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Titanic - Der Untergang einer Welt: Ein SPIEGEL E-Book
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eBook180 Seiten3 Stunden

Titanic - Der Untergang einer Welt: Ein SPIEGEL E-Book

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Über dieses E-Book

In der finsteren Neumond-Nacht des 14. April 1912 rammte der Luxus-Liner "RMS Titanic" auf seiner Jungfernfahrt einen Eisberg im Nordatlantik. Zwei Stunden und vierzig Minuten später versank das größte Schiff, das bis dahin gebaut wurde. Rund 1500 Menschen starben. Es war aber auch die Geburtsstunde eines Mythos, der viele bis heute fasziniert. Tausende von Büchern wurden im Lauf der Jahrzehnte geschrieben, viele Filme und Dokumentationen veröffentlicht. Es gab weitaus schlimmere Schiffskatastrophen seither – warum wurde ausgerechnet die Titanic zur Legende?
Seit Jahrzehnten versuchen Forscher und Abenteurer, alle Rätsel zu lösen, alle Geheimnisse zu lüften, die sich um die "Titanic" ranken. DER SPIEGEL hat immer wieder über neue Erkenntnisse berichtet, die wichtigsten dieser Texte liegen nun als E-Book vor.
Es geht beispielsweise darum, wie es überhaupt zum Untergang kommen konnte: War ein geheim gehaltenes Feuer in einem Kohlenbunker der Grund? Wollte der Kapitän einen Rekord brechen? Hatte die Werft aus Profitsucht gepfuscht?
Es geht aber auch um Schicksale, Mut, Verzweiflung, um menschliche Dramen auf den Decks des untergehenden Schiffes.
Und es geht um die Bedeutung der Katastrophe, das Symbolhafte. Denn der Untergang der "Titanic" läutete das Ende einer Epoche ein, einer Technik-gläubigen Zeit, in der Stahlbarone und Kaufhaus-Magnaten gigantische Vermögen anhäufen konnten, während die Armen in Fabriken schufteten. Und doch herrschte ein ungezügelter Optimismus – nichtsahnend fuhren denn auch arme Auswanderer und Multimillionäre an Bord des vermeintlich unsinkbaren Schiffs auf den Atlantik hinaus. Zwei Jahre später versanken dann ihre Völker, versank ihre ganze Welt im furchtbaren Chaos des Ersten Weltkriegs.
SpracheDeutsch
HerausgeberSPIEGEL-Verlag
Erscheinungsdatum13. Apr. 2017
ISBN9783877631744
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    Buchvorschau

    Titanic - Der Untergang einer Welt - SPIEGEL-Verlag

    Inhaltsverzeichnis


    Titanic

    Vorwort


    Der Untergang

    37 Sekunden Schicksal

    Was passierte in der Nacht des 14. April 1912, in der die „Titanic" zu einem Mythos wurde?


    Entdeckung des Wracks

    Ragender Zahn

    Unterwasserarchäologen spüren das Schiff auf

    „Titanic"-Suche diente als Tarnung für Geheimmission

    Wie Robert Ballard 1985 den versunkenen Luxusliner entdeckte

    Schwimmende Augen

    Ein Tele-Roboter liefert gespenstische Aufnahmen aus dem Wrack

    Kühles Geschäft

    Das Schiff wird zum Beuteobjekt von Goldgräbern der Tiefsee

    Entzückend, Baby

    Ein Bord-Safe soll in einer Live-Fernsehshow geknackt werden

    Die Pleite

    Enttäuschung bei der Öffnung des „Titanic"-Safes

    Rostige Geliebte

    Streit um Hebung von Fundstücken aus dem Wrack

    Trip in die Tiefe

    Abenteuer-Tourismus zum Meeresgrund


    Der Mythos

    Der magische Schiffbruch

    Erik Fosnes Hansen über die „Titanic" als Verkörperung der menschlichen Hybris im technischen Zeitalter

    „Es geht um Liebe und Tod"

    Interview mit dem Regisseur James Cameron über die Faszination der „Titanic"

    Ein Aufstand gegen die Götter, der mißlang

    Legende und Wahrheit des Untergangs

    Sie schlägt noch immer Wellen

    Jahrestreffen der „British Titanic Society" in Southampton

    Gespielt bis zum Untergang

    Violine des „Titanic"-Kapellmeisters auf Dachboden entdeckt


    James Camerons Film

    Selig auf dem Wrack der Träume

    James Camerons Erfolgsfilm mit Leonardo DiCaprio und Kate Winslet

    „Dabeisein in jener Nacht"

    Interview Regisseur Cameron

    Apokalypse, wow!

