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Leidenschaft und Tugend: Eine philosophische Erzählung

Leidenschaft und Tugend: Eine philosophische Erzählung

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Leidenschaft und Tugend: Eine philosophische Erzählung

Länge:
58 Seiten
46 Minuten
Herausgeber:
Freigegeben:
17. Aug. 2017
ISBN:
9788027209880
Format:
Buch

Beschreibung

Diese Ausgabe von "Leidenschaft und Tugend" wurde mit einem funktionalen Layout erstellt und sorgfältig formatiert.

Gustave Flaubert (1821 - 1880) war ein französischer Schriftsteller, der vor allem als Romancier bekannt ist. Er gilt als einer der besten Stilisten der französischen Literatur und als ein Klassiker des Romans. Zusammen mit Stendhal und Balzac bildet er das Dreigestirn der großen realistischen Erzähler Frankreichs.

Aus dem Buch:

"Das war längst nicht mehr jene wohlgeübte Spielart der Schäferliebe im Stil Ludwigs des Fünfzehnten, deren erste Lehrstunde anhebt mit Seufzern, übergleitet in die zweite mit zärtlichen Briefchen und es so weitertreibt bis zur Lösung des geschürzten Knotens - eine kunstvolle Wissenschaft, die uns so ausgezeichnet vorgestellt wird im "Faublas", in den leichtbeschwingten Komödien "zweiten Ranges" jener Zeit, in den "Moralischen Geschichten" eines Marmontel. Heutzutage geht der Mann geradeswegs los auf eine Frau, faßt sie ins Auge, findet sie "verführerisch", macht die Wette mit seinen Freunden: Ist sie die Frau eines anderen, wird die ganze Farce nur noch um so reizvoller! So führt er sich ein bei ihr, bringt ihr Romane mit, geleitet sie an seinem Arm ins Theater, legt dabei immer den höchsten Wert darauf, sich irgend so etwas Erstaunliches, lächerlich Unerhörtes, noch nie Dagewesenes zu leisten; und dann geht er von Tag zu Tag mit immer größerer Freiheit bei ihr ein und aus, macht sich zum Freund des Hauses, des Ehemannes dieser Frau, der Kinder, ja, der gesamten Dienerschaft."
Herausgeber:
Freigegeben:
17. Aug. 2017
ISBN:
9788027209880
Format:
Buch

Über den Autor

«Yo celebro que Emma Bovary ?ha escrito Vargas Llosa? en vez de sofocar sus sentidos tratara de colmarlos, que no tuviera escrúpulo en confundir el cul y el coeur, que, de hecho, son parientes cercanos, y que fuera capaz de creer que la luna existía para alumbrar su alcoba.»No han dejado de correr ríos de tinta en torno a La señora Bovary, que hoy presentamos en una nueva traducción de María Teresa Gallego Urrutia. Defendida en su día por Baudelaire y Sainte-Beuve, reivindicada por Zola y el naturalismo, rescatada por Sartre y los autores del nouveau roman, admirada por Nabókov, es aún hoy un modelo central de lo que debe y no debe ser una novela. La historia de un adulterio en una ciudad de provincias, sin grandes personajes ni ambientes fastuosos, tuvo un aspecto tan realista que las instituciones se vieron agredidas y abrieron un proceso judicial contra el autor, del que saldría absuelto y que le reportó una fama sin precedentes. Gustave Flaubert nació en Ruán en 1821. En 1843 empezó a escribir la primera versión de lo que luego sería La educación sentimental (Alba Clásica núm. liv). En 1851 inició la redacción de La señora Bovary, que se publicaría cinco años después, acarreándole un proceso judicial del que saldría absuelto. El proceso, sin embargo, aseguró el éxito del libro. Publicaría luego la novela histórica Salambó (1962), La educación sentimental (1869), La tentación de San Antonio (1874) y Tres cuentos (1877): los únicos textos, de las más de ocho mil páginas que escribió, que permitió, en su afán perfeccionista, que vieran la luz pública. Murió en 1880 en Canteleu.


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Buchvorschau

Leidenschaft und Tugend - Gustave Flaubert

Akt.

