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Hourglass Wars - Jahr der Schatten (Band 2): High-Fantasy-Roman
Hourglass Wars - Jahr der Schatten (Band 2): High-Fantasy-Roman
Hourglass Wars - Jahr der Schatten (Band 2): High-Fantasy-Roman
eBook414 Seiten5 Stunden

Hourglass Wars - Jahr der Schatten (Band 2): High-Fantasy-Roman

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Über dieses E-Book

Das Jahr 999 bricht unter schlechten Vorzeichen an. Mitten im Kriegstreiben zwischen verfeindeten Königreichen haben Scarabea Phoenix und ihr Widersacher Titan von Malyx widerwillig ein Bündnis geschlossen, denn Portale in die Schattenwelt verkünden todbringendes Unheil. Als sich immer mehr Portale öffnen, verschlägt es Scarabea und Titan nach Karga, eine fremde Stadt unter surrcostanischem Protektorat. Dort treffen sie auf einen Unterweltkrieger, der sich »Der Lügner« nennt und sie mit einem unwiderstehlichen Angebot lockt. Unterdessen versucht Königin Vazarina in Coronia die Ansprüche ihrer Herrschaft durchzusetzen. Was sie nicht weiß – die gegnerischen Regenten Azulgrana und Sarasot Berlais steuern geradewegs auf ihr Reich zu. Und mit ihnen eine Geisterarmee aus der Schattenwelt.
SpracheDeutsch
Erscheinungsdatum15. Mai 2017
ISBN9783959360654
Hourglass Wars - Jahr der Schatten (Band 2): High-Fantasy-Roman
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    Buchvorschau

    Hourglass Wars - Jahr der Schatten (Band 2) - Nika S. Daveron

    Das Buch

    Das Jahr 999 bricht unter schlechten Vorzeichen an. Mitten im Kriegstreiben zwischen verfeindeten Königreichen haben Scarabea Phoenix und ihr Widersacher Titan von Malyx widerwillig ein Bündnis geschlossen, denn Portale in die Schattenwelt verkünden todbringendes Unheil. Als sich immer mehr Portale öffnen, verschlägt es Scarabea und Titan nach Karga, eine fremde Stadt unter surrcostanischem Protektorat. Dort treffen sie auf einen Unterweltkrieger, der sich »Der Lügner« nennt und sie mit einem unwiderstehlichen Angebot lockt. Unterdessen versucht Königin Vazarina in Coronia die Ansprüche ihrer Herrschaft durchzusetzen. Was sie nicht weiß – die gegnerischen Regenten Azulgrana und Sarasot Berlais steuern geradewegs auf ihr Reich zu. Und mit ihnen eine Geisterarmee aus der Schattenwelt.

    Die Autorin

    Nika S. Daveron hätte nie gedacht, dass es sie einmal in ein komplett eigenes Fantasy-Universum verschlagen würde. Die Worte in ihrem Kopf wollten einfach nicht schweigen, und so lebt sie nun in einer Wüstenwelt, in der es erfreulicherweise definitiv wärmer ist als hierzulande. Wenn ihre Charaktere sie zwischendurch nach Hause lassen, feilt Daveron an ihren zahlreichen anderen Manuskripten, bändigt und bloggt über ihr Pferd oder streift über die Rennbahn.

    Nika S. Daveron


    HOURGLASS WARS -

    JAHR DER SCHATTEN

    (Band 2)

    Roman

    Originalausgabe

    © 2016 Verlag in Farbe und Bunt

    Dieses Werk ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte, auch die der Übersetzung, des Nachdrucks und der Veröffentlichung des Buches, oder Teilen daraus, sind vorbehalten.

    Kein Teil des Werkes darf ohne schriftliche Genehmigung des Verlags und des Autors in irgendeiner Form (Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

    Alle Rechte liegen beim Verlag.

    Cover-Gestaltung: Stefanie Kurt

    E-Book-Satz: Winfried Brand

    verantwortlicher Redakteur: Bettina Petrik

    Lektorat: Nina Bellem

    Korrektorat: Telma Vahey

    Herstellung und Verlag:

    in Farbe und Bunt Verlags-UG (haftungsbeschränkt)

    Kruppstraße 82 - 100

    45145 Essen

    www.ifub-verlag.de

    ISBN Taschenbuch: 978-3-95936-066-1

    ISBN E-Book: 978-3-95936-065-4

    ISBN Audiobuch: 978-3-95936-067-8

    SCARABEA

    Niemals hatte Scarabea auch nur eine Ahnung davon gehabt, wie kalt es auf dieser Welt werden konnte. Die einsame Ebene von Granaruida, inmitten der Steinkrieger, belehrte sie eines Besseren. Es war kalt. Unendlich kalt. Sie bemerkte genau, wie ihre Haare erstarrten und die Tränen, die der Wind hervorzauberte, an ihren Wimpern zu Eis wurden.

