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So werden Sie Ihr eigener Finanzcoach: Finden Sie die Erfolgsstrategie, die zu Ihnen passt

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So werden Sie Ihr eigener Finanzcoach: Finden Sie die Erfolgsstrategie, die zu Ihnen passt

Länge:
317 Seiten
3 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
15. Feb. 2010
ISBN:
9783862483334
Format:
Buch

Beschreibung

Das Vertrauen in Banken und windige Vermögensverwalter ist weg. Höchste Zeit also, die Zügel selbst in die Hand zu nehmen. Antonio Sommese hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Anleger aus der Unmündigkeit und damit aus der Abhängigkeit von anderen zu führen. In diesem Buch ist das Wissen zusammengefasst, mit dem jeder den ersten Schritt in Richtung selbstständige Finanzplanung gehen kann.
Herausgeber:
Freigegeben:
15. Feb. 2010
ISBN:
9783862483334
Format:
Buch

Über den Autor


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So werden Sie Ihr eigener Finanzcoach - Sommese Antonio

Impressum

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.de abrufbar.

Für Fragen und Anregungen:

sommese@finanzbuchverlag.de

2., unveränderte Auflage 2010

© 2010 FinanzBuch Verlag GmbH

Nymphenburger Straße 86

D-80636 München

Tel.: 089 651285-0

Fax: 089 652096

Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

Mitautor: Christian Blees

Lektorat: Matthias Michel

Korrektorat: Ulrike Kroneck

Satz: Jürgen Echter, Landsberg

Epub: Grafikstudio Foerster, Belgern

ISBN Epub 978-3-86248-333-4

Weitere Informationen zum Verlag finden Sie unter

www.finanzbuchverlag.de

Beachten Sie auch unsere weiteren Verlage unter

www.muenchner-verlagsgruppe.de

Inhalt

Dank

Vorwort

Kapitel 1: Wozu Sie Finanzwissen brauchen

1.1 Vorspiel

1.2 Wozu Finanzwissen?

1.3 Eine Frage der Psychologie

1.4 Bauchentscheidungen

1.5 Die emotionale Bindung

Kapitel 2: Wie Sie den richtigen Berater finden

2.1 Vorspiel

2.2 Der Markt für Finanzdienstleistungen

2.3 Warum Sie stets ehrlich sein sollten

2.4 Welche Beratungsformen es gibt

Strukturvertriebe

Banken und Sparkassen

Honorarberatung

2.5 Woran Sie einen seriösen Berater erkennen

Die Qualifikation

Die Erfahrung

Der kleine Unterschied

Man spricht Deutsch

Nur nicht drängen lassen

Wes Brot ich ess …

2.6 Wenn sich die Beratung als fehlerhaft erweist

2.7 Fazit

2.8 Checkliste zur Vorbereitung

Kapitel 3: Die Analyse von Anlageformen

3.1 Finanzführerschein

Erste Fahrstunde: Tagesgeld

Autobahnfahrt: Zertifikat

Nachtfahrt: Aktie

3.2 Anlageformen

Tagesgeld

Anleihen

Immobilien

Aktien

Fonds

Zertifikate

Versicherungen

Fondspolicen

Lebens- und Rentenversicherungen

Berufsunfähigkeitsversicherungen

Riester- und Rürup-Rente

Geschlossene Beteiligungen

3.3 Anlagetrends

Nachhaltigkeit

Wasser und Agrarrohstoffe

Holz

Solar- und Windenergie

Rohstoffe

Schwellenländer

Indexanlageformen

Garantieanlagen

Alternative Investments

3.4 Gebühren und Provisionen

Kapitel 4: Worauf Sie bei einer Immobilieninvestition achten sollten

4.1 Vorspiel

4.2 Eine Entscheidung fürs Leben: Der Immobilienkauf

4.3 Der Erwerb vermieteter Immobilien

Eigentumswohnungen/Appartements

Mietshäuser

Finanzierungskosten

Mietnomaden

4.4 Indirekte Anlageformen

Offene Immobilienfonds

Geschlossene Immobilienfonds

Immobilien-Aktiengesellschaften

4.5 Der Erwerb selbst genutzter Immobilien

Kaufen oder mieten?

