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Red' mit mir: Führen und Kommunizieren in der digitalen Welt

Red' mit mir: Führen und Kommunizieren in der digitalen Welt

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Red' mit mir: Führen und Kommunizieren in der digitalen Welt

Länge:
237 Seiten
2 Stunden
Freigegeben:
Mar 11, 2017
ISBN:
9783280039885
Format:
Buch

Beschreibung

Manager beschönigen. Politiker lügen. Medien skandalisieren. Und wir reden häufig aneinander vorbei. Warum?

Der Kommunikations- und Führungsexperte Martin Zenhäusern zeigt, basierend auf seiner Erfahrung aus mehr als 30 000 Beratungsgesprächen und anhand neuester Erkenntnisse aus Hirnforschung, Psychologie und Führung, wie wir bewusster kommunizieren und damit besser führen können. Er zeigt auf, wie wir aus Baustellen Tankstellen machen und unsere (kleine) Welt zum Besseren verändern können, indem wir gezielter und bedachter kommunizieren.

Dieses Buch ist eine Inspirationsquelle für praktisch und pragmatisch veranlagte Führungskräfte und zeigt Methoden auf, die nachweisbar direkt anwendbar und in der Praxis mehrfach erprobt sind.
Freigegeben:
Mar 11, 2017
ISBN:
9783280039885
Format:
Buch

Über den Autor


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Red' mit mir - Martin Zenhäusern

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Ein Wort zuvor

Kommunikation hat viele Facetten. Sie kann Menschen verbinden und trennen. Sie ist ein »Allzweckmittel« gegen Einsamkeit. Sie dient der Abgrenzung oder der Zustimmung. Ob mit Worten oder mit unserem Körper: Wir kommunizieren ständig miteinander. Kommunikation ist lebensnotwendig. Ohne sie verkümmern wir – oder sterben sogar. Die Art, wie wir uns mit unseren Mitmenschen und unserer Umwelt verständigen, entscheidet letztlich darüber, ob wir als Glückspilz oder als Pechvogel durchs Leben gehen. Das Wissen um die Kunst der Kommunikation kann den Unterschied ausmachen zwischen einem schlagfertigen Siegertypen oder einem notorischen Versager. Was besonders erfreulich ist: Die Beschäftigung mit der Kunst der Kommunikation kostet uns wenig Aufwand, dafür beschert sie uns reiche Dividende. Daher lohnt es sich, auf dieses Thema vertieft einzugehen.

Gerade in Zeiten der Digitalisierung gilt mehr als jemals zuvor: Führen heisst Kommunizieren. Wer die Kunst der Kommunikation beherrscht, kann andere begeistern, Teams zu Höchstleistungen motivieren, im Dialog Konflikte lösen. Wer weiss, wie in der Kommunikation Hirn und Herz zusammenspielen, versteht letztlich auch, wie er sich selbst führen kann.

Heute, wo Roboter Menschen teilweise ersetzen können, besteht die Kunst der Kommunikation und Führung vor allem in der Erkenntnis, dass der Mensch vor der Technologie kommt. Denn es sind Menschen, nicht Maschinen, welche die Welt verändern und voranbringen. Wer mit Menschen richtig umgeht, schafft sich ein Umfeld der Kooperation, in dem Fortschritt und Erfolg die logische Konsequenz sind.

Dieses Buch hat weder etwas mit Sozialromantik noch Esoterik zu tun (»Denk positiv und alles wird gut!«). Es ist vielmehr eine Sammlung von Erfahrungen, die aus dem täglichen Leben gegriffen sind und die Tauglichkeitsprüfung bestanden haben. Es ist eine Zusammenstellung von Fähigkeiten, die wir uns aneignen können, genauso wie wir lesen, Auto fahren oder schwimmen lernen.

Ich behandle das Thema in drei übergeordneten Kapiteln. Zuerst geht es um Körper und Sprache. Unsere Körpersprache zeigt beim Gegenüber eine stärkere Wirkung als das Wort. Warum das so ist und wie wir Wirkung erzielen können, werde ich anhand konkreter Beispiele und aktueller Studien aus verschiedenen Forschungsbereichen darlegen.

