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Dorian Hunter 087 - Jenseits der Schwelle

Dorian Hunter 087 - Jenseits der Schwelle

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Dorian Hunter 087 - Jenseits der Schwelle

Länge:
229 Seiten
3 Stunden
Freigegeben:
Mar 3, 2017
ISBN:
9783955720872
Format:
Buch

Beschreibung

Die Uhrmacherin mag tatsächlich einen Weg kennen, alle Dämonen ein für alle Mal zu vernichten. Aber was ist die Quelle der enormen Macht, mit der sie das bewerkstelligen will? Was hat all das mit dem Brand in dem Internat zu tun, auf das Dorian Hunter als Junge gegangen ist? Und welche Verbindungen hat sie nach China?

Dorian bleibt nicht viel Zeit, all diesen Fragen auf den Grund zu gehen.
Freigegeben:
Mar 3, 2017
ISBN:
9783955720872
Format:
Buch

Über den Autor


Ähnlich wie Dorian Hunter 087 - Jenseits der Schwelle

Buchvorschau

Dorian Hunter 087 - Jenseits der Schwelle - Simon Borner

Vorschau

Was bisher geschah:

Der ehemalige Reporter Dorian Hunter hat sein Leben dem Kampf gegen die Schwarze Familie der Dämonen verschrieben, seit seine Frau Lilian durch eine Begegnung mit ihnen den Verstand verlor. Seine Gegner leben als ehrbare Bürger über den gesamten Erdball verteilt. Nur vereinzelt gelingt es Dorian, ihnen die Maske herunterzureißen.

Bald kommt Hunter seiner eigentlichen Bestimmung auf die Spur: In einem früheren Leben schloss er als französischer Baron Nicolas de Conde einen Pakt mit dem Bösen, der ihm die Unsterblichkeit sicherte. Der Pakt galt, und als de Conde selbst der Ketzerei angeklagt und verbrannt wurde, wanderte seine Seele in den nächsten Körper. Im Jahr 1713 wurde er als Ferdinand Dunkel in Wien Zeuge, wie Asmodi, das Oberhaupt der Schwarzen Familie, von einem Nachfolger verdrängt wurde, der sich fortan Asmodi II. nannte. Ihn kann Dorian schließlich töten.

Nach vielen Irrungen nimmt Lucinda Kranich, die Schiedsrichterin der Schwarzen Familie, die Rolle des Asmodi an. Niemand weiß, dass sie in Wirklichkeit hinter dem wiedererstandenen Fürsten steckt. Und letztendlich wird ihre Maskerade Wirklichkeit. Dass Lucinda sich einen Teil Asmodis einverleibt hat, um seine Macht zu erlangen, wird ihr zum Verhängnis. Der in ihr schlummernde Asmodi übernimmt die Kontrolle über ihren Körper und ersteht so tatsächlich wieder auf.

Und die Umstände wollen es, dass ausgerechnet Coco Zamis die neue Schiedsrichterin wird. Das Dämonenkiller-Team droht zu zerfallen, Dorian stirbt. Die Dämonen scheinen gesiegt zu haben.

Aber mit vereinten Kräften gelingt es Dorians Freunden, ihn ins Leben zurückzuholen. Das Team formiert sich neu, und Coco Zamis nimmt zum Schein den Posten als Schiedsrichterin der Schwarzen Familie an, um aus dem Inneren heraus gegen die Dämonen zu kämpfen.

Gerade als sich alles wieder eingependelt zu haben scheint, taucht die Uhrmacherin auf, Dorians lang verschollene Tochter Irene. Sie behauptet einen Weg zu kennen, wie man die Schwarze Familie ein für alle Mal ausrotten kann. Aber kann man ihr trauen?

Erstes Buch: Jenseits der Schwelle

Jenseits der Schwelle

von Simon Borner

nach einem Exposé von Susanne Wilhelm

Kapitel 1

London, Abraham Road

Sie war seine Tochter, und der Lauf der Schusswaffe in seiner rechten Hand wies genau auf ihren Kopf! Dorian Hunter, der Dämonenkiller, stand in seinem Londoner Wohnsitz und fragte sich einmal mehr, wo genau sein Leben diese ebenso absurde wie erschreckende Abzweigung in den Wahnsinn genommen hatte. Er wusste es nicht. Er wusste nur, dass sein Finger am Abzug lag … Und was von nun an geschehen würde, lag außerhalb seiner Kontrolle.