Die Finanzierung

Kreditlaufzeit und Tilgung

Tilgungsaussetzung

Einfachheit geht vor

Variable Darlehen

Inflation

Verkauf von Kreditverträgen

Denkmalgeschützte Immobilien

Wohn-Riester

Bausparen

Fazit

Checkliste Baufinanzierung

Kapitel 5: Grundlagenwissen der Wirtschaft

5.1 Wo steht die Wirtschaft?

5.2 Die Bedeutung von Preisveränderungen

Inflation

Deflation

5.3 Wem nützt was?

5.4 Gold

5.5 Chinas vernetzte Strategie

5.6 Fazit

Kapitel 6: Ihre persönliche Vermögensstruktur

6.1 Grundlagen der Vermögensanlage

Weisheiten der Geldanlage

Weisheit 1: Arbeiten Sie nur mit Strategien

Weisheit 2: Streuen Sie über verschiedene Anlageklassen

Weisheit 3: Achten Sie auf Ihre Emotionen

Weisheit 4: Meiden Sie unverständliche Anlagen

Weisheit 5: In der Ruhe liegt die Kraft – oder etwa nicht?

Weisheit 6 : Der richtige Zeitpunkt zum Anlegen

Altersgerechtes Anlegen

Sparen in Lebensabschnitten

Der Umgang mit Finanzinformationen

Vorsicht bei Zulagen und Steuerersparnis

Antizyklisch Anlegen und Verkaufen

6.2 Für jedes Vermögen die richtige Struktur

Allgemeines

Das eigene Garantiekonzept (90/10)

Die Drittellösung

Der richtige Chance-und-Risiko-Mix

Strategien nach Anlegertypen

Der konservative Anleger

Der wachstumsorientierte Anleger

Der chancenorientierte Anleger

Strategien nach dem Anlagebetrag

Anlagesummen bis 50.000 Euro

Anlagesummen bis 150.000 Euro

Anlagesummen ab 250.000 Euro

6.3 Freude durch Erfolgskontrolle

Dank

Ich danke meiner Frau für ihre Unterstützung und das Verständnis, das sie meiner Arbeit stets entgegenbringt. Ferner möchte ich meinem verstorbenen Freund und Kollegen, Jörg Schlesinger, für die gemeinsame Zeit und das entgegengebrachte Vertrauen danken.

Vorwort

»Manchmal ist es besser, eine Stunde über sein Geld nachzudenken,

als eine Woche dafür zu arbeiten.«

(André Kostolany, Börsenexperte, 1906–1999)

Nicht zuletzt aufgrund der Pleite des US-amerikanischen Bankhauses Lehman Brothers ist die Berufsgruppe der Banker, aber auch der Finanzmanager und der Finanzberater weltweit in Verruf geraten. Viele Anleger, die in den vergangenen Jahren aus Unwissenheit falsche Anlageentscheidungen getroffen haben, weil sie falsch informiert und beraten wurden, sind mittlerweile völlig verunsichert: Wem kann und darf man heutzutage bei der Geldanlage überhaupt noch vertrauen – in einer Zeit, in der Skandale wie die Lehman-Pleite oder der Milliardenbetrug durch den ehemaligen Finanz- und Börsenmakler Bernard Madoff die weltweiten Schlagzeilen beherrschen?

Ganz klar: Der Glaube der Anleger, dass es trotz »versenkter« Milliardenbeträge auf Kosten gutgläubiger und unzureichend informierter Bürger auch seriöse Finanzberater geben soll, ist nachhaltig erschüttert. Dennoch wage ich es mit diesem Buch, Sie dazu aufzufordern, gemeinsam mit mir die passende Strategie zu finden, um mehr aus Ihrem Vermögen zu machen.