Im zweiten Kapitel geht es um die »Motoren« unserer Kommunikation: Folgen wir dem Herzen? Oder dem Hirn? Und was passiert, wenn wir nur das eine oder nur das andere benutzen? Ratio oder Emotio – oder eine gute Mischung von beiden?

Im dritten Kapitel stehen Führung und Verhalten im Mittelpunkt. Was und wie kommunizieren wir, und wie beeinflusst dies unser Verhalten als Mensch, als Vorgesetzter, als Mitarbeiter, als Partner?

Am Ende des Buches wende ich mich den grossen gesellschaftlichen Herausforderungen zu, die wir in Zukunft zu bewältigen haben. Wobei es in einigen Bereichen schon zwölf Uhr ist oder sogar ein wenig darüber, und nicht erst die berühmten fünf Minuten vor zwölf. Deshalb werde ich dort auch Klartext reden bzw. schreiben, denn alles andere wäre Schönfärberei. Sagen wir es ungeschminkt: Um in Zukunft einander besser verstehen und Menschen sowie Organisationen und Nationen adäquat führen zu können, braucht es die Bereitschaft aller, Lösungen für unsere grossen Aufgaben zu finden. Voraussetzung dafür ist die Fähigkeit, angemessen zu kommunizieren und menschlich zu führen. Das Dreigestirn Kommunikation – Verhalten – Führung ist das Fundament, auf dem eine erfolgreiche Karriere – als Mensch und als Führungskraft – gründet.

In diesem Buch wende ich mich direkt an Sie, liebe Leserin, lieber Leser. Deshalb werde ich häufig die »Wir«-Form verwenden. Warum? Indem ich meine Erfahrungen mit Ihrem Wissen teile, entsteht ein gemeinsamer Raum des Austauschs und des Hinterfragens, der Inspiration und der Kreativität, ein Raum, den wir miteinander teilen können, auch wenn wir uns nicht direkt sehen oder sprechen.

Und an dieser Stelle noch eine weitere Anmerkung: Um der Geschlechterfrage gerecht zu werden, das Lesen jedoch nicht unnötig zu erschweren, verwende ich nach Möglichkeit geschlechtsneutrale Begriffe; ansonsten sind mit der männlichen Form auch immer die Frauen mitgemeint.

Ein tunesisches Sprichwort besagt: Es stolpern mehr Menschen über ihre Zunge als über ihre Füsse. Mein Wunsch ist es, dass Sie nach der Lektüre dieses Buches mit einem Augenzwinkern festhalten können: Wenn stolpern, dann höchstens noch über die Füsse.

Einleitung

Mit allen Sinnen wahrnehmen

Reden ist Gold. Schweigen häufig auch. Mit allen Sinnen wahrnehmen ebenso. In meiner Tätigkeit als Journalist und Ratgeber für Führungskräfte habe ich vieles aus persönlichen Begegnungen, einiges aus Büchern und am meisten aus Beobachtung gelernt. Wie können wir das zwischen den Zeilen Gesagte erfassen, die Manipulation entlarven und die Schönfärberei erkennen? Indem wir bewusst zuhören, statt unablässig selbst zu reden. Indem wir uns unserem Gegenüber zuwenden. Indem wir offen sind für neue Erfahrungen.

In diesem Buch geht es deshalb um alle Facetten der Kommunikation. D. h., ich werde einen Einblick geben in das Zusammenspiel der neuesten Erkenntnisse aus der Hirnforschung, der Managementlehre, der Psychologie und der Kommunikationswissenschaften. Diese Kombination hilft uns, die vielfältigen Beweggründe für unser kommunikatives Verhalten zu erkennen und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. So können wir uns befähigen, unser Auftreten und unsere Wirkung zu verbessern und andere Menschen besser zu verstehen. Das ist die Kunst der Kommunikation und die Kunst der Führung.

