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Die Chroniken der Seelenwächter - Band 23: Der Weg in die Hölle

Die Chroniken der Seelenwächter - Band 23: Der Weg in die Hölle

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Die Chroniken der Seelenwächter - Band 23: Der Weg in die Hölle

Bewertungen:
4/5 (1 Bewertung)
Länge:
168 Seiten
3 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
23. Mai 2017
ISBN:
9783958342637
Format:
Buch

Beschreibung

Jess hat endlich einen großen Teil ihrer Vergangenheit enträtselt: Sie weiß nun, wo ihre Mutter ist. Gemeinsam mit Jaydee sucht sie nach einem Weg, Cassandra zurückzuholen – doch dies wird schwerer, als sie angenommen hatte.
Akil und Ben versuchen die Menschen in Sicherheit zu bringen, die er zuvor durch die Visionen gerettet hat. Die beiden lassen sich auf ein wagemutiges Abenteuer ein, das sie mit Gegnern konfrontiert, wie sie sie noch nie erlebt hatten. Ihre Feinde sind bereit alles zu opfern, um den Sieg zu erlangen.
Sogar ihr eigenes Leben.
Herausgeber:
Freigegeben:
23. Mai 2017
ISBN:
9783958342637
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

Die Chroniken der Seelenwächter - Band 23 - Nicole Böhm

Table of Contents

Der Weg in die Hölle

Was bisher geschah

1. Kapitel

2. Kapitel

3. Kapitel

4. Kapitel

5. Kapitel

6. Kapitel

7. Kapitel

8. Kapitel

9. Kapitel

10. Kapitel

11. Kapitel

12. Kapitel

13. Kapitel

14. Kapitel

Vorschau

News zur Serie

Glossar

Impressum

Die Chroniken der Seelenwächter

Band 23

»Der Weg in die Hölle«

von Nicole Böhm

Was bisher geschah

Nach seinem langen Aufenthalt im Feuer und seiner von Coco ausgelösten Veränderung schafft es Jaydee, Akil das Armband abzunehmen. Endlich ist er wieder frei. Bei einem klärenden Gespräch sortieren alle die Geschehnisse und tragen ihr Wissen zusammen. Wie es aussieht, will Ananka die Nachkommen der Dowanhowee dafür benutzen, das Ritual, das einst die Seelenwächter erschaffen hat, umzukehren. Akil muss alle Menschen in Sicherheit bringen, die er zuvor gerettet hat.

Jaydee und Jess stellen einige Verbindungen zwischen der Feder, dem Dolch und dem Jadestein her. Sobald die Gegenstände aneinandergehalten werden, bilden sie eine Art Karte. Sie ist jedoch nicht vollständig. Noch fehlen der Ring und das Amulett. Die beiden brechen zu Ashriel auf, um sie nach Cassandra zu fragen – denn es wird immer klarer, dass alles miteinander verbunden ist.

Jaydee findet bei Recherchen heraus, dass Ashriel einst eine Nachfahrin von Sophia gewesen ist und ebenfalls die Gabe getragen hat. Er löst die Stimmgabel aus und bringt das Theater zum Einsturz. Zusammen mit Jess landet er auf Sizilien – dem ehemaligen Anwesen, auf dem Ashriel einst als Seelenwächterin gelebt hat. Mittlerweile ist es ein magischer Ort, ähnlich wie die Archive der Sapier, in denen Sophia haust. Und tatsächlich schafft es Jess, ein Fenster zu dem Engel zu öffnen. Sie können miteinander kommunizieren. Jess erfährt endlich, wo ihre Mutter ist: in Ud-dáva. In einer der Höllendimensionen, die Sophia erschuf, um das Gefängnis rund um Lilija aufrechtzuhalten.

1. Kapitel

Jessamine

»Cassandra ist in einer Hölle. Sprichwörtlich. Und das hier ist nur der Vorhof.«

Katarinas Worte hämmerten in meinen Ohren. Sie sickerten in meinen Kopf und breiteten sich dort wie eine Giftwolke aus, die alles Gute und Schöne, alle Hoffnung und alle Liebe aus mir saugte und zunichtemachte.

