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Sagen und Legenden aus Freiburg: Stadtsagen Freiburg
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Sagen und Legenden aus Freiburg: Stadtsagen Freiburg
eBook66 Seiten32 Minuten

Sagen und Legenden aus Freiburg: Stadtsagen Freiburg

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Über dieses E-Book

Freiburg im Breisgau ist die viertgrößte Stadt Baden-Württembergs und die südlichste Großstadt Deutschlands. Der mitten in der Altstadt gelegene Schlossberg blickt auf eine 2000jährige bewegte Geschichte zurück. Vermutlich errichteten schon die Römer hier einen Wachturm. Im 10. Jahrhundert erbauten die aus Schwaben stammenden Herzöge von Zähringen auf dem Schlossberg eine Burg als Machtzentrum ihrer weitreichenden Herrschaft. 1120 übergaben sie dem Dorf der Siedler und Handwerker am Fuße ihrer Burg das Stadt- und Marktrecht. Heute ist Freiburg eine reizvolle Stadt, mit jungem, pulsierendem Leben inmitten von historischen Gebäuden...
SpracheDeutsch
HerausgeberJohn Verlag
Erscheinungsdatum1. Okt. 2015
ISBN9783942057295
Sagen und Legenden aus Freiburg: Stadtsagen Freiburg
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    Sagen und Legenden aus Freiburg - Christine Giersberg

    Sagen und Legenden aus Freiburg

    Der schwarze Berthold

    Der Mönch Berthold, dessen Laienname, bevor er in das Franziskanerkloster zu Freiburg eintrat, Konstantin Anklitzen war, stand im Ruf einer nie versiegenden Wissbegierde. Er widmete sich den Studien der Magie und Alchemie und man nannte ihn einen Nygermaticus, einen Schwarzkünstler, denn Berthold interessierte sich besonders für die Metallkunst, die gefährlichste aller Künste.

    Eines Tages, experimentierte er in seinem Laboratorium mit Quecksilber, welches er hammerfest machen wollte, um es wie Silber bearbeiten zu können. Nachdenklich stand er vor dem schweren Eichentisch auf dem er seine chemischen Ingredienzien stehen hatte und murmelte vor sich hin: „Es muss mir gelingen, den geheimen Geist des Quecksilbers, diesen Basilisken, unschädlich zu machen. Da sich Gegensätze töten, gebe ich nun den feurigen Schwefel und den kalten Salpeter zusammen mit dem Quecksilber in ein Gefäß aus Eisen. In der Hitze des Feuers mag dann geschehen, was geschehen muss."

    Er gab die Mischung in ein Gefäß aus Erz, verschloss es dicht und stellte es auf den Ofen. Es währte nicht lange: eine gewaltige Explosion erschütterte das Kloster. Berthold, der etwas abseits gestanden hatte wurde gegen die Wand geschleudert, wo er benommen, mit Brandwunden an Gesicht und Händen liegen blieb. Als er die Augen wieder aufschlug, sah er um sich herum alle seine erschrockenen Mitbrüder versammelt. Der Abt, zornesrot im Gesicht, schrie mit sich überschlagender Stimme: „Du Satansbrut du, willst du uns alle in die Verdammnis stürzen? Der Teufel muss mit dir im Bunde sein. Ich verbiete dir, auch nur noch einen Fuß in dieses Laboratorium zu setzen oder du landest im Kerker!"

    Berthold kam langsam, noch etwas schwankend auf die Beine. Als er sich in seinem zerstörten Labor umsah, versprach er dem Abt bei allen Heiligen, mit dem Experimentieren aufzuhören, denn er wollte nicht, wie schon öfter, im Gefängnis landen. Der Vorsatz hielt nicht lange, denn nun war seine Neugier erst recht geweckt.

    Eines Nachts schlich er sich heimlich in sein notdürftig in Stand gesetztes Labor. Leise öffnete er einen großen, verschlossenen Schrank und entnahm ihm einen Mörser und einen Stößel sowie, nach sorgfältiger Auswahl, Salpeter, Schwefel und Kohle und schüttete alles zusammen in den Mörser. Gewissenhaft zerstampfte er darin das Gemisch, stellte das Gefäß mitsamt dem Stößel auf den heißen Ofen und verzog sich bis in den hintersten Winkel des Labors, wo er sich auf den Boden kauerte. Mit der rechten Hand drückte er ein Kreuz an sein Herz- das Skapulier, den groben Überwurf seiner Kutte, hatte er zum Schutze, fest um den Körper gewickelt. Welche unbekannten Dämone würde er herbeirufen mit diesem Experiment?

    Würde die Erde aufreißen und der Fürst der Hölle selbst daraus empor steigen? Er schloss, leise betend, die Augen. Eine gewaltige Detonation erschütterte das Kloster bis in seine Grundfesten. Es schien, als würde die Hölle sich auftun. Der Mörser explodierte und der Stößel wurde mit ungeheurer Wucht herausgeschleudert, so dass er in

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