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Old Shatterhand in der Heimat: ...und andere Erzählungen aus seiner Werkstatt, Band 79 der Gesammelten Werke

Old Shatterhand in der Heimat: ...und andere Erzählungen aus seiner Werkstatt, Band 79 der Gesammelten Werke

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Old Shatterhand in der Heimat: ...und andere Erzählungen aus seiner Werkstatt, Band 79 der Gesammelten Werke

Länge:
679 Seiten
8 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
28. Feb. 2017
ISBN:
9783780215796
Format:
Buch

Beschreibung

Seltene und wenig bekannte Texte aus Karl Mays Werkstatt sind hier gesammelt. In der Titelerzählung, deren Urform erstmals gedruckt vorliegt, mischt sich eine zarte Liebesgeschichte mit skurriler Komik. Eher kriminalistisch angelegt ist "Sklaven des Ehrgeizes", ein Fragment aus Mays Kolportagezeit. "Ziege oder Bock" zeigt die humoristische Seite des Schriftstellers; zahlreiche Kurzgeschichten sowie erste Entwürfe aus seiner frühen Schaffensphase runden den Band ab.
Fundierte Kommentare von Prof. Dr. Christoph Lorenz informieren über Entstehungs- und Editionsgeschichte.
Herausgeber:
Freigegeben:
28. Feb. 2017
ISBN:
9783780215796
Format:
Buch

Über den Autor

Karl May (1842-1912) war ein deutscher Schriftsteller, der vor allem durch seine Abenteuerromane bekannt wurde, die in der ganzen Welt spielen. Er begeistert bis heute Groß und Klein.


Ähnlich wie Old Shatterhand in der Heimat

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Buchvorschau

Old Shatterhand in der Heimat - Karl May

Lorenz

In der Heimath

„Habent sua fata libelli", wussten schon die alten Römer: Bücher haben Schicksale. Und manchmal gilt das auch für ungedruckte Texte. Die nachfolgende Erzählung sollte ursprünglich den zweiten Teil des von Karl May auf zwei Abteilungen angelegten, später dann in der Fehsenfeld-Buchausgabe in drei Bänden erschienenen Romans Satan und Ischariot eröffnen. Beim Vorabdruck in der bekannten Familienzeitschrift Deutscher Hausschatz des Regensburger Pustet-Verlags 1894/1895 ließ der Redakteur Heinrich Keiter den größten Teil des Anfangskapitels In der Heimath einfach fortfallen, nachdem er sich, wie das heute noch existierende Manuskript beweist, zunächst an Kürzungen unterschiedlichen Gewichts und Ausmaßes versucht hatte. Über den Fall berichtet Dr. Euchar Albrecht Schmid in dem Abschnitt Verfälschte Handschriften seines Textes Gestalt und Idee (Band 34 GW, »ICH«, ab der 42. Aufl., S. 430ff.).

Demnach haben Keiter sowie ein nicht identifizierter Mitarbeiter rund 440 der über 500 Manuskriptseiten des Anfangs von Krüger Bei – wie der zweite Teil von Satan und Ischariot im Zeitschriftenabdruck hieß – vollständig fortgelassen und später an May zurückgegeben. Erfreulicherweise ist dies heute eines der wenigen von May noch vorliegenden Originalmanuskripte, sodass eine Rekonstruktion der ursprünglichen Absichten des Autors weitgehend möglich erscheint. Darüber hinaus sind Vermutungen zulässig, dass solche Änderungen in der Hausschatz-Redaktion auch bei anderen May-Manuskripten, die nicht mehr erhalten sind, vorgenommen wurden.

Über die Gründe für die radikale Kürzung durch den Redakteur lässt sich nur spekulieren. Keiter, der selber schriftstellerische Ambitionen hatte und dessen Frau (unter dem Pseudonym M. Herbert) ebenfalls zu den Autoren des Deutschen Hausschatzes zählte, neidete May möglicherweise seinen enormen Publikumserfolg. Offensichtlich ist jedenfalls, dass er dem „sächsischen Fantasten" weit weniger gewogen war als sein Vorgänger in der Redaktion, Venanz Müller.

Dass Karl May einen exotischen Reiseroman, der in Mexiko begonnen hatte, durch eine lange Episode unterbrach, die in Deutschland spielte und vorwiegend burleske und romantische Töne anschlug, erschien Keiter offenbar erheblich unpassend. So bemühte er sich zunächst, die privaten und heiteren Elemente einzudämmen und den Text nach seinen eigenen Vorstellungen einzurichten. Dabei deutschte er Fremdwörter ein (z. B. „Sprachwissenschaftler statt „Linguist), strich Dialoge zusammen und kürzte besonders stark die humoristischen bzw. „sächsisch-gemütlichen Passagen. Im Verlauf der Geschichte wurden die Striche immer umfangreicher; ganze Seiten fielen der Korrekturwut Keiters zum Opfer. Allerdings bemerkte er dabei wiederholt, dass zunächst getilgte Passagen für den späteren Fortgang der Handlung notwendig waren; er versuchte dann, solche Absätze durch den Vermerk „setzen bzw. „bleibt" wieder für den Druck zu retten. Etwa im letzten Drittel hat Keiter seine Redaktionsversuche fast völlig aufgegeben; hier hatte er sich wohl entschieden, völlig auf das Kapitel zu verzichten, da ihm der ganze Stil nicht behagte.

Heinrich Keiters Korrekturen sind aufschlussreich und interessant, weil sie zeigen, wie relativ locker und großzügig in den Zeitschriftenredaktionen des 19. Jahrhunderts beim Einkürzen und auch Umformulieren selbst von Texten bekannter Autoren nach eigenem Gusto vorgegangen wurde – auch wenn die Eingriffe nicht immer ganz so radikal waren wie in diesem Fall.

Karl May entschied sich später, die gestrichene Episode in der Fehsenfeld-Buchausgabe (heute GW Bd. 21, Krüger Bei) nur in extrem geraffter Form aufzunehmen. So blieb die Geschichte In der Heimath bis 1927 ungedruckt. In diesem Jahr unternahm es Franz Kandolf, einer der besten May-Kenner, aus den gestrichenen Manuskriptseiten zwei in sich unabhängige und selbständige Erzählungen zu formen: Professor Vitzliputzli und Wenn sich zwei Herzen scheiden. Diese von Franz Kandolf sehr gelungen gestalteten Fassungen sind heute noch in GW Bd. 47, Professor Vitzliputzli, zu finden.

Da es sich bei der unbearbeiteten Erstfassung also um einen wirklichen Text „aus der Werkstatt" des Dichters handelt, haben wir dieses Kapitel an die Spitze des Werkstattbandes gesetzt und hoffen, viele May-Kenner damit anzusprechen. Die Wiedergabe erfolgt getreu der erhaltenen Handschrift, Orthografie und Zeichensetzung wurden den heutigen Regeln angeglichen und stilistische Korrekturen auf ein im Interesse des breiten Publikums unverzichtbares Mindestmaß beschränkt. Um die Lesbarkeit des Textes nicht durch eine Flut von Fußnoten zu gefährden, wird auf die Streichungen und Umformulierungen Keiters nur vereinzelt hingewiesen.

