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Seewölfe - Piraten der Weltmeere 328: Überfall auf Rame Head

Seewölfe - Piraten der Weltmeere 328: Überfall auf Rame Head

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Seewölfe - Piraten der Weltmeere 328: Überfall auf Rame Head

Länge:
109 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
Jul 25, 2017
ISBN:
9783954397259
Format:
Buch

Beschreibung

Geduckt lauerte Jean Ribault im Schutz des Schanzkleides an Backbord seiner "Le Vengeur III.", die noch auf der Bauhelling in der Werft Hesekiel Ramsgates lag. Jemand enterte an der Jakobsleiter auf, und dieser Mann war in der Begleitung von Soldaten erschienen, was Verdruß bedeutete. Aber Jean Ribault war nicht gewillt, sich auf der Nase herumtanzen zu lassen. Jetzt tauchte ein Gesicht über der Verschanzung auf, ein arrogant verzogenes Gesicht, gepudert und affektiert. Umständlich kletterte dieser Geck an Bord. Mit zwei lautlosen Sätzen war Jean Ribeault bei dem Mann, packte ihn an der teuren Jacke, riß ihn herum und versetzte ihm eine schallende Ohrfeige. Als nächstes folgte ein brettharter Fausthieb, der den Laffen bis zum Quarterdecksniedergang an Steuerbord schleuderte...
Herausgeber:
Freigegeben:
Jul 25, 2017
ISBN:
9783954397259
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

Seewölfe - Piraten der Weltmeere 328 - Burt Frederick

10

1.

Hesekiel Ramsgate fuhr aus seinen Gedanken hoch. Er kniff die Augen zusammen und starrte durch das kleine Fenster seines Kontors.

Männerstimmen waren zu hören, barsch und im Befehlston, begleitet von harten, gleichmäßigen Schritten.

Ramsgate runzelte die Stirn und blinzelte. Seine Augen gewöhnten sich nicht mehr so schnell an unterschiedliches Licht. Draußen war es noch taghell, aber die sinkende Sonne warf bereits lange Schatten auf das Werftgelände. Hier drinnen, im Kontor, lastete trübes Halbdunkel, und er hatte die kleine Ölfunzel über dem Pult angezündet.

Plötzlich tauchten sie in seinem Blickfeld auf. Ein Trupp von Uniformierten, vornweg ein herausgeputzter Geck in Zivil. Das Kontorhäuschen würdigten sie mit keinem Blick. Schnurstracks marschierten sie auf die beiden Schiffsneubauten zu und taten geradeso, als hätte niemand außer ihnen auf dieser Werft etwas zu sagen.

Der alte Ramsgate spürte Zorn in sich aufsteigen. Aber während er die unverschämten Kerle sah, wie sie umherstolzierten und die fast vollendete „Le Vengeur III." begafften, hielt ihn eine dumpfe Ahnung davon ab, hinauszulaufen und sie zur Rede zu stellen.

Eilends raffte er die Zeichnungen und Berechnungen zusammen, über denen er gebrütet hatte. Im Geheimfach seines Pults verstaute er den Papierpacken und vergewisserte sich, daß auch sonst nichts mehr herumlag, was auch nur den geringsten Aufschluß über die Neubauten gegeben hätte. Er fluchte leise. Diese Leute dort draußen hatten sich einen Zeitpunkt ausgesucht, der für sie verdammt günstig war. Die Arbeiter waren nicht mehr da, und Jean Ribault war schon gegangen. Dies ausgerechnet heute, obwohl der Franzose sonst meist bis in die späten Abendstunden mit Ramsgate zusammenhockte, um über die Neubauten zu fachsimpeln.

Entschlossen trat er ins Freie, und sein Zorn war beileibe nicht abgeklungen. Die dreisten Besucher hatten sich von den Schiffsneubauten abgewendet und marschierten geradewegs auf den grauhaarigen Werftbesitzer zu, dessen mächtiger Vollbart ihm ein würdevolles Aussehen verlieh. Wenige Schritte von seinem Kontorhäuschen entfernt versperrte er ihnen den Weg, indem er breitbeinig stehenblieb.

Der vornehm gekleidete Anführer musterte ihn von Kopf bis Fuß. Dem Offizier und den fünf Soldaten, die ihn begleiteten, gab er ein Haltzeichen.

„Darf man fragen, was Sie hier zu suchen haben?" sagte Ramsgate grollend und stemmte die Fäuste in die Hüften.

Der Vornehme verzog das gepuderte, bartlose Gesicht zu einem herablassenden Lächeln.

„Bevor Sie fragen dürfen, Mister, sollten wir wissen, mit wem wir es zu tun haben." Seine Stimme klang schnarrend.

„Hesekiel Ramsgate, Schiffbaumeister. Mir gehört diese Werft."

„Fein, dann sind wir an der richtigen Adresse. Mein Name ist Harold Dudley, Clerk of the Ship im Marineministerium. Ich habe Ihnen einige Fragen zu stellen, Mister Ramsgate."

Ramsgate atmete tief durch. Ein Hofbeamter also, zuständig für den Schiffbau. Was, in aller Welt, konnte das bedeuten? Gutes wohl auf keinen Fall.

„Ich bin niemandem Rechenschaft schuldig", entgegnete er knurrend.

„Wenn Sie sich da nur nicht irren. Dudley stieß ein leises, blasiertes Lachen aus. Mit einer Kopfbewegung deutete er auf die beiden schlanken Schiffsneubauten. „Wer ist der Auftraggeber?

„Ich bin Ihnen keine Rechenschaft schuldig", wiederholte Ramsgate.

