

1.

Falmouth, Ende Juli 1592.

Die beiden Männer, die an diesem Abend von Osten her Falmouth erreichten, waren keine guten Reiter. Vor allem der eine von beiden hing mehr im Sattel, als daß er saß. Er wirkte wie eine dicke fette Kröte, die aus purem Zufall auf ein Pferd geraten und aus Angst, hinunterzufallen, dort hocken geblieben war.

Dieser Mann hieß Samuel Taylor Burton. Er war einmal Friedensrichter in Plymouth gewesen – eine sehr noble Bezeichnung für einen Kerl, der korrupt bis auf die Knochen war, was ihm letztlich auch das Genick gebrochen hatte. Damals, 1580, hatte er sich an der Schatzbeute eines gevissen Philip Hasard Killigrew und einer Seewölfe bereichern wollen, allerdings an einer Schatzbeute, die der königlichen Lissy zugedacht gewesen war. Nur der Schlaganfall, den er damals erlitt, rettete ihn vor schwerem Kerker, wenn nicht vor dem Galgen. Jahre hatte er geraucht, um sich wieder zu erholen. Seitdem fischte er im trüben – jetzt zum Beispiel auch wieder.

Der andere Reiter blickte auf eine ähnliche Vergangenheit zurück, allerdings ohne Schlaganfall, dafür aber hatte er die Jahre von 1580 bis 1590 im Londoner Kerker verbringen dürfen, was seine schwarze Seele jedoch keineswegs geläutert hatte.

Dieser Mann war der ehemalige Tower-Hauptmann Mark Bromley, der die Absicht gehabt hatte, die für die Königin bestimmte Schatzbeute der Seewölfe schlicht zu unterschlagen und selbst einzusacken. Er war von Philip Hasard Killigrew entlarvt worden. Man hatte ihn degradiert und in den Kerker geworfen. Die zehn Jahre hinter Eisenstäben waren ihm auf den Geist gegangen.

Vor zwei Jahren war er nach der Verbüßung der Kerkerstrafe in Falmouth aufgetaucht. Dort hatten die Killigrews auf der Feste Arwenack ihren Stammsitz. Ah! Seine Hoffhung war gewesen, sich in Falmouth nach dem „Bastard" Killigrew umzuhorchen. Aber man wußte nichts von ihm – oder nur so viel, daß er von der Königin zum Ritter geschlagen worden war und maßgeblich an der Vernichtung der Armada teilgenommen hatte. Man sprach mit Achtung und Stolz von Sir Hasard, dem Seewolf. Das ist ein Mann, hatten die Leute von Falmouth gesagt, ein Kerl wie Samt und Seide – anders als die Sippschaft von Ferkeln da oben auf Arwenack, ganz anders, jawohl.

Das war keine Musik in Mark Bromleys Ohren gewesen, im Gegenteil. Sein früheres Nußknackergesicht, jetzt hager und von vielen Falten durchzogen, hatte sich bei solcher Kunde verzogen, als leide er mächtig unter Zahnweh. Und in seinen Augen hatte es merkwürdig geflackert. Es war der Haß, der diesen degradierten Offizier auffraß. Dann natürlich war er unschuldig bestraft worden, Unrecht war ihm geschehen, fürchterliches Unrecht, das nach Rache schrie!

Genau diese Gedanken hatten ihn unablässig in den zehn Kerkerjahren beschäftigt und dahin gebracht, sich gar für einen Märtyrer zu halten. Folglich war nicht er der Schurke, sondern der Bastard Killigrew, dem er die zehn Jahre Kerker zu verdanken hatte.

Insofern hatten sich im Kopf des Mark Bromley Spinnengewebe angesiedelt, die ihm den Geist verhängten.

Im übrigen hatte er sich mit Samuel Taylor Burton, dem ehemaligen Friedensrichter, zusammengetan, und sie betrieben gemeinsam dunkle Geschäfte. Natürlich waren sie Ehrenmänner. Sie agierten aus dem Hintergrund und brauchten sich nicht die Finger zu beschmutzen, weil ihnen die Zunft der Galgenvögel und Schnapphähne dienlich war. Außerdem verfügten sie über ein Netz von Spitzeln. Am meisten verdienten sie am Verkauf von Waffen, die sie aus dunklen Kanälen bezogen und in gleiche dunkle Kanäle verschoben. Zu ihren Abnehmern zählten irische Rebellen, Räuberbanden und Piraten. Daß es ihnen schlecht ging, hätte man nicht sagen können. Wer im Gewerbe eines Hehlers tätig war – von dem man sagt, daß er schlimmer als der Stehler sei –, hatte noch nie gedarbt.

Dem ist nur noch hinzuzufügen, daß sie beide nach wie vor geradezu versessen darauf waren, Besitz an sich zu raffen. Sie waren geldgierig. Diese Gier hatte den einen die Position des Friedensrichters und den anderen die Hauptmannswürde gekostet. Gleichviel waren ihre Finger klebrig geblieben.

Jetzt ritten sie in einer gemeinsamen Sache nach Falmouth, einer Sache, die ihnen so dringlich war, daß sie ihre Pferde nahezu zuschanden getrieben hatten. Der fette ehemalige Friedensrichter wäre zwar lieber mit der Kutsche gereist, aber die Fahrt hätte zu lange gedauert.