In Satan und Ischariot wollte Karl May die Old-Shatterhand-Legende erstmals intensiv ausgestalten; großen Wert legte er daher auf die Identifizierung des „Dresdener Doktors, Redakteurs und „Linguisten May mit dem sagenhaften Wildwesthelden Old Shatterhand. Dass May selbst niemals die Universität besucht hat und auch keinen Doktortitel besaß, schmälert nicht das Lesevergnügen an dieser prallen Geschichte, zumal die Gestalt des Professors für manche Länge entschädigt. Der Name „Vitzliputzli wurde ihm übrigens erst von Franz Kandolf verliehen, der hier möglicherweise einer Anregung des Heinrich-Heine-Verehrers Dr. E. A. Schmid folgte; denn schon bei Heine wird der aztekische Gott Huitzilopochtli zu „Vitzliputzli verballhornt.

Sowohl autobiografisch wie schriftstellerisch interessant ist auch die Martha-Vogel-Episode, da Liebesgeschichten, in die der Ich-Erzähler selbst intensiv verstrickt ist, im Werk Mays, zumindest in den Reiseerzählungen, selten sind. Gerade in der unbearbeiteten Fassung des Manuskripts kommt das überaus ambivalente Verhalten der Romangestalt „Redakteur May gegenüber der jungen Martha Vogel deutlich zum Vorschein: Einerseits verehrt, ja liebt er die hochbegabte Sängerin heimlich, andererseits kann der „Prärieläufer und „Bär" sich nicht mit dem Gedanken an eine Liebesaffäre in der Heimat anfreunden, sodass ihm der skrupellose Ölprinz Konrad Werner schließlich die Geliebte wegschnappt.

Das Kapitel In der Heimath war vom Autor wohl hauptsächlich als Vorbereitung auf die spätere Romanhandlung gedacht, in der Martha und Franz Vogel das Erbe ihres Vetters, des unglücklichen, von den Meltons ermordeten Millionärs „Small Hunter" alias Jäger antreten.

Im Manuskript fehlen, wie bereits erwähnt, die Seiten 2.041–2.100, da Keiter sie für den Abdruck im Deutschen Hausschatz verwendete und wohl nicht an May zurückgab. Für die vorliegende Ausgabe wurde die Hausschatz-Fassung übernommen und an entsprechender Stelle eingefügt, damit keine Lücke entsteht; ob Keiter den fraglichen Abschnitt wörtlich oder mit Änderungen drucken ließ, ist allerdings nicht mehr feststellbar.

Auf Seite 2.182 schließlich bricht das Manuskript abrupt mitten im Satz ab, der weitere Text von Krüger Bei ist handschriftlich nicht erhalten. Welchen Fortgang die Ereignisse nehmen, wissen aber sicher viele Karl-May-Leser: Konrad Werner gelingt es, durch sein Geld und seine Schmeicheleien Martha Vogel für sich zu gewinnen. Jedoch schon am Hochzeitsabend kommt es zum Eklat: Der Bräutigam betrinkt sich furchtbar – kein gutes Omen für eine glückliche Ehe. Später geht Werner bankrott. Wer die weitere Geschichte noch nicht kennt, kann dies alles in Band 21 der Gesammelten Werke, Krüger Bei, im 7. Kapitel nachlesen. Ansonsten sei allen May-Freunden viel Spaß gewünscht mit einer Lektüre „aus der Werkstatt des Dichters, die im wahrsten Sinne des Wortes Old Shatterhand „in der Heimat zeigt – nämlich als Sprachforscher, Menschenfreund und Liebenden.

Beispiel für redaktionelle Änderungen in Karl Mays Manuskript

Old Shatterhand in der Heimat

Der liebe Leser ist gewöhnt, von mir in ferne Länder, zu fremden Völkern geführt zu werden und da von Ereignissen und Begebenheiten zu erfahren, welche ihm abenteuerlich erscheinen. Da erhebt wohl manch einer den Blick vom Buch und fragt:

„Ist denn das wirklich passiert? So etwas kann doch nur in Romanen stehen!"

Ja, das steht allerdings auch im Roman, nämlich im Roman des wirklichen Lebens. Wer sein Auge nicht nur auf die großen Ereignisse der Politik, der Wissenschaft, des Verkehrs usw. wirft, sondern auch einen Blick für die kleinen Vorkommnisse des individuellen Lebens besitzt, wer es versteht, der Entwicklung des Einzelmenschen zu folgen, für den eine sonst ganz unbemerkte Tat, ein ganz verschwindendes Vorkommnis von der größten Wichtigkeit ist, der hat sicher und gewiss die Erfahrung gemacht, dass das Leben der fruchtbarste und fantasiereichste Romanschreiber ist, den es geben kann. Alle Schriftsteller der Welt, und das sind hunderttausende, wären nicht im Stande, die Sujets sich auszusinnen, welche das Leben nur an einem einzigen Tage bearbeitet. Aber, wie gesagt, man muss ein Auge dafür haben.

Wie oft habe ich mit Lesern gesprochen, die sagten: „Ja, da, wo Sie gewesen sind, da passiert noch etwas; aber wandern Sie nur einmal bei uns herum! Sie werden nicht so viel finden, dass Sie ein einziges Kapitel, viel weniger ein ganzes Buch darüber schreiben können!"

Wie so sehr irrig ist das! Ich möchte behaupten, über jeden meiner Bekannten ein interessantes Buch schreiben zu können, und habe, den vorigen Sprechern ganz entgegen, viele Leute getroffen, welche meinten: „Wenn ich Ihnen meine Erlebnisse erzählen könnte, so vermöchten Sie mehrere Bücher darüber zu schreiben!"

Ja, das Leben ist der fantasiereichste Romanschriftsteller, und er schreibt nicht nur in Amerika, Asien und Afrika, nicht nur bei den Indianern, den Mongolen, Polynesiern, Zulus und Arabern, sondern auch in Europa, in Deutschland, in Bayern, Sachsen und Lippe-Detmold. Und die Fantasie dieses Romanschreibers ist in einem kleinen Städtchen des Harzes oder Thüringer Waldes, in einem verlorenen Dorf der Lüneburger Heide oder der ungarischen Puszta oft ergiebiger und glänzender als in der Sahara oder in den Urwäldern von Hinterindien. Man steht dabei, man sieht und hört es, ja, man erlebt es sogar mit und hat dennoch keine Ahnung davon, dass es einem ‚Helden der Feder‘ den reichsten Stoff für ein Buch bilden kann.

Um die Wahrheit dieser meiner Behauptung zu beweisen, will ich heut einmal daheim bleiben und meine Feder, notabene the original St. George, Sommerville & Co., in eine Erinnerung tauchen, welche mir immerdar lieb und freundlich bleiben wird.