Die Komfortzone verlassen

Viele Menschen entschuldigen störende Verhaltensweisen mit der Aussage: »So bin ich halt. Das ist meine Persönlichkeit.« Oft ist es jedoch nur Bequemlichkeit, die uns daran hindert, schlechte Angewohnheiten abzulegen. Es sind unsere Gedanken, Gefühle und Worte, die unser Verhalten prägen. Unsere Persönlichkeit manifestiert sich in der Summe unseres Verhaltens. Wer bereit ist, seine Komfortzone zu verlassen, kann störende Verhaltensweisen verändern – und damit auch seine Persönlichkeit.

Manche Menschen entschuldigen ihr (Fehl-)Verhalten, indem sie die Gene für ihre Schwächen verantwortlich machen: »Ich bin halt so!« Nach den neuesten Forschungserkenntnissen wissen wir mittlerweile, dass es eine Wechselbeziehung gibt zwischen unseren Genen und unserem Körper. Sie steuern sich gegenseitig. Nach dem Neurobiologen, Arzt und Therapeuten Joachim Bauer können wir die Steuerung unseres Körpers und unserer Gene direkt beeinflussen: »Einfluss auf ihre Steuerung haben nicht nur der Lebensstil, die Ernährung und körperliche Betätigung, sondern vor allem soziale, also zwischenmenschliche Erfahrungen und die mit ihnen einhergehenden psychischen Prozesse.«[1]

Natürlich dürfen wir unsere Erfahrungen aus unserer Kindheit und Jugend nicht ausblenden, um unser Verhalten besser verstehen und dann auch gezielt verändern zu können. Wenn uns zum Beispiel Fürsorge und Wärme gefehlt haben, sind wir für Stress anfälliger als jemand, der Geborgenheit erfahren hat. Unser Gehirn hat nämlich einen Mechanismus entwickelt, mit Stress umzugehen und diesen zu verarbeiten.

Wir alle kennen dieses Phänomen: Gerade noch waren wir ruhig, souverän und gelassen. Dann versetzt uns eine Nachricht in Aufregung. Oder wir fühlen uns bei einer Aufgabe allein gelassen oder geraten in eine Situation, die uns überfordert. Jedes Mal, wenn wir gestresst sind, wird im Gehirn ein Stress-Gen aktiviert. Wir versuchen nun, die Nachricht, die Aufgabe oder die Situation in Griff zu bekommen. Sobald uns dies gelungen ist, wechselt unser Gehirn den Modus und schaltet nun ein Antistress-Gen auf, während das vorher aktivierte Stress-Gen in eine Stand-by-Funktion versetzt wird.

Stress ist an sich nicht nur negativ. Er trägt dazu bei, dass wir an uns arbeiten und unsere Fähigkeiten weiterentwickeln. Gerade in Krisensituationen – die in der Regel viel Stress freisetzen – machen wir die grössten Entwicklungssprünge, auch in Bezug auf unsere Gewohnheiten. »Ist Ihnen aufgefallen, wie schwer sich Gewohnheiten ändern lassen, sobald sie sich einmal in unserem sozialen, beruflichen, partnerschaftlichen oder ehelichen Leben verfestigt haben? Würden wir auch daran arbeiten, wenn keine Krise uns dazu zwingt?«[2] Wichtig ist, dass Stress zu keinem Dauerzustand wird, denn dann werden wir früher oder später krank. Wer klug handelt, überprüft von Zeit zu Zeit sein Verhalten. Störungen lassen sich dann auch schneller beheben.

Die gute Nachricht für alle, die in ihrer Kindheit oder Jugend zu wenig Liebe und Fürsorge erfahren haben, ist, dass wir durch spätere Erfahrungen diese Defizite zumindest teilweise reparieren können. »Alles, was wir im sozialen Umfeld erleben, verändert die Regulation unserer Gene und die Feinstrukturen unseres Gehirns.«[3] Deshalb ist es wichtig, dass wir unser Umfeld sorgfältig pflegen und versuchen, selbstbestimmt und bewusst zu leben, was in der Regel zur Folge hat, dass sich die Zahl der Erfolgserlebnisse erhöht und der Stress reduziert. Ebenso lohnt es sich, dass wir von Zeit zu Zeit den Konsum lieb gewordener Suchtmittel unter die Lupe nehmen. Wenn wir gesund bleiben wollen, ist es sinnvoll, auf Rauchen und Alkohol zu verzichten, da diese Drogen am Ursprung vieler Erkrankungen stehen. Krankheiten bringen uns aus dem Gleichgewicht und verursachen Stress, was unser Befinden beeinträchtigt. Wenn wir gesund leben und uns genügend bewegen, bleiben wir körperlich und geistig beweglich und tragen dazu bei, dass die Kommunikation in unserem Körper zwischen Gehirn und Zellen reibungslos verläuft. Wenn die Blockaden weggeräumt werden und alles fliessen kann, sind wir im wahrsten Sinne des Wortes im Flow.

