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Kit Carson 13: Die goldene Stele

Kit Carson 13: Die goldene Stele

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Kit Carson 13: Die goldene Stele

Länge:
227 Seiten
2 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
1. Apr. 2017
ISBN:
9781386989530
Format:
Buch

Beschreibung

Am „Fluss der Verlorenen Seelen“ in den Vorbergen der San Juan Mountains erzählt Kit Carson seinem Freund, dem Schoschonen Washakie, wie er unter Charles Bent mit einem Wagenzug zum ersten Mal in den unerschlossenen Westen zog und welche Freundschaften und Feindschaften daraus entstanden.

Jahre später stoßen Kit und Washakie auf dem Camino Real in einer verlassenen Mission auf einen Toten, der die Erinnerungen an jene vergangenen Ereignisse erneut heraufbeschwört. Nun gilt es, ein Verbrechen zu sühnen, von dem nur wenige wissen: Eine goldene Stele, die einst geraubt wurde, soll ihren rechtmäßigen Besitzern zurückgebracht werden. Doch dies scheint unmöglich …

Herausgeber:
Freigegeben:
1. Apr. 2017
ISBN:
9781386989530
Format:
Buch

Über den Autor


Ähnlich wie Kit Carson 13

Buchvorschau

Kit Carson 13 - Leslie West

DIE GOLDENE STELE

Kit Carson

Band 13

––––––––

Ein Roman von Leslie West

––––––––

IMPRESSUM

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author/ Titelbild: Nach einem Motiv von C.M.Russell, 2017

Redaktion und Korrektorat:  Alfred Wallon

© dieser Ausgabe 2017 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

––––––––

Am „Fluss der Verlorenen Seelen" in den Vorbergen der San Juan Mountains erzählt Kit Carson seinem Freund, dem Schoschonen Washakie, wie er unter Charles Bent mit einem Wagenzug zum ersten Mal in den unerschlossenen Westen zog und welche Freundschaften und Feindschaften daraus entstanden.

Jahre später stoßen Kit und Washakie auf dem Camino Real in einer verlassenen Mission auf einen Toten, der die Erinnerungen an jene vergangenen Ereignisse erneut heraufbeschwört. Nun gilt es, ein Verbrechen zu sühnen, von dem nur wenige wissen: Eine goldene Stele, die einst geraubt wurde, soll ihren rechtmäßigen Besitzern zurückgebracht werden. Doch dies scheint unmöglich  ... 

EIN JAHRESTAG

––––––––

Jenseits des Fichtenwäldchens stürzte die Erde unvermittelt und ohne ersichtlichen Grund 600 Yards tief ab. Durch den Talboden hatte sich der Rio de las Animas Perdidas in Jahrmillionen währender Arbeit sein Bett gegraben, schäumend, rauschend; brodelnd.

Niemand wusste, welcher Hidalgo diesem „Fluss der verlorenen Seelen" einst seinen Namen gegeben hatte. Lange vor den ersten Amerikanern hatten sich bereits spanische Abenteurer aus Santa Fé in den Vorbergen der San Juan Mountains herumgetrieben. Seinen Namen hatte der Fluss wegen der fünf Soldaten des spanischen Königs erhalten, die ihn nach einer Legende hinauf gewandert waren, um nie wieder aus diesem südlichen Teil der Rocky Mountains zurückzukehren.

Seine Ufer waren von zwergwüchsigen Scheinzypressen und Yuccas gesäumt. Auf der anderen Seite des Canyons türmten sich Bergrücken bis hoch über die Baumgrenze auf, wo im Gefolge zurückweichender Schneemassen ganze Felder von Gletscherlilien blühten.

Washakie ließ seine Blicke aus den Tiefen des weiß schäumenden Hexenkessels zu den rostroten, dem Fichtenwald gegenüberliegenden Gipfeln hinaufgleiten. Dieser Teil des Massivs bestand überwiegend aus relativ jungem Sedimentgestein - jung nach geologischer Zeitrechnung, denn er war immerhin 150 Millionen Jahre alt. Seine Farben umfassten ein ganzes Spektrum: Sandstein und Schieferton in leuchtenden Schichten von Rot, Elfenbein, Braungelb, Safran, Holzkohle, Lavendel und Mauve.