    Titan von Malyx stapfte missmutig neben ihr her, seinen warmen Mantel eng um sich geschlungen. Sie bedauerte es, nicht ebenfalls ein solches Schmuckstück zu besitzen; die Rüstung der coronianischen Armee war nicht für ein Land wie Granaruida gemacht. Das gläserne Ding war so hinderlich, dass sie es am liebsten zurückgelassen hätte … Aber was wäre sie ohne ihre Rüstung?

    Eine Siedlung schmiegte sich an den Berghang vor ihnen, und Scarabea betete, dass Titan von Malyx Granaruidan beherrschte – sie selbst sprach es nämlich nicht, wenn man mal von »Hurensohn«, »Danke« und »Guten Morgen« absah.

    Als sie ihn danach fragte, winkte er ab. »Wenn die Menschen nicht ganz dumm sind, wissen sie sowieso, wer wir sind.« Er deutete auf die Rüstung. »Jaguarkrieger und Coronianerin … Wir sind Paradebeispiele und können froh sein, wenn sie uns nicht sofort umbringen.«

    »Ihr habt wirklich tolle Ideen. Wer hat noch gleich vorgeschlagen, dass wir uns zur Siedlung vorwagen sollen?«

    »Falls Ihr es vergessen habt: Es wartet immer noch die halbe kendorische Armee unter dem Portal. Und die wird einen Weg zu uns herauffinden.«

    »Ihr versteht es, einem Mut zu machen«, erwiderte sie düster und lief weiter.

    Eine winzige Straße schlängelte sich an den Steinkriegern vorbei. Das Tal von Nolene nannte man diesen Ort, so viel wusste Scarabea über diesen Landstrich. Welche Bewandtnis aber die steinernen Krieger hatten und welche Götter hier herrschten, das war ihr ein Rätsel.

    »Was tun wir, wenn die Fürsten uns nicht empfangen wollen? Erinnert Ihr Euch, was man über sie sagt?«

    »Dasselbe, was wir bisher getan haben, wenn uns jemand ans Leben wollte«, antwortete er. »Ihr seid doch sonst nicht so furchtsam.«

    »Ich fürchte mich nicht. Ich weiß nur gerne, woran ich bin und welche Optionen ich habe. Außerdem weigere ich mich, in diesem Land fern der Sonne zu sterben. Dumarion existiert hier nicht.«

    Titan schnaubte. »Ihr seid überhaupt nicht religiös, also heuchelt es erst gar nicht.«

    »Das hat nichts mit Religiosität zu tun«, knurrte sie und wischte sich über die gefrorenen Augenbrauen. »Aber sollte ich je sterben, dann will ich unter der Sonne begraben werden. Nicht im Schatten.«

    »Ihr könnt begraben werden, wo Ihr wollt«, erwiderte er unwillig. »Wenn Ihr erst tot seid, dann gehen mich Eure Wünsche nichts mehr an. Nicht, dass ich sie je erfüllen würde, doch das Band macht es mir zusätzlich unmöglich. Sucht Euch also lieber einen Schreiber für Euer Testament.«

    »Und ein Grab weit weg von Euch«, grollte sie und beschleunigte ihre Schritte. »Was ich für den Rest meines Lebens ertragen muss, ertrage ich definitiv nicht im Tode.«

    Die Zeit, die Scarabea bisher mit Titan verbracht hatte, machte es ihr unmöglich, diesen Mann zu mögen. Nachdem er ihr Volk mit seinen Jaguarkriegern überfallen hatte, war er außerdem noch daran schuld, dass sie nun an ihn gebunden war. Mit einem unsichtbaren Band, das nur zwischen ihnen bestand und Scarabea mit in den Tod riss, falls Titan starb.

    Nach der Sache mit dem Band hatte er ihr zwar geholfen, die coronianische Königin zu retten, doch Vazarina hatte Scarabea als Pfand bei Titan gelassen, dessen eigener Fürst sich anschließend gegen sie beide gewendet hatte. Nun saßen sie hier fest, in diesem eisigen und gottlosen Land.

    Titan lachte amüsiert und zog den Umhang enger. »Wir sollten Euch andere Kleidung besorgen.«

    »Ich gehe nicht mehr ohne eine Rüstung vor die Tür. Das letzte halbe Jahr hat gezeigt, dass mir zu viele Leute nach dem Leben trachten.«

    »Dann lauft weiter darin herum, fallt auf wie eine Hyäne in einer Zebraherde – aber geht mir damit nicht auf die Nerven.«

    »Was sonst?«, fragte sie lauernd. »Bedenkt, dass alles, was Ihr mir antut, Euch genauso trifft. Ja, wisst Ihr, das ist sogar das einzig Gute an diesem verfluchten Band! Ich kann Euch sagen, was immer ich will, und Ihr müsst es schlucken. Das gab es in Eurem Leben noch nie, oder, von Malyx?«

    Er schwieg, aber Scarabea bemerkte befriedigt, wie er seine Lippen zusammenpresste. Dieser Mistkerl. Warum hatte es Dumarion gefallen, sie ausgerechnet an ihn zu ketten, ihr Land in Schutt und Asche zu legen und sie in eine Welt des Eises zu verbannen? Was hatte sie dem wahren Gott getan?