Meine Mutter ist in einer Hölle. Sie ist in einer Hölle. Sie ist ...

Ich schnappte nach Luft, kämpfte mit aller Macht die Tränen hinunter, denn ich wollte nicht heulen.

Nicht hier.

Nicht jetzt.

Nur leider sah mein Herz das ganz anders. Es zog sich derart schmerzhaft zusammen, dass ich es nur noch als einzigen großen Klumpen in meiner Brust fühlte. Ich war mir nicht einmal sicher, ob es überhaupt noch Blut durch meine Adern pumpte oder stattdessen das Gift aus Katarinas Worten.

Worte, nach denen ich mich gesehnt hatte.

Worte, die ich hatte hören müssen. Wollen.

Worte, die mich zerhackten und zerstörten, mehr noch als es Jaydees Fäuste je gekonnt hätten.

Nach acht elenden Jahren wusste ich endlich, was mit meiner Mutter passiert war. Ich hatte Gewissheit. Doch statt der erhofften Erleichterung breitete sich die pure Verzweiflung in mir aus. Sie brodelte durch meine Zellen, bereit, mich jeden Moment zu zerreißen.

Ich blickte mich um. Sophias Gestalt waberte nach wie vor über dem Symbol der Seelenwächter. Sie sah mich voller Mitgefühl an, genau wie Jaydee. Er trat näher zu mir, aus dem Augenwinkel bemerkte ich seine Finger dicht vor meinem Kopf. Er wollte mich anfassen, mich berühren, mich trösten, auch wenn es gar keinen Trost gab. Katarina hatte die Worte gesprochen, und sie ließen sich nicht mehr zurücknehmen. Sie waren zu einer Tatsache geworden.

So viele Jahre, so viel Hoffnung, so viel Glaube. In meinen Fantasien hatte ich Mum meist irgendwo an einem weiten Strand gesehen. Sie war in ein fremdes Land gereist, hatte sich dort niedergelassen und nie jemandem erzählt, wer sie war. Sie lebte in einer kleinen Hütte, ganz nah am Meer, und jeden Morgen trat sie hinaus, inhalierte die frische Seeluft und dachte an ihre Tochter, die Tausende von Kilometern entfernt in Kanada nach ihr suchte. So oft hatte ich probiert, mir einen Reim auf alles zu machen, ich hatte gehofft, dass sie einen guten Grund gehabt hatte, mich zu verlassen, dass sie keine andere Wahl gehabt hatte, so wie es in Filmen häufig vorkam.

Ich hätte ihr verziehen! Sie hätte nur zurückkommen und mich in die Arme schließen müssen, und dann hätte ich alles vergessen, was ich in den Jahren ihretwegen erduldet hatte.

»Sie ist in einer Hölle.« Je öfter ich es sagte, umso schlimmer wurde es, als würden die Worte nur noch mehr Gewicht erlangen. »Jaydee.«

»Ganz ruhig.« Er sah mich durchdringend an. Seine silbergrauen Augen ruhten fest auf meinen, ich fühlte die Glocke, die sich langsam um uns zog; er wollte mich schützen, alles Schlechte und Grausame, das dieser Ort für uns bereitgehalten hatte, von mir abschirmen, aber das würde er nicht können. Es war nicht seine Aufgabe, mich wegzusperren, genauso wenig wie ich mich nun verkriechen durfte. Ich musste Mum finden. Für sie. Und für mich.

»Wie können wir sie von dort wegholen?«, fragte ich Katarina. »Und wie genau muss ich mir diese Welt überhaupt vorstellen?«

»Das kann ich dir nicht beantworten.« Sie blickte zu Sophia, als ob sie die Antwort darauf geben konnte.

