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Vektor

Vektor

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Vektor

Bewertungen:
5/5 (2 Bewertungen)
Länge:
239 Seiten
2 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
Feb 15, 2017
ISBN:
9783864024450
Format:
Buch

Beschreibung

Alpha Novak ist Ärztin für invasive Kybernetik. Nachdem sie ihre Zulassung auf der Erde verloren hat, flickt sie nun, auf der Raumstation Eris TKS, Prothesen und Implantate von Arbeitern aus dem Asteroidenbergbau zusammen. Zur Seite steht ihr der Bonobo Kit, der dank seines Hirnimplantats mit Menschen kommunizieren kann.

Eines Tages begegnet ihr ein Patient mit einer eigentümlichen Fehlfunktion von Herzschrittmacher und Gehirnimplantat. Der Grund dafür: das erste Computervirus, das menschliche Implantate befällt. Dr. Novak versucht zunächst vergeblich, den Leiter der Raumstationsklinik von der Existenz des Virus zu überzeugen. Erst als ein Pfleger der Klinik infiziert wird, sieht der leitende Arzt Handlungsbedarf und fährt das Computersystem der Klinik herunter.

Etwa zur gleichen Zeit gibt es einen plötzlichen Anstieg der künstlichen Schwerkraft der Raumstation. Wenig später wird der Chefingenieur tot aufgefunden. Novak findet in der Zwischenzeit heraus, dass außer dem Ursprungspatienten weitere Personen ein Risiko tragen, durch das mittlerweile deaktivierte Computersystem infiziert worden zu sein: unter anderem sie selbst …
Herausgeber:
Freigegeben:
Feb 15, 2017
ISBN:
9783864024450
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

Vektor - Jo Koren

Schlamm.

1

Dass dieser Mittwochmorgen des Jahres 2069 nicht mein Freund werden würde, war mir schon klar, als ich die Tür zu meiner Ambulanz öffnete und feststellte, dass der Platz hinter der Anmeldung leer war. Voll war dagegen das Wartezimmer und ein vertrautes Aroma durchzog den Flur – Desinfektionsmittel, ungeduschte Primaten, schlechter Replikatorkaffee.

In der Mischung fehlte an diesem Morgen das aufdringliche Aftershave meines Assistenten Kit, der an der Anmeldung sitzen sollte.

Die Bildschirme des Ambulanzsystems waren schwarz und, schlimmer noch, auch der des Replikators. Ich warf einen kurzen Blick auf die Menge der Wartenden, von denen die meisten auch nicht besser gelaunt schienen als ich selbst, drückte den Startknopf des Replikators in der Anmeldung und schloss erst einmal die Tür des Sprechzimmers hinter mir. Bis der alte Replikator gebootet hatte und bereit war, den ersten Kaffee auszuspucken, würde es noch mindestens eine Viertelstunde dauern.

Ich ließ mich in meinen Schreibtischsessel fallen, strich das zerknitterte SurFone an meinem Handgelenk glatt und versuchte, eine Bildverbindung zu Kit zu bekommen. Er antwortete nicht, und als das System mich mit sanfter Stimme aufforderte, eine Nachricht zu hinterlassen, schaute ich nur strafend in die Kamera und schloss den Kanal. Er war wahrscheinlich noch nicht aus dem Bett gekommen, und das konnte ich ihm nicht verübeln, schließlich wurde er von mir für seine Arbeit nicht bezahlt.

Mein Sprechzimmer lag im Halbdunkel, und das Gerede der wartenden Patienten draußen wurde durch die dicke Tür auf ein Murmeln gedämpft. In meinem Sprechzimmer war es immer warm, weil es sich in der Nähe von einem der Maschinenräume der Raumstation Eris TKS befand. Es vibrierte ständig, und wenn man still war, hörte man ein niederfrequentes Brummen. Wenn einer der Motoren von Eris TKS sich verschluckte, konnte man auch schon einmal von einer heftigeren Erschütterung überrascht werden – durchaus unschön, wenn man gerade dabei war, mit einem Skalpell die Schläfenhaut eines Minenarbeiters, der unruhig auf der Liege hin und her rutschte, vom Akku seiner Retinaprothese abzutrennen, und abrutschte, in die nicht betäubte Haut des Oberlids. Meine Patienten und ich fluchten in solchen Momenten meist gleichzeitig, wenn auch nicht immer in der gleichen Sprache.

Auf der Tür zu meiner Ambulanz stand »Dr. med. (EU) Alpha Novak – Ärztin für invasive Kybernetik«, auf meiner Zulassung stand, dass ich Fehlfunktionen von Implantaten und Software behandeln durfte, und auf meinem Kontoauszug stand, dass ich noch für mindestens drei Jahre in dieser Blechdose am Rande des Sonnensystems festsaß. Ich verbrachte meine Tage damit, die Implantate von Arbeitern und Durchreisenden auf der Raumstation Eris TKS wieder in Ordnung zu bringen. Gelegentlich verirrte sich auch mal ein Fall in meine Sprechstunde, der nicht in das Gebiet der Kybernetik fiel – die eine oder andere multiresistente Syphilis oder lichtabhängige Depression. Fälle außerhalb meines Zulassungsgebiets behandelte ich aber nur gegen anonyme Währung und außerhalb der Akten – ich mochte nicht eines Morgens einen Offiziellen der Betreibergesellschaft der Raumstation in meiner Ambulanz stehen haben, der bei der Gelegenheit dann gleich auch noch wissen wollte, wann ich zum letzten Mal den Temporallappenspreizer sterilisiert hatte. Die Betreibergesellschaft, das war Thyssen Krupp Sumitomo, ein ehemaliger Stahlkonzern, der vor zwanzig Jahren diese Raumstation in eine Umlaufbahn um den Mars gebracht hatte, als ständige Kontaktstelle der Minenschiffe, die auf den Asteroiden der Umgebung Rohstoffe abbauten. Dass die Raumstation nach Eris, einem der äußersten Brocken im Sonnensystem, benannt war, war dabei reine Angeberei. Das erinnerte mich immer an England auf der Erde, wo alle zwölf Flughäfen im Süden der Insel, auch wenn sie schon auf halbem Weg nach Frankreich liegen, nach der Landeshauptstadt London benannt sind.

Das Stöhnen der automatischen Eingangstür kündigte an, dass sich draußen mittlerweile noch mehr Patienten eingefunden hatten, und widerwillig erhob ich mich wieder aus dem Sessel. Ich schlüpfte in meinen Kittel und zapfte mir im Vorbeigehen in der Anmeldung zunächst eine Tasse Kaffee aus dem Replikator. Dann steckte ich den Kopf ins Wartezimmer und fragte: »Wer war der Erste?«

Aus den Äußerungen und Handzeichen von einem Dutzend Menschen und Menschenaffen im Wartezimmer ging hervor, dass jeder von ihnen der Erste gewesen war. Ich bedeutete dem am nächsten zur Tür sitzenden Menschen, mir ins Sprechzimmer zu folgen. Eine Schwellung fast von der Größe eines Hühnereis schaute aus dem Ausschnitt seines halb offenen Hemds hervor, und darauf saß eine gespannte Naht mit gelblich verkrusteten Wundrändern. Ich wollte mir den Luxus gönnen, den Tag mit einem einfach lösbaren Problem zu beginnen.

2

Der Herzschrittmacher, den ich gerade freigelegt hatte, war das älteste Modell, das mir jemals zu Gesicht gekommen war.

»Mateo Vargas«, hatte der Patient sich vorgestellt, als ich ihn aus dem Wartezimmer in mein Sprechzimmer geholt und er auf der Untersuchungsliege Platz genommen hatte.

Ich musste nicht fragen, weshalb er kam – er öffnete zwei weitere Knöpfe seines Hemds, und als er mit dem Hintern weiter nach hinten auf die Liege rutschte, begannen sich zwei dicke gelbliche Tropfen auf der Naht zu bilden.

Ich streifte mir Handschuhe über und betastete die Schwellung. Mateo sog hörbar die Luft ein und verzog das Gesicht.

»Schmerzhaft, was?«, bemerkte ich scharfsinnig. »Ich schaue gleich mal, was ich tun kann – haben Sie einen MedChip?«

Er reichte mir seine linke Hand. Mithilfe meines Diagnostiksensors las ich den subkutanen Chip aus, aus dem ich erfuhr, dass er tatsächlich Mateo Vargas hieß, einen Herzschrittmacher und ein Hirnimplantat trug und eine Erdnussallergie hatte. Das dunkelgrüne Hemd, das er wegen der Schwellung nicht mehr ganz hatte zuknöpfen können, trug das Logo eines Subunternehmers von TKS, wie auch sein Rucksack, der jetzt neben meinem Schreibtisch lag. Daneben seine ölfleckigen Sicherheitsschuhe. Mateo selbst hatte dichtes schwarzes Haar, das auf der Stirn etwas schweißfeucht war, und sah vage südeuropäisch aus.

»Sie arbeiten im Asteroiden-Bergbau?«

Das traf für fast alle Bewohner der Station zu außer denen, die das Glück hatten, ständig für das Funktionieren der Station sorgen zu dürfen, wie meine Wenigkeit.

»Ja. Bis letzte Woche war ich auf der O.R.P. Dobrobyt im Asteroidengürtel unterwegs.«

»Und seit wann haben Sie das da?« Ich deutete auf die Entzündung.

»Vor drei Wochen hat der Bordarzt der Dobrobyt den Schrittmacher freigelegt, und von Anfang an hat die Wunde wehgetan.«

»Warum denn die OP? Hatten Sie Probleme mit dem Schrittmacher?«

»So vor vier, fünf Wochen habe ich gemerkt, dass es schlechter ging mit der Arbeit im Raumanzug. Selbst wenn ich mich nur wenig angestrengt habe, hatte ich Herzklopfen, und manchmal, wenn ich richtig schwere Lasten bewegen musste, hatte ich das Gefühl, dass mein Herz für ein paar Schläge aussetzt.«

»Aha.« Ich notierte mir seine Angaben. »Und da haben Sie den Bordarzt konsultiert.«

Mateo zögerte. »Erst mal nicht. Ist ein komischer Typ.«

»So?«

»Ich will nicht schlecht über Ihren Kollegen reden …«

»Wie Sie möchten, wir können auch weitermachen.«

»… aber wenn ich mit so einer Fahne von Schwarzgebranntem zur Arbeit kommen würde, hätte die Firma mich längst rausgeschmissen!«, brach es aus ihm heraus.

Ich bemühte mich, ein neutrales Gesicht zu machen, wunderte mich aber kaum. Unternehmen im Asteroiden-Bergbau sind nicht die beliebtesten Arbeitgeber, stellen darum aber auch wenig Fragen, wenn jemand nur willig ist, sich Monate am Stück mit Dutzenden anderen in eine Metallkonstruktion von der Größe einer mittleren McDonald’s-Filiale sperren zu lassen, ohne Sonnenlicht, ohne anständige Kom-Verbindung nach Hause und ohne Garantie, überhaupt jemals zurückzukehren.

Ich nickte ihm aufmunternd zu. »Sie waren aber schließlich beim Bordarzt.«

»Ja, als ich mit einem Kollegen einen Außeneinsatz hatte und mir schwarz vor Augen geworden ist, hat man mich erst mal aussortiert und zum Arzt geschickt.«

»Gut. Und der sah dann einen Anlass zu operieren.«

»Ja. Er ging erst mit so einem Sensording wie dem da auf den Schrittmacher«, er deutete auf meinen Diagnostiksensor, »hat aber keine Verbindung gekriegt. Dann hat er ein Bild davon gemacht, ob die Elektroden im Herzen noch richtig liegen – da war aber alles in Ordnung. Dann wollte er mich schon fast wieder wegschicken, aber in dem Moment hatte ich wieder so einen Herzanfall.«

»Einen Herzanfall?«

»Dass mein Herz so gerast hat. Gerade, als ich bei ihm auf der Liege saß. Da hat er dann gesagt, er müsste sich das Aggregat mal näher anschauen. Ich musste eine Tablette schlucken, und er hat mir was in den Arm gespritzt, und als ich wieder aufgewacht bin, meinte er, er hätte die Sache repariert. Bloß, dass die Wunde einfach nicht heilen will.«

»Hm.« Ich misstraute dem scheinbar schnellen Erfolg meines trinkfreudigen Kollegen. »Ziehen Sie das Hemd mal ganz aus, und legen Sie sich auf die Liege.«

Ich säuberte die Wunde notdürftig mit Tupfern und Desinfektionsmittel und legte dann den Diagnostiksensor auf das Aggregat. Keine Verbindung.

So, wie die Wunde aussah, würde ich sie aber sowieso wieder eröffnen müssen, Verbindung hin oder her. Ich entfernte den Sensor.

»Ich fürchte, ich muss das noch mal aufmachen. Einverstanden? Sie bekommen dazu eine Narkose, das kennen Sie ja schon.«

Mateo nickte schicksalsergeben. »Dachte ich mir schon, so wie das Ding aussieht. Und riecht.«

Ich legte eine Ampulle Hesperyl in den MicroJet und verpasste Mateo eine Injektion in den Oberarm. Hesperyl ist ein prima Medikament. Alle Vorzüge eines Opiats ohne die hemmende Wirkung auf den Atemantrieb, sodass man sich die Intubation sparen kann. »So, Mateo«, sagte ich in meiner beruhigendsten Stimme, »Sie sind jetzt für ein paar Minuten weg vom Fenster.«

Ich fixierte seine Arme an den Armstützen, zog meinen Mundschutz an, verteilte großzügig Desinfektionsmittel auf der Wunde und um sie herum und breitete auf dem Beistelltisch neben mir eine Unterlage mit sterilen Instrumenten aus. Den Diagnostiksensor steckte ich in eine sterile Hülle. Die alten Handschuhe warf ich weg und zog mir neue an. Prüfend stocherte ich mit einer Sonde in der entzündeten Naht herum. Mateo regte sich nicht. Gut.

Mit einer kleinen Schere löste ich die wenigen Fäden, die die Wunde noch notdürftig zusammenhielten. Schon nach zweien klaffte die Wunde wieder auf, und es entleerte sich reichlich gelbgrünes Sekret. Als ich alle Fäden entfernt hatte, presste ich erst einmal weiteren Eiter aus der Wunde und spreizte sie dann vorsichtig auf. Da lag das Museumsstück.

Ich nahm erneut den Diagnostiksensor zur Hand. Auch nachdem ich das Gerät nun freigelegt hatte, konnte ich keine drahtlose Verbindung herstellen. Auf der blut- und fibrinbelegten Metalloberfläche fand ich einen IBP-Anschluss. IBPs, Intelligent Body Ports, wurden schon seit fast zehn Jahren nicht mehr verbaut und wurden von Leuten, die noch gezwungen waren, sie zu benutzen, liebevoll als DBPs – Dumb Body Ports – bezeichnet. Ich steckte das Kabel ein, das an meinen OP-Laptop angeschlossen war.

»Schrittmacher gefunden«, meldeten Bildschirm und Lautsprecher gleichzeitig. Um mir nicht die Handschuhe ausziehen zu müssen, gab ich meine Anweisungen mündlich und wies das Betriebssystem erst einmal an, mir Typ und Version der Firmware des Schrittmachers anzuzeigen. »PaceBot i12.04« erschien auf dem Bildschirm.

Offenbar hatte die Reparaturbemühung des Bordarztes darin bestanden, dass er eine neue Firmware aufgespielt hatte. So neu, dass die alte Hardware genauso wenig damit anfangen konnte wie ein Arbeiter aus einer altgriechischen Silbermine mit einem Artikel über 3D-Laser-Kartierung von Asteroiden. Ich wies den Laptop an, mir die letzte mit dem Schrittmacher kompatible Version der Firmware vom Server der Raumstationsklinik herunterzuladen. Auf dem Klinikserver wurden einige alte Schätze archiviert, die früher häufig zum Einsatz gekommen waren. Ich lud die Firmware auf den Schrittmacher und stöpselte den IBP aus. Dann legte ich den Diagnostiksensor erneut auf das Aggregat. »Schrittmacher gefunden!«, meldete mir der Lautsprecher.

»Firmware-Version«, befahl ich.

»Maelzel v3.0«, antwortete der Lautsprecher.

Ich legte den Sensor wieder weg, säuberte die Wunde sorgfältig, schloss sie mit einigen Nähten und versiegelte sie mit Gewebekleber.

Praktisch alle noch verwendeten Arten von Firmware für Herzschrittmacher, selbst wenn sie schon etwas angestaubt sind, erlauben es dem Benutzer oder seinem Arzt, einige Parameter zu verstellen. Beispielsweise kommen manche Patienten mit Schlafstörungen leichter in den Schlaf, wenn sie ihre Herzfrequenz manuell herunterregulieren konnten. Bei manchen alten Firmwares wurden aber bei einem plötzlichen Verbindungsabbruch, etwa durch einen Ausfall des WiFi, nicht alle Werte korrekt zurückgesetzt. Ich hoffte für Mateo, dass dies das Problem gewesen war. Wenn es sich dagegen um eine Fehlfunktion der Hardware handelte, müsste man den Schrittmacher früher oder später austauschen. Kaum einer der Subunternehmer von TKS bezahlte seinen Arbeitern moderne Hardware, also müsste ich in diesem Fall in meinem Lager schauen, ob ich ein passendes neu sterilisiertes Aggregat in meinem Lager gebrauchter Teile hätte.

Nun injizierte ich ihm das Gegenmittel, und er begann sich zu regen. Ich schnallte ihn los und half ihm, sich auf der Liege aufzurichten.

»Ich hoffe«, sagte ich zu Mateo, »Sie haben ein bisschen Geld zur Seite gelegt.«

3

Hatte er nicht.

Mateo und ich waren erst einmal so verblieben, dass er die nächsten paar Tage in seinem Quartier auf der Raumstation verbringen und sich schonen sollte. Bei erneuten Beschwerden sollte er sich wieder in meiner Sprechstunde vorstellen, sodass wir das Einsetzen eines neuen Schrittmachers planen konnten.

Bis dahin hätte ich dann möglicherweise auch eine zündende Idee gehabt, wo ich das neue Bauteil auftreiben sollte – ein Blick in den Wandschrank meines Sprechzimmers, in dem sich mein Ersatzteillager befand, hatte mir schon verraten, wo ich es nicht finden würde. Ich vertagte dieses Problem auf später und trat auf den Flur der Ambulanz, um mich erneut meinem überquellenden Wartezimmer zuzuwenden.

Erfreut stellte ich fest, dass auch Kit jetzt auf seinem angestammten Platz hinter der Theke der Anmeldung saß. Er händigte Mateo gerade einen Stapel Pflaster aus. Am rechten Arm, der wie der Rest seines Körpers mit glänzendem schwarzem Fell bedeckt war, trug er wie ich ein SurFone, am linken das textile Interface seines Talkers, auf dem er jetzt mit flinken Fingern seiner großen Hand ein paar Symbole anwählte. »Und für sieben Tage darfst du kein Wasser an die Wunde lassen«, sagte der Lautsprecher des Talkers.

Mateo nickte und ging.

Die Stimme von Kits Talker-Stimme ist ein warmer, etwas androgyner Tenor, eine Mischung zwischen Cher und Dean Martin. Kein Wunder, dass ich sie mag – ich habe schließlich geholfen, sie auszusuchen. Als Kit seinen Nachnamen gewählt hat, wurde ich dagegen nicht gefragt. »Kit Caramel« stand auf dem Schild auf der Theke der Anmeldung.

Kits Blick fiel auf mich und sein Gesicht leuchtete auf. Er hechelte ein bisschen, seine Art zu lachen. Das war nichts Besonderes, Kit freute sich immer überschwänglich, wenn er ein vertrautes Gesicht sah, und auch

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