Was wir bisher gehört haben, soll uns ermutigen, ehrlich mit uns selbst zu sein, anstatt Ausreden für unser Verhalten zu suchen. Wenn wir kontinuierlich an uns selbst arbeiten, können wir störende Angewohnheiten ablegen und werden gleichzeitig damit belohnt, dass wir als Persönlichkeit reifen und stärker werden. Das Schöne daran: Wir haben die Wahl.

Voller Energie oder ausgebrannt?

Die Grundlage allen Denkens und Handels ist Energie. Sind unsere Batterien geladen, sind wir lebendig und aktiv, wir kommunizieren und lachen, sind kreativ und erfinderisch. Sind unsere Batterien leer, dann läuft nichts. Wir sind ausser Betrieb. Und bald frustriert und deprimiert. Deshalb sind wir gut beraten, wenn wir mit unserer Energie haushälterisch umgehen und sie dort einsetzen, wo sie uns Gewinn verspricht.

Wie lässt sich Energie definieren? Ganz einfach: Alles ist Energie, sei es sichtbare oder unsichtbare. Demzufolge ist jeder Mensch nichts anderes als Energie. Da alles aus Energie besteht, sind wir mit allem verbunden, auch wenn uns dies nicht direkt bewusst ist. Dies hat zur Konsequenz, dass wir Menschen, Ereignisse und Dinge anziehen, die mit uns in Resonanz stehen. So ist auch erklärbar, dass wir zu gewissen Menschen sofort einen Draht haben, uns auf derselben Wellenlänge befinden. Die Energie fliesst ungehindert zwischen uns. Wir verstehen uns ohne viele Worte. Wir vertrauen uns. Und weil wir uns gut verstehen und uns vertrauen, fühlen wir uns wohl und voller Tatendrang. Wir lachen miteinander. Und Lachen ist ein wunderbarer Energieverstärker. Wen wundert es, dass Teams und Unternehmen, in denen eine gute Stimmung herrscht und viel gelacht wird, den Erfolg geradezu anziehen? Diese Erfahrung habe ich in meiner langjährigen Tätigkeit als Ratgeber für Führungskräfte und Unternehmen häufig gemacht.

Was hat Energie nun mit Kommunikation zu tun? Gedanken und Worte sind nichts anderes als gebündelte Energien, mit deren Hilfe wir unsere Realität erschaffen. Wir geben uns und den Dingen um uns herum Namen und Bezeichnungen, schaffen also Verständigung und Verständnis, indem wir eine gemeinsame Sprache entwickeln. Ein Stuhl oder ein Kugelschreiber weiss nicht, dass er ein Stuhl oder ein Kugelschreiber ist. Mit unseren Worten und unserer Sprache jedoch schaffen wir eine eindeutige Identifizierung, sodass alle in etwa das Gleiche meinen, wenn sie den Begriff verwenden oder hören. Auch unsere Gefühle und Gedanken kleiden wir in Worte und können so nicht Sichtbares oder Abstraktes zum Ausdruck bringen und anderen mitteilen.