    Europa-Preview von Camerons Hollywood-„Titanic" mit Prinz Charles


    Die Titanic in der Literatur

    Untergang und Untergänge

    Der norwegische Schriftsteller Erik Fosnes Hansen und sein „Titanic"-Roman

    Riss im Rumpf des Fortschritts

    Der Schriftsteller Nicolas Born über Hans Magnus Enzensbergers „Der Untergang der Titanic"


    Anhang

    Impressum

    Titanic • Einleitung

    Vorwort

    Vom Untergang einer Welt   

    Die Sichel des Neumonds stand dünn am Himmel, es war finster in jener Nacht des 14. April 1912. Trotzdem pflügte das größte und luxuriöseste Schiff seiner Zeit mit etwa 21 Knoten, fast Höchstgeschwindigkeit, durch die Wellen des Nordatlantik. Es war die Jungfernfahrt der „RMS Titanic". Weit oben im Krähennest, dem Ausguck auf dem Vorschiffs-Mast, froren die beiden Matrosen Frederick Fleet und Reginald Lee erbärmlich. Sie starrten nach vorne und versuchten, durch den ungewöhnlichen Dunst über der See irgendetwas zu erkennen.

    Ungefähr 20 Minuten vor Mitternacht sah Fleet plötzlich einen schwarzen Schatten. Sehr groß. Und sehr nah. Er schlug die Glocke dreimal und brüllte ins Telefon, das ihn mit der Brücke verband: „Eisberg gerade voraus!" 

    Der Offizier auf der Brücke antwortete noch, ganz korrekt, ganz britisch: „Danke. Und dann begann eines der berühmtesten Dramen der Menschheit. Denn zwei Stunden und vierzig Minuten später versank die „Titanic im Meer, rund 1500 der etwa 2200 Menschen an Bord starben. Das Schiff wurde in den Jahrzehnten danach zu einem Mythos. Und aus dem, was sich in jenen Stunden an Deck und auf dem Atlantik abspielte, entstand eine Legende, die viele Menschen bis heute fesselt. 

    Tausende von Büchern über die „Titanic sind bereits erschienen, ein knappes Dutzend Spielfilme, in Internet-Foren diskutieren Experten und Freaks jedes Detail dieser großen Geschichte, und immer wieder kommen neue Details ans Licht. In einem Museum in Belfast, wo die „Titanic gebaut wurde, können Touristen den Schauder genießen, den die Katastrophe immer noch erzeugt, nach mehr als 100 Jahren. Eine Ausstellung mit Artefakten vom Schiff zieht um die ganze Welt. Die Chinesen bauen die „Titanic" gerade nach, in Originalgröße. Und Firmen bringen Menschen, die zu viel Geld haben, für zehntausende von Dollar mit U-Booten zum Wrack in über 3800 Metern Tiefe. 

    Aber warum fasziniert die „Titanic so? Wie entstand diese Legende, gewoben aus vielen einzelnen Geschichten über Liebe, Mut, Verzweiflung, über Arroganz, Gier, Wahnsinn und verhängnisvolle Fehler? Denn das ist die „Titanic auch jetzt noch: ein Kosmos für sich, bevölkert von Wissenschaftlern, Verschwörungstheoretikern und Fans. Warum also ausgerechnet die „Titanic"? 

    Es war ja bei weitem nicht das schlimmste Schiffsunglück der Neuzeit: Beim Untergang der „Wilhelm Gustloff 1945 starben beispielsweise etwa 9000 Menschen in der Ostsee. 1987 riss die philippinische Fähre „Dona Paz fast 4400 Menschen in den Tod. 