Der Engel atmete tief ein und ließ die Luft mit einem Seufzen wieder aus. »Die vier Welten sind unserer nicht unähnlich. Dort existieren ein Himmel, eine Erde, Luft zum Atmen; Nahrung, wenn man sie findet. Aber es ist ein Land voller Dürre und Pein, je nachdem, um welche Welt es sich handelt.«

»Also könnte Mum dort theoretisch überleben? Sie kann dort Essen finden, schlafen, existieren?«

»Theoretisch. Ud-dáva ist ein Raum zwischen den Gedanken, eine Welt voller Schmerzen und gleichzeitig voller Freuden. Sie ist Wonne und Qual. Genuss und Kummer. Ud-dáva ist die Gauklerin unter den vier Welten.«

»Sie ist nicht die schlimmste von allen?«

»Nein, gewiss nicht.« Sophia setzte erneut zum Sprechen an, doch sie behielt ihre Worte für sich.

»Was?«, fragte ich und trat näher. »Was gibt es noch darüber?«

»Du solltest deine Seele nicht damit belasten.«

»Bitte, sag es mir!« Ich musste es wissen, sonst würde mein Verstand ein Schreckensszenario nach dem nächsten aufbauen.

»Ich ...«

»Rede!«, sagte nun auch Jaydee. »Es ist wichtig für sie. Für uns.«

Sophia nickte traurig und senkte den Kopf. Sie sprach so leise, dass ich sie kaum verstand: »Ud-dáva frisst den menschlichen Geist. Sie nährt sich von den Gedanken, die die Menschen je dachten, so lange, bis alles vergessen ist.«

Großer Gott. Ich schlug die Hand vor den Mund. Was hatte Mum da getan?

»Immer weiteratmen«, sagte Jaydee leise und trat dichter an mich heran. Ich wollte mich so gerne an ihn lehnen, ich brauchte seinen Arm um mich, seine Wärme, seine Nähe, seinen Geruch.

»Noch etwas?«, fragte ich zaghaft, dabei wollte ich es gar nicht hören. Ich konnte nicht noch mehr ertragen, und gleichzeitig musste ich es.

»Wenn deine Mutter stark genug ist, kann sie dort überleben, aber es gibt natürlich keine Garantie.«

Mir wurde speiübel bei Sophias Worten.

Als Katarina enthüllt hatte, wo Mum war, war mir klar gewesen, dass es nicht gut war. Aber das? Ein Ort, der den menschlichen Geist frisst? Selbst wenn sie das überlebt hatte: Wie viel war noch von meiner Mutter übrig? Wie viel Cassandra? Ich drehte mich zu Katarina und funkelte sie an.

»Wie konntest du nur?«, zischte ich. »Wie konntest du ihr diesen Zauber überlassen? Wie konntest du zulassen, dass Mum sich selbst und mir so etwas antut? Wie konntest du mein Leben zerstören?«

»Ich habe nicht gewusst, was genau in Ud-dáva passiert, und ich hatte keine andere Möglichkeit, ihr zu helfen.«

»Das ist doch Mistkram!«, brüllte ich. »Du hättest sie überall hinschicken können, ihr jeden anderen Zauber überreichen können, aber in eine Höllendimension?!«

»Es tut mir leid, ich kannte keinen anderen Weg.« Katarina wich einen Schritt zurück und hob die Hände. Es war erstaunlich, wie viel weicher sie in ihrer menschlichen Gestalt wirkte, wie viel netter. Sie wollte sich nicht mit uns anlegen. Sie war des Kämpfens müde, ich genauso, aber ich spürte die Wut in mir hochkochen. Sie rumorte ganz tief in meinen Eingeweiden. Sie wollte raus. Nur raus und irgendetwas zerstören, in Stücke hacken, ich ... Ich schloss die Augen und konzentrierte mich auf meinen Atem. Das war Jaydees Weg. Er schlug zu, ich nicht. Ich war nicht so.

»Wie können wir sie retten?«, fragte ich mit noch immer geschlossenen Augen.