Ich hatte auf der Universität einen Professor, einen gewaltigen Philologen, der sich meiner auf das Freundlichste annahm, worüber man sich allgemein wunderte, denn noch nie hatte er ein persönliches Interesse für irgendeinen Menschen gefühlt. Unbeweibt und ohne Verwandte, lebte er nur für seine linguistischen Bücher, kramte Tag und Nacht in fremdländischen Werken herum und wusste dafür zuweilen nicht, welchen Namen seine Magd hatte, die ihm schon seit Langem seine Wohnung – denn Häuslichkeit wäre falsch – in Ordnung oder vielmehr in Unordnung hielt. Er ließ den Kaffee stehen, bis Spinnweben darauf lagen, und schimpfte dann darüber, dass er zu heiß sei, weil er von der Bearbeitung der hottentottischen Schnalzlaute schwitzte. Und er verbrannte sich mit der heißen, mit Talg gefetteten Kartoffelsuppe die Zunge und den Gaumen und behauptete doch, dass sie ihm zu abgekühlt sei, weil er augenblicklich die Deklination eines lappländischen Dingwortes im Kopf herumschüttelte. Ich wollte auch ein so großer Linguist werden, wie er war, schüttelte die Dingworte mit, schnalzte mit wie ein Hottentotte, trank den Kaffee mitsamt der Spinnwebe und verschluckte die Talgkartoffelsuppe mit innerlichem Schmerz und äußerem Vergnügen. Das erwarb mir seine Zuneigung, die immer wuchs und dann bis zu seinem Tode gleichgeblieben ist.

Der freundliche Leser befürchte ja nicht, dass dieser mein Lehrer die Hauptperson einer Erzählung werden soll. O nein! Das Sujet ‚Professor‘ ist so oft gut und auch nicht gut behandelt worden, dass ich mir eine Blöße geben würde, wenn ich es noch einmal behandeln wollte – ob schlecht oder gut, das bliebe sich gleich. Ich darf aber erwähnen, dass er kränklich wurde; die Stubenluft und der Bücherstaub begannen ihm gefährlich zu werden, und seine Kollegen von der Medizin drangen in ihn, seine Professur niederzulegen und seinen Wohnsitz auf dem Lande zu nehmen, wo möglich im Gebirge. Sie predigten tauben Ohren, bis er endlich einmal, grade als er sich mit dem arabischen Zeitwort sa’al, husten, herumwarf, die Bemerkung machte, dass er selbst hustete, und zwar Blut. Da bekam er plötzlich Todesangst, arabisch faza el mot genannt, und wohnte schon einen Monat später in einem hochliegenden erzgebirgischen Dörfchen, zunächst nur zur Probe. Als es sich herausstellte, dass die Höhenluft ihm sehr gut bekam, kaufte er sich dort ein Häuschen und ließ die Magd nachkommen. Zwar war es ganz und gar nicht seine Absicht, für immer hierzubleiben, aber er beschäftigte sich so fortwährend, eingehend und ausschließlich mit seiner alten Braut Linguistik, dass er nicht an das Fortgehen denken konnte und sich erst dann, als er den Tod nahen fühlte, daran erinnerte, dass er eigentlich nicht so lange hatte bleiben wollen.

Ich blieb in immerwährender Verbindung mit ihm, das heißt, was bei ihm und mir Verbindung genannt werden kann. Er hatte nie eine Briefmarke zu Hause, und um für einen gerade nötigen Brief eine solche holen zu lassen, fehlte es ihm regelmäßig an Kleingeld, wozu kam, dass die Magd keine Zeit hatte, weil sie gerade mit der Kaffeemühle beschäftigt war und den Mokka unmöglich ausriechen lassen durfte. So kam es nur ganz selten zum Schreiben. Und grade dann, wenn er mir endlich einmal schrieb, befand ich mich gewiss in irgendeinem Erdenwinkel, bis wohin der Brief drei oder vier Monate zu laufen hatte, und wenn er kam, war ich wieder fort.

Darum schrieb ich, sooft ich in die Heimat zurückkehrte, ihm schon am ersten oder zweiten Tag meiner Ankunft einige Zeilen darüber, und dann hatte er das kleine Geld und die Magd auch Zeit zu einer raschen Antwort, welche mich aufforderte, zu ihm zu kommen – – – und ich kam.

Ja, ich kam. Fünf-, sechs-, achtmal klingelte ich; dann endlich ließ sich ein verkehrt aufgesetzter Chignon⁶ im kleinen Treppenfenster sehen.

„Wer – wie – was?", schnarrte es von oben herab, denn die Magd bediente sich, um sich weitere Fragen zu ersparen, gleich dieser dreifachen Weise.

„Ist der Kaffee fertig?", rief ich hinauf, ganz gleich, ob es morgens, mittags oder abends war.

„Herr, mein Himmel! Sie sind’s, Sie! Ich werd’s gleich melden! Ich mahle gleich und tue ein Mäßchen mehr hinein. Heißes Wasser habe ich immer; das wissen Sie ja!"

Der Chignon verschwand; sie rannte in die Küche, hackte kleines Holz, stopfte damit das Feuerloch vollends voll, zählte die lieben Bohnen ab, zerquetschte ein doppeltes Quantum Zichorie oder Runkelrübe mit dem Löffelstiel, gab das in die Kaffeemühle, eine abgedorrte Eichel dazu, was nach ihrer Behauptung dem Kaffee erst den nötigen ‚Schmiss‘ verlieh, mahlte diese Requisiten, schüttete sie ins Wasser, rührte dieses mit dem Löffel um, goss zwei Tassen voll, von denen wenigstens eine nicht gewaschen war, trug sie zum Herrn Professor und sagte:

„Da, gnädiger Herr, der Kaffee!"

Seine Nase steckte in einer Tamulengrammatik; er hörte sie nicht.

„Herr Professor!"

Da nahm er das Haupt aus Tamulien empor und blickte sie abwesend an.

„Der Kaffee!", wiederholte sie.

„Ja, ja doch!"

Die Nase steckte sich wieder ins Buch. Da gab ihm die Magd einen gelinden Stoß in die Seite und rief:

„Herr Professor, zwei Tassen! Sehen Sie das denn nicht!"

Er fuhr in die Höhe, kam zu sich, sah nun allerdings die Tassen wirklich an und fragte erstaunt:

„Zwei! Warum denn das? Es soll und darf doch niemand zu mir! Sie weiß, dass ich für mich wohne und keinen Verkehr dulde!"

„Das weiß ich, aber er ist da."

„Er? Wer?"

„Na, haben Sie denn den Brief vergessen! Schade um jeden Brief, den Sie schreiben! Sie vergessen es doch gleich wieder! Sie wollten doch schreiben, dass er gleich kommen soll, und ich habe ihn rasch auf die Post getragen, obgleich ich grade den Kaffeesack ausbessern musste; er war unten an der Spitze aufgetrennt."

„Ja, an wen habe ich denn geschrieben?"

„An May, Sie wissen doch, den frühern Studenten, der so in der Welt herumläuft und so gern Kaffee bei uns trinkt!"

„Ach, so! Na, warum da jetzt schon zwei Tassen?"

„Weil er da ist!"

„Da? Wo?"

„Herr, mein Himmel! Fragt er, wo! Natürlich unten an der Haustür! Da steht er schon anderthalb Stunden lang, und Sie kommen nicht zu sich!"

„Anderthalb Stunden! Warum lässt Sie ihn denn da nicht herein?"