Der Hofbeamte legte die Hände auf den Rücken, schob den Kopf vor, und ein lauernder Ausdruck trat in seine Augen.

„Ich denke, wir wissen es auch so. Killigrew ist es. Habe ich recht? Killigrew hat diese Neubauten bei Ihnen bestellt. Sie sind ja sowieso ein Herz und eine Seele."

Ramsgate preßte die Lippen aufeinander.

„Sehr schön, sagte Dudley nach einer Weile. Er grinste. „Ich werte Ihr Schweigen als Zustimmung, verehrter Mister Ramsgate.

„Denken Sie, was Sie wollen. Niemand hindert Sie daran."

Dudley tat, als überhörte er es.

„Wir sind an Einzelheiten interessiert, Ramsgate. Tonnage, Abmessungen, Armierung, Takelung und so weiter. Außerdem möchte ich den vorgesehenen Ablieferungstermin wissen."

Hesekiel Ramsgate lief rot an. Es reichte. Er hatte keine Lust, sich länger als dummen Jungen behandeln zu lassen. Von einem Atemzug zum anderen platzte ihm der Kragen.

„Verschwinden Sie! brüllte er. „Verlassen Sie meine Werft!

Der Hofbeamte Dudley sah ihn mit einem Ausdruck rätselnden Erstaunens an.

„Ist das Ihr Ernst, Ramsgate? Sie wollen sich einer Amtshandlung widersetzen?"

„Allerdings. Ob es auf meiner Werft eine Amtshandlung gibt, entscheide ich. Sonst keiner."

Dudley schüttelte mitleidig den Kopf. Dann gab er dem Offizier einen Wink.

„Lassen Sie die Bude dort durchsuchen. Und bringen Sie mir alles, was wichtig sein könnte."

Hesekiel Ramsgate verlor endgültig die Beherrschung.

„Niemals! donnerte seine Stimme den Eindringlingen entgegen. „Ihr verdammten Bastarde werdet euch nicht an meinem Eigentum vergreifen. Mit einem Schritt zur Seite trat er dem Offizier in den Weg.

Der Uniformierte verharrte und zögerte noch. Die Haltung der Soldaten spannte sich.

„Machen Sie sich nicht lächerlich, alter Mann, sagte Dudley, und er spie die Worte regelrecht aus. „Ich warne Sie. Vergessen Sie nicht, wen Sie vor sich haben. Leisten Sie sich noch mehr Unverschämtheiten, lasse ich Sie in Ketten legen!

Für den Offizier war es das Signal. Sein Degen fuhr mit einem harten, metallischen Laut aus der Scheide. Ramsgate erstarrte, als er die Degenklinge auf seiner Brust spürte. Die beiden Soldaten hinter dem Offizier brachten ihre Musketen in Anschlag, während die anderen lauernd abwarteten.

„Ich werde mich bei Hof über Sie beschweren, sagte Ramsgate zornbebend, „es gibt dort auch anständige Leute.

„Selbstverständlich steht Ihnen dieser Weg offen, antwortete Dudley höhnisch, „aber zuvor haben Sie meinen Anordnungen Folge zu leisten.

Der Schiffbaumeister schwieg jetzt. Er sah ein, daß es keinen Sinn hatte, sich mit diesen Kerlen auseinanderzusetzen. Den kürzeren zog er sowieso, und mit Worten war ihnen ohnehin nicht beizukommen. Grinsend schob der Offizier seinen Degen zurück in die Scheide und erteilte den beiden Soldaten Befehl, den alten Mann weiterhin mit den Musketen in Schach zu halten. Mit den übrigen Uniformierten begab sich der Truppführer in das Kontor.

Der geckenhafte Clerk of the Ship legte die Hände auf den Rücken und begann im Kreis herumzuspazieren, wobei er die Haltung eines Gockels annahm. Dabei blieb er mehrmals stehen und spähte zu den Neubauten hinüber. Von Ramsgate nahm er keine Notiz mehr. Aus dem Kontor war das Rumoren der Soldaten zu hören. Wahrscheinlich rissen sie sämtliche Schubfächer heraus und warfen alles zu Boden, was nicht niet- und nagelfest war. Ramsgate schickte ein Stoßgebet zum Himmel, daß sie das Geheimfach mit den Unterlagen nicht entdeckten.

Fast eine halbe Stunde verging in diesem nervenzermürbenden Schweigen. Dann kehrte der Offizier mit kurzen, schnellen Schritten zurück und erstattete Meldung.

„Wir haben eine Menge Zeichnungen gefunden, Sir. Aber es ist nichts von diesen beiden Kähnen dabei."

„Wie wollen Sie das beurteilen? Der Hofbeamte zog geringschätzig die Mundwinkel nach unten. „Sie als Landsoldat dürften davon wohl herzlich wenig verstehen.

„Sir, ich …"

„Schweigen Sie. Ich überzeuge mich selbst." Dudley stolzierte los und überließ Ramsgate den beiden Bewachern.

Schon kurze Zeit später waren der Hofbeamte und die Uniformierten wieder zur Stelle. Dudleys gepudertes Gesicht war wutverzerrt. Auf den Zehenspitzen wippend, baute er sich vor dem graubärtigen Mann auf.

„Das ist Absicht von Ihnen, Ramsgate, sagte er zischend. „Sie verbergen die Pläne mit gutem Grund. Und damit, lieber Freund, schneiden Sie sich ins eigene Fleisch. Diese Geschichte wird noch ein Nachspiel haben. Verlassen Sie sich darauf.

Mit unverhohlener Wut zogen

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