»Falls das nicht deutlich genug rübergekommen ist«, sagte er knurrend, als die Stille zu schwer für ihn wurde. »Das da eben war als Aufforderung gedacht. Du musst mir einiges erklären, Irene. Und ich warte nicht gern.«

Die Frau, die ihm gegenüberstand und sich kaum zu rühren wagte, nickte knapp. »Ich weiß«, sagte sie leise. Mehr sagte sie aber nicht.

Verdammt, schoss es Dorian durch den Kopf. Rede endlich!

Doch Irene, die mysteriöse Uhrmacherin, schwieg. Sie sah ihn einfach nur an.

Sekunden verstrichen. Dann ließ Dorian die Waffe sinken. »Du wolltest dir das Buch also ausleihen?«, fragte er, und es klang beinahe wie ein Themenwechsel. Und wie eine Resignation.

Irene nickte erneut, als wäre nichts gewesen. Als hätte sich nicht erst vor wenigen Minuten ein Untoter in ihrer Gegenwart zu Papier verwandelt und als wäre ihr Leben nicht gerade von ihrem eigenen Vater bedroht worden. »Das Pactum Sanctorum«, antwortete sie und strich mit der Hand über den alten Folianten, den sie sich vorhin aus Dorians Regal genommen hatte.

Das Pactum Sanctorum war Dorian schon lange nicht mehr in die Hände gefallen. Dennoch befand sich eines der wenigen überhaupt noch existenten Exemplare des alten Standardwerks in den Beständen seiner so genannten Horrorsammlung. Der alte Foliant versammelte Berichte über Menschen aus der irdischen Geschichte, die einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hatten. Dorian entsann sich nur dunkel seines Inhalts, glaubte sich aber zu erinnern, dass das Buch ebenso gründlich wie sachlich informierte.

Fast schon beiläufig griff er nach dem ledernen Einband und nahm Irene das Buch ab. Sofort streckte sie wieder die Hände danach aus.

Doch Dorian schüttelte den Kopf. »Mhm«, verneinte er streng. »Erst bekomme ich meinen Willen, dann du. Du kannst das Pactum haben, Irene, aber nur, wenn ich meine Erklärungen kriege. Also? Ich höre!«

Sie seufzte, ließ die Arme sinken und schenkte ihrem Vater einen mehr als strafenden Blick. Dann begann sie aber zu erzählen. »Nachdem Mother Goose starb, hatte ich niemanden mehr. Verstehst du? Es war niemand da, der sich um mich kümmerte. Niemand, dem ich, und niemand, der mir etwas wert war. Und dein Internat … Es existierte nicht länger. Da waren nur noch abgebrannte Ruinen, nur Schutt und Asche.«

Dorian nickte. Je länger Irene ihm gegenüber stand, desto mehr Bilder der Vergangenheit erschienen vor seinem geistigen Auge. Abermals fragte er sich, wie das Leben nur solch bizarre Kapriolen schlagen konnte. »Und weiter?«

»In den Trümmern des Internats fand ich den Zauberspruch.« Irene senkte den Kopf, allerdings nur ein bisschen. »Der, mit dem sich die Zhi Ren erschaffen ließen. Ich nahm den Spruch an mich und lernte, ihn zu benutzen. Das ist alles.«

Mehr noch: Es war sogar vollkommen plausibel. Dorian war selbst vor ein paar Tagen erst nahe der Hütte von Mother Goose auf diese seltsamen chinesischen Schriftzeichen gestoßen. Es waren magische Zeichen gewesen, das hatte er damals bereits gespürt. Und mit ihnen musste irgendjemand eine Art Beschwörung abgehalten haben. War es da wirklich verwunderlich, dass auch Irene dort auf magische Formeln stieß? Kein bisschen.

»Und doch bist du lebendig«, murmelte er.