„Weil er gleich nach dem Kaffee fragte, und ich musste also gleich Holz hacken und so weiter. Er muss einen schauderhaften Durst haben. Wenn Sie meinen, dass zwei Tassen nicht reichen, so…"

Jetzt endlich war der Professor vollständig mit der Situation vertraut; darum unterbrach er sie:

„Schweige Sie, laufe Sie, renne Sie, eile Sie, mache Sie unten auf! Er kommt mir eben recht! Lasse Sie ihn herein und schicke Sie ihn rasch herauf! Er soll mir vor allen Dingen gleich einmal sagen, ob es richtig ist, im Sanskrit das Paramaipada zu gebrauchen, wenn das durch die vom Verbum bezeichnete Handlung Bezweckte oder Erreichte einem andern als dem Handelnden zugutekommt, wogegen das Atmanepada anzuwenden ist, wenn das durch die Handlung Bezweckte oder Erreichte dem Handelnden selbst zugutekommt. Also laufe Sie, eile Sie!"

„Es ist richtig, liebster Herr Professor, antwortete ich an der Studierstubentür. „Wenn ich mir einen Nasenstüber gebe, ist Atmanepada notwendig; gebe ich aber Ihnen oder Ihrer Johanna diesen Nasenstüber, so ist Paramaipada geboten.

„Dachte es, dachte es mir!, nickte er zufrieden. „Aber, lieber Freund, Sie sind hier oben! Ich hörte, Sie ständen unten an der Haustür!

„Da stand ich allerdings. Da aber die Tür verschlossen blieb und ich das liebliche Knarren der Kaffeemühle vernahm, so erinnerte ich mich an den günstigen Umstand, dass Ihre gute Johanna sich der Kaffeemilch wegen eine Ziege hält. Ich sprang also über den Zaun, ging hinter das Haus und riss die äußere Wand des Ziegenstalles los. Leider musste ich die Ziege herauswerfen, weil sie mich nicht durchkriechen lassen wollte. Dann bin ich durch den Ziegenstall in Johannas Schlafstube gekommen, wo ich mich einige Zeit aufhalten musste, weil die Katze Junge hatte und mit ihnen neben der Tür im Korb lag. Sie wollte mir ins Gesicht springen; ich musste also, um mich zu schützen, den Regenschirm aufspannen, der unter dem Bett lag, und habe mit Hilfe desselben die Alte mit den Jungen samt dem Korb in den Ziegenstall getrieben, wo es wieder ein Gezänk wegen Hausfriedensbruchs zu schlichten gab, weil die Ziege inzwischen wieder hereingekommen war und mit den Hörnern auf die Katzen losging. Von da aus kam ich endlich auf den Flur und über die Treppe, an der zwei Stufen fehlen, die ich Ihnen aber heut noch einfügen werde, hierher, um Ihnen zu sagen, wie glücklich ich bin, Sie endlich einmal…"

„Meine Ziege, meine Katzen!", kreischte Johanna auf, mich unterbrechend, stürzte hinaus und rannte die Treppe hinab.

Der Professor aber schüttelte mir die Hand, deutete auf die Tassen und sagte:

„Trinken Sie, ehe er kalt wird!"

Ich trank das Dünne oben weg und ließ das Dicke unten; ich wusste, dass Johanna dies dann mit Behagen nachgenießen werde.

„Ist er gut?"

„Vortrefflich wie immer!"

„Wollen Sie noch eine?"

„Nein, danke! Jetzt nicht, später vielleicht."

„So kommen Sie schnell mal her! Ich habe eben jetzt die tamulische ‚Nau-nul-Grammatik‘ vor und will beweisen, dass die Sprache der Tamulen mit den tatarisch-finnischen Dialekten verwandt ist. Dabei sollen Sie mir helfen. Setzen Sie sich! So! Hier ist die Grammatik. Schlagen wir einmal Pagina… Was ist denn das da unten?"

Unten im Parterre begann es nämlich in diesem Augenblick auch tamulisch oder tatarisch-finnisch herzugehen. Man hörte die Ziege meckern, die Katze schreien und Johanna heulen. Wir eilten hinab und in die Schlafstube. Da saß die Katze hoch oben im Wandkober; Johanna kniete klagend beim Bett, um die Jungen derselben unter der Decke zu verbergen, denn die Ziege war inzwischen des Katzengeschlechtes Herr geworden, hatte dasselbe in die Schlafstube getrieben und stand, durch ein wahrhaft homerisches Meckern verratend, dass sie sich in einem höchst rabiaten Zustand befinde, mit den Hinterfüßen in dem herabgeworfenen und zerbrochenen Spiegel, während sie für die Vorderbeine auf dem Waschtisch ein Unterkommen gesucht hatte. Da steckte der eine Fuß in dem umgeworfenen Wasserkrug und der andere in Johannas Sonntagshaube. Mit den Hörnern aber stieß das mutige Emblem der löblichen Schneidergilde unausgesetzt nach der Wand über dem Tisch, wo der Kober mit der Katze hing. Links schien die liebe Sonne freundlich durch das Fenster und rechts drang es wie trauter Mondenschein durch den eingerissenen Ziegenstall herein.

Leider hätte ein Maler oder Zeichner keine Zeit gefunden, dieses liebliche Stillleben seiner Mappe einzuverleiben, denn die Szene wurde durch den Professor mit wahrhaft rapider Schnelligkeit verändert. Er warf sich mit Todesverachtung auf die Ziege und riss sie zurück und nieder. Die liebliche Spenderin der Kaffeemilch wollte sich das nicht gefallen lassen und ging in einer unbegreiflichen Verwechslung der Personen dafür der guten Johanna, welche allerdings in sehr exponierter Stellung am Bett kniete, mit solcher Energie zu Leibe, dass diese sich in ihrer Überraschung nicht anders helfen zu können glaubte, als dass sie aufsprang und der Angreiferin die junge Katze, die sie gerade in der Hand hatte, an den Kopf warf. Das Kätzlein kreischte auf, wodurch die alte Katze so kräftig an ihre Mutterpflicht erinnert wurde, dass sie aus dem Wandkober heruntergesprungen kam, sich auf Johanna schwang und mit den Vorderpfoten auf eine solche Weise in dem schon erwähnten Chignon zu drillern begann, dass die langjährige Vertreterin der eben solange schon mangelnden Hausfrau sich hilfesuchend auf den Professor stürzte, der ihr in verwegenem Mut das liebe Vieh vom Kopf riss und samt dem Chignon durch das offene Fenster warf. Da er aber unterließ, das Fenster zu schließen, so kam die Katze wieder hereingesprungen, nicht aber auch der Chignon, welcher einstweilen draußen blieb, freundlich von Frau Sonne beäugelt. Mir war es inzwischen gelungen, die Ziege in den Stall zu schaffen, der, wie wohl bemerkt, mit der Schlafstube zusammenhing, und da die Katze ihr Junges aufnahm und mit demselben in das Bett zu ihren andern Kindern sprang, so war zunächst kein weiterer Angriff auf eine der anwesenden menschlichen Personen zu erwarten.

Leider musste ich sofort einsehen, dass diese Ansicht eine falsche war, denn es gab einen Angriff, und was für einen! Und der Unglückliche, auf den er sich richtete, war leider ich. Johanna stemmte nämlich die Fäuste in die beiden Seiten und schrie mich an:

„Nein, so eine Bescherung! Ich bin ganz außer mir! Sagen Sie doch einmal, wer sie angerichtet hat!"

