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Peter Stöger: Seina Mannschaften. Seine Erfolge

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Peter Stöger: Seina Mannschaften. Seine Erfolge

Länge:
159 Seiten
2 Stunden
Freigegeben:
10. Juli 2017
ISBN:
9783800079551
Format:
Buch

Beschreibung

Vom Meister über den "Aufstöger" zum "Euro-Peter" -

Peter Stöger sorgt für Furore: Sein spektakulärer Weg mit dem 1. FC Köln begann gleich mit dem Titel in der zweiten deutschen Bundesliga. Die Rückkehr in die oberste Klasse brachte laufend Rekorde: bester Saisonstart und erstmals nach zwanzig Jahren eine Nacht lang sogar Tabellenführer - und am Ende Kölns erste Qualifikation für den Europapokal seit einem Vierteljahrhundert!

Peter Linden beschreibt das Leben des Spielers und Trainers Stöger: mit welchen Taktiken und Methoden er sich auch nach einem Tiefschlag zurückkämpfte, wie er mit der Wiener Austria zwei Mal zum Meistermache avancierte und wie er nun den "Effzeh" verzaubert.

Mit einem Vorwort von Toni Polster.
Freigegeben:
10. Juli 2017
ISBN:
9783800079551
Format:
Buch

Über den Autor


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Peter Stöger - Peter Linden

Stöger.

Kapitel 1

Ein Kind aus Favoriten: Was der Peter sagt, das gilt!

Friedrich Torberg, Jahrgang 1908, war in Österreichs Kulturleben eine Instanz als Feuilletonist, Theaterkritiker, Sportjournalist. Bekannt wurde er unter anderem durch den Roman »Der Schüler Gerber«, die Anekdotensammlung »Die Tante Jolesch« und das Gedicht »Auf den Tod eines Fußballspielers«, das so begann: »Er war ein Kind aus Favoriten und hieß Matthias Sindelar.« Der ist österreichische Fußballgeschichte, bestritt zwischen 1924 und 1939 bei den Amateuren – der späteren Austria – viele großartige Spiele, trug 43-mal den österreichischen Teamdress, gehörte zum legendären Wunderteam von Hugo Meisl. Torberg zählte zu den Bewunderern des »Papierenen«, wie man ihn wegen seiner schmächtigen Erscheinung nannte. Er beschrieb Sindelar im Gedicht mit den Sätzen: »Er spielte Fußball wie kein zweiter, er stak voll Witz und Phantasie. Er spielte lässig, leicht und heiter, er spielte stets, er kämpfte nie.«

Ein Kind aus Favoriten, dem zehnten Wiener Gemeindebezirk, ist auch einer, der 27 Jahre nach dem mysteriösen Tod Sindelars, nämlich am 11. April 1966 geboren wurde: Peter Stöger. Auch er spielt stets, auch oft lässig, leicht und heiter, lernte das in Favoriten. Nicht wie Jahrzehnte zuvor Sindelar auf der Steinmetzwies’n, sondern in einem »Betonkäfig« in der Per-Albin-Hansson-Siedlung. Der »Käfig« lag vor dem Küchenfenster der Wohnung, in der Stöger aufwuchs. Dort holte er sich von klein auf das technische Rüstzeug, meist in Duellen gegen Ältere, um später lässig, leicht und heiter spielen zu können. Die Ausflüge zum Entenpark reizten ihn da schon weniger. Erst mit neun Jahren kam Peter zu einem Verein. Heutzutage beginnen viele schon deutlich früher mit der Karriere bei einem Klub.

Die Idee, wie ein Freund in der Südstadt, im Umland von Wien, bei Admira zu spielen, fand bei Mama Erika keinen großen Anklang. Für die Eltern kam nur ein Klub im zehnten Bezirk infrage. Zum Favoritner AC konnte er mit der Straßenbahn fahren. Drei Stationen mit der Linie 67, und er war praktisch am FavAC-Platz in der Kennergasse. Dort durchwanderte er alle Nachwuchsmannschaften, saß als schmächtiges Bürschchen mitunter nur auf der Ersatzbank. Aber das zerstörte nicht seinen Spaß am Fußball. Ganz im Gegenteil – es steigerte ihn fast noch. In der Schule war er nie auf die besten Noten, die »Einser«, getrimmt. Die Eltern akzeptierten auch »Dreier« und »Vierer«. Nur bei einem »Fünfer« (in Österreich die schlechteste Zensur) wurde es heikel. Als Peter nach vier Jahren das Gymnasium beendete und auf die Handelsschule wechselte, um mehr Zeit für Fußball zu haben, unterstützten ihn Mutter und Vater trotzdem.