Was unternehmen Sie, wenn Ihr Knie schmerzt? Ganz klar: Sie gehen zum Arzt und lassen sich beraten (zumindest sollten Sie dies tun). Wenn Ihr Knie aber trotz ärztlicher Beratung und Behandlung nach vierzehn Tagen immer noch wehtut, sollten Sie vielleicht Ihre Arztwahl sowie dessen Behandlungsmethoden überdenken. Auch wäre unter Umständen der Weg zu einem Heilpraktiker eine Option. In ähnlichem Maße gilt dies auch für das Thema Finanzberatung: Falls Sie mit der bisherigen Beratung durch den Mitarbeiter Ihrer Hausbank (oder durch wen auch immer) nicht zufrieden sind, dann machen Sie sich auf die Suche nach einem besseren! Wie Sie das anstellen (und wie Sie vermeiden, an schwarze Schafe der Branche zu geraten), verrate ich Ihnen in diesem Buch.

Das ist aber natürlich nicht alles. Denn nur wer genau versteht, wie eine Anlageform funktioniert und wie er seine persönlichen Risiken sowie Chancen abwägen kann, wird (egal, ob mithilfe eines Beraters oder ohne) auch erfolgreiche Finanzentscheidungen treffen können. Daher fordere ich Sie auf, gemeinsam mit mir den »Finanzführerschein« zu machen – damit Sie anschließend sicher auf der »Finanzautobahn« unterwegs sind.

Weil sich viele Menschen im Laufe ihres Lebens auch mit dem Thema Immobilienfinanzierung auseinandersetzen müssen, ist diesem Aspekt ein weiteres, eigenes Kapitel gewidmet. Ohne einen entsprechenden Kredit (bei dem es sich letztlich um eine umgekehrte Geldanlage handelt, bei der Ihnen jemand Geld zur Verfügung stellt) lässt sich ein solches Vorhaben wie ein Hauskauf kaum verwirklichen. Worauf Sie achten sollten, bevor Sie sich an die Finanzierung Ihres Traumhauses machen, erfahren Sie ausführlich in diesem Abschnitt.

Doch auch abstraktere Themen wie Inflation, Staatsverschuldung, Zinsentwicklung und Ähnliches sollen im Rahmen dieses Ratgebers nicht unberücksichtigt bleiben. Zwar schrecken derartige Begriffe viele Verbraucher zunächst ab – sie klingen zu sehr nach trockenem ökonomischem Fachvokabular, das eher etwas für ausgewiesene Experten zu sein scheint. Doch sollten Sie sich bewusst machen, dass derartige Faktoren (so kompliziert sie zunächst auch erscheinen mögen) letztlich für jeden Anleger von großer Bedeutung sind und seine Anlageentscheidungen in hohem Maße beeinflussen können. Anhand leicht verständlicher Beispiele verrate ich Ihnen, wie Sie sich bei unterschiedlichen wirtschaftlichen Entwicklungen in Sachen Vermögensverwaltung verhalten sollten.

Zum Abschluss behandelt das vorliegende Buch die für viele Leser wohl wichtigste Frage: Wie strukturiere ich persönlich mein Vermögen? Denn in erster Linie ist es die richtige Kombination aus Zinsanlagen, Immobilien und Wertpapieren, die Ihnen zu einem spürbaren Anlageerfolg verhilft. Wer in diesem Zusammenhang über das nötige Basiswissen verfügt und seine persönliche Vermögensstruktur entsprechend ausgerichtet hat, der wird selbst von weltweiten Finanzkrisen kaum oder sogar überhaupt nicht getroffen. Wie dies im Einzelnen funktioniert, verrate ich Ihnen in diesem Buch. Blättern Sie also um – und lassen Sie uns gemeinsam die richtigen Finanzent­scheidungen für Sie treffen!

Antonio Sommese, im Januar 2010

Kapitel 1: Wozu Sie Finanzwissen brauchen

»Es ist besser, einigermaßen richtig als komplett falschzuliegen.«

(John Maynard Keynes, britischer Wirtschaftswissenschaftler, 1883–1946)

1.1 Vorspiel

Vor einiger Zeit baten mich die Inhaber eines familiengeführten Handwerksbetriebes darum, doch einmal ihre finanzielle Gesamtsituation zu analysieren und sie bei der weiteren Finanzstrategie zu beraten. Wie bei vielen Selbstständigen waren auch in diesem Fall sämtliche in den Betrieb eingebundenen Familienmitglieder vollauf mit ihren tagtäglichen Aufgaben innerhalb der Firma beschäftigt. Und da der Arbeitsalltag bei allen Beteiligten stets im Vordergrund stand, wurde die Planung der eigenen finanziellen Zukunft von der gesamten Familie eher verdrängt oder zumindest nur sporadisch thematisiert. Hier sollte ich also nun Abhilfe schaffen.