Kap. 1

Inhaltsverzeichnis

Sie hatte ihn schon zweimal, glaube ich, zu Gesicht bekommen: das erstemal auf einem Ball beim Minister, das zweitemal im »Français« – und obwohl er weder ein überragender Mensch noch ein schöner Mann war, kam er ihr doch immer wieder in den Sinn, wenn sie abends, nachdem sie ihre Lampe ausgelöscht hatte, noch einige Minuten in Gedanken versunken blieb und vor sich hin träumend dalag, ihr dichtes Haar gelöst auf ihren nackten Brüsten, den Kopf zum Fenster hingewendet, durch das die Nacht eine fahle Helle hereinwarf, die Arme frei herabhängend, und ihre Seele hin und her trieb zwischen schauernden, aus dem Dunklen und Ungewissen kommenden Erregungen, die, wie verwirrende Laute und Rufe, aus den Weiten der herbstlichen Dämmerungen sich erheben ...

Alles andere war er als ein Ausnahmemensch, wie sie in den Büchern und Dramen leben. Er hatte ein ziemlich trockenes Innere, war ein rechter Durchschnittsgeist und zu alledem – ein Chemiker. Aber er beherrschte von Grund aus jene Theorie der Verführungskunst in allen Regeln, kurzum den Chic – um das treffende Wort des Volksmundes zu gebrauchen –, womit ein gewandter Mann noch immer zu seinen Zielen gelangt.

Das war längst nicht mehr jene wohlgeübte Spielart der Schäferliebe im Stil Ludwigs des Fünfzehnten, deren erste Lehrstunde anhebt mit Seufzern, übergleitet in die zweite mit zärtlichen Briefchen und es so weitertreibt bis zur Lösung des geschürzten Knotens – eine kunstvolle Wissenschaft, die uns so ausgezeichnet vorgestellt wird im »Faublas«, in den leichtbeschwingten Komödien »zweiten Ranges« jener Zeit, in den »Moralischen Geschichten« eines Marmontel. Heutzutage geht der Mann geradeswegs los auf eine Frau, faßt sie ins Auge, findet sie »verführerisch«, macht die Wette mit seinen Freunden: Ist sie die Frau eines anderen, wird die ganze Farce nur noch um so reizvoller! So führt er sich ein bei ihr, bringt ihr Romane mit, geleitet sie an seinem Arm ins Theater, legt dabei immer den höchsten Wert darauf, sich irgend so etwas Erstaunliches, lächerlich Unerhörtes, noch nie Dagewesenes zu leisten; und dann geht er von Tag zu Tag mit immer größerer Freiheit bei ihr ein und aus, macht sich zum Freund des Hauses, des Ehemannes dieser Frau, der Kinder, ja, der gesamten Dienerschaft. Zuletzt merkt die Arme die Falle und will ihn fortjagen wie einen Lakaien, aber da spielt er seinerseits den Entrüsteten, droht ihr, die erstbesten harmlosesten paar Zeilen zu veröffentlichen, denen er selbstverständlich den infamsten Sinn zu unterschieben weiß, ganz gleich, wem das Briefchen zugedacht war. Ja, Wort um Wort wird er ihrem Manne das hinterbringen, was ihr da entschlüpft sein mag in irgendeinem Moment der Koketterie, der Selbstsicherheit, des bloßen Wunschtraums .... Die grausamste Herzlosigkeit eines Anatomen ist das – aber man hat eben Fortschritte in den Wissenschaften gemacht, und es gibt Leute, die ein Herz kunstvoll zerschneiden können wie ein lebloses Stück Fleisch.

Und da weint sie, diese arme verlorene Frau, und fleht und bettelt. – Kein Verschonen für sie noch für ihre Kinder, noch auch für ihren Mann, ihre Mutter! Unbeugsam bleibt man, ein Mann, der Gewalt, ja Gewaltsamkeit anwenden kann: Überall kann er sich damit brüsten, daß sie seine Geliebte ist! In allen Journalen kann er es publik machen, in seinem Tagebuch kann er sich darüber auslassen, lang und breit, und – im Bedarfsfalle kann er es sogar unter Beweis stellen!

Halbtot, wie sie ist, liefert sie sich ihm denn aus. Er kann sie sogar Spießruten laufen lassen vor seinen Bediensteten, die lächelnd hinter ihren Livreeaufschlägen einander zuzwinkern und flüstern, wie sie – zum frühen Morgen schon – sie so kommen sehn zu ihrem Herrn und Gebieter. Und dann, wenn er sie, zerknickt und niedergesunken, sich selbst überläßt mit ihren Gewissensbissen, ihren Gedanken über das Einst, den Enttäuschungen, die ihr die Liebe brachte, dann wendet er sich ganz von ihr, will sie nicht mehr wiederkennen, gibt sie kalt ihrem Unglück preis. Ja, manchmal haßt er sie geradezu;

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