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Dorian Hunter 88 - Totentanz

Dorian Hunter 88 - Totentanz

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Dorian Hunter 88 - Totentanz

Länge:
236 Seiten
3 Stunden
Freigegeben:
Jun 2, 2017
ISBN:
9783955720889
Format:
Buch

Beschreibung

Coco Zamis ist zum Schein Schiedsrichterin der Schwarzen Familie geworden, um von innen heraus gegen die Dämonen zu arbeiten. Doch wie lange kann sie diese Täuschung noch aufrechterhalten? Asmodi, der Fürst der Finsternis persönlich, ist ihr längst auf der Spur. Gleichzeitig wird es für die Rabisu Salamanda Setis endgültig Zeit, sich in dem Konflikt zwischen der Schwarzen Familie und dem Dämonenkillerteam für eine Seite zu entscheiden.
Freigegeben:
Jun 2, 2017
ISBN:
9783955720889
Format:
Buch

Über den Autor


Ähnlich wie Dorian Hunter 88 - Totentanz

Buchvorschau

Dorian Hunter 88 - Totentanz - Simon Borner

Totentanz

Band 88

Totentanz

von Simon Borner und Christian Schwarz

nach einem Exposé von Susanne Wilhelm

© Zaubermond Verlag 2017

© Dorian Hunter – Dämonenkiller

by Pabel-Moewig Verlag GmbH, Rastatt

Titelbild: Mark Freier

eBook-Erstellung: Die Autoren-Manufaktur

www.Zaubermond.de

Alle Rechte vorbehalten

Inhaltsverzeichnis

Totentanz

Was bisher geschah:

Erstes Buch: Der Prozess

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Zweites Buch: Totentanz

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Vorschau

Was bisher geschah:

Der ehemalige Reporter Dorian Hunter hat sein Leben dem Kampf gegen die Schwarze Familie der Dämonen verschrieben, seit seine Frau Lilian durch eine Begegnung mit ihnen den Verstand verlor. Seine Gegner leben als ehrbare Bürger über den gesamten Erdball verteilt. Nur vereinzelt gelingt es Dorian, ihnen die Maske herunterzureißen.

Bald kommt Hunter seiner eigentlichen Bestimmung auf die Spur: In einem früheren Leben schloss er als französischer Baron Nicolas de Conde einen Pakt mit dem Bösen, der ihm die Unsterblichkeit sicherte. Der Pakt galt, und als de Conde selbst der Ketzerei angeklagt und verbrannt wurde, wanderte seine Seele in den nächsten Körper. Im Jahr 1713 wurde er als Ferdinand Dunkel in Wien Zeuge, wie Asmodi, das Oberhaupt der Schwarzen Familie, von einem Nachfolger verdrängt wurde, der sich fortan Asmodi II. nannte. Ihn kann Dorian schließlich töten.

Nach vielen Irrungen nimmt Lucinda Kranich, die Schiedsrichterin der Schwarzen Familie, die Rolle des Asmodi an. Niemand weiß, dass sie in Wirklichkeit hinter dem wiedererstandenen Fürsten steckt. Und letztendlich wird ihre Maskerade Wirklichkeit. Dass Lucinda sich einen Teil Asmodis einverleibt hat, um seine Macht zu erlangen, wird ihr zum Verhängnis. Der in ihr schlummernde Asmodi übernimmt die Kontrolle über ihren Körper und ersteht so tatsächlich wieder auf.

Und die Umstände wollen es, dass ausgerechnet Coco Zamis die neue Schiedsrichterin wird. Das Dämonenkiller-Team droht zu zerfallen, Dorian stirbt. Die Dämonen scheinen gesiegt zu haben.

Aber mit vereinten Kräften gelingt es Dorians Freunden, ihn ins Leben zurückzuholen. Das Team formiert sich neu, und Coco Zamis nimmt zum Schein den Posten als Schiedsrichterin der Schwarzen Familie an, um aus dem Inneren heraus gegen die Dämonen zu kämpfen.

Gerade als sich alles wieder eingependelt zu haben scheint, taucht die Uhrmacherin auf, Dorians lang verschollene Tochter Irene. Sie behauptet einen Weg zu kennen, wie man die Schwarze Familie ein für alle Mal ausrotten kann. Aber kann man ihr trauen?