Als ich mich an die Sichtung der Finanzunterlagen machte, stellte ich zunächst einmal fest, dass im Laufe der Jahre zumindest zwei Bankberater sowie drei Versicherungsvertreter sehr gut an dieser finanziellen Planlosigkeit verdient hatten: Insgesamt hatten diese Berater der Familie sage und schreibe 15 verschiedene Aktien- und Rentenfonds vermittelt! Doch damit nicht genug: Abgesehen davon, dass meinen Mandanten viel zu viele Anlageprodukte verkauft worden waren, investierten auch noch drei der Fonds in ähnliche Werte. Meine Mandanten hatten also praktisch dreimal das gleiche Produkt gekauft – nur eben von verschiedenen Anbietern. Zweifellos wäre es sinnvoller gewesen, das Investment in den bereits vorhandenen Fonds einfach aufzustocken. Warum die früheren Berater diese Möglichkeit nicht erwähnt, sondern der Familie stattdessen empfohlen hatten, immer wieder Geld in neue (aber nahezu identische) Fonds zu stecken, war offensichtlich: Ihre Provision fiel wesentlich höher aus, wenn sie einen Kunden von einem neuen Anlageprodukt überzeugten, anstatt ihm zu empfehlen, das vorhandene Kapital in eine bereits vorhandene Anlage zu investieren.

Immerhin: Fünf der genannten Fonds entpuppten sich als durchaus solide, und so riet ich meinen Mandanten, diese weiterhin zu behalten. Die Anteile an den zehn übrigen Fonds dagegen wurden auf mein Anraten hin verkauft. Mit dem dadurch frei gewordenen Kapital konnte die Familie ihre Investition in aussichtsreichere Anlageformen erhöhen. Als ich meine Mandanten im Laufe der Beratung fragte, warum sie die ursprünglichen (und größtenteils unsinnigen) Investitionen überhaupt getätigt hatten, reagierten sie mit einem hilflosen Schulterzucken: »Na ja, das wurde uns halt so empfohlen.«

Dieses Beispiel aus meiner täglichen Praxis als Finanzberater ist keineswegs eine Ausnahme. Stellvertretend für viele andere, ähnlich gelagerte Mandantenanfragen soll es Ihnen vor allem zeigen, was heutzutage wichtig für Anleger ist: seriöse und unabhängige Finanzinformationen zu erhalten. Dabei möchte ich Ihnen helfen.

1.2 Wozu Finanzwissen?

»Insgesamt verloren die deutschen Haushalte als Folge der Finanzkrise Geldvermögen in Höhe von etwa 260 Mrd. Euro«, heißt es in einer Pressemitteilung des Deutschen Instituts für Altersvorsorge vom Juli 2009. Als ob diese Zahl alleine bereits nicht erschreckend genug wäre, legt das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sogar noch nach: Rund 30 Milliarden Euro jährlich gehen Verbrauchern demnach hierzulande pro Jahr (!) verloren, weil sie sich in finanziellen Dingen falsch beraten lassen, so das Ministerium.

Höchste Zeit also, dass sich in dieser Hinsicht etwas ändert! Vermutlich war genau dies einer der Gründe dafür, dass Sie sich für den Kauf dieses Buches entschieden haben. Denn so, wie ein gutes Fundament die Grundlage für einen Hausbau bildet, benötigen Sie ein tragfähiges Fundament für Ihre zukünftigen Finanzentscheidungen. Auf den folgenden Seiten helfe ich Ihnen, Ihr persönliches Wissen so zu erweitern, dass Sie nach der Lektüre auf einem soliden Fundament in Sachen Finanzplanung und Geldanlage aufbauen können.