Wenn er am Wochenende nicht selbst spielte, bewunderte er als Besucher seine Idole – das Horr-Stadion am Favoritner Verteilerkreis beim Laaerbergbad war ja nicht weit entfernt. Dort spielte die Austria, der er die Daumen hielt. Mit zwölf freute er sich riesig, dass die mit den Gebrüdern Sara, Herbert Prohaska, Ernst Baumeister, Alberto Martínez, Thomas Parits oder Julio Morales 1978 nicht nur die österreichische Meisterschaft dominierte, sondern sogar bis ins Europapokalfinale der Pokalsieger im Pariser Prinzenparkstadion vordrang. Beim 0 : 4 gegen Belgiens Renommierklub aus Brüssel, Anderlecht, litt er vor dem TV-Schirm. Aber dort bejubelte er ein paar Wochen später auch die österreichische Nationalmannschaft bei ihrer ersten WM-Teilnahme seit zwanzig Jahren in Argentinien. Mit vielen der Idole aus der damaligen Zeit sollte es Stöger später noch zu tun bekommen – als Mitspieler, als seine Trainer oder Teamchefs. Oder als sein Sportvorstand, der ihn entlassen und Jahre später wieder zurückholen sollte … Aber das alles hätte er sich damals nicht träumen lassen.

1983 passierte es, dass der FavAC Vuzem in die erste Division mit damals 16 Vereinen aufstieg. Vuzem, ein Lederunternehmen aus dem zehnten Bezirk, das es heute noch immer gibt, sponserte den Klub, der auch auf die Hilfe eines der führenden österreichischen Unternehmers setzen durfte: Leopold Böhm, damals Besitzer der Modekette Schöps mit mehr als hundert Filialen in Österreich, in den Siebzigerjahren bei den Austria-Triumphen deren Präsident. Einige Spieler, die beim Wiener Spitzenklub nicht mehr gefragt waren, finanzierte Böhm für den FavAC. In der ersten Saison schaffte der FavAC den Klassenerhalt in der obersten Spielklasse, auch weil ein Klub (Union Wels) in Konkurs ging. In der zweiten kam mitten im Kampf gegen den Abstieg die große Stunde des inzwischen 19-jährigen Mittelfspielers Peter Stöger: Trainer Adolf Blutsch – als Spieler bei der Austria groß geworden, dann nach Australien gewechselt, 1965 Mitglied in der Meistermannschaft des Linzer ASK, des ersten österreichischen Meisters, der aus den Bundesländern kam – versuchte es mit jungen Talenten statt mit satten Routiniers. Er überhörte alle Warnungen in Sachen Stöger, die da etwa hießen: »Der hat ja so dünne Füß!« Worauf Blutsch feststellte: »Das stimmt – aber die können Fußball spielen!« Defensivaufgaben waren nicht gerade Stögers Vorliebe. Aber Blutsch sah dessen Stärken ohnehin in der Offensive.

Am 12. April 1985 bestritt Stöger im FavAC-Dress sein erstes Bundesligaspiel am Innsbrucker Tivoli. Mit einem Kampfgewicht von nur 56 Kilogramm. Durchsetzen ging da über Zweikämpfe nur schwer, besser über die Spielintelligenz. Das 0 : 0 gegen die Tiroler galt wie ein Sieg. Seine Mitspieler: unter anderen Idole von der Austria – Robert und Josef Sara, Alberto Martínez, dazu der frühere violette Legionär aus Brasilien, Marcelo, der Ur-Tiroler Didi Constantini, Mitte der Siebzigerjahre im Abwehrzentrum von Wacker Innsbruck an der Seite des berühmten Bruno Pezzey zweimal österreichischer Meister, später 1992 im Teamchefjahr von Ernst Happel dessen Assistent, nochmals mehr als ein Jahrzehnt später selbst Österreichs Teamchef. Mit ihnen kämpfte Stöger um den Klassenerhalt. Constantinis Erinnerung an Stöger: »Er war nie vorlaut, aber so schnell, dass er kaum zu erwischen war.« Heimvorteil am FavAC-Platz? Dorthin verloren sich in den vier Heimspielen, die Stöger hier noch in der obersten Spielklasse bestritt, höchstens 2500 Zuschauer. Im Klubhaus waren im Erdgeschoss die Kabinen ebenso wie die Kantine. Oben auf dem Balkon durften Journalisten, Funktionäre und einige privilegierte Fans die Spiele verfolgen. Eine Art VIP-Klub in Favoritner Version.