Erstes Buch: Der Prozess

Der Prozess

von Christian Schwarz

nach einem Exposé von Susanne Wilhelm

Kapitel 1

Wien

Coco Zamis schlenderte durch die Ringstraßen-Galerien, die feinste Wiener Shopping-Adresse. Über ihrer linken Schulter hing eine prallgefüllte, buntbedruckte Einkaufstasche, während die rechte für ihre Handtasche reserviert war.

Die Hexe lächelte, als sie ihr Spiegelbild in der Scheibe einer Parfümerie erblickte. Der ältere Modefachberater fiel ihr wieder ein, der wissen wollte, ob ihre dunkelgrünen Augen tatsächlich echt waren oder ob »diese grandiose Farbgebung« dem Einsatz von Kontaktlinsen zuzuschreiben sei.

Natürlich war ihre Augenfarbe echt.

So wie alles an mir. Außer meiner Loyalität zur Schwarzen Familie …

Dieser Gedanke kam ihr einfach so – und versetzte ihr einen jähen Stich ins Herz. Asmodi wusste längst, dass sie ihr Versprechen gebrochen hatte und seit ihrer Einsetzung als Schiedsrichterin weiter mit Dorian Hunter zusammenarbeitete. Er hatte es ihr ins Gesicht gesagt. Und ihr versichert, dass er es bis zu einem gewissen Grad dulden werde. Zu diesem Zeitpunkt hatte er allerdings ihre Hilfe benötigt, um seine Lebensuhr in einem Zeitfeld einzuschließen und sie so vor dem Zugriff der Uhrmacherin zu schützen. Deshalb traute sie ihm bezüglich dieser Aussage nicht über den Weg.

Garantiert erledigt war sie, wenn Asmodi erfuhr, dass sie den Schiedsrichterposten nur zum Schein angenommen hatte, um von innen heraus gegen die Dämonen zu arbeiten.

Und Salamanda Setis wusste das alles! Da die Rabisu von Dorian aus dem Dämonenkiller-Team geworfen worden war, bestand nun die latente Gefahr, dass sie sich rächen würde, indem sie Coco bei Asmodi anschwärzte.

Coco seufzte. Die Ungewissheit zehrte an ihren Nerven. Aber sie wollte sich so verhalten wie immer, mit der Einschränkung, den Kontakt zu Dorian in nächster Zeit zu meiden. Zu ihren normalen Gewohnheiten gehörten auch ausgedehnte Shopping-Bummel durch die Modemeilen der Stadt. So einen hatte sie gerade hinter sich. Ein kurzzeitiger Wintereinbruch hielt Wien in seinen eisigen Klauen, aber der würde nicht ewig währen. Immerhin war es bereits März. Und so hatte Coco beschlossen, dass es höchste Zeit war, sich mit Frühlingsfummel auszustaffieren.

Ihr Beutezug war überaus erfolgreich gewesen. Sie flanierte an den im Kreis angeordneten Shops entlang zur Treppe und stieg mit vorsichtigen Schritten ins Erdgeschoss hinunter. Mit ihren hochhackigen roten Stiefeletten geriet das zu einem regelrechten Balanceakt. Weil sie die mehrstündige Shoppingtour hungrig gemacht hatte, ging sie noch im Yalla vorbei, einem offenen arabischen Restaurant im Eingangsbereich. Sie ließ sich an einem der kleinen Tischchen nieder und aß mit großem Appetit. Dabei beobachtete sie die draußen vorbeigehenden Menschen. Plötzlich ertönte ein schriller Schrei, ein dumpfer Laut folgte. Coco fuhr hoch. Da draußen war jemand gestolpert und umgefallen! Im toten Winkel. Eine Frau. Vielleicht brauchte sie Hilfe.

Coco ging mit raschen Schritten vor das Restaurant, während sich die anderen Gäste gleichgültig verhielten. Auf dem mit hell- und dunkelbraunen Karos gemusterten Boden lag tatsächlich eine ältere, leicht dickliche Frau auf dem Bauch. Ihre Einkaufstasche lag neben ihr. Sie war aufgegangen, einige Äpfel rollten über den Boden. Auch das rote Hütchen hatte sich selbstständig gemacht. Während sich andere Passanten um die Gestürzte sammelten, ging Coco bereits neben ihr auf die Knie. »Sind Sie auf den Kopf gefallen? Haben Sie Schmerzen?«, fragte sie.

»Es geht schon, danke«, ächzte die Frau und krabbelte auf die Knie. Coco half ihr vollends hoch.

