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Tibet Terrier wohin?: Ursprüngliche Hunde oder Inzucht verseuchte Showdogs

Tibet Terrier wohin?: Ursprüngliche Hunde oder Inzucht verseuchte Showdogs

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Tibet Terrier wohin?: Ursprüngliche Hunde oder Inzucht verseuchte Showdogs

Länge:
784 Seiten
6 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
May 9, 2017
ISBN:
9783958803190
Format:
Buch

Beschreibung

Atisha, Regalia und das Elend des Ausstellungswesens
Was Sie schon immer über Inzucht wissen sollten
"Brownies
Scheckenzucht und Taubheit
Native Tibetan Terriers; aber auch
Wie Sie einen geeigneten Züchter finden und
Das ursprüngliche Wesen des Tibet Terriers: Hütehund, Straßenköter, Türglocke, Begleithund, Klosterhund?

Betrachten Sie dann die folgenden Kapitel und Artikel als Bonus:
Wie Menschen und Hunde nach Tibet kamen und
Letzte Tipps: Frischfütterung beim Tibet Terrierb (Nadine Nemeth)
Anleitung zum Ponyschneiden beim Langhaarhund (Sabine Ilk)
Herausgeber:
Freigegeben:
May 9, 2017
ISBN:
9783958803190
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

Tibet Terrier wohin? - Adolf Kraßnigg

01 | Über den Autor

Adolf Kraßnigg

Adolf Kraßnigg

Ich heiße Adolf Kraßnigg, Jahrgang 1947, sieben Tibet Terrier in 25 Jahren; mit Sammie und Jacko leben zur Zeit 2 Rüden im Haus. Mit meinem Namen oder dem Kürzel A.K. für Altan Khan, dem mongolischen Tumed- und Ordos-Fürsten, mein Avatare, bin ich in Foren für Tibetische Hunde und in etlichen Facebook-Gruppen für Tibet Terrier weiterhin zu finden. Wegen des Avatare bin ich auch als  alter Mongole bekannt. Und mit meinen beiden Rüden bilde ich darum die „Mongolenmeute"!

Zu Buche stehen noch: 13 Jahre Mitgliedschaft im KTR, dem Internationalen Klub für Tibetische Hunderassen, dem größten TT-Klub in Deutschland. Seit 2004 Mitglied des Vorstands, 2006 Vorsitzender, 2007 Austritt wegen - aus meiner Sicht - Intrigenwirtschaft des Vorstands und nicht akzeptablem Zuchtverhalten im Klub: Dem Ignorieren der modernen Erkenntnisse von Kynologie und Genetik.

Seit früher Jugend habe ich mich stets mit großem Interesse für Anthropologie und Paläo-Anthropologie, Geschichte, Hunde, Biologie und besonders für Genetik interessiert - aktualisiert durch Vorlesungen an der Universität Duisburg-Essen in den Jahren 2014/15 und 2016/17. Und das sind nur die wichtigsten meiner Interessen, die unmittelbar mit dem Thema Hunde verbunden sind. Noch zu erwähnen: Staatsexamen 1 und 2 in den Studiengängen Sportwissenschaft, Schwerpunkt Sportbiologie-Biomechanik, und Germanistik, Schwerpunkt Mediävistik (Mittelalterphilologie). Im Lehramt für Gymnasien volle Zeit Berufserfahrung!

Unabhängig

Ich verkaufe keine Welpen, bin keinem Klub verpflichtet oder von dort abhängig und kann von niemanden wegen unerwünschter Meinungen und Vorstellungen gemaßregelt werden. Ich kenne nur eine Verpflichtung, nämlich das Wohl und die Zukunft der von mir so geliebten Tibetischen Hunde.

Wundern Sie sich bitte nicht über die ungewöhnliche, eigentlich unkorrekte Schreibweise von Tibetische Hunde. Diese Schreibweise hat der Internationale Klub für Tibetische Hunderassen (KTR) bei seiner Gründung quasi als Eigenname und Markenzeichen verwendet. Ich habe diese Schreibweise gegen meine Lehrerreflexe übernommen, wo ich dieses Wort in ähnlicher Funktion verwende.

Unterstützt werde ich immer wieder von etlichen Züchtern des TT oder Hundebesitzern, die ihre Vorstellungen von Kynologie und Zuchtverhalten in ihren Klubs nicht wieder finden, aber bei einer offenen Stellungnahme Repressalien fürchten müssen. Dieses E-Book ist auch für sie geschrieben.

02 | Inhalt

01

ÜBER DEN AUTOR

02

INHALT

03

TIBETISCHES ERBE BEDROHT

Atisha, Regalia und das Elend des Ausstellungswesens

04

KREBSüBEL DER HUNDEZUCHT

Was Sie schon immer über Inzucht wissen sollten!

05

VERLORENE GENE

Brownies oder Schokolädchen - Tibet Terrier!

06

PROBLEMFARBEN

Scheckenzucht – und Taubheit

07

ZüCHTERISCHES GESCHENK

Native Tibet(an) Terrier und Lamleh – Besondere Entwicklung der TT-Zucht

08

EINMAL TIBET TERRIER - IMMER TIBET TERRIER

Wie finde ich einen geeigneten Züchter?

09

DES TIBETERS KERN

Was ist das ursprüngliche Wesen des Tibet Terriers?

10

NACH BODYUL - DEM LAND DER RUFE

Wie Menschen und Hunde nach Tibet kamen

11

BARFEN

Frisch- oder Rohfütterung beim Tibet Terrier (BARF)

12

PONY PERFEKT

Ponyschneiden beim Langhaarhund

13

ANHANG

14

IMPRESSUM

Atisha, Regalia und das Elend des Ausstellungswesens

VON ADOLF KRAßNIGG

Wie „Spitzenkennels" und das Ausstellungswesen dabei sind, die Basis der TT-Zucht zu zerstören, über inkompetente Richter und Zuchtklubs, die tatenlos zusehen.