    »Wenn wir am Leben bleiben wollen, werden wir vielleicht die Waffen niederlegen müssen«, wechselte er das Thema. Das tat er gerne, wenn er ihre Hirngespinste nicht mehr ertrug.

    »Vielleicht«, antwortete sie und starrte auf die runden Hütten am Berghang. Wahrscheinlich aus Lehm – sie kannte die Bauweise aus Coronia. Im Inneren des Landes bauten die Bauern auf diese Art. Es wies sie aber auch gleichzeitig als die Ärmsten der Armen aus. Niemand arbeitete heutzutage noch mit Lehm, wenn er Stein haben konnte. Es gab Steinbrüche mit feinstem Sand- und Kalkstein, sogar Marmor, und zwar überall in Coronia.

    »Ihr könnt doch Granaruidan, oder?«, wiederholte sie ihre Frage misstrauisch.

    »Nein …« Er zuckte mit den Schultern. »Was kümmert es Euch?«

    »Ich … Ach, vergesst es! Wenn Ihr es weiterhin vorzieht, Euch in Schweigen zu hüllen, dann erwartet keine Hilfe von mir. Manchmal überlege ich, ob ich tot wohl besser dran wäre. Einfach nur, weil es Euch auch erwischen würde. Wollen wir warten, bis ich mich entschieden habe?«

    »Ihr seid ein hassenswertes Weib, und keiner wird Euch je lieben.«

    »Zum Glück.« Sie strich sich eine der Strähnen, die sich aus dem Zopf gelöst hatten, aus der Stirn. Mittlerweile waren sie starr vor Eis. »Sonst müsste ich ständig erklären, weshalb ich einem Kendori hinterherlaufe.«

    Titan brummte etwas Unverständliches und beschleunigte seine Schritte. Scarabea, die ihre Füße nicht mehr spürte, musste sich beeilen, um nicht zurückzufallen.

    »Dort sind Menschen«, sagte er leise und blieb abrupt stehen.

    Scarabea rutschte ein Stück auf dem gefrorenen Boden vorwärts und kam neben ihm zum Stillstand.

    »Was habt Ihr erwartet? Geisterstädte?«

    »Haltet endlich den Mund …«

    Sie konnte seinen Hass fühlen. Er war beinahe greifbar. Aber so verloren sie sich auch fühlte: Ihn zu reizen, machte immer noch Spaß. Streng genommen war es das einzige, was noch Spaß machte.

    »Wir werden sie nach dem Weg fragen«, sagte er.

    »Dann tut das doch. Ich folge Euch auf dem Fuße.«

    Scarabea erspähte auf den grauen Hängen eine Herde Ziegen. Und zwei Kinder. Kinder waren immer noch besser als Erwachsene, und ihre Hoffnung wuchs ein wenig. Vielleicht gab es hier wirklich jemanden, der ihnen helfen konnte.

    »Verschreckt die Kinder nicht«, mahnte sie, als sie merkte, wie sich Titans Körper neben ihr spannte und er sich zu seiner vollen Größe aufrichtete. »Kinder tragen keine Waffen.«

    »In Coronia schon«, versetzte er hochmütig, und Scarabea musste an sich halten, um ihm nicht abermals ein wenig Nachhilfe in coronianischer Geschichte zu geben.

    Die Kinder – beide mochten um die zehn Jahre alt sein – waren hager und klein, ihre Haare lang und struppig, und sie hatten Sommersprossen am ganzen Körper. Während Scarabea schon in ihrer Rüstung zitterte, trugen die beiden nur eine sackähnliche Kluft, die die Schultern frei ließ. Ob sie Jungen oder Mädchen vor sich hatte, vermochte sie nicht zu sagen. Lediglich die Füße waren in wärmende Pelze geschnürt, um welche sie die Kinder jetzt schon beneidete.

    Granaruidan war eine harte Sprache, und sie konnte sich nicht erinnern, wo sie die paar Vokabeln, die sie kannte, aufgeschnappt hatte. Vielleicht im Waisenhaus, in dem sie aufgewachsen war. Als Titan von Malyx sie sprach, klangen die Worte unangenehm in Scarabeas Ohren und weckten ungute Gefühle in ihr.