»Soll ich einen Krankenwagen rufen?«

»Nein, danke, es geht schon wieder.«

»Wirklich?«

»Wenn ich’s sag.«

»Gut, wie Sie wollen, Frau ...«

»Baumgartner heiß ich, Trude Baumgartner.« Die Frau ordnete ihre Kleider und sah sich mit bösem Blick um. »Wo ist der Krüppel hin?«

»Welcher Krüppel?«

»Na der, über den ich gestolpert bin«, keifte Baumgartner. »Der war plötzlich da, ich hab den gar nicht kommen sehen. Direkt vor meinen Füßen war der plötzlich, und ich konnte nicht mehr ausweichen.« Sie musterte die Passanten, die einen massiven Halbkreis um sie gebildet hatten. »Hat einer von Ihnen den Zwerg gesehen? So ein ganz hässlicher, verwachsener mit einem riesigen Buckel und kurzen Beinen und viel zu langen Armen. Und Eiterbeulen im Gesicht. Und ein Auge war viel weiter unten als das andere …«

Coco spürte, wie sich ihre Nackenhärchen aufstellten. Redet die von einem Freak? Unauffällig sah sie sich um. Aber da war nichts.

Einige der Umstehenden schüttelten ratlos den Kopf. »Also ich hab keinen hässlichen Zwerg gesehen«, sagte eine junge Frau mit einem Baby in der Tragetasche und ging weiter. Auch die anderen Passanten zerstreuten sich kopfschüttelnd wieder, die Show war vorbei. Nur Coco blieb und half der Frau die Äpfel aufsammeln.

»Da war doch dieser hässliche Krüppel«, brabbelte die Baumgartner vor sich hin, während sie sich schwerfällig bückte, ihren Hut aufhob und ihn wieder aufsetzte. Schließlich bedankte sie sich noch einmal bei Coco und wackelte davon.

Die Hexe sah sich unauffällig um. Ohne Erfolg. Sie ging ins Yalla zurück, aß zu Ende und verließ das Restaurant wieder. Auf dem draußen vorbeiführenden Kärtner Ring tauchte sie ins Fußgängergewühl und den Straßenlärm ein. Es schneite leicht. Sie zog die Kapuze ihres schwarzen Mantels über den Kopf und steuerte die nächste Straßenbahnhaltestelle an. Zwei der roten Straßenbahnen näherten sich bimmelnd, während sich auf der Straße daneben die Autos stauten.

Coco bestieg die Linie eins und fuhr nordwärts. Bei der Haltestelle Schottentor stieg sie auf die Linie 37 nach Döbling um. Während sie auf die Tram wartete, sah sie plötzlich ein Flimmern am Ende des Bahnsteigs. Ein leichtes Luftflimmern nur, so ähnlich wie bei einer Fata Morgana in der Wüste, dann war es auch schon wieder verschwunden.

Also doch. Das ist ja jetzt wohl kein Zufall mehr, dachte sie angespannt.

Wäre Coco durch den Vorfall beim Yalla nicht misstrauisch geworden, hätte sie das Flimmern wohl gar nicht bemerkt. Sie sah auf ihre Armbanduhr und schlenderte unauffällig ein paar Schritte den Bahnsteig hoch, so wie man es eben macht, wenn man sich in der Kälte ein wenig die Beine vertreten will. Aber das Flimmern blieb verschwunden.

Die Tram kam. Coco stieg zu und fuhr nach Döbling. Dort, im 19. Wiener Gemeindebezirk, lag das Schiedsrichterbüro mit angrenzender Wohnung. An der Pokornygasse stieg sie aus. Es hatte stärker zu schneien begonnen, und Coco schaute, wie die anderen Passanten auch, dass sie schnell nach Hause kam. Als Hexe fror sie nicht, empfand das Wetter aber als äußerst ungemütlich, zumal jetzt auch noch ein eisiger Wind durch die Gassen pfiff.

Das Häuschen mit kleinem Gartengrundstück lag an einem normalerweise belebten Platz. Im Moment allerdings sah sie nur eine Frau, die mit Schneeschippen beschäftigt war, und einen Mann, der seinen Hund Gassi führte. Der Terrier blieb plötzlich stehen, knurrte und kläffte dann mit aufgestelltem Nackenfell etwas an. Als sein Herrchen an der Leine zog, stemmte er die Vorderbeine in den Schnee.

Durch dieses Verhalten bemerkte Coco das Flimmern erneut. Es befand sich nur etwa vier Meter von dem Hund entfernt.