„Nun wer?"

„Wer? Das fragen Sie noch! Darf ich bitten, mir zu sagen, was Sie eigentlich sind?"

„Linguist", antwortete ich, da ich in den Augen des Professors für einen solchen galt.

„Ja, Linguist, das weiß ich wohl, aber was für einer! Man sollte Sie eher für einen Räuberhauptmann halten. Sie reißen den Leuten die Häuser ein und steigen am offenen Tag in die Schlafstuben achtbarer Persönlichkeiten!"

„Nicht ein Haus, sondern einen Ziegenstall habe ich geöffnet, und dieses Zimmer war die Schlafstube der Katzen. Sind diese auch achtbare Persönlichkeiten, liebe Johanna?"

„Seien Sie still! Ich bin Ihre liebe Johanna nicht! Liebe Johanna sagt man nur zu einer Geliebten oder Braut, und ich bin Ihre Braut noch lange nicht. Und wenn Sie mir noch so viele gute Worte geben, Sie heiratete ich in meinem ganzen Leben nicht! Ich möchte überhaupt keinen Linguisten haben!"

„Johanna, Johanna!", wagte der Professor in beruhigendem Ton dazwischenzuwerfen.

„Halten Sie den Mund!, fuhr sie ihn an. „Sie sind auch einer! Linguist! Das sind die unnützesten Personen, die es nur geben kann; sie haben den Kopf voller Krimskrams, reden in fremden Sprachen und haben aber nicht das geringste Geschick, eine Ziege oder Katze mit Verstand zu behandeln. Sie sind auch mit schuld! Warum haben Sie die Ziege zurückgeworfen? Ist das verständig, ist das zart, wie ein so gutes, treues Tier es verlangen kann? Sehen Sie sich doch mal um, wie es nun hier bei mir aussieht! Alles liegt am Boden! Und da der Wasserkrug und die Hau…

Sie hielt inne, starrte die Haube an, schlug dann die Hände zusammen und schrie:

„Meine Haube, meine gute Sonntagshaube! Wie sieht die aus!"

Sie stürzte auf den Waschtisch zu, nahm das Schmuck- und Bedeckungsstück ihres ehrwürdigen weiblichen Hauptes beim Band, wirbelte uns die Haube vor den Nasen herum und fuhr fort:

„Ist das eine Haube, ist’s noch eine?"

„Ich denke doch, dass es nichts anderes sein soll", antwortete der Professor.

„Soll, soll! Jawohl soll es eine sein, aber es ist keine mehr! Herr, mein Himmel! Zu Weihnachten sind es erst drei Jahre gewesen, dass Sie mir das Geld dazu gegeben haben; es ist meine neuste, meine allerneuste! Wie habe ich sie gehalten und behütet! Und wie sieht sie nun aus! Und nun ist mir heut die Ziege hineingeraten! Sagen Sie doch, Herr Professor, und auch Sie, Herr Linguist, ist die Haube für die Ziege oder für mich?"

„Für Sie!", antworteten wir im schönsten Unisono.

„Also! Wenn sie aber für mich ist, so konnten Sie zu Hause bleiben, Herr Linguist, anstatt hierherzukommen und mir die Ziege hineinzutreiben! Wer richtet sie mir nun wieder vor? Sie vielleicht? Hier auf dem einsamen Dorf gibt es ja keine Menschenseele, die einem so ein Stück ordentlich wiederherstellen kann. Was setze ich nun auf, wenn ich in die Kirche gehen will oder gar wenn ich Gevatter stehen soll? Weikerts drüben, bei denen ich früh die Semmeln hole, haben schon so von Weitem gemunkelt, dass ich Pate werden soll. Und nun mit dieser Haube! Da muss ich ja mit der größten Schande davonlaufen!"

Sie war in gutem Fahrwasser und wollte weitersprechen. Wenn sie einmal angefangen hatte, so spann sie in einem Atem weiter und fand kein Aufhören; das wusste ich. Aber es gab ein Mittel, sie augenblicklich zum Schweigen zu bringen, und das wendete ich an, indem ich den zerbrochenen Spiegel aufhob und ihr vor das Gesicht hielt. Es steckten noch einige größere Scherben darin, sodass sie sich sehen konnte. Sie sah aber zunächst gar nicht hinein, sondern blickte mich an und fragte:

„Was soll’s? Was ist’s mit dem Spiegel? Soll etwa ich ihn wieder ganz machen?"

„Das verlangt niemand. Aber blicken Sie einmal hinein!"

„Warum?"

„Sehen Sie nur, gucken Sie nur!"

Sie folgte wohl oder übel dieser Aufforderung und sagte dann:

„Das ist ein Globus, ein Glo…"

„Kein Globus, unterbrach ich sie. „In einem Spiegel ist doch nur das zu sehen, was sich vor demselben befindet, und hier ist, meines Erachtens, kein Globus vorhanden. Wahrscheinlich haben Sie nur die obere Rundung gesehen; ich werde ihn also tiefer halten. So, sehen Sie jetzt!

Kaum hatte sie einen Blick hineingeworfen, so fuhr sie zurück und rief entsetzt:

„Das ist doch mein Gesicht, das meinige!"

„Natürlich!"

„Aber ohne – ohne…"

Jetzt griff sie nach dem Kopf. Die liebe Johanna hatte nämlich keine Haare mehr; sie war kahl, vollständig kahl. Als sie die Nacktheit desjenigen Teiles ihrer Individualität fühlte, den sie vorhin für einen Globus gehalten hatte, zeterte sie:

„Mein Chignon, meine Perücke! Wo ist meine Perücke?"

„Zur Katze!"

„Was, wie, wo? Was soll das heißen, zur Katze?"

„Die Katze hat den Chignon mit durch das Fenster genommen."

„Und nicht wieder mit hereingebracht?"

„Nein."

„So liegt er noch draußen, draußen im Schmutz, wo wir gestern noch Kohlen abgeladen haben. Herr, mein Himmel, so ein Unheil! Und das sind Linguisten, Professoren und Linguisten!"

Sie schoss hinaus. Wir gingen auch, aber nicht hinaus vor das Fenster, sondern die Treppe hinan in das Studierzimmer meines alten Freundes. Dort angekommen, trank er einen Schluck Kaffee, sann mit einer so ernsten Miene nach, als ob er über die Quadratur des Zirkels nachdenke, und fragte dann:

„Lieber Kollege, wissen Sie vielleicht, wo sich in meiner Wohnung ein Hammer befindet?"

„Nein."

„Und Nägel?"

„Auch nicht; aber von Johanna wird es zu erfahren sein."

„Die Wand des Ziegenstalles ist doch, wenn ich mich recht besinne, von Holz?"

„Ja, sie besteht aus Brettern."

„Aus Brettern! Wie man so etwas auseinanderzureißen vermag! Sie sind ein wahrer Goliath! Hoffentlich aber lassen sich Bretter durch Nägel wieder vereinigen?"

„Ja, Herr Professor. Man nennt das zusammennageln."