Sie blinzelte verwirrt. »Was?«

»Du lebst«, wiederholte er. »Die Uhrmacherin und Herrin der Zhi Ren ist quicklebendig. Wie kann das sein? In … Na, sagen wir, in einem früheren Leben bin ich den Zhi Ren schon einmal begegnet. In China.«

Irene machte große Augen. Ihr Erstaunen wirkte aufrichtig, genau wie ihr Interesse.

»Ich nannte mich damals anders«, fuhr er fort und fragte sich gleichzeitig, wieso er sich von ihr eigentlich so tief in die Karten blicken ließ. »Hugo Bassarak war mein Name. Und obwohl ich mein Möglichstes versuchte, fand ich nicht heraus, wessen Befehlen diese chinesischen Untoten gehorchten.«

Sein Gegenüber zuckte ratlos mit den schmalen Schultern.

»Ich weiß aber seitdem, dass sie nur Toten gehorchen«, kam er zum Punkt. »Zumindest dachte ich das bislang.«

»Du dachtest falsch«, sagte die Uhrmacherin halb sanft und halb spöttisch. »Auch als Lebender kann man sich die Zhi Ren gefügig machen. Sofern man weiß, was man tut, heißt das.«

Er dachte an den wandelnden Leichnam, den sie als ihren Bodyguard bezeichnet hatte. »Und du weißt es?«

Sie schwieg wieder, aber das Schweigen sagte ohnehin mehr als tausend Worte.

»Was muss man denn dafür tun?«, hakte er sofort nach.

Doch der Moment der Offenheit war merklich vorüber. Statt ihn noch tiefer in ihre Geheimnisse einzuweihen, griff Irene kurzerhand nach dem Pactum Sanctorum. Sie schlug es auf und blätterte darin. »Ich bringe es dir wieder, sobald ich damit fertig bin«, versprach sie, ohne von den Seiten aufzublicken. Das hatte schon fast etwas von Smalltalk.

Er ließ sie gewähren. Es nutzte nichts, jetzt weiter zu drängen. Das spürte er instinktiv. Sie würde sich nur noch weiter verschließen, wenn er nicht aufpasste und nicht diplomatisch blieb. Lieber verlor er die Schlacht als den Krieg. Der Krieg war bedeutend wichtiger … nicht zuletzt, weil nicht sie es war, gegen den er ihn führte. Sondern die Schwarze Familie!

Zudem: Ein Gutes hatte Irenes Bericht. Er legte zumindest mit einigem Nachdruck nahe, dass sie keine Menschen getötet hatte, um ihre Armee der Untoten zu erschaffen. Ihre Zhi Ren waren auf anderem Wege entstanden. Wenn er ehrlich zu sich war, erleichterte das Dorian nicht gerade wenig. Letzteres behielt er aber wohlweislich für sich – wenigstens für den Moment.

Dorian wollte gerade etwas sagen, da bemerkte er ein leises, aber penetrantes Geräusch. Ein leichtes Klopfen, das von rechts und aus Richtung des zur Abraham Road weisenden Fensters kommen musste.

Irene bemerkte es ebenfalls, und sie reagierte schneller. »Nanu?« Mit wenigen schnellen Schritten war sie am Fenster und öffnete es, noch bevor Dorian richtig wusste, was geschah.

Auf dem Fensterbrett saß ein weiterer Untoter! Allerdings keiner in Menschengröße, nicht einmal einer in Menschengestalt. Es war ein Vogel, ein kleiner Spatz, genau genommen, und sein halb verwester Leib ließ keinerlei Fragen über seinen Zustand und über den Grund seines Kommens offen. Sein Schnabel stieß nachdrücklich gegen das Glas, wieder und wieder. Er klopfte an!

Irene trat einen Schritt zur Seite, und der Spatz flog in den Raum. Er drehte eine kleine Runde durch Dorians alte Bleibe, dann streckte Irene den rechten Arm aus, und er landete auf ihrer Hand.

Erst jetzt bemerkte Dorian, dass das untote Federvieh etwas im Schnabel hielt. »Was ist das?«, staunte er und kam näher.