Na warte …

Coco wechselte in den schnelleren Zeitablauf. Schlagartig erstarrte alles um sie herum. Sie ging zu dem Flimmern und tastete es mit ihren Hexensinnen ab. »Tatsächlich ein magisches Unsichtbarkeitsfeld«, murmelte sie. »Wie ich es mir gedacht habe.«

Das Feld war nur schwach und stellte kein Problem für sie dar. Mit einem einzigen Zauberspruch zerstörte sie es. Der von Trude Baumgartner beschriebene Freak schälte sich aus der Unsichtbarkeit. Er stank wie die Hölle nach Eiter, Schwefel und anderen Ausdünstungen.

Coco besah ihn sich kurz, dann trat sie hinter ihn und berührte ihn an der Schulter. Dadurch holte sie ihn auf ihre Zeitebene. Erschrocken fuhr der Freak herum. Er bewegte sich dabei sehr viel schneller, als Menschen es ihm zugetraut hätten. Coco wusste jedoch, wie flink selbst die Missgestaltetsten unter ihnen sein konnten.

Die Augen des Freaks weiteten sich voller Entsetzen. »Du …«, krächzte er.

Coco ließ sich auf nichts ein. Ein scharfer Blick genügte, um ihn zu hypnotisieren. Sein Blick wurde starr.

Weil sie den Unsichtbarkeitszauber des Freaks zerstört hatte, wäre er auf der normalen Zeitebene aufgefallen. Deswegen löste sie die Berührung nicht und verblieb im schnelleren Zeitablauf. Sie fasste seine Hand, die auf dem Tentakel saß. »Los, mitkommen«, befahl sie und zog ihn mit. Der Freak stolperte willenlos hinter ihr her. Erst im Schiedsrichterbüro wechselte sie wieder in den normalen Zeitablauf. Danach war sie so erschöpft, dass sie sich erst einige Minuten ausruhen musste.

»Wie heißt du?«, fragte sie ihn schließlich.

»Guido Burgstaller«, antwortete der Freak ohne wesentliche Modulation in der Stimme.

»Beschattest du mich?«

»Ja.«

Obwohl sie es längst gewusst hatte, verursachte die Antwort ein extremes Gefühl des Unwohlseins bei Coco. Sie räusperte sich.

»Wer ist dein Auftraggeber, Guido?«

»Der Fürst der Finsternis.«

»Asmodi?«

»Ja.«

»Bist du mein einziger Schatten? Oder gibt es noch andere?«

»Drei andere.«

»Beschattet ihr mich gleichzeitig?«

»Nein, wir wechseln uns ab.«

Coco nickte langsam. Sie schaute auf den Eidesstab, der in der Ecke stand. Zum ersten Mal verlieh er ihr kein Gefühl der Sicherheit. »Was sollt ihr für Asmodi herausfinden?«

»Wir sollen jeden deiner Schritte überwachen und herausfinden, ob du noch Kontakt mit dem Dämonenkiller hast. Oder ob du irgendwelche Taten begehst, die dir als Verrat an der Schwarzen Familie ausgelegt werden können.«

Coco schluckte ein paarmal schwer. In ihrem Magen hatte sich längst ein Knoten gebildet, der nun beträchtliche Dimensionen annahm. Auch wenn Asmodi von ihrer Zusammenarbeit mit Dorian wusste – oder war es einfach nur ein Schuss ins Blaue gewesen? – schien er doch keinerlei Beweise zu haben. Die versuchte er sich nun zu beschaffen.

Ich lag also doch richtig mit meinem Misstrauen. Er will mich tatsächlich eliminieren, um seine Lebensuhr auf ewig zu schützen und um eine Mitwisserin loszuwerden …

Coco fühlte sich plötzlich nicht mehr wohl. »Und? Habt ihr bereits etwas in diese Richtung herausgefunden?«, fragte sie mit krächzender Stimme.

»Nein.«

Sie atmete innerlich auf. »Gut. Wie lange beschattet ihr mich schon?«

»Einen Monat.«

»Warum ist die Frau über dich gestolpert?«

»Weil ich unvorsichtig war.«

»Und warum hat Asmodi gerade euch Freaks auf mich angesetzt?«

»Weil du eine dämonische Aura in deiner Nähe intuitiv spüren kannst. Wir Freaks haben diese dämonische Aura nicht mehr.«

Hätte ich auch selber drauf kommen können …

»Was hat Asmodi euch im Erfolgsfall versprochen?«

»Dass wir wieder zu vollwertigen Dämonen werden können.«

»Stammt dieser Unsichtbarkeitszauber von Asmodi?«

»Nein, den beherrschen wir selber. Er ist nicht schwarzmagisch.«

Coco überlegte kurz. Konnte sie den Schnüffler laufen lassen? Schwerlich, denn dann musste sie die Hypnose aufrechterhalten, damit er sich nicht an diese Begegnung erinnerte. Das aber würde Asmodi beim nächsten Briefing sofort erkennen. Und wissen, dass sie gewarnt war.