    Die „Titanic war auch nur nominell das größte Schiff ihrer Zeit. Ihr Schwesterschiff „Olympic war praktisch baugleich und nur rechnerisch minimal kleiner. Und die schnellsten Schiffe waren diese beiden Luxusliner der White Star Linie schon gar nicht: Die „Mauretania der Konkurrenzreederei Cunard war deutlich schneller. Aber wer weiß heute schon noch, was aus der „Mauretania oder der „Olympic wurde? Die „Titanic wurde zu einer Menschheitslegende, weil so vieles zusammenkam. Da sind zum einen die Rätsel und Geheimnisse, die Experten teils bis heute beschäftigen: Warum ließ der Kapitän sein Schiff so schnell in ein Feld von Eisbergen hineinfahren, obwohl es Warnungen gab? Warum waren in dem Frühjahr dort viel mehr Eisberge als sonst? Konnten die Männer im Ausguck kaum etwas sehen, weil ein gespenstisches optisches Phänomen ihnen einen falschen Horizont vorgaukelte? Hatte ein geheim gehaltener Schwelbrand in einem der Kohlebunker den Rumpf fatal geschwächt? Oder hatte die Werft beim Bau gepfuscht, Nieten aus billigem Eisen verwendet? Und warum eigentlich hatten die beiden Matrosen im Ausguck keine Ferngläser – weil die Reederei den einzigen Offizier, der wusste, wo sie waren, vom Schiff beordert hatte? 

    Was ist dran an der gewagtesten Theorie: Danach war die „Titanic nämlich gar nicht die „Titanic – sondern in Wahrheit das heimlich umgetaufte Schwesterschiff „Olympic", das nach einem Unfall beschädigt war und durch einen Versicherungsbetrug beseitigt werden sollte? Die beiden Schiffe lagen schließlich nebeneinander in der Werft, nur Experten konnten sie an Details unterscheiden – es wäre möglich gewesen. 

    Und selbst die Entdeckung des Wracks 1985 war geheimnisumwittert. Inzwischen weiß man: Die letztlich erfolgreiche Suche nach dem Schiff war vor allem ein Tarnmanöver. Der amerikanische Unterwasser-Experte Bob Ballard sollte im Auftrag der US-Navy vor allem zwei verschollene Atom-U-Boote aufspüren. Die Sowjets sollten davon nichts mitbekommen. Deshalb galt seine Expedition offiziell der „Titanic". 

    Zudem fuhren auf der „Titanic einige der berühmtesten, reichsten Menschen ihrer Zeit mit: John Jacob Astor, Isidor Strauss, Paul Guggenheim, Molly Brown waren nur einige davon. Es war fast so, als würde heute ein Flugzeug abstürzen mit Bill Gates, Warren Buffett und Jeff Bezos an Bord, dazu noch mit einigen Schauspielern, Künstlern, Schriftstellern. Und in den knapp drei Stunden des Untergangs wurde die „Titanic zur Bühne eines einzigartigen Dramas, das aus vielen Akten bestand. Es ging um Liebe, Tod und Verdammnis – da erschoss sich der Offizier, der in der Nacht das Kommando hatte. Da ermahnte der Kapitän seine Männer: „Be british, boys – und der mitreisende Konstrukteur der „Titanic berechnete kühl, wann genau sein Schiff bei der Geschwindigkeit, mit der das Wasser einströmte, versinken würde. Multimillionär Astor soll derweil angeblich gespottet haben: „Ich habe Eis bestellt. Aber das jetzt ist lächerlich." Überlebende erzählten, wie sie sich mit den viel zu wenigen Rettungsbooten von den Ertrinkenden fernhielten. Sie hatten Angst, dass hilfesuchende Hände sie selbst in den eisigen Tod ziehen würden. Dann mussten sie die Schreie der Sterbenden in jener Nacht ertragen. 

    Vor allem aber wurde die „Titanic" mit ihrem arroganten Namen deshalb zur Legende, weil sie für die Hybris des Menschen steht, der zu jener Zeit glaubte, mit Technik die Natur besiegen zu können. Und weil ihr Untergang das Ende eines Zeitalters ankündigte, den Untergang einer Epoche, einer ganzen Welt. 