03 | Tibetisches Erbe bedroht

Vorwort

D

ie Rasse Tibet Terrier ist bedroht: Dieses E-Book will Sie nicht davon abhalten, sich einen Tibet Terrier als Begleiter ihrer Familien auszusuchen – im Gegenteil! Aber ich will alles dafür tun, dass Sie authentische Hunde im ursprünglichen Charakter und in ursprünglicher Gesundheit finden. Denn ich sehe die Haushundrasse Tibet Terrier, ja die gesamte Zucht national wie auch international bedroht.

Diese Gefahr für unsere Hunde hat sich in den letzten Jahren drastisch erhöht und sie geht vor allem von den international agierenden sog. Top-Zuchten oder Spitzen-Kennels und ihren beflissenen Nachahmern aus. Stichwort „Showdogs"! Diese handeln  in verantwortungslosem Egoismus - und wahrscheinlich auch wirtschaftlichem Druck - und züchten in brutalster Inzucht spektakuläre Hunde  in der Gier nach Champions für die Ausstellungen – und als Leimrute für Ausstellungsjunkies und Kaufinteressenten.  Das Erscheinungsbild dieser Hunde hat oft genug nur noch wenig mit dem eines authentischen Tibet Terriers zu tun.

Inzuchtdesaster

Als ein Beispiel für skrupellose Inzucht  und Verzerrung der Rassemerkmale dient in diesem  E-Book  vor allem Atishas's Blazing Black Adder-Rowan, der zusammen mit seinem Vater Firebird  eine Flut von Schadgenen, vor allem Katarakt, in europäische und amerikanische Zuchten eingebracht hat. Hand in Hand geht diese Entwicklung zu Inzucht geprägten Showdogs in verzerrtem Erscheinungsbild mit einem ausufernden, längst außer Kontrolle geratenen Ausstellungswesen, in dem schlecht ausgebildete Zuchtrichter nicht den authentischen Rassetyp des Tibet Terriers, sondern seine spektakulären Zerrbilder goutieren. Die World Dog Show  in Mailand 2015 und in Moskau 2016 sind  aktuelle, erschreckende Beispiele dafür und zeigen, dass der Fisch vom Kopfe her stinkt.

Bild: Ein Porträt mit Kavallerieuniform und Signalhorn. Die Blende auf dem Stetson zeigt die Farben der tibetischen Flagge. Das Foto verstehe ich als Symbol für meine Attacke auf alles, was unsere Hunde in Erscheinungsbild, Charakter und Gesundheit bedrohen.

Informierte Käufer für gute Züchter

Ein Teil der Gefahr für unsere Hunde sind aber auch Kaufinteressenten, die unkritisch, uninformiert und vertrauensselig sich nur wenig dafür interessieren, was denn die Züchter so treiben und was wirklich hinter einer Zucht steckt – und die dann ausbaden müssen, was skrupellose Züchter - und sie selber - angerichtet haben. Dieses E-Book soll Sie in die Lage versetzen, die Risiken bei ihrer Züchterwahl realistisch einzuschätzen und ihrerseits dabei mitzuhelfen, die seriösen Züchter authentischer Hunde  zu stärken. Sie sollen nicht auf falschen Glanz und Glamour herein fallen.

Denn es gibt sie noch, die unverdrossen züchtenden Liebhaber unserer Hunde, die nicht der Gier nach spektakulären Hunden verfallen sind. Sie wollen einfach nur gute, authentische und Familien taugliche Hunde züchten, die den Namen Tibet Terrier auch wirklich verdienen. Im Kapitel Wie finde ich einen geeigneten Züchter? habe ich darum eine - subjektiv ausgewählte - Linksammlung von Züchtern in Deutschland, den Niederlanden, der Schweiz, Österreich und Belgien zusammen gestellt, die den Showdog-Wahn bisher nicht mitgemacht haben. Dazu werden Ansprechpersönlichkeiten in Dänemark, Slowenien und Tschechien genannt.

Themen

Die Themen und Titel der Kapitel dieses E-Books lauten:  Atisha, Regalia und das Elend des Ausstellungswesens; Was Sie schon immer über Inzucht wissen sollten; Brownies; Scheckenzucht und TaubheitNative Tibetan Terriers; aber auch Wie Sie einen geeigneten Züchter finden und Das ursprüngliche Wesen des  Tibet Terriers: Hütehund, Straßenköter, Türglocke, Begleithund, Klosterhund?. Betrachten Sie dann die folgenden Kapitel und Artikel als Bonus: Wie Menschen und Hunde nach Tibet kamen,  und 9a Frischfütterung beim Tibet Terrier (Nadine Nemeth)  und 9b Anleitung zum Ponyschneiden beim Langhaarhund (Sabine Ilk)

Jedes neue Kapitel ist so angelegt, dass Sie es ohne Voraussetzungen lesen können und  nicht in Kapiteln davor nachschlagen müssen.  Dabei liegt es in der Natur dieser Themen, dass sich dann in diesen Kapiteln Überschneidungen ergeben. Ich habe diese Überschneidungen zugelassen, damit Sie es beim Lesen leichter haben.

Wie nach der Herausgabe der Druckversion im Jahr 2012 (Unser Hund: Der Tibet Terrier  - Kynos) versprochen habe ich Nadine Nemeth die Möglichkeit gegeben, das Thema Barf noch einmal selbständig zu gestalten. Es ist im Kapitel „9a zu finden. Und dieses Kapitel schließt ab mit einem besonderen Pflegetipp, nämlich  durch Sabine Ilks Anleitung, wie man dem TT, einem Langhaarhund, einen Pony schneidet. Damit ist dann auch das E-Book und das Kopfhaar unserer Hunde vor den Augen rund"!