»Aus Fehlern lernt man«, weiß der Volksmund, und von dem österreichischen Schriftsteller Alfred Polgar stammt der Satz: »Erfahrung verbessert die Einsicht, ohne unsere Absichten zu verändern.« Bezieht man die beiden Weisheiten auf die gravierenden Veränderungen der vergangenen Jahre in der Finanzwelt, dann kann man schlussfolgern: Nach den Erfahrungen, die viele Verbraucher in finanzieller Hinsicht gemacht haben – nicht zuletzt im Zuge der weltweiten Finanzkrise, aber auch ganz allgemein aufgrund mangelhafter Beratung –, sind sie hoffentlich klüger geworden und schaffen es, ihre zukünftige persönliche Geldanlagestrategie zu verbessern.

Das Interesse zumindest scheint vorhanden: Laut der sogenannten DIA-Deutschland-Trend-Vorsorge des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) vom März 2009 ist die Zahl der Bundesbürger, die sich infolge der Finanzkrise verstärkt Gedanken über ihr finanzielles Auskommen im Alter machen, deutlich gestiegen (Quelle: www.all4finance.de). Und immerhin ein knappes Viertel der Befragten gab an, in den kommenden zwölf Monaten mehr für die eigene Altersvorsorge tun zu wollen.

Egal, ob Sie sich persönlich ebenfalls zu dieser Gruppe zählen: Eine der wichtigsten Erfahrungen aus der Finanzkrise sollte in jedem Fall die Erkenntnis sein, dass sich die sogenannte Bankberatung im Laufe der Jahre mittlerweile in einen reinen Provisionsverkauf verwandelt hat. Viele Bankkunden mussten am eigenen Geldbeutel die schmerzhafte Erfahrung machen: Die Interessen von Anleger und Berater passen in vielen Fällen ganz einfach nicht mehr zusammen. Genau aus diesem Grund aber ist es die Aufgabe eines jeden verantwortungsbewussten Anlegers, sich genauestens und sorgfältig über die wichtigsten zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zur Geldanlage zu informieren. So, wie es heutzutage beispielsweise für einen Stromkunden selbstverständlich ist, die Tarifbedingungen der einzelnen Anbieter zu studieren, sollte dies auch der Bankkunde tun. Allerdings – und hier liegt das Problem – ist die Materie für den Stromkunden in der Regel leichter zu durchschauen ist als für einen Bankkunden.

Hätten Sie jemals geglaubt, dass eine Bank komplett pleitegehen könnte (Stichwort: Kaupthing und Lehman)? Hätten Sie es für möglich gehalten, dass die Dresdner Bank, das drittgrößte deutsche Finanzinstitut, von einem ihrer schärfsten Mitbewerber (der Commerzbank) einfach aufgekauft wird? Dass es sich bei der Bayerischen Hypo- und Vereinsbank mittlerweile nur noch um eine Filiale der italienischen UniCredit Group handelt? Auch, dass mit der Industrial and Commercial Bank of China inzwischen eine chinesische Bank in den Kreis der weltweit zehn größten Kreditinstitute vorgedrungen ist, hätte noch vor ein paar Jahren kaum jemand für möglich gehalten.

All dies verdeutlicht vor allem eines: Wir alle als Verbraucher und Bankkunden müssen uns bewusst machen, dass wir in Deutschland nicht länger auf einer Insel der finanziellen Unschuld leben. Als Exportweltmeister war unsere Industrie bereits seit Längerem daran gewöhnt, von ausländischen Märkten abhängig zu sein – nun hat sich diese Abhängigkeit auch auf den Sektor der Finanzwelt ausgedehnt und wird in den kommenden Jahren eher noch zunehmen. Kurzum: Alle Finanzentscheidungen, die wir persönlich für uns selbst treffen, sollten wir in Zukunft verstärkt vor dem Hintergrund globaler Märkte betrachten.

