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Poesie der Ökonomie: Die große Parade von Vermutungen, Vagheiten, Überredungen und Kontingenzen

Poesie der Ökonomie: Die große Parade von Vermutungen, Vagheiten, Überredungen und Kontingenzen

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Poesie der Ökonomie: Die große Parade von Vermutungen, Vagheiten, Überredungen und Kontingenzen

Länge:
31 Seiten
20 Minuten
Herausgeber:
Freigegeben:
Sep 2, 2017
ISBN:
9783946514930
Format:
Buch

Beschreibung

Märkte sind voller Kommunikation, denn ohne diese wüsste niemand, was er kaufen können sollte. Die Sprache der Unternehmen dabei ist die der Werbung. In der Ökonomik selbst aber werden diese sprachlichen Dimensionen noch erstaunlich wenig beachtet. Zeit, dies zu ändern, meint Birger P. Priddat. Denn Kommunikation wird für die wirtschaftlichen Transaktionen immer bedeutsamer. In seinem Beitrag betrachtet Priddat die Auswirkungen der sprachlichen Dimensionen auf ökonomische Prozesse und argumentiert für eine Öffnung der Wissenschaft gegenüber anderen Disziplinen.
Herausgeber:
Freigegeben:
Sep 2, 2017
ISBN:
9783946514930
Format:
Buch

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Poesie der Ökonomie - Birger P. Priddat

Impressum

Birger P. Priddat

Poesie der Ökonomie

Die große Parade von Vermutungen, Vagheiten, Überredungen und Kontingenzen

Die Ökonomie ist eine glänzende Wissenschaft; aber ihre Attitüde, als exakte Wissenschaft aufzutreten, wird in der Gesellschaft zunehmend als weniger glaubwürdig angesehen. Man nimmt ihr nicht mehr wie früher ab, dass sie die Ungewissheiten, Unwägbarkeiten, Komplexitäten der globalen Wirtschaftsprozesse angemessen verarbeiten kann. Immer mehr Menschen halten die Ökonomik für Bullshit.¹ In vielem ist sie eine Wissenschaft der Vermutungen, eine economy of guess, und in den Märkten eine economics of persuasion: der machtvollen beziehungsweise subtilen Überredung, das zu kaufen, wozu man selber gar keine Neigung hatte. Die Märkte regeln sich nicht von selber.² Richard Bookstaber spricht in diesem Zusammenhang vom »Ende der Theorie«.³ Das wäre vor 20 Jahren nicht denkbar gewesen.

Die Ökonomen betrachten ihre Wissenschaft häufig wie eine soziale Physik, weil sie so genau, präzise, logisch sei. Einzig unter Ökonomen hält sich dieser Glaube.⁴ Nichtökonomen können das nicht prüfen, da sie die Sprache der Ökonomie, insbesondere ihre Algebra, weder kennen noch verstehen. Sie aber stellen die Mehrzahl der Akteure der Wirtschaft. Sie sprechen die Sprache A, nicht die Sprache Ö der Ökonomen.⁵ In Sprache A interpretieren sie die wirtschaftlichen Vorgänge aus ihren Erfahrungen. Für die Sprache Ö zeigen sie Respekt, ohne zu wissen, was sie daran verstehen sollten. Ihr Verhalten ist irrationaler, emotionaler, moralischer, mehr kulturell bestimmt, stimmungsabhängiger, sozialer, konventionaler, als es der Normenkatalog der Rationalitäten der Ökonomik zulässt. Die Wirtschaft funktioniert wunderbar, ohne dass die Akteure etwas von Ökonomie verstehen (jedenfalls nicht so, wie Ökonomen Ökonomie verstehen). Die Ökonomen reden deshalb auch nicht von Ökonomie, sondern von Ökonomik. Die »ik«-Endung macht die Wissenschaftlichkeit aus, die methodisch/methodologisch gestützten, mathematisch

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