Hommage und Abrechnung

Als Ergebnis aller  Arbeit sehe ich beide E-Books,  das vom Kynos-Verlag heraus gegebene Unser Hund - Der Tibet Terrier und das von mir gestaltete Tibet Terrier - wohin? Ursprüngliche Hunde oder Inzucht-geprägte Showdogs? als zusammen gehörig. Beide Teile umfassen dann  die volle Bandbreite  zwischen der Hommage an unsere wunderbaren tibetischen Hunde und der Abrechnung  mit allem und allen, die  das Erscheinungsbild unserer Hunde zerstören  und die Gesundheit der Rasse durch Inzucht untergraben. 

Bild: Banner der Mongolenmeute

Erhalt von Gesundheit und Erscheinungsbild

Dieses zweite E-Book ist  nun mein Beitrag zum schwierigen Versuch, die Zukunft des Tibet Terriers als Rasse in seinem Ursprung und in seiner Vitalität und Gesundheit zu erhalten. Und es ist  das Letzte, was ich für meine geliebten Hunde tun kann. Denn der Tibet Terrier kann nicht dreimal neu erfunden werden. Nach dem ersten Buch Tibet Terrier beim Kynos-Verlag, 1996, 4 Auflagen bis 2004,  dem zweiten Buch Unser Hund - Der Tibet Terrier, Kynos 2012, die E-Book-Version 2016 und mit diesem aktuellen E-Book ist alles ausgereizt, was es von mir zu unseren Hunden zu sagen gibt. Doch vielleicht ist mit diesem E-Book Tibet Terrier - wohin? Ursprüngliche Hunde oder Inzucht-geprägte Showdogs? nur selten ein Rassehundbuch geschrieben worden, das  so schonungslos und ungeschminkt die Wahrheit über das Unwesen der Rassehundzucht und das Elend des Ausstellungswesens auch beim Tibet Terrier darlegt.

Dank ist abzustatten

Hier möchte ich die Gelegenheit nutzen, meinen besonderen Dank an  Arnd Biesenbach, Gaby Röhr und Sabine Ilk zu erstatten. Sie haben mir  für dieses E-Book  in ihrer Recherche und Informationsbereitschaft an wichtigen  Themen entscheidend geholfen und, wie Sabine Ilk, eigene Texte zur Verfügung gestellt und auch Kapitel nachgeschaut, um mir Tipps zur Verbesserung zu geben.

Ich muss aber besonders Verena Priller erwähnen. Sie hat mir nicht nur in der Recherche, sondern auch als gründliche Ko-Lektorin beigestanden. Und oft genug habe ich von ihrer langjährigen Erfahrung als Hundetrainerin wie auch Tierschützerin, die mit allen Wesen und Unwesen der Hundeszene vertraut ist, profitiert. Darum kommt sie in einigen Kapiteln auch persönlich zu Wort!

Doch mein Dank gebührt ebenfalls  allen anderen Liebhabern unserer Tibet Terrier, die mir nicht nur ihre schönsten Fotos zur Verfügung gestellt haben, sondern auch die einen oder anderen Kommentare eingereicht, mit Anregungen nicht gespart  und damit meine eigenen Darstellungen bereichert haben. In der Regel sind sie im Text benannt. Und spätestens die Fotonachweise tragen ihre Namen.

Ausdrücklich möchte ich hier noch Natascha Cok, Tatjana Sirocic, Jasna Poznic  und Primoz Peer für ihre Unterstützung zum Thema Native Tibetan Terriers nennen.  Ich schreibe ihre Namen auf Deutsch, weil mir die spezifischen slowenischen Buchstaben fehlen.

Zur Form des E-Books

Das ist mein erstes selbst publiziertes E-Book (bei "You Publish, www.you-publish.com", danke Herr Dollmayer) und somit habe ich in seiner Gestaltung wenig Erfahrung. Ich verlasse mich weitgehend auf den Publisher. Ich habe mich aber gegen eine Aufgliederung des Texts in Spalten und für den Blocksatz entschieden, weil ich so die vielen Fotos am besten einfügen und in die passende Größe bringen konnte. Um dabei die beste Lesbarkeit zu gewährleisten, habe ich dann den Text in stets übersichtliche Textpassagen gegliedert und passende Überschriften gesucht. Ich hoffe, dass Sie nun viel Spaß am Lesen haben.

Fotos und Grafiken

Dieses E-Book gibt mir die Möglichkeit, eine große  Zahl von Fotos einzustellen.  Davon habe ich reichlich Gebrauch gemacht. Und ich will ausdrücklich feststellen: Die eingestellten Fotos dienen keineswegs dazu, die in den Kapiteln formulierte Kritik zu veranschaulichen (nur ganz wenige Ausnahmen). Im Gegenteil: Die Fotos erzählen die Geschichte vom wunderbaren Schatz, den wir mit diesen Hunden haben und der Vielfalt ihres Erscheinungsbildes. Aber sie verdeutlichen auch, was durch skrupellose Showdogzüchter, ihre Nachahmer, tatenlose Zuchtverantwortliche in den Klubs und inkompetente Zuchtrichter droht verloren zu gehen. Und warum es sich lohnt, sich dagegen zu wehren.

Die Fotografen und Besitzer der Fotos sind in der Regel in den Bildkommentaren benannt. Wo kein Fotograf erwähnt ist, stammen die Fotos in der Regel von mir.

Aber besonders erwähnen muss ich Doris und Sandra Servos. Es wird dem Leser auffallen, dass hier etliche Fotos von ihnen stammen. Denn beide sind hervorragende Fotografinnen, denen es stets gelingt, ihre Hunde in den stimmungsvollsten Situationen in Szene zu setzen. Ihre Hunde zeigen nicht nur den authentischen Typ des Tibet Terriers, sondern veranschaulichen auch ganz besonders, was ich vorher formuliert habe: Den großen Schatz, den unsere Hunde darstellen.