„Gut, sehr gut! Aber wer soll das hier in diesem abgelegenen Dorf tun!"

„Ich, Herr Professor."

„Sie? Können Sie denn nageln?"

„Ja."

„Ja, ich entsinne mich. Sie können alles, absolut alles. Sie haben mir, wenn ich mich recht entsinne, schon einmal einen Regenschirm zusammengeleimt, eine Stiefelstauppe angeflickt und einen Strohhut gewaschen. Dieser Letztere war zwar viel weiter geworden, als er vorher gewesen war; er fiel mir fast über den Kopf auf die Schultern herab, aber das war außerordentlich bequem und viel besser, als wenn er zu eng geworden wäre. Ich habe ihn dann noch mehrere Sommer getragen und dann dem Gärtner geschenkt. Ja, Sie können alles, folglich müssen Sie auch nageln können. Sie werden also die Güte haben, die Bretter wieder in feste Vereinigung zu bringen. Das wäre erledigt. Das Übrige aber wird sich nicht so leicht verbessern und ergänzen lassen. Was den Spiegel betrifft, so…"

„So hole ich morgen einen aus Annaberg", ergänzte ich.

„Sehr gut! Und die Haube, ja die Haube! Die macht mir Sorgen. Könnten Sie die nicht auch gleich mit dem Spiegel reparieren lassen?"

„Ich werde sie zu einer Putzmacherin schaffen und gehörig aufdonnern lassen, sodass die gute Johanna ihre helle Freude daran haben soll."

„Vortrefflich, ganz vortrefflich! So sind wir also jetzt diese Sorgen los und können… Doch vorher noch eins. Ich muss es Ihnen sagen; es ist eine Bitte."

„Sprechen Sie nur, Herr Professor!"

„Werden Sie mir dieselbe aber auch erfüllen?"

„Wenn ich kann, ganz gewiss."

„Können, können, oh, das tun Sie schon! Können werden Sie, ob Sie aber wollen, das ist eine andere Frage."

„Wenn ich kann, so will ich auch; darauf können Sie sich verlassen."

„Sollte mir lieb sein. Aber Sie sind ein – ein – ein so eigenartiger Mensch, Sie machen alles anders als andere Leute. Es steckte das schon früher in Ihnen, hat sich aber sehr, sehr ausgebildet."

„Zum Bösen etwa?"

„O nein, nein, gar nicht. Sie sind ein ganz guter, ein vorzüglicher Mensch. Ich habe Sie sehr lieb, das wissen Sie, und sehe Sie, wenn Sie sich einmal in der Heimat befinden, was leider sehr selten geschieht, mit großem Vergnügen, ja mit Entzücken kommen, denn es arbeitet sich mit niemandem so schnell und leicht wie mit Ihnen; aber – aber…"

„Nun, aber…?"

„Soll ich es Ihnen wirklich sagen?"

„Natürlich!"

„Und Sie nehmen es mir nicht übel, ganz gewiss nicht übel?"

„Wie könnte ich Ihnen, meinem Lehrer und Gönner, dem ich so außerordentlich viel zu verdanken habe, irgendetwas übelnehmen! Die reine Unmöglichkeit!"

„Nun also: Wenn Sie mich einmal wieder besuchen, so, bitte, liebster Freund, so kommen Sie nicht wieder durch den Ziegenstall herein! Die Johanna könnte sich wieder darüber alterieren. Nicht wahr, Sie lassen mich mit diesem bescheidenen Wunsch keine Fehlbitte tun?"

„Ich erfülle ihn! Ich werde nie wieder durch den Ziegenstall kommen. Wenn die Johanna mich wieder so lange vor der Tür stehen lässt, so werde ich die Ziege nicht belästigen, sondern lege die Feuerleiter an, die hinten am Haus hängt, und steige durch den Schornstein ein."

„Um aller Welt willen, das ja nicht, auch dieses nicht!, rief er erschrocken. „Wo kämen Sie denn da heraus?

„Da ich Johanna nicht wieder erschrecken soll, so würde ich mich direkt zu Ihnen wenden und hier aus diesem Ofen kommen."

„Aus – diesem – – Ofen? In – meinem – Studier – – zimmer?", dehnte er entsetzt.

„Ja freilich."

„Welch ein Gedanke! Sie könnten ja gar nicht heraus!"

„O doch! Er würde natürlich umgerissen."

„Umgerissen? Welch eine Idee! Den Ofen umreißen und hier ins Zimmer werfen! Meine Bücher, meine kostbaren Werke, meine Manuskripte in Asche, Staub und Ruß! Lieber Freund, liebster Kollege, tun Sie das nicht, nein, nur das nicht!"

„Ja, wie soll ich denn anders herein, wenn Johanna nicht aufmacht? Nachdem ich vorhin klingelte, hat sie erst Holz gehackt, ich hörte es, Feuer gemacht, Kaffee gemahlen und imitiert und was sonst noch. Wenn Sie mich brieflich einladen, darf ich doch wohl verlangen, dass, wenn ich komme und die Glocke ziehe, die Johanna mir wenigstens den Hausschlüssel zum Fenster hinunterwirft."

„Ja, das kann sie, das kann sie; das soll sie sogar, denn Sie sind ein mir sehr lieber Besuch; ich lasse ja sonst keinen Menschen zu mir. Sie sollen also den Hausschlüssel durch das Fenster haben; oder noch besser, ich werde gleich nachher, erinnern Sie mich daran, nach einer Schnur, nach einer Leine suchen, an welcher die Johanna Ihnen den Schlüssel langsam und bedächtig hinablassen kann. Sind Sie damit einverstanden und zufrieden?"

„Ja."

„Also nicht wieder durch den Ziegenstall?"

„Nein."

„Und noch viel weniger durch die Feueresse, bitte?"

„Auch das nicht, ich verspreche es Ihnen. Nur setze ich dabei voraus, dass mir der Schlüssel auch wirklich hinabgelassen wird, sonst decke ich, da die anderen Zugänge mir nun verschlossen sind, von außen das Dach ab und komme durch die Schindeln hereingestiegen!"

„Mein Himmel! Nun gar das Dach abdecken! Das wird ja immer schlimmer! Sie sind wirklich, wie ich schon vorhin sagte, ein ganz eigenartiger Mensch und können, wie es scheint, wenn nicht alles klappt, sogar gewalttätig werden. Ich verspreche Ihnen, Sie bekommen den Schlüssel so gewiss, wie ich jeden Morgen meinen Kaffee bekomme. Wenn ich Ihnen das mit meinem Ehrenwort verspreche, so werden Sie mir hoffentlich den Gefallen tun, mein Haus stehenzulassen?"

„Ihr Wort gilt, abgemacht!"

„Gott sei Dank! Nun das vorüber ist, können wir zur Hauptsache schreiten. Setzen Sie sich! Ich arbeite an einem Manuskript, für welches Sie sich außerordentlich interessieren werden. Soll ich Ihnen den Titel sagen?"

„Ich bitte darum."

„Er lautet: Über die synthetischen Verbindungen der Präposition chi mit Nominalstämmen der Sprache der Pokonchi-Indianer. Was sagen Sie dazu?"