Nach seinem Debüt spielte der 19-jährige Stöger alle ausstehenden acht Partien von der ersten bis zur letzten Minute durch. Aber da es nur je zwei Siege und Unentschieden bei vier Niederlagen gab, hieß es am 31. Mai 1985: Abstieg. Damals eine bittere Enttäuschung. Eine mehr, dass dem Talent keine Angebote ins Haus schneiten. Also hieß es: in der zweiten Liga weiterspielen. Dort konnte sich der FavAC aber nur eine ganz junge Billigtruppe leisten. Die dem zweiten Abstieg hintereinander nicht entging. Auf ein Angebot seines Traumklubs Austria oder vom grün-weißen Lokalrivalen Rapid wartete Stöger vergeblich. Auch die Admira zeigte kein Interesse. Hingegen Blutsch, inzwischen Trainer bei Austria Salzburg: Dort bat dieser seinen Präsidenten Rudi Quehenberger inständig, ihm doch vom FavAC das Mittelfeldduo Peter Stöger und Andi Reisinger zu holen. Doch Quehenberger konnte Blutsch den Wunsch nicht erfüllen – in Salzburgs Kasse herrschte totale Ebbe. Blutsch gab den Tipp an Vorwärts Steyr weiter. So bekam der FavAC für Stöger noch eine Viertelmillion Schilling Ablöse, nach heutigem Kurs rund 18 000 Euro.

Der damalige Meisterschaftsmodus in Österreich lautete: erste und zweite Liga mit je zwölf Klubs. Nach 22 Runden kam die Teilung in Play-offs: Die ersten acht der ersten Liga spielten um den Titel und die Europapokalplätze, die letzten vier von oben sowie die ersten vier der zweiten Liga um vier Plätze in der ersten Liga für die kommende Saison, die letzten acht gegen den Abstieg. Vorwärts Steyr mit gestandenen Routiniers wie dem ehemaligen Teamtorhüter Erwin Fuchsbichler, den eigenen Ikonen Radan Lukic und Kurt Hochedlinger, dem Polen Tadeusz Malnowicz und dem Wiener Youngster Stöger schaffte aus der zweiten Liga zwar den Sprung ins mittlere Play-off, aber dort gegen Union Mödling, die Vienna, den Grazer AK, Austria Klagenfurt, Austria Salzburg, Eisenstadt und DSV Alpine aus Leoben in der Steiermark nicht den Sprung unter die letzten vier.

Auch eine Erinnerung Stögers an seine Zeit bei Steyr unter Trainer Franz Mrakowitsch: Er bekam dort seinen ersten Dienstwagen. Mehr Schlagzeilen als mit Stöger machte Steyr erst ein Jahr nach dessen Zeit: als es gelang, den damals schon 36-jährigen UdSSR-Stürmerstar Oleg Blochin von Dynamo Kiew nach Oberösterreich zu lotsen. Entscheidend daran beteiligt: der heutige Finanzminister der Republik Österreich, Hans Jörg Schelling. Als damaliger Chef des Möbelhauses Leiner/Kika, das Vorwärts Steyr sponserte.