    Die beiden Kinder gestikulierten wild und deuteten auf eine der Lehmhütten, weiter oben am Hang, während Titan … Fragen stellte? So genau konnte sie das nicht sagen.

    Die zwei Kinder wurden nun aufgeregter. Eines davon kam näher und beäugte Scarabeas Rüstung misstrauisch, deutete dann auf ihren Speer und schnatterte laut mit seinem Freund um die Wette.

    »Was habt Ihr ihnen erzählt?«, fragte sie verwirrt.

    »Nicht viel. Nur, dass wir nach Krähenwehr wollen.«

    Krähenwehr … das Heim der Fürsten, das Heim der Berlais …

    »Ich habe von Domtaline gesprochen. Anschließend sind die Jungs völlig aus dem Häuschen gewesen.«

    »Ich weiß nicht, ob das so klug war. Hat das Herrscherpaar seine Tochter nicht verstoßen?«, gab sie zu bedenken.

    »Das wissen doch die Kinder nicht. Die kennen nur die Namen der Fürstenfamilie …« Aber Titan klang gar nicht mehr so sicher. Wahrscheinlich ging ihm selber gerade auf, was für ein dummer Fehler das gewesen war.

    Die Kinder deuteten weiterhin wild durcheinander redend auf das Haus am Berghang.

    »Sie sagen, da wohnt der Dorfvorstand. Der könne uns helfen.«

    »Immerhin wohnt da nicht ein fürstlicher Gardist oder so etwas …«

    »Die haben hier keine Gardisten«, belehrte Titan sie. »Ihr Volk ist ihr Heer. Jedes Haus muss einen Mann oder eine Frau mit Waffen stellen, wenn die Fürsten in die Schlacht ziehen. Und sie tun das gerne.«

    »Dieses Land ist verrückt«, knurrte Scarabea und sah sich noch einmal um.

    Die bleigrauen Hänge, voller Ziegen und dürrer, eisblauer Grashalme, ragten vor ihr auf und ließen die Hütten noch windschiefer aussehen. Einige wurden von Stelzen gestützt, andere von dicken Wülsten aus Lehm … scheinbar kein kostbares Gut.

    Titan neigte leicht den Kopf vor den zwei Kindern, die kichernd von dannen stoben und dabei die Ziegen aufscheuchten.

    Kopfschüttelnd wandte er sich ihr zu. »Alle Erwachsenen scheinen fort zu sein, sagten sie mir. Nur der Dorfvorstand sei noch da, eine alte Kriegerin.«

    Scarabea schauderte. »Ob das zu unserem Vorteil ist, vermag ich nicht zu sagen.«

    »Ich auch nicht.« Zum ersten Mal wirkte Titan wirklich beunruhigt, was Scarabea eine Gänsehaut bescherte. Wenn er unruhig wurde … dann sollte sie die Beine in die Hand nehmen.

    Als sie sich zu ihm umwandte, musste sie feststellen, dass sein Blick den ihren suchte. »Wir können noch fortlaufen.«

    »Wohin?«, fragte sie lauernd.

    »Ich weiß es nicht. Es war ein Angebot an Euch.«

    »Geht und klopft beim Dorfvorstand an die Tür, bevor ich es mir anders überlege. Ich erfriere hier sonst binnen einer Nacht.«

    Er nickte leicht. »Es ist Eure Entscheidung.«

    »Nun geht schon und klopft an! Oder fürchtet Ihr Euch?« Zornig stampfte Scarabea mit dem Fuß auf.

    Titan hob den Kopf und starrte an ihr vorbei. Die Bewegung unter seinem Mantel, der Griff nach seinem Dolch, verriet ihr die nahende Gefahr, doch es war bereits zu spät: Sie spürte kaltes Eisen an ihrem Nacken.

    Scarabea war froh, die Handschuhe nicht fortgeworfen zu haben; blitzschnell packte sie hinter sich, zwängte die Schneide zwischen ihre behandschuhten Hände und stieß mit dem Rückenpanzer das schartige Eisen zurück. Wer immer sie bedrohte, stöhnte auf, und Scarabea hörte stolpernde Schritte, die sich von ihr entfernten.

    Schwer atmend wandte sie sich um, da war bereits Titan an ihr vorbeigetreten, die Axt in der einen, das Messer in der anderen Hand. Die Insignien der Jaguarrüstung, leicht genug erkennbar im Dämmerlicht des Dorfes.

    Ein Fellbündel lag auf dem Boden. Jedenfalls sah es so auf den ersten Blick aus. Doch der Berg aus Fell regte sich sogleich. Lange Haare, ein faltiges Gesicht … Das musste die alte Kriegerin sein, von der die Kinder berichtet hatten.

    Titan herrschte sie auf Granaruidan an. Er klang wütend, aber vielleicht lag das auch nur an der Sprache.