Mit Schweißflocken bedeckt, das Fell naß und schmutzig, die Köpfe hängend, so wankten die beiden Pferde durch die Straßen von Falmouth und wurden von ihren Reitern zur Feste Arwenack gelenkt.

Einige der Bürger erkannten in dem hageren Reiter die Person des Mister Bromley, den sie für etwas verrückt hielten und von dem niemand genau wußte, was er eigentlich so betrieb – mit Ausnahme der Kenntnis, daß er viel in Wirtshäusern und Spelunken herumsaß und Geld verlieh, das er dann mit Wucherzinsen zurückverlangte.

Den gleichen Nebenerwerb betrieb auch Samuel Taylor Burton in Plymouth, wo er unter anderem einen gewissen Mac Pellew in den Schuldturm gebracht hatte. Der würde jetzt noch dort sitzen – jetzt und bis in alle Ewigkeit –, wenn nicht der Zufall in der Person Philip Hasard Killigrews mitgespielt hätte, der den ehemaligen Koch der „Golden Hind" ausgelöst und beschlossen hatte, ihn in seine Crew aufzunehmen.

Diese Maßnahme hatte sich sofort ausgezahlt, denn durch ihn hatten die Seewölfe erfahren, daß die beiden Schurken Burton und Bromley noch lebten und schon wieder kräftig dabei waren, Unheil zu stiften. Denn sie steckten hinter den Anschlägen auf die Werft des alten Hesekiel Ramsgate, wo die neue „Isabella" auf Kiel lag.

Der letzte Anschlag dieser beiden sauberen Gentlemen hatte wiederum der neuen „Isabella gegolten, war aber in die Hose gegangen, weil der Breitseitenbeschuß mittels einer gestohlenen Galeone nicht die „Isabella auf der Helling, sondern ein anderes Schiff getroffen hatte.

Das hatte den Haß Burtons und Bromleys nur noch geschürt und sie auf weitere Rache sinnen lassen. Und da war der düstere Bromley mit seinem von Spinnweben verhangenen Geist auf die Idee verfallen, daß es gut sei, noch einen bestimmten Bundesgenossen hinzuzuziehen, einen Mann, den man als Experten für ganz böse Schurkereien bezeichnen konnte und zudem auch noch zu den eingeschworenen Feinden des Seewolfs und seiner Meute zählen durfte.

Dieser Mann war kein geringerer als Sir John Killigrew, Burgherr auf Arwenack, Vizeadmiral von Cornwall, Schlitzohr und Schnapphahn zur See – und Hasards Stiefvater.

Natürlich bestanden zwischen Hasard und den Killigrews keine blutsmäßigen Familienbande, und nur Lady Anne Killigrew, die Ehefrau Sir Johns, hatte zu Hasard eine innige Beziehung entwickelt, obwohl sie es eigentlich gewesen war, die verhindert hatte, daß das etwa einjährige Söhnchen eines gewissen Godefroy von Manteuffel, Edelmann aus Pommern, und einer gewissen spanischen Edeldame Graciela de Coria dorthin transportiert wurde, wohin es die Familie der de Corias abzuschieben wünschte, nämlich zu den Manteuffels nach Pommern.

Kurz, sie hatte in einer Neujahrsnacht vor über drei Jahrzehnten – Sir John war abwesend gewesen – von den Mannen der Feste Arwenack die Hansekogge „Wappen von Wismar", die im Hafen von Falmouth Schutz vor einem Sturm gesucht hatte, überfallen und ausplündern lassen. Man hatte ihr zugetragen, die Kogge habe spanischen Wein in den Laderäumen, den sie besonders gern trank.

Sie war eine resolute, handfeste Frau aus der ebenso handfesten Piratensippe der Wolverstons, und darum hatte sie eben zupacken lassen, als die vom Sturm gerupfte Kogge Falmouth anlief. Niemand von der Besatzung war am Leben geblieben – nur das kleine Bündel von Menschlein, das man im Frachtraum entdeckte.

In einer Anwandlung von Mütterlichkeit hatte sich Lady Anne entschlossen, das „Findelkind am Leben zu lassen und als vierten „Killigrew-Sohn aufzuziehen. Er war auf den Namen Philip Hasard getauft worden.

Dieser Philip Hasard hatte sich dann sehr erstaunlich entwickelt – für Sir John und seine eigenen drei Söhne war er der „Bastard" gewesen, für Lady Anne hingegen ein Prachtjunge, von dem sie sich eingestand, daß sie ihn merkwürdigerweise mehr liebte als ihre drei Söhne.

Und je älter der „Bastard" geworden war, desto mehr hatte sich herausgestellt, was er für ein Kaliber war. Jahr für Jahr hatte er mehr bewiesen, daß er intelligenter, härter, kampfstärker, tollkühner und charakterfester als seine Brüder war. Siebzehnjährig hatte er von Sir John seine letzte Ohrfeige empfangen und darauf jäh und wild reagiert.

Er hatte seinen Alten in das Hirschgeweih über dem Kamin gehängt und seine drei Brüder nach allen Regeln der Kunst verdroschen, als die den brüllenden und zappelnden Sir John aus dem Hirschgeweih bergen wollten.

Und er hatte verkündet, daß er jedem die Knochen brechen werde, der es wage, ihn noch einmal anzufassen.

Und dann war er eines Tages verschwunden und seinen eigenen Weg gegangen, um

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