Keine Angst: Mit diesem Buch geht es mir keinesfalls nur darum, ständig den Finger in die Wunde zu legen und über die Finanzkrise zu jammern. Damit ist letztlich niemandem geholfen. Ich möchte vielmehr aufzeigen, dass wir alle aus der Krise lernen können – allerdings nur, sofern wir gewisse Grundregeln in Bezug auf den Finanzmarkt verstehen und verinnerlichen. So sollten wir uns unter anderem zunächst einmal fragen, wie es überhaupt zu der weltweiten Finanzkrise hat kommen können. Das wichtigste Stichwort, das mir persönlich in diesem Zusammenhang sofort einfällt, lautet »Verbriefung«.

Was es damit auf sich hat, erkläre ich Ihnen anhand eines Beispiels: Nehmen wir an, ein großer Automobilkonzern benötigt 500 Millionen Euro, um eine neue Produktionsstätte zu errichten – Lagerhallen und Maschinenpark inklusive. Diesen Wunsch trägt der Finanzvorstand des Konzerns der Firmen-Hausbank vor und bittet um einen entsprechenden Kredit. Was die Bank dann macht, kennt jeder, der schon einmal eine Immobilie finanzieren wollte: Der Antragsteller wird genauestens unter die Lupe genommen, sprich: Die Bilanzen und Auftragsbücher des Automobilherstellers werden analysiert, um zu schauen, ob der Kreditnehmer solvent ist.

Nehmen wir weiter an, dass die meist wochenlangen Analysen der Bank letztlich ergeben haben, dass der Antragsteller tatsächlich über ausreichenden Cashflow (zukünftige zu erwartende Einnahmen) verfügt. Außerdem gibt es als Sicherheiten das Firmengelände sowie gut gefüllte Auftragsbücher. Dann wird die Bank dem Automobilkonzern sagen: »Gut, wir gewähren euch den gewünschten Kredit über 500 Millionen Euro.« So weit, so gut. Doch was dann passiert, ist das eigentlich Interessante – und verdeutlicht, wie es überhaupt zur weltweiten Finanzkrise hat kommen können.

Die Bank setzt in unserem Beispiel nämlich keineswegs eigene vorhandene Mittel ein! Dafür ist ihr das Risiko, das mit der Bereitstellung eines solch hohen Betrages verbunden ist, dann doch zu groß. Denn falls etwas schieflaufen (also der Automobilkonzern wirtschaftlich ins Trudeln geraten) sollte, dann haftet die Bank für den Kredit – und sonst niemand. Im schlimmsten Fall müsste sie einen Verlust von 500 Millionen Euro verbuchen.

Um dieses Risiko zu vermeiden, greift die Bank zum Mittel der »Verbriefung«. Sie verteilt das Risiko auf viele einzelne Geldgeber. Und das funktioniert so: Sie sucht sich 20.000 Anleger, die bereit sind, jeweils 25.000 Euro anzulegen. Die 500 Millionen Euro, die auf diese Weise zusammenkommen, werden anschließend als Kredit an den Automobilkonzern weitergegeben. In der Praxis sieht dies dann so aus, dass Sie unter Umständen eines Tages einen Anruf Ihres persönlichen Bankberaters erhalten. Er schwärmt Ihnen von der Möglichkeit vor, Ihr Geld in einen namhaften Automobilhersteller zu investieren – mit 25.000 Euro seien Sie dabei.

Für diese Geldanlage verspricht Ihnen der Bankberater eine fast traumhafte Rendite von 5 % – weitaus mehr, als Tagesgeldkonten oder andere sichere Geldanlagen erzielen würden. Also greifen Sie zu – und sind damit in die Falle getappt. Denn mit Ihrer persönlichen Einlage haben Sie auch Ihren persönlichen Anteil am Haftungsrisiko übernommen, den solch eine Verbriefung mit sich bringt. Die Bank dagegen ist fein heraus: Sie muss selbst kein Geld investieren und kann dem Autohersteller einen 500-Millionen-Euro-Kredit vermitteln, ohne selbst irgendein finanzielles Risiko zu tragen. Falls etwas schiefgehen sollte, müssten die 20.000 Einzelanleger dafür »büßen«. Und genau das ist im Zuge der weltweiten Finanzkrise passiert – Lehman und Konsorten lassen grüßen. Angesichts der Gutgläubigkeit vieler Anleger darf man sich insofern nicht

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