Als Steyr und Vienna im Frühjahr 1987 um den Aufstieg kämpften, übernahm bei Wiens ältestem Fußballklub – offizieller Vereinsname: First Vienna FC 1894 – Ernst Dokupil den Trainerposten. Der hatte eine Vorliebe für schlampige Wiener Genies. Vielleicht, weil er in seiner eigenen Spielerzeit selbst als eines gegolten hatte. Er hatte schon ein Jahr zuvor, als Trainer des Simmeringer SC, von seinen Spielern, die auch gerne ihre Zeit im Favoritner Fußballtreff Durdak – einem Café an der Laxenburger Straße – totschlugen, den Hinweis bekommen, dass beim FavAC ein Talent nach genau seinem Geschmack spielen würde. Dokupil registrierte das zunächst, ohne sich wirklich um einen Transfer zu bemühen. Als er dann diesen Tipp – einen »schmalpickten Filigrantechniker«, so Dokupil im Blick zurück – im Steyr-Dress gegen seine Vienna im Play-off spielen und tricksen sah, wusste er sofort: Den muss ich kriegen! Er ärgerte sich damals mehr mit der alternden Attraktion im blau-gelben Vienna-Dress, dem 33-jährigen Mario Kempes, als er sich freute, den Torschützenkönig der WM 1978, den Weltmeister mit Argentinien im eigenen Land, zu trainieren.

Die Vienna verlor damals in Steyr mit 0 : 1, führte dann daheim auf der Hohen Warte bereits 5 : 0, konnte aber bei der von Stöger angetriebenen Aufholjagd Steyrs mit Müh und Not gerade noch ein 5 : 4 retten. Dokupil lag seinem Präsidenten Walter Nettig, damals Besitzer einer Fotogeschäfte-Kette mit 27 Niederlassungen, später führender ÖVP-Kommunalpolitiker in Wien und Präsident der Wiener Wirtschaftskammer, in den Ohren, doch auf Kempes zu verzichten und statt ihm Stöger zu kaufen. Das sei besser für die Zukunft der Vienna. Und Dokupil fand nach dem Aufstieg Gehör: Kempes wechselte nach St. Pölten, Nettig legte für Stöger schon 1,5 Millionen Schilling auf den Tisch von Vorwärts Steyr. Rund 110 000 Euro. Viel Geld für einen 21-Jährigen. Es war gut investiert. Für Stöger war es aber ein weiter Weg von Favoriten hinüber ans andere Ende der Stadt, nach Döbling, zum Training. Nur gut, dass Viennas damaliger Vizepräsident Heinz Havelka Besitzer eines Autohauses war. Also bekam Stöger einen Honda von Havelka für die Fahrten in den Nobelbezirk und wieder zurück.

Die Saison war dann eine Berg- und Talfahrt: Gleich in der zweiten Runde ein 0 : 7-Debakel bei der Austria, praktisch vor Stögers eigener Haustüre, im Favoritner Horr-Stadion. Aber andererseits ein Sieg gegen den FC Tirol Innsbruck, bei dem Präsident Gernot Langes-Swarovski große Pläne hatte, Trainerguru Ernst Happel nach Jahrzehnten nach Österreich zurückholte, auch Bruno Pezzey aus Bremen nach neun erfolgreichen Jahren in der Bundesliga. Der deutsche Ex-Internationale mit Inter-Mailand-Vergangenheit Hansi Müller war schon vor Happel und Pezzey in Tirol. Und diese Startruppe bezwang nun der Außenseiter Vienna auf der Hohen Warte mit 3 : 1. Mit Stöger-Festspielen. An seiner Seite: das von Austria ausgeborgte Talent Gerald Glatzmayer. Dokupil war von Stöger so sehr überzeugt, dass er ihn mit nur 21 Jahren zum Kapitän bestimmte – der sich deshalb sehr geehrt fühlte. Seinen routinierten Legionären aus Tschechien und Ungarn Jiří Ondra und Zoltán Péter – immerhin ehemalige Teamspieler – sagte Dokupil in der Kabine klipp und klar: »Was der Peter sagt, das gilt!«

Der Sprung ins obere Play-off gelang. Bei den Spielen der Vienna gegen den Grazer AK kam es zum ersten Aufeinandertreffen mit einem, der nun seit 2013 in Deutschland sein Trainerkonkurrent ist: Ralph Hasenhüttl, damals der aufstrebende 20-jährige Sturmtank neben dem deutschen Legionär Dieter Schatzschneider. Im Winter 1988, in dem Stöger am 5. Februar bei einem Turnier in Frankreich das erste seiner insgesamt 65 Länderspiele bestritt, und zwar gegen die Schweiz in

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