Vor einer Viertelstunde war der junge Halbschoschone auf ein Häufchen ganz frischer Tierlosung gestoßen, braune Kugeln von Murmelgröße, zu groß für die Exkremente eines Kaninchens, zu klein für die eines Wapitis. Somit konnte es sich nur um den Kot eines Maultierhirsches handeln, der für den Speiseplan der letzten Woche eine nicht unerhebliche Bereicherung darstellen würde.

Und vor wenigen Minuten war noch das leise, melodische Flöten, das so gar nicht zu dieser unansehnlichen Kreatur mit buckligem Rücken, Wamme und überdimensionalen Ohren passen wollte, aus dem höherliegenden Waldbestand erklungen, um dann abrupt in einen klagenden Schrei, der höchste Todesnot verriet, überzugehen.

Washakie war zusammengefahren, hatte den Bogen von der Schulter genommen und einen Pfeil aufgelegt. Geduckt war er weiter geschlichen:

An manchen Fichten war die Rinde in Fetzen abgelöst, so dass man aus der Ferne den Eindruck bekam, jemand hätte sie mit einer Axt bearbeitet. Der hochgewachsene Halbschoschone erkannte jedoch rasch, dass es sich dabei um Schäden handelte, die Wapiti- oder andere Hirsche verursacht hatten, als sie ihr Geweih an den Stämmen gefegt hatten, um es vom Bast zu befreien. Nicht das, was er zunächst vermutet hatte. Dennoch blieb er auf der Hut. Noch war der Schrei nicht in seinen Ohren verklungen.

Washakie pirschte unter einem grün gesprenkelten Baumkronendach seitwärts, durch das sich die Sonne ihren Weg mühselig erkämpfen musste. Unter den Fichten, Tannen und Pappeln belebten Gänseblumen, Himbeeren, wilder Wein, Geißblatt und Rittersporn den Waldboden, bis der Halbschoschone unversehens auf eine Lichtung geriet, die die Form eines auf dem Kopf stehenden Ls hatte, wobei er an ihrem unteren Ende aus dem Baumbestand trat. In ihrem Winkel stieg eine unübersichtliche Wand aus ineinander verkeilten Felsbrocken unterschiedlichster Größe empor, während auf der Lichtung selbst Gebirgsblumen in unvorstellbarer Farbenpracht und Fülle aus dem Boden sprossen: Kaiserkrone und Indianerpinsel, in Karminrot, Hahnenfuß und Nelkenwurz in Goldgelb, Penstemon und Berufskraut in Rosa und Lavendelblau, Glockenblume und Akelei in einem ernsteren Ton der gleichen Farbe.

Zu Füßen der Felsmassen lag der Maultierhirsch. Sein Rücken war eine einzige rote Wunde, aber er lebte noch. Um ihn herum war die Wiese in einem beträchtlichen Kreis zerwühlt: Er musste seinem Angreifer noch einen tapferen Kampf geliefert haben.

Aus diesem Kreis führte eine Schneise in das obere Ende der Lichtung zurück, das dem Standort des jungen Kriegers gegenüberlag.

Mit gebotener Vorsicht schlich er, nach allen Seiten sichernd, auf das blutende Wild zu und erlöste es mit dem Messer von seinen Qualen. Er wischte es sauber, steckte es in die Scheide zurück, griff wieder zum Bogen, legte einen Pfeil auf und schickte sich an, der frischen Schneise zu folgen.

Noch mitten im ersten Schritt fuhr er instinktiv herum. Schützend riss er den linken Arm hoch, bevor ihn eine fellbekleidete, krallenbewehrte, fauchende Masse, geschmeidig und zugleich von tödlicher Kraft, ansprang und zu Boden warf.

Der junge Halbschoschone besaß die Geistesgegenwart, seinen Bogen zwischen die Zahnreihen des Silberlöwen zu drücken. Tobende Wut ließ das wilde Fauchen zu einem fürchterlichen Gebrüll anschwellen.