Das Frontcover und fast alle Grafiken zum Thema Genetik (Kapitel 2) wurden von Sarah Kai Kraßnigg gestaltet.

Jabonnah

Mit diesem E-Book aber  sagt der alte Mongole Altan Khan, mein Avatare,  „Jabonnah! Dieser mongolische Ruf ist zunächst ein Abschiedsgruß, dem deutschen Lebewohl ähnlich. Aber er lässt auch die Freude auf neue Erlebnisse und sogar ein Wiedersehen zu.  Jabonnah  und Bolna" (das ist gut) sind Grüße aus meiner Jugend mit Abenteuer-Romanen, die im Altai, der Mongolei und den zum tibetischen Hochland führenden Gebirgsketten spielten. Der alte Mongole hat nun ein letztes Mal seine Seele und alle seine Leidenschaft in seine Texte gelegt. Es ist nun an Euch und Ihnen, liebe Leser und Freunde unserer Tibet Terrier, unsere wunderbaren Lieblinge zu beschützen! Und natürlich bleibe ich, solange es mir vergönnt ist, für meine Tibetischen Hunde da  und bin auch für alle, die mich fragen, bereit und gebe Auskunft nach bestem Wissen und Gewissen.

Atisha, Regalia und das Elend des Ausstellungswesens

W

ie „Spitzenkennels" und das Ausstellungswesen dabei sind, die Basis der TT-Zucht zu zerstören, über inkompetente Richter und Zuchtklubs, die tatenlos zusehen.

Hinweis: Die hier im Kapitel gezeigten Fotos illustrieren nicht die inhaltliche Kritik des Kapitels, sondern eher das Gegenteil. Sie zeigen, was verloren zu gehen droht. Nur wenige Ausnahmen!

Atisha: Das Ende des Kennels

Meldung am 12. Juni 2014 von MyFoxdc auf der Seite examiner.com – in englischer Sprache!

(Link: http://www.examiner.com/article/seized-tibetan-terriers-available-for-adoption-prince-william). Meine Übersetzung nach bestem Wissen:

„Am Dienstag Nachmittag wurde gegen eine prominente Anwältin und Hundezüchterin eine Zivilsache vollzogen – und nun sind im Tierheim des Prince William Counties in Manassas (Virginia) 32 Tibet Terrier zur Adoption frei gegeben.

Als die Hunde in der Aldie Road, dem Haus von Sheryl Schultis, beschlagnahmt wurden, waren sie völlig verfilzt und lebten in Zwingern voll mit Urin und Kot. Freiwillige hatten tagelang damit zu tun, die Hunde zu scheren, zu kämmen und zu säubern.

Der Präsident der Prince William County Humane Society, Lori Leary, erklärte: In meiner Erfahrung war das so ziemlich das Schlimmste, was ich je gesehen habe. Das war furchtbar! Allein der Gestank war schon widerlich. Es brach mir das Herz! Die meisten der Hunde waren schrecklich verfilzt und mit Urin und Kot verschmiert. Die Krallen waren extrem lang. Sie konnten kaum laufen.

Die Webseite der Züchterin steht in einem scharfen Kontrast zu dem, was wohl schon seit Jahren geschehen ist, seit die Besitzerin mit der Pflege der Hunde überfordert war. Ironischerweise wird auf den Webseiten erklärt:

Atisha Tibeter sind bekannt für ihre anmutige, elegante Bewegung. Mein Motto lautet Spitzenleistung mit Eleganz. Ich strebe danach, durch Kombination der besten amerikanischen mit den europäischen Linien eine ständiger Verbesserung meiner Tibet Terrier zu erreichen. Nach nun mehr als zwei Jahrzehnten Tibet-Terrier-Zucht schaue ich immer danach mein Zuchtprogramm zu verbessern, ohne dabei das zu verlieren, wofür ich hart gearbeitet habe, um es zu erreichen.

Wie es gesetzlich erforderlich ist, werden alle Hunde sterilisiert oder kastriert, bevor sie zur Adoption frei gegeben werden". (Soweit: „examiner.com").

Und die „dogworld", die themengleich berichtet, ergänzt (in meiner Übersetzung):

„Frau Schultis, die als Anwältin in Washington arbeitet, ist als als Pionier der Zucht bekannt, die mit den von ihr gezüchteten Hunden viele Best in Show-Preise gewann; mehrere Hunde aus ihrer Zucht wurden von Europäischen Kennels importiert".

Ende der Berichte!

Unheilvoller Einfluss

Das schreckliche Ende des amerikanischen Atisha-Kennels macht den unheilvollen Einfluss, den Atisha, – und der Kennel Regalia, davon nachher mehr -, seit mehr als 15 Jahren auf die TT-Zucht auch in Europa ausübt, nicht ungeschehen und auch nicht rückgängig. Sheryl Schultis, – bei Mike Tempest und Kenneth Sinclair (UK) findet sich auch der Name Sheryl Rutledge, ihr Mädchenname -, hat mit Hunden von Regalia, europäischen Tibet Terriern und brutalster Inzucht die Atisha-Dogs auf „american style" getrimmt.

Bei Atisha-Hunden wurden punktuell Inzuchtkoeffizienten von 8% bis 30% – auf 10 Generationen – berechnet. Zum Vergleich: Eigentlich macht die Inzuchttabelle bei 25% Schluss. Das sind Verpaarungen von Vollgeschwistern oder Eltern mit Kind. Über 25% kommt man aber, wenn man Inzuchtanteile aus den Generationen davor mit einrechnet. Das sind Inzucht-Levels, bei der ein Genetiker in Schreckstarre verfällt! Denn international gibt es eine Übereinstimmung der Genetiker, wonach man einen Inzuchtkoeffizienten von 6,25%, berechnet auf mindestens 10 Generationen, nicht erreichen sollte. Der IK von 6,25% entspricht bereits einer Verpaarung zwischen Cousin und Cousine!