»Jemand muss zu ihr und ihr den Weg weisen«, antwortete Katarina leise. »Denn sie hat mittlerweile vergessen, wer sie ist.«

»Wie?«, fragte Jaydee. »Wie gelangt man dorthin?«

Man ... Mir war klar, dass er damit sich selbst meinte, denn so war er. Jaydee würde alles daransetzen, meine Mutter von diesem Ort zurückzuholen, aber ich konnte nicht verantworten, ihn das allein machen zu lassen.

»Ich kann dir das nicht erzählen«, sagte Katarina.

»Können oder wollen?«

»Du verstehst nicht, was hier auf dem Spiel steht.« Katarina sah Sophia eindringlich an. Der Engel hatte eine ganze Weile geschwiegen und uns nur beobachtet. Nun fochten die beiden einen stummen Dialog aus, den wir anderen definitiv nicht nachvollziehen konnten.

»Es ist ein Dilemma«, sagte Sophia schließlich. »Auf der einen Seite brauchst du deine Gabe wieder, um Jaydee zu ankern, auf der anderen läufst du Gefahr, Lilija zu befreien.«

»Vielleicht solltet ihr endlich alle aufhören, über meinen Kopf zu entscheiden und mich bestimmen lassen, was mit mir passiert«, sagte ich. »Abgesehen davon: Wäre es wirklich so schrecklich, wenn Lilija freikommt?« Natürlich war mir klar, dass sie Jaydee für ihre Zwecke benutzen wollte – und das durfte auf keinen Fall passieren; aber was wäre so gefährlich daran, wenn die vier Elemente vereint waren? Wenn die Seelenwächter auf alle Fähigkeiten zugreifen konnten, statt jeweils nur auf eine. Sophia straffte die Schultern, ein trüber Schleier zog über ihr Gesicht, sie schloss die Augen, als müsste sie in alten Erinnerungen kramen, um diese Frage zu beantworten.

»Ja«, antwortete sie ganz leise. »Lilija war besessen von ihren eigenen Wünschen, von ihren Plänen, doch sie sah nicht, dass sie damit die Gesetze der Natur ausgehebelt hätte.«

»Aber das muss sie doch erkannt haben«, sagte ich. »Wenn sie die Natur vernichtet, vernichtet sie auch sich selbst. Das ergibt keinen Sinn. Sie lebt auch in dieser Welt, warum sollte sie dann das Chaos ausbrechen lassen?«

»Ihr ahnt nicht, was alles in ihrem Geschöpf schlummert.«

In Jaydee.

Mir lief es eiskalt den Rücken hinunter, denn der Unterton in Sophias Stimme war so voller Ehrfurcht und Respekt, dass ich mich fragte, was einen ehemaligen Engel wohl noch beeindrucken konnte. Was war Jaydee wirklich, wenn er erst vollkommen entfesselt wurde?

Er presste die Kiefer aufeinander, bis die Sehnen an seinen Wangen scharf hervortraten. Seit er aus dem Feuer zurückgekehrt war, war er eindeutig mächtiger. Er hatte neue Fähigkeiten entwickelt, die ich sogar verstärken konnte. Ein wenig machte er mir tatsächlich auch Angst, aber vielleicht mussten wir uns alle erst daran gewöhnen.

»Also ist nicht Lilija so gefährlich, sondern eigentlich Jaydee?« Er zuckte zusammen bei meinen Worten, es sollte nicht so hart klingen, wie es herüberkam.

»Ich bin immer noch ich«, sagte er. »Und ich werde mich gewiss nicht diesem Miststück beugen, sollte es je ausbrechen.«

»Du wirst keine Wahl haben«, sagte Sophia. »Solange eure Verbindung besteht, bist du ihr Diener.«

Jaydee schnaubte. »Die wir ja lösen würden, wenn wir Jess‘ Gabe zurückhätten, verflucht noch mal!«

»Wir drehen uns im Kreis«, sagte ich, denn es war so. Ich brauchte meine Gabe,

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