„Das ist allerdings interessant, höchst interessant! Die Pokonchi gehören zur Pokomgruppe der Maya-Indianer. Also beschäftigen Sie sich jetzt mit diesen?"

„Seit langer Zeit. Sie sind nun so ein Indianerfex, wie ich weiß; es ist mir manches, ja wohl vieles unklar, und ich denke, dass Sie mir nützen können. Nicht?"

„Vielleicht; aber wenn es möglich ist, so geschieht es mit wirklichem Vergnügen."

„Gut, schön! Also können wir beginnen. Ich werde Ihnen vorlesen. Doch vorher muss ich erwähnen, dass die Präposition chi…"

„Bitte, bitte! Lassen wir das zunächst. Ich habe Ihre Treppe zu bauen und den Ziegenstall zu reparieren. Es werden sich wohl auch sonst noch Defekte finden, welche meiner warten; diese Sachen müssen vor allen Dingen in Ordnung gebracht werden. Die Gelehrsamkeit nehmen wir dann am Abend vor."

„Ja, ich weiß, dass Sie nur am Abend und des Nachts schreiben und arbeiten; auch darin sind Sie nicht wie andere Menschen; aber ich möchte lieber gleich jetzt wissen, was…"

„Nichts, gar nichts werden Sie jetzt erfahren. Ich arbeite nicht am Tage, weil da der Geist zu viel zerstreut und gestört wird; das halte ich, wie Sie wissen, auch hier bei Ihnen so. Jetzt besichtigen wir Ihr Haus und machen jedes Loch zu, das wir finden. Dann essen wir, hierauf gehen wir spazieren und…"

„Spazieren!, unterbrach er mich. „Sie wissen doch, dass ich das niemals tue!

„Ja, Sie tun es leider niemals, außer wenn ich einmal zu Ihnen komme. Da zwinge ich Sie, mit in Wald und Feld herumzulaufen, und das werden wir auch heut. Sie sind ins Gebirge gegangen, um gesund zu werden, nun dürfen Sie sich aber auch nicht einschließen, sondern müssen tüchtig Luft und Sonne kneipen. Kommen Sie also, kommen Sie!"

Er weigerte sich noch eine Weile, dann musste er mit.

So war mein alter, lieber Professor. Er lebte nur für seine Wissenschaft und hatte sonst keine Bedürfnisse. Er aß alles, er trank alles, selbst das Schlechteste, wenn es nur den Körper zusammenhielt. Gesellschaft floh er und lebte von Jahr zu Jahr immer einsamer und zurückgezogener. Seine Johanna wurde auch immer älter und immer schlaffer; sie schliefen beide nacheinander ein. Nahe Erben gab es nicht und so fiel die Hinterlassenschaft einem sehr entfernten Verwandten zu.

Er hatte viel gearbeitet, aber nie etwas veröffentlicht. Unter seinen Manuskripten befanden sich wahre Perlen, das wusste ich. Wie oft hatte ich ihn gebeten, ihn förmlich gedrängt, mit einem Verleger in Verbindung zu treten, vergeblich! Seine stete Antwort war, dass er es seinem Erben überlasse, die Arbeiten der Öffentlichkeit zu übergeben. Wer der Erbe sei, das durfte und wollte ich nicht fragen. Einst, als ich wieder einmal von einer längeren Reise heimkehrte und ihm das brieflich meldete, kam der Brief mit dem Postvermerk ‚Adressat verstorben‘ zurück. Ich machte mich sofort auf die Reise und fand das Haus von einem Schneider und einem Korbmacher bewohnt. Letzterer hatte es von dem Erben gekauft, dessen Namen und Adresse ich nur mit Mühe erfahren konnte. Er war Gutsbesitzer in der Gegend von Treuen im Vogtland. Nachdem ich das Grab meines alten Gönners und auch dasjenige seiner Johanna besucht und bekränzt hatte, fuhr ich nach Treuen. Der Erbe so reicher Geistesschätze befand sich auf dem Feld. Ich suchte ihn dort auf und trug ihm mein Anliegen vor.

„Ach, der Professor, lachte er dummklug. „Dem war die Gelehrsamkeit in den Kopf gestiegen; von der Welt, vom Leben, vom Geschäft hat er nichts verstanden. Er hat von den Zinsen eines kleinen Kapitals gelebt, welches ich geerbt habe; es ist für einen Professor und für mich wenig genug. Das Haus, die baufällige Bude, habe ich sofort verkauft. Wie das Haus, so der Preis, ein wahres Lumpengeld!

„Und die Bücher?", fragte ich gespannt.

„Die Bücher? Na, die erst! Kein Mensch konnte sie lesen, und kein Mensch wollte eins kaufen."

„Was haben Sie damit gemacht?"

„In die Papiermühle verkauft."

„Um des Himmels willen, ist das wahr?"

„Was konnte ich denn anders tun?"

„Aber wenigstens die Manuskripte haben Sie behalten?"

„Manuskripte? Was ist das für Zeug?"

„Die Pakete von beschriebenen Blättern in den vier untern Kästen des kleinsten Bücherschrankes!"

„Ach, die französischen Wische? Sind auch mit in die Papiermühle gekommen, das Pfund einen Pfennig."

Ich glaubte umfallen zu müssen, aber es war so und konnte nicht geändert werden. Dieser Bauer hatte sich nach dem alten Dorfschullehrer gerichtet, der die Manuskripte für französische Schülerhefte gehalten hatte. Die Papiermühle! Das war der Erfolg eines arbeitsreichen Gelehrtenlebens. Ich reiste wieder zurück und kam nach dieser Papiermühle, um vielleicht noch einiges zu retten. Ich dachte, der Besitzer oder irgendeiner seiner Beamten müsse doch unbedingt gemerkt haben, dass diese Bücher und diese Schriften mehr wert seien, als in der Papiermühle zerrissen und zerkleinert zu werden, hatte mich aber getäuscht. Schon der Anblick der Mühle ließ auf ihre Bewohner schließen, eine kleine Gebirgsmühle, nicht etwa ein großartiges Etablissement mit Dampfbetrieb und hundert Beamten und Arbeitern. Da gab es nur den Müller, einen stupiden Menschen, der aber pfiffig zu sein glaubte, und zwei Tagelöhner, die noch viel dümmer waren als er. Natürlich hatten diese Kerls alles verarbeitet; es war kein einziger Fetzen mehr da. Später ist mir manchmal der Gedanke gekommen, dass vielleicht ich selbst es war, den der Professor meinte, wenn er sagte, dass er die Veröffentlichung seiner Werke seinem Erben überlasse. Möglich; ich war ja der Einzige, mit dem er noch verkehrte, und das auch spärlich genug; aber ein Testament war nicht da. Ich hätte doch einmal über diesen Gegenstand mit ihm sprechen sollen, nicht meinetwegen, nein, sondern um der Welt seine kostbaren Arbeiten zu sichern.

Doch ich greife mit diesen Ausführungen mir selbst vor, denn das, was ich erzählen wollte, ereignete sich zu der Zeit, als der Professor noch lebte. Es war ein Jahr nach dem oben geschilderten Besuch bei ihm; ich kehrte von einem Ausflug nach der Türkei zurück und ging nach Dresden. Das schrieb ich ihm und gab ihm meine Adresse an. Gegen Abend ging mein Brief fort; am nächsten Nachmittag musste er ihn bekommen; dies war auch wirklich der Fall, und dieses Mal lud er mich nicht brieflich zu sich ein, sondern ich erhielt ein Telegramm mit den Worten: „Kommen Sie sofort! Höchst wichtige Entdeckung!"