    Die alte Frau stieß ein kehliges Lachen aus, als sie sich wieder aufrappelte, ein rostiges Kurzschwert in den Händen, das sie mal hierhin, mal dorthin tanzen ließ.

    »Ihr macht Euch ja lächerlich, wenn Ihr Granaruidan sprecht. Haben die Kinder Euch nicht ausgelacht?« Sie deutete irgendwo in die Ferne, wo sie die zwei Ziegenhirten wohl vermutete.

    Titan glotzte sie verwirrt an, und auch Scarabea hatte alle Mühe, nicht vor Staunen den Mund aufzusperren.

    »Ihr sprecht Coronianisch?«

    »Ich spreche auch Surrcostanisch, wenn Ihr das wünscht, werter Herr«, entgegnete die Alte verächtlich und folgte Titans Schritt nach links.

    »Gute Frau, wir sind auf dem Weg nach Krähenwehr. Mit einer Nachricht von Domtaline Berlais«, blieb Titan seiner Lüge treu.

    Scarabea hatte die Hand erhoben, bereit, nach ihrem Speer zu greifen, wenn die Frau nicht bald das Schwert sinken ließ.

    »Und an wessen Ohr soll diese Nachricht dringen?«, höhnte die Alte. »Ihr wisst doch nichts über dieses Land. Und Ihr seid keine von Azulgranas kleinen Vögelchen. Das sehe ich Euch an. Ein ungleiches Paar gebt Ihr ab.«

    Scarabea erwiderte gar nichts darauf.

    »Ich vertraue Euch ein Geheimnis an«, fuhr die Alte fort und ließ ihr Schwert sinken. »Folgt mir.«

    Ein wenig unschlüssig tauschten Scarabea und Titan einen Blick.

    »Ich werde nicht jünger, während Ihr hier herumsteht«, schnaubte die Alte verächtlich und raffte ihre Pelze zusammen. Als die beiden sich immer noch nicht rührten, fügte sie hinzu: »In meinem Haus ist es wärmer als hier draußen.«

    Scarabea setzte sich in Bewegung. Sollte die Alte sie in einen Hinterhalt locken wollen, starb sie wenigstens mit warmen Füßen.

    VAZARINA

    Als der Morgen anbrach, musste die Königin ihren gestrigen Eindruck revidieren: Es war noch viel schlimmer, als sie angenommen hatte. Ihr Quartier auf dem sivolischen Markt war so schäbig, dass die Sonne sie bereits um vier Uhr morgens weckte, denn es gab kein richtiges Dach. Die Männer, die sie bewachten, waren arme Bauern und garantiert keine Gardisten, ihr Frühstück bestand aus Nüssen und Beeren, und ihre Stadt lag in Trümmern. Trotzdem war sie die Königin. Oder gerade deswegen?

    Die Stoppeln auf ihrem Kopf juckten; sie hatte sich die Haare abgeschnitten, als sie geschworen hatte, ihren Thron zurückzuerobern, und sie später von einer alten Dame rasieren lassen. Aber der heutige Morgen nahm ihr irgendwie den Mut.

    Gähnend schob sie den Schleier beiseite und trat auf den Vorplatz ihrer schäbigen Hütte. Ein paar Palmenblätter hatte man herbeigeschafft, damit die Königin nicht sofort von der Sonne belästigt wurde, sobald sie einen Fuß nach draußen setzte.

    Fennica von Unia wartete draußen auf sie. Die beinahe stumme Sprengmeisterin döste an der Wand einer Ruine und schreckte auf, als sie die Königin erblickte.

    »Bleibt sitzen«, sagte Vazarina leise, und die junge Frau nickte leicht. Sie schien sich mittlerweile daran gewöhnt zu haben, dass ihre Stimme ständig versagte. Vielleicht war sie auch nur nicht gesprächig. Vazarina hatte nicht nachgefragt. »Wir müssen einige Ernennungen hinter uns bringen.«

    Als die ehemalige Sprengmeisterin sie fragend ansah, fügte die Königin hinzu: »Es ist wichtig, den Menschen eine Aufgabe zu geben. Auch, um sich zu bedanken. Wisst Ihr, wenn das hier vorbei ist, dann werden die Leute sich daran erinnern, dass ich mich dankbar gezeigt habe, und mir umso besser dienen.« Das hoffte sie jedenfalls. Das hoffte sie inbrünstig. »In solch schweren Zeiten muss man ein wenig Altbewährtes beibehalten, damit nicht alles im völligen Chaos versinkt.«

    Fennica nickte. Ob sie wirklich verstanden hatte, wusste Vazarina nicht; es war ihr aber auch gleichgültig. Sie brauchte die Frau nicht. Nicht wirklich. Ein paar tatkräftige Männer, neue Generäle, einen Leibwächter. Einen Kriegsherrn …

    Vazarina beobachtete ein paar Bauern, die die anliegenden Trümmer nach wertvollen Gegenständen durchsuchten. Hin und wieder hob einer triumphierend die Hände, dann erhaschte sie einen Blick auf ein Stück blaues Glas oder Gold, doch ansonsten gab es in den Trümmern nichts, das sich zu bergen lohnte.