Coco tat es nicht gerne, aber es ging nicht anders. Sie nahm den Eidesstab, gab ihm den Tötungsbefehl und schlug ihn gegen Burgstallers Kopf. Die Wirkung war frappierend. Die blutroten Bahnen, die sich um den mannsgroßen, pechschwarzen Ast zogen, leuchteten für einen Moment grell auf. Dann rollte Burgstallers abgeschlagener Kopf auf den Boden. Weil der Körper so verwachsen war, blieb er stehen. Ein Schwall dunkelroten Bluts schoss aus dem Hals.

Coco verzog das Gesicht und stoppte die Blutfontäne, indem sie den Eidesstab dagegen hielt. Wieder leuchteten die roten Bahnen grell auf. Zu Cocos Verwunderung saugten sie das komplette Blut in den Eidesstab. Nicht ein Tropfen blieb zurück. Anschließend zerfiel der Körper des Freaks zu Staub. Auch diesen saugte der Eidesstab auf.

Coco gruselte es ein bisschen. Noch immer hatte sie nur wenig Ahnung von der wahren Macht dieses unglaublichen magischen Instruments, bei dem es sich eigentlich um einen verformten Feuerschädel handelte, der durchaus seinen eigenen Willen besaß.

Coco versuchte keinen weiteren Gedanken an den toten Freak zu verschwenden. Sie hatte ihm einen gnädigen Tod gewährt. Asmodi hätte Burgstaller für sein Versagen ungleich grausamer ins Jenseits befördert, auch das rechtfertigte ihr Tun. Mochte sich der Fürst der Finsternis ruhig Gedanken machen, wo der Freak abgeblieben war. Das Schiedsrichterbüro war magisch so gut abgeschirmt, dass auch Asmodi keinen Einblick bekam, geschweige denn unerlaubt eindringen konnte.

Ab jetzt darf ich mir keinen Fehler mehr erlauben, dachte Coco, während sie in die nebenan liegende Wohnung ging. Schon als sie den kleinen Flur betrat, hörte sie plötzlich einen klagenden Laut aus der Wohnung. Er war so schrecklich, dass er ihr durch Mark und Bein ging.

Phillip!

Coco warf sich förmlich gegen die links abzweigende Tür und fiel fast ins Zimmer dahinter. Sie konnte sich gerade noch an der Türklinke festhalten. Erleichtert atmete sie auf, als sie den Hermaphroditen am Wohnzimmertisch knien sah. Vor ihm stand der Laptop. Phillip Hayward hatte irgendeine Seite aufgerufen.

Cocos Erleichterung hielt nur einen Moment an. Die zarte engelsgleiche Gestalt mit den langen blonden Locken wandte den Kopf. Blutunterlaufene Augen, aus denen Tränen rannen, schauten Coco an. Nun bemerkte sie auch, dass Phillip weibliche Geschlechtsmerkmale ausbildete. Kleine spitze Brüste wölbten das weiße Nachthemd, das er trug.

»Coco«, flüsterte er. »Coco.«

Sie ließ sich neben ihm nieder und drückte seine Hand. »Phillip, was hast du?«, fragte sie. »Was ist mit dir?« Dabei wusste sie es doch allzu genau. Phillip hatte wieder eine Vision, er wollte sie auf etwas Wichtiges aufmerksam machen.

Phillip legte den Kopf in den Nacken und heulte erneut so klagend wie ein Wolf. Coco lief es eiskalt über den Rücken. Sie schaute sich die Website an. Es handelte sich um Katakomben-Bilder.

Die Wiener Katakomben!

Coco wollte Phillips Kopf an ihre Brust drücken. Er riss sich unwirsch los und begann zu schluchzen. Wieder liefen ihm die Tränen in wahren Sturzbächen aus den Augen.

»Coco!«, schrie er nun schrill und wälzte sich plötzlich über den Boden. Sein ganzer Körper zuckte dabei. Die Schiedsrichterin warf sich über ihn und fixierte ihn. »Ruhig, ganz ruhig«, flüsterte sie ihm ins Ohr. »Hörst du mich, Phillip? Ich

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