Interessant dabei ist, dass rund 90 Prozent unserer Gedanken immer die gleichen sind. Dies ist darauf zurückzuführen, dass wir uns normalerweise im Autopiloten befinden, d. h., mithilfe bekannter Abläufe und Routinen greifen wir auf Gedanken und Erfahrungen zurück, die wir derart verinnerlicht haben, dass sie weitgehend unbewusst ablaufen. So machen wir uns beim Gehen keine Gedanken darüber, wie wir den Fuss aufsetzen, die Muskulatur belasten und dann den anderen Fuss nach vorne bewegen. Ein Kind, das gerade laufen lernt, hat diesen Autopiloten jedoch noch nicht entwickelt, sondern ist auf ständig neue Erfahrungen angewiesen, bis es schliesslich nach unzähligen Versuchen selbstständig gehen kann. Erst dann kann es auf den Autopiloten zurückgreifen. Die Frage ist erlaubt: Wenn wir nicht als Kind laufen lernen würden – könnten wir es als Erwachsene noch lernen? Oder wäre uns dies zu anstrengend?

Wenn wir also zu 90 Prozent immer dieselben Gedanken haben, dann sollten wir sehr genau darauf achten, welche Gedanken das sind und wie wir diese ausdrücken. Es ist nämlich ein permanenter Kreislauf: Unsere Gefühle beeinflussen unsere Gedanken, und unsere Gedanken beeinflussen unsere Worte. So wie ich denke, werde ich auch sprechen. Deshalb die Frage: Unterstützen meine Gedanken und Worte meine Ziele? Bestärken sie mich in dem, was ich vorhabe und erreichen will? Oder stehen sie mir im Weg?

Ich möchte diesen Kreislauf anhand der weltweit am häufigsten gestellten Frage beleuchten: »Wie geht’s?« Diese Frage stellen wir oft, ohne an der Antwort wirklich interessiert zu sein. Oder ohne eine Antwort zu erwarten. Doch auch eine so banale Frage kann uns mit Energie versorgen oder uns Energie rauben, wie folgendes Beispiel zeigt. Am Montagmorgen begrüssen wir unsere Arbeitskolleginnen und -kollegen. Einer von ihnen, nennen wir ihn Robert, der eher als Stänkerer bekannt ist, antwortet auf die Frage »Wie geht’s?« in bekannter Manier: »Ich habe wieder diese fürchterlichen Rückenschmerzen. Ich kann kaum richtig sitzen!« Und so weiter. Nun haben wir die Wahl: Wir können auf sein Lamentieren eingehen und sagen: »Ja, das ist schlimm. Diese Stühle sind auch wirklich eine Katastrophe.« Damit sind wir in die Falle getappt: Wir sind einem Energieräuber aufgesessen, mit dem wir jetzt Mitleid haben, also mit-leiden. Oder wir können uns schützen und die Energie bei uns behalten, indem wir einen anderen Weg einschlagen. Statt auf sein Lamentieren einzugehen, können wir beispielsweise sagen: »Ich hoffe, es geht dir bald besser.« Damit zeigen wir Mitgefühl (Energie bleibt erhalten), ohne in Mitleid zu verfallen (Energie wird abgesaugt).

Von der Baustelle zur Tankstelle

Ich kenne viele Führungskräfte, die sehr viel arbeiten und trotzdem meistens entspannt wirken und zufrieden sind. Alle haben etwas gemeinsam: Sie haben ihren Energiehaushalt im Griff. Gerade weil sie intensiv arbeiten und täglich mit vielen Menschen zu tun haben, achten sie darauf, dass sie Baustellen aufräumen und in Tankstellen verwandeln können. So gelingt es ihnen, ihre Energie zu behalten oder im Austausch mit anderen sogar zu erhöhen.

Wie kann man Baustellen in Tankstellen verwandeln? Der erste Schritt ist, dass wir die Baustellen als solche erkennen. Darauf folgt der zweite Schritt: die Baustelle aufräumen, also geeignete Massnahmen ergreifen und umsetzen, damit sie verschwindet. Der dritte Schritt ist die logische Konsequenz aus dem zweiten: Die Baustelle wird in eine Tankstelle verwandelt. Ich zeige dies anhand einiger Beispiele.

Opfer versus Schöpfer

Viele Menschen gefallen sich in der Rolle des Opfers. Sie machen alles und jeden für ihre Situation verantwortlich. Manche

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