»Gute Frage«, antwortete Irene. Sie hielt die Linke unter den Schnabel, und der Spatz ließ sein Gepäckstück fallen. Es handelte sich um einen Fetzen Papier, allem Anschein nach irgendwelcher Abfall von der Straße. Doch in dem Moment, da der Spatz sich seiner Last entledigte, geschah etwas Seltsames mit dem Tier. Der Vogel verwandelte sich! Wo eben noch Federn, Augen und Krallen gewesen waren, bestand das Tier binnen eines einzigen Augenblicks nur noch aus Papier! Die gesamte Kreatur war plötzlich nicht länger ein Vogel, zumindest kein richtiger. Stattdessen saß auf einmal ein Vogel aus kunstvoll gefaltetem Papier auf der Hand der Uhrmacherin. Ein Origami-Vogel. Nie zuvor hatte Dorian einen derart gekonnt gefalteten gesehen, und nie zuvor hatte er mehr über einen gestaunt.

Seine Besucherin wunderte sich nicht, das sah man ihr an. Sie nahm das Origami-Tier, in dem nun noch nicht einmal mehr untotes Leben wohnte, und betrachtete es von allen Seiten. Dann hob sie eine Augenbraue. Wissend und mit einem Mal verstehend, faltete sie den Vogel auseinander, bis nur noch ein flaches, von mehreren Falten gezeichnetes Blatt Papier in ihren Händen zurückblieb.

Es stand etwas auf diesem Papier. Dorian sah es, konnte es aber nicht lesen, weil Irene das Blatt sofort seinen fragenden Blicken entzog. Schweigend studierte sie die so rätselhaft erscheinende, merklich in Hast verfasste Nachricht.

Und sie erblasste.

»Was ist?«, fragte Dorian. Hatte er eben noch gelinde Erleichterung verspürt, wallte nun neue Sorge in ihm auf. Das da war definitiv kein Abfall von der Straße! »Was steht da, Irene? Sag es mir.«

Die Frau, die tatsächlich seine Tochter war, musste sichtlich schlucken. Sie ließ das Blatt sinken und zerknüllte es in ihrer Hand. Dann ließ sie sich in einen von Dorians Sesseln sinken, als fürchte sie, ihre Beine könnten jeden Moment unter der Last des Entsetzens nachgeben, das sie überkommen hatte.

»Irene«, drängte er. »Was ist los?«

Endlich hob sie den Blick. Es lag Angst darin, das sah er genau. Angst und eine Art von unfreiwilliger Resignation. Und Dorian verstand: Sie hasste, was sie nun tun musste. Sie wusste allerdings, dass ihr unter den Umständen – wie immer diese auch aussehen mochten – keine andere Wahl blieb. Sie stand mit dem Rücken zur Wand.

»Du wolltest eine Erklärung, richtig?«, sagte sie, und ihre eben noch so trotzig-unbekümmerte Stimme war zu einem schwachen, beinahe schon heiseren Krächzen verkommen. Dann lächelte sie humorlos. »Ich fürchte, du kannst sie haben, Dorian. Denn so leid es mir tut: Ich brauche dringend deine Hilfe!«

Einen Moment lang schwiegen beide. Dorian war hin und hergerissen. Vieles in ihm drängte danach, ihr zur Seite zu stehen – wogegen und weshalb auch immer. Schließlich wollte er auch ihre Hilfe, nämlich im Kampf gegen die Dämonen. Was konnte da besser sein, als ihr Verbündeter zu werden?

Doch ein weitaus rationalerer Teil seines Verstandes hielt ihn zurück. Was wusste er über diese Frau? Was wusste er über ihre Feinde? Sie war die Uhrmacherin, verdammt! War sie wirklich das Opfer hier oder nicht doch vielmehr die Täterin?

»Ich helfe dir«, hörte er sich plötzlich sagen, und die leise Stimme der Vorsicht in seinem Geist verstummte. Er meinte es ehrlich, und er pfiff auf die Konsequenzen. Dieses eine Mal pfiff er auf sie. »Versprochen.«

Irene wirkte erleichtert, doch die Angst in ihrem Blick blieb. Sie erhob sich aus dem Sessel und trat zur nächstbesten Tür. Dabei zog sie einen Schlüssel hervor, den sie an einer Kette um den Hals trug. Es handelte sich um einen kunstvoll gefertigten Schlüssel aus rostfarbenem Material, ein etwa fingerlanges Exemplar, das einige Jahrzehnte auf dem Buckel haben musste – Minimum. Irene zog es von ihrem Hals und hielt damit auf die geschlossene Tür zu.