    »Ihr da«, rief sie. Halb fürchtete sie, dass die Männer sie missachten könnten, aber das einfache Volk war immer noch auf ihrer Seite. Sie hörten auf mit dem, was sie taten, und schlenderten zu ihr herüber. Ihre Gesichter verrieten keine Anspannung, keinen Zorn. Vielleicht konnte doch noch alles gut werden, sagte Vazarina sich. Mit tatkräftigen Menschen, treuen Anhängern … sofern Yavelin geschnappt wurde.

    Ihre verräterische Schwester war auch ein Punkt auf der Agenda, um den sie sich kümmern musste, sobald in der Hauptstadt der Frieden wiederhergestellt war. Vazarina musste sich um sie und ihre Bande von Sandräubern kümmern, bevor sie wieder zu Kräften kam.

    Nachdem ihre eigene Schwester sie entthront und misshandelt hatte, war sie mit Hilfe von Scarabea nach Kendor entkommen. Der Pakt mit Kendor hatte sie überhaupt erst wieder in ihre zerstörte Heimat gebracht. Doch auch wenn sie Yavelin vorläufig geschlagen hatte, die Gefahr, die in der Wüste lauerte, war noch lange nicht gebannt.

    Einige der Männer knieten vor Vazarina nieder, als sie die Hände in die Hüften stemmte.

    Sie lächelte den Männern zu und sagte: »Steht auf. Ich bin heute auf der Suche nach tatkräftigen Menschen, die in meinem Namen sprechen können und sich auf die Suche nach tüchtigen Frauen und Männern machen, die für unsere Sache eintreten. Wir sind nur wenige hier, und wenn die Nacht hereinbricht, können Sandräuber und Hyänen über uns herfallen. Das Gläserne Herz schlägt nur langsam. Wir müssen dafür sorgen, dass es seinen gewohnten Takt zurückbekommt, oder wir werden von der angrenzenden Wüste verschlungen.«

    Ein Mann trat vor. Vazarina schätzte ihn auf Anfang sechzig, nicht gebrechlich, sondern rüstig. Schlohweißes Haar, braune Haut, schwielige Hände. Ein Bauer wahrscheinlich.

    »Meine Königin, ich will nicht unhöflich erscheinen, aber genau das tun wir schon. Wir brauchen Nahrung. Unsere Kinder und Kindeskinder hungern, die Hyänen umschleichen die Stadt und wildern unser übrig gebliebenes Vieh – was sollen wir dagegen tun?«

    »Ihr klingt, als wäret Ihr jemand, der mit Worten umzugehen weiß«, antwortete sie hoheitsvoll. »Wie ist Euer Name?«

    »Ich bin kein Lord, meine Königin, Ihr müsst nicht …«

    »Vielleicht werdet Ihr einmal einer sein. Also?«

    »Astracad, Euer Hoheit. Hargam Astracad.«

    »Dann kommt zu mir herauf, Lord Astracad. Ich ernenne Euch hiermit zum Lordprotektor von Coronia. Ihr seid der erste Mann nach dem Kriegsherrn, sofern ich einen finden kann, der dieser Aufgabe gewachsen ist.«

    Der Alte starrte sie verwirrt an. »Das geht doch nicht …«, stammelte er.

    »Weshalb? Habt Ihr ein Gelübde vor Dumarion abgelegt, das Euch bindet? Ich löse es für Euch.«

    »Nein, aber ich bin Dattelzüchter …«

    »Steht irgendwo geschrieben, dass der Lordprotektor kein Dattelzüchter sein darf?«

    »Ich kann nicht einmal lesen. Also weiß ich es nicht.«

    »Dann werde ich jemanden finden, der es Euch beizeiten beibringt. Der Lordprotektor sollte schreiben können.«

    »Ich … ich danke Euch, meine Königin.«

    Mehr und mehr Menschen drängten sich nun um sie. Es mussten weit über hundert sein. Vazarina hatte nicht bemerkt, dass sie überhaupt herangekommen waren. Fennica von Unia stand hinter ihr; das alberne Kleid einer Tempeltänzerin, das die betrügerischen Königinnengardisten ihr übergeworfen hatten, trug sie immer noch. Auch darum würde sie sich kümmern.

    »Habt Ihr Familie?«

    »Einen Sohn und eine Schwiegertochter«, antwortete Astracad.