Washakie erkannte, dass es sich um ein altes, erfahrenes Tier handelte, aber er verlor nicht die Nerven. Seine erprobten Fäuste umkrallten den Bogen zu beiden Seiten der schnappenden Fänge, wodurch die Unterarme die Pranken auf Distanz hielten. Raubtierspeichel tropfte auf sein Gesicht, als er den Bogen mit voller Kraft nach hinten stieß.

In dem Sekundenbruchteil, in dem der Oberkörper des Silberlöwen nach oben gereckt wurde und die beiden Kontrahenten sich anschickten, sich voneinander loszureißen, fiel der Schuss. Er schlug ein Loch in das graue Brustfell des Pumas und warf ihn nach hinten. Washakie rollte sich zur Seite, während die Raubkatze in einem furchtbaren Todeskampf den Wiesenboden zerwühlte, bis nach kurzer Zeit sämtliche Glieder erschlafften. Noch Minuten nach dem Tod zuckten etliche Muskeln.

Währenddessen ließ Kit Carson seine Deringer-Rifle ausrauchen, um sie dann nachzuladen. Washakie hatte sich erhoben und brachte seine Kleidung aus Bisonleder in Ordnung. Er hatte keine ernsthaften Wunden davongetragen.

„Du kamst äußerst gelegen, Gelbhaar."

„Dein Dank wird mir ewig nachschleichen, nicht wahr? Jedenfalls länger als dir der Puma."

Mit diesen Worten trat der junge Waldläufer, der sein dichtes blondes Haar schulterlang trug, an die Seite seines indianischen Freundes. Sie hatten die gleiche Größe.

„Die Frage ist, ob meine Hilfe überhaupt vonnöten war. Schau dir diesen Kerl an."

„In der Tat. Noch nie habe ich einen Silberlöwen gesehen, der ein solch hohes Alter erreicht hat. Sein Gebiss ist äußerst lückenhaft, aber seine Krallen waren noch gefährlich genug. Beinahe hätte ich meinen sträflichen Leichtsinn büßen müssen."

„Ich hätte diesem steilen Felsenhaufen nicht mehr Aufmerksamkeit gewidmet als du, Washakie. Diese Schneise vom toten Maultierhirsch über die Lichtung in den Fichtenwald hinein ist einfach zu offensichtlich und noch dazu so frisch, als sei sie unmittelbar vor unserem Erscheinen getreten worden. Gewiss ist dies auch der Fall."

„So stehe ich allerdings vor einem Rätsel."

„Ich für meinen Teil nicht weniger, alter Gefährte. Wir können es nur lösen, indem wir dieser Spur folgen."

Nicht ohne Mühe bekam Washakie seinen Bogen frei. Sodann drangen sie in den Baumbestand ein. Zertretene Farne und durchbrochenes Gestrüpp wiesen ihnen den Weg, der in Richtung des Abgrunds führte.

Der junge Trapper, der vorausging, blieb unvermittelt stehen. Aus geringer Ferne vernahmen seine in der Wildnis geschulten Ohren das nur allzu vertraute wütende Surren und Brummen mehrerer Hundert aufgebrachter geflügelter Waldarbeiterinnen. In der Luft lag ein ebenso würziger wie appetitanregender Geruch.

„Und das da, Gelbhaar?"

Washakies nach oben gestreckter Zeigefinger wies auf Einkerbungen im nächststehenden Fichtenstamm, die noch eine halbe Manneslänge über ihren Köpfen zu erkennen waren.

Kit musterte die rätselhaften Krallenspuren mit äußerster Sorgfalt. In den Stamm waren tiefe, parallel verlaufende Rillen gekerbt, als hätte ihn jemand mit einem Messer bearbeitet, jede drei Fingerbreiten tief. Kein Silberlöwe besaß Krallen von solchen Ausmaßen.

„Old Ephraim", murmelte der junge Scout.

Das wütende Summen und Sausen kam gefährlich näher.

„Lass uns verschwinden, Stolz der Schoschonen", schlug Kit vor.

„Falls es dazu nicht längst zu spät ist, Leuchte der Mountain Men."

„Greif an trockenem Reisig auf, was du nur unter die Arme bekommst. Zurück auf die Lichtung, rasch!"

Der hochgewachsene Waldläufer folgte dem eigenen Rat ebenfalls. Zuletzt hatten sie keine Hand mehr frei, wodurch ihnen bei ihrem gebückten Lauf tiefer gewachsene Zweige die Gesichter zerkratzten.