    1912 blühte der Westen, es sah so aus, als wäre die Menschheit auf einem grandiosen Weg in die Zukunft. Wissenschaftler und Ingenieure schufen Wohlstand für viele, ungeheuren Reichtum für manche. Es war die Zeit der Stahlbarone, der Kaufhaus-Giganten, und auch die Belle Epoque, das schöne Zeitalter, geprägt von Künstlern und Designern. Ein seltsames, fiebriges Zeitalter. Zugleich sah es in manchen Ländern so aus, als könnte der Feudalismus überleben, in Deutschland regierte noch der Kaiser. Wie ein Überbleibsel finsterer Zeiten mutete auch die tiefe Kluft zwischen den Gesellschaftsschichten an, zwischen den Reichen und jenem Millionenheer der Armen, die in den neuen Fabriken schufteten und doch ihre Kinder nicht ernähren konnten. Genau so war es an Bord der „Titanic: Unten im Rumpf saßen jene Ärmsten Englands dicht beieinander, die keinen anderen Ausweg gesehen hatten, als nach Amerika auszuwandern. Oben über die Promenadendecks spazierten die Astors und Guggenheims. Aber gemeinsam fuhren sie nichtsahnend auf den Eisberg zu – so ahnungslos wie die Menschheit auf den Ersten Weltkrieg zusteuerte. Er begann dann zwei Jahre später. Und letztlich ist es auch ein Bild, beschrieben von den Überlebenden, das im Gedächtnis der Menschheit haften blieb und die „Titanic zum Mythos machte. Es ist ein Symbol für den ungeheuren und dazu noch kollektiven Opfermut, zu dem Menschen fähig sind. Denn zu den Helden dieser Geschichte gehörten auch die Maschinisten des Schiffes: Es war klar, dass es in stockfinsterer Nacht viel schwerer sein würde, die Rettungsboote ins Wasser zu lassen. Deshalb heizten die Maschinisten unten im Rumpf immer weiter die Kessel, damit die gewaltigen Generatoren Strom produzieren konnten und die Lichter der „Titanic" nicht ausgingen. Die Männer wussten, dass sie selbst dadurch sicher sterben würden, dass sie mit ihrem Schiff untergehen würden. Trotzdem taten sie es. Und so entstand das Bild des schönen Schiffes, das sich hell erleuchtet wie bei einem großen Fest langsam dem Verderben zuneigte. Und dann für immer versank, Bug voraus, während auf dem Heck die Bordkapelle spielte.

    Clemens Höges

    Der Untergang

    SPIEGEL 13/2012

    37 Sekunden Schicksal

    Was passierte in der Nacht des 14. April 1912, in der die „Titanic" zu einem Mythos wurde? Neue Theorien legen nahe, dass eine seltene astronomische Konstellation und ein optischer Effekt zu dem Unglück führten. Von Clemens Höges

    Schicksal ist nur ein Wort dafür, dass man nicht weiß, warum etwas passiert und wann eigentlich alles bereit ist für die Tragödie. Und natürlich konnte William McMaster Murdoch in jener Nacht vor 100 Jahren nicht wissen, dass sich sogar Mond und Sonne gegen ihn gedreht hatten.

    Der Erste Offizier der „Titanic war ein brillanter Nautiker, mit einem kühlen Kopf und einem erstklassigen Auge für Distanzen, Geschwindigkeiten und Winkel. Am 14. April gegen 23.30 Uhr Bordzeit stand er auf der Brücke, er hatte in diesen Stunden das Kommando über das gewaltigste Schiff der Welt, über die größte Maschine, die Menschen bis dahin erschaffen hatten: 269 Meter lang und „praktisch unsinkbar, wie damals Experten schrieben.

    Die „Titanic" sollte das berühmteste Schiff aller Zeiten werden, ihre Jungfernfahrt eine Legende: Mit gut 21 Knoten rauschte sie über den Atlantik, fast Höchstgeschwindigkeit, der Kapitän hatte es so befohlen. Das Licht auf Brücke und Vorschiff war ausgeschaltet, Murdoch starrte nach vorn in die Schwärze der Neumondnacht.

    Am 4. Januar war der Mond der Erde so nahe gekommen wie seit rund 1400 Jahren nicht mehr. Zudem standen Sonne, Erde und Mond genau in einer Linie. Die Konstellation habe die „Gezeitenkraft maximiert", sagt Donald Olson, Professor für Astrophysik an der Texas State University.

    Normalerweise bleiben viele jener Eisberge, die im Winter von den Gletschern Grönlands abbrechen, in den flachen Gewässern vor Neufundland und Labrador stecken. Auf dem Meeresgrund dort kann man die Furchen erkennen, die sie ziehen. Viele kommen erst wieder frei, wenn sie abschmelzen oder zerbrechen.

    Aber

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