American Style heißt: Glanz und Glamour, spektakuläres Erscheinungsbild, exzessive Körpermerkmale, überwiegend in Scheckenfarben, fast bodenlanges, glattes Haar, notfalls mit Plätteisen, nur wenig Unterwolle. Die Hunde sind im Körper schlank, meist größer als im Standard vorgesehen und mit Kopf und Fang eher länglich als stumpf und rund wie die authentischen Tibet Terrier.

American style in deutschem Ausstellungsring. Sogar VDH-Hund des Jahres 2016. Aber nach meinem Bild von unserer Rasse nur noch entfernt ein Tibet Terrier.

Atisha’s Blazing Black Adder-Rowan

Ein Prototyp für diese Art Tibet Terrier finden wir in „Atisha's Blazing Black Adder-Rowan". Der

Rüde wurde im Oktober 2003 in den USA geboren. Natürlich wollen Sie sich ein Bild von diesem Rüden machen. Ich könnte Ihnen einen Link geben, der zu den Webseiten einer deutschen Züchterin führt, bei der dieser Rüde im Jahr 2006 eine vorüber gehende Bleibe, auf Leihbasis, für einen Wurf mit vier Welpen in reiner Scheckenzucht, gefunden hat.

Atisha’s Ichiban Quilin – statt Black Adder ein legales Foto eines typischen Atisha-Showdogs

Foto: bekannt!

Es ist nachvollziehbar, dass die jeweils temporären „Besitzer" des Rüden nicht besonders gerne Fotos zur Verfügung stellen. Aber auch den Link darf ich Ihnen nicht geben. Das strenge deutsche Urheberrecht behandelt solche Links wie ein Foto. Und ich beachte ganz streng die Vorgaben des Urheberrechts. Als Hobbyfotograf weiß ich über die Tücken des Urheberrechts sehr wohl Bescheid. Aber niemand kann es Ihnen verwehren, mit dem Namen des Rüden in einer Suchmaschine Links zu Fotos zu finden.

Inzucht-Rüde

In den Datenbanken der DogCloud ist Black Adder mit 7 Generationen eingetragen. Er zeigt hier einen IK von 14,31%. Das ist bereits mehr als eine Halbgeschwister-Verpaarung, die liegt bei 12,5%. Es ist zu erwarten, dass sich der IK bei der Berechnung von 10 Generationen noch deutlich erhöht. Ich will erwähnen: Eine andere Berechnung, die ich von einer Schweizer Züchterin bekommen habe, kommt auf einen IK von 10,64%. Aber auch das ist keine grundsätzliche Verbesserung. Black Adder aber ist im Erscheinungsbild das Beispiel einer „idealen Leimrute", ein Lock- und Fangmittel für alle in Europa, die geil und besessen auf Ausstellungserfolge und Championtitel sind und selber Champions züchten wollen – um jeden Preis. Inzucht interessiert da nicht! Und dieses Verhalten wird im Ausstellungswesen nicht nur toleriert, sondern auch von einer Garde inkompetenter Zuchtrichter belohnt. Von Black Adder als Beispiel wird noch häufiger die Rede sein. Übrigens: Der Rüde ist im Alter von nur 10 Jahren verstorben. Für Tibet Terrier ungewöhnlich früh.

Traum wird zum Alptraum

Und natürlich üben Atisha-Dogs wie Black Adder auch eine große Anziehungskraft auf die kleinen Züchter aus. Die Tibet Terrier Zucht nicht nur in Deutschland ist geprägt von einigen wenigen großen Zuchten, die den Takt und die Richtung angeben, und einer deutlich größeren Zahl von sog. „Familienzuchten. Von den „Großen werden diese auch manchmal despektierlich als „Hausfrauenzuchten" bespöttelt, weil die Mehrzahl tatsächlich Frauen ausmachen. Doch gerade diese Kleinen mit ihren familientauglichen Hunden und ihrer besonderen Beziehung zu ihren Welpenkäufern bilden eigentlich die Grundlage der deutschen Zucht und der familiären Stimmung, die in weiten Teilen der TT-Gemeinde herrscht – immer noch. Es ist aber verständlich, wenn diese Kleinen hin und wieder davon träumen, auch ein wenig teilzuhaben am Glanz und Glamour des großen Rades, das vor ihrer Nase gedreht wird.

Diese „Familienzüchter definieren normalerweise ihr Verhältnis zu ihren eigenen Hunden, ihren Welpen und den Welpenkäufern mit Begriffen wie „Treu und Glauben, „Vertrauen, „Liebe zu ihren Hunden und vor allem: Mit den Hunden statt von den Hunden leben. Doch ihr entscheidender Fehler liegt nun darin, diese Eigenschaften auch bei den großen Spielern – oder den Möchte-gern-Spielern – in der Zucht voraus zu setzen. Nur leider kann man das eben nicht bei allen Züchterkollegen annehmen. Und müssen dann erleben, dass ihr eigener Traum zum Alptraum werden kann. So wie bei Alexandra Winkelblech, Tibet Terrier of Namco, die mir das Scheitern ihres Traums aufgeschrieben hat.

Freitag, der 13.!

Es war Freitag der 13.01.2012. Ich war so aufgeregt, denn endlich konnte ich meinen Traumhund in meine Arme schließen, schließlich habe ich sie nur auf Fotos gesehen. Nach fast fünfstündiger Autofahrt sind wir am Frankfurter Flughafen angekommen. Wir trafen uns mit zwei meiner Bekannten, denn sie hatten sich ebenfalls je einen Welpen aus diesem Wurf ausgesucht. Nach dem ganzen Papierkram, der noch zu erledigen war, konnten wir die Hunde in Empfang nehmen. Die Tiere waren überhaupt nicht verstört. Im Gegenteil, sie waren sehr zutraulich und verschmust.