    »Holt sie her. Eure Schwiegertochter soll mir als Kammerdienerin zur Seite stehen. Euer Sohn … ist er gut mit dem Schwert?«

    »Er ist Baumeister.«

    »Auch etwas, das man brauchen kann.«

    Der Mann rieb sich das weiße Haar. »Ich … ich weiß wirklich nicht, wie ich zu dieser Ehre komme.«

    »Ihr hattet den Mut, mir zu widersprechen und Fragen zu stellen. Ich brauche keine stummen Schafe.«

    »Ich bin Schmied«, rief jemand von weiter hinten.

    »Dann kommt heran«, befahl Vazarina. »Sucht Euch tüchtige Männer, die dabei behilflich sind, Metallreste zu finden. Ihr könnt Euer Schmiedefeuer gleich neben meinem …« Beinahe hätte sie Palast gesagt. »… meiner Behausung anzünden. Holt Eure Gesellen, macht neue Männer zu Gesellen, es ist mir gleich. Bis zum heutigen Abend habt Ihr uns ein paar Speere geschmiedet. Seid Ihr Waffenschmied?«

    »Nein, meine Königin«, antwortete der Mann ein wenig kleinlaut.

    »Dann holt einen herbei, der Euch anlernt. Ihr kennt Euch sicher besser in der Schmiedezunft aus als ich.« Sie lächelte ihm zu und wusste, dass er es tun würde. »Ich brauche Schneider, Baumeister, kluge Männer. Wendet Euch an Lord Astracad, wenn Ihr Hilfe benötigt, er wird die geeigneten Männer und Frauen finden.«

    Der Alte machte ein grimmiges Gesicht. »Ich kenne die meisten Leute hier nicht, ich komme aus der Unterstadt.«

    »Und? Jeder denkt, er kenne die Königin. Nun wird jeder den Lordprotektor kennen. Wo ist das Problem?«

    Er nickte leicht und gestattete sich ein winziges Lächeln. Immerhin ein Anfang.

    »Hat irgendjemand von Euch einen Elefanten in der Stadt gesehen? Ochsen? Pferde? Lasttiere, egal welcher Art?«

    Ein paar Frauen schnatterten aufgeregt durcheinander. Vazarina hörte die glückverheißenden Worte »Pferd«, »Maulesel« und »Zweispänner«.

    »Hat noch jemand ein Talent, das mir bisher nicht bekannt ist?«

    Plötzlich boten ihr die Menschen die unterschiedlichsten Dienste an, bestürmten sie mit Fragen, hielten ihr Krüge und Körbe unter die Nase und sprachen wild durcheinander. Es dauerte eine ganze Weile, bis Vazarina ihre Antworten geben, Anweisungen erteilen und Streitereien schlichten konnte, doch am Ende waren sie alle fort, ein jeder beschäftigt mit seiner eigenen Aufgabe.

    Erschöpft ließ sie sich auf eine halb zertrümmerte Bank sinken, die man für sie herbeigeschafft hatte. Sie musste vom Hafen stammen; das typische Treibholz, das dort gern zum Bauen verwendet wurde, fand sich auch hier.

    »Ist es immer so viel?«, fragte Fennica von Unia sie.

    Vazarina schrak zusammen. Sie hatte sich mittlerweile daran gewöhnt, dass die Sprengmeisterin stumm war. Doch ein paar wenige Sätze ließen ihre Stimmbänder zu, bevor sie ihren Dienst versagten.

    »Es sollte immer so viel sein. Vielleicht ist es mein Fehler, dass das bisher nicht der Fall war.«

    Fennica nickte. Ob aus Verständnis oder weil sie zustimmte, wollte Vazarina nicht wirklich erfahren. Sie fühlte sich jetzt schon übermüdet. Dabei war der Tag noch nicht einmal wirklich angebrochen.

    Ihre Gedanken schweiften kurz zu Scarabea ab. Wie mochte es ihr ergehen? Zu was für einem Schicksal hatte sie ihre Kriegsherrin verurteilt? Wenn der grausame Kendori noch lebte, dann tat sie es auch, das wusste sie. Doch ob es ein gutes Leben war, das sie führte? Plötzlich traten ihr die Tränen in die Augen, und sie musste ihren Schleier vor das Gesicht ziehen, damit nicht jeder bemerkte, dass sie weinte. Was für einen Eindruck sollte das hinterlassen? Eine weinende Königin in einer zerstörten Stadt. Eine Königin, die niemals Kinder bekommen würde, ihre einzige wirklich treue Gefolgsfrau zu einem Leben im Exil verurteilt hatte und von ihrer nicht einmal volljährigen Schwester gestürzt worden war. Sie war eine miserable Königin, die nur deswegen noch herrschte, weil das ungebildete Volk königstreu war – sie hätten aber genauso gut Yavelin die Treue gehalten, wenn sie hier gesessen hätte. Sie folgten jedem, der eine Krone trug.