Ich konnte diesem Ruf nicht Folge leisten, denn der Redakteur eines Dresdener Verlagsbuchhändlers, welcher ein bedeutendes Etablissement besaß, war krank geworden und hatte mich gebeten, für ihn einzutreten. Ich hatte zugesagt und bedurfte einiger Tage, um mich zunächst einzuarbeiten. Die Krankheit verschlimmerte sich, der Redakteur starb und der Verleger trug mir die sehr gut besoldete Stelle an.⁷ Ich wollte mich nicht binden und sagte ab, musste aber versprechen, wenigstens so lang zu bleiben, bis er eine passende Kraft gefunden habe. Da gab es Arbeit über Arbeit; ich brachte es aber doch fertig, mich für einige Tage loszureißen, und fuhr ins Gebirge. Von der Bahnstation hatte man damals bis nach dem betreffenden Dorf volle drei Stunden zu gehen, wenn man die Post nicht benutzte, welche freilich nur einmal täglich auf dieser Strecke verkehrte.

Es war vielleicht vierzehn Tage vor Weihnacht, ein zwar sehr kalter, aber windloser und heller, fast sonniger Wintertag. Ich entschloss mich darum, von der Post abzusehen und bei diesem herrlichen Wetter zu Fuß zu gehen. Ich mochte einschlagen, welchen Weg ich wollte, so kam ich meist durch Wald. Und wie schön ist der Wald im Winter, wenn seine Zweige sich beugen unter Millionen und Abermillionen glänzender Schneesterne und an jeder freien Nadel- oder Blattspitze ein Kristall funkelt. Im Stationsrestaurant ließ ich mir zwei tüchtige Butterbrote streichen und mit Schinken und Wurst belegen; dann eine Halbe Wein dazu in der Tasche, da konnte man es für drei Stunden aushalten. So machte ich mich denn auf den Weg, den ich leidlich kannte; ich sage leidlich, denn ich ging nicht die Poststraße, auf der niemand fehlen konnte, sondern schlug, wie man da oben sich ausdrückte, ‚Bauernwege‘ ein, die mich so recht mitten durch den Wald und durch einige kleine Dörfer führen mussten. Ich hatte das nicht zu bereuen. Auf der mehr befahrenen Hauptstraße hatte die Sonne trotz der Kälte den Schnee weggeleckt, was ich nicht liebe; auf diesen Vicinal- und Feldwegen aber knirschte er lustig unter den Sohlen. Das stimmt heiter und kräftigt die Glieder zum Kampf mit den hohen Schneewehen, welche ich sehr häufig zu überwinden hatte. Ich dachte dabei an die Wälder des Südens, die ich gesehen hatte, auch an die Urwälder Nordamerikas, durch die ich im Winter auf Schneeschuhen geglitten war, und sagte mir wieder und immer wieder, dass die Fremde doch das nicht bietet, was es in der Heimat Schönes gibt und doch so wenig geschätzt oder gar beachtet wird.

Die Dörfchen, durch die ich kam, boten einen reizenden Anblick. Der Schnee stand hoch an den Wänden empor, welche oft rundum mit Reisigbündeln belegt waren, was die Wärme der armen Wohnungen erhöhte, bedeckte die Dächer und verhüllte die Gebrechen der Häuser, die im Sommer das Auge beleidigen. An den kleinen Fenstern erschienen neugierige Köpfe, um sich darüber zu wundern, dass es einen Fremden gab, der so mitten im Winter in diese abgelegene Gegend kam. Wenn mir jemand begegnete, erhielt ich auf meinen freundlichen Gruß eine noch freundlichere Antwort, und als ich nun gar in die ‚Schänke‘ ging, waren bald mehr als ein Dutzend Männer da, die den weißen Sperling sehen wollten, und in der Küche versammelte sich, von der angeborenen Neugierde herbeigetrieben, eine Anzahl von Weiblein und Jungfräulein, welche zu schüchtern waren hereinzukommen und von Zeit zu Zeit die Äuglein in die Türspalte hielten, um mich zu betrachten. Wenn ich dann hinsah und ihnen zunickte, so erklang ein verschämtes Kichern, und eine hörte ich sagen:

„Er hat’s halt gesehen, dass ich hinausgeguckt hab. Der hat aber een scharfes Gesicht! Und genickt hat er ooch. Een sauberer Herr! Beinahe wie een Wachtmeester von’s Gericht!"

Um nur etwas zu verzehren, trank ich ein Glas Bier, es gab nur ‚Einfaches‘, und aß trotz meiner Schinkenbrote eine Portion Brot mit Butter und Käse. Ich bekam ein ganzes sechspfündiges Bauernbrot, ein ganzes Halbpfundstückchen Butter und einen ganzen mächtigen Kümmelkäse vorgesetzt und langte, da es mir mit jedem ‚Happen‘ besser schmeckte, tüchtig zu. Und als ich nach meiner Schuldigkeit fragte, klang es bald wie in Uhlands Gedicht vom Apfelbaum:

„Und fragt ich nach der Schuldigkeit,

So schüttelt er den Wipfel,

Gesegnet sei er allezeit

Von Wurzel bis zum Gipfel!"

Das Bier kostete sechs Pfennige, Brot, Butter und Käse zusammen fünfundzwanzig Pfennige, und als ich behauptete, dass ich doch für viel mehr verzehrt hätte, meinte die Wirtin:

„Das kommt bei uns halt net so drauf an; wir erbauen’s ja selber. Hier ist’s halt anders als in der Stadt. Die Portion kostet fünfundzwanzig; eener isst mehr und der andere weniger; da gleicht sich’s wieder aus. Da sollten Sie mal erst unsre Leute hier einhauen sehen! Da langt’s halt nicht weiter als vom Maule bis ’nunter zum Magen."

Ich zahlte eine Mark. Als ich mich weigerte, das zu nehmen, was herausgegeben wurde, war das Erstaunen ungeheuer, und als die Wirtin einem, der hinter mir saß, einen Schnaps brachte, flüsterte ihr dieser mit lauter Stimme zu:

„Du, Karline, mit dem is’ es nich’ richtig. Das is’ entweder een heemlicher Bankier oder gar een verkappter Millionär. Er wird wohl in den Reichstag gewählt sein woll’n und tut darum so dicke hier. Ich aber lass mich nich’ irre machen und wähle den Alten⁹ wieder. Meenste nich’ ooch?"

Dann ging es wieder weiter; als ich mich umschaute, sah ich, dass mir Männlein, Weiblein und Jungfräulein alle nachsahen. Ich schwenkte den Hut. Da riefen sie mir nach:

„Glückliche Reis’ und auf’s Wiedersehen!"

Einer aber, jedenfalls der mit dem Schnaps, schrie hinterdrein:

„Adjeh, Lasker; adjeh, Bebel¹⁰! Mit dem Reichstag,

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