Drei Atisha bei der Ankunft – Winkelblech – wg. Recht auf eig. Bild nur ein Ausschnitt!

Sitara (Atisha's Sitara of Namco) hatte sich sehr gut bei uns eingelebt und anfänglich hatten wir nichts bemerkt. Nur bei Einbruch der Dunkelheit wollte sie nicht spazieren gehen. Ich habe mir dabei nichts gedacht, denn ich glaubte, dass sie es einfach nicht gewöhnt war im Dunklen gassi zu gehen.

Ich habe sie überall mitgenommen, damit sie sich an alles gewöhnen konnte. Ich war mit ihr in der Stadt und sie lief brav neben mir an der Leine. Nur wenn ich an einem großen Plakat vorbei ging, hatte sie Angst und blieb stehen. Das kann man auch gut bei Shalu Atisha's Magic Firebird auf meiner Homepage sehen.

Dort ist ein Video von der World Dog Club Show in Österreich eingestellt. Link: http://www.tibetan-namco.de/aktuelles.html. Ich habe mir nichts dabei gedacht, denn schließlich hatte ich einen Tibet Terrier aus einer sehr bekannten Zucht.

Katarakt

Sitara: Noch ist die Welt in Ordnung - Winkelblech

Bis Juli war die Welt noch in Ordnung. Ich wollte mit Sitara auf die CACIB in Augsburg fahren. Und am Morgen sah ich, dass beide Augen von Sitara ganz weiß getrübt waren. Ich habe sofort in der Tierklinik angerufen und einen Termin ausgemacht. Die Tierärztin diagnostizierte Katarakt an beiden Augen. Ich habe sofort einen OP-Termin bei Dr. Fritsche in München ausgemacht.

Sitara wurde zuerst am rechten Auge operiert, da dieses sehr schwer betroffen war und drohte auszulaufen. Vorerst lief die OP gut, doch nach einer Woche stellte sich bei der Nachuntersuchung heraus, dass sich die Netzhaut abgelöst hatte und sie wieder blind ist. Danach wurde ihr linkes Auge operiert. Diese OP lief gut und zur Sicherheit haben wir noch die Netzhaut lasern lassen, um ein Ablösen zu verhindern.

Ich habe meine beiden Bekannten informiert und sie gebeten ihre Hunde untersuchen zu lassen. Eine Hündin hatte ebenfalls Katarakt auf beiden Augen, die andere Hündin hatte zu diesem Zeitpunkt nichts. Die Hündin wurde sogar einmal zur Zucht verwendet worden, obwohl ich ihr dazu abgeraten hatte. Meine Sitara lebt nun bei einer lieben Familie, die bereits einen Tibet Terrier aus meiner Zucht haben. Aber eines ist sicher: Von Atisha bin ich geheilt!"

(Soweit Alexandra Winkelblechs Bericht)

Ausstellung – Sitara Mitte – Winkelblech – auch hier nur ein Ausschnitt

Betrügerisches Spiel?

Die Ahnentafel Sitaras bekam Alexandra erst mit der „Lieferung der Hündin selber in die Hände. Hätte sie erkennen können, dass da etwas nicht stimmt? Ja, denn bei den im Pedigree gezeigten drei Generationen ist als Vorfahr Black Adder „gedoppelt. Das heißt: Vater und Mutter Sitaras haben Black Adder innerhalb von nur zwei Generationen als gemeinsamen Vorfahr! Aber eines wusste Alexandra immer noch nicht: Dass Black Adder schon seit 2009 mit Katarakt diagnostiziert worden war – und bereits seit mindestens 2005 in Deckakten alle seine Welpen und Nachkommen mit den Defektgenen infizierte.

Aber hätte Alexandra die Ahnentafel tatsächlich vor dem Kauf zur Verfügung gehabt, wäre ihr schon früh die andere Katastrophe aufgefallen. Sie wollte eine Atisha-Zuchthündin haben, passend zu ihrem eigenen Rüden. Darum bat sie Frau Schultis, die Atisha-Züchterin, die Hündin so auszusuchen, dass es mit der Ahnentafel ihres Rüden „keine Probleme geben konnte. „Das passt, soll diese ihr beschieden haben.

Sitaras Ahnentafel - Winkelblech

Doch als Alexandra ihre Sitara abgeholt hatte und in den mitgelieferten Ahnennachweis schaute, glaubte sie ihren Augen nicht zu trauen: Da fand sie also Black Adder gleich doppelt vor – und Black Adder war auch bei ihrem Rüden ganz naher Vorfahr. Eine Verpaarung mit ihrem eigenen Rüden kam für Alexandra keinesfalls in Frage, weil das nur eine weitere Inzucht-Verpaarung ergeben würde. Damit erhöhte sich aber die Gesamtsumme für Sitara noch einmal um die Kosten mindestens eines Deckaktes mit einem Rüden aus einer anderen Zucht.

Man muss sich fragen, ob die Atisha-Züchterin einfach ihre Käuferin betrogen hat nach dem Motto „Hauptsache verkauft und weg"?

OP-Katarakt

Aber das war ja noch das kleinste aller Übel. Denn nach der Katarakt-Diagnose 2009 hätte Black Adder sofort aus der Zucht genommen werden müssen – zumindest nach deutschen Zuchtordnungen. Erst Recht mit einem Schadgen wie Katarakt, das man nicht mit einem Gentest aufspüren kann. Doch die Atisha-Züchterin hat nicht nur einfach weiter mit Black Adder gedeckt, sondern auch von anderen decken lassen. Nicht von ungefähr finden wir in Sitaras Ahnentafel auch einige Tripitaka-Dogs! Diese haben zumindest teilweise sogar die gewaltige Inzucht der Atisha-Linien fortgeführt. Von Tripitaka Bite the Bullet wird noch zu sprechen sein!