    Sie spürte Fennicas knochige Hand auf ihrer Schulter, doch Vazarina schlug sie weg.

    »Lasst es gut sein. Ihr könnt mir nicht helfen.« Die Sprengmeisterin zuckte die Schultern und verschwand in ihrem behelfsmäßigen Heim. Vazarina starrte ihr düster hinterher.

    TITAN

    Anfänglich hatte Titan von Malyx der alten Granaruidan misstraut und nur auf eine Gelegenheit gewartet, ihr die Axt in den Rücken zu rammen, aber je länger er sich in ihrer Nähe befand, desto angenehmer war ihre Gegenwart. Schon allein deswegen, weil sie ihnen eine Suppe auftischte, die Scarabea laut schlürfend und schmatzend verschlang.

    Eine ganze Weile sah er ihr dabei zu, wie sie die Suppe in sich hineinkippte, als wäre es Bier. Zwischendurch zog sie sich die hellen Pelze höher, die die Alte ihnen gegeben hatte, dann schlürfte sie weiter.

    Diese Frau war einfach nur kurios. Kopfschüttelnd wandte er sich ab und aß seine Suppe lieber mit einem Löffel. Manieren mochten auf dem Schlachtfeld fehlplatziert sein, in einem Haus niemals.

    Die Hütte war erstaunlich wohnlich eingerichtet, die kreisrunden Wände mit allerhand Gobelins behangen, von denen Titan einige als kendorisch erkannte und welche ihn ein wenig an sein Zuhause denken ließen. Auch wenn die Alte nicht dazu passte, mit ihrem rostigen Schwertchen und dem buckligen Holzschild, der hinter ihr auf dem Fußboden lag. Ein Haufen Hunde, groß wie Wölfe, lag neben einem Kamin, in dem ein warmes Feuer prasselte.

    Titan fühlte sich schläfrig und ausgelaugt, während die Alte unentwegt auf Scarabea einredete. Sie stellte ihr allerhand merkwürdige Fragen, die überhaupt nicht zu einer solchen Situation passen wollten; angefangen damit, warum sie als Coronianerin ausgerechnet einen Jaguarkrieger geheiratet hatte – Scarabea wurde rot und dementierte das umgehend –, ob es ihr gefalle, in Sünde zu leben, denn jede ehrbare Granaruidan wäre in ihrem Alter schon verheiratet, und so ging es immer weiter, bis Titan sie irgendwann unterbrach: »Ihr wisst nun, weshalb es uns in Euer Land verschlagen hat, Lady …«

    »Granadea.«

    »Euer Volk scheint nicht kreativ mit Frauennamen zu sein«, antwortete er unbewegt und fing sich einen Tritt unter dem Tisch von Scarabea ein.

    »Es ist eine Ehre, einen Namen mit Grana oder Ruida zu tragen. Ihr wisst erstaunlich wenig über dieses Land, hoher Lord von Heimatlos«, kicherte die Alte in ihre Suppenschüssel. »Und der Grund – ich weiß, dass Ihr danach fragen würdet – warum ich Euch noch nicht für Eure Unverschämtheiten erdrosselt habe, ist simpel: Ich habe keine Männer hier. Die sind alle mit dem Fürstenpaar ausgezogen. Und soweit ich es beurteilen kann, kommen die auch so schnell nicht wieder. Dieses Dorf ist voller Kinder. Ich weiß nicht, ob ich denen ein Kendori-Rächerkommando zumuten möchte – obwohl sie sich nicht schlecht mit dem Schwert schlagen.«

    Titan schnaubte verächtlich.

    »Was ist ein Kendori-Rächerkommando?«, fragte Scarabea lauernd.

    »Ihr hättet eins kennengelernt, wenn Ihr mich bei unserem ersten Zusammentreffen getötet hättet«, behauptete er in ihre Richtung.

    »Unwahrscheinlich«, schnaubte sie.

    »Jeder Lord hat eingeschworene Idioten, die seinen Tod rächen sollen, falls er auf dem Schlachtfeld stirbt. Das schwören sie mit ihrem Leben«, antwortete Granadea verächtlich. »Deswegen habe ich Euch auch gefragt, warum Ihr ausgerechnet mit einem Kendori-Lord verheiratet seid. Gottlob seid Ihr es nicht.«

    Titan ignorierte das Geschnatter der Frauen und hörte erst wieder zu, als sich die Gespräche einem wichtigen Punkt zuwandten: dem nächsten Schritt.

    »Ich glaube, die Regentin auf Krähenwehr soll über Euch entscheiden. Über Euch beide«, sagte die Alte gerade.

    »Es gibt eine Regentin? Ich

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