Dorian runzelte die Stirn. »Äh … Da ist nicht abgeschlossen«, sagte er verwundert. »Und das Ding da würde sowieso nicht passen. Meine Schlüssel sehen ganz anders aus und …«

Er kam nicht dazu, den Satz zu beenden. Irene hatte den Schlüssel ins Schloss der unverschlossenen Zimmertür gesteckt und drehte ihn nun ruckartig um. Dann zog sie ihn wieder hinaus und öffnete die Tür.

Dorian Hunter verstummte. Hinter der Türschwelle war ein neuer Raum erschienen, ein riesig wirkender, halbdunkler Raum, der ganz und gar nicht Teil des Hauses in der Abraham Road war!

Was passiert hier?, dachte der Dämonenkiller einmal mehr. Vorsichtig trat er näher.

Nun konnte er Geräusche hören. Ein stetes Zischen und Stampfen wie von großen Apparaturen drang durch die offene Tür. Dorian musste an altmodische Stanzmaschinen denken, an pneumatisch betriebene Förderbänder in Fabrikhallen der vorletzten Jahrhundertwende. »Was ist das?«, murmelte er und deutete in das Halbdunkel jenseits der Türschwelle.

»Deine Erklärung«, antwortete Irene. Sie ergriff seine ausgestreckte Hand – die so plötzliche Berührung war gleichzeitig angenehm und unangenehm für ihn –, trat über die Schwelle und zog ihn einfach mit sich.

Dorian betrat einen graudunklen, schmalen Korridor. Die schmucklosen Wände und die Decke waren in metallischem Farbton gehalten, der Boden bestand aus dunklen Holzbohlen. Eine Lichtquelle, die er weder ausmachen noch verorten konnte, tauchte den vielleicht zwanzig Meter langen Flur in trübes, spärlich eingesetztes Licht. Am hinteren Ende des Flures wartete eine weitere Tür. Sie war geschlossen, und auch die, durch die Irene und er soeben getreten waren, schloss sich nun hinter ihnen.

Dorian sah Irene an. Sie schwieg und schien auf eine Reaktion von ihm zu warten.

Er legte den Kopf leicht schräg, roch die abgestanden wirkende Luft … und vor allem: Er lauschte!

Da waren das Zischen und das Stampfen wieder. Aber da war auch noch mehr, oder? Ein leises, mechanisch wirkendes Rattern lag im Raum wie ein omnipräsentes Hintergrundgeräusch. Und Dorian glaubte zu ahnen, woher es stammte.

Schnell trat er an eine der Korridorwände und legte die Hand flach dagegen. Tatsächlich: Die Wand vibrierte leicht, und hinter ihr – nein: in ihr – schien irgendein riesiger Mechanismus zu wirken.

Ein Uhrwerk, schoss es Dorian durch den Kopf. Ein gewaltiges Uhrwerk.

Der Gedanke war bizarr, und doch glaubte er ihn sofort.

»Wo sind wir hier, Irene?«, fragte er leise.

»In der Werkstatt«, antwortete sie in seinem Rücken. »In meinem Reich. Komm, Dorian. Folge mir einfach. Dann wirst du schon sehen.«

Gemeinsam gingen sie zur hinteren Tür des Flurs, der, so ahnte Dorian inzwischen, nur eine Art für ihn gedachte Schleuse darstellte. Er sollte ihm den Übergang erleichtern. Ihn vorbereiten auf das, was Irene ihm eigentlich zeigen wollte.

Irene öffnete diese zweite Tür ohne Schlüssel. Dahinter erwartete ihn der Wahnsinn.

Die Halle riesig zu nennen, wäre eine Untertreibung. Rückwand, Decke … All das lag in den Schatten des Halbdunkels verborgen und mochte Ewigkeiten weit entfernt sein. Die Wände, die Dorian sehen konnte – allesamt metallgrau und schmucklos –, waren

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