Black Adders Katarakt-Erkrankung wird in den Listen der OFFA (auch OFA; Orthopedic Foundation For Animals, USA) mit dem Datum 2009 publiziert, wenn auch mit der unglaubwürdigen Bemerkung „suspect not inherited. Das heißt „vermutlich nicht erblich. Aber mit diesem Eintrag stand die Katarakt-Information jedem anderen Züchter zur Verfügung. Dennoch hat nicht nur Frau Schultis weitere Deckakte mit dem Rüden vorgenommen, sondern ebenfalls andere Züchter aus Europa. Beim Kennel „from Taste of Ambrosia (Ungarn; siehe 2. Kapitel) können wir sogar feststellen, dass Black Adder in extremer Inzucht eingesetzt wurde, siehe den Weltsieger 2015 „Valentino Garavani, sodass das Auftreten von „Katarakt-case" dort ebenfalls zwangsläufig erfolgen musste.

2011 taucht Black Adder sogar in der Besprechung von Mike Tempest, TT-Urgestein (UK), in einer Ausstellung in Paris auf (in: „our dogs 15.7.11"). Von fehlenden Augenlinsen nach einer Operation hat Mike Tempest nichts erwähnt und der betreffende Zuchtrichter offenbar nichts bemerkt. Daraus kann man schließen, dass Black Adder womöglich mit neuen Linsen weiter im Ausstellungs- und Zuchtbetrieb gehalten wurde.

Gesamtkosten Sitara

Sitara kostete 1.700 €, was im Jahr 2012 im Vergleich mit den ca. 1000 € einer Hündin aus deutscher Zucht schon ziemlich viel ist. Doch dazu kamen noch die Kosten für die Überführung aus den USA mit allem Drum und Dran, sodass sich eine Gesamtsumme von 2.500 € ergab. Doch weil Sitara und Alexandras Rüde mit Black Adder auch gemeinsame Vorfahren haben, konnten sie nicht verpaart werden. Die an Sitara geknüpfte Zuchtplanung war damit hinfällig. So muss man zum Kaufpreis mindestens noch die Kosten eines Deckaktes für einen externen Rüden hinzu rechnen. Gehen wir von 650 € aus, zur Zeit üblicher Level, steht die Summe bereits bei 3.150 €.

Für die Katarakt-OP samt Lasern der Netzhaut an einem Auge mussten 5000 € hingelegt werden. So steigt die Summe auf die Schwindel erregende Höhe von 8.150 €. Und weil Sitara nun aus der Zucht genommen werden musste, gibt es keine Chance zur Refinanzierung. Für einen Züchter, der die Zucht als Hobby betreibt, eine verheerende Bilanz.

Der Preis für Atisha

Black Adder-Rowan, international begehrter Deckrüde, wurde so zu einem Multiplikator etlicher Gendefekte. Nur Katarakt ist davon bekannt, zumindest seit 2009. Aber alle seine Welpen seit seinem ersten Deckakt tragen das Schadgen und verbreiten es weiter, wenn sie selber in der Zucht eingesetzt sind.

Es lassen sich bisher 16 Deckakte des Katarakt-Rüden ermitteln, in Frankreich, Ungarn, Deutschland, Irland, USA, Tschechien. Die Liste muss nicht vollständig sein. So summiert sich die von Black Adder „produzierte" Welpenzahl mit dem Katarakt-Gen auf geschätzte 96 (Annahme von durchschnittlich 6 Welpen pro Wurf). Pikantes Detail: Mindestens drei, wahrscheinlich vier dieser Deckakte haben nach der Katarakt-Diagnose statt gefunden.

Doch das wahre Ausmaß der Atisha-Katastrophe wird erst deutlich, wenn man den Vater Black Adders, Shalu Atisha's Magic Firebird, hinzu rechnet. Das Katarakt-Gen hat Rowan ja sowohl von ihm als auch von seiner Mutter „Atisha's Kimik's Hail Finlandia" geerbt. Der Vater Firebird steht mit 30 Deckakten zu Buche, wobei er, wenn die jeweilige Partner-Hündin frei vom Defektgen war, nach den Mendel'schen Regeln an 50% seiner Welpen das Schadgen weiter gegeben hat. Unter denselben Annahmen (durchschnittlich 6 Welpen/Wurf) addiert sich die Zahl der Nachkommen mit Katarakt-Gen nur durch die Rüden Firebird und Black Adder auf 186.

Lebensfrohe, gesunde Tibet Terrier: Bhai-ra und Da-cha, Anandamaya-Kennel – Servos – Schweiz

Aber Black Adder hatte zwei Hündinnen als Wurfgeschwister, die mit Sicherheit Genträger sind. Sie vererben definitv das Schadgen an 50% ihrer Welpen. Für diese Hündinnen wurde eine Zahl von 10 Würfen genannt. Folglich nach unserer Annahme weitere 60 Welpen, wovon 30 das Katarakt-Gen geerbt haben. Black Adder plus Wurfgeschwister und Vater haben dann also ca. 336 direkte Nachkommen, davon 216 Träger des Schadgens.

Doch in dieser Modell-Rechnung sind die weiteren Würfe der Mutter Black Adders noch nicht enthalten – und natürlich auch nicht die Würfe der Kinder von Black Adder, Firebird und weiterer Kinder von Kimik's Hail Finlandia, soweit sie das Katarakt-Gen tragen und weiter geben. Bekannt ist, dass von den Kindern Black Adders z.B. der Rüden-Weltsieger 2015, Valentino Garavani from Taste of Ambrosia (Ungarn), bereits mindestens einen Wurf mit Katarakt-Fall gebracht hat (siehe Kapitel 2 – Der Fall Jonah ). Das Tückische an der Katarakt ist, dass die genetisch bedingte Erkrankung vom Welpenalter an bis zu 7 Jahren auftreten kann – viele Besitzer wissen noch gar nicht, was da auf sie zukommen wird.