Endlich hatten sie das freie Gelände erreicht, auf dem der tote Maultierhirsch lag. Rasch bildeten sie mit dem gesammelten Reisig einen Kreis um sich. Mangels Zeit und Materials blieb es ein Dreiviertelkreis, dessen Rest die steile Anhäufung herabgestürzter Felsbrocken bildete. Wie abgesprochen griffen die beiden Gefährten nach ihren Schwefelhölzchen, entfachten sie, hielten sie in kurzen Abständen an den niedrigen Reisigwall und bliesen tüchtig nach. Zunächst wollten die Flämmchen nur schwach greifen.

Kit und Washakie kauerten sich auf dem Boden zusammen, als der rachsüchtige Schwarm heran surrte. Endlich züngelten kräftigere, handtellergroße Herde empor. Hurtig ließ Washakie eine Handvoll zerriebener Kräuter in ihnen verglimmen.

„Halte deine Ärmel in den Rauch, Gelbhaar, riet er dem Freund. „Der Geruch wird sie dann auch noch fern halten, wenn das Feuer längst erloschen ist.

Kit folgte dem Rat des geringfügig Älteren. Beizende graue Schwaden wälzten sich halb dahin, halb stiegen sie empor. Rasch erlosch das grimmige Brummen in der Luft, erst eine Viertelstunde später das letzte Feuerzünglein.

„Ich könnte mich daran gewöhnen, stellte der junge Trapper fest, als er am mit langen Fransen verzierten Ärmel seiner Wapitilederjacke schnupperte. „Auch wenn deine Gewürzmischung in einem frischen Braten eine bessere Verwendung gefunden hätte.

„Hätten wir sie dafür aufgespart, Gelbhaar, so hätten wir danach erheblich weniger von unserem Braten gehabt."

„Weil wir ihn vor lauter Stichen nicht mehr hätten kauen können. Wo du recht hast, hast du recht."

Das Überstandene hatte sie hungrig gemacht, der letzte Teil des Gesprächs hatte sein übriges dazu getan. Washakie begann den Maultierhirsch zu zerlegen, Kit sammelte mit geladener Pistole größere Holzstücke.

Bald war die Luft von einem appetitlichen Duft erfüllt. Auch beim Essen hing jeder seinen Gedanken nach. Der hochgewachsene Halbschoschone ergriff als erster wieder das Wort.

„Mir scheint, so ungewöhnlich das auch immer klingen mag, dass der alte Räuber mit einer Art  ...  Partner zusammengearbeitet hat. Ein anderer Silberlöwe scheidet mit großer Wahrscheinlichkeit aus, hingegen nicht ein Mensch."

„Wenn ich es mir recht überlege, hätte diese Vermutung sogar etwas für sich. Das, was ich vermute, klänge kaum näherliegend, wenn ich nicht bereits von anderen Umständen ausgehen würde, die zwei Jahre zurückliegen. Auf den Tag genau zwei Jahre."

„Umstände, von denen du bisher einfach nicht reden wolltest, Gelbhaar. Verständlicherweise interessiert mich trotzdem, ob der Bratengeruch unseren Unbekannten, sei er nun Mensch oder Tier, anlocken könnte."

Kit gestattete sich ein zurückhaltendes Lächeln.

„Wer weiß, vielleicht  ...  es hätte sein Gutes. Mir scheint, wir haben den idealen Platz zum Übernachten gefunden."

„Mir hingegen drängt sich dieser Eindruck nicht auf. Einen Feind in der Nähe zu wissen erfordert eine intensive Nachtwache; von der Leben und Tod abhängen kann."

„Da widerspreche ich dir überhaupt nicht, Krieger. Dir kann ich indes garantieren, dass deine Nachtruhe gewährleistet ist, solange unser Unbekannter nicht auf den Plan tritt."

„Das klingt, als wolltest du dir ganz allein mit der Wache die Nacht um die Ohren schlagen. Warum sollte ich dieses Angebot abschlagen? Schließlich bist du es, der auf diesem Lagerplatz besteht."

„Du hast recht. Von mir aus gesehen ist es auch kein Opfer. Ich weiß, dass ich in dieser Nacht so oder so keinen Schlaf finden werde. Und ich hätte dir längst sagen sollen, wie dankbar ich dir bin, dass du überhaupt mitgekommen bist."

„Du wolltest mir schließlich etwas sehr Interessantes zeigen, etwas, das man nirgends sonst zu sehen bekommt."

„Dieses Versprechen werde ich morgen halten."

„Vielleicht wird mir diese Überraschung zu gewaltig. Bereite mich wenigstens ein kleines bisschen darauf vor.

Der junge Trapper warf eine abgenagte Rippe hinter sich. Er wirkte jetzt weniger bedrückt.

„Ich weiß, Alter, dass dir nicht Neugierde zusetzt, sondern Anteilnahme. Nun, was vermutest du denn?"

Washakie war froh, dass bei seinem Freund endlich ein gewisses Mitteilungsbedürfnis aufkeimte. Offensichtlich lag ihm etwas auf der Seele, das loszuwerden ihn große Überwindung kostete.

„Nachdem es heute genau zwei Jahre her ist, geschah es immerhin auch, nachdem wir uns bereits in Franklin für Sekunden über den Weg gelaufen waren, ohne freilich Gelegenheit zu finden, uns einander vorzustellen."

„Das waren bewegte Zeiten, in der Tat. So gesehen hättest du recht, doch damals fand nur etwas ein Ende, was über vier Jahre vorher begonnen hatte und somit inzwischen länger als sechs Jahre zurückliegt."

„So warst du damals zwischen sechzehn und siebzehn Sommer alt. Wofür interessiert man sich in diesem Alter, wenn nicht für Mädchen? Gab es vor Linda Carlisle gar noch eines, das dir sehr viel bedeutet hat?"

Kit war so rot angelaufen, dass sich seine Gesichtsfarbe nur noch unwesentlich von der Washakies unterschied.

„Wie nahe du doch der Sache so schnell gekommen bist! Es war  ...  nun, es war  ...  eine ganz außergewöhnliche Gefühls- und Sinnesverwirrung."

Das Eis war gebrochen, und Kit begann zu erzählen.

AUS DER VERGANGENHEIT

––––––––

Tulads Anschlag auf Xochicalco IV. war fehlgeschlagen. Der Herrscher hetzte dem verräterischen Bruder sämtliche verfügbaren Krieger nach, doch diesem gelang mit seinen wenigen verbliebenen Getreuen die Flucht in den Nordwesten.

Dabei nahmen sie die Goldene Stele mit, die von unschätzbarem Wert war.

Dass Tulad bald darauf einem tödlichen Schlangenbiss erlag, hätte als gerechte Ironie des Schicksals ausgelegt werden können. Seine Begleiter wurden von einem Stamm Küstenindianer aufgenommen, in dem sich ihre Spuren nach wenigen Generationen verloren hatten.

Nur das Geheimnis der Goldenen Stele wurde von jedem Häuptling an seinen Nachfolger weitergegeben.

In den folgenden Jahrhunderten erlitten die Indianer unter den Spaniern Unsägliches. Doch erweckte Mexikos Unabhängigkeit unter ihnen neue Hoffnung.

Dem Priester Hidalgo, der zum bewaffneten Widerstand gegen die Spanier aufrief und den Indianern die Rückgabe ihrer Länder versprach, wurde dadurch von diesen ein Vertrauensbeweis ganz besonderer Art zuteil, dass man das Wissen um die Goldene Stele an ihn weitergab, damit er es im Bedarfsfall zum Wohle der Indianer nutzen konnte. Ihm nutzte es indes wenig, da er bereits 1811 mit seinen engsten Mitstreitern hingerichtet wurde. Noch in der Todeszelle gab er sein Geheimnis an Morelos weiter, einen anderen Priester, der sich wie er für die Interessen der Indianer einsetzte. Seinen Mangel an Bildung machte Morelos mit seinem größeren strategischen Geschick mehr als wett.

Doch auch dieses Geschick konnte ihm nicht gegen die erdrückende Übermacht der königstreuen Truppen helfen. Von einem Heeresführer namens Iturbide geschlagen, wurde er gefangengenommen und

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