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Dein Körper – Das Missing Manual

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Dein Körper – Das Missing Manual

Länge:
713 Seiten
8 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
8. Juni 2012
ISBN:
9783868996050
Format:
Buch

Beschreibung

Wussten Sie, dass Sie Ihre äußere Hautschicht häufiger wechseln als eine Schlange? Oder dass Sie ohne bestimmte Arten von Bakterien anfälliger für Krankheiten und Allergien wären? Auf Basis aktuellster physiologischer und neurophysiologischer Erkenntnisse erklärt Matthew MacDonald präzise, verständlich und unterhaltsam alle wichtigen Körperfunktionen, gibt praktische Tipps, wie Sie Ihre "Hardware" in Schuss halten, und räumt mit gängigen Vorurteilen auf.
Aus dem Inhalt:
- Ihre Haut. Warum die erste Verteidigungslinie Ihres Körpers aus toten Zellen besteht, wie Muttermale und Falten entstehen und was Antitranspirants gegen Körpergeruch ausrichten können.
- Fett. Weshalb Ihr Körper Fett braucht, wie es gespeichert wird und warum Modediäten nichts bringen.
- Ihr Herz. Wie Sie das Herzinfarktrisiko senken und was ein gutes Ausdauertraining ausmacht.
- Ihr Verdauungssystem. Aus welchen Abschnitten Ihr gut 9 Meter langer Verdauungstrakt besteht und warum Ballaststoffe dort willkommen sind.
- Ihr Immunsystem. Wie Ihr Körper sich gegen Eindringlinge wehrt, welche Bakterien und Viren sich bei Ihnen wohlfühlen und was normale Zellen dazu bringt, sich in Krebszellen zu verwandeln.
- Sex und Fortpflanzung. Was männliche und weibliche Geschlechtsorgane auszeichnet sowie alles Wissenswerte über Fruchtbarkeit, weibliche Lust und die männliche Fixierung auf die Größe.
- Alter und Tod. Warum wir altern, wie Sie möglichst lange möglichst fit bleiben und wie wir schließlich sterben.
Herausgeber:
Freigegeben:
8. Juni 2012
ISBN:
9783868996050
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

Dein Körper – Das Missing Manual - Matthew MacDonald

Impressum

Die fehlenden Danksagungen

Über den Autor

Matthew MacDonald ist der Autor von mehr als einem Dutzend wissenschaftlicher und technischer Bücher. Außerdem ist er der Verfasser von Dein Gehirn: Das fehlende Handbuch, einer skurrilen Forschungsreise in die eigenartige und wundersame Welt Ihrer feuchten grauen Zellen. In einem fast vergessenen früheren Leben hat er Englische Literatur und Theoretische Physik studiert.

Über das kreative Team

Peter McKie (Lektorat) ist Lektor für die Missing Manual-Reihe des O’Reilly Verlags. Während der Arbeit an diesem Buch hat er seine Mitgliedschaft im Fitnesscenter erneuert und seine Essgewohnheiten geändert, und er läuft mittlerweile lieber, als mit dem Taxi zu fahren(sehr zum Leidwesen der örtlichen Taxifahrer, die auch weiterhin ihre Kinder ernähren müssen). Seinen Abschluss hat er an der School of Journalism der Boston University gemacht. Peter lebt in New York City, wo er arbeitet und die Geschichte alter Häuser erforscht. Hin und wieder sieht man ihn durch verlassene Gebäude schleichen. E-Mail: pmckie@gmail.com.

Nellie McKesson (Produktion) lebt in Brighton, Massachusetts, wo sie Vollzeit für O’Reilly arbeitet, am MassArt Grafikdesign studiert und in ihrer Freizeit T-Shirts für Freunde herstellt (http://mattsaunders-bynellie.etsy.com). Email: nellie@oreilly.com.

Patricia Clewell (Korrektorat) lebt in St. Louis, Missouri, wo sie arbeitet, Mosaikkunst macht und mit ihrem 13-jährigen Sohn Ben unermüdlich Achterbahn fährt.

Jan Wright (Indexerstellung) lebt in den Bergen von New Mexico und fährt mit Begeisterung Elektrofahrrad, wenn sie nicht gerade mit einem Index, Perlenstickerei oder dem Verspeisen roter Chilis beschäftigt ist. (http://www.wrightinformation.com; E-Mail: jancw@wrightinformation.com).

Susan Allison (technische Gutachterin) hat ihren Doktortitel am Garvan Institute of Medical Research in Sydney über neuartige neurale Mechanismen der Knochenbildung gemacht. Anschließend hat sie am Stem Cell Center des Lund University Hospital in Schweden im Bereich der Neurogenese geforscht. Zurzeit arbeitet sie als Lektorin einer medizinischen Zeitschrift in London.

Garrett Hurst (technischer Gutachter) studiert im dritten Jahr Medizin an der Medical University of South Carolina (MUSC). Aufgewachsen in Columbia, South Carolina, machte er 2006 an der Clemson University seinen Abschluss in Gesundheitswissenschaften. 2011 macht er seinen Abschluss als Mediziner und strebt eine Karriere im Bereich der Primärversorgung an. Außerhalb des Unterrichts engagiert sich Garrett in einer Reihe von Initiativen und sozialen Aktivitäten des MUSC. In seiner Freizeit spielt er gerne Klavier, bastelt an Autos und verbringt Zeit mit Freunden und Familie.

Danksagungen

Das ist der Teil des Buchs, den die meisten Leser auf dem Weg zum interessanteren Innenleben überblättern. Sollte das auch auf Sie zutreffen, dann danke ich Ihnen vielmals, dass Sie dieses Buch gekauft haben. Genießen Sie die Reise und lassen Sie sich bitte nicht aufhalten.

Falls Sie noch hier sind (Hallo, Mama!), sind Sie wahrscheinlich einer jener besonderen Menschen, die dabei geholfen haben, dieses Buch von einer vagen Idee zu dem ungewöhnlichen kleinen Juwel zu machen, das es geworden ist. Erlauben Sie mir, meinen Dank weiter auszuführen. Ich hätte es auch ohne fremde Hilfe geschafft, aber das Ergebnis wäre hässlich geworden. (Vielleicht nicht so hässlich, dass es das Ende meiner Karriere bedeutet hätte, aber das Buch hätte wahrscheinlich gut in die Tonne mit den Autobiografien von Profiringern und den Y2K-Restbeständen gepasst.)

Die erste aus meiner langen Liste von Danksagungen geht an meine engagierten Gutachter Susan Allison und Garrett Hurst, die mir mit hilfreichen Ratschlägen zur Seite gestanden und emsig meine Fehler aufgefangen haben. Der Nächste ist mein Lektor Peter McKie, der dabei geholfen hat, den Zeitplan einzuhalten und – mehr als einmal – in meinen Kopf geklettert ist, um mir eine unklare Stelle klarer zu machen. Als Drittes richte ich meinen besonderen Dank an jenes Team, das bei der Gestaltung dieses Buchs mitgeholfen hat, darunter Joanna Lundeen, Belle Keller, Rob Romano und all die talentierten Designer von Dartmouth Publishing. Wie Sie sehen können, kamen dabei Abbildungen mit der perfekten Mischung aus Einfachheit, Verständlichkeit und Genauigkeit heraus. Außerdem bin ich Nellie McKesson zu Dank verpflichtet, die die Produktion geleitet hat und für die raffinierte Kombination von Bildern und Text zuständig war. Und allen anderen, die an Formatierung, Index und Druck dieses Buchs mitgearbeitet haben. Sie können viele davon auf der Seite mit den fehlenden Danksagungen kennenlernen.

Zu guter Letzt danke ich meiner Familie – vor allem meinen Eltern, die für die Pflege und Ernährung meines Körpers während der ersten ein, zwei Jahrzehnte meines Lebens gesorgt haben (und das zusammen mit den Eltern meiner Frau auch heute noch gelegentlich tun). Außerdem bin ich meiner Frau Faria und meinen Töchtern Maya und Brenna auf ewig dankbar, die unermüdlich geniale Ideen ausgeheckt haben, um mich abzulenken, wenn ich eigentlich hätte schreiben sollen. Ich hoffe, dass sie eines Tages dieses Buch lesen und dadurch einen Teil der Zeit zurückbekommen, die ich ihnen vorenthalten habe.

– Matthew MacDonald

Die Missing Manual-Reihe

Missing Manuals sind clevere, verständlich geschriebene Handbücher zu Computerprodukten, die ohne gedruckte Handbücher daherkommen (und das gilt ja praktisch für alle) sowie mittlerweile auch zu einer Reihe von computerfernen Themen. Die aktuellen Titel der Missing Manual-Reihe finden Sie jeweils unter www.oreilly.de.

Zuletzt noch ein Hinweis zu den in diesem Buch genannten Internetadressen: Damit Sie sich nicht die Finger wund tippen müssen, haben wir zu jeder Internetadresse eine mit dem URL-Verkürzer »bit.ly« verkleinerte Variante hinzugefügt. Wenn Sie diese eingeben, gelangen Sie an dasselbe Ziel wie mit der vollen Webadresse.

Einführung

Sie kennen ihn gut. Jeden Morgen steigen Sie mit ihm aus dem Bett und unterziehen ihn einer genauen Untersuchung im Spiegel. Sie schrubben ihn mit Seife ab, füttern ihn mit Kalorien und gehen mit ihm gelegentlich ums Karree, um ein bisschen Luft zu schnappen. Meistens ist er genauso bequem wie eine alte Jeans. Aber manchmal, besonders wenn irgendetwas schiefläuft, merken Sie plötzlich, wie sehr Sie auf die fast schon wundersamen Fähigkeiten Ihres Körpers angewiesen sind.

Ihr Körper ist ein ziemlich seltsamer Ort. Er ist irrsinnig kompliziert, in höchstem Maße anpassungsfähig und hoffnungslos schrullig. Oft ist er faszinierend (während der Zeit, in der Sie gerade diese Einleitung lesen, hat er zum Beispiel mehrere Millionen neuer Zellen gebildet, um die zu ersetzen, die gerade den Geist aufgegeben haben). Manchmal ist der Körper auch ein bisschen weniger beeindruckend (versuchen Sie zum Beispiel einmal, zu lachen, während Sie ein Glas Milch trinken). Ob nun umwerfend oder enttäuschend, auf jeden Fall geht der menschliche Körper als die bemerkenswerteste Maschine durch, die Sie jemals bedienen werden.

In diesem Buch lernen Sie, wie Ihr Körper funktioniert und wie Sie ihn topfit halten können. Sie entdecken, wie Sie potenzielle Probleme aufspüren, und lernen, seine charmanten und weniger charmanten Eigenheiten zu lieben – oder zumindest, damit zu leben. Außerdem lüften Sie bei dieser Gelegenheit einige Geheimnisse. So finden Sie zum Beispiel heraus, warum wir zum Sprechen, Essen und Küssen ein und dieselbe Hardware verwenden. Außerdem lernen Sie die Abermillionen ungeladener Gäste kennen, mit denen Sie Ihren Körper teilen. Und Sie erfahren, warum mindestens eine Studie besagt, dass Sie Ihr Abendessen besser auf dem Klodeckel zubereiten als auf einem durchschnittlichen Küchenbrett („Leben in einer Welt voller Bakterien"). Sie werden sich den verheerenden Auswirkungen des Alters und den Herausforderungen von Diäten stellen, die Ursachen von Krankheiten wie Krebs erforschen und herausfinden, was passiert, wenn Sie sterben. (Leider kann Ihnen dieses Buch nicht viel darüber erzählen, was danach passiert.)

Wir glauben, dass Ihnen diese Tour gefallen wird. Schließlich verbringen Sie eine Menge Zeit in Ihrem Körper. Warum sollten Sie ihn nicht besser kennenlernen?

Über dieses Buch

Dieses Buch bietet praktische Hinweise, wie Sie das meiste aus Ihrem Körper herausholen können. Es unterscheidet sich von den meisten Selbsthilfebüchern dadurch, dass es auf moderner Biologie aufbaut – also Hardcore-Wissenschaften wie Biochemie und Genetik.

Natürlich ist es wenig sinnvoll, Sie unter einer Lawine trockener Theorie für höhere Fachsemester zu begraben. (Sollten Sie diese Erfahrung suchen, nehmen Sie einen starken Drink, legen Sie sich hin und hoffen Sie, dass das Verlangen wieder nachlässt. Sollte das auch nicht funktionieren, rufen Sie die nächste Institution für höhere Bildung an, vielleicht kann es Ihnen da jemand ausreden.) Stattdessen erklärt Ihnen dieses Buch gerade genug Biologie, um die aktuelle Forschung zu verstehen und einige praktische Tipps zum Aufmotzen Ihres Körpers umzusetzen.

Sie werden feststellen, dass ein Schuss Wissenschaft viele kleine Rätsel des Alltags lösen kann. So kann einfache Biologie beispielsweise erklären, warum Sie Gänsehaut bekommen, wenn Ihnen kalt ist (Designfehler: Gänsehaut), und wie – bzw. ob – antibakterielle Seifen wirklich funktionieren (Häufig gestellte Frage: Ist roher Plätzchenteig ein Killer?). Kurz und gut, Ziel dieses Buchs ist es, Ihnen den nötigen wissenschaftlichen Durchblick zu liefern, um Ihren Körper zu tunen. Sie werden hingegen nicht genug Wissen aufschnappen, um Ihren verstorbenen Onkel Harry zu klonen.

Zum Aufbau

Die Reise in Ihrem Körper führt Sie durch elf Kapitel:

Kapitel 1 befasst sich mit Ihrer wundersamen Körperhülle. Sie erfahren, wie tote Hautzellen Ihren Körper verteidigen und Ihre Wohnung beschmutzen, wodurch Muttermale und Falten verursacht werden, und wie Deos Körpergerüche zähmen.

Kapitel 2 untersucht eine der unbeliebtesten Zutaten Ihres Körpers: eben das Fett. Sie erfahren, warum Sie es brauchen, wo es sich versteckt und wie Ihr Körper es speichert. Dabei lernen Sie, gesunde Diäten von Misshandlungen zu unterscheiden, und finden heraus, ob Sie dazu verdammt sind, verstärkt Pfunde ansetzen.

Kapitel 3 nimmt die Motoren Ihres Körpers unter die Lupe. Sie lernen, wie Muskeln funktionieren, warum Sie sie verletzen müssen, um sie wachsen zu lassen, und wie Hanteltraining die Gesundheit Ihres gesamten Körpers verbessern kann. Sie werden sogar ein paar einfache, effektive Kombinationsübungen lernen, die Sie zu Hause machen können.

Kapitel 4 reduziert Sie auf Ihr Skelett. Sie werfen einen Blick auf die Miniaturfabriken im Inneren Ihrer Knochen und lernen, wie Sie Ihre Wirbelsäule durch eine wohltuende Steh-, Sitz- und Schlafhaltung gesund halten.

Kapitel 5 zeigt Ihnen, wie Ihre Sinnesorgane – Augen, Ohren, Nase und Zunge – Informationen über die Außenwelt sammeln. Sie erfahren, warum beinahe jeder Mensch irgendwann weitsichtig wird, was Sie gegen Ohrenschmalz machen und wie Sie feststellen, ob Sie ein „Superschmecker" sind.

Kapitel 6 saugt Sie ein in die Welt Ihres Atmungsystems. Das Kapitel behandelt beunruhigende Themen von Schnarchen bis hin zu Nasenschleim, untersucht die feinen Partikel, die Ihre Lunge bewohnen, und zeigt Ihnen praktische Techniken für tiefes Atmen und eine tragfähigere Stimme.

Kapitel 7 stellt die Pumpe in Ihnen drin vor. Sie erleben einen virtuellen Herzinfarkt, lernen die wichtigsten Fakten über Blutdruck und erfahren, wie Sie durch die Überwachung der Herzfrequenz zu Ihrem perfekten Kardio-Workout finden.

Kapitel 8 entführt Sie auf eine Reise durch die gewundenen Passagen Ihres Verdauungstrakts – einen beinahe sieben Meter langen Kanal, der von Ihrer Zunge bis zur Toilettenschüssel führt. Unterwegs lernen Sie den Unterschied zwischen Probiotika und Präbiotika kennen, freunden sich mit Ballaststoffen an und finden heraus, was Ihr Stuhl dem Rest der Welt über Sie verrät.

Kapitel 9 führt Sie auf den Schauplatz der Kämpfe zwischen Ihrem Körper und seinen vielen Feinden. Sie lernen die Bakterien kennen, die Ihr Verdauungssystem bewohnen, grüßen die Viren, die Ihren Körper entern, und entdecken, wie aus gewöhnlichen Zellen Krebs entsteht.

Kapitel 10 macht die Bühne frei für die männlichen und weiblichen Geschlechtsorgane und erklärt, wie sie funktionieren und was sie aus dem Konzept bringt. Außerdem lernen Sie, was Ihnen im Biologieunterricht über Fruchtbarkeit, weibliche Lust und den männlichen Größenwahn vorenthalten wurde.

Kapitel 11 führt Sie ans Ende Ihres Lebens und bietet Ihnen einen langen und schonungslosen Blick auf das, was Sie erwartet. Sie lernen, wie Sie altern, warum Sie sterben und was Sie am wahrscheinlichsten um die Ecke bringen wird. Zum Schluss erwartet Sie ein ernüchterndes Bild Ihrer letzten Momente, einschließlich eines kleinen Nebenausflugs in die bizarre Welt einer Nahtoderfahrung.

Anmerkung

Ein Organ werden Sie auf diesen Seiten nicht erforschen – jene drei Pfund glitschiger Gehirnmasse, die das Ganze steuern. Für einen genaueren Blick auf Ihr Gehirn, seine außergewöhnlichen Fähigkeiten und seine vielen peinlichen Verschrobenheiten empfehle ich Ihnen ein anderes Buch aus dieser Reihe: Dein Gehirn: Das fehlende Handbuch.

Erkenntnis und Spekulation unterscheiden

Die Entwicklung in der Humanbiologie verläuft rasend schnell, und die Aussagen dieses Buches basieren auf ihren jüngsten Entdeckungen. Wie bei allen wissenschaftlichen Erkenntnissen kann es immer sein, dass bessere, umfassendere Studien die Konzepte über den Haufen werfen, von denen wir heute ausgehen. Aber eigentlich ist das ja selbstverständlich.

Wir haben uns entschieden, Sie bei der Betrachtung brandaktueller Forschungsergebnisse nicht mit Fußnoten zu erschlagen. (Wir sind der Überzeugung, dass Fußnoten nur so gut sind wie die Forschung, auf der sie basieren. Es ist leicht, eine Menge Unsinn zu zitieren.) Stattdessen sollten Sie auf die Sprache des Buchs achten, um wasserdichte Wahrheiten von tollkühnen Spekulationen zu unterscheiden. Wenn wir etwas wiedergeben, das »einige Wissenschaftler meinen«, geht es um eine vielversprechende neue Idee einzelner hochrangiger Wissenschaftler, die noch nicht die Mehrheit der Experten überzeugt hat. Sprechen wir dagegen von etwas, das »eine Studie entdeckt hat«, gibt es dafür stichhaltige Belege in der allerneuesten Forschung.

Teil I. Von Außen nach Innen

Kapitel 1. Die Haut: Ihre Außenhülle

Jeder halbwegs praktisch veranlagte Mensch weiß die Vorteile einer guten Schutzhülle zu schätzen. Deshalb tragen Sie einen Regenmantel, wenn Sie nach London fahren, verwenden Frischhaltefolie, wenn Sie Ihr Abendessen für morgen Mittag aufheben wollen, und setzen eine Skimaske auf, wenn Sie schneebedeckte Gipfel erklimmen (oder eine außerplanmäßige Abbuchung von einem fremden Bankkonto vornehmen). Doch die mit Abstand beeindruckendste Hülle, mit der Sie es zu tun haben können, ist Ihre Haut jene 8 bis 11 Pfund wasserdichter Verpackung, die beinahe jeden Quadratzentimeter Ihres Körpers bedecken.

Klar, die Haut sorgt dafür, dass Ihr Inneres auch innen bleibt. Doch sie kann noch viel mehr. Sie ist ein waschbares, dehnbares und sich selbst reparierendes Gewebe, das mit minimaler Pflege ein Leben lang hält. Außerdem bietet die Haut auch einigen anderen wichtigen Teilen der menschlichen Maschinerie Unterschlupf, darunter Haare, Nägel und Schweißdrüsen. Abgezogen und flach ausgelegt bedeckt Ihre Haut knapp 2 Quadratmeter – groß genug, um zum überraschenden Gewinner des Wettbewerbs »Größtes Organ Ihres Körpers« gekürt zu werden.

Sie können ohne Weiteres einen Sonntagnachmittag damit verbringen, mehr über Ihre Haut zu erfahren (und damit todsicher Ihren Hautarzt beeindrucken). So können Sie zum Beispiel herausfinden, wie Sie angenehmer riechen („Körpergeruch), Falten bekämpfen („Falten) und das perfekte Verbrechen begehen können (siehe den Kasten über Fingerabdrücke in Erstaunliches und Erbauliches: Wie Fingerabdrücke funktionieren). In diesem Kapitel lernen Sie zudem alles, was Sie wissen müssen, um Ihre höchstpersönliche Körperhülle zu pflegen.

Die Schutzhülle

Wenn sich Leute Gedanken über Sinn und Zweck der Haut machen, kommen die meisten auf das Offensichtliche – dass diese paar Millimeter Gewebe verhindern, dass Ihr Blut aus dem Körper quillt und eine Schweinerei hinterlässt.

Die praktische Seite der Physiologie: Hautpflege

Es mag Ihnen vielleicht ein flaues Gefühl im Magen bereiten, aber alles, was Sie zur Pflege Ihrer Haut tun – ob Sie nun großzügig Feuchtigkeitscreme auftragen, sich mit einem Schwamm abschrubben oder was auch immer –, tun Sie mit einer Schicht lebloser Zellen. Bei Ihrer Morgendusche schrubben Sie die ältesten und lockersten Hautzellen ab – aber nicht etwa, um die lebendigen Zellen darunter freizulegen (die sind nicht hart genug für die Welt da draußen) – sondern lediglich, um noch mehr tote Haut freizulegen. In dieser Hinsicht sind Menschen eher wie Bäume: in eine mausetote Schicht schützender Rinde verpackt.

Aber geben Sie Ihre Haut nicht gleich auf. So tot sie auch sein mag, Ihre Hautzellen brauchen eine entsprechende Pflege. Beachten Sie die folgenden Punkte:

Grundlegende Reinigung. Kopf hoch für alle Reinlichkeitsfreunde – auch tote Haut braucht ein regelmäßiges Bad. Wenn Sie Ihre tote Haut sich selbst überlassen, vermischt sie sich mit Schweiß und Schmutz und bildet so einen äußerst leckeren Snack für die auf Ihrer Haut lebenden Bakterien. Und während die Bakterien diese Mixtur verdauen, verbreiten Sie einen fauligen Gestank, der Ihnen jede Menge Freiraum in der U-Bahn garantiert!

Feuchtigkeit. Herkömmliche Seifen sind brutal, trocknen die Haut aus und berauben sie ihrer natürlichen Öle. Unglücklicherweise verliert die auf diese Weise ausgetrocknete Haut ihren natürlichen Schutz vor Bakterien, die durch rissige und brüchige Haut eindringen. Um Ihren Verteidigungsschild aufrechtzuerhalten, reiben Sie Ihre Hände mit Lotion ein, wenn sie trocken sind (für viele Menschen heißt das nach jeder Wäsche), und verwenden für andere Körperpartien (zum Beispiel im Gesicht) sanftere Reinigungsmittel.

Peeling. Manche Leute schwören darauf, die toten Hautzellen mit speziellen Scheuermitteln und Bürsten zu entfernen. Nach einem Peeling fühlt sich Ihre Haut vielleicht besser an und sieht vielleicht vorübergehend auch besser aus. Wer es damit aber übertreibt, läuft Gefahr, trockene, entzündete Haut zu bekommen. Falls Sie ein Peeling-Junkie sind, beschränken Sie Ihre Sitzungen lieber auf zweimal pro Woche und führen Sie Ihrer Haut Feuchtigkeit zu, um die natürlichen Öle zu ersetzen, die Sie weggeschrubbt haben.

Ihre Haut hält aber nicht nur Ihren Körper zusammen, sie hat noch andere wichtige Aufgaben. Die Haut ist in erster Linie eine Schutzbarriere, die Sie von der bösen Welt da draußen abschirmt. Sie hilft dabei, Wasser und Nährstoffe da in Ihrem Körper aufzubewahren, wohin sie gehören. Und hält unerwünschte Elemente – wie Giftstoffe und räuberische Bakterien – draußen.

Eine Schutzbarriere errichten

Um zu verstehen, wie die Haut ihren Schutzzauber vollbringt, müssen Sie zunächst wissen, dass sie aus zwei verschiedenen Schichten besteht: der Oberhaut (Epidermis, die äußerste Schicht) und der Lederhaut (Dermis), die sich direkt darunter befindet).

Die Oberhaut ist die erste Verteidigungslinie Ihres Körpers. Sie macht aus toten Hautzellen eine starke Schutzschicht.

Anmerkung

Zellen sind die kleinsten Bausteine des Lebens. Alle lebenden Kreaturen – von schleimigen Amöben bis hin zu noch schleimigeren Autoverkäufern – bestehen aus Zellen. Ihr Körper besteht aus Milliarden von Zellen, von denen einige noch nicht einmal Ihnen gehören. (Wie Sie in „Bakterien: Ihre Großfamilie" erfahren, machen die klitzekleinen Bakterien, die das Essen in Ihren Eingeweiden verdauen, mehr als die Hälfte der Zellen in Ihrem Körper aus.)

Die gesunden Hautzellen liegen am unteren Rand Ihrer Oberhaut, ungefähr einen knappen Zentimeter in der Tiefe, wo sie ein sorgloses Leben führen und sich fröhlich vermehren. Während diese Zellen reifen, bereiten sie sich auf die Außenwelt vor, indem sie eine faserige wasserabweisende Substanz mit dem Namen Keratin herstellen. Keratin ist ein biologisches Wundermittel, aus dem Ihr Körper Nägel und Haare wachsen lässt. Außerdem ist Keratin die Grundlage der reizendsten Ornamente der anderen Tiere, zum Beispiel von Krallen, Hörnern, Hufen, Schuppen, Schalen und Schnäbeln.

Wenn Ihr Körper neue Hautzellen produziert, verdrängen diese Newcomer die älteren Zellen aus der überbevölkerten Nachbarschaft am unteren Rand der Oberhaut und drängen sie in Richtung Hautoberfläche. Diese Reise kann ein paar Wochen bis zu einem Monat dauern. Wenn eine Hautzelle die Oberfläche erreicht, ist sie kaum mehr als eine tote, schuppenförmige, mit Keratin gefüllte Struktur, die nicht mehr zur normalen zellulären Maschinerie gehört. Jede Zelle hält an der Hautaußenseite ungefähr 30 Tage durch, Sie bekommen also jeden Monat eine vollständig neue Haut.

Anmerkung

Auch wenn dieser Vorgang bei uns nicht ganz so theatralisch ist: Menschen werfen ihre Haut tatsächlich öfter ab als Schlangen (und ersetzen sie wieder). Wenn Sie also das nächste Mal total angewidert auf ein Reptil reagieren, überlegen Sie doch mal, ob es nicht genau umgekehrt sein müsste.

An den meisten Stellen Ihres Körpers ist die Oberhaut kaum dicker als diese Buchseite. Auf den Handflächen und Fußsohlen ist sie jedoch viel dicker, damit sie sich den ganzen Tag an der Außenwelt reiben kann, ohne sich abzunutzen.

Hautschuppen

Jeden Tag verlieren Sie Millionen toter Hautzellen. Sie fallen natürlich nicht alle gleichzeitig ab – wohin auch immer Sie gerade gehen, Sie ziehen ständig eine Spur vom Hautschuppen hinter sich her. Wir könnten Ihnen jetzt selbstverständlich sagen, wie viele das pro Minute sind. Ist aber nicht so wichtig und würde Ihnen wahrscheinlich den Appetit verderben. (Na gut, Sie haben gewonnen – jede Minute bröseln ungefähr 30.000 Hautschuppen von Ihrem Körper ab. In diesem Moment sammeln sie sich gerade auf den Seiten dieses Buchs, Ihrer Kleidung, dem Möbelstück, auf dem Sie gerade sitzen usw. Im Laufe eines Jahres verlieren Sie ungefähr ein Pfund von diesem Zeug.)

Sie fragen sich jetzt wahrscheinlich, warum Sie nie etwas von dieser Haut herumliegen sehen. Das liegt daran, dass Ihre Haut auf einen anderen Namen hört, sobald sie Ihren Körper verlassen hat: Staub. Den Großteil des Materials, das Sie jede Woche (oder jeden Monat bzw. jedes Jahr) von Ihrem Teppich saugen, machen mit großer Wahrscheinlichkeit verirrte Hautschuppen aus. Wenn Sie also Ihr Haus putzen, saugen Sie immer kleine Fitzelchen von sich selbst und den Menschen auf, die mit Ihnen zusammenleben. Natürlich gibt es auch noch Sockenfusseln, Kekskrümel und ein bisschen von draußen mitgebrachten Dreck, aber das meiste ist alte Haut. Da Hautschuppen dünn und beinahe transparent sind, hat Ihr Hausstaub fast immer eine helle, silbergraue Farbe.

Anmerkung

Wenn Sie einen Blick auf Ihre tote Haut werfen möchten, bevor Sie irgendwo anders landet, können Sie das folgende, etwas beunruhigende Experiment machen: Kleben Sie ein Stück durchsichtiges Klebeband auf Ihren Handrücken, ziehen Sie es ab und halten Sie es gegen das Licht. Sie werden Hunderte frisch abgestoßener Hautzellen finden, die sich extra für Ihre Untersuchung aufgespart haben.

Die Kreatur, die Ihre Haut frisst

Ihre Hautschuppen hören auch auf einen weiteren Namen: Mittagessen. Denn genau das sind sie für eine eher ungewöhnliche Familie von Kreaturen, deren Nahrung ausschließlich aus toter Haut besteht (keine Sorge, es sind keine Zombies).

Die Übeltäter heißen Staubmilben und sind äußerst kleine entfernte Verwandte der gemeinen Hausspinne. Staubmilben leben zu Millionen in unseren Häusern und residieren vorwiegend in Polstermöbeln, Vorhängen, Teppichen und – vor allem – Matratzen. Staubmilben brauchen nur drei Dinge für ein glückliches Leben: Wärme, Feuchtigkeit und geregelte Mahlzeiten aus Hautschuppen. In Ihrem Bett bekommen sie alles drei.

Sie sehen nichts von den Staubmilben, mit denen Sie sich Ihr Haus teilen, denn sie sind verschwindend klein (Sie könnten eine ganze Milbenfamilie ohne Weiteres in dem Punkt am Ende dieses Satzes unterbringen). Aber wenn Sie sich eine unter dem Mikroskop ansehen, entdecken Sie eine achtbeinige Kreatur, die aus einer anderen Welt zu stammen scheint.

Anmerkung

Bevor Sie sich von dem Gedanken an Staubmilben Ihren Tag vermiesen lassen, erinnern Sie sich einfach daran, dass Staubmilben im Gegensatz zu anderen Milben und anderen Gemeinheiten nicht auf Ihrer Haut leben – sondern im Gewebe der Gegenstände um Sie herum. Staubmilben haben absolut kein Interesse daran, auf Ihrem Körper herumzukrabbeln.

Wenn es Ihnen wie den meisten Menschen geht, sind Staubmilben unproblematisch, und Sie können sie mit gutem Gewissen vergessen. Doch bei manchen Leuten können Staubmilben Allergien und sogar Asthmaanfälle verursachen (bei schätzungsweise drei von zehn Menschen). Typische Symptome von Staubmilbenallergie sind brennende Augen, Jucken in der Kehle und Niesanfälle. Falls Sie allergisch auf Staubmilben sein sollten, lohnt es sich, zu einem Allergiespezialisten zu gehen, der Sie einem schnellen und schmerzlosen Prick-Test unterzieht. Und wenn Sie tatsächlich allergisch sind, können Ihnen vielleicht einige der Überlegungen aus dem folgenden Kasten dabei helfen, Ihre Symptome zu lindern.

Das Problem sind nicht die Milben – sondern ihre Exkremente und (ironischerweise) ihre eigene Haut, die sie auch noch abwerfen. Und, das möchten Sie jetzt wahrscheinlich lieber nicht hören: Staubmilben essen dieselben Hautschuppen mehrmals und scheiden sie wieder aus, bis sie all die guten Sachen darin verdaut haben.

Die praktische Seite der Physiologie: Milbenbevölkerungspolitik

Falls Sie an Allergien oder Asthma durch Staubmilben leiden, können Sie sich mit einem gewissen Mehraufwand das Leben erleichtern. Die folgenden Tipps können die Anzahl der Staubmilbenkolonien reduzieren, die bei Ihnen leben:

Staub in Schach halten. Häufiges Staubsaugen, Abstauben flacher Oberflächen, der Umstieg von Teppich auf Holzboden und die Beseitigung von Schnickschnack und anderen Staubfängern: Zwar töten Sie mit keiner dieser Maßnahmen Staubmilben ab, können aber die Bevölkerungszahlen gering halten, indem Sie die Nahrung verknappen.

Feuchtigkeit reduzieren. Staubmilben gedeihen in feuchten Umgebungen. Unglücklicherweise bieten Ihre Atmung und Transpiration mehr als genug Feuchtigkeit, um die Milben in Ihrem Bettzeug glücklich zu machen, ganz egal, wie trocken Ihr Haus ansonsten ist.

Kälte- und Wärmeschocks einsetzen. Wenn Sie Ihr Bettzeug in der Kochwäsche waschen – bei mindestens 60 Grad Celsius – töten Sie die Milben darin ab (auch wenn das natürlich keine Auswirkung auf die vielen anderen Milben in Ihrer Matratze hat). Und die Milben auf Plüschsachen, die Sie nicht in die Waschmaschine stecken können (z.B. die Stofftiere Ihrer Kinder) können Sie mit einem Tag im Gefrierfach um die Ecke bringen, auch wenn das Spuren auf Ihren gefrorenen Erbsen hinterlassen kann.

Antiallergische Hüllen verwenden. Viele Hersteller verkaufen Hüllen mit Reissverschluss für Matratzen und Kissen, die die Zahl der Staubmilben verringern, die es in Ihr Bettzeug schaffen, und die Menge der allergenen Exkremente, die herauskommen, wenn sie drin sind. Manche dieser Matratzenhüllen sind aber ungefähr so bequem wie eine Vinyltischdecke. Und häufiges Waschen dehnt die mikroskopisch kleinen Poren der Hülle, sodass sie ohnehin so groß werden, dass sie alles durchlassen. Wenn Sie sich für diese Variante entscheiden, lohnt es sich, zuvor entsprechende Informationen einzuholen.

Denken Sie auf Reisen nicht daran. Klar gibt es wahrscheinlich mengenweise Staubmilben in Hotels, Pensionen usw. Aber Sie sind ja sowieso bald wieder daheim. Wenn Sie wirklich Ihre Paranoia schüren möchten, machen Sie’s wenigstens richtig, z.B. mit Bettwanzen (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Bettwanze oder http://bit.ly/4pGza0 samt Reisetipps, wie Sie diese höchst unliebsamen Bettgenossen aufspüren).

Anmerkung

In der Kategorie »Getier, über das Sie sich nur ungern Gedanken machen«, gibt es aber auch gute Nachrichten: Zwei hartnäckige Hautbewohner, die die Menschheit über Generationen hinweg geplagt haben – der Menschenfloh und die Körperlaus – sind mittlerweile kein Grund zur Beunruhigung mehr. Im Elisabethanischen Zeitalter krochen diese Kreaturen mit beinahe jedem ins Bett, ob reich oder arm. In der heutigen Zeit mit Annehmlichkeiten wie kochend heißem Wasser und Waschmaschinen sind diese Plagegeister (und der damit verbundene erbarmungslose Juckreiz) in der westlichen Welt nahezu unbekannt.

Haut und Sonne

Die Vorstellung von gefräßigen Milben, die durch Ihre Betttücher krabbeln und Ihre tote Haut verschlingen, ist definitiv unangenehm. Eine echte Gefahr für Ihre Haut lauert jedoch in einem ganz anderen Bereich, der zunächst einmal ganz harmlos wirkt: beschauliche Sommertage und die wärmenden Strahlen der Sonne.

Ihre Haut unterhält eine gewisse Hassliebe zur Sonne. Einerseits versorgt die Sonne winzige Chemiefabriken in der Haut, die Vitamin D erzeugen, einen für Ihren Körper wichtigen Baustoff. Andererseits fügen die starken Sonnenstrahlen den Hautzellen Schaden zu und bringen dabei gelegentlich das genetische Material so stark durcheinander, dass es zu tödlichen Krebserkrankungen kommt. In den folgenden Abschnitten finden Sie heraus, was Sie dagegen tun können.

Vitamin D

Vor gar nicht allzu langer Zeit galt Vitamin D noch als fad und absolut unsexy. Natürlich war bekannt, dass es dem Körper hilft, Kalzium aufzunehmen und Rachitis zu verhindern (eine Kinderkrankheit, die die Knochen erweicht und zu Deformationen führt). Aber mit der Zugabe von einem Schuss Vitamin D zur Milch und einigen anderen mit Vitaminen angereicherten Nahrungsmittel war das Problem im Griff. Und so machte sich niemand mehr nennenswerte Gedanken über Vitamin D – bis vor Kurzem.

Heutzutage marschiert Vitamin D in der vordersten Front der Nahrungsergänzungsmittel mit – dank mehreren neuen Studien, die nahelegen, dass es eine Rolle bei der Prävention von Krebs und anderen Krankheiten spielt. Vitamin D gilt nicht mehr nur als bloßer Kalzium-Booster – es hat jetzt seine eigene Hauptrolle als Hormon, das eine ganze Reihe zellulärer Vorgänge steuert. Die Zukunft wird zeigen, ob die Wissenschaft diese vielversprechende neue Forschung bestätigt, oder ob es sich nur um eine weitere Sackgasse im komplexen Labyrinth der Ernährungswissenschaft handelt. Es gibt aber auch jetzt schon genug Gründe, dafür zu sorgen, dass Ihr Körper eine ordentliche Dosis von diesem Zeug bekommt.

Vitamin D kommt nur in sehr wenigen Nahrungsmitteln natürlich vor. Ihre Haut hat jedoch die Fähigkeit, diese Wunderdroge selbst herzustellen, wenn Sie sie den ultravioletten Strahlen der Sonne aussetzen. Die dafür zuständigen Zellen befinden sich am unteren Rand Ihrer Oberhaut. Ihr Körper braucht erstaunlich wenig Sonne, um sich eine gesunde Portion Vitamin D zu sichern. Als Faustregel gelten 10 bis 15 Minuten direkter Sonneneinstrahlung zwei bis dreimal pro Woche auf einem beliebigen Körperteil (beispielsweise Gesicht, Hände und Arme). Danach wird es Zeit für die Sonnenmilch.

Unglücklicherweise funktioniert der Vitamin-D-Herstellungsprozess in diffusem Sonnenlicht nicht allzu gut – beispielsweise während der Wintermonate in nördlichen Gefilden. Die Wolkendecke und die Umweltverschmutzung schränken die Menge an ultraviolettem Licht, die Ihre Haut erreicht, ebenfalls dramatisch ein. So ist das Sonnenlicht z.B. in München von November bis einschließlich Februar einfach zu schwach, um die Synthese von Vitamin D anzuregen. Zum Ausgleich können Sie ein Vitamin-D-Präparat einnehmen – pro Tag üblicherweise 1.000 IE (suchen Sie auf der Flasche nach dieser Einheit), bis sich der Sommer wieder blicken lässt. Das entspricht ungefähr der Menge Vitamin D von 10 Gläsern Milch.

Die Nahrungsergänzung mit Vitamin D ist besonders wichtig, wenn Sie dunkle Haut haben, denn dieser natürliche Sonnenschutz macht es Ihnen schwerer, Vitamin D zu synthetisieren.

Anmerkung

Der springende Punkt ist, dass Ihr Körper in den Sommermonaten (oder in tropischem Klima) nur wenig Zeit in der Sonne benötigt, um ausreichend Vitamin D zu synthetisieren. Dagegen können Sie im Spätherbst und Winter in Boxershorts herumrennen, ohne dass auch nur ein Tausendstelgramm Vitamin D dabei herauskommt.

Schädigung durch die Sonne

Bisher haben Sie nur von der guten Seite der Sonne gehört – ihrer Fähigkeit, die Vitamin-D-Fabrik Ihrer Haut zu versorgen (zumindest während der warmen Jahreszeit). Doch nun kommt das dicke Ende: Die Gefahren der Sonne überwiegen bei Weitem ihre Vorteile.

Die entscheidende Gefahr ist natürlich Hautkrebs. Hautkrebs ist mit Abstand die häufigste Krebsart und schlägt Lungen-, Brust-, Prostata- und Kolorektalkrebs (Darmkrebs) um Längen. Viele Hautkrebsarten verunstalten zwar Ihre Haut, gefährden aber nicht Ihr Leben. Nur beim als Melanom bekannten Hautkrebs ist es wahrscheinlich, dass er sich von Ihrer Haut auf den Rest Ihres Körpers ausbreitet, was allerdings sehr schnell geschehen kann.

Schuld daran ist die ultraviolette Strahlung im Sonnenlicht. Ultraviolette Strahlung wird in drei Arten unterteilt: UVA, UVB und UVC – von der am wenigsten bedenklichen zur gefährlichsten. UVA lässt die Haut altern und kann bei Hautkrebs eine Rolle spielen. Die Wissenschaft sieht diese Strahlung jedoch als die am wenigsten schädliche an. UVB ist jene Strahlung, die die Produktion von Vitamin D ankurbelt und Sonnenbrände verursacht (und eventuell Hautkrebs). UVC ist noch gefährlicher, wird aber in den meisten Teilen der Welt durch die Ozonschicht abgehalten, sodass sie Ihre Haut nicht erreicht.

Die UV-Einwirkung erhöht Ihr Risiko für alle Arten von Hautkrebs. Aber wie bei allen Dingen mit negativen Auswirkungen auf die Gesundheit (Rauchen, Fettleibigkeit usw.) gibt es eine Verzögerung zwischen dem Verhalten und seinen Auswirkungen. So kann der Sonnenbrand, von dem Sie als Twen Blasen auf der Haut bekommen, noch 30 oder 40 Jahre später zu Hautkrebs führen. Außerdem wirken die Folgen der Sonneneinstrahlung kumulativ. Unter Umständen sind viele Jahre sonnenbedingter Schädigungen erforderlich, um Teile des genetischen Materials Ihrer Haut irreparabel zu schädigen.

Die meisten Dermatologen glauben, dass Sie Hautkrebs mit hoher Wahrscheinlichkeit vermeiden können, wenn Sie sich einige Dinge zur Gewohnheit machen:

Reduzieren Sie die Sonneneinstrahlung. Lümmeln Sie nicht zwischen 10 und 15 Uhr in der Sonne herum (11 und 16 Uhr in der Sommerzeit). Suchen Sie bei starker Sonne lieber den Schatten auf.

Verhüllen Sie sich. Tragen Sie an sonnigen Tagen immer einen Hut mit breiter Krempe, ein langärmliges Hemd und lange Hosen.

Verwenden Sie Sonnencreme. Kaufen Sie ein Produkt, das sowohl vor UVA- als auch UVB-Strahlung schützt und einen Lichtschutzfaktor (LSF) von mindestens 15 bietet. Ein richtig angewandtes Sonnenschutzmittel mit LSF

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