Flut von Defekt-Genmutationen

Bhai-ra und Rico (Auricio Mozzo von Sano-Joka) – Anandamaya – Servos

Allein mit den bisher genannten Nachkommen und deren Nachfolgern ergoss sich seit den 2000er Jahren durch Atisha-Dogs gleichsam eine ganze Kaskade von Katarakt-Defektgenen über viele TT-Zuchten in Europa, erst Recht in den USA. Doch mit hoher Wahrscheinlichkeit trägt und vererbt der Rüde Black Adder auch PLL (Primäre Linsen-Luxation = vererbte Variante: monogen autosomal-rezessiv). Dazu kommen wohl noch Erbanlagen für die Hüftgelenkdysplasie: Zumindest von drei seiner Nachkommen ist HD-D (mittelschwere HD) bekannt. Aber so etwas erfährt man nur durch Zufall.

Das sind jedoch nur die bekannten Gendefekte. Bei einem IK von 14,31% muss man im Durchschnitt mit 14 -16 reinerbigen, krankheitsrelevanten Mutationen rechnen. Und es würde mich nicht wundern, wenn einige seiner Welpen angesichts der „gnadenlosen Scheckenzucht auch Taubheit zeigen. Wem nun langsam bewusst wird, wie rücksichtslos Rassehundezucht betrieben wird, den wird es nicht erstaunen, dass solche Defekte gerne unter den Teppich gekehrt werden. Doch von Black Adder wird noch im „Fall Jonah die Rede sein, einem konkreten Beispiel skrupelloser Inzucht in Europa, den ich im 2. Kapitel „Was Sie schon immer über Inzucht wissen sollten" beschrieben habe.

Skrupellose „Topzüchter"?

Bhaskar full speed! – Servos

Jeder Rassehund-Liebhaber fragt sich an dieser Stelle, wie skrupellos ein Züchter sein muss, um billigend einen Schaden in Kauf zu nehmen, der die gesamte TT-Zucht betrifft. Und was geht in den Züchtern vor, die einen solchen aus schlimmster Inzucht kommenden Rüden bei ihren Zuchten einkreuzen? Wenn ich mir die Kennels mit Deckakten Black Adders anschaue, dann handelt es sich größtenteils um Zuchten, die sich zu den „Top-Kennels" bei den Tibet Terriern weltweit rechnen – oder die es gerne werden wollen. Um Familienzüchter handelt es sich selten.

Eine „Züchterin" wie Sheryl Rutledge/Schultis mit ihrem Atisha-Kennel, die mehr als 30 Hunde zu Hause stehen hatte, unterscheidet sich vor allem in einem gravierend von Hobbyzuchten: Zu 4 oder sogar 7 Hunden kann man noch eine innige familiäre Beziehung aufbauen, nicht aber zu 32 Hunden einer Pflege intensiven Rasse. Diese bedeuten nicht nur eine mörderische Arbeit, sondern auch einen gewaltigen Kostendruck. Mit dem Welpenverkauf alleine lässt sich das keineswegs finanzieren.

Geld bringender Gegenstand

Eine solche Zucht lebt in erster Linie vom Geld für Decktaxen von Rüden, die man vorher aufwendig in internationalen Ausstellungen hat erfolgreich vorstellen müssen – was bereits schon einen erheblichen Kostenaufwand verursacht. Diese Rüden werden für Deckakte oft auch quer durch die Welt vermietet und verschoben, in den riesigen Entfernungen der USA ebenso wie nach Europa, den ganzen Kontinent rauf und runter.

Carino, 15 Jahre (von Kamal-a-schila) – Servos – Jabonnah, mein lieber Bursche, lebewohl!

Diese Deckrüden sind hauptsächlich Geld bringende „Gebrauchsgegenstände"; wie ein Auto, das man immer wieder vermietet. Und natürlich werden solche Rüden auch manchmal für teures Geld verkauft. Die Ausstellungskondition, in der diese Hunde in der Regel präsentiert werden, täuscht darüber hinweg, dass diese Hunde eine jämmerliche Existenz fristen – oder im Charakter so kompatibel deformiert wurden, dass sie nichts mehr vom besonderen Charakter des Tibet Terriers an sich haben.

Die „Überland- und Übersee-Verschickung von Deckrüden ist keine neue Erscheinung. In früheren Jahrzehnten galt sie dem Genaustausch zwischen den oft weit entfernt liegenden Zuchtgruppen zwischen den USA und Europa. Doch heute dient sie in erster Linie dazu die eigenen Hunde auf „american style und Champion-Tauglichkeit zu trimmen. Dazu wird auch extremste Inzucht eingesetzt und so der eigentliche Zweck, der Genaustausch, konterkariert.

Hälse wie Giraffen

Doch kehren wir in die Auseinandersetzung um der Entwicklung der Zucht in Europa zurück. Mike Tempest, inzwischen mehr als 44 Jahre Erfahrung mit der TT-Zucht, er hat zudem den vorletzten international gültigen F.C.I.-Standard des Tibet Terriers mit formuliert, übt schärfste Kritik (in: „our dogs 15.7.11) an der „americanisation der Zuchten, wie er sie seit Jahren nicht nur in England erlebt. Er hat hier nicht nur die amerikanischen Tibet Terrier wie Atisha und Regalia vor Augen, sondern genauso auch jene Zuchten, in die man diese Hunde eingekreuzt hat. Er kennzeichnet sowohl diese Hunde amerikanischen Urprungs als auch ihre europäischen Kreuzungen als „alle mit der gleichen Konstruktion, exzessiver Winkelung und exzessiver Bewegung. Dazu Nacken und Hälse wie Giraffen und Hinterhände, die sich bis in den nächsten Ring streckten."

Mike Tempest charakterisiert die Zuchtentwicklung dieser amerikanisierten TT mit Begriffen wie „je größer, desto besser und „je